In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die erste Heilung eines Aussätzigen durch Jesus, wie sie im Markusevangelium beschrieben wird. Der Sprecher beleuchtet die tiefere Bedeutung von Aussatz als Symbol für Sünde und Rebellion und erklärt, wie Jesus durch diese Begegnung seine Macht und sein Mitleid offenbart. Die Predigt erklärt auch die symbolische Bedeutung des Opferrituals, das der geheilte Mann durchführen musste, und wie es auf das Evangelium hinweist.
Der Ersehnte: 61. „Wenn du willst …“
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Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Nach längerer Pause sind wir wieder mit einer Folge dabei. Schön, dass ihr gekommen seid und schön, dass ihr live jetzt eingeschaltet habt auf joelmedia.de oder wenn ihr diese Aufnahme später anschaut. Wir wollen heute beginnen mit den Geschichten, die davon erzählen, wie Jesus auf seiner Tour durch Galiläa in verschiedenen Städten gewesen ist, verschiedene Begebenheiten sich ereignet haben. Und die heutige Geschichte ist eine besonders spannende und intensive. Und bevor wir beginnen, wollen wir mit einem Gebet starten und ich lade euch ein, dazu niederzuknien. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du durch dein Wort zu uns sprechen möchtest und wir kommen mit der Erwartung, dass du unser Lehrer bist und dass dein Wort in uns die Macht und die Kraft entfaltet, die du dort hineingelegt hast. Wir möchten dich bitten, dass wir bei der Betrachtung dieser Geschichte Jesus in seiner Schönheit, in seinem Charakter viel besser noch verstehen als je zuvor und dass wir zu ihm gezogen werden aus Liebe und ihm dienen möchten. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[1:53] Wir haben das letzte Mal gesehen, wie Jesus Kapernaum verließ, um in die anderen Städte zu gehen. Die Geschichte, die wir heute anschauen wollen, folgt in Markus 1 direkt darauf. Wir finden sie in Markus 1, Vers 40 bis 45. Wir finden sie auch in Lukas 5, Vers 12 bis 16 und in Matthäus 8, Vers 2 bis 4, wo sie am kürzesten dargestellt ist. Also wir werden wahrscheinlich bei Markus bleiben und ab und zu zu den anderen Paralleltexten gehen. Es ist die erste Begegnung, die Jesus hatte mit einem Aussätzigen. Und obwohl Jesus schon viele Wunder getan hatte, war das eine besondere Situation, von der wir ganz viel lernen können.
[3:04] Schlagen wir mal auf, Markus 1 und dort Vers 40. Schon dieser erste Vers hat es in sich. Es heißt: "Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen." Zunächst einmal müssen wir die Frage stellen, wo ist Jesus gewesen? Die Antwort finden wir, wenn wir in den Parallelbericht gehen. Also haltet immer euren Finger oder so ein Bändchen in Markus 1, wir kommen immer darauf zurück. Gehen wir mal in den Parallelbericht in Lukas 5. In Lukas 5 finden wir den Parallelbericht und ein bisschen mehr Informationen über die Situation. Lukas 5 und dort Vers 12. Es heißt hier: "Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann." Mit anderen Worten, Jesus hatte ja gesagt, er hatte Kapernaum verlassen, hatte gesagt, ich muss auch in die anderen Städte gehen, könnt ihr euch daran erinnern? Und auf dieser Reise, also als er in einer der anderen Städte war, das heißt jetzt nicht unbedingt, dass die Szene direkt auf dem Marktplatz stattfand. Ellenweiß sagt, es war in der Nähe des Ufers, am See, also etwas außerhalb der Stadt. Welche Stadt das gewesen ist, wissen wir nicht, aber es war sozusagen jetzt auf dieser Tournee. Jesus war unterwegs, um in den verschiedenen Gegenden Menschen zu finden, denen er Gott näher bringen konnte.
[4:45] Und es heißt hier, dass ein Mann kam und es heißt, er war aussätzig. In Lukas 5, Vers 12 steht sogar: "Siehe, da war ein Mann voll Aussatz." Habt ihr das gelesen? Es gab ja verschiedene Formen von Aussatz. Es gab leichten Aussatz, schweren Aussatz und dieser Mann war voller Aussatz. Vielleicht wollen wir mal ein bisschen was lernen über Aussatz. Zum ersten Mal im Leben Jesu kommt jetzt jemand mit Aussatz zu Jesus. Aussätzige waren eine ganz besondere Klasse von Menschen. Was wisst ihr über die Aussätzigen? Sie waren unrein. Sie mussten sogar rufen: "Unrein, unrein, unrein!" Wer Aussatz hatte, konnte nicht normal mit den anderen Menschen wohnen. Es gab spezielle Kolonien, wo nur die Aussätzigen untereinander wohnten und die im weiten Abstand zum Rest der Zivilisation waren. Wer Aussatz hatte, war abgesondert. Er war ausgestoßen.
[6:06] Was wisst ihr noch über Aussatz? Aussatz war tödlich. Es war auch eine sehr hässliche Krankheit. Die Haut verändert sich, das Fleisch verändert sich, die Menschen sind fast mehr oder weniger fast am lebendigen Leib sozusagen. Ganz, ganz schrecklich. Was noch? Was wisst ihr noch über Aussatz? Ja, man wird dann so taub. Okay, ja, was noch?
[6:38] Aussatz galt als ein Symbol für die Sünde. Warum? Ja, man hat immer gesagt, nicht wahr, man hat immer gedacht, dass sozusagen der Aussatz eine Strafe Gottes war. Gab es denn Geschichten in der Bibel, wo tatsächlich Aussatz eine Strafe Gottes war? Mirjam wurde mit Aussatz bestraft für sieben Tage, als sie gegen Gott und gegen Mose rebelliert hatte. Und da war noch eine. Der König Usija bekam auch Aussatz. Wann ist denn das oder bei welcher Gelegenheit hat er den Aussatz bekommen? Als der König Usija in den Tempel ging, das können wir jetzt mal nachlesen, in der Zweite Chronik, Zweite Chronik 26, Zweite Chronik 26 und dort Vers 19. Ihr kennt vielleicht die Geschichte. Der König setzte sich in den Kopf, ich will räuchern im Tempel. Und er geht in den Tempel hinein, obwohl er als König da gar kein Recht zu hat. Und die Priester wollen es ihm wehren und sagen: "Nein, tu das nicht." Und dann, statt auf sie zu hören, rebelliert er, er räuchert trotzdem. Und dann heißt es hier im Vers 19: "Da wurde Usija zornig, während er die Räucherpfanne in seiner Hand hielt, um zu räuchern. Als er aber seinen Zorn gegen die Priester ausließ, da brach der Aussatz an seiner Stirn aus vor den Augen der Priester im Haus des Herrn beim Räucheraltar." Usija hatte zunächst mal den Aussatz nur an der Stirn und trotzdem musste er sein Königsamt aufgeben. Er musste abgesondert leben. Also Usija hatte nicht so schlimmen Aussatz wie der Aussätzige hier, aber schon ein bisschen Aussatz, schon ein bisschen Aussatz an einer Körperstelle war genug, um zu sagen: "Weg mit dir." Und das machte nicht halt vor einem König. Also egal, in welcher sozialen Stellung man war, wer Aussatz hatte, das war vorbei.
