[1:00] Lieber Vater im Himmel, wir kommen mit dankbarem Herzen zu dir, weil dein Wort uns Trost schenkt und Kraft schenkt und Weisheit gibt. Und wenn wir jetzt in der Offenbarung lesen, möchten wir dich bitten, dass du erneut dich offenbarst, dass du erneut uns zeigst, was deine Botschaft für unsere Zeit ist und dass wir sie gut und richtig verstehen und vor allem dich besser kennenlernen. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.
[1:32] Offenbarung 17 und dort Vers 6. Wir haben die Frau uns angeschaut, die der Johannes in der Wüste sah, auf dem Tier, und wir haben sie studiert, die Hure Babylon, deren Geheimnis ist die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde. Und in Vers 6 kommt jetzt das letzte Identifizierungsmerkmal. Wir haben ihren Schmuck gesehen, wir haben ihren Becher gesehen, wir haben ihren Namen gesehen und jetzt heißt es in Vers 6: „Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu, und ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.“
[2:35] Dieser Vers hilft uns zunächst einmal in der zeitlichen Einordnung von Offenbarung 17. Was ich jetzt in den nächsten Minuten erkläre, ist gut zu verstehen, ist wichtig zu verstehen, und ihr müsst gut aufpassen. Wir hatten ja schon gesehen, dass Johannes die Frau an einem bestimmten Ort sieht. An welchem Ort hat er sie gesehen? Hat er sie in einem Regenwald gesehen, im Wasser, in einer Wüste? Okay, in der Wüste. Und wir haben schon gelernt, die Frau ist ein Symbol für eine Kirche, und das ist nicht die gute Gemeinde. Es gibt ja auch eine gute Gemeinde, und die war auch in der Wüste. Wann war die denn in der Wüste? In welchem Kapitel lesen wir von der Frau in der Wüste in der Offenbarung? In Offenbarung 12. Schauen wir ganz kurz nach, nur, dass wir uns erinnern. In Offenbarung 12, da flieht die wahre Frau, die reine Frau, die wahre Gemeinde, sie flieht in die Wüste. Vor wem? Vor dem Drachen. Und wie sieht der Drache aus? Wie sieht der Drache aus? Feuerrot, sieben Köpfe und zehn Hörner. Merkt euch das. Die wahre Frau flieht vor einem siebenköpfigen, zehnhörnigen Drachen in die Wüste, weil sie verfolgt wird. Wie lange wird sie verfolgt? Schaut mal in Vers 6: 1260 Tage. In der biblischen Prophetie ist ein Tag ein Symbol für ein Jahr. Das steht in Hesekiel 4 Vers 6. Sehr gut. Hesekiel 4 Vers 6. Und 1260 Jahre, die gingen von bis 538 bis 1798. 538 war die Niederlage der Ostgoten vor Rom. 1798, also das dritte Horn wurde ausgerissen. 1798 war die Gefangennahme des Papstes. Das sind die 1260 Jahre.
[5:39] Johannes sieht jetzt die Hure ebenfalls in der Wüste. Auf welchem Tier reitet die Hure? Wie sieht das Tier aus, auf dem die Hure reitet? Sieben Köpfe und zehn Hörner. Sieht also aus wie der Drache. Wir haben gelernt, es gibt natürlich leichte Verwandlung, aber es geht um dieselbe Macht, die die ganze Zeit hindurch da ist. Das heißt also, meine Schlussfolgerung ist, die Wüste von Offenbarung 17, in der die Frau auf dem Tier sitzt und jetzt die Heiligen verfolgt, ist dieselbe Wüste, in der die Heiligen geflohen sind, weil es ist ja diese Hure, die die wahre Gemeinde verfolgt. Das heißt, als Johannes die Hure auf dem Tier sieht, sieht er sie in der Zeit der Wüste. Die Zeit der Wüste ist von 538 bis 1798. Ihr werdet später sehen, in den nächsten Wochen, in diesem Kapitel Offenbarung 17 hängt alles davon ab, in welchem Jahr spielt die Vision, weil es kommen später diese berühmten Verse: Fünf sind gefallen, einer ist, einer wird kommen. Und alle fragen sich ja, wann ist er? Wenn man nicht weiß, wann er ist, dann kann man nicht sagen, wer ist gefallen und wer kommt noch. Das heißt, ein entscheidender Punkt bei der Auslegung von Offenbarung 17 ist, was ist die Gegenwart von Offenbarung 17? Und da hilft Vers 6. Vers 6 ist der Schlüssel. Als Johannes die Frau sieht, die Hure, was meint er, sieht er sie zur Zeit von 538, sieht er sie in der Mitte der 1260 Jahre oder sieht er sie gegen Ende der 1260 Jahre in Offenbarung 17? Frage verstanden?
