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In dieser Predigt über Offenbarung 17:7-8 erklärt Christopher Kramp die tiefere Bedeutung der Vision von Johannes. Er beleuchtet die Rolle des Engels als Erklärer und die Struktur der prophetischen Botschaft. Dabei wird das Tier, auf dem die Hure sitzt, als der römische Kirchenstaat identifiziert und seine historische Entwicklung von der Machtübernahme bis zur tödlichen Wunde und Wiederherstellung analysiert.

In dieser Predigt aus der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ analysiert Christopher Kramp die Verse 17 und 8 aus der Offenbarung. Er erklärt die symbolische Sprache des Textes und wie die Vision von Johannes durch die Erklärung des Engels vertieft wird. Dabei wird die Identität des Tieres und seine Beziehung zur Hure Babylon entschlüsselt, indem Parallelen zu anderen biblischen Texten gezogen werden.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf Joelmedia. Wir wollen jetzt einen nächsten Teil haben über Offenbarung 17. Wir wollen zwei Verse studieren. Das liegt daran, dass der eine Vers eigentlich nur eine Überleitung ist zu dem nächsten. Dann also, wir wollen Vers 7 und 8 anschauen und bevor wir anfangen, mit einem Gebet starten, dazu natürlich niederzuknien.

[1:06] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir zu dir kommen können und aus dem Wort der Offenbarung lernen dürfen. Ich möchte dich bitten, dass du zu uns sprichst, dass du uns den Heiligen Geist schenkst, die Worte genau zu verstehen, dass wir eine gute, klare, solide Auslegung auch von Offenbarung 17 uns erarbeiten können und dass wir uns vor allem Fanatismus schützen, aber trotzdem genau sehen, wo die Zeichen der Zeit hindeuten. Bitte hilf uns, dass wir darin auch praktische Lektionen sehen, die für unseren Alltag wichtig sind und sei du uns jetzt ganz nahe durch dein Wort. Im Namen Jesu, Amen. Offenbarung 17, Vers 7 und 8 ist heute unser Thema.

[2:04] Wir hatten in den letzten Wochen gesehen, was Johannes gesehen hat. Erinnert euch, in den ersten beiden Versen trifft er den Engel, einen von den sieben Engeln, der die Plagen ausgegossen hat, und er erklärt ihm jetzt einiges mehr zur Hure Babylon, sagt: „Ich will dir das Gericht zeigen über die Hure Babylon.“ Und dann von Vers 3 bis 6 hat Johannes die Vision gesehen. Vers 3 bis 6 hat er gesehen, heißt es: „Ich sah in der Wüste, ich sah eine Frau auf einem Tier, das Tier hatte zehn Köpfe und zehn Hörner.“ Und er sieht die Frau, wie sie aussieht, was sie tut, wie sie trinkt.

[2:49] Jetzt ab Vers 7 kommt die Erklärung des Engels. Schaut mal in Vers 7, da heißt es: „Und der Engel sprach zu mir: Warum verwunderst du dich?“ Wir hatten ja das letzte Mal gesehen, dass sich Johannes verwundert. Könnt ihr euch erinnern, dass wir gesagt haben, er verwundert sich, weil er zum ersten Mal jetzt richtig begreift, dass die Verfolgung der Heiligen durch Christen geschieht. Wir hatten gesehen, dass eigentlich, wenn man so Daniel und Offenbarungen, die ganzen großen Prophezeiungen durchgeht, man weiß immer, es wird ein Königreich kommen, ein Königreich, das die Heiligen verfolgt, ein Horn, ein König des Nordens, ein Tier, Königreiche. Aber jetzt sieht er zum ersten Mal, dass dieses Tier, das die Heiligen verfolgen wird, von einer Kirche geleitet wird. Er verwundert sich.

