In dieser Predigtserie über den Galaterbrief, „Die Krise und das Kreuz“, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung, als Söhne Gottes zu leben. Er erklärt, wie die biblische Vorstellung von Erben und Knechten uns hilft zu verstehen, dass wir zwar theoretisch Erben sind, aber in der Praxis noch unmündig sein können. Die Predigt thematisiert die Gefahr, sich von den Grundsätzen der Welt leiten zu lassen, und betont die Rolle des Heiligen Geistes, der uns befähigt, Gott als Vater anzuerkennen und ein Leben als mündige Kinder Gottes zu führen.
Die Krise und das Kreuz – 7. Weil ihr nun Söhne seid
Christopher Kramp · Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief) ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Galater, Gemeinde, Neues TestamentWeitere Aufnahmen
Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)
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Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat! Schön, mal wieder hier zu sein. Ich möchte euch alle herzlich begrüßen und auch alle, die jetzt live zuschauen. Ich hatte letzte Woche mal die Gelegenheit, hinter der Kamera zu sitzen, also so hinter dem Bildschirm eigentlich. Wir waren in dem Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz und da gab es überhaupt gar keine Adventgemeinde in meinem Umkreis von ich weiß nicht wie viel Kilometern. Und dann haben wir uns zugeschaltet nach Stuttgart-Wangen und da waren wir bei euch, ohne dass ihr wusstet, dass wir dabei sind. Haben alle eure Hinterköpfe gesehen und uns an der Predigt gefreut. Und von daher ist mir noch mal ganz bewusst geworden, was für ein Segen das ist, auch wenn uns das nicht immer so vor Augen ist, dass wir unsere Gottesdienste in die weite Welt strahlen und dass Menschen dabei sein können. Also herzlich willkommen auch alle, die jetzt, wo immer sie sein mögen, live mit uns die Bibel studieren.
[1:02] Wir wollen weitermachen in unserem Galater-Studium. Wir sind ja mittlerweile in unserer Predigt-Serie von unserer Sabbatschulektion rechts überholt worden. Aber wir werden einfach konstant weiter studieren und viele Dinge noch vielleicht entdecken, die wir so im Sabbatschulstudium vielleicht übersehen haben und das noch vertiefen, denn die Mutter der Weisheit ist ja die Wiederholung. Und wir wollen heute uns ein wenig beschäftigen mit dem ersten Teil von Galater 4. Ihr erinnert euch, der Paulus, nachdem er ein wenig biografische Geschichten erzählt hat, hat dann die Galater direkt angeschrieben in Kapitel 3. Oh ihr unverständigen Galater, sie die das Evangelium gesehen hatten, verstanden hatten, gehört hatten, waren wieder abgedriftet. Und Paulus hat ihnen dann versucht zu erklären, anhand von Abraham, dass der Gerechte aus Glauben gerecht wird und aus Glauben lebt. Und die Galater, die unbedingt auch Erben sein wollten, deswegen glaubten, sie müssen Juden werden, sie müssen unter dem Gesetz sein, sie müssen das Zeremonialgesetz halten, den hat er gesagt, der Erbe ist man aufgrund von Verheißung. Könnte ich daran erinnern, dass Gott einen Eid geschworen hat, bei sich selbst, dass jeder, der den Glauben Abrahams hat, Erbe ist. Und so hat er dann geschlossen in Kapitel 3 ganz am Ende, dass alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus sind. Und an der Stelle wollen wir jetzt gleich weitermachen. Der Paulus hat da keine große Pause gemacht. Aber bevor wir beginnen mit dem Thema heute, weil ihr nun Söhne seid, möchte ich einladen, dass wir gemeinsam noch mal niederknien für ein Anfangsgebet und dann starten.
[3:00] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir, so wie wir sind und möchten dich bitten, dass du deine Verheißung wahr machst, dass dein Wort zu uns spricht und dein Wort uns verändert und dass jeder Einzelne, der heute gekommen ist, mit welchen Sorgen, Nöten, Problemen auch immer, dass er heute deine Liebe und deine Gnade, die Schöne deines Charakters sieht, dass wir angesprochen werden, dass dein Geist an uns wirkt und dass wir aufgerüttelt werden und vor allem, dass wir hören, was du uns sagen möchtest. Bitte sei du jetzt bei uns, halte alle störende Fähren, gib, dass wir uns gut konzentrieren können und dass wir dein Wesen richtig begreifen und deinen heiligen Geist unserem Herzen erleben. All das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[4:15] Vielleicht haben die Galater beim Lesen des Briefes bis zu dem Zeitpunkt sich gefragt, naja, wenn es keinen Unterschied gibt zwischen den Juden und den Griechen, warum haben dann die Juden trotzdem so viel religiöse Literatur, so viele Bücher, so viele Gesetze, so viele Propheten bekommen? Da muss doch irgendwas dran sein. Und Paulus erklärt jetzt in den folgenden Versen etwas Interessantes in dieser Hinsicht. Fangen wir mal in Galater 4 und dort Vers 1 an. Ich sage aber, solange der Erbe unmündig ist, besteht zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr aller Güter ist. Wir alle wissen, was ein Erbe ist. Ein Erbe ist ein Kind, das im Recht steht, all den Besitz seiner Eltern einmal haben zu dürfen. Manchmal, wenn zur Zeit des Mittelalters oder heute noch königliche, kaiserliche, fürstliche Kinder geboren werden, dann kann man diesen Vers ganz gut verstehen. Wenn ein Königshaushalt heute ein Kind bekommt, nicht wahr? Es gibt ja noch ein paar Königshäuser, in Deutschland gibt es keins mehr, aber sagen wir mal in Schweden oder in England oder, ich kenne mich da nicht so aus, vielleicht weiß jemand von euch, wo gerade wieder Kinder geboren worden sind oder so, dann sind das Erben. Ich vermute mal, die haben ein relativ großes Erbe. Die erben enorme Dinge, großen Reichtum, eine lange Tradition. Das Problem ist nur, wenn die zwei Jahre alt sind oder anderthalb, haben die nicht so viel Ahnung davon, oder? Zweijährige Fürstenkinder tollen genauso auf der Wiese herum wie zweijährige Arbeiterkinder. Es besteht zwischen einem Erben, wenn er noch sehr klein ist, überhaupt keinen Unterschied zwischen einem, der nicht erbt. Mit anderen Worten, man kann Erbe sein und sich noch gar nicht verhalten wie ein Erbe. Wenn ein Prinz dann 18 ist oder 20 ist, dann weiß er, nicht wahr? Als Prinz kann er nicht alles machen, als Prinz kann er nicht überall hingehen, als Prinz muss ich mich benehmen oder als Prinzessin, da muss ich entsprechend angezogen sein. Ich muss mich meines Erbes entsprechend benehmen. Mein Leben muss dem Erbe entsprechend oder dieser Stellung entsprechend ausgerichtet sein. Aber wenn das Kind zwei Jahre ist oder anderthalb oder selbst vier, hat es davon keine Ahnung, oder? Es lebt so einfach vor sich hin. Und Paulus greift jetzt dieses Bild auf, um etwas zu illustrieren, von dem ich glaube, dass es sehr wichtig ist für unser Glaubensleben. Schaut mal, ich sage aber, solange der Erbe unmündig ist, besteht zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr aller Güter ist. Da ist also einer ein echter Knecht und einer ist eigentlich ein Erbe, aber trotzdem besteht praktisch zwischen dem Erben und dem Knecht kein Unterschied. Warum? Weil er unmündig ist. Solange der Erbe unmündig ist, ist er zwar Erbe auf dem Papier, er ist zwar Erbe theoretisch, aber in seinem praktischen Leben ist es eigentlich kein Unterschied, ob er Erbe ist oder nicht.