[9:00] Es gibt in der Bibel, Aussatz war so gefürchtet und hatte solch gravierende Folgen, dass es ein ganzes Kapitel gibt, das definiert, was Aussatz ist. Welches Kapitel in der Bibel ist ausschließlich dem Aussatz gewidmet? 3. Mose 13, genau. Wir werden nicht das Ganze lesen, wir können mal nur dahin blättern, um so einen Eindruck zu bekommen. Es ist nicht gerade das kürzeste Kapitel der Bibel. 58 Verse beschreiben den Aussatz am Menschen, auch den Aussatz an Kleidern und die genauen Prozeduren, nach denen festgestellt werden soll, ob es jetzt Aussatz ist oder nur etwas, was vielleicht am Anfang so ähnlich aussieht, aber dann doch nicht gefährlich ist. Da gab es dann so Quarantänevorschriften und der Priester. Nur die Priester hatten das Recht zu bestimmen, ob jemand aussätzig ist oder nicht. War ein Teil des Gesetzes Mose. Sie haben also gesagt, Mirjam war aussätzig als Strafe für ihre Rebellion und Gott hat das durchaus als ein Beispiel benutzt.
[10:05] Schaut mal in 5. Mose 24. 5. Mose 24 und dort Vers 9. 5. Mose 24, Vers 9. Dort heißt es: "Denke daran, was der Herr, dein Gott, mit Mirjam tat, auf dem Weg, als ihr aus Ägypten gezogen seid." Also mit anderen Worten, die Geschichte von Mirjam sollte als ein warnendes Beispiel dastehen. Kennt ihr noch eine Geschichte in der Bibel, wo eine Frau als warnendes Beispiel dasteht? Genau, es heißt auch: "Gedenkt an Lots Frau." Gedenkt an Lots Frau und hier heißt es: "Gedenkt an Mirjam." Denkt daran, was mit ihr passiert ist. Und noch einmal, warum ist Mirjam mit Aussatz befallen gewesen? Wegen Rebellion. Warum hat der Usija Aussatz bekommen? Wegen Rebellion. Das heißt, der Aussatz war nicht einfach nur ein Symbol für, naja, man war halt schwach, hat einen Fehler gemacht, sondern war eigentlich ein Symbol für diese ansteckende Krankheit der Rebellion gegen Gott. Scheinbar unheilbar.
[11:23] Aber es gibt schon im Alten Testament eine Geschichte von einem Aussätzigen, der geheilt worden war. Ja, also wer ist geheilt worden? Naaman, der syrische Feldherr, der General der Feinde. Wie ist der denn geheilt worden? Durch das siebenfache Untertauchen im Jordan auf das Wort des Propheten hin. Das Wort des Propheten. Und ihr kennt die Geschichte, wie dann der Gehasi versucht hat, sich noch einen finanziellen Vorteil daraus zu gewinnen und wie er dann den Aussatz bekommen hat, der von Naaman eigentlich gegangen war. Also Aussatz war ein Symbol für Rebellion. Und wie wir hier gesehen haben, dieser Mann, der auf Jesus zukam, hatte nicht nur Aussatz, er war voll Aussatz. Mit anderen Worten, da war keine Stelle an ihm, die gesund war. Bei Usija waren ja viele Körperstellen erstmal gesund. Er hatte Aussatz an der Stirn, ja, aber ansonsten ging es dem Körper ganz gut. Vielleicht hat sich das später verändert, vermutlich. Aber dieser Mann war in einem fortgeschrittenen Stadium, so sehr, dass man nichts Gesundes mehr an ihm finden konnte. Er war voller Aussatz.
[12:47] Jetzt gehen wir zurück zu Markus 1 und schauen mal an, was er getan hat. "Es kam ein Aussätziger zu ihm." Ellenweiß beschreibt das so schön, wie er gehört hat, dass Jesus in der Nähe war und wie er, obwohl niemals in seiner Lebenszeit ein Aussätziger geheilt worden war – sie sagt, Naaman war der Letzte, der in Israel vom Aussatz geheilt worden war. Seit den Zeiten von Naaman hat es nicht mal mehr gehört, dass ein Aussätziger reingeworden war, weil das ist im Hinterkopf. Aber er hört jetzt von Jesus und er sieht diese riesige Menschenmenge und er entscheidet sich, zu Jesus zu kommen und es macht ihm nichts aus, dass die Leute jetzt alle vor ihm weglaufen. Er hat nur noch Augen für Jesus, egal was die anderen sagen, egal was sie denken. Manche versuchen ihn vielleicht noch daran zu hindern, weil sie nicht wollen, dass dieser Aussätzige Jesus berührt. Aber er kommt zu Jesus und es heißt: "Er bat ihn und fiel vor ihm auf die Knie." Das ist eine interessante Formulierung. Woran erinnert euch das? Oder was soll das bedeuten, dass er vor ihm auf die Knie ging? Er hat ihn als Retter akzeptiert, vielleicht noch ein bisschen konkreter. Heute machen wir das ja, dass wir vielleicht, wenn man einen Heiratsantrag macht, geht man auf die Knie oder wenn ein Fußball ein Tor schießt, dann geht er auch auf die Knie und freut sich mit dem anderen. Aber das war damals nicht üblich. Auf die Knie gehen war eine Haltung, die hatte immer zu tun mit Anbetung.