[3:38] Und jetzt heißt es in Vers 7: „Warum verwunderst du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau sagen und des Tieres, das sie trägt, das die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat.“ Und alles, was jetzt kommt bis Vers 18, ist Erklärung. Johannes sieht jetzt nichts Neues, sondern er bekommt jetzt eine Erklärung vom Engel. Das muss man sich vielleicht erstmal so zu Gemüte führen, weil das nicht ganz klar ist, wenn man das liest, weil man ist so plötzlich gleich, wenn man das so einmal durchliest, denkt man immer nur an hier Hörner und Köpfe und man ist ganz durcheinander. Aber das Kapitel ist eigentlich relativ klar strukturiert. Zwei Verse sind Einleitung, dann sind es vier Verse eigentlich nur die Vision, wo er Johannes genau beschreibt: „Ich sah, ich sah, ich sah, das sah so aus, das sah so aus.“ Und dann ab Vers 7 ist die wörtliche Rede vom Engel, der ihm jetzt alles erklärt.

[4:36] Dieser Aufbau ist nicht ungewöhnlich. Kennt ihr andere prophetische Kapitel, die auch so aufgebaut sind, wo der Prophet erst etwas sieht und danach der Engel ihm das erklärt? Daniel, Daniel 7, da sieht er die ganzen Tiere aus dem Wasser steigen und das kleine Horn und das Gericht und dann kommt der Engel und erklärt es ihm. In Daniel 8 sieht er die Tiere, den Widder und den Ziegenbock, das kleine Horn, er sieht das Heiligtum zertrampelt, er sieht die Wiederherstellung und dann kommt der Engel Gabriel, der wird sogar gerufen: „Gabriel, lege diesem das Gesicht aus.“ Das heißt, das ist etwas, was ganz typisch sozusagen für biblische Prophetie ist, dass es eine Vision gibt und dann eine Erklärung, die natürlich auch neue Informationen bringt, die das nicht nur wiederholt, sondern jetzt vieles erläutert.

[5:23] Und deswegen werden wir jetzt in diesen Versen auch viele Informationen bekommen, die jetzt neu sind und die uns helfen, Offenbarung 17 besser zu verstehen. Übrigens, diese Erklärung betrifft jetzt zwei Dinge oder zwei Aspekte. Was will der Engel ihm genau erklären gemäß Vers 7? Was sind die Dinge, die er ihm erklären will? Das Geheimnis der Frau und des Tieres. Das sind jetzt zwei entscheidende Faktoren, oder? Er hat ja eine Frau auf einem Tier gesehen und er sagt: „Ich erkläre dir das Geheimnis der Frau und das Geheimnis des Tieres.“

[6:12] Frage: Ohne dass ihr jetzt in den Text guckt, was meint ihr? Erste Frage: Was ist wohl wichtiger, die Frau oder das Tier? Was ist wichtiger, die Frau oder das Tier? Beides ist wichtig, natürlich. Meine kleine Fangfrage. Nächste Frage: In den folgenden Versen, anders gesagt, in der Vision, was nimmt mehr Raum in Vers 3 bis 6 ein, die Frau oder das Tier? Das könnt ihr gut wissen, weil das haben wir schon behandelt. In den Versen 3 bis 6, diesen vier Versen, was er sieht, was wird mehr beschrieben, die Frau oder das Tier?

[6:56] Okay, wir lesen mal Vers 3 bis 6 einfach mal so im Kontext. Vers 3: „Und er brachte mich im Geist in eine Wüste und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte. Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelstein und Perlen und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand und voll von Gold und ihrer Unreinheit, ihrer Unsucht und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis Babylon, die Mutter, die große Mutter der Huren und der Golder Erde. Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu und ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.“ Die Frau, die Frau ist ganz stark im Fokus. Das Tier wird eigentlich nur erwähnt, oder? Es wird nur erwähnt, dass die Frau auf einem Tier sitzt und es wird wenigstens gesagt, dass das Tier, wer ist es hier, sieben Köpfe, zehn Hörner, voller Lästerung, scharlachrot, vier Informationen. Aber der große Schwerpunkt in der Vision ist auf der Frau. Ganz viel, wir haben es ja alles ausführlich behandelt. In der Vision ist der Schwerpunkt ganz stark auf der Frau.