[8:00] Er ist unmündig. Dieses Wort unmündig kommt in der Bibel öfter mal vor. Der Paulus spricht an anderer Stelle auch von unmündigen Christen. Schon mal gehört? Ihr werdet sagen, das trifft ja auf mich nicht zu. Ich bin ja ein mündiger Mensch, oder? Ich bin mehr als 18 Jahre alt, höchstwahrscheinlich. Ich weiß, was ich tue. Aber Paulus spricht von unmündigen Christen, zum Beispiel in 1. Korinther 3, Vers 1. Schaut mal, 1. Korinther 3, Vers 1. Da spricht er zu Menschen, die bereits nach biologischem, physiologischem Standpunkt erwachsen sind. Und er sagt, und ich, meine Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu fleischlichen Menschen, als zu Unmündigen in Christus. Paulus spricht zu Gemeindegliedern. Er redet, er predigt zu getauften Gliedern und sagt, ich würde gern euch behandeln wie Geistliche, aber ich kann nicht. Ihr seid noch fleischlich, ihr seid unmündig. Ihr seid zwar Erben, ihr seid getauft, ihr seid Mitglied der Gemeinde, ihr seid Kinder Gottes, aber man merkt noch nicht so einen wirklichen Unterschied. Interessanterweise wird das Wort oft verwendet bei Paulus, auch gerade bei Neubekehrten. Verzeihung, nicht bei Paulus. Die Juden haben oft dieses Wort verwendet für Neubekehrte, für Leute, die frisch zum Glauben gekommen sind, die waren noch unmündig. Und die Frage ist, ob es so etwas gibt auch in unserem Leben, dass wir vielleicht theoretisch Erben sein können, aber in der Praxis noch ziemlich unmündig. Schaut mal zurück in Galater 4, Vers 2.
[9:59] Also wenn so ein Prinzenkind geboren ist, das zwar theoretisch alles Erben soll und theoretisch von hohem Blut ist, aber praktisch genauso dumme Dinge tut wie jedes andere Kind, braucht es jemanden, der dieses Kind erstmal anleitet. Vers 2. Sondern er steht unter Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit. Also der Vater sagt, solange mein Kind nicht 16 ist, darf es nicht alleine entscheiden, sondern ein Vormund, so war das damals im griechischen Kulturraum und im römischen Reich, ein Tutor. Ihr wisst ja, dieser Pädagogos, könnt ihr euch erinnern? Derjenige, der das Kind zur Schule bringt, der darauf achtet, dass das Kind nicht vom Weg abkommt, weil das siebenjährige Prinzenkind gerne auch nicht zur Schule gehen möchte. Ein Pädagogos, der das Kind zur Schule bringt, der auf das Kind achtet, bis es selbstständig entscheiden kann. Solange ein Christ unmündig ist, braucht er jemanden, der von außen ihn lenkt. Solange ein Gläubiger zwar mit Gott im Bund ist, aber noch nicht eigenständig mit Gott lebt, braucht er etwas von außen. Und wir haben ja schon in Galater 3 gesehen, was das war, dieser Pädagogos, der von außen dieses etwas wilde Kind immer wieder auf den Weg gedrückt hat. Nein, du musst da lang. Nee, das gibt es jetzt nicht. Wer war das? Wer war dieser Pädagogos, dieser Lärmmeister? Das Gesetz ist schriftlich gegeben am Sinai. All das, was die Galater unbedingt jetzt haben wollen, sie wollten Juden sein. Paulus sagt, das war eigentlich, weil wir als Juden selbst noch unmündig waren. Erinnert euch an den Exodus, als die Israeliten aus dem, aus Ägypten kamen. Waren sie von Gott befreit, ja oder nein? Waren sie von Gott befreit, ja oder nein? Sie waren frei, aber so richtig frei waren sie doch nicht, oder? Sie wollten immer am liebsten nach Ägypten zurück. Sie waren zwar Erben von Kanaan, aber gelebt haben sie mehr wie Ägypter. Fast die ganze Zeit, oder? Sie waren unmündig. Sie hatten zwar eine Befreiung angenommen, aber obwohl sie Jesus vor sich hatten, war ihr Herz eigentlich eher fleischlich. Paulus sagt das in Galater 4, Vers 3. Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knecht unterworfen. Er sagt, ihr wart Heiden. Das sagt er später, ihr wart Heiden, aber wir Juden, wir waren zwar schon immer Abrahams Same, wir waren schon immer irgendwie, haben wir gewusst, dass wir das neue Jerusalem erben können, aber gelebt haben wir auch anders. Dieser Vers trifft vielleicht in einem besonderen Maße auf Adventistenkinder zu. Niemand mehr kann das nachvollziehen, was hier steht als Adventistenkinder, die von Anfang an ihrer Geburt irgendwie schon das hohe Erbe mit in die Wiege gelegt bekommen haben, nicht wahr? Die mit der Muttermilch die Idee aufgesogen haben, dass es mal eine neue Erde geben wird. Und trotzdem eigentlich kein Unterschied war zwischen denen, die Adventistenkinder waren und den Kindern, die vom Glauben nichts wussten, oder? Und das scheint etwas zu sein, was auch im Erwachsenenalter stattfinden kann.
[13:55] Was sind eigentlich diese Grundsätze der Welt, denen auch offensichtlich die Juden, obwohl sie ja tausende Geschichte mit Gott hatten, unterworfen waren? Was waren diese Grundsätze der Welt? Schaut mal mit mir in 1.Johannes 2, Vers 15 und 16. Woraus besteht denn die Welt? Also jetzt nicht in einem wissenschaftlich, naturwissenschaftlichen Sinne, sondern in einem geistlichen Sinne. 1.Johannes 2, Vers 15 und 16, woraus besteht die Welt? Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist? Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Also Paulus sagt, wir waren zwar gläubig im Sinne, dass wir wussten, es gibt nur einen Gott und nicht mehrere Götter. Wir waren gläubig in dem Sinne, dass wir am Sabbat in die Synagoge gingen und nicht am Sonntag. Wir waren gläubig in dem Sinne, dass wir kein Schweinefleisch aßen. Aber wir waren auch stolz. Unsere Augen sind überall gewesen. Unsere Triebe haben uns regiert. Wir waren zwar äußerlich Teil des Volkes Gottes, aber trotzdem den Grundsätzen der Welt unterworfen. Könnte uns das auch passieren? Könnte es sein, dass wir auch vielleicht in der Gemeinde sitzen und doch den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen? Schaut mal noch in Kolosser 2 und Vers 8. Kolosser 2 und dort Vers 8. Habt Acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß. Die Grundsätze der Welt, das ist das, wie die Menschen im Allgemeinen so handeln, wie die Kultur ist, wie der Zeitgeist ist. Und die Juden im Alten Testament, das kann man ja beim Lesen des Alten Testamentes schnell herausfinden, haben fast für die gesamte Zeit des Alten Testamentes trotz ihres Wissens von Gott sich eigentlich immer am Zeitgeist orientiert, oder? An den Menschen um sich herum, an der Gesellschaft, an der Kultur. Wenn wir als Gläubige uns an dem orientieren, was um uns herum ist, dann sind wir den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen. Und obwohl wir vielleicht theoretisch auf dem Papier Erben sind, sind wir unmündig und zwischen dem Erben und dem Knecht ist eigentlich kein Unterschied. Es reicht also nicht einfach nur aus zu sagen, ich bin Erbe, Jesus ist für mich gestorben. Man muss auch heranwachsen, man muss auch irgendwann lernen als Erbe zu leben. Wer immer ein Kind bleibt, ich weiß nicht, habt ihr es mal gesehen, es gibt eine Krankheit, bei der Menschen glauben, dass sie erwachsene Menschen, dass sie Kinder sind. Das gibt es mittlerweile in allen Varianten. Ich hatte mal einen einen Bericht gesehen von einem erwachsenen Mann, der war Familienvater, hat seine Familie aufgegeben, hat seine Familie verlassen, hat Kinder verlassen, weil er der Überzeugung war, er ist in Wirklichkeit ein vierjähriges Mädchen. Und hat sich dann als vierjähriges Mädchen verkleidet, hat als vierjähriges Mädchen gelebt und er hat sogar eine Pflegefamilie gefunden, die ihn aufgenommen hat. Die gesagt hat, naja, wenn das eine Identität ist, dann wollen wir ihm ein Heim bieten. Und der ein großer Mann mit Bart, ich war und hat dann so rosa Dinge an und spielt mit der Puppe. Wir würden sagen, das ist ja absurd. Vielleicht denken die Engel so ähnlich über uns, wenn wir so so lange schon so zeitlich gesehen so erwachsen sein müssten und immer uns noch so kindisch verhalten.