[15:09] Wir lesen zum Beispiel in 2. Chronik 6 von Salomo. 2. Chronik 6 und dort Vers 13. 2. Chronik 6 und dort Vers 13. Da heißt es: "Denn Salomo hatte ein ehrenes Podium machen und mitten in den Hof stellen lassen, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit und drei Ellen hoch. Darauf trat er und fiel auf seine Knie nieder angesichts der ganzen Gemeinde Israels und er breitete seine Hände zum Himmel aus." Niederknien war die Körperhaltung der Anbetung, die man Gott gegenüber brachte. Wir haben auch gesehen, also in Markus 1 steht, er kniete nieder. In Lukas steht dann sogar, er fiel auf sein Angesicht. Auch eine bekannte Formulierung, oder? Er fiel auf sein Angesicht. Kennt ihr Personen in der Bibel, die auf ihr Angesicht gefallen sind? Was heißt die? Die fielen auf ihr Angesicht. Ja, wenn sie Gott gesehen haben, nicht wahr? Ich gebe euch nur ein Beispiel, Josua 5, Vers 14. Josua 5, Vers 14. Das ist Josua, kurz vor der Einnahmung Jerichos. Josua 5, Vers 14. Er aber sprach: "Nein", also als ihm dieser Mann erschien, "sondern ich bin der Fürst über das Heer des Herrn, jetzt bin ich gekommen." Da heißt es: "Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und betete an und sprach zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knecht?" Also wenn Menschen realisiert haben, dass sie mit Gott sprechen, dass Gott in ihrer Nähe ist, dann fielen sie auf ihr Angesicht.
[16:32] Dass dieser Aussätzige niederkniet und auf sein Angesicht fällt, zeigt, dass obwohl er voller Aussatz war, er realisiert hat: Jesus ist nicht nur ein Mensch. Da waren viele in der Umgebung von Jesus, die dort am Ufer standen, die einfach gekommen waren, um eine Predigt zu hören. Ein berühmter Prediger ist da, mal sehen, was er zu sagen hat. Da waren viele dabei, die einfach aus reiner Neugier da waren oder mitgeschleppt worden waren vielleicht. Aber dieser Aussätzige kam nicht aus Neugier, er kam auch nicht, weil er mitgeschleppt worden war, er kam, weil er wusste: Dieser Jesus ist mehr als ein Mensch. Und wenn ich jemals irgendeine Hoffnung haben soll, muss ich zu Jesus. Egal was die anderen sagen, war ihm vollkommen egal.
[17:26] Er kniet nieder, fällt auf sein Angesicht und dann sagt er etwas Außergewöhnliches. Schaut mal in Markus 1. In Markus 1, und es lohnt sich, diese Worte ein bisschen sich auf der Zunge zergehen zu lassen. Er sagt: "Wenn du willst, kannst du mich reinigen." Was fällt euch an diesen Worten auf? Diese Worte enthalten kein Fragezeichen. Dort steht nicht: "Kannst du mich heilen? Darf ich auf dich hoffen? Kannst du mir helfen?" Es steht: "Wenn du willst, kannst du mich heilen."
[18:11] Jetzt, das sind enorm starke Worte. Warum? Schaut mal mit mir in die Geschichte von Naaman. Lasst euren Finger drin. Die Geschichte von Naaman offenbart etwas, was sicherlich auch der Aussätzige wusste. 2. Könige 5. In 2. Könige 5. Ihr wisst ja die Geschichte. Der Naaman hatte ja dieses kleine Mädchen geraubt aus Israel und das kleine Mädchen wusste, da gibt es einen Propheten. Der Prophet kann dir helfen. Und da er aber nicht genau wusste, wie man zum Propheten kommt, ist der Naaman zuerst mal wohin gegangen? Zum König, weil er dachte, naja, der König wird bestimmt wissen, wo der Prophet ist. Der König wird mich bestimmt zum Propheten bringen, oder? Oder vielleicht mir sogar helfen. Er wollte sogar geheilt werden vom König. Vielmehr, muss ich sagen, richtigerweise.
[19:06] 2. Könige 5 und dort Vers 7. Jetzt schaut mal, was der König sagt, als er den Brief bekommt von dem König von Aram. "Und es geschah, als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und sprach: Bin ich denn wer? Bin ich denn Gott, dass ich töten und lebendig machen könnte, dass diese von mir verlangt, ich sollte einen Mann von seinem Aussatz befreien?" Also, was ist die Implikation? Wer kann allein von Aussatz befreien? Nur Gott. Die Menschen haben realisiert, das ist eine Krankheit, die war mit den menschlichen Mitteln damals nicht zu heilen. Sie war gleichbedeutend mit, die einen Toten lebendig machen. Und der König sagt, das kann nur Gott.
[19:57] Und wie gesagt, seit Naaman hatte es keinen Fall in Israel mehr gegeben, also über 800 Jahre lang, wo ein Aussätziger geheilt worden war. Glaubt ihr, der Aussätzige wusste das? Wer Aussatz hatte, hat sich natürlich damit beschäftigt, was über den Aussatz gesagt ist. Aussätzige mussten ja zu den Priestern gehen und die Priester haben dann gesagt: "Du hast Aussatz." Die Priester wussten, was die Bibel über Aussatz sagt. Die Priester kannten die Geschichte mit den Aussätzigen und Ellenweiß sagt uns, dieser Aussätzige ist immer zu den Priestern gegangen in der Hoffnung, irgendwie Rettung zu finden und sie haben ihn immer nur verdammt, verdammt, verdammt. Seit hunderten von Jahren ist kein Aussätziger mehr gereinigt worden. Aber dieser Aussätzige kommt zu Jesus und sagt: Er sagt nicht: "Könntest du mich vielleicht gesund machen?" Er sagt: "Wenn du willst, kannst du mich reinigen." Nach 2. Könige 5,7 sagt er damit: "Ich weiß, du bist Gott. Du hast göttliche Kraft."
[21:00] Interessanterweise sagt er an keiner, sowohl bei Markus, Lukas und Matthäus, alle sind sich einig, er hat nicht gesagt: "Du kannst mich heilen", sondern "Du kannst mich reinigen." Denn das große Thema vom Aussatz war ja: Unrein, unrein, unrein. Es ging um Reinigung. "Du kannst mich reinigen."
