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In dieser Predigt wird die Bedeutung von Martin Luthers Entdeckung des Evangeliums beleuchtet, die als „Fackel des Habakuk“ bezeichnet wird. Der Sprecher Eric Flickinger zeichnet nach, wie die biblische Botschaft von Habakuk über Paulus und Luther bis in die heutige Zeit weitergetragen wurde. Es wird erklärt, wie Luthers Verständnis von Glaube und Gnade sein Leben und die Weltgeschichte veränderte und wie diese Botschaft auch heute noch Hoffnung und Frieden schenken kann.


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Serie: Macht. Glaube. Hoffnung.

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend und herzlich willkommen hier zurück. Wir bewegen uns jetzt durch diese Themen hindurch. Heute Abend werden wir dann schon ein Drittel des Weges zurückgelegt haben und jeden Abend werden wir etwas besser verstehen können, was den Martin Luther eigentlich wirklich motiviert hat, das zu tun, was er getan hat. An den ersten beiden Abenden haben wir uns viel die Geschichte angeschaut, was in der Zeit von Martin Luther so passiert ist. Wir haben verstanden, in welcher Art von Gesellschaft er sich befunden hat und haben auch etliche Parallelen ziehen können in unsere heutige Zeit.

[1:03] Heute wollen wir etwas mehr hineintauchen in die Thematik, die Luther so sehr bewegt hat, als er die Bibel studiert hat. Denn es war gerade die Bibel, die seine gesamte Perspektive auf das Leben verändert hat. Unser Thema heute ist die Fackel des Habakuk. Das Wort des Lebens verändert Luthers Herz. Wir möchten gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir erneut danken, dass du uns hier zusammen geführt hast heute Abend. Und wir möchten dich bitten, dass so wie in der Vergangenheit du auch heute Abend unsere Ohren, unsere Herzen öffnen wirst. Viele Menschen haben heute in dieser Welt genau dieselben Herausforderungen, Kämpfe, die auch Luther damals vor 500 Jahren erlebt hat. Wir wollen Frieden in unserem Herzen haben und auch diesen wunderbaren Ort, den Himmel, erreichen. So hilf uns doch, dass wir etwas mehr darüber verstehen, was Luthers Herz verändert hat, dass auch unser Herz verändert werden mag. Wir bitten dies im Namen Jesu. Amen.

[2:46] Wir wollen noch einmal ganz kurz eine kurze Wiederholung haben, was wir bisher so behandelt haben. 1517 ist schon eine lange Zeit her, aber das Jahr war doch recht ähnlich mit unserer Zeit. Da gab es politische Kämpfe, da gab es finanzielle Krisen. Da gab es Fragen und Herausforderungen bezüglich der Religion und des Glaubens. Da gab es schwere Krankheiten, die die Menschheit plagten, wie heute. Das war das Leben, das Luther gelebt hat.

[3:29] Als er dann Magister in Erfurt war, hatte er Folgendes gesagt: Als ich in Erfurt ein junger Magister war, wo ich durch die Anfechtung der Traurigkeiten immer traurig einherging, widmete ich mich darum sehr der Lektüre der Bibel. Er hat festgestellt, dass er tiefgründige Fragen hatte, die durch die Philosophie nicht beantwortet werden konnten. Als er anfing, sich mit der Bibel zu beschäftigen, sah er nach und nach die ersten Antworten.

[4:03] Als er eines Tages von einem Heimatbesuch auf dem Weg zurück nach Erfurt war, wurde er von einem schweren Gewitter überrascht. Er hatte Todesangst und legte dieses Gelöbnis ab, dass, wenn er überleben sollte, er ein Mönch werden würde. Als Folge dieses Gelöbnisses hat er dann am 17. Juli 1505 in Erfurt an die Pforten des Augustinerklosters geklopft und ist ein Mönch geworden.