[8:04] Jetzt, in der Erklärung, was meint ihr, was wird jetzt mehr erklärt werden, die Frau oder das Tier? Nicht hingucken, nicht hingucken. Vermuten. Die Frau, oder? Okay, die Antwort ist: Von Vers 7 bis Vers 17 wird das Tier erklärt und in Vers 18 die Frau. Ganz kurios. Das heißt, in der Erklärung ist jetzt das Tier viel stärker. Da wird jetzt genau erklärt, was die Hörner bedeuten, was die Köpfe bedeuten. Da gibt es sogar zwei Interpretationen für die Köpfe, so und dies und jenes und solches. Und erst in Vers 18, also er sagt jetzt, das Tier ist das und dann die Köpfe sind das und die Hörner sind das und die Wasser sind das, ja alles, was mit dem Tier zu tun hat. Und dann in Vers 18 heißt es: „Und die Frau ist.“ Was also natürlich deutlich macht, man muss Vision und Erklärung zusammennehmen. In der Vision hat man stärker die Information über die Frau, in der Erklärung stärker die Information über das Tier. Beides zusammen ergibt dann ein Ganzes. Aber nur, dass wir das mal so im Kopf haben.

[9:12] Jetzt also, also übrigens noch mal die Idee: Es ist ein Geheimnis. Wo hatten wir das Wort schon gehört, Geheimnis? Ja, hier in der Offenbarung vielleicht schon, gar nicht so lange her. Geheimnis. Vers 5, genau, auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis. Ja, diese ganze Sache ist eine geheimnisvolle Sache, die aber jetzt durch den Engel erklärt wird. Deswegen heißt das Buch der Offenbarung auch Offenbarung.

[9:55] Jetzt schauen wir mal Vers 8 an. Wir werden jetzt die nächsten Wochen die ganzen Verse durchgehen und genau erklären, was was ist. Vers 8: „Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen. Und die auf der Erde wohnen, deren Name nicht geschrieben steht im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist.“ Das ist ja ein Grund, warum er sagt: „Warum verwunderst du dich?“ Normalerweise verwundern sich nur die, die nicht im Buch des Lebens stehen.

[10:39] Was ist dieses Tier? Fassen wir mal zusammen, was ist die Information erst mal über das Tier, ohne Interpretation, erst mal nur die Information. Es war, ist nicht, klingt schon fast ein bisschen philosophisch. Es war, ist nicht und dann? Es wird sein und dann? Also es wird sein, also es kommt aus dem Abgrund. Und dann fährt es in das Verderben und das geschrieben meint, es wird zerstört. Es fährt in die Zerstörung, also wird verderben. Welche Zeitform ist das? Das war Vergangenheit, oder? Das heißt, über dieses Tier lernen wir die Vergangenheit, dann lernen wir die Gegenwart, dann lernen wir die nahe Zukunft und dann lernen wir die spätere Zukunft. Also er sagt, in der Vergangenheit war es, jetzt ist es nicht und in der Zukunft wird es sein, aber dann noch später wird es nicht mehr sein. War, ist nicht, wird sein, wird am Ende nicht mehr sein.

