In dieser Predigt aus der Reihe „Die Krise und das Kreuz“ beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung des Galaterbriefs, insbesondere Kapitel 4. Er erklärt, wie die Galater von der Freiheit im Glauben abwichen und sich wieder dem Gesetz zuwandten. Anhand biblischer Beispiele wie Hagar und Sarah wird die Unterscheidung zwischen dem alten und dem neuen Bund verdeutlicht. Die Predigt ermutigt dazu, sich nicht auf menschliche Kraft oder Tradition zu verlassen, sondern auf Gottes Verheißungen und die Kraft des neuen Bundes durch Jesus Christus zu vertrauen.
Die Krise und das Kreuz – 8. Freue dich, du Unfruchtbare
Christopher Kramp · Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief) ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Erweckung, GemeindeWeitere Aufnahmen
Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat. Ein Wort an die Kinder. Ich glaube, ich war dran mit der Kindergeschichte.
[0:12] Es tut mir leid. Wir werden in der heutigen Predigt auch eine Geschichte studieren, unter anderem die, die ihr vielleicht als Kinder gut kennt. Und dann ist das quasi noch mal Nachtrag als Kindergeschichte.
[0:25] Wir sind im achten Teil unserer Reihe über den Galaterbrief, "Die Krise und das Kreuz". Wir haben schon eine ganze Menge studiert. Heute steht die zweite Hälfte von Galater 4 auf dem Speiseplan, hätte ich mal gesagt. Ihr seid also wieder eingeladen, euer rotes Bändchen oder was immer ihr in eurer Bibel habt, den Galater 4 zu positionieren. Wir werden hin und her springen, aber immer wieder zu Galater 4 zurückkommen. Ihr seid natürlich eingeladen, Notizen zu machen, aber noch mehr seid ihr eingeladen, mitzudenken.
[1:02] Das Thema heute ist, wie so oft, eines der Schlüsselthemen im Galaterbrief. Wir haben ja angeschaut, wie der Paulus mit wirklich großer Leidenschaft die Galater daran erinnert, dass sie aus dem Glauben gerettet sind. Wir haben darüber gesprochen, über die Verheißung, Erben der Welt zu sein. Wir haben über die Grundlage dieser Verheißung gesprochen, den Schwur, den Jesus selbst, den Gott selbst gegeben hat. Wir haben das letzte Mal darüber gesprochen, was es bedeutet, als ein Kind Gottes zu leben, weil ihr nun Söhne seid. Und heute soll es um einen ganz spannenden Abschnitt gehen, und das Thema ist: "Freue dich, du Unfruchtbare". Und bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, wie wir es schon gewohnt sind, mit einem Gebet zu starten und dazu niederzuknien, wo es möglich ist.
[1:59] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für das Vorrecht, heute an diesem Sabbatag in deiner Gegenwart sein zu dürfen, einer besonderen Art und Weise. Und hier jetzt Zeit zu haben, über dein Wort nachzudenken. Gib, dass wir diese Zeit wirklich nutzen, dass wir sie nicht nur absitzen, sondern dass wir die Minuten, die uns jetzt gegeben sind, wirklich dazu verwenden, zu denken, anzuwenden auf unser persönliches Leben, zu sehen, wo wir stehen, dass dein Heiliger Geist an unserem persönlichen Herzen wirken kann. Und wir danken dir, dass du verheißen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern dass es ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und dafür danken wir von ganzem Herzen im Namen Jesu. Amen.
[2:57] Schlagt mit mir auf, Galater, Kapitel 4, Vers 16.
[3:07] Paulus hatte in den vorangegangenen Versen, mit denen wir die letzte Predigt beendet haben, die Galater daran erinnert, wie sehr sie den Paulus geliebt hatten. Als Paulus damals die Gemeinden in Galazien gegründet hatte, da waren die Galater Feuer und Flamme für den Paulus. Sie haben alles für ihn gegeben, sie waren bereit, ihm zuzuhören, und sie hatten eine enge Verbindung zu ihm. Paulus erinnert sie hier in diesem Brief an diese erste Liebe, und wir haben damals gesagt, auch wir müssen uns manchmal erinnern an die erste Liebe, die wir gehabt haben, die manchmal etwas verschwinden kann. Und dass die erste Liebe bei den Galatern verschwunden war, wird sehr deutlich an Vers 16. Schaut mal, was der Paulus sagt: "Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?"
[4:11] Hast du schon mal erlebt, dass du jemandem die Wahrheit gesagt hast und er dich deswegen als einen Feind betrachtet hat, obwohl ihr früher mal geistlich, auch zwischenmenschlich gut miteinander konntet? Hast du vielleicht sogar jemanden mal als deinen Feind betrachtet, weil er dir unbequeme Wahrheit gesagt hat? Das ist ein Thema, das sich durch die Bibel hindurchzieht. Ich möchte es an einer Person mal illustrieren. Schaut mal mit mir in Erste Könige 18. Erste Könige 18. Ihr kennt die Geschichte. Ein böser König, ein guter Prophet. Die Bibel ist eindeutig, der böse König mit seiner bösen Königin ist schuld daran, dass es nicht regnet, dreieinhalb Jahre lang. Aber der böse König hat eine ganz andere Perspektive. Aus seiner Sicht sind die Schuldverhältnisse ganz anders. Erste Könige 18, Vers 17: "Und als Ahab den Elia sah, sprach er zu Ahab. Sprach Ahab zu ihm: Bist du da, der Israel ins Unglück bringt?" Elia, du bist der Feind. Drei Kapitel weiter, Erste Könige 21, Vers 20: Erste Könige 21. "Und Ahab sprach zu Elia: Hast du mich gefunden, mein Feind?"
[5:46] Jetzt könnte man denken, na ja, der Ahab und der Elia, die haben sich nicht gut verstanden, die konnten sich nicht riechen. Der Ahab hatte das Problem grundsätzlich. Schaut mal das nächste Kapitel an, Erste Könige 22. Da geht es um einen anderen Propheten mit Namen Micha. Und dort heißt es in Erste Könige 22 und dort Vers 8: "Der König von Israel sprach zu Josaphat: Es gibt noch einen Mann, durch den man den Herrn befragen kann, aber ich hasse ihn, denn er sagt mir nichts Gutes, sondern nur Böses: Micha, der Sohn Jimlas." Ahab hatte ein Problem mit Menschen, die die Wahrheit gesagt haben, er hat sie gehasst. Und Paulus stellt die Frage an die Galater: Wenn ich euch jetzt die Wahrheit sage, die nicht mehr dem entspricht, was ihr euch so zusammenreimt, bin ich dann jetzt euer Feind?
[6:44] Ihr kennt vielleicht die Geschichte von dem König Joas, oder? Lesen wir jetzt nicht, aber ich erzähle es kurz. Der König Joas, das kennt man aus der Kindersabbatsschule. Das war der kleine König, der Geld sammeln ließ für den Wiederaufbau, die Restauration des Tempels, wo der alte Priester Jojada sagt: "Hier, lasst uns doch so einen Kasten bauen, und dann wird das Geld reingesammelt." Toller König, bis der Priester Jojada stirbt. Und als der Sohn des Priesters dann dem Joas sagt: "Hey, was du tust, ist nicht richtig", macht derselbe gute König aus der Kindersabbatsschule genau dasselbe wie der Ahab, er tötet den Propheten.
[7:25] Menschen, selbst Menschen, die eigentlich mit Gott leben wollen, die religiös sind, die guten geistlichen Einfluss haben, neigen dazu, plötzlich die Seiten zu wechseln, wenn sie mit unbequemer Wahrheit konfrontiert werden. Das kann man in der Adventgeschichte sehen, immer und immer wieder. Da gibt es Leute, die haben Ellen White in den Himmel gelobt, ein Kenwright zum Beispiel, und ein Jones, die haben von Ellen White geschwärmt, Kellogg am allermeisten, bis zu einem Punkt, als der erste Brief von Ellen White eintrudelte, der sagte: "Bruder, so und so, du liegst verkehrt." Ab da an war man sich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt eine Prophetin ist, ob dann sie nicht genial ist, gefälscht wurde oder so weiter. Und wir schauen darauf und sagen: "Das kann uns ja wahrscheinlich nie passieren, oder?" Bis uns jemand etwas aus der Bibel zeigt, was unserem Denken widerspricht, was wir vielleicht für zu extrem halten, das haben wir noch nie so gemacht, und anfangen vielleicht negative Gefühle für jemanden zu entwickeln, einfach nur, weil er uns die Wahrheit sagt.