[18:08] Knechte. Wie lange sollten die Juden dem Verwalter unterstehen? In Galater 4 Vers 2 haben wir gelesen, bis der zum Vater festgesetzten Zeit. Und das erklärt eigentlich jetzt den nächsten Vers in Vers 4. Einer der bekanntesten Verse, den man aber selten richtig versteht. Da steht nämlich, als aber die Zeit erfüllt war. Habt ihr den Vers mal gelesen? Es kommt immer zu Weihnachten. Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan. Die Zeit war erfüllt. Und da hört man dann Predigen wie, es wurde ja langsam mal Zeit. Die Zeit wurde voll. Keiner weiß genau, was damit gemeint ist. Wenn man den Kontext beachtet, wird ganz deutlich, was gemeint ist. Der Vater hatte eine Zeit festgesetzt. So wie ein echter Vater, ein echter König einen Zeitpunkt festsetzt und sagt, wenn mein Sohn 18 ist oder wenn er 17 ist oder 21, zu diesem festgesetzten Zeitpunkt ist er dann Erbe. Er braucht keinen Tutor mehr. So sollte es im Heilsplan einen Zeitpunkt geben, wo die Fülle des Glaubens deutlich wird. Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn. Diese Idee, als aber die Zeit erfüllt war, die gibt es schon im ersten Buch Mose, als der Jakob sieben Jahre lang bei Labern ist. Was tut er da sieben Jahre lang bei Labern? Er ist ein Knecht. Er arbeitet sieben Jahre lang als ein Knecht. Und dann heißt es dort, als aber die Zeit erfüllt war, als er seinen Dienst erfüllt war, als die Zeit der Knechtschaft vorbei war. Jesus sollte zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt kommen. Was meint ihr? Hat Gott sich einfach im Himmel überlegt und gesagt, ach das wäre schön, wenn erst mal 4000 Jahre vergehen, da habe ich noch ein bisschen Zeit, um das alles zu planen. Ich lasse die Menschen erstmal 4000 Jahre vor sich hinschmoren und dann kann Jesus kommen. War das so im Denken Gottes? Habt ihr euch mal die Frage gestellt, warum es 4000 Jahre gedauert hat, bis Jesus kam? Er hätte doch gleich kommen können, oder? Und warum 4000 Jahre und nicht 5000 Jahre oder 3000 Jahre oder 2500 Jahre oder 600 Jahre? Eins ist sicher, Gott wusste ihm vorhinein, dass nach 4000 Jahren der beste Zeitpunkt ist, oder? Deswegen hat er gesagt, dann und dann, er hat dem Daniel dann gesagt, so dann und dann wird der Messias auftreten, ihr kennt die Prophezeiung mit den 490 Jahren und so weiter. Aber warum genau zu dieser Zeit? Wenn man die Weltgeschichte anschaut und wenn man liest, was auch der Geist der Weissagung zu sagen hat, dann sagt sie, dass just in dieser Zeit nach Jahrhunderten und Jahrtausenden die Menschen angefangen hatten zu sehen, dass der Götzendienst absolut sinnlos ist. Gerade in jener Zeit, in den wenigen Jahrhunderten vor Jesus begannen die ersten Philosophen zu sagen, es gibt gar keine Götzen, das ist ja Unfug zu glauben, dass so ein Steinklotz oder ein Metallklotz uns erschaffen hat. Gerade als in der Weltgeschichte so eine Unzufriedenheit mit der Tradition gewesen ist, mit den Grundsätzen der Welt, als man gemerkt hat, diese Grundsätze machen nicht glücklich, es hat noch niemandem geholfen, just in der Zeit kam Jesus. Sie sagt es folgendermaßen, als die Zeit, als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, die Vorsehung hatte die Bewegung der Nationen und die Welle der menschlichen Impulse und Einflüsse gelenkt, bis die Welt reif war für das Kommen des Erlösers. Die Idee ist so, nachdem die Menschheit sich von Gott losgesagt hat, hat Gott sie erst mal sich selbst überlassen, hat gesagt, okay, wenn ihr ohne mich klarkommen wollt, versucht es. Und Jahrhundert für Jahrhundert, Jahrtausend für Jahrtausend haben die Menschen gedacht, dass wenn sie sich vor der Sonne niederwerfen, werden sie Glück finden. Wenn sie sich vor den, wenn sie die Frösche anbeten, die Kälber anbeten, das wird toll sein. Und nach ungefähr 4000 Jahren Menschheitsgeschichte stellt man in der Weltgeschichte fest, man war total unzufrieden. Ellen White sagte an anderer Stelle, der Götzendienst hat seinen Einfluss auf das Denken der Menschen verloren. Sie waren endlich offen für etwas Besseres. Manchmal lässt uns Gott eine lange Zeit im Irrtum, bis wir offen sind für etwas Besseres. Gott wartet manchmal Jahre, Jahrzehnte und wir wundern uns, warum wirkt er nicht an diesen Menschen, weil er weiß, solange der Mensch diesen Grundsätzen unterworfen ist, kann er tun und machen, was er will. Solange der Mensch nicht möchte, solange der Mensch nicht aus Ägypten heraus will, kann Gott ihn nicht holen. Wann hat Gott die Ägypter besiegt und Israel aus Ägypten herausgeholt? Als die Israeliten gesagt haben, wir wollen raus, es ist uns genug. Aber was ist, wenn wir nie raus wollen, wenn wir nie erwachsen werden wollen, wenn wir nie feststellen, dass das Kindische in unserem Leben einfach nur kindisch ist. Jesus kam weltgeschichtlich gesehen, als die Menschheit reif war und zwar nicht nur die Menschen, sondern auch das Volk.