[21:22] Nun, jetzt schaut mal, was passiert. Markus 1, Vers 41. Nur von Gott heißt es, dass ihm nichts unmöglich ist. Jetzt heißt es hier in Markus 1, Vers 41: "Schau, die Frage ist also nicht, kann Jesus..." Was ist eigentlich die implizite Frage, die er stellt? "Willst du mich reinigen?" Manche andere Menschen in der Bibel hatten keinen Zweifel daran, dass Jesus sie liebt, aber sie hatten Zweifel daran, ob Jesus ihnen helfen kann. Ihnen fehlte der Glaube, dass Jesus ihnen helfen kann. Diesem Mann fehlte nicht der Glaube, dass Jesus ihm helfen kann. Was er sich fragte, war: "Will Jesus mir helfen? Bin ich ihm wichtig genug, dass er seine Macht für mich persönlich einsetzt, obwohl ich so aussätzig bin?"
[22:28] Vers 41: "Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm diese nächsten beiden Worte, sind sehr kostbar. Er sagte: 'Ich will. Sei gereinigt.'" Jesus erbarmt sich über ihn. Diese Geschichte offenbart natürlich etwas über die Macht von Jesus, die Kraft von Jesus, aber noch mehr offenbart sie etwas über sein Mitleid, über seinen Willen, über das, was er gerne möchte.
[23:11] Schaut mal in Hebräer 4 und dort Vers 15. Hebräer 4 und dort Vers 15. Hebräer 4 und dort Vers 15. "Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde." Schaut mal in Hebräer 2 Vers 17. "Daher musste er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein barmherziger und treuer Hoher Priester würde in dem, was Gott betrifft, um die Sünden des Volkes zu sühnen."
[23:55] Vielleicht fragst du dich auch manchmal: Gott, ich weiß, Jesus, ich weiß, dass du Sünden vergeben kannst, ich weiß, dass du Menschen vergeben kannst, ich weiß, dass du Menschen von ihrer Ungerechtigkeit rein machen kannst, ich weiß das, aber willst du das auch in meinem Fall? Und was wir hier lesen ist, dass Jesus nicht nur ein omnipotenter, allmächtiger Gott ist, der theoretisch alles kann, sondern der einen ausdrücklichen Willen hat, es auch für mich zu tun. Er will mich heilen, er muss nicht erst überredet werden.
[24:45] Die meisten Menschen haben, auch viele Christen, haben das Gefühl, wenn sie dann schon mal wissen, dass Gott alles kann, dass man ihn erst überreden muss, oder? Dass man erst mal so lange beten muss, bis er bereit ist, bis er willig ist, mich zu retten. Aber das Problem ist nicht, dass Gott unwillig ist, das Problem ist meistens, dass wir unwillig sind, oder? Jesus muss nicht erst willig gemacht werden, mich zu retten, er will mich lange vorher retten, bevor mir die Idee schon kam. Jesus ist willig, er will mich unbedingt retten.
[25:13] Und dann sagt er diese Worte: "Sei gereinigt." Und mit diesen Worten ist es ähnlich, wie mit den ersten Worten, die er auf diesem Planeten gesagt hat. Was waren seine ersten Worte auf diesem Planeten? "Es werde Licht!" Und es wurde Licht. Die Bibel sagt im Psalm 33, schaut mal Psalm 33 und dort Vers 9. Psalm 33 und dort Vers 9. "Denn er sprach und es geschah, er gebot und es stand da." Das gilt nicht nur für das Licht und nicht nur für die Milchstraße und nicht nur für irgendwelche Bäume, das gilt auch für die Reinheit. Da war ein Mann, der war vollständig, absolut unrein, aussätzig am ganzen Körper und das Wort Jesu: "Sei gereinigt", war genug und er war rein.
[26:12] Es heißt sogar, schaut mal in Markus 1 und das zeigt die Kraft dieser Geschichte. In Markus 1 und dort Vers 42, da heißt es: "Und während er redete, wich der Aussatz sogleich von ihm." Jesus hatte nicht viele Dinge gesagt, er hat gesagt: "Ich will. Sei gereinigt." Vier Worte. Es war also nicht, dass Jesus gesagt hat, dann war eine Pause und dann hat es sich irgendwann dann so mal bewegt, sondern während Jesus diese vier Worte gesagt hat, geschah es schon. Was ist die Lektion? Dass wenn Jesus zu mir spricht, geschieht das, was er sagt, wenn ich ihn darum bitte.
[27:01] Wir haben gerade gesagt, Aussatz war ein Symbol für Sünde, noch spezifischer für Rebellion. Es ist ja eine Sache, wenn man Sünden begangen hat, von denen man gar nicht wusste, dass sie Sünden sind, oder wenn man plötzlich auffällt: "Ich habe das gemacht und ich wusste gar nicht, dass es verkehrt ist", dann macht man sich selten Gedanken, dass Gott einem vergibt oder weil man sagt dann: "Herr, jetzt stelle ich fest, es war eine Sünde, es tut mir leid" und man ist sich sicher, Gott vergibt. Das größere Problem sind oft die Sünden, bei denen man von vornherein wusste, dass es verkehrt ist und man trotzdem gegen Gott rebelliert hat, weil dann kommt der Satan und sagt: "Ja, du willst jetzt Vergebung haben, aber du wusstest im Vorhinein, dass es verkehrt ist." Und dann fängt er an, uns einzureden, dass dann keine Vergebung mehr möglich ist. Und vielleicht haben wir dann nicht nur ein paar Mal rebelliert, sondern so oft rebelliert, dass wenn wir unser Leben zurückschauen, wir nur Rebellion sehen und alle anderen Menschen vielleicht sagen: "Hoffnungslos, für immer verloren."
[28:03] Diese Geschichte stellt deutlich, dass wenn jemand voller Rebellion ist, nicht einfach nur voller unbewusster Sünden, sondern voller Rebellion und er stellt fest: Jesus ist meine einzige Hoffnung und er sich die Frage stellt: "Gott kann bestimmt Sünden vergeben, aber will er auch jemandem vergeben, der voller Rebellion ist? Will er jemanden reinigen, der bewusst gegen Gott gesündigt hat? Will Gott ihn noch reinigen?" Und die Antwort ist: Ja, Gott will auch Menschen reinigen, die bewusst gegen ihn gesündigt haben, die voller Aussatz sind, die voller Rebellion sind. Er will sie reinigen und er kann sie reinigen und sein Wort ist genug.