[7:44] Richtig, sie ist schon berauscht. Er sagt nicht, sie wird von dem Blut der Heiligen trinken, dann wäre sie hier, oder? Dort steht nicht, und sie trinkt das Blut der Heiligen, dann wäre sie hier, sondern steht, sie ist betrunken, sie ist berauscht. Das heißt, er sieht sie hier in dieser Zeit. Halten wir fest, dass eine wichtige Lektion, die wir die nächsten Wochen immer wieder brauchen, um darauf aufzubauen: Offenbarung 17 spielt, so viel können wir jetzt schon sagen, um 1798. Wir können später noch genauer auf genau 1798 fixieren, aber wir können jetzt schon ziemlich genau sagen, um 1798, zum Ende dieser Periode, deswegen auch das moderne Rom. Es ist nicht mehr das mittelalterliche Rom so sehr, nicht mehr das heidnische Rom von Offenbarung 12 und Offenbarung 13, es ist jetzt das Rom, das jetzt hier schon zur Zeit des Endes ist. Er sieht sie trunken. Dieser Kampf gegen die Heiligen, an welchen anderen biblischen Stellen der Prophetie wird von so einem Kampf gegen Gottes Volk, gegen die Heiligen berichtet? Welche anderen klassischen prophetischen Stellen kennt ihr, wo der Kampf gegen die Heiligen Gottes, der Kampf gegen das Volk Gottes vorhergesagt wird? Offenbarung 12 haben wir gerade gelesen, wo die Frau flieht, wo noch? Das heißt, das Krieg geführt wird gegen die Heiligen. Wo sagt die Bibel in der Prophetie, Daniel oder Offenbarung, dass Krieg geführt wird gegen die Heiligen?
[9:55] Daniel 7, schau mal Daniel 7. Weißt du auch den Vers? 21. Daniel 7 Vers 21: „Ich schaute, wie dieses Horn Krieg führte mit den Heiligen und sie überwand.“ Das ist natürlich das kleine Horn des Papsttums, es führt Krieg gegen die Heiligen. Noch ein bekannter Vers ist in Vers Kapitel 8, Kapitel 8 Vers 24. Kapitel 8 Vers 24: Daniel 8 Vers 24: „Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft, und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten, und sein Unternehmen wird ihm gelingen, und er wird starke Verderben und das Volk der Heiligen.“ Also ein Gedanke, der in der Prophetie immer wieder vorkommt. Noch Daniel 11. Daniel 11, und dort heißt es: „Und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten; die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden festbleiben, und die Verständigen im Volk werden die vielen unterweisen; sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen.“
[11:13] In der Offenbarung haben wir dieselben Prophezeiungen, in Offenbarung 13 zum Beispiel. Schaut mal, Offenbarung 13 und dort Vers 7, direkte Paraphrase aus Daniel 7. Offenbarung 13 Vers 7: „Und es wurde ihm, dem ersten Tier aus dem Meer, es wurde ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden.“ Das heißt, die Bibel sagt an vielen Stellen, eine regelrechte Welle an Märtyrertum für die Gläubigen vor, die in dieser Zeit vor allem des Mittelalters stattfinden würde.
[11:49] In Offenbarung 18 wird das Ganze sogar dann ziemlich ausgeweitet. In Offenbarung 18 wird das auf alle Zeitalter ausgeweitet. Da heißt es in Vers 24: Schaut mal, Offenbarung 18 Vers 24: „Und in ihr, in Babylon, wurde das Blut der Propheten und Heiligen gefunden und aller derer, die hingeschlachtet worden sind, auf Erden.“ Die Verantwortung von Babylon, gewaltig.