[24:27] Schaut mal in Vers 4, als aber die Zeit erfüllt war, sagte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, Vers 5, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. Paulus macht jetzt was sehr wichtiges. Er sagt, schaut Galater, ihr wart Heiden, wir waren unter dem Gesetz. Warum waren wir unter dem Gesetz? Weil genauso wie ihr Knechte der Sünde wart, auch wir Knechte der Sünde waren. Deswegen haben wir das Gesetz gehabt, das uns immer sagt, tu das nicht, tu das nicht, tu das nicht. Und Jesus kam, um euch zu retten und Jesus kam, um uns zu retten. Und wenn ihr jetzt Jesus verlasst, um wieder Juden zu werden, dann macht ihr einen großen Fehler. Damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen. Wovon hat er sie losgekauft? Was würdet ihr sagen? Wovon hat Jesus die Juden losgekauft? Dann verstehen wir den Vers gleich noch besser. Wovon hat er sie losgekauft? Wovon hat er sie losgekauft?
[25:53] Ihr dürft auch gerne eine falsche Antwort geben, das ist kein Problem, Hauptsache ihr gebt eine. Von der Knechtschaft der Sünde, das stimmt. Im Galater steht es folgendermaßen, schaut mal Galater 3 und dort Vers 13. Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes. Also um das mal ganz bildlich zu erklären. Die Heiden haben gelebt und gesündigt und wussten nicht mal, dass es Sünde ist. Und die Israeliten, die wussten schon, dass es Gott gibt, aber sie waren immer noch der Knechtschaft unterworfen. Sie kannten das Gesetz, aber sie konnten es nicht halten. Und Jesus kam, um sie von dem Fluch des Gesetzes zu erlösen. Wie hat er sie von dem Fluch des Gesetzes erlöst? Steht in dem Vers gleich danach, in dem er ein Fluch wurde für sie, indem er selbst ihre Sünden auf sich nahm.
[27:02] Hast du schon mal gedacht, das Gesetz ist gegen dich? Hast du schon mal gedacht, ich komme mit Gottes Wort in Konflikt. Immer wenn ich es lese, stelle ich fest, ich bin nicht so, wie es sagt. Die einzige Hoffnung und die einzige Lösung besteht nicht darin, mehr Bibel zu lesen, noch mehr zu wissen von der Bibel, weil das vergrößert das Problem. Die einzige Hoffnung besteht darin, zu akzeptieren, dass Jesus genau diese Situation auf sich nimmt, auf sich genommen hat, nicht das Gesetz beiseite getan hat, aber diesen Gegensatz zwischen mir und dem Gesetz aufgehoben hat, damit wir Söhne sind.
[27:54] Jetzt dieses Wort hier ist interessant, damit wir die Sohnschaft empfingen. Im Griechischen steht, damit wir adoptiert werden. Ich weiß nicht, ob ihr euch schon mal mit dem Thema Adoption beschäftigt habt. Jesus Christus hat es möglich gemacht, dass du adoptiert wirst vom Vater. Sind das bewusst? Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du ein adoptiertes Kind bist? Jeder gläubige Mensch ist ein adoptiertes Kind. Von Natur aus waren wir eigentlich gegen Gott, oder? Wir sind von Natur aus nicht Söhne Gottes, aber durch den Glauben, durch die Entscheidung, die wir für Gott treffen, können wir adoptierte Kinder sein.
[28:49] Nun schaut mal mit mir in Johannes 1 und dort Vers zwölf und 13. Johannes 1 Vers zwölf und 13. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, quasi die Autorität, die Vollmacht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Wer wird Kind Gottes? Wer wird adoptiert? Was ist die Bedingung, um adoptiert zu werden? Schaut in den nächsten Vers, die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Man kann nicht adoptiert werden, indem ich sage, Gott, du musst mich adoptieren. Ich kann nicht adoptiert werden, indem ich sage, Gott, ich habe schon drei oder vier oder fünf Generationen von Adventisten, ich kenne die Sabbatschulgeschichten, hier bin ich, adoptiere mich. Man wird adoptiert durch Wiedergeburt, man wird adoptiert durch Glauben, indem ich glaube, dass Jesus genau die Sünde, die mich mit dem Gesetz in Konflikt bringt, dass er sie auf sich genommen hat, sodass plötzlich kein Konflikt mehr zwischen mir und dem Gesetz ist. Und dazu muss ich mich endlich mal nicht auf mich selbst verlassen, ich muss wegschauen von mir und dann bin ich ein adoptiertes Kind Gottes.
[30:36] Glaubt ihr, dass Gott ein Interesse an seinen adoptierten Kindern hat? Wir sagen manchmal, wir sind ein Kind Gottes und machen uns wenig Gedanken, was das bedeutet, wie Gott sich um uns sorgt. Ich gebe mal ein Beispiel, was die Bibel so alles über Kinder sagt. Lukas 11, Vers 13. Wir haben ja einige Eltern unter uns und noch mehr Kinder. Also jeder von uns ist ja mal ein Kind gewesen, oder? Das heißt, auch wenn wir nicht alle Eltern sind, wissen wir alle, was Eltern sind, weil wir alle Eltern gehabt haben. Lukas 11, Vers 13. Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern was zu geben versteht, selbst Menschen, sündig wie sie sind, haben eine Fähigkeit zu sehen, hey, mein Kind braucht etwas Gutes, oder? Also mit abgesehen von einem sehr kleinen Präsenzsatz von psychisch kranken Eltern sind doch alle halbwegs gesunden Eltern dazu in der Lage, ihren Kindern das Beste zu geben, was sie brauchen, oder? Das Beste für sie zu wollen. Gut, es kommt eine Zeit in der Pubertät, wo man nicht mehr den Eindruck hat als Jugendlicher, aber irgendwann später sieht man, dass das nur eine Phase war und man erkennt dann, ja doch, meine Eltern wollten nur das Beste für mich. Gut, sie waren sündig, der Anspruch und die Wirklichkeiten mögen manchmal knapp aneinander vorbeigelaufen sein, aber Eltern sind in der Lage, Gutes zu geben. Dann sagt er, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten? Wisst ihr, was mir auffällt? Wir sagen ganz selbstverständlich, wir sind Kinder Gottes und dann bitten wir Gott um den Heiligen Geist so, als ob wir ihn lange überreden müssten. Als ob durch ein langes Gebet und durch viel Übung, mir irgendwie Gott jetzt mach es doch bitte, bitte, bitte. Könnte das sein, dass wir vielleicht gar nicht so richtig überzeugt sind, dass wir echte Kinder Gottes sind? Also wenn ich in Not war und zu meinen Eltern gehe und sage, ich brauche das jetzt wirklich ganz dringend, da musste ich sie nicht lange überreden, oder? Ich weiß nicht, vielleicht habt ihr solche Eltern gehabt, aber eigentlich nicht, oder? Wenn du glaubst, dass Gott dein Vater ist, warum haben wir so oft Zweifel daran, dass er immer das Beste für uns will und dass jede Situation, die uns führt, die Beste gerade für uns ist?
[33:26] Könnte es sein, dass wir vielleicht tatsächlich Erben sind, aber noch nicht wirklich verstanden haben, dass wir Söhne, dass wir Kinder sind? Wie ein kleines Kind, das einfach nicht begreifen will, dass die Mama es gut meint, wenn sie sagt, bitte nicht auf die heiße Herdplatte fassen. Ein kleines Kind sagt, ich will aber unbedingt, wieso lässt du mich nicht, bist ja gemein. Das unmündige Kind begreift das nicht. Das mündige Kind wird später sehen, ja, mein Vater, meine Mutter haben es gut gemeint. Glaubst du ganz persönlich heute, dass Gott dir nur Gutes geben will?
[34:15] Schau mal, Johannes 14, Vers 16, der heilige Geist, denen gegeben, die Kinder sind. Johannes 14, Vers 16. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit. Nicht nur gibt uns Gott das Gute, sondern das Gute bleibt bei uns wie lange? Immer. Also Gott ist nicht nur ein Vater, der uns das Beste gibt, sondern der uns das Beste immer gibt.