[28:53] Jetzt schaut mal in Hesekiel 36, es gibt eine Anwendung dafür im Alten Testament, da geht es auch um die Reinheit. In Hesekiel 36, ihr kennt vielleicht die Verse ganz gut, da spricht Gott über das Volk Israel, das auch immer wieder und immer wieder und immer wieder, wieder besseren Wissens gegen Gott rebelliert hat. Die Israeliten sind ja nicht in die Gefangenschaft gekommen, weil sie nicht wussten, was sie taten, oder? Die Propheten haben eindeutig die Wahrheit gepredigt, immer und immer wieder und sie haben die Propheten abgelehnt, haben gegen Gott rebelliert, haben schlimmste Gräuel getan. Und dann schaut man, was Gott ihnen sagt in Hesekiel 36, Vers 25: "Und ich will reines Wasser über euch sprengen und ihr werdet rein sein. Von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will das steinende Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischendes Herz geben. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmung befolgt und tut." Vers 29: "Und ich will euch befreien von allen euren Unreinheiten."
[30:10] Dieser Mann war so unrein, er musste rufen: "Unrein, unrein, unrein!" Und letztlich ist das ein Bild für die Sünde, für die Rebellion gegen Gott, aber Gott zeigt hier in Jesus, dass er nicht nur Rebellion vergeben kann, sondern Rebellion vergeben will. Wenn du also festgestellt hast: "Ich habe gegen Gott rebelliert, ich habe etwas Falsches getan, obwohl ich wusste, es ist Falsches", lass dir nicht vom Satan einreden, dass Gott er nicht mehr vergeben will. Er will und er tut es, wenn wir uns ihm vor die Füße werfen.
[30:59] Jetzt, Markus 1, Vers 43. Also lesen wir noch Verse 42 und 43. "Und während er redete, wich der Aussatz und ihr wisst ja schon, Markus hat sein Lieblingswort. Was ist das Lieblingswort von Markus? Sogleich, genau. Bei Markus ist immer alles sogleich und in dem Fall ist das besonders wichtig, denn der Aussatz wich sogleich von ihm und er wurde rein. Und dann heißt es: "Und er ermahnte ihn ernstlich und schickte ihn sogleich fort." Jesus hat ein Anliegen. Die Geschichte wäre ja an sich schon dramatisch genug, oder? Der erste Aussätzige, den Jesus geheilt hat. Die Leute müssen, das muss unglaublich gewesen sein. Sie wussten aus der Bibel, dass vor über 800 Jahren mal ein Aussätziger gesund geworden ist, indem er sich siebenmal im Jordan getroffen hat, durch einen der größten Propheten aller Zeiten, nämlich Elisa, der den doppelten Geist hatte von Elia, der so heilig war, dass er in den Himmel gegangen ist. Elisa war so heilig, dass seine Gebeine noch einen Menschen auferweckt haben. Das war Elisa und jetzt macht Jesus dasselbe, aber ohne siebenmal untertauchen und ohne, sondern nur mit: "Ich will, sei gereinigt."
[32:05] Aber Jesus sagt jetzt etwas merkwürdiges, scheinbar merkwürdiges. Vers 43: "Und er ermahnte ihn ernstlich." Das heißt nicht, er gab ihm einen Tipp, das heißt, er hat ihn angeschaut und gesagt: "Lieber Freund, jetzt hör mir gut zu. Tu genau, was ich dir sage." Bei Lukas heißt das Wort: "Er befahl ihm", wie ein militärischer Führer, der seinem Soldaten sagt: "Das ist dein Befehl." Er bat ihn, er ermahnte ihn ernstlich und schickt ihn sogleich fort und sprach zu ihm:
[32:48] Vers 44: "Hab acht, sage niemand etwas, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis." Frage: Warum schickt Jesus den gerade heilgemachten, reingemachten Aussätzigen zu den Priestern, damit er dort ein Opfer bringt? Ist nicht merkwürdig? Was meint ihr, was hat Jesus bewogen, das zu sagen?
[33:34] Also halt mal fest, es war so vorgeschrieben. Jesus hat sich an das mosaische Gesetz gehalten, solange es galt, obwohl er die Erfüllung davon war. Er hat es nicht einfach so mir nichts weggeschoben. Wichtiger Punkt. Warum noch? Also einmal, es musste geschehen. Jesus ist also gehorsam in dem Fall sozusagen und er mutigt auch diesen Menschen zum Gehorsam. Okay, das heißt, obwohl der Aussätzige jetzt rein war, musste er trotzdem noch sich quasi die Bestätigung holen, dass er rein ist. Ohne die konnte er nicht an dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen, weil die Krankheit so gefährlich war, dass man sich keinen Fehler leisten konnte.
[34:22] Okay, hat Jesus vielleicht noch was im Blick gehabt? Irgendwas, was Jesus vielleicht geplant hatte? Ich meine, warum hat Jesus übrigens gesagt: "Sage niemand etwas davon?" Ich meine, er hätte ja durchaus ja immer noch zum Priester gehen können und auf dem Weg überall erzählen können: "Jesus hat mich heil gemacht, Jesus hat mich gereinigt, Jesus, Jesus, Jesus." Wäre doch ein missionarischer Effekt gewesen. Warum verbietet ihm Jesus die Mission auf dem Weg zum Priester?
[34:54] Wie hätte denn die Mission Jesu Schaden genommen, wenn jetzt der Gereinigte überall erzählte, dass Jesus ihn gehalten hat?
[35:08] Okay, das könnte also vielleicht dazu führen, dass man ihm vorwirft, das Gesetz zu wechseln, ja.
[35:22] Ja, also es hätte sicherlich wieder Öl ins Feuer gegossen, ja. Übrigens gibt Ellenweiß einen interessanten Grund, einen ähnlichen Grund, aber einen Grund, der sehr interessant ist, über den habe ich auch noch nie vorher nachgedacht. Sie sagt, Jesus wollte tatsächlich verhindern, dass aus lauter Kuriosität die gesamten Aussätzigen des Landes sich um ihn scharen, weil wenn er das über sich verbreitet: "Ich bin aussätzig gewesen, jetzt bin ich heil", dann würden alle Aussätzigen zu Jesus kommen. Jetzt wird man denken: "Ist ja gut." Aber viele Aussätzige würden vielleicht einfach nur so kommen, ohne Glauben, aber wenn sie jetzt bei Jesus sind, würden sie damit alle anderen von Jesus wegtreiben. Interessante Überlegung. Aber es gab noch einen Grund.