[12:19] Jetzt lassen wir uns kurz mal darüber nachdenken, was es bedeutet, dass die Hure trunken ist mit dem Blut der Heiligen. Und der, wie heißt es, der Zeugen, oder? Heißt das auch bei Offenbarung 17, der Zeugen Jesu? Wie steht es bei euch in Vers 6, Offenbarung 17 Vers 6? „Ich sage, die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu.“ Steht das bei euch auch so? Das Wort für Zeugen, weiß jemand von euch, was das griechische Wort für Zeuge ist oder Zeugnis? Märtyr. Man könnte auch übersetzen, die Märtyrer, weil Märtyrer heißt wörtlich übersetzt Zeuge. Ein Märtyrer ist jemand, der ein Zeugnis gibt. Also von daher könnte man eigentlich den Vers auch richtigerweise übersetzen: die Märtyrer, trunken vom Blut der Märtyrer, die erst mit ihren Worten Zeugnis gegeben haben und dann mit ihrem Leben. Das heißt, in Offenbarung 12: „Sie haben überwunden durch das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt.“ Und da könnte man natürlich viel erzählen über die Inquisition, die seit dem 13. Jahrhundert die Menschen verfolgt hat. Man könnte erzählen zur Zeit der Reformatoren, wie die Menschen auf den Scheiterhaufen verbrannt worden sind.
[13:49] Was mich interessiert hat, war der Gedanke, was bedeutet es, dass die Hure trunken ist vom Blut, also berauscht. Wenn man berauscht ist oder betrunken, was passiert dann? Was ist der Effekt rein körperlich, physiologisch? Man kann nicht mehr richtig denken. Es hat einen Einfluss auf das Denken, auf die moralischen sonstigen Entscheidungen. Man ist nicht mehr zurechnungsfähig.
[14:23] Wird in demselben Kapitel noch was über Trunkenheit gesagt in Offenbarung 17? Oder ist das der einzige Vers, wo irgendjemand trunken ist? In Vers 2, wer ist dort trunken? Die Könige der Erde. Jetzt können wir etwas Interessantes feststellen. Könige der Erde und die Hure. Übrigens, das Wort trunken kommt gar nicht so oft vor in der Bibel, nur achtmal und zweimal ist hier in Offenbarung 17. Die Könige der Erde sind trunken und die Hure ist trunken. Wir haben jetzt heute gelernt, die Hure ist trunken vom Blut der Gläubigen, der Märtyrer. Wovon sind die Könige der Erde trunken? In Vers 2. Ja, noch genauer, sie sind nicht von Unzucht, sondern von dem Wein der Unzucht. Und den haben wir schon studiert, der Wein Babylons. Was ist der Wein Babylons? Der Wein der Unzucht. Falsche Lehren. Ja, wir haben noch ein bisschen genauer festgestellt, es ist die falsche Lehre vom Evangelium, vom Neuen Bund. Denn der Traubensaft ist ein Symbol für das Blut Jesu des Neuen Bundes. Jesus sagt von dem Traubensaft: „Das ist mein Blut des Neuen Bundes.“ Traubensaft ist ein Segen, aber wenn man Traubensaft vergisst, wird er zum Fluch. Traubensaft und Alkohol, also Wein, sehen gleich aus, aber haben unterschiedliche Wirkungen. Der Traubensaft, sagt die Bibel, ist ein Segen. Die Bibel sagt, wer Alkohol trinkt, der vergisst das Recht. Ja, da kann ich mir zwischen heilig und unheilig unterscheiden. Und so steht der Wein Babylons für ein falsches Verständnis vom Evangelium. Das sieht äußerlich genauso aus, da wird auch von dem Blut Jesu gesprochen, Jesus ist am Kreuz von uns gestorben, aber das Gesetz Gottes wird vergessen. Man unterscheidet nicht mehr zwischen heilig und unheilig und dadurch wird das Denken über Gott vernebelt. Und all die verschiedenen Irrlehren, wie die Unsterblichkeit der Seele, das ewig brennende Hölle, Feuer und solche Dinge, haben ja alle ihren Ursprung in einem falschen Verständnis vom Evangelium. Deswegen muss man genauer sagen, das falsche Verständnis vom Neuen Bund, vom Evangelium, aus dem dann all die Irrlehren herauskommen.