[8:28] Paulus stellt die Frage: "Bin ich euer Feind geworden, nur weil ich euch die Wahrheit sage?" Schaut mal, war Jesus eine komische Person? War Jesus irgendwie merkwürdig, dass man ihn hassen müsste? Johannes 7, Vers 7: "Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber hasst sie." Warum, Jesus, hasst dich die Welt? "Denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind." Wer die Wahrheit sagt, wird zum Feind erklärt werden, von irgendjemandem, obwohl man gar nicht Feind sein möchte. Der Paulus will ja nicht Feind sein, der Paulus will auch nicht Streit erzeugen, er will auch nicht spalten. Er will sie eigentlich zur Wahrheit, zu Jesus Christus zurückführen, aber irgendjemand wird das als Feindschaft interpretieren.
[9:19] Zurück zu Galater 4 und dort Vers 17. Wir haben ja gelernt, die Galater waren nicht allein auf diese Ideen gekommen, weg von Jesus, hin zum Gesetz Mose, hin zum Judentum, hin zur Beschneidung. Da gab es Leute, die ganz intensiv um sie geworben haben. Schaut Vers 17: "Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert."
[9:50] Dieser Vers ist spektakulär. Er sagt, die Lehrer, die zu euch gekommen sind, die euch Dinge erzählen, haben ein Ziel. Was ist ihr Ziel? Sie wollen euch ausschließen, abschneiden von der großen Gemeinde, sie möchten euch aus der großen Gemeinde herausführen in eine kleine Splittergruppe. Warum? Vielleicht habt ihr euch mal gefragt, warum gibt es ständig Splittergruppen? Die ganze Christenheit hindurch gibt es immer so kleine, so Irrlehrer, links, rechts, oben, unten, Fanatiker, die sagen: "Alles falsch, alles falsch, ihr müsst mir nachfolgen, ich habe die Wahrheit, raus aus der Gemeinde, in diese kleine Gruppe, und da haben wir die Wahrheit." Ein Phänomen, das sich bis in die Adventbewegung immer wieder findet. Und die Frage ist, warum? Warum haben Menschen diesen Drang, Leute aus der Gemeinde herauszuholen und sie auszuschließen mit ihren persönlichen Ideen? Warum? Schaut den Vers noch mal genau an: "damit ihr um sie eifert."
[11:01] Jede Splittergruppe, jede Irrlehre basiert darauf, dass man Menschen anhimmelt, dass man ihnen ungefragt folgt, weil die ja so viel wissen aus der Bibel, so viel wissen von Ellen White vielleicht sogar. Es heißt wörtlich, sie werben um eure Zuneigung, fast wie jemand, der Lobbyarbeit leistet im Parlament. Kennt ihr jemanden, der auch so Lobbyarbeit geleistet hat, der um Zuneigung geworben hat, um Menschen abzutrennen von der wahren Gemeinde? Wer war der erste? Das war der Luzifer im Himmel, nicht wahr? Hat versucht, die Engel aus der Gemeinde des Himmels auszuschließen. Die erste Splittergruppe dieser Welt hat der Luzifer gegründet, damit sie ihn anhimmeln.
[11:45] Und das ist ein Thema, das uns manchmal mehr betrifft, als wir das für möglich halten. Die letzten Jahre habe ich immer wieder feststellen müssen, dass Menschen, die eigentlich, wie der Paulus sagt, gut gelaufen sind im Glauben, beeindruckt sind durch das scheinbare Bibelwissen von irgendjemandem, der ihnen härtere Wahrheit sagt als jemals zuvor, und sie dem einfach hinterherlaufen und notfalls aus der Gemeinde raus. Weil der so freundlich ist, so nett ist, so geistlich wirkt, sowieso auch für all die guten Reformen ist und sagt: "Kommt raus, kommt raus, kommt raus, kommt raus." Und viele folgen diesen Menschen wie die Lemminge.
[12:27] Eifern ist nicht schlecht, aber eifern, wie der Paulus sagt im Römer, "Denn ich bezeuge ihnen, dass sie einen Eifer haben, aber nicht nach der Erkenntnis", nach der wahren Erkenntnis, ist gefährlich. Wisst ihr, dass Jesus von den Pharisäern sagt, dass sie nicht faul waren? Er sagt, die Pharisäer haben die Welt und das Meer durchzogen, um einen Bekehrten zu gewinnen, also Bekehrten pro solide nicht, einen zu ihrer Richtung zu gewinnen. Die haben alles investiert, um Menschen zu erreichen, aber leider nicht mit dem Evangelium, sondern damit ihnen nachzufolgen.
[13:06] Übrigens, so ganz nebenbei eine Frage: Könnte es sein, dass wir auch manchmal eifrig sind, weil wir Dinge gehört haben und für eine Sache eifern, ohne sie selbst geprüft zu haben? Also, ich kenne das aus eigener Erfahrung. Als ich 18 war, einige kennen die Geschichte vielleicht, da flattete damals in das Wohnzimmer meiner Großeltern ein Traktat von einer ehemals adventistischen, relativ bekannten Person damals, ein Traktat mit der Überschrift: "Von Unmündigen für Unmündige". Ist das wirklich so? Ging um die Dreinigkeit, dass die Dreinigkeit nicht wahr ist, nicht wahr? Und ich habe das gelesen, da waren mehr Bibelverse drin, als ich kannte zu dem Thema, mehr Ellen White-Zitate, als ich jemals gelesen hatte. Ich konnte nichts davon widerlegen. Ich habe angefangen, das zu glauben und habe angefangen, eifrig das zu predigen. Also, was heißt so predigen, schlage ich auf vorne, aber nicht wahr, den Leuten, die ich so traf, nicht wahr? Meine Frau war das erste Opfer. Preußischen Herrn hat uns beide gerettet. Aber der Punkt ist der, wir eifern oftmals für Dinge, die wir gehört haben, ohne sie gründlich selbst geprüft zu haben.
[14:21] Eifern ist nicht schlecht. Schaut mal Vers 18, Galater 4, Vers 18: "Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht und zwar alle Zeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin." Eifern, wenn für das Richtige, ist eine biblische Sache. Kennt ihr Beispiele in der Bibel, wo es heißt, dass jemand geeifert hat für das Gute, das Richtige, das Biblische? Elias war eifrig, Paulus war eifrig. Ich gebe euch zwei, drei Beispiele. Schaut mal mit mir in Johannes 2, Vers 17. Johannes 2, Vers 17. Das ist, als Jesus durch den Tempel geht, den Tempel reinigt, da heißt es: "Seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt." Wofür hat Jesus geeifert? Für das Heiligtum, für den Tempel Gottes, für den eigentlichen Gottesdienst, wie Gott ihn sich gemeint hatte.
[15:36] Anderes Beispiel, Titus 2, Vers 14. Kennt ihr vielleicht, das relativ bekannte Vers auch. Titus 2, Vers 14. Titus 2, Vers 14: "Der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, was zu tun? Gute Werke." Also Eifer für Gott und sein Gottesdienst und sein Wort, Eifer für gute Werke. Und dann kennt ihr wahrscheinlich Offenbarung 3, Vers 19: "Wen ich lieb habe, den züchtige ich, so sei nun eifrig und tue Buße." Eifer für die eigene Besserung.
[16:24] Ihr Lieben, wir brauchen mehr Eifer für Gottes Werk, wir brauchen mehr Eifer für gute Werke, wir brauchen mehr Eifer für unsere eigene Buße und Besserung. Wir brauchen nicht mehr Eifer für andere Personen. Und Paulus erinnert sie an das, was war, Galater 4, Vers 19. Schaut mal, wie er schreibt: "Meine Kinder." Im Griechischen heißt es eigentlich sogar "meine Kindlein", so wie ein Vater. Er war ja quasi auch ihr Vater, wie er jetzt interessanterweise sagt. Er sagt: "Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt."
[17:16] Ich bin mir sicher, es gibt einige unter euch, die sagen: "Paulus, du übertreibst." Also, ich kann das nicht sagen, aber alle von euch, die ihr Kinder bekommen habt, ich denke, ihr werdet sagen: "Paulus, du kannst nicht ernsthaft die Sorgen in der Gemeinde, die Gemeindestreitigkeiten vergleichen mit den Qualen einer Geburt." Dagegen sind die Gemeindeschwierigkeiten, so sehr sie auch einen betrüben mag, doch pillepalle gegen, oder? Warum sagt Paulus: "Ich leide um euch Geburtsschmerzen?"
[17:51] Übrigens, das bringt uns zu der Frage: Habt ihr euch mal Gedanken gemacht, warum es überhaupt Geburtsschmerzen gibt? Was würde ich sagen, warum haben Frauen Schmerzen? Und Schmerzen ist eigentlich fast noch euphemistisch gesagt, starke Schmerzen. Man sagt ja wohl, es sind die stärksten Schmerzen, die ein Mensch so aushalten kann, unter normalen Bedingungen. Warum haben Frauen solche Schmerzen bei der Geburt? Folge der Sünde, oder? Klar, vor dem Sündenfall hätte es keine Schmerzen gegeben. Das ist Folge der Sünde. Aber ist das der Grund, warum es in der Bibel steht? Geht mal mit mir zu 1. Mose 3.