[4:45] Als Novize musste er gewöhnlicherweise wie alle anderen auch erst einmal sich mit der Bibel beschäftigen, das war so Usus. Luther hat das allerdings nicht als Pflichtaufgabe betrachtet, sondern wollte so viel wie möglich aus diesem Jahr Bibelstudium für sich heraus gewinnen. Er ist sehr schnell vorangekommen in seinem Bibelstudium. Er ist dann irgendwann zum Priester gemacht worden und sollte seine erste Messe halten. Er hatte große Angst davor, weil nach seiner bis dahinigen Vorstellung er Jesus Christus quasi in den Händen hielt.

[5:37] Luther ist sehr schnell aufgestiegen im Kloster und je erfolgreicher er war, desto mehr Eifersucht gab es auch unter seinen Ordenskollegen. Weil es in seinem Mönchsorden Streit gab, politische Diskussionen, die ihn auch selbst sehr bewegt haben, ist er dann auf die Reise gegangen nach Rom. Er ist ja dort ausgesandt worden, um dort eigentlich eine Antwort zu erhalten, aber er hat diese Reise, die er Ende 1510 begann, auch zu einer eigenen Pilgerreise werden lassen. Er ging also nach Rom, um dort wirklich Antworten zu finden auf die tiefen Fragen, die er hatte. Aber als er dort die ganzen Exzesse sah und auch diese sehr unchristlichen Verhaltensweisen, hat er eigentlich mehr Fragen gehabt, als er Antworten hatte.

[6:53] Im nächsten Jahr, 1511, wurde er als Nachfolger von Staupitz an die Wittenberger Universität berufen. Dort entwickelte er etwas, was wir heute die Theologie der Demut bezeichnen. Im Mittelalter lehrte man allgemein, dass im Menschen etwas Gutes sei. Aber je mehr Luther die Bibel studierte, desto mehr stellte er fest: Im Menschen gibt es an sich nichts Gutes.

[7:37] Staupitz war es, der dem Luther etwas sehr Wichtiges nahegebracht hatte. Das, was er ihm weitergab, war, dass die Buße mit der Liebe Gottes beginnt und nicht mit einer Angst oder Furcht vor Gott. Dadurch konnte Luther das Evangelium klarer sehen.

[8:01] Spätestens 1517 hat Luther sehr offen gegen allgemeine Konzepte im Theologiestudium rebelliert. Man glaubte ja damals allgemein, dass die Grundlage aller biblischen Lehre, aller Theologie, die Lehre von Aristoteles, dem griechischen Philosophen, sei. Aber Luther verstand mehr und mehr: Das kann nicht die Basis der Theologie sein. Die Bibel muss eigentlich dafür herhalten. Und er war frustriert, dass die Theologiestudenten ständig sich mit Aristoteles beschäftigen mussten, während er die Theologie der Demut studierte. Und er war frustriert, dass die Theologiestudenten ständig sich mit Aristoteles beschäftigen mussten, statt die Bibel zu studieren.

[8:58] Und während das so vor sich ging, war dann auch Tetzel in der Nähe aktiv. Tetzel verkaufte die Ablässe, um Geld zu generieren, viel Geld für die Kirche. Die Menschen in Luthers Gegend kauften diese Ablässe und kamen zu ihm zur Vergebung. Und das frustrierte Luther, und er wollte darüber eine Diskussion führen. Und er nagelte diese berühmten 95 Thesen an die Tür der Kirche in Wittenberg. Er hatte nicht erwartet, dass sich die Welt dadurch ändern würde, aber wie wir heute wissen, ist das genau passiert. Also das noch einmal als kurze Wiederholung, was wir die letzten beiden Abende angeschaut haben.

[9:57] Und damit sind wir jetzt angekommen bei einem wirklich unglaublich interessanten Ereignis, einer Erfahrung, die Luther gemacht hat. Es wird oft bezeichnet als das sogenannte Turmerlebnis. Etwas war dort ganz in seinem Kopf passiert, bezüglich des Verständnisses des Evangeliums. Als er dort in diesem Turm war, ist ihm plötzlich etwas aufgegangen. Das war eigentlich der entscheidende Durchbruch, damit er verstehen konnte, worum es beim Evangelium wirklich geht.