[17:16] Aber jetzt haltet euch fest, fast alle, die ich bisher gehört habe über Offenbarung 17, wenn sie von der Trunkenheit reden, sprechen sie immer von den Irrlehren Babylons, oder? Wir müssen uns vor dem Wein Babylons hüten, und das müssen wir auch. Wenn wir vom Wein Babylons trinken, wenn wir von den Irrlehren trinken. Aber Offenbarung 17 kennt nicht nur die Trunkenheit durch Irrlehren. Sie kennt auch eine andere Art von Trunkenheit, die nicht so sehr durch den Wein der Unzucht kommt, sondern durch Mord. In Offenbarung 17 sind Leute trunken, weil sie Irrlehren trinken, und die Hure ist trunken, weil sie andere umbringt. Und das ist interessant, weil Mord, ihr werdet sagen, das betrifft mich ja nicht, weil ich habe noch keinen umgebracht, oder? Niemand ermordet, das hat mit mir nichts zu tun. Schlagt mal auf Matthäus Kapitel 5.
[18:38] Hier sagt uns der Gesetzgeber, was er mit dem Gesetz: „Du sollst nicht töten“ gemeint hat. Der Jesus, der gesagt hat auf dem Sinai: „Du sollst nicht töten“, sagt jetzt auf einem anderen Berg, was er konkret gemeint hat. Matthäus 5 Vers 21: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten. Wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.“ Das ist ja hier die Sünde der Hure, oder? Sie tötet, sie mordet andere. Vers 22: „Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt Raka, also sowas wie Nichts-Nutzer, Hohlkopf oder so, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt Dummkopf, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.“ Was ist die Idee? Was ist die Idee in diesen Versen? Was ist die Grundaussage? Was ist die Grundaussage? Mord ist nicht nur Mord, wenn das Blut tatsächlich fließt, sondern Mord kann auch im Herzen geschehen, mit Worten, selbst mit Gedanken.
[19:48] Und das ist nicht nur im allgemeinen Sinn so, das ist sogar bei Babylon so. Lasst euren Finger hier drin, oder könnt auch zuschlagen. Geht man mit mir zur Offenbarung 16. In Offenbarung 16 und dort Vers 6. Offenbarung 16 Vers 6, da heißt es in der Plagenzeit, nach Abschluss der Gnadenzeit, in Offenbarung 16 Vers 6 heißt es über die Ungläubigen: „Denn das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben, denn sie verdienen es.“ Wissen wir, was Ellen White dazu kommentiert? Sie sagt, viele von denen, die jetzt das Blut trinken, haben niemals jemanden umgebracht, aber sie haben geplant, die Gläubigen durch den weltweiten Todesbefehl umzubringen. Ihre Planung, jemanden umzubringen, zählt so, als ob sie das Blut vergossen hätten, weil Gott nicht nur die Taten wiegt, er wiegt auch die Worte, er wiegt auch die Gedanken, er wiegt die Motive, er wiegt auch die Taten, die wir geplant haben, die wir aber nie ausführen können.
[20:53] Das heißt, babylonische Trunkenheit ist a) Irrlehre, falsches Verständnis vom Evangelium und b) schlechte Gedanken, schlechte Worte, schlechte Taten gegen Geschwister.
[21:16] Wie viele Adventisten gibt es, die mit äußerster Vehemenz gegen Irrlehren wettern und gleichzeitig, jetzt sage ich im Sinne dessen, was wir gerade gesagt haben, trunken sind vom Blut ihrer Geschwister? Also nicht, dass sie buchstäblich umgebracht haben, aber mit Worten und Gedanken und Taten Menschen fertig gemacht haben. Das ist übrigens der Geist Babylons, der Geist der Kirche, wo man Andersdenkende mit Gewalt unterdrückt hat, nichts anderes. Das sind ja auch Christen gewesen, oder? Das waren Kirchengänger, die allerdings einen Hass auf andere hatten und die das umgebracht haben, so wie Kain einen Hass hatte auf Abel und trunken wurde vom Blut des Gläubigen, des ersten Märtyrers.