[18:38] Ihr kennt die Geschichte, 1. Mose 3. Gott kommt in den Garten. Gott gibt Adam und Eva eine Hoffnung, dass der Satan besiegt werden wird. Er sagt in Vers 15: "Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen, er wird den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen." Und dann passieren drei Dinge. Gott sagt zu der Frau: "Du wirst in Schmerzen Kinder bekommen." Er sagt zu dem Mann: "Du wirst unter Mühsal den Acker bebauen, unter Schweiß, nicht wahr, das Brot erwerben." Und dann stirbt ein Tier. Er sagt zu der Frau: "Du wirst unter Schmerzen Kinder bekommen." Und dem Adam sagt er: "Du wirst unter Mühsal den Acker bebauen." Und dann stirbt ein Tier. Alles Folge der Sünde, oder? Ja oder nein? Alles Folge der Sünde.
[19:38] Aber sind das die einzigen Folgen der Sünde? Nein. Wenn Gott einfach hätte ausdrücken wollen: "Passt mal auf, jetzt ändert sich alles für euch", dann hätte er doch sagen können, dass ab jetzt es Krebs geben wird. Er hätte sagen können, dass es Erdbeben geben wird, dass die Löwen die Gazellen fressen. Er hätte sagen können, dass es Streitigkeiten, Scheidungen, alles Mögliche wären noch Folgen der Sünde, oder? Aber er zählt drei Dinge auf. Er sagt, die Frau wird Schmerzen bei der Geburt haben. Er sagt, die Menschen werden, die Männer werden beim Arbeiten schwitzen, weil die Disteln und Dornen immer wieder kommen, immer wieder. Und dann stirbt ein Tier. Frage: Für wen starb das Tier? Für die Menschen. Ja, es war eine Folge der Sünde, aber es war auch eine Illustration der Hoffnung. Das tote Tier bedeckte Adam und Eva, oder? Die Mühsal, von der heißt es bei Adam: "Der Erdboden sei verflucht um deinetwillen." Ja, es war eine Folge der Sünde, aber Gott wählt diese Folge aus, weil in dieser Folge in Wirklichkeit ein Geheimnis steckt, das Hoffnung gibt.
[20:55] Könnte es sein, dass alle diese drei Dinge, die Schmerzen der Frau, der Schweiß des Mannes beim Arbeiten und der Tod des Tieres, drei verschiedene Aspekte derselben Sache illustrieren? Gott sagt: "Ich will Feindschaft setzen, ich werde der Schlange den Kopf zertreten." Und Adam und Eva könnten ja fangen. Ja, wie? Indem jemand für mich stirbt, das Tier stirbt. Das illustriert, dass Jesus für mich sterben wird, oder? Was könnte illustriert werden durch die Tatsache, dass da der Mann immer und immer wieder arbeiten muss, dass es anstrengend ist, dass er schwitzt, weil die Dornen und Disteln immer wieder kommen? Ich glaube, es zeigt, dass Jesus, der himmlische Gärtner, mit uns enorm viel Mühe hat. Wenn er uns wirklich retten will, dann muss er immer und immer wieder Dornen und Disteln ziehen, oder? Oder wachsen in eurem Leben keine Dornen und Disteln mehr? Seid ihr taufe? Die eine Illustration zeigt, ja, Jesus muss sterben. Die andere zeigt, Jesus muss nicht nur sterben, er muss viel Geduld mit uns haben, er muss buchstäblich schwitzen für uns.
[22:10] Jetzt ratet mal, warum Frauen bei der Geburt solche Schmerzen haben, wenn sie ein neues Leben hervorbringen? Könnte es sein, dass so wie Frauen unter Schmerzen neues Leben gebären, Jesus unter Schmerzen uns neues Leben gibt? Mit anderen Worten, jedes Mal, wenn im Kreißsaal auf dieser Welt irgendwo eine Frau unter Wehen sich windet und schreit, wenn sie das Gefühl hat, sie kann nicht mehr, dann ist das jedes Mal ein Fenster für die Menschheit, um zu sehen: "So hat Jesus gelitten." In Gethsemane, am Kreuz, als er aufgeschrien hat: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Ja, er ist gestorben, aber er hat auch Schmerzen erlitten.
[23:32] Aber übrigens, wenn es so schmerzhaft ist, warum hat die Menschheit nicht einfach aufgehört damit? Warum werden 6.000 Jahre lang immer wieder Menschen geboren, obwohl die allermeisten Frauen im Vorhinein ahnen oder vielleicht sogar wissen, dann, wenn es einmal schon passiert ist, was für Schmerzen es geben wird? Warum lassen sie trotzdem mit Freude es zu, dass sie schwanger werden? Die Freude, Leben geben zu können, ist noch größer als die Schmerzen. Die Freude Gottes, uns Leben schenken zu können, ist so groß, dass wir diese enormen Schmerzen, von denen die Geburtsschmerzen ja letztlich auch eigentlich nur ein Schatten sind, nicht wahr? Eigentlich, ohne sie kleiner machen zu wollen, ein Modell quasi nur sind, dass Gott bereit ist, diese Schmerzen auf sich zu nehmen.
[24:32] Und ich glaube, wir sagen ja manchmal immer: "Ah, wenn wir heute noch noch noch Opfer würden, dann würden wir viel besser verstehen, was Gott uns getan hat." Ja, kann schon sein, aber vielleicht müssen wir einfach nur mal darüber nachdenken, was Frauen im Kreißsaal leisten. Vielleicht wäre das schon eine interessante Illustration, zu sehen, was Jesus leistet. Und übrigens, die Kinder selbst, die haben glaube ich nicht so viele Schmerzen, oder? Ich weiß nicht, ich kann mich immer korrigieren, wenn das so ist, aber die werden ja geboren. Also, es kann vielleicht auch mal Komplikationen geben, aber im Wesentlichen ist die Arbeit und die Schmerzen bei der Frau. Wir denken immer, es ist für uns anstrengend, bekehrt zu werden, nicht wahr? Wir müssen irgendwie jetzt uns anstrengen. Die Schmerzen und die Anstrengung sind bei wem? Bei Jesus.
[25:09] Bis Christus in euch gestaltet wird. Und Paulus sagt, er, der so sehr die Liebe Jesu in seinem eigenen Leben erlebt hat, der weiß, wie viel Jesus für ihn erlitten hat, er fängt jetzt auch an, sozusagen ähnliche Schmerzen zu empfinden für den Nächsten, für seine Geschwister, für die Gemeindeglieder seiner Gemeinde. Ich weiß nicht, ob du schon mal solche Schmerzen für deine Geschwister erlebt hast. Wie stark ist dein Wunsch, dass deine Geschwister wirklich völlig mit Jesus leben?
[25:59] Unser Wunsch ist oft stark, dass unsere Geschwister genau das denken, was wir denken, zu einem bestimmten Punkt. Die denken nicht so wie ich, da muss ich sie korrigieren. Aber das ist nicht, was ich meine. Das ist nicht, was der Paulus meint. Der Paulus sagt: "Ihr müsst nicht in jedem Punkt so denken, wie ich, in jedem Detail. Ihr müsst Jesus nachfolgen." Und ich sehe, dass ihr euch gerade von Jesus distanziert, durch euer Verhalten, durch eure Worte. Wie stark ist dein Wunsch, dass der, der neben dir, hinter dir, vor dir gerade sitzt, wirklich vollständig mit Jesus geht? Kannst du auch mit Paulus sagen: "Ich leide von Geburtsschmerzen, es tut mir weh, es zerreißt mich, bis Christus in euch Gestalt gewinnt."
[26:39] Paulus hat ja gesagt: "Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir." Anderer Stelle sagt er, dass das das Geheimnis des Evangeliums ist: "Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit." Mit anderen Worten, für Paulus war es nicht genügend zu wissen, dass sie im Taufel verstanden. Das kann ja schon ein großer Kampf sein. Vor der Taufe gibt es hin und her. Dann kommt der Vater nochmal mit all seinen Verführungen, Versuchungen, und man kämpft und betet und hofft, kommt diese Person wirklich zur endgültigen Entscheidung? Sie entscheidet sich, sie steht im Taufwasser, wird getauft, und dann könnte man denken, jetzt ist es vorbei. Paulus erlebt hier: Nein, Menschen sind getauft, sind Mitglied der Gemeinde, sind bereits gut unterwegs gewesen, und plötzlich geht die Arbeit von vorne los. Schon wieder Geburtsschmerzen. Es geht nicht nur darum, einmal Jesus anzunehmen, es geht darum, dass Christus unserem Leben Gestalt gewinnt.