[34:54] Schaut mal, was der heilige Geist eigentlich tut in Römer 8, und dort Vers 16 und 17. Römer 8, Vers 16 und 17. Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir was sind? Dass wir Gottes Kinder sind. Also mit anderen Worten, Gott sendet seinen Sohn, damit wir Kinder Gottes sein können, und Gott sendet seinen Geist, damit wir wissen, dass wir Gottes Kinder sind. Durch den Sohn werden wir Gottes Kinder, durch den Geist wissen wir, dass wir Gottes Kinder sind. Aber manchmal leben wir geistlos, und dann besteht zwischen dem Erben und dem Knecht kein Unterschied.
[35:53] Die Frage aller Fragen ist also, eigentlich hast du den heiligen Geist in deinem Leben. Übrigens, Paulus, dem ist das aufgegangen, dass das die Frage ist. Deswegen werden wir später sehen, in Galater 5, erklärt er dann ganz praktisch, woran man erkennen kann, ob der heilige Geist in meinem Leben ist.
[36:15] Zurück zu Galater 4, und dort Vers 6. Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gegeben, der ruft, Aber Vater. Wenn der heilige Geist in mein Herz kommt, was bewirkt dann das in meinem Leben? Wenn der heilige Geist in mein Herz kommt, was bewirkt das über das, was ich sage und denke? Ja, das erkennt es dabei. Was sagt der vom heiligen Geist erfüllte Mensch? Er sagt, Aber, und Aber ist aramäisch und heißt Vater. Er betont das zweimal, sagt, Ein Mensch, der vom heiligen Geist erfüllt ist, schaut zu Gott und sagt, Mein Vater. Ein Mensch, der die Bibel kennt, aber nicht vom heiligen Geist erfüllt ist, der schaut zu Gott und sagt, Richte mich nicht. Nochmal, ein Mensch, der vom heiligen Geist erfüllt ist, der schaut zu Gott und sagt, Vater. Ein Mensch, der von Gott weiß, der die 10 Gebote kennt, aber nicht vom heiligen Geist erfüllt ist, der schaut zu Gott und sagt, Richte mich nicht. Der versteckt sich, der weiß von Gott, aber ist immer noch den Grundsätzen der Welt als Knecht unterworfen. Und der Lagnustest, die Frage ist, kann ich nur für mich oder kannst du nur für dich selbst beantworten, ist, wenn du an Gott denkst, ist das Erste, was dein Herz ausruft, mein Vater. Oder ist da Furcht und Unsicherheit? Denn wenn da Furcht und Unsicherheit ist, ist das ein Indiz, ein Indikator, dass wir noch unmündig sind. Denn die Liebe Gottes durch den heiligen Geist treibt die Furcht aus. Denn wie sagt Erstjohannes, die Furcht aber hat es mit Strafe zu tun. Dann bin ich noch unter dem Gesetz, dann ist das Gesetz außerhalb von mir und nicht in mir.
[38:47] Schaut, das Gesetz, der Daniel Pehl, mit dem ich jetzt in Malaysia war, der hat das so schön in Malaysia erklärt. Ich will euch das kurz erklären. Er sagt, das Gesetz hat zwei Funktionen. Entweder es ist außerhalb von mir oder es ist in mir. Wenn es außerhalb von mir ist, dann bin ich mit dem Gesetz nicht überein. Dann lese ich es und ich bin unter dem Gesetz oder es ist in mir. Dann bin ich nicht mehr unter dem Gesetz, sondern dann lebt das Gesetz in mir. Aber der, der das Gesetz in mein Herz schreibt, ist der heilige Geist. Und ohne heiligen Geist wird das Gesetz nicht weggehen, es ist immer da. Aber es verbreitet nur Angst und Schrecken. Sogar mit gewissem Recht, denn ohne, wenn das nicht da wäre, würde ich ja noch weiter sündigen. Aber es kann doch nicht auf Dauer sein, dass wir als Christen durch das christliche Leben leben und eigentlich immer nur Angst haben. Davor, dass Gott mich vielleicht doch wieder bestraft.
[39:53] Ein Kind Gottes sein, das ist das, was der heilige Geist mir bewusst macht. Der Geist bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind.
[40:06] Nun, Paulus endet sie jetzt ab Vers 8 an ihr altes Leben. Er sagt, schaut mal in Vers 8, Galater 4, Vers 8. Übrigens, Vers 7 haben wir vergessen. So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn, wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus. Das ist die Idee, wenn du den heiligen Geist hast und verstehst, Gott ist mein Vater, dann wirst du nicht mehr zweifeln, dass du auch erben wirst. Aber jetzt zum nächsten Teil, Vers 8. Damals aber, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind. Paulus erinnert sie kurz an ihr altes Leben. Die Galater waren wie alle anderen Völker Götzendiener. Weiß jemand von euch, wer die Götter der Galater waren? Ganz interessant. Macht bloß keine große Studie in eurem Leben über die Götter der Galater. Aber falls ihr mal darauf stoßen solltet, die Galater waren ja Kelten, die hatten diese keltischen Götter. Da gab es zum Beispiel den, muss ich selbst nachschauen, Busurigius. Das hieß wörtlich besetzt der königliche Küsser, der Gott mit den dicken Lippen. Das war ihr Sonnengott. Jedes Volk hat seinen Sonnengott gehabt und bei ihnen hieß der Busurigius. Und weil sie dann in Griechenland lebten, also in Kleinasien, und die Griechen nicht wussten, wer Busurigius ist, haben sie gesagt, naja, das ist so ähnlich wie Zeus. Das war so eine Mischform. Dann hatten sie auch diese komischen gallischen Kapuzen-Dämonen. Das waren so kleine Statuen mit Kapuzen. Kapuzen-Dämonen. Und dann haben die den angebetet. Die Galater haben übrigens schlimme Sachen gemacht. Die haben Kriegsgefangene auch gerne mal geopfert. Die sind nackt in den Krieg gezogen, das war gallischer Brauch. Und sie haben ihre Eichenheine gehabt, wo sie dann ihre Hunde geopfert haben, ihre Rinder, ihre Pferde. Und vor allem haben sie den Vogelflug gedeutet. Also wenn so ein galatischer König in den Krieg gezogen ist, hat er mal geguckt, was sagen die Vögel. Und der war manchmal schon auf dem Weg. Und als dann sein Guru, sein Drusus, dann gesagt hat, du, die Schwalben fliegen in die falsche Richtung. Dann ist er wieder zurück. Also quasi ein bisschen wie so ein Horoskop, das ist gläubiger. Und Paulus benutzt das und sagt, ihr wart Sklaven dieser Sache. Ihr dientet, das Wort dienen im griechischen, dulos, ist dasselbe wie Sklave. Ihr wart Sklave dieser Kultur, ihr wart Sklave dieser Weltanschauung. Und im Grunde genommen war das eigentlich eine ziemlich peinliche Sache. Ich meine, wer rennt schon nackt in den Krieg, oder? Ja, die haben gesagt, das ist unsere Kultur, das macht man so. Vielleicht werden mal, sollte die Erde noch stehen, in 300 Jahren auch die Leute sagen, wie sind denn damals die Menschen rumgelaufen, so halbnackt. Wir würden sagen, das war unsere Kultur. Die Grundsätze der Welt führen zu äußerst schamvollen Dingen. Aber die Galater haben nie drüber nachgedacht, das zu ändern. Sie waren Sklaven, sie konnten gar nicht anders als so, weil das waren die Grundsätze der Welt.