[10:47] Worum ging es da bei diesem Erwachen des Luthers? Wann ist das eigentlich passiert? Es gibt verschiedene Theorien, wann er genau diesen Durchbruch gehabt hat. Tatsächlich glauben heute viele Historiker, dass das sogar kurz nach den 95 Thesen erst gewesen ist. Also worum ging es da bei diesem Aha-Erlebnis, das er gehabt hat? Bei diesem Erlebnis hat er zum ersten Mal vollständig erfasst, was die frohmachende, die gute Nachricht ist. Und diese gute Nachricht war eigentlich nicht besonders neu, auch nicht besonders neu in seiner Zeit, sondern in Wirklichkeit Jahrtausende alt.

[11:44] Also worum geht es bei dieser Fackel des Habakkuk? Habakkuk ist eigentlich ein Prophet der Bibel, der nicht besonders gut bekannt ist. Aber er schrieb eine Sätze und viele weitere, die wirklich die Welt geändert haben. Obwohl wir heute nicht mehr viel von diesem Autor wissen, haben seine Schriften wirklich unser Leben bis heute noch beeinflusst.

[12:20] Um genau zu verstehen, warum das passiert ist und wie es passiert ist, müssen wir zurück in die Geschichte. Wir gehen zurück in das 7. Jahrhundert v. Chr., im Nahen Osten. Und in dieser Zeit regierte das Assyrische Königreich. Überall im Land verbreiteten sie Angst und Schrecken. Das Volk Gottes Israel war schon längere Zeit dezimiert worden und schon seit Langem geteilt in ein Nordreich und ein Südreich. Das Nordreich war mittlerweile schon im Wesentlichen zerstört worden.

[13:09] Das Südreich, genannt Juda, bestand noch, war allerdings in einer wirklich krassen Krise. Damals regierte ein König mit dem Namen Manasse. In seiner Zeit geschahen wirklich schreckliche Dinge. Er war schlimmer als alle Könige vor ihm. Da gab es offenen Götzendienst. Da gab es okkulte Praktiken, die getan wurden. Kinder wurden geopfert. Es gab Grausamkeit als die Realität des Tages. Es war so schlimm, dass die Menschen Gottes beschrieben wurden als schlimmer als die Heiden. Mord und Todschlag waren die Norm für den Tag. Es waren turbulente Zeiten und niemand folgte der Regel. Wenn du stärker wärst, dann hättest du eigentlich alles genommen, was du wolltest. Wer stärker war, konnte sich im Wesentlichen nehmen, was immer ihm gefiel. Und das menschliche Leben galt sehr wenig in jenen Tagen.

[14:28] Aber in jener Zeit gab es einen Propheten mit dem Namen Habakkuk. Sein Name bedeutet "der sich klammert". Einige andere Propheten seiner Zeit sind besser bekannt, zum Beispiel Jeremia. Jeremia schrieb etwas, das die Zeiten seines Tages bis zu unserer Zeit verändert hat.

[14:57] Schauen wir uns mal kurz an, was er hier geschrieben hat. In Habakkuk 1, Vers 2 heißt es: "Herr, wie lange soll ich schreien und du willst nicht hören? Wie lange soll ich zu dir rufen, Frevel, und du willst nicht helfen?" Habakkuk stellte also einige sehr tiefgründige Fragen. Er fragte: Kümmert sich Gott nicht um unser Elend? Hört Gott überhaupt zu, wenn wir zu ihm rufen?

[15:29] Er fährt hier fort: "Er ist ohnmächtig und die rechte Sache kann nie gewinnen, denn der Gottlose übervorteilt den Gerechten. Darum ergehen verkehrte Urteile." Er war wirklich verzweifelt angesichts der Boshaftigkeit des Lebens. Er sagte: Das Leiden macht doch überhaupt gar keinen Sinn. Er sagte: Es gibt zwar Gesetze, aber niemand folgt denen so richtig und es gibt keine echte Gerechtigkeit. Menschliche Gesetze und menschliche Regeln können das Böse nicht eindämmen.