[36:18] Was wäre passiert? Also die Gefahr war, dass wenn der Mann überall erzählt, dass Jesus ihn gehalten hat, dass die Priester, die ihn jetzt beurteilen sollten, aus lauter Hass auf Jesus einfach gesagt hätten: "Nee, du bist immer noch unrein." Aus lauter Voreingenommenheit. Also Jesus wusste, wenn der Mann das überall herum erzählt, riskiert er seine eigene Bestätigung einfach nur, weil Jesus wusste, die Priester sind nicht fair. Und Jesus war bereit, zugunsten des Mannes auf seinen eigenen Ruhm zu verzichten, der ihm ja wirklich zugestanden hätte als derjenige, der Aussätzige heilen kann, damit der Mann keinen Nachteil daraus hat. Der Mann hat das nur nicht verstanden. Er wusste nicht, dass was Jesus sagt, ihm zum Besten dient. Wenn Jesus in diesem Moment gesagt hat: "Erzähle es niemandem weiter", dann nicht, weil er keine Lust auf Mission hatte, sondern weil er wusste, es ist das Beste für den Mann, solange er nicht beim Priester war, mit niemandem darüber zu reden, damit der Priester unvoreingenommen sagt: "Du bist tatsächlich geheilt." Und wenn dann der Mann sagt: "Ja, es war Jesus", dann hätte der Priester ein unerschütterliches Zeugnis für die Macht Jesu, weil er ihn vorein erklärt hat, jetzt.
[37:37] Aber es gibt noch einen Punkt und der steckt hier in Vers 44. "Hab acht, sage niemandem etwas, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis." Diese Formulierung: "Zum Zeugnis", woher kennt ihr die denn? "Zum Zeugnis" etwas tun. Es gibt einen ganz bekannten Bibelvers, da steht: "Zum Zeugnis." Ja, das gibt auch das Zeugnis Jesu. Ja, das stimmt, Offenbarung. Haben wir: "Zum Zeugnis." Der berühmte Vers Matthäus 24, Vers 14: "Dann das Evangelium wird in der ganzen Welt verkündigt werden. Zum Zeugnis." Da geht es um die Verkündigung, dass man sozusagen etwas versteht. Die Priester sollten etwas verstehen über das Evangelium durch das Opfer. Könnt ihr das sehen? Jesus sagt: "Geh hin, opfere genau das, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis."
[38:43] Wann war der letzte Aussätzige geheilt worden? Zur Zeit von Elisa. Das heißt, die Priester haben nicht alle drei Tage einen Aussätzigen gehabt, der geheilt war. Die Opfer, die dafür vorgeschrieben worden sind, die Opferzeremonie, die hat es vermutlich seit 800 Jahren nicht mehr gegeben. Frage an euch: Was war denn vorgeschrieben zu opfern? Was war vorgeschrieben für einen Aussätzigen, der rein geworden war? Das war ja offensichtlich etwas, was fast nie vorkam, also eigentlich ein hypothetisches Gesetz, aber ab und zu jetzt dann doch. Was war vorgeschrieben für einen Aussätzigen? Später ja. Das Ganze findet sich in 3. Mose 14. Schauen wir nach, 3. Mose 13 ist das Gesetz über den Aussatz, 3. Mose 14 ist das Gesetz über die Reinigung vom Aussatz.
[39:52] Jetzt schaut mal her und jetzt denkt darüber nach, während wir das lesen. Da kommt dieser Mann und sagt: "Ich hatte Aussatz und wir wussten ja, dass er Aussatz hatte, ich bin gereinigt worden." Und die Priester sagen: "Was? Das hat es in den Zeiten von Elisa nicht mehr gegeben. Dann müssten wir theoretisch ja das Gesetz anwenden. Wie ging das nochmal?" Seit 800 Jahren nicht mehr angewendet. Lass uns mal lesen. Okay, 3. Mose 14, die haben das wahrscheinlich oft gelesen, aber noch nie in die Praxis umgesetzt, oder? Sie wussten, was theoretisch zu machen wäre, sollte mal irgendwann ein Aussätziger rein werden, das ist aber fast nie passiert und jetzt sollte es geschehen.
[40:27] Jetzt schaut mal 3. Mose 14. Lest mal gut mit. "Und der Herr redete zu Mose und sprach: Dieses Gesetz gilt für den Aussätzigen am Tag seiner Reinigung. Er soll zu dem Priester gebracht werden." Das hat Jesus gesagt, er geht zum Priester. "Und der Priester soll dafür hinaus vor das Lager gehen und wenn er nachsieht und findet, dass das Mal des Aussatzes an dem Aussätzigen heil geworden ist, so soll der Priester gebieten, dass man für den, der gereinigt werden soll, zwei lebendige Vögel bringt, die rein sind, und Zedernholz, Karmesin und Isop. Und der Priester soll gebieten, dass man den einen Vogel schächtet in ein irdenes Geschirr über lebendigem Wasser. Den lebendigen Vogel aber soll man nehmen mit dem Zedernholz, dem Karmesin und Isop und es samt dem lebendigen Vogel in das Blut des Vogels tauchen, der über dem lebendigen Wasser geschächtet worden ist. Und er soll denjenigen siebenmal besprengen, der vom Aussatz gereinigt werden soll und ihn so reinigen und den lebendigen Vogel soll er in das freie Feld fliegen lassen." Und bis dahin erstmal.
[41:33] Also das haben jetzt gelesen, jetzt mussten die das tun. Jetzt nochmal zusammengefasst: Wie viele Tiere musste der Priester bringen? Zwei Vögel. Was sollte mit den Vögeln gemacht werden? Was sollte mit dem ersten Vogel gemacht werden? Geschächtet, also Kopf ab. Aber wo, wo sollte geschächtet werden? Über lebendigem Wasser, aber in einem irdenen Gefäß, also ein Topf, ein irdenes Gefäß, so ein irdener Topf oder was auch immer. Er sollte also den Vogel nehmen, in dieses irdene Gefäß tun und ihn schächten und gleichzeitig soll da Wasser laufen. Da fließt jetzt also das Blut und da fließt das Wasser in einem irdenen Gefäß. Da fließt das Blut, da fließt das Wasser in einem irdenen Gefäß. Und dieses Blut soll an den Gereinigten gesprengt werden. Und dann, und das ist so merkwürdig, soll der zweite Vogel genommen werden. Was soll mit dem Vogel geschehen? Der soll in das Blut getaucht werden. Ich meine, der arme Vogel, ich meine, es ging ihm besser als dem ersten, weil er darf dann wieder fliegen, nicht wahr? Aber stell dir vor, du bist ein Vogel, du bist in das Blut getaucht, wie sieht der Vogel jetzt aus? Voller Blut. Und was geschieht mit dem Vogel? Er wird losgelassen und er fliegt. Ja, wohin fliegt denn der Vogel jetzt? Ja, genau, in welche Richtung? Nach unten oder nach oben? Vögel fliegen gerne in den Himmel, die fliegen nicht gerne in den Boden normalerweise. Also was für ein merkwürdiges Bild. Zwei Vögel, einer wird in einem irdenen Gefäß über lebendigem Wasser, über fließendem Wasser geschächtet, da fließt das Blut, da fließt das Wasser in einem irdenen Gefäß. Der zweite Vogel, der wahrscheinlich ähnlich aussah, wird in das Blut getaucht und bringt das Blut gen Himmel.