[27:37] Wie viel Schmerzen leidest du? Bizarr ist dein Wunsch, ausgeprägt, dass dein Bruder, deine Schwester von ganzem Herzen in vollster Überzeugung aus Glauben Jesus nachfolgt. Paulus wünschte sich das so sehr, und deswegen wollte er sie eigentlich unbedingt sehen. Schaut mal in Galater 4, Vers 20: "Wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton Zeug reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin." Manche Dinge kann man schriftlich gar nicht richtig ausdrücken. Manchmal muss man den Menschen von Angesicht zu Angesicht sehen, muss seine Stimme hören, seine Mimik sehen.
[28:29] Das ist übrigens der Grund, warum sich selbst treue Christen auf Facebook alle Nase lang entzweien. Ich weiß nicht, wer von euch auf Facebook ist. Ich beobachte das immer wieder. Da gibt es die treuesten der treuen Adventisten. Alle folgen der Bibel und Ellen White, und die schaffen es regelmäßig in jeder möglichen Gruppe, sich so sehr anzuschreien, also zu kämpfen, weil man immer nur die Worte des anderen liest und nicht hört, nicht merkt, was er eigentlich sagen will, und man aus der Distanz meistens auch schärfer formuliert, als wenn man dem anderen in die Augen gucken muss. Ja, das wäre ein eigenes Thema für sich mit Facebook, aber das lassen wir.
[29:13] Paulus sagt an dieser Stelle, das ist sehr interessant. Er sagt: "Ich bin perplex", wörtlich. Er sagt nicht: "Ich weiß nicht, wo ich bin", zum Sinne von: "Ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich stehe." Es ist mehr eigentlich diese Idee: "Ich weiß nicht mehr richtig, was ich machen soll. Ich bin mit meinem Latein", ja, durchaus auch buchstäblich, "ich war ja Römer, ich bin mit meinem Latein am Ende." Weiß nicht, habt ihr schon mal die Situation gehabt, wo ihr so Konflikte gehabt habt, menschliche Konflikte in der Gemeinde, und das Gefühl habt: "Ich komme nicht mehr weiter. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich habe alles probiert, ich habe geredet, habe mir den Mund fusselig geredet. Der hört nicht, der will nicht. Soll ich jetzt resignieren?" Nein, ich kann nicht, das tut ja weh. Die Geburtsschmerzen, es muss doch raus, das Kind. Kann ich einfach aufgeben?
[30:00] Und als der Paulus, als ihm quasi nichts mehr einfällt, er sagt: "Ich weiß, ich würde am liebsten eigentlich jetzt persönlich mit euch einen Brief beenden. Ich möchte sehen, was ihr wirklich denkt." Und als ihm nichts mehr einfällt, hat er noch eine Idee für das 21. Sagt mir, wenn ihr unter dem Gesetz sein wollt, hört ihr das Gesetz nicht? Plötzlich fällt ihm ein, da gibt es eine biblische Geschichte.
[30:22] Ihr Lieben, manchmal, wenn man diese Idee hat, wenn man diesen Eindruck hat: "Ich komme nicht mehr weiter", dann gibt es immer noch einen Bibelfers. Es gibt immer noch eine biblische Geschichte, immer noch ein Prinzip aus der Heiligen Schrift, das, wenn man es kennt, angewendet werden kann. Wohl dem, der wie Paulus sich gut in der Bibel auskennt. Nicht einfach nur, damit man zeigen kann, in der Sabbatschule, was ich alles weiß, sondern wenn ich an eine Situation komme, wo ich menschlich nicht mehr weiter weiß, wo mir die Worte fehlen, der Heilige Geist mich erinnern kann: "Hey, du hast doch vor drei Monaten die Geschichte gelesen, dort in was weiß ich was, in Zweite Könige oder in diesem Vers in Obadja oder dieses Prinzip bei Paulus im Kolosser. Das passt jetzt."
[31:08] Bibellesen ist nicht einfach nur eine Pflicht, die wir so tun, sondern ist eigentlich ein Tanken von Dingen, die wir gebrauchen können in Krisen, von denen wir jetzt noch nicht wissen, dass sie kommen. Der Paulus kannte die Bibel, er kannte sie intensiv, und jetzt, wo er nicht mehr weiter weiß, sagt er: "Hey, Moment mal, hier fällt mir eine Geschichte ein, die könnte euch helfen."
[31:35] Diese Geschichte ist ziemlich spektakulär. Galater 4, Vers 21: "Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, hört ihr das Gesetz nicht?" Was für eine interessante Frage, nicht wahr? Ihr wollt dem Gesetz Mose folgen, ihr wollt der Bibel folgen, ihr wollt nicht mehr Jesus folgen, sondern nur noch dem Alten Testament ohne Jesus? Hört doch mal zu, was das Alte Testament zu sagen hat.
[32:00] Die Idee hier ist, die Bibel hat eine Botschaft, die man hören kann. Wie oft lesen wir die Bibel, um hinzuhören? Wir lesen schon die Bibel, oder? Wir müssen eine Dappertschule vorbereiten, müssen am Morgen unseren Andachtstext, der meistens Bibelwort, das liest man, findet es auch ganz gut. Wie oft hören wir, was die Textbotschaft mir sagen will?
[32:29] Die Bibel ist nicht ein äußeres Regelwerk, so haben das die Galater gedacht, nicht wahr? Wir folgen einfach der Bibel, was da alles steht, das machen wir, und dann ist gut. Nein, Paulus sagt: "Hört doch hin, was die Bibel zu sagen hat." Was sagt Jesus in der Offenbarung? "Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden zu sagen hat." Der Heilige Geist hat uns etwas zu sagen, mir, dir, unserer Gemeinde, wenn wir die Bibel lesen. Sie soll uns nicht einfach nur klüger machen oder uns in die Lage versetzen, dass wir sagen: "Wir wissen es", die noch nicht. Es soll uns helfen, Jesu Botschaft für unser Leben zu verstehen.
[33:22] Die Galater wollten gern unter dem Gesetz sein. Wir haben das ja schon in den folgenden Predigten erklärt, nur noch mal kurz als Zusammenfassung. Unter dem Gesetz zu sein bedeutet, das Gesetz außerhalb von sich selbst zu haben. Mit anderen Worten, das Gesetz ist dort und ich bin hier und ich lese das Gesetz und ich werde es halten. Das nehme ich mir vor. Okay, ihr wollt also das Gesetz außerhalb haben, ihr wollt es halten. Hört doch mal genau hin, was das Gesetz sagt. Übrigens, bei diesem Gesetz sind die zehn Gebote gemeint, ja oder nein? Auch, ja? Aber schaut mal, was die Geschichte jetzt erzählt. Steht in den zehn Geboten? Die Geschichte, die jetzt kommt, kommt aus dem Alten Testament, 1. Mose. Das heißt, wenn Paulus von dem Gesetz spricht, meint er nicht nur die zehn Gebote, er meint nicht nur das mosaische Gesetz, er meint nicht nur das Zeremonialgesetz, das Zivilgesetz und die Gesundheitsgesetze. Er meint die ganze Bibel letztlich. Man kann nämlich auch 1. Mose und die Psalmen und Daniel äußerlich von sich haben und sagen: "Das steht in Daniel, das tue ich." Aber ist Daniel Teil von mir? Ist 1. Mose Teil von mir? Sind die Psalmen einfach nur äußerlich, die ich lese und denke: "Das ist halt mein Buch, das finde ich toll", oder ist das innerlich? Das ist die Frage. Hörst du das Gesetz, erfasst du die Bedeutung?
[34:49] Und jetzt kommt die Geschichte, und die ist wirklich spannend. Schaut mal Vers 22: "Es steht doch geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den anderen von der Freien." Ich denke, ihr alle kennt die zugrunde liegende Geschichte, oder? Wir wollen sie kurz einmal anschauen. 1. Mose 16 und dort Vers 1 bis 3.