[12:13] Was ist die erste und entscheidendste Frage, die wir uns stellen müssen, wenn man das jetzt interpretieren will? Seit wann war es? Ja, also die Beobachtung vom Text ist: Es war, ist nicht, wird wiederkommen. Welche Frage muss man jetzt, wenn man das interpretieren will, wenn man das anwenden will, auslegen will, welche Frage muss man klären? Richtig, wann ist „ist“? Oder? Denn ich kann ja nicht einfach sagen, „ist“ bezieht sich auf heute 2017, das wäre ein bisschen albern. Also lest nicht so die Bibel, dass wenn da steht „ist“, naja, wer ist denn jetzt nicht, das wäre Quatsch. Es heißt auch nicht unbedingt, dass es die Zeit von Johannes sein muss. Die Offenbarung spricht oft von der Ist-Form, obwohl es noch lange in der Zukunft ist. Zum Beispiel: „Die Stunde seines Gerichts ist gekommen“, steht in Offenbarung 14. Das bezieht sich aber nicht auf die Zeit von Johannes, sondern eine Prophezeiung auf das Jahr 1844. Also muss man die Frage stellen: Wann ist „ist“? Das ist später auch wichtig. Ihr wisst, in Offenbarung 17 ist die große Frage mit den sieben Köpfen, den Königen. Fünf sind gefallen, einer ist gerade und so weiter. Da gibt es tausende Auslegungen, wer da jetzt diese Könige sind und welche Köpfe. Da geht es auch um die Frage, wann ist „ist“. Denn wenn ich weiß, wann ist „ist“, dann kann ich sagen, die fünf sind gefallen, der ist gerade, der kommt später. Dann kann ich das einordnen. Ansonsten schwimme ich auf einem Ozean der Interpretation und kann tun und lassen, was ich will, ohne dass mich irgendwas kontrolliert. Wann ist „ist“?

[14:01] Wir müssen also, und das ist, dieser Vers ist eigentlich ein Schlüsselfers, um das ganze Kapitel besser zu verstehen. Interessanterweise gibt es noch mehr Informationen in diesem Vers und die wird oft übersehen, weil schon die Ausleger sind sich oft nicht einig, wer eigentlich dieses Tier überhaupt ist. Und je nachdem, was du jetzt sagst, was das Tier ist, hat es eine Auswirkung, ob er die Frau ist und wer dann die Köpfe sind und so weiter.

[14:27] Schaut mal in Vers 8 und da gibt es eine ganz eindeutige Aussage am Ende. „Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist.“ Oder besser übersetzt nach einigen Übersetzungen: „und doch sein wird.“ Auf welche Parallelstelle in der Offenbarung bezieht sich dieser zweite Abschnittchen? Wenn man diese Parallelstelle findet, dann kann man einen richtigen Pfeiler in den Boden rammen, auf den man dann die Auslegung stützen kann. Welche Parallelvers hilft uns oder auf welche Parallele bezieht sich dieser zweite Abschnitt? „Die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch sein wird.“

[15:46] Diese Parallele, die wir jetzt suchen, ist quasi entscheidend. Habt ihr irgendwo schon mal in der Offenbarung ähnliche Worte gehört, ähnliche Worte gelesen, dass sich die Menschen auf der Erde, die auf der Erde wohnen, sich wundern werden. Alle, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens, wenn sie das Tier sehen. Ich gebe zu, das ist schon bestimmt vier Jahre her, dass wir das hier behandelt haben oder so gefühlte Maßen. Ja, wir haben, wir haben, wir haben immer so, wir haben eine ungefähre Rate von einem Kapitel pro Jahr. Das könnt ihr ungefähr zurückrechnen. Ist nicht Kapitel 11? Kapitel 11 haben wir tatsächlich 2011 gemacht. Das war 2012. Vor vier Jahren waren wir in 13. Und jetzt schaut man Kapitel 13, ob ihr da einen Vers findet, der relativ ähnlich klingt wie der Vers, den wir gerade gelesen haben.

[17:02] 13:3, richtig, da heißt es: „Und ich sah einen seiner Wunde wie zu Tode verwundet und seine Todeswunde wurde geheilt und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach.“ Das ist sehr ähnlich, oder? Und Vers 8, genau, Vers 3 und Vers 8 sind quasi wie zwei Nägel. Wenn man, wenn man quasi ein Bild mit zwei Nägeln festmacht, dann ist es schon ziemlich, ziemlich fest. Vers 8 sagt nämlich: „Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes, der es geschlachtet worden ist von Grundlingen der Welt an.“ Seht ihr dieselbe Sprache? Es ist derselbe Zusammenhang, ja, nur dass in Offenbarung 17 Vers 8 diese beiden Ideen mit dem Verwundern und mit alle, die nicht im Buch des Lebens stehen, das von Grundlingen der Welt an ist und so weiter, dass das quasi zusammengefasst ist. Sie werden sich alle verwundern.