[43:26] Jesus sagt: "Geh hin und lass das opfern, was Mose gesagt hat, ihnen zum Zeugnis." Jesus wollte nicht nur, dass die Pflicht erfüllt wird. Jesus hat nicht nur gesagt: "Na ja, jetzt bist du eigentlich schon gereinigt, aber na ja, theoretisch müssen wir noch der Formalhalber noch den Opfer bringen. Machen wir mal." Das war keine Formalie, sondern dieses Opfer war natürlich ein Typus auf wen? Auf Jesus.
[43:59] Jetzt schauen wir uns das genauer an. Jedes Opfertier, das geschlachtet worden ist, war ein Symbol für Jesus. Das heißt, dieser Vogel, der da geschächtet wird, symbolisiert den Tod Jesu. Wofür steht das irdene Gefäß? Gibt es eine Bibelstelle, wo es von irdenen Gefäßen steht? Lasst mal eure Finger hier drin. Geht mal in 2. Korinther, 2. Korinther 4, Vers 7. Da sagt der Paulus über das Evangelium, den Schatz des Evangeliums. 2. Korinther 4, Vers 7. "Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei und nicht von uns." Er sagt mit anderen Worten, das Evangelium ist uns Menschen anvertraut, die wir schwache Menschen sind, damit deutlich wird, dass Gott die Macht hat und nicht wir.
[44:53] Wofür ist das irdene Gefäß ein Symbol? Für die Menschheit, für den menschlichen Körper. Das heißt, Jesus stirbt, indem er Mensch geworden ist, im irdenen Gefäß. Und als Jesus stirbt, da fließt das Blut und was sagt uns Johannes? Da fließt das Wasser. Aber das ist nur die Hälfte der Zeremonie, denn jetzt kommt der andere Vogel und der ist lebendig. Also ein toter Vogel und ein lebendiger Vogel. Die Tatsache, dass es zwei Vögel sind, ist natürlich der Tatsache geschuldet, dass man den Vogel nicht immer auferwecken konnte. Also es ist ja nur ein Symbol für verschiedene Aspekte. Wofür steht der lebendige Vogel? Für den auferstandenen Jesus, der das Blut, das er vergossen hat auf Golgatha, in den Himmel bringt, um dort unser Fürsprecher zu sein. Das heißt, dieses gesamte Opfer, das der ehemals Aussätzige bringen sollte, war ein Zeugnis für Jesus.
[45:50] Das heißt, was passieren sollte, was Jesus sich erhofft hatte, war, dass dieser Aussätzige kommt und sagt: "Ich war aussätzig, ich bin gereinigt." Die Priester sagen: "Was? Das haben wir seit 800 Jahren nicht erlebt. Jetzt müssen wir das, was wir immer gelesen haben, mal in die Praxis umsetzen, weil das liest sich relativ langweilig, oder, diese Gesetze. Aber ich glaube, wenn man sie tut, dann ist das relativ interessant." Stell dir vor, du nimmst einen Vogel und du schächtet den und dann fließt das Wasser und das Blut, das war sehr eindrücklich und dann dieser Vogel, der ins Blut getaucht ist und der fliegt dann in den Himmel. Und wenn das vorbei ist, sagt der Mann: "Und übrigens, es war Jesus, der mich geheilt hat." Was wäre wohl bei den Priestern passiert? Was ist wohl bei den Priestern passiert? Sie haben diese Symbolik, die sie gerade ausgeführt haben, mit dem Namen Jesus verknüpft.
[46:45] Als der ehemals Aussätzige kommt und das durchführen lässt und dann sagt: "Jesus hat mich geheilt", dann war das ein Zeugnis. Die Priester hatten jetzt diese beiden Ideen, diese Symbole und den Namen Jesus, das war miteinander verknüpft. Und ich bin mir sicher, die Priester, die das gemacht haben, als die am Kreuz standen, wenn die da waren und die gesehen haben, wie das Blut und das Wasser fließt, die werden sich erinnert haben, wie in ihren Händen Blut und Wasser geflossen ist, in diesem irdenen Gefäß.
[47:16] Zum Zeugnis. Übrigens, wenn wir ganz schnell nachmachen, das Opfer war noch gar nicht vorbei. Wir lesen noch ein bisschen weiter, hoffentlich nicht so ausführlich, aber nur, dass wir das mal gelesen haben. Ab Vers 8. "Der zu Reinigende aber soll seine Kleider waschen und alle seine Haare abschneiden und sich im Wasser baden." Das ist auch ein interessantes Bild. Wenn jemand sich von der Sünde ganz bekehrt und zu Jesus wendet, dann wird er auch gebadet, wird er auch getauft. Naja, so ist er rein. Danach darf er in das Lager gehen, da soll er sieben Tage lang außerhalb seines Zeltes bleiben und am siebten Tag soll er dann alle seine Haare abschneiden, auf dem Haupt, am Bart und an den Augenbrauen. Alle seine Haare soll er abschneiden und er soll seine Kleider waschen und sein Fleisch im Wasser baden. So ist er rein.
[48:05] Und am achten Tag soll er zwei makellose Lämmer nehmen und ein makelloses einjähriges weibliches Lamm und drei Zehntel Feinmehl als Speisopfer mit Öl angerührt und ein Lobsöl. Wir haben nicht die Zeit, das alles zu lesen, aber da kamen also noch mehrere andere Dinge, die alle in verschiedenen Aspekten auf Jesus hinweisen. Vielleicht nehmen wir noch Vers 16 dazu. "Und der Priester soll mit seinem rechten Finger in das Öl tunken, das in seiner linken Hand ist, und mit seinem Finger von dem Öl siebenmal vor dem Herrn sprengen." Da war also das Öl neben dem Blut ganz wichtig. Vers 17: "Vor dem übrigen Öl in seiner Hand soll der Priester dem, der gereinigt werden soll, auf das rechte Ohrläppchen tun, auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes, oben auf das Blut des Schuldopfers."