[35:03] 1. Mose 16 und dort Vers 1 bis 3. "Und Sarai, Abrams Frau, gebar ihm keine Kinder, aber sie hatte einen ägyptischen Markt, der hieß Hagar. Und Sarai sprach zu Abram: Siehe doch, der Herr hat mich verschlossen, dass ich keine Kinder gebären kann. Gehe doch ein zu meiner Magd, vielleicht werde ich durch sie Nachkommen empfangen. Und Abram hörte auf die Stimme Sarais." Der Name Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Magd Hagar, nachdem Abram zehn Jahre lang im Land Kanaan gewohnt hatte, und gab sie Abram, ihren Mann, zur Frau. Okay, wie heißt die Frau Sarais? Die Frau Abrams heißt, ja, eigentlich noch Sarai, um genau zu sein. Und die andere Frau hieß Hagar. Welche Frau war zuerst die Frau von Abram? Sarai. Sarai hat welchen Status? Sie ist frei. Hagar hatte welchen Status? Sie war gebunden, sie war Sklavin, sie war Magd. Übrigens, aus welchem Land kam sie? Ägypten. Wo befand sie sich? Bei Abram, oder? Sie befand sich im Volk Gottes. Wo befand sich Sarai? Im Volk Gottes. Da waren zwei Frauen, beide im Lager von Abram. Die eine war gebunden, die andere war frei. Die eine war, obwohl sie jetzt zum Volk Gottes gehörte, ethnisch, genetisch immer noch eine Ägypterin. Sie war zwar rausgekommen aus Ägypten, aber sie war immer noch eine Ägypterin. Sie war immer noch Knecht, Magd.
[37:02] Wer kam auf die Idee, dass der Abram eine zweite Frau bekommt? Warum? Sie hatte gewartet und gewartet, wie lange? Sie hatte zehn Jahre lang gebetet, geglaubt und gehofft, und es war wie viel passiert? Nichts. Jetzt bedenkt diesen Punkt. Die richtige Frau, die freie Frau hatte das Richtige getan. Sie hatte gebetet, sie hatte gehofft, sie hatte geglaubt, und es passierte einfach nichts. Nach zehn Jahren kommt ihr eine Idee. Nämlich damals in Babylon, da gab es doch einen Rechtsbrauch, Kodex Hammurabi, Paragraf 145. Ob sie das wusste, weiß ich nicht. Wenn eine Frau keine Kinder kriegt, darf der Mann eine Nebenfrau haben, die dann als die Frau, also das Kind der eigentlichen Frau gilt, wenn sie Kinder bekommt. Sarai fällt nicht vom Glauben ab. Sie möchte Gottes Verheißung durch die Grundsätze der Welt umsetzen.
[38:17] Ein Grundsatz der Welt war es in Babylon, in vielen anderen Ländern. Man kann eine Nebenfrau juristisch nehmen, um sozusagen ein Kind zu zeugen, das eigentlich der Hauptfrau zugehörig ist. Die Grundsätze der Welt waren der eigentliche Punkt, warum Hagar die zweite Frau von Abram wurde. Warum ist das interessant? Weil der Paulus ja den Galatern sagt: "Ihr folgt wieder den Grundsätzen der Welt." Könnt ihr euch erinnern? In Galater 3 und 4.
[38:54] Jetzt, wie heißt das Kind, das Hagar geboren hat? Wer kam auf diesen Namen? Wer hat den Namen gegeben? 1. Mose 16, Vers 10, Vers 15, Entschuldigung, Vers 10, 11, Entschuldigung, Vers 11. 1. Mose 16, Vers 11: "Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Ismael geben, weil der Herr dein Jammern erhört hat." Überraschung, der Sohn der Magd wurde von Gott benannt. Übrigens, ist Hagar diejenige, die Gott von Angesicht zu Angesicht sieht? Sie sieht ihn. Sie spricht und sie sieht Gott. Gott kommt ihr nahe. Haltet es alle mal im Hinterkopf.
[40:02] Jetzt gehen wir noch zu 1. Mose 21 und dort Vers 1 und 2. 1. Mose 21 und dort Vers 1 und 2. "Und der Herr suchte Sarah heim, wie er verheißen hatte, und der Herr handelte an Sarah, wie er geredet hatte. Und Sarah wurde schwanger und gebar dem Abram einen Sohn in seinem Alter zur bestimmten Zeit, wie Gott ihm verheißen hatte." Wie hieß der Sohn? Isaak. Und was wir hier sehen, ist sehr interessant. Warum hat sie diesen Sohn geboren? Was war die Grundlage der Geburt dieses Sohnes? Eine Verheißung, aber nicht nur eine Verheißung. Was war eine Verheißung? Schau dir den Vers genauer an. Was war eine Art Verheißung? Was war der Inhalt der Verheißung? Schaut in den Text, steht nicht auf meiner Stirn.
[40:52] Was war der Inhalt der Verheißung? Eine bestimmte Zeit. Wie nennt man das, wenn man etwas zu einer bestimmten Zeit passieren soll und es passiert? Eine Prophetie. Es war eine prophetische Verheißung. Könnt ihr das sehen? Da war eine Prophetie, in dem und der Zeit wird das und das geschehen aufgrund der Verheißung Gottes, und es geschah auf Grundlage einer prophetischen Verheißung. Mit anderen Worten,
[41:23] Abraham hat zwei Frauen, das sind zwei reale Frauen. Beide sind Teil der Gemeinde Gottes. Die eine ist frei, die andere ist gebunden. Beide haben sie eine Beziehung zu Gott. Gott kommt auch der Hagar entgegen, spricht mit ihr, hat Interesse an ihr. Beide haben auch einen Sohn, aber der eine Sohn ist geboren nach den Grundsätzen der Welt. Der andere Sohn ist geboren aufgrund prophetischer Verheißung. Das ist genau das, was der Paulus jetzt sagt in Galater.
[41:52] Gehen wir zurück, Galater 4, Vers 23. "Der von der Magd war gemäß dem Fleisch geboren, der von der Freien aber Kraft der Verheißung." Was heißt das "gemäß dem Fleisch geboren"? Bedeutet was ganz Simples. Der erste Sohn war geboren nach den Überlegungen eines Menschen, mit den Möglichkeiten eines Menschen, mit der Kraft eines Menschen, mit all dem, was einem Menschen zur Verfügung steht. Der zweite Sohn wurde geboren, obwohl das menschliche Potenzial dazu nicht mehr ausgereicht hat. Er wurde geboren aufgrund der Verheißung.
[42:37] War denn der Abraham daran beteiligt? Es bedeutet nicht, dass Abraham nichts tun musste. Abraham musste mit Gott kooperieren. Er musste im Glauben mit seinen 100 Jahren oder 99 Jahren ins Zelt zur Sarah gehen, oder? Er konnte nicht draußen warten und sagen: "Ich warte ein Jahr, hoffentlich wird sie schwanger." Er musste etwas tun, aber es hat das, was ein Mensch tun kann, überstiegen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt im Kopf zu behalten. Gemäß dessen, was ein Mensch tun kann, gemäß dessen, was nur noch Gott tun kann.
[43:11] Mit wem hat Gott dann den Bund geschlossen? Den ewigen Bund? Mit Ismael oder mit Isaak? Schaut in 1. Mose 17 und dort Vers 15.
[43:27] 1. Mose 17 und dort ab Vers 15. "Und Gott sprach weiter zu Abraham: Du sollst deine Frau Sarah nicht mehr Sarah nennen, sondern Sarah soll ihr Name sein, denn ich will sie segnen und will auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen und sie soll zu Nationen werden und Könige von Völkern sollen von ihr kommen." Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach seinem Herzen: "Sollte einem 100-Jährigen ein Kind geboren werden und Sarah, die 90-Jährige, sollte gebären?" Und Abraham sprach zu Gott: "Ach, dass Ismael vor dir leben möchte, akzeptiere doch, was ich mit meiner menschlichen Kraft geschafft habe. Und zwar in Übereinstimmung mit dem, was du gesagt hast, es soll ein Kind geboren werden, oder? Ich bin doch eigentlich mit dem Wort Gottes überein, ich habe es nur mit menschlicher Kraft geschafft. Ist doch nicht so schlecht, schau ihn an. Er hat keine Gebrechen, er ist schön, er ist weise, er ist klug. Naja, ein bisschen wild, stimmt schon, aber das kriegen wir schon hin."
[44:20] Gott sagt nein. Nein. Nein. Übrigens, dieses Nein ist wie so ein Messer, wenn man das abschneidet. Nein. Das war eigentlich der Sinn der Beschneidung. Nein. Das reicht nicht. Es muss aufgrund der Verheißung sein. Und jetzt macht der Paulus etwas Wagemutiges, etwas, wenn es nicht in der Bibel stehen würde, jeder Theologe sagen würde: "Das darf man nicht tun." Er sagt, diese Geschichte hat einen bildlichen Sinn. Schaut mal in Galater 4, Vers 24.
[44:51] Das hat einen bildlichen Sinn. Im Griechischen Allegorie, eine Allegorie, eine verschleierte Sprache, ein Geheimnis, ein Symbol dahinter. Er sagt, diese sind nämlich die zwei Bündnisse. Das eine vom Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebührt, das ist Hagar. Er sagt, diese beiden Frauen mit ihren Kindern illustrieren zwei Bündnisse.
[45:16] Schauen wir mal in 1. Mose, in Hebräer. Hebräer Kapitel 7. Hebräer 7 und dort Vers 22.