[43:17] Und jetzt sagt Paulus folgendes, Vers 9. Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, da ihr doch Christen geworden seid, da ihr diesen galatischen Unsinn mit den Göttern beiseite geschoben habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, weil ihr kam nicht zu Gott, sondern Gott kam zu euch. Er hat die Initiative ergriffen. Und übrigens, Gott zu erkennen ist keine Kleinigkeit. Die Bibel sagt, denn das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du Alleinwacher Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Das ist doch eigentlich der neue Bund. Im neuen Bund heißt es, sie werden mich alle erkennen. Niemand wird mehr sagen, erkenne den Herrn, sondern sie werden mich alle erkennen. Jetzt, wo ihr eigentlich doch das Evangelium verstanden habt und gelebt habt.
[44:02] Vers 9. Wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von neuem dienen wollt? Der Bengel hat mal gesagt, das ist eine Frage voller Verwunderung. Der Paulus fragt sich, wie kann es sein, dass Menschen, die Sklaven ihres Lebens waren, ihres Lebensstils, und die das Evangelium verstanden haben, die es gelebt haben, die begeistert waren, die die Vergebung der Sünden gespürt haben, wie kann das sein, dass die wieder zurück sich wenden? Und ich glaube, die Frage ist super brisant. Die ist enorm aktuell. Denn wir alle sitzen hier, weil wir doch einmal das Evangelium so richtig erlebt haben, oder? Dass es uns zu Tränen gerührt hat. Dass wir bereit waren, ohne drüber nachzudenken, alles wegzutun, was nicht damit übereinstand, oder? Und dann hat doch manchmal unserem Leben die Erfahrung gezeigt, dass wir uns so langsam, peu à peu, wieder zurückwenden, oder? Übrigens, hier im Griechischen, das ist nicht einfach so ein Sprung in die andere Richtung, sondern ein langsames, schrittweises, andauerndes Zurückwenden. Jetzt unter einem anderen Mantel. Sie sind ja immer noch Christen, ja? Aber in ihrem christlichen Leben beginnen sie wieder nach armseligen Grundsätzen, nach den Grundsätzen der Welt zu leben. Ein Grundsatz der Welt ist Hochmut. Und plötzlich beginnen sie, diese Idee zu entwickeln, als galatischer Christ muss ich erst ein Jude sein. Die Juden sind wichtiger als die anderen. Und auch dieses Prinzip des Hochmuts führt dazu, dass sie diese Irrlehre annehmen. Und sie sind jetzt Christen, aber verhalten sich so wie Heiden. Sie sind in der Gemeinde, aber der Erbe ist nicht zu unterscheiden von dem Knecht.
[46:09] Wisst ihr, ich glaube, der Paulus würde uns Ähnliches schreiben, wenn wir in der Gemeinde sind, aber nach den Prinzipien der Welt leben und handeln. Wenn wir das tun, dann ist der Galaterbrief für uns. Wenn Hochmut, wenn Fleischeslust, wenn Augenlust, wenn die Tradition von Menschen unser Leben beeinflussen und bestimmen, dann ist das hier für uns geschrieben. Denn dann ist da eine Krise, die nur durch das Kreuz gelöst wird.
[46:45] Übrigens, manches Mal gibt es ja Leute, die sagen, naja, wenn man einmal gerettet gewesen ist, und dann geht man wieder in die Welt zurück, dann ist Hopfen und Malz verloren, oder? Dann ist alles vorbei. Paulus dachte nicht so, ansonsten hätte er nicht den Brief geschrieben, oder? Während ihr gerade wieder abdriftet, wie in so einem Treibsand, wieder anfangen zu sinken, kommt zurück. Ich glaube, das kann man gar nicht oft genug hören, oder?
[47:13] Eine Frage voll Erstaunen. Schaut mal in Vers 10. Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. Weil die Galater gehört hatten, dass der einfache Glaube an Christus nicht ausreicht, dass das so eine neue, komische Sekte ist, und dass man in Wirklichkeit beschnitten sein muss, um dazu zu gehören, zu dem Kreis der wahren Thora-Gläubigen, haben sie jetzt angefangen, so zu leben, wie die anderen großen Pharisäer- und Saluzäer-Kirchen, und haben es ganz genau genommen mit den jüdischen Festen. Sie haben den Jom Kippur gefeiert, den großen Versöhnungstag, das Posaunenfest. Und das Griechische sagt, sie waren ganz darauf bedacht, alles fein und genau einzuhalten.
[48:11] Lasst uns eine Lektion lernen. Eine Religion ohne Christus ist immer sehr penibel mit den nebensächlichen Details. Eine Religion ohne Christus ist immer sehr penibel mit den Details. Ganz egal, ob es darum geht, dass man genau die richtigen Waschungen macht, oder dass man genau die richtige Prophezeiung im richtigen Detail versteht. Eine Religion ohne Christus wird äußerst ungemütlich, wenn ihr kleines Lieblingspferd angegriffen wird. Da ist man sehr pedantisch, sehr genau. Wenn ihr Menschen trefft, in der Gemeinde, außerhalb der Gemeinde, in der Christenheit, außerhalb der Christenheit, die sich um Nebensächlichkeiten und Details unglaublich pedantisch darauf einschießen, und Christus nicht so wirklich im Zentrum ist, ist es ein gutes Zeichen dafür, dass man es mit Unmündigen zu tun hat. Mit Menschen, die im Grunde genommen eigentlich den Grundsätzen der Welt unterworfen sind. Denn Paulus sagt, schaut, als ihr Heidenwart wart, ist das doch nicht anders, oder? Ihr habt ganz pedantisch auf den Vogelflug geachtet. Eine völlige Nebensächlichkeit. Ein Mensch, der mit klaren Sinnen ist, würde doch durch die Welt gehen und sagen, ob die Schwalbe nach links geht oder nach rechts geht, ist doch vollkommen egal. Aber als Heide war das plötzlich ganz wichtig. Und man hat ganz genau darauf geachtet, wie man jetzt in den Eichenhaien geht. Und das wirklich Wesentliche nämlich, den Nächsten zu lieben, dem Menschen ein Freund zu sein, das war unwichtig. Man hat sogar die Menschen getötet. Hauptsache, man hat den richtigen Eritus eingehalten, damit Bussorygius zufriedengestellt ist, oder?
[50:04] Und jetzt sagt Paulus, schaut mal, was ihr gemacht habt, ist genau das Gleiche. Es ist genau das Gleiche, nur dass ihr euch Christen nennt. Ihr haltet ganz genau bestimmte Festzeiten ein. Ihr achtet darauf, dass ihr beschnitten seid und das und jenes. Aber das Evangelium, das, was der Heilige Geist bewirkt, das ist euch unwichtig. Das ist ein Kennzeichen von Fanatismus, dass Nebensächlichkeiten und Details so hoch gehoben werden, dass Christus nicht mehr zu sehen ist. Und Paulus sagt, schaut mal, wenn ihr genau darüber nachdenkt, ist das nichts anderes, als was Menschen in der Welt tun. Für die sind Nebensächlichkeiten so wichtig. Und das Wichtige ist nebensächlich. Und da unterscheiden sich Weltmenschen in der Disco nicht so sehr von Splittergruppen. In beiden Fällen sind die Nebensächlichkeiten sehr wichtig und die Wichtigkeiten sehr nebensächlich. Die Frage ist, ist in meinem Leben, sind die Nebensichtlichkeiten wichtig oder sind die Wichtigkeiten wichtig? Ist Christus und sein Heiliger Geist in meinem Leben wichtig? Also wirklich wichtig, nicht nur so wichtig, wie ich jetzt natürlich mit dem Kopf nicke, weil ich am Sabbat hier in der Gemeinde bin und natürlich mit dem Kopf nicken muss. Nein, nein, ist er wirklich wichtig? Sieht man einen Unterschied zwischen dem Erben und dem Knecht.