[18:00] Was ist die, also wir beobachten, dass Offenbarung 17, als das Tier von Offenbarung 17 erklärt wird, jetzt quasi dieselbe Sprache, dieselben Informationen gegeben werden wie in Offenbarung 13 Vers 3 und Vers 8. Was ist die Schlussfolgerung? Was ist die Schlussfolgerung? Ihr seht, wir machen jetzt ganz sauberes Bibelstudium. Wir haben erst beobachtet, wir haben erstmal aus dem Text beobachtet, dann haben wir Parallelstellen gesucht, eine passende Parallelstelle gefunden und jetzt müssen wir quasi den Schluss ziehen. Aber was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Identität des Tieres? Dasselbe Tier und welches Tier wird in Offenbarung 13 beschrieben? Also, dass das Meertier und das haben wir schon identifiziert, das Meertier aus Offenbarung 13 ist das Papsttum, das ist das kleine Horn aus Daniel 7, das ist der Kirchenstaat. Das heißt, das Tier, auf dem die Hure sitzt, ist der römische Kirchenstaat. Eindeutig.

[19:17] Könnt ihr mir jetzt erklären, warum es heißt: „Das Tier war, ist nicht und wird wieder sein?“ Womit hat das zu tun? Genau, nach Offenbarung 13, wie wird das in Offenbarung 13 beschrieben, dass es zwischenzeitlich keine Macht hat? Wie wird das beschrieben? So wird es in Offenbarung 17 beschrieben, aber in Offenbarung 13 gibt es eine ganz bestimmte Formulierung, die ist relativ eingängig. Da heißt es, dass dieses Tier eine tödliche Wunde bekommt. Das ist die tödliche Wunde. Das Tier war, es hat im Mittelalter regiert, dann gibt es eine Zeit, wo es nicht ist und jetzt müssen wir genau verstehen, dieses „ist nicht“ bezieht sich auf das Tier, nicht auf die Frau. Der Unterschied zwischen Frau und Tier ist nicht so groß, wie manchmal dargestellt wird, aber sehr entscheidend. Die Frau steht für eine Gemeinde. Als der Papst gefangen genommen worden ist, 1798, war die römische Kirche aufgelöst? Nein, die römische Kirche hat genauso funktioniert wie immer. Es gab immer noch Kardinäle, es gab immer noch überall, es ist am Sonntag Gottesdienst gefeiert worden, die Eucharistie ist überall ausgeteilt worden. Es gab nicht weniger Katholiken, deswegen. Was aufgelöst worden war, war der Kirchenstaat, die staatliche Macht unterhalb der römischen Kirche. In Offenbarung 13 wird das quasi noch wie eins gesehen. Da ist es noch quasi, aber auf Offenbarung 17 wird das Bild etwas feiner und man sieht, diese verfolgende Macht ist eine Kirche, die von einem Staat, von einem tatsächlichen Staatswesen, nämlich dem Kirchenstaat getragen wird. Diesen Kirchenstaat geht es beim Tier und dieser Kirchenstaat hat regiert 1260 Jahre, dann ist er nicht gewesen für eine gewisse Zeit und dann kam er aus dem Abgrund wieder vor. Die tödliche Wunde wurde heil und das wird allerdings nicht für ewig sein, denn diese tödliche Wunde wird zwar heilen, aber das wieder erstarkte Papsttum geht dann am Ende ins Verderben. Das wissen wir aus 2. Thessalonicher.