[22:27] Ich glaube, es gibt eine neue Perspektive auf Babylon, weil Babylon ist eben nicht nur gekennzeichnet durch Irrlehre, sondern auch durch Gewalt. Und wenn Leute mit Gewalt gegen Irrlehre wettern, dann ist es genauso schlimm, wie wenn Leute mit Irrlehre gegen Gewalt wettern. Das wahre Evangelium ist ohne Irrlehre und ohne Gewalt, ohne Unterdrückung, ohne schlechte Worte über andere, ohne Lästern, ohne das Blut der Gläubigen.
[22:58] Übrigens, Schottmann Offenbarung 17 Vers 6, er heißt es von Johannes: „Und ich verwunderte mich sehr.“ Diese Worte, „ich verwunderte mich sehr“, heißen eigentlich im Originalgriechischen: „ich verwunderte mich mit großer Verwunderung.“ Das ist eigentlich, das ist ein Beispiel dafür, wie jemand in Griechisch schreiben kann, aber eigentlich Hebräisch denkt. Die Hebräer haben so eine seltsame Art zu sprechen, die wiederholen viele Worte, um zur Betonung. Zum Beispiel heißt es in 1. Mose 2 nicht: „An dem Tag, wo ihr von der Frucht esst, werdet ihr gewisslich sterben.“ Da heißt es eigentlich im Original: „An dem Tag, wo ihr von der Frucht esst, werdet ihr sterbend sterben.“ So eine ganz typische Redewendung der Hebräer: „ihr werdet sterbend sterben.“ Oder es heißt manchmal auch: „Ich werde dich segnend segnen.“ Das heißt, ich werde dich ganz bestimmt, sicherlich, gewiss segnen. Und er sagt also hier: „Ich verwunderte mich mit Verwunderung“, also ganz große Verwunderung.
[24:12] Warum hat er sich so gewundert? Man würde doch denken, jetzt hat er das schon jetzt oft genug gesehen in der Offenbarung. Was hat ihn so gewundert? Versetzt euch mal in die Lage von Johannes. Was ihn gewundert hat, ist für uns vielleicht jetzt nicht so verwunderungswürdig, weil uns das schon tausendmal gesagt worden ist. Aber ich will euch jetzt mal in dieser letzten Minute gedanklich mitnehmen, was der Johannes vermutlich gedacht hat. Kannte Johannes das Buch Daniel, ja oder nein? Wusste der Johannes das aus dem Buch Daniel, dass es eine Verfolgung von Gläubigen gibt? Ja, haben wir gesehen, oder? Wer verfolgt im Buch Daniel die Gläubigen? Das kleine Horn. Ein Horn ist ein Königreich. Also der Johannes wusste in der Zukunft, und Paulus wusste das auch, wird ein Königreich erstehen, das wird die Heiligen verfolgen. Daniel 8 sagt ebenfalls, ein kleines Horn wird die Heiligen verfolgen. Daniel 11 steht, dass der König des Nordens die Heiligen verfolgen wird. Das heißt, aus dem Buch Daniel wusste man, es wird ein Königtum geben, es wird ein Königreich geben, das wird über einen langen Zeitraum die Heiligen verfolgen.