[45:41] Hebräer 7 und dort Vers 22. "Das sind zwei Bündnisse." Vers 22: "Insofern ist Jesus umso mehr der Bürger eines..." Was ist das nächste Wort? "...eines besseren Bundes geworden." Okay, dass wir es alle verstehen. Wenn ein Bund besser ist, was gilt für den anderen? Er ist schlechter, aber nicht schlecht. Er ist nicht notwendigerweise schlecht. Er kann gut sein, aber er ist nicht so gut wie der andere. Welcher von den beiden ist wohl der bessere Bund? Der bessere Bund ist der schlechtere. Nicht schlecht, aber schlechter.
[47:02] Jetzt, wie kann man das verstehen? Hebräer 8, Vers 6. Übrigens, zu welchem Bund gehört Jesus? Zum besseren. Das ist der Bund mit Jesus. Das heißt, das ist der Bund de facto ohne Jesus. Vers 6: "Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als auch er der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde."
[47:42] Kurze Frage: Worauf basieren beide Bünde? Auf Verheißungen. Der bessere Bund basiert auf besseren Verheißungen. Demzufolge basiert der andere auf schlechteren Verheißungen. An der Stelle tritt immer das Stirnrunzeln ein. Gibt es schlechtere Verheißungen in der Bibel? Gibt es die besseren und die schlechteren Verheißungen? Nach Paulus ja. Müssen wir verstehen. Es gibt bessere Verheißungen, es gibt schlechtere Verheißungen.
[48:24] Vers 7: "Denn wenn jener erste Bund tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden." Also chronologisch, wie werden die aufgeteilt? Wer ist der Erste, wer ist der Zweite? Das ist der Erste und das ist der Zweite. Warum gibt es den Zweiten? Weil der Erste nicht tadellos war. Was ist die Konsequenz für den Zweiten? Er muss perfekt sein, oder? Weil wenn der Zweite nicht perfekt wäre, dann hätte es einen Dritten gebraucht. Der Zweite ist also tadellos. Okay, wir sind gleich durch.
[49:15] Vers 8: "Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: Siehe, das kommentiert das Gespräch daher, da ich mit dem Haus Israel, mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde." Welchen meint er da? Zweiten. Das ist der neue Bund. Demzufolge ist der andere der alte Bund. Okay, für manche von euch ist es vielleicht Wiederholung, aber es ist gut, nochmal das im Blick zu haben.
[49:41] Vers 10. Vers 9: "Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe, an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen, denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben und ich ließ sie gehen, spricht der Herr."
[49:52] Jetzt kommt die entscheidende Frage, die für so viele Christen nicht klar ist: Wann ist der alte Bund entstanden? Nach Vers 9. Beim Auszug aus Ägypten. Und Paulus hat uns ja gesagt, der eine Bund ist vom Berg Sinai, beim Auszug, der dann zum Berg Sinai geführt hat. Das ist der alte Bund. Gab es den alten Bund vorher schon? Eine Trickfrage. Als eigentlichen Bund gab es den alten Bund vor dem Sinai nicht. Abraham wusste nichts von diesem alten Bund. Jakob wusste nichts von diesem alten Bund vom Sinai. Isaak, Noah wussten nichts von diesem alten Bund.
[50:57] Die Frage ist, was ist? Wir denken immer: alter Bund, Altes Testament, neuer Bund, Neues Testament. Nein, denn der neue Bund ist der Bund von Jesus. Seit wann gibt es Jesus? Seit dem Neuen Testament? Seit der Schöpfung. Aber seit die Bibel beginnt, ist Jesus gegenwärtig. Er sprach: "Es werde Licht", und es wurde Licht. Der neue Bund ist schon immer da gewesen, aber zwischendurch kam es zu der Errichtung eines anderen Bundes, eines, was die Bibel nennt, alten Bundes.
[51:34] Nicht von Gott ignoriert. Denkt daran, Gott ging auch der Hagar hinterher, oder? Er hat sich auch der Hagar offenbart. Er hat auch mit der Hagar gesprochen. Das hat aber nichts daran geändert, dass der einzige legitime Sohn nur von der Sarah kam. Die Hagar konnte also nicht sagen: "Gott hat mit mir gesprochen, demzufolge ist alles gut." Im alten Bund hat auch Gott mit seinem Volk einen Bund geschlossen, aber nicht den Bund, den er wollte.
[52:06] Jetzt, was sind diese Verheißungen, diese schlechteren Verheißungen, auf denen der alte Bund basiert? Schaut mit mir in 2. Mose 24. Und das müssen wir ein für allemal in unsere Köpfe ganz tief hineinbekommen. Ihr kennt die Geschichte. Gott hat das Volk zum Sinai gerufen. Er hat zu ihnen die 10 Gebote gesprochen. Er wollte, dass sie diese Prinzipien aus Liebe und Dankbarkeit für die Erlösung in ihr Herz aufnehmen. Was haben die Israeliten gesagt? "Zu viel, zu stark, zu nah. Gott, hör auf zu reden." Sie haben dann den Mose beauftragt: "Mose, sei du unser Mittler. Mose, geh du auf den Berg. Mose, hör dir an, was Gott zu sagen hat, und dann sag uns, was Gott von uns fordert. Schreib es uns auf, und wir tun es dann."
[53:03] Schaut mal 2. Mose 24, Vers 3: "Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des Herrn und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der Herr geredet hat, wollen wir tun." Gute Verheißung, ja oder nein? Das ist ein super Versprechen, es hat nur ein Problem. Es ist nicht tadellos.
[53:25] Dieselben Menschen, die sagten: "Schreibt es uns auf, wir werden alles tun bis auf den letzten Buchstaben. Wir werden die konservativsten Israeliten sein, die es jemals gegeben hat. Wir tun es, wir machen es, wir zeigen Gott, dass wir gehorsam sind." Die rannten nach wenigen Wochen um das Goldene Kalb und schrien. Weil die Verheißung, die menschliche Verheißung, das menschliche Versprechen: "Gott, ich will gehorsam sein", ist gut, aber nicht tadellos. Es kommt nämlich nur aus dem Fleisch. Und deswegen ist dieser Bund zwar gut, aber nicht gut genug.
[54:08] Was sind denn die Verheißungen im neuen Bund? Im alten Bund sind es die Verheißungen der Menschen, die sagen: "Ich sehe, was Gott mir zeigt, von 1. Mose bis Offenbarung 22, ich will das tun", und es funktioniert nicht. Was ist die Verheißung im neuen Bund? Gott sagt: "Ich will meinen Geist auf euch gießen, ich werde bewirken, dass ihr in meine Rechtsbestimmung wirkt." Die Verheißungen Gottes.
[54:40] Paulus zeigt zwei Prinzipien, Christ zu sein. Das eine Prinzip sagt: "Sag mir, was Gott alles möchte, ich glaube das alles, ich bin der Konservativste von den Konservativen und ich tue das und ich verspreche es Gott." Und es wird immer scheitern. Und das andere Prinzip ist: "Gott verspricht es mir, Gott hat es gesagt, und ich lebe im Glauben an alles, was Gott gesagt hat, selbst wenn ich zehn Jahre warten muss und scheinbar nichts passiert."
[55:15] Warum kam die Sarah auf die Idee mit der Hagar? Warum kommen viele Christen, die eigentlich vom neuen Bund wissen und auch im neuen Bund leben, wie die Galater dazu, den neuen Bund zu verlassen, um zurück zum alten Bund zu kommen? Weil es scheinbar in ihrem Leben nicht funktioniert. Weil sie für Sachen beten, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre, zehn Jahre, da entsteht scheinbar keine Frucht. Und dann sagt man: "Vielleicht ist Warten nicht das Einzige. Vielleicht muss man einfach mal ein bisschen menschlich die Sache angehen, ein bisschen rational, ein bisschen logisch. Vielleicht muss ich einfach mal mit menschlicher Kraft Gott nachhelfen."
[55:58] Schauen wir mal, was der Paulus sagt. Der Paulus sagt jetzt etwas ganz Außergewöhnliches. Er sagt im Vers 24: "Das eine vom Berg Sinai, das ist Hagar." Als die Israeliten eben nicht Jesus folgen wollten, sondern nur wissen wollten, was sie richtiges und falsches zu tun haben, ist Gott ihnen entgegengekommen. Er hat gesagt: "Okay, ich schreibe euch auf. Tut das, tut das, tut das, tut das. Nicht wahr, Gesetze hier, Opfervorschriften da, tut das, das, das, das, das." Ich komme euch entgegen in der Hoffnung, dass, wenn ihr mich dann besser kennenlernt, dass ihr mir vertraut und nicht euch. Das war der Sinn dann vom Alten Bund. Aber der Alte Bund hat niemanden retten können.