[21:25] Lassen wir ganz kurz den Finger drinnen. Gehen wir zu 2. Thessalonicher und dort Vers 2 und dort Vers 8. 2. Thessalonicher, 2 Vers 8. „Und dann wird der Gesetzlose geoffenbart, den der Herr verzehren wird durch den Hauch seines Mundes und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigen wird.“ Das endgültige Ende des Menschen der Sünde, des Sohn des Verderbens ist bei der Wiederkunft. Deswegen haben wir hier in diesem Vers eigentlich quasi die vier Etappen des Kirchenstaates sozusagen: Sein Regieren im Mittelalter, seine tödliche Wunde, seine wiedergeheilte Macht, wieder erstarkte Macht und dann seine endgültige Vernichtung durch die Wiederkunft Jesu. Ganz konzentriert in einem etwas abstrakten Vers: War, ist nicht, wird sein.

[22:43] Jetzt die Frage: Sind wir jetzt in der Lage, es zu konkretisieren? Das brauchen wir später in den nächsten Wochen dann für die Könige, für die 15 Gefallenen und so weiter. Wann ist dann „ist“? 1798. Wir hatten ja schon gesagt, wo. Jetzt brauchen wir das, was wir vor ein paar Wochen mal gemacht haben. Wo hat Johannes das Tier gesehen? In der Wüste. Und was hat die Frau dort gemacht? Genau, die Frau auf dem Tier hat die wahren Gläubigen verfolgt, oder? Wann sind die Gläubigen verfolgt worden in der Wüste? Genau, das haben wir gesagt, das war eine Zeitperiode der 1260 Jahre von 1538 bis 1798. Und wir haben gesagt, die Frau wird nicht trinken, sie trinkt nicht, sondern sie ist trunken. Da haben wir gesagt, damals, das muss so gegen Ende sein. Ja, sie ist trunken, aber wir konnten aufgrund des Trunkens das nicht genau festlegen. Wir konnten sagen, das muss am Ende sein. Das heißt, wir müssen die beiden Informationen zusammennehmen. Die eine Information: Er sieht sie noch in der Wüste. Das heißt, er sieht sie zwischen 1538 und 1798, gegen Ende. Aber er sieht die Frau dann sozusagen zu einem Zeitpunkt, wo faktisch das Tier gar nicht mehr existiert und das muss 1798 gewesen sein, weil 1797 war es noch da. 1799 geht auch nicht, weil da ist die Wüste schon vorbei. Ja, das heißt, wir können sozusagen aufgrund der beiden Informationen 1798 als „ist“ definieren. Das muss man gut merken, weil damit kommen wir später in den nächsten Versen dann immer wieder darauf zurück, wenn es um die Könige geht und so weiter. 1798 ist in diesem Kapitel „ist“.

[24:55] Also mit anderen Worten, Johannes wird in dieser Vision quasi in das Jahr 1798 versetzt und dann sieht er die Dinge: Was war, was ist, was kommt. Ansonsten wird man total verwirrt. Okay, so viel dazu.

[25:11] Vielleicht noch eine kurze Idee. Ich weiß nicht, wie es bei euren Übersetzungen steht. Wenn man in Vers 8 liest, in Offenbarung 17 Vers 8, da heißt es ja: „Und die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an.“ Dann sieht es ja so aus, als ob die Namen im Buch des Lebens stehen seit Grundlegung der Welt an. Das ist allerdings nur eine von zwei Möglichkeiten im Griechischen. Das Griechische könnte auch bedeuten, dass sie eben im Buch stehen, das seit Grundlegung der Welt an existiert. Also das „von Grundlegung der Welt an“ bezieht sich dann auf die Existenz des Buches, nicht auf die Niederschrift der Namen. Jetzt, was meint ihr biblisch gesehen? Was ist wohl die korrekte Sicht? Sind die Namen seit Beginn der Grundlegung der Welt schon drin geschrieben oder soll es heißen, das Buch existiert seit Grundlegung der Welt, aber die Namen werden später eingeschrieben?