[48:50] Das heißt, um das mal kurz zu fassen, der, der gereinigt worden war, bekam auf sein Ohrläppchen erst Blut, auf den Daumen Blut und auf die große Zehe Blut und dann noch mal Öl. Und hier Öl und da Öl. Was bedeuten wohl Ohrläppchen, großer Daumen und große Zehe? Was sollte das wohl symbolisieren? Hören, tun, bereit sein zu gehen. Übrigens war das eigentlich eine Zeremonie aus der Einsetzung der Priester. Könnt ihr nachlesen in 3. Mose 8. Wenn die Priester eingesetzt worden waren, da wurde ihnen etwas von dem Blut auf das Ohrläppchen, auf den großen Daumen und auf den großen Zeh getan. Mit anderen Worten, der, der gereinigt worden war, obwohl er kein echter Priester war, wurde jetzt quasi behandelt wie ein Priester. Sagt nicht die Bibel, dass wir durch das Blut Jesu zu Priestern und Königen?
[49:55] Wodurch wurde man König? Wodurch wurde man König im Alten Testament? Durch Salbung mit Öl. Schaut mal, was mit dem Gereinigten passieren sollte. In Vers 18: "Der Rest des Öls aber in seiner Hand soll der Priester auf das Haupt dessen gießen, der gereinigt werden soll und für ihn Sühnung erwirken vor dem Herrn." Öl wurde über das Haupt gegossen bei Königen, bei Priestern, bei Propheten und, so lernen wir heute, bei ehemals Aussätzigen, die gereinigt worden waren. Sie waren in einem geistlichen Sinne Priester und Könige. Und das Blut steht für das Blut Jesu, das Öl steht natürlich für den Heiligen Geist. Das heißt, das gesamte Evangelium war in diesen Opfervorschriften abgebildet und Jesus sagt: "Geh hin, verpass die Chance nicht, dass die Priester das Evangelium lernen durch dieses Opfer."
[50:54] Nun, ganz zum Schluss müssen wir noch den letzten Vers von Markus 1 lesen. Markus 1, Vers 45. Der Mann ist tatsächlich zu den Priestern gegangen und er hat tatsächlich dieses Opfer bringen lassen und es war sicherlich eine großartige Zeremonie, aber nichtsdestotrotz war er nicht ganz gehorsam. Schaut mal in Vers 45. Also Jesus hatte ihn angeschaut und gesagt: "Erzähl es niemandem." Und was macht der Mann?
[51:23] Vers 45: "Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen und breitete die Sache überall aus, sodass Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten. Sie kamen von allen Seiten zu ihm." Hier haben wir ein interessantes Beispiel für Übereifer. Ein Mann, der meinte, noch klüger zu sein als Jesus, der voller Freude über die Erlösung den klaren Anweisungen Jesu nicht folgen wollte. Das war jetzt für ihn persönlich nicht so sehr zum Schaden, aber für die Sache Jesu hat das jetzt geschadet. Jesus konnte jetzt nicht mehr in die Städte gehen, er musste auf Grund dieser riesigen Menschenmassen jetzt außerhalb der Städte sein.
[52:10] Und vielleicht lesen wir noch ganz am Schluss den Parallelbericht in Lukas 5. Und Lukas 5 und dort Vers 15. Ellenweiß schreibt, man hätte es ohnehin ja nicht ganz geheim halten können. Da waren ja hunderte, tausende Menschen umher, aber dieser Mann hat durch sein Zeugnis das noch verschlimmert. Lukas 5 und dort Vers 15. "Aber die Nachricht von ihm breitete sich desto mehr aus und große Volksmengen kamen zusammen, um ihn zu hören und durch ihn von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete."
[52:41] Je berühmter er wurde, je mehr sich die Leute um ihn scharten, desto mehr hat er eigentlich die Einsamkeit gesucht. Jesus, das ist interessant, je berühmter er wurde, desto mehr hat er den persönlichen Kontakt zum Vater gesucht und die Einsamkeit, weil er wusste natürlich, dass wenn er nicht in der Beziehung zu Gott, dem Vater bleibt, der Ruhm ihn schnell zur Sünde verführen könnte, oder?
[53:06] Eine spannende Geschichte und ich glaube eine Geschichte, die viel Trost und Hoffnung gibt, dass egal wie schwer wir mit dem Aussatz der Sünde befallen sind, wir wissen dürfen, dass Gott uns nicht nur reinigen kann, sondern dass er uns reinigen will. Es ist sein Wille. Alles, was wir tun müssen, ist einfach zu ihm zu rennen und ihm vor die Füße werfen und sagen: "Herr, tue es. Reinige mich. Wenn du mich reinigen willst, dann kannst du es." Egal, was die Menschen sagen. Und während Gott noch zu uns spricht, durch sein Wort, wird er uns ganz reinigen und wir haben gesehen, dass schon im Alten Testament diese scheinbar langweiligen Opfer in Wirklichkeit das Evangelium in seiner Schönheit forscherten.
[54:00] Wer von euch möchte sagen: "Ich möchte Jesus folgen und ich bin ihm dankbar, dass er mich retten will." Wollen wir noch gemeinsam beten und dazu niederknien? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst und dass du uns Trost und Hoffnung und Mut schenkst und dass wir wissen dürfen, dass selbst wenn wir gegen dich rebelliert haben und wir zur Umkehr gerufen werden durch dich und dass wenn du uns zu dir ziehst, dass es dein Wille ist, uns zu retten, uns zu reinigen. Du lässt uns sagen, dass wenn wir im Licht wandeln, wie du im Licht bist, dann reinigt uns das Blut deines Sohnes von aller Sünde, dass wenn wir unsere Sünden bekennen, dann bist du treu und gerecht, dass du uns die Sünde vergibst und uns reinigst von aller Ungerechtigkeit. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Lass uns zum Zeugnis sein für andere Menschen und wir danken dir, dass du solch eine Macht hast und dass es dein Wille ist, uns zu helfen, zu retten und zu reinigen. Danke dafür, Herr Jesus. Amen.
[55:36] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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