[51:39] Und Paulus sagt dann etwas ziemlich Dramatisches in Vers 11. Er sagt, ich fürchte um euch, dass ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe. Wir haben schon mal gelernt, Paulus wollte nicht vergeblich arbeiten. Paulus war ein effizienter Arbeiter. Paulus hat nicht gerne gearbeitet, es kam nichts dabei raus. Aber er fürchtet, dass Menschen, die einmal mit vollem Herzen gesagt haben, ich möchte Christus nachfolgen, I surrender all, ich übergebe alles. Plötzlich sagen, ach weißt du, mir ist es doch wichtiger, wie ich angesehen bin, hier und dort. Und Paulus sei jetzt mal, nicht immer nur bei Jesus. Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob Jesus so etwas ähnliches sagen würde? Ich fürchte, dass ich vergeblich um euch gearbeitet habe. Arbeitet Jesus für uns? Was arbeitet Jesus für uns? Gerade. Er ist unser hoher Priester, was macht er? Er spricht für uns. Wenn es vergeblich ist, für uns zu sprechen, was würde er dann tun? Aufhören. Übrigens, was sagt Jesus, der gemeine Laodizeer? Ich bin dabei, dich auszuspucken. Das würde er nur tun, wenn er zum Eindruck kommt, dass es vergeblich ist. Könnt ihr sehen, der Galaterbrief hat etwas mit Laodizeer zu tun? Es sind nicht nur die Galater, die mit ihrer komischen Kultur vor 2.000 Jahren. Im Grunde genommen kann man dieses Phänomen, was die Galater hier beschreiben, immer wieder sehen. Da kommt das Volk Israel aus Ägypten heraus, ist begeistert und lebt dann doch nach den Grundsätzen der Welt. Da kommen die Christen aus dem Judentum heraus, erfüllt vom Heiligen Geist und wenige Jahrzehnte später siehst du sie, wie sie die Grundsätze der Welt annehmen, Konstantin und so weiter. Plötzlich wird eine Staatskirche daraus. Dann kommen die Protestanten und protestieren, sind erfüllt vom Heiligen Geist und wollen wieder die Wahrheit herstellen und kurze Zeit später siehst du, wie die Protestanten sich den Grundsätzen der Welt anreichen. Dann kommt die Adventgemeinde heraus. Jetzt kommt Jesus wieder. Die Adventgemeinde wird sich nie den Grundsätzen der Welt anwerfen, oder? Schon gar nicht ich, oder? Und so braucht es Erweckung und Reformation, nicht weil das so ein Mantra ist, mit dem man die Gemeinde irgendwie am Laufen hält, sondern weil wir Menschen eben in der Gefahr stehen, immer wieder gern uns zurückzuwenden zu diesen Grundsätzen der Welt. Ich möchte nicht, dass Jesus für mich umsonst gearbeitet hat.
[54:29] Vers 12. Paulus sagt jetzt etwas wirklich Dramatisches. Er sagt, werdet doch wie ich. Das muss man ja mal sagen können, oder? Ich weiß nicht, was ihr denken würdet von einem Prediger, der nach vorne kommt und sagt, liebe Geschwister, werdet wie ich. Um sowas sagen zu können, muss man erstens einen tadellosen Lebenswandel gehabt haben und zweitens unglaublich demütig gewirkt haben. Nur wenn man sehr demütig und sehr tadellos gelebt hat, hätte man sagen können, werdet wie ich. Und Paulus weiß das. Er war anders. Bei ihm war ein Unterschied zu sehen zwischen dem Erben und dem Knecht. Ellenwald sagt, er hat so gelebt unter den Granatern, dass er sagen konnte, werdet doch wie ich, weil er Christus im Herzen hatte, weil in ihm Christus gesehen wurde. Aber dann schaut man, er sagt weiter, werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr. Das ist interessant, oder? Er sagt hier eigentlich wörtlich, denn ich bin einer wie euch geworden. Die anderen Irrlehrer, die sagen, ihr Granate, ihr seid halb gute Christen, weil ihr seid noch keine Juden. Ihr seid erst so 2. Klasse. Ihr müsst erst zu uns heraufkommen. Ihr müsst erst Juden werden. Ihr müsst euch beschneiden lassen. Und die Granate haben gesagt, wow. Das fleischliche Herz läuft Menschen nach, die uns verachten. Das menschliche, fleischliche Herz läuft Egoisten nach. Das ist der Grund, warum Menschen gerne Idole haben. Weil die Idole sagen, ich bin so reich, ich bin so schön, ich bin so toll, ich bin besser als du. Und alle anderen sagen, ja. Ich möchte mein Zimmer mit dir plakatieren, weil du bist wirklich schöner und reicher und besser als ich. Das fleischliche Herz, so krank es scheinen mag, läuft denen hinterher, die sagen, hey, ich bin besser als du. Du kannst doch dafür bezahlen, dass du zu meinem Konzert kommst, um mich zu bewundern. Und Paulus sagt, hey, ich bin nicht so. Ich wurde einer wie euch. Und jetzt rennt ihr von mir weg und denen nach? Ich war Pharisäer und ich habe erkannt, kein Pharisäer, kein Jude ist besser als ein anderer, sondern ich bin Heidenmissionar geworden. Ich habe mich auf eure Stufe begeben. Ich bin dem Griechen ein Grieche geworden. Werdet doch wie ich. Erkennt doch, dass es keinen Unterschied gibt zwischen Juden und Griechen. Dass wir alle durch den Glauben gerettet werden. Und lasst euch nicht blenden von Leuten, die mit ihrem Hochmut euch wegziehen.
[57:18] Und dann sagt er in Vers 12, ich bitte euch, ihr Brüder, ihr habt mir nichts zu leider getan. Ihr wisst aber, dass ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. Und jetzt ganz am Ende, wir machen das Vers 15. Erzählt er ihnen, erinnert er sie daran, wie sie sich zum ersten Mal getroffen haben. Quasi die erste Liebe. Und er sagt, wisst ihr noch, als ich zu euch kam, ich kam nicht als ein besonders begnadeter Prediger. Wusstet ihr übrigens, das ist ganz interessant, haben wir nicht die Zeit, das anzuschauen, dass die Bibel an vielen Stellen den Eindruck erweckt, dass Paulus kein besonders spannender Prediger war. Es gibt Stellen, da heißt es, dass seine Gegner gesagt haben, die Briefe sind stark, aber seine persönliche Gegenwart ist ziemlich schwach. Er muss ein relativ, ich will nicht sagen langweilig, aber ein ziemlich schwacher, zitternder Prediger gewesen sein. Einer, der körperlich sehr mitgenommen war. Wir wissen ja unter anderem, er hatte ein körperliches Leiden. Ja, kommen wir gleich noch darauf zurück. Und seine Briefe sind zwar oft unglaublich gewaltig, aber seine Predigt war jetzt vielleicht nicht so, dass man sagt, wow, was für eine brillante Rhetorik. Sondern man musste schon genau hinhören. Wenn man ein offenes Herz hatte, konnte man das Evangelium hören. Und das haben die Geleiter gemacht. Er sagt mit anderen Worten, ihr wisst von meiner Schwachheit und meine Anfechtung in meinem Fleisch, habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut. Er kam ganz simpel. Und er wusste, dass viele andere ihn verabscheut haben. Aber die Geleiter nicht. Die haben etwas erkannt in seiner Predigt.