[26:44] Ja, also du meinst, die Idee ist sozusagen, dass Gott von Anfang an weiß, wer gerettet ist. Das Buch des Lebens. Deswegen sagt Jesus, wer nicht wiedergeboren ist, hat kein Anrecht auf das Buch des Lebens sozusagen. Genau richtigerweise sagt er, es sei denn, dass wir wiedergeboren sind, ansonsten können wir nicht das Reich Gottes sehen, was gleichbedeutend ist. Und so wie der Mensch geboren wird und in ein irdisches Geschlechtsregister eingetragen wird, wirst du durch die Wiedergeburt in das himmlische Geschlechtsregister in Neu-Jerusalem eingetragen.

[27:49] Also das Gesetz ist ewig, das Buch des Lebens ist nicht das Gesetz. Das Buch des Lebens ist das Dokument, in dem drin steht, in dem jeder, der quasi Anspruch auf das ewige Leben angemeldet hat, eingeschrieben ist. Deswegen werden im Untersuchungsgericht ja auch nur die untersucht, die überhaupt mal den Anspruch erhoben haben: „Ich will ewiges Leben haben.“ Und nicht jeder Mensch hat diesen Anspruch überhaupt jemals erhoben. Aber es ist richtig, dass Gott von Ewigkeit das weiß und dieses Buch existiert natürlich quasi von Ewigkeit. Und auch die Idee, dass Jesus für die Menschheit stirbt, ist ja schon seit Ewigkeiten bekannt. Deswegen heißt es im Parallelbericht, dass Jesus in Offenbarung 13, dass das Lamm geschlachtet ist seit Grundlegung der Welt an. Aber die tatsächliche Schlachtung fand am Kreuz statt. Aber die Idee, dass das sein wird, war schon das Fundament von immer.

[29:04] Genau, das Prinzip ist immer da. Gott ist damit, Gott ist das nicht irgendwann eingefallen, sozusagen. Wir sind da vorne, aber machen wir das jetzt mal. Okay, lassen wir es mal bis hierhin und das nächste Mal schauen wir uns dann die nächsten Verse an, wenn es um die Köpfe des Tieres geht. So viel können wir heute schon mal definitiv sagen: Das Tier, auf dem die Hure sitzt, ist der römische Kirchenstaat. Dasselbe Tier aus Offenbarung 13, aber leicht verändert. Offensichtlich hier in Offenbarung 17 sieht man sozusagen dann den späteren Zustand, wo keine Kronen mehr sind, aber der ganze Körper voller Lästerung. Ja, wir haben gesehen, dass dasselbe Tier, aber es ist transformiert. Und da werden wir dann das nächste Mal weitermachen.

[29:48] Lass uns noch mit einem Gebet enden und dann den Abend damit schließen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns Freude schenkst im Studium der Prophetie und dass wir durch das Vergleichen von Bibelfersen klare Aussagen treffen können, auch im Buch der Offenbarung. Wir möchten dich bitten, dass wir dieses feste Fundament, das du uns schenkst, dass wir das wertschätzen und dass wir uns vorbereiten auf die Dinge, die kommen werden. Vor allem möchten wir dich bitten, weil wir jetzt gerade nochmal darüber gesprochen haben, dass unser Name im Buch des Lebens steht und dass du jeden Tag bei uns ist und dass du uns Überwindung schenkst und Reinigung, sodass unser Name dort auch stehen bleiben kann. Du hast verheißen, dass wer überwindet, dessen Name wird nicht ausgelöscht werden. Und diese Verheißung wollen wir in Anspruch nehmen, die Kraft, die du uns schenkst, jeden Tag aufs Neue erfüllt zu sein mit dem Heiligen Geist, dass wir ein Anrecht haben auf die Wohnung, die du für uns jetzt schon vorbereitet hast. Dafür danken wir dir, Herr Jesus, von ganzem Herzen. Amen.
[31:07] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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