[25:18] Dann in der Offenbarung, Johannes auf Patmos sieht jetzt mehr Details. Er sieht die verfolgte Gemeinde in den Sendschreiben, oder? Er hört davon von Märtyrern und so weiter. Er sieht in den sieben Siegeln, sieht er die Märtyrer, wie sie zu Gott schreien. Und er vermutet immer noch, dass aus Daniel, dass das ein Königreich ist. Irgend so ein König wird die verfolgen, der Gottlose, der Antichrist. Und dann sieht er in Offenbarung 13, es ist in Offenbarung 12, dass die Gemeinde verfolgt wird von wem? Vom Drachen. Der Drache ist Satan. Ja, Satan steht hinter diesem Königreich. Also weiß er schon, es wird ein Königreich sein, das vom Satan regiert wird. Klar, sonst würden die ja nicht die Heiligen verfolgen, oder? Und dann sieht er Offenbarung 13 und wer verfolgt in Offenbarung 13 die Heiligen? Wieder ein Tier, oder? Ein Tier aus dem Meer und ein Tier steht für ein Königreich. Königreich, klar. Klar wie Kloßbrühe, selbstverständlich. Und so sieht er so Vision nach Vision aus Daniel und Offenbarung immer: Es wird ein Königreich sein, es wird ein Königreich sein. Und er fragt sich, wer wird dieses Königreich sein?
[26:26] Aber in Offenbarung 17 fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Denn in Offenbarung 17 sitzt wer auf dem Tier? Eine Frau. Wenn er es genau durchdenkt, ist es die erste Stelle in der Offenbarung, wo eindeutig deutlich wird, dass es eine Gemeinde ist, Christen sind, die die Heiligen verfolgen. Das steht nicht so explizit in Daniel 7. Das wissen wir aus der Erfüllung, dass es eine christliche Gemeinde war, eine christliche Kirche. Und er weiß ja, was eine Kirche, eine Frau bedeutet. Nirgendwo in der Offenbarung vorher wird so deutlich, dass Christen Christen töten werden, dass Christen Christen verfolgen. Und als er das sieht, weil für ihn gab es nur die christliche Gemeinde, es gab für Johannes gab es ja nicht verschiedene Denominationen oder es gab nicht verschiedene Kirchen, es gab nur die christliche Gemeinde, die Jesus gegründet hat, die auf die Wiederkunft hinzuarbeitet. Und jetzt sieht er, dass der Abfall aus Daniel, der Abfall, den er selbst gesehen hat, dieses Königreich gegen Gott von der Kirche geleitet wird.
[27:37] Könnt ihr euch vorstellen, dass er plötzlich sich verwunderte mit großer Verwunderung, weil er plötzlich realisiert hat, die Verfolgung, von der wir immer schon wussten, dass sie kommt, sie kommt von innen. Es werden zwar Königreiche sein, ein Königreich, aber dieses Königreich wird geleitet, gelenkt von einer abgefallenen Frau, von einer abgefallenen Christenheit. Und das hat ihn schockiert, weil wir Menschen mit dem Namen Jesu auf den Lippen Jesus verfolgen, in der Form seiner Gläubigen. Nächstes Mal schauen wir uns an, was er mehr erfährt zu diesem Tier.
[28:20] Und ich denke, ganz praktisch können wir heute etwas Wichtiges lernen. Wir müssen uns vor der Irrlehre hüten, aber wir müssen uns auch vor der Verfolgung hüten, weil manchmal können wir auch Menschen verfolgen durch Worte und Taten und Gedanken. Dann sind wir nicht besser als die, die Irrlehren predigen. Babylon ist Irrlehre, aber Babylon ist auch Druck auf andere Gläubige, Verfolgung, ungerechte Behandlung. Und in diesem Sinne wollen wir Gott bitten, dass er uns vor Babylon bewahrt. Lasst uns gemeinsam niederknien.
[28:59] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass du dein Wort uns offenbart hast. Wir möchten dir danke sagen, dass wir sehen können, dass wenn wir dein Wort lesen, wir Gewissheit bekommen über die Dinge, die passieren werden und wir auch in unserem eigenen Herzen etwas erkennen über dich und dein Wesen, dass wir sehen, dass Babylon nicht nur die Gefahr der Irrlehre kennt, sondern dass es da auch um Verfolgung und Mord geht. Und wie oft sind wir schuldig geworden durch schlechte Worte, durch schlechtes Denken an unseren Mitgeschwistern. Bitte hilf uns, dass wir dem Evangelium würdig wandeln und dass wir so leben, dass du Wohlgefallen an uns haben kannst. Bitte bewahre uns auch in der Zeit, die vor uns liegt und bringe uns jetzt gesund nach Hause und segne einen jeden von uns. Im Namen Jesu. Amen.