[56:41] Deswegen sagt der Paulus, der Alte Bund war unser, wie hat er gesagt, Paidagogos. Könnt ihr euch noch dran erinnern? Der Lehrmeister, der den Schüler zur Schule führt, der ihm Grenzen setzt, aber ihn nicht retten kann, aber nur sagt: "Nicht bis hierhin, nicht bis dahin, geht zur Schule, geht zu Jesus." Der Alte Bund ist diese Wegmarkierung, die sagt: "Geht zum Neuen Bund."
[57:04] Um es ganz bildlich auszudrücken, der Alte Bund ist die Theorie, der Neue Bund ist die Praxis. Und zu viele Christen vergöttern die Theorie, beten die Theorie an, würde ich fast sagen.
[57:28] Und für Paulus war das eine Sache, die war brandaktuell. Schlafmannfest 25, denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien und entspricht dem jetzigen Jerusalem. Er sagt, die Juden, die jetzt leben, die davon träumen, dass sie die direkten ethnischen Nachfolgen der Sarah sind, was sie ja theoretisch sogar waren, sind in Wirklichkeit, obwohl sie ethnisch von Sarah abstammen, sind sie eigentlich theologisch, in ihrem Kopf gehören sie zu Hagar. Sie sind nämlich gebunden, gebunden an das Fleisch, gebunden an ihre Menschlichkeit. Solange ein Mensch auf sein eigenes Fleisch, auf sich selbst vertraut, ist er gebunden. Ob er in der Gemeinde Gottes sitzt oder nicht, die Genetik ist noch ägyptisch.
[58:07] Waren die Israeliten nicht aus Ägypten herausgekommen und doch tanzen sie um ein ägyptisches Kalb, so wie Hagar aus Ägypten gekommen war, aber eigentlich noch im Herzen ägyptisch war? Könnte es auch sein, dass wir manchmal aus der Welt herausgekommen sind, aber eigentlich im Herzen noch weltlich sind, fleischlich sind? Dann leben wir im alten Bund. Und Paulus' Krise, die er da sieht mit den Galatern ist: Kommt heraus aus dem alten Bund, vertraut nicht auf euch, vertraut auf Christus. Denn dann, wenn man meint, dass nichts mehr geht im eigenen Leben, wenn man die Hoffnung aufgegeben hat, dann überrascht er einen mit Gnade. So wie Sarah, die als sie 90 war, plötzlich schwanger wurde, sich gewundert hat, was jetzt los.
[59:05] Schaut mal mit mir in Vers 26: "Das obere Jerusalem aber ist frei, und dieses ist die Mutter von uns allen." Mit anderen Worten, er assoziiert das buchstäbliche Israel mit dem buchstäblichen Jerusalem mit Hagar, weil die Juden gesagt haben: "Wir sind die Juden, wir haben die beste Genetik, wir haben die heilige Stadt, das ist unsere Stadt, unsere Tradition." All das ist Grundsatz der Welt, oder? Sich selbst auf die Schulter zu klopfen, stolz zu sein.
[59:39] Der neue Bund ist assoziiert mit dem oberen Jerusalem. Wie heißt es sonst noch so? Das neue Jerusalem, das himmlische Jerusalem. Paulus sagt dann an der Stelle: "Unser Bürgerrecht ist wo? Im Himmel." Ein wahrer Christ will sich nicht auf Tradition, auf ethnische und alle möglichen sonstigen Dinge, fleischliche Dinge, berufen und dafür stolz sein. Ein Christ hat sein Bürgerrecht im Himmel.
[1:00:04] Übrigens, wusstet ihr, dass die 144.000 den Namen von Neu-Jerusalem auf ihrer Stirn haben? Also symbolisch steht in der Offenbarung. Das heißt, was hat man auf der Stirn, was ist hier an der Stirn eigentlich? Das, woran man denkt. Ich würde fast denken, dass die 144.000 deswegen den Namen symbolisch von Neu-Jerusalem an der Stirn haben, weil sie ständig an Neu-Jerusalem denken. Weil ihre Gedanken, so wie bei Abraham, nämlich nicht mehr auf die Umgebung sind, sondern auf die Stadt, die Gott bereitet hat.
[1:00:35] Könnte es sein, dass wir so oft in Weltliches und die Grundsätze der Welt wieder abdriften, weil unser Blick eben nicht auf die himmlische Stadt gerichtet ist. Und wenn wir den Blick auf den Himmel verlieren, dann schauen wir, was ist hier los. Was müssen wir tun? Dann geht es los. Dann fangen wir wieder an, menschlich zu denken und menschlich zu handeln.
[1:00:56] Ist Neu-Jerusalem in deinem Blickfeld? Gehst du durch den Tag mit den Gedanken an die himmlische Stadt, die kommen wird? Neuer Bund.
[1:01:04] Vers 27: "Denn es steht geschrieben: Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen liegst, denn die Vereinsamte hat mehr Kinder als die, welche den Mann hat." Menschliche Methoden mögen scheinbar für eine Zeit funktionieren, aber am Ende scheitern sie doch immer. Aber freue dich, du Unfruchtbare, freue dich, der du schon eigentlich geglaubt hast, es wird nichts mehr aus deinem Leben. Gottes Gnade ist viel größer, als du dir das vorstellen kannst.
[1:01:45] Dieser Vers, der kommt nicht aus der Abraham-Geschichte, der kommt aus, wisst ihr wo er kommt? Der kommt aus Jesaja 54, Vers 1. Frage an alle Theologen: Was kommt denn vor Jesaja 54? Jesaja 53. Und worum geht es in Jesaja 53? Jesus am Kreuz, der die Sünden der Welt auf sich nimmt. Und der nächste Vers, Jesaja hat ja nicht 54, 55 Kapitel eingeteilt, das nächste, was der Paulus schreibt, nachdem er das Kreuz beschreibt, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt, das nächste, was er sagt, ist: "Freue dich, du Unfruchtbare." Stichwort Sarah.
[1:02:25] Und wenn du zehn Jahre betest und auf die Verheißungen wartest und wenn du 20 Jahre betest und wenn du 25 Jahre wartest und scheinbar passiert nichts, wie bei Sarah, die hat mich 25 Jahre gewartet, Gott macht seine Verheißung wahr. Jede einzelne, die du in diesem Buch lesen kannst, nicht die, die wir uns selbst ausdenken. Wir denken uns Verheißungen aus, die Gott nie gegeben hat, aber jede Verheißung, die Gott in seinem Buch geschrieben hat, die wird sich erfüllen, buchstäblich in deinem Leben, wenn du sie annimmst. Und dazu muss man warten. Hier ist die Geduld der Heiligen. Wir halten die Gebote Gottes, haben den Glauben Jesu.
[1:03:19] Zum Schluss, Vers 28: "Wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak, Kinder der Verheißungen." Er sagt: "Rennt nicht zurück, sei keine Hagar, sei eine Sarah, sei kein Ismael, sei ein Isaak." Und glaube ja nicht, dass aufgrund deiner Abstammung als Siebenten-Tags-Adventist in dreißigster Generation, aufgrund deiner Kenntnis der Bibel vorwärts und rückwärts, aufgrund deiner vielen Missionseinsätze, du automatisch zur Sarah gehörst. Da gab es viele eifrige Hagariten, viele, die sehr eifrig, sehr bibelgewandt, ihm doch auf sich selbst gebaut haben.
[1:04:04] Vers 29: "Doch gleich wie damals der gemäß dem Fleisch Geborene, den gemäß dem Geist Geborenen verfolgte, so auch jetzt." Damals hat der Ismael den Isaak verfolgt. Wisst ihr, wer ihn verfolgt hat? In meiner Bibel steht, er trieb Mutwillen mit ihm. Das klingt so ein bisschen breit. Das hebräische Wort sagt, er hat ihn ausgelacht. Das ist ein Wortspiel, weil Isaak heißt nämlich Lachen. Jetzrak heißt, er hat gelacht, und er hat ihn ausgelacht, hat ihn verspottet. Nebenpunkt, auch Spott ist eine Form von Verfolgung. Wer seine Geschwister verspottet, verfolgt sie auch. Weil wir denken, Verfolgung habe ich noch nie gemacht. Ich habe noch nie jemanden verfolgt. Ich bin ja kein Inquisitor. Wenn ich sie über sie spotte und sie lächerlich mache, ist es auch eine Art von Verfolgung. Jedenfalls gemäß Paulus.