[59:03] Wisst ihr, wer verabscheut worden ist und verachtet worden ist aufgrund seines äußerst unvorteilhaften Erscheinungsbildes? Jesaja 53. Wir haben ihn nicht geachtet, nicht wahr? So verachtet und verlassen war er von den Menschen. Die Juden zur Zeit von Jesus, die den Grundsätzen der Welt unterworfen waren, die nach Augenlust, Fleischeslust und Hochmut gelebt haben, mit der Bibel, konnten in diesem armseligen Zimmermann nichts sehen.
[59:35] Mal so eine praktische Frage zwischendurch. Kann es sein, dass wir auch manchmal Gottes Botschaft für uns verpassen, weil sie durch Menschen kommen, die so armselig und schwach aussehen, dass wir uns nicht vorstellen können, dass Gott durch sie spricht? Die Galater hatten den Juden etwas voraus. Sie haben hinter der unscheinbaren menschlichen Fassade die Botschaft für sie erkannt.
[1:00:05] Er sagt, ihr habt mich nicht verachtet, ihr habt mich nicht verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus. Es ist so, als ob er sich erinnern möchte. Schaut mal, erinnert euch daran, wie das war, als ihr zum ersten Mal das Evangelium erlebt habt. Da war es euch egal, ob ich ein teures Kleid hatte oder ein bindiges Kleid. Da war es egal, ob ich eine lange Gredel hielt oder eine kurze. Da war es egal, ob ich ein paar Fehler gemacht habe in der Grammatik. Euch hat die Botschaft interessiert. Ihr habt euch nicht an Äußerlichkeiten aufgehalten. Wie viele heute vielleicht Sabbat für Sabbat nach der Predigt gehen und sagen, das war falsch, das war nicht gut, das hat mir nicht gefallen, Frisur sah es nicht, wie der schon wieder aussah. Den Galatern waren die Äußerlichkeiten unwichtig. Sie haben die Botschaft erkannt.
[1:00:59] Und dann schaut man Vers 15, das ist so schön. Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, dass wenn möglich ihr eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. Das klingt erstmal merkwürdig, oder? Aber wenn man die Geschichte von Paulus kennt, ist das unglaublich toll. Was war das Augenbleiben von Paulus? Er war kurzsichtig, nicht wahr? Konnte nicht sehen. Und wenn er kurzsichtig war und mindestens so kurzsichtig wie ich, dann hat er beim Predigen ungefähr so ausgesehen. Weil er sonst nicht lesen kann, so kann ich nicht lesen. Stell dir vor, der steht hier die ganze Zeit und predigt so. Kein Wunder, dass man denkt, das ist ein bisschen komisch, oder? Und dann sagt er, als ihr das gesehen habt, da wärt ihr bereit gewesen, jetzt hört gut zu, eure Augen auszureißen und mir zu geben, wenn das möglich gewesen wäre. Damit ich besser sehen kann. Hey, wärst du bereit dein Auge auszureißen? Nicht für mich. Wärst du bereit ein solches Opfer zu bringen für einen Bruder oder eine Schwester, die vielleicht sogar recht armselig und bescheiden zu einer Gemeinde am Rand steht? Als der heilige Geist damals die Galata packte, waren sie zu außerordentlichen Opfern bereit. Keiner hat sein Auge wirklich ausgerissen, weil die auch verstanden haben, das hätte nichts gebracht. Aber wenn es möglich gewesen wäre, da wären Galata gewesen, echte Gemeindeglieder, die hätten gesagt, ich reiße mein Auge aus, damit Paulus es leichter hat zu predigen. Ich reiße mir ein Bein aus, damit mein Bruder es leichter hat im Dienst Gottes. Damit wir besser zusammenarbeiten können. Das war das Zeichen, dass der heilige Geist unter ihnen war. Ich reiße mir ein Bein aus, ich reiße mir ein Auge aus für den Nächsten, für den Anderen. Das war ein Beweis, dass sie nicht den Grundsätzen der Welt unterworfen sind, oder? Denn das macht einem Weltmenschen nichts.
[1:03:09] Ihr Lieben, an der Stelle möchte ich euch einfach diese Frage stellen. Wenn wir uns mit den Galatern vergleichen, müssen wir nicht auch zugeben, dass wir manchmal, obwohl wir vielleicht Erben sind, nicht leben wie Erben. Dass vielleicht gar kein großer Unterschied zu sehen ist zwischen mir als Erben und denen, die keine Erben sind. Müssen wir nicht auch zugeben, dass wir uns manchmal von den Grundsätzen der Welt so sehr leiten lassen, dass wir eigentlich wieder mehr Knechte sind. Dass es fast schon so aussieht, als ob Jesus enorm viel investiert hat mit relativ wenig Frucht. Und wäre es dann nicht an der Zeit, so wie bei Paulus hier, dass wir uns erinnern an die erste Liebe. Erinnern an die Zeit, als wir Christus verstanden haben. Als wir Jesus angenommen haben, als wir vom heiligen Geist erfüllt waren. Uns daran erinnern, wie wir auch miteinander umgegangen sind. Wie sehr wir bereit waren, für andere da zu sein. Und ich glaube, dass das die Lösung so manchen Problems sein könnte, oder? Das Kreuz ist die Lösung für die Krise. Und wenn wir den Ratschlag des Paulus beachten und um den heiligen Geist bitten, der uns deutlich macht, wir sind Kinder Gottes. Und wenn ich ein Kind Gottes bin, dann bist du ein Kind Gottes. Und wenn wir Gott als einen Vater sehen, dann werden wir auch untereinander Gemeinschaft haben können. Wer von euch möchte sagen, ich möchte nicht nur ein Erbe auf dem Papier sein, ich möchte auch durch den heiligen Geist wie ein Erbe leben?
[1:05:04] Lass uns noch gemeinsam niederknien und beten.
[1:05:18] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du so eine unglaubliche Geduld mit uns hast. Und dass dein Wort zu uns spricht. Und dass es uns immer wieder daran erinnert, nicht brachial, aber mit dieser feinen Stimme, die uns vielleicht manchmal sogar nervt, weil sie so direkt ist, aber doch so liebevoll uns daran erinnert, dass wir alles verlieren, wenn wir zurück in die Welt rennen. Und das für nichts und wieder nichts. Bitte schenk du uns ein offenes Herz. Bitte erfülle uns mit dem heiligen Geist, dass wir nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch in unserem Leben wissen, dass wir Gottes Kinder sind. Dass wir wirklich, wenn wir mit dir reden, sagen können, dass du unser Vater bist. Und dass wir von dir das Beste empfangen. Und das ständig. Und dass wir uns von diesen armseligen Grundsätzen der Welt, sei es in einem Leben außerhalb der Gemeinde oder sei es durch fanatisches Festhalten an Nebensächlichkeiten, an Stolz und Augenlust und Fleischeslust, gib, dass wir uns von diesen Dingen lossagen. Dass wir uns von dir füllen lassen. Und dass wir die Hauptsache, das Kreuz, wieder zu einer Hauptsache in unserem Leben werden lassen. Und wir danken dir von ganzem Herzen, dass dein heiliger Geist es in unserem Leben möglich macht. Hab Dank dafür. Amen.
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