[1:04:54] Aber das Grundprinzip ist, diese beiden Prinzipien können auf Dauer nicht koexistieren. Nicht, weil dieses Prinzip Krieg will. Dieses Prinzip wird immer Krieg führen. Das Fleisch kämpft gegen den Geist, kommt dann in Galater 5, wenn wir noch eine Predigt zu haben. Und wann immer das Fleisch sieht, dass da der echte Geist wirksam ist, könnt ihr sicher sein, dass, obwohl man vor sich vielleicht gut verstanden hat, plötzlich der, der im Geist lebt, zum Feind wird für den, der im Fleisch lebt. Das ist der Grund, warum Kain den Abel totgeschlagen hat. Das ist der Grund, warum Noah von seiner Generation verspottet worden ist. Das ist der Grund, warum Korach und seine Leviten den Mose verspottet und kritisiert und dann angegriffen haben. Das ist der Grund, warum Israeliten, die die Bibel kannten, die Propheten gesteinigt und getötet haben. Warum Jesus von den Pharisäern verfolgt worden ist. Warum die Jünger von den Pharisäern verfolgt worden sind. Warum treue Christen von der römischen Kirche verfolgt worden sind. Protestanten verfolgt von Rom. Spätere Reformer von den lauwarmen Protestanten verfolgt worden sind. Adventisten verspottet worden sind von der Christenheit und sogar 1888 Jones und Waggoner mit ihrer Botschaft von Gerechtigkeit aus Glauben verspottet worden sind von ihren eigenen Geschwistern, die gesagt haben: "Waggoner, du bist zu klein, ich seh dich nicht."
[1:06:09] Immer und immer wieder, vielleicht sogar bis in unsere Zeit, entstehen Gemeindekonflikte durch Fleischlichkeit. Bin ich euer Feind geworden, hat er dir am Anfang gefragt. Wenn ihr wirklich Hagar folgen wollt und ich weiter am Geist festhalte, dann wird das wohl so kommen. Aber leide Geburtswehen um euch, sagt der Paulus. Versteht doch, hört doch, was die Schrift zu sagen hat.
[1:06:39] An keiner Stelle, weder im Alten noch im Neuen Testament, noch bei Ellen White, noch irgendwo werdet ihr ermutigt, auf euch selbst zu verlassen, eure eigene Weisheit in Glaubensfragen als höchste Autorität zu nehmen. Vertraut dem Wort, wie es steht. Vertraut Jesus uneingeschränkt, egal ob das jetzt lange dauert oder schnell geht. Habt Geduld, vertraut ihm.
[1:07:00] Vers 30: "Was aber, sagt die Schrift: Treibe die Magd hinaus und ihren Sohn, denn der Sohn der Magd sollen nicht erben mit dem Sohn der Freien." Ja, Gott ist der Hagar erschienen. Er hat mit ihr gesprochen, hat sie getröstet, aber Ismael hat nicht geerbt. Gott ist den Israeliten am Sinai erschienen. Er hat sie sogar geführt, aber das Glaubensgebäude der Israeliten nach dem Sinai war nicht ausreichend. Er konnte sie nicht mal nach Kanaan hineinführen.
[1:07:30] Gott redet nicht nur mit Bekehrten. Er führt nicht nur Leute dem Neuen Bund leben. Die Tatsache, dass Gott eine Gebetserfahrung mir geschenkt hat, dass Gott in meinem Leben eingegriffen hat, ist kein eindeutiger Beweis dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Vielleicht zieht er nur an mir und sagt: "Komm, komm mir nach vom Alten Bund in den Neuen." Denn am Ende kann nur der, der im Neuen Bund lebt, erben. Denn der echte Erbe ist wer? Jesus Christus. Und nur wer in Jesus ist, mit Jesus ist, kann mit ihm erben.
[1:08:04] Die Frage, ihr Lieben, heute Morgen, die steht ohne Fragezeichen in Vers 31: "So sind wir also, Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien." Gilt das für dein Leben heute? Gehörst du zu dieser Seite oder gehörst du zu dieser Seite? Gehörst du zu Hagar oder zu Sarah? Lebst du aus eigener Kraft oder lebst du aus den Verheißungen Gottes?
[1:08:41] Wenn du heute feststellst, im Grunde genommen geht es mir eigentlich eher so wie der Seite Hagar, wie den Israeliten damals, wie den Galatern, dann wirst du wissen: Jesus sagt, wen der Sohn frei macht, den macht er wirklich frei. Durch Jesus kann jeder Mensch, der sich hier wiederfindet, aus reiner Gnade, wenn er Jesus folgt, auf diese Seite kommen.
[1:09:14] Wir haben gesungen: "Jesu Kreuz sei mein stetes Trostes Wort." Und vielleicht gibt es heute jemand unter uns, der, wenn er ganz ehrlich mit sich selbst ist, festgestellt hat: "Ja, ich möchte mit Gott leben, aber mein Leben ist momentan eher so auf der Seite von Hagar und nicht auf der Seite von Sarah. Mein Leben ist eigentlich mehr nach den Prinzipien des alten Bundes als des neuen Bundes. Ich möchte heute Jesus aufs Neue zum absoluten Zentrum meines gesamten Glaubenslebens machen. Ich möchte mich frei machen von allen Bindungen, die ich vielleicht in der Zwischenzeit in meinem Glaubensleben eingegangen bin." Und wenn es jemanden gibt, der diese Entscheidung heute treffen möchte, den möchte ich einladen, zu mir nach vorne zu kommen für ein besonderes Gebet. Wenn jemand sagt: "So wie die Galater, das betrifft mich. Amen. Kommt ruhig nach vorne. Kommt hier nach vorne. Wir wollen dann gemeinsam beten."
[1:10:18] Wenn du mit Jesus lebst und du bist dir dessen ganz gewiss und machst tolle Erfahrungen mit ihm, dann sei ein Zeuge für ihn, indem du stehen bleibst. Aber wenn du merkst: "Ich brauche Jesus, bin ich wirklich frei in meinem Glaubensleben? Ich habe zu sehr auf Menschen geschaut." Kommt her, kommt auch hier, dass wir gemeinsam beten können. Amen. Es ist keine Schande, nach vorne zu kommen. Es wäre eher eine Schande, die Gelegenheit zu verpassen, wenn es auf mich zutrifft. Es wäre doch schade, den Ruf Jesu durch die Bibel vorbeigehen zu lassen.
[1:11:02] Denn wie leicht passiert es, dass wir fest im Glauben gewesen sind und doch uns von der Welt wieder einfangen lassen. Dann ist das Beste, was wir tun können, einfach zu Jesus zurückzukommen. Lass uns gemeinsam niederknien und zu ihm beten.
[1:11:21] Lieber Vater im Himmel, was für ein Vorrecht ist es, dass du in deinem Wort zu uns sprichst und dass du uns davor warnst, dass wir echten biblischen Glauben mit traditioneller religiöser Betriebsamkeit verwechseln. Und wir alle haben in unserem Leben schon erlebt, wie wir die erste Liebe verlassen haben, diesen ersten Eifer für dich und das vollständige Vertrauen in deine Verheißung aufgegeben haben und stattdessen mehr auf uns selbst geschaut haben. Nicht in dem Willen, gegen dich jetzt bewusst zu rebellieren, aber lieber äußerlich gehorsam sein wollten, als wirklich dich in unser Herz zu lassen. Wir haben gesehen, am Ende wird das immer scheitern. Egal, wie sehr wir uns anstrengen, aus eigener Kraft werden wir niemals die Sünde überwinden können, werden niemals unsere schlechten Gewohnheiten überwinden können. Wir bleiben gebunden.
[1:12:32] Selbst wenn wir Ägypten verlassen haben. Und so möchten wir dich bitten, lieber Herr Jesus, dass in deinem Wort, wenn du sagst, dass du uns freimachen wirst und zwar wirklich. Ich möchte bitten für jeden Einzelnen, der den Mut hatte, nach vorne zu kommen, und vielleicht auch für diejenigen, die im Herzen eigentlich denselben Wunsch haben, sich vielleicht geschämt haben, nach vorne zu kommen. Du kennst jeden Einzelnen und siehst die Situation und das Herz. Ich möchte dich bitten, dass du jedem Einzelnen, der ernsthaft danach verlangt, dass seine Verheißung wahr wird, dass du deinen Heiligen Geist ausgießt, dass du echte Freiheit schenkst, von was immer uns auch drückt und einfängt und uns von dir wegzieht. Ich danke dir von ganzem Herzen, dass dein Evangelium so kraftvoll ist und dass es uns immer wieder zu dir zieht. Lass uns, was wir gerade gesungen haben, Tag für Tag erleben, dass das Kreuz der Mittelpunkt unseres Denkens ist, dass wir, auch wenn nicht alles so schnell geht, wie wir uns das gehofft haben in unserem Glaubensleben, dass wir auf dich warten, auf deine Verheißung, damit du dich verherrlichen kannst. Und wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir wissen dürfen, dass du auch dieses Gebet erhört hast. Es ist im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.