[16:22] Und diese Fragen, die den Habakkuk hier beschäftigt haben, hatten ja auch schon Martin Luther bewegt. Aber auf diese Fragen, die der Prophet Habakkuk stellte, antwortete Gott. Gott sagte ihm, dass zu der inneren Krise sogar noch eine äußere Bedrohung dazukommen würde. Ein relativ unbekannter Stamm im Süden Mesopotamiens würde kommen und dieses große Weltreich Assyrien überrennen und ein neues Weltreich gründen. Wer war diese Gruppe aus dem Süden Mesopotamiens? Das war ein Stamm mit Namen die Chaldäer. Gott sagte voraus, dass diese Chaldäer kommen würden und eine ganz neue Weltmacht, eine geopolitische Macht gründen würden. Sie würden das altehrwürdige Babylon wieder zum Zentrum der Zivilisation machen. Und Juden würden letztendlich von ihnen bedroht werden. Und das Königreich Juda würde dann sogar von diesen Babyloniern selbst angegriffen werden.

[17:39] Das waren wirklich gnadenlose Invasoren. Es heißt hier: "Sie waren schneller als Leoparden, rascher als Wölfe. Sie würden fliegen wie ein Adler." Und Habakkuk versteht das überhaupt gar nicht. Er sagt: Ja, warum das denn? Und nachdem er jetzt diese Frage stellt, antwortet Gott ein zweites Mal. Hier ist die Frage zunächst einmal: "Warum siehst du denn den Frevlern schweigend zu, während der Gottlose denen verschlingt, der gerechter ist als er?"

[18:20] Also mehr als 2000 Jahre vor Luther war schon dieser Prophet hier beschäftigt damit, die wirklich großen Fragen zu stellen. Und so hatte Habakkuk an jenem Tag sein eigenes Turmerlebnis, so wie später Martin Luther auch. In Habakkuk 2, Vers 1 lesen wir: Gott hatte sein Volk oder seine Propheten nicht aufgegeben. Gott antwortete ihm erneut.

[19:06] In seiner zweiten Antwort sagte Gott, dass das Wort Gottes Orientierung für alle geben sollte. Das Wort Gottes sollte zugänglich gemacht werden. Genau das, was in den Tagen der Reformation passieren sollte. Auch in der Reformation sollte dann das Wort Gottes allen zugänglich gemacht werden, sodass sie es verstehen konnten. Und Gott wollte damals, und wie dann später auch in der Reformation, dass die Menschen ihm beim Wort nehmen, ihm einfach vertrauen. Sodass jeder, der Gott glaubt, seinem Wort vertraut, von Gott gerettet werden kann.

[19:50] In Habakkuk 2, Vers 2 wird das folgendermaßen gesagt: "Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann." Gott wollte also, dass sein Wort durch Schriften verbreitet wird. Er wollte, dass die Menschen seine Worte lesen und auch verstehen. Weil als sie es gelesen und verstanden haben, würden ihre Augen aufgetan werden, sie könnten die großen Fragen des Lebens verstehen.

[20:23] In Habakkuk geht es dann weiter. Was wollte also Gott? Er sucht nach Menschen, die ihm einfach das Wort nehmen werden. Er sagt: "Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben." Glaube einfach. Vertraue ihm einfach. Letztendlich sagt er damit: Wenn wir verstehen, dass das, was wir mit Gott tun, wirklich alles ist, alle unsere Ängste werden verschwinden. Wenn wir verstehen, dass es dabei eigentlich um unsere Beziehung mit Gott geht, dann werden alle unsere Ängste verschwinden. Eigentlich ist es ein sehr kurzer Satz, aber der voller Wahrheit steckt.

[21:31] Dieser Satz hat wie ein Leuchtfeuer durch die Zeitalter hindurch sein Licht verbreitet. Wenn Menschen deprimiert sind und depressiv sind und sich fragen, was eigentlich die Zukunft bringt, dann ist dieser Satz wie eine Fackel, die Licht in die Finsternis hineinscheint. Hunderte Jahre lang ist dieser Satz zu einem Licht und zu einem Leitgedanken für Menschen geworden.

[22:09] Zum Beispiel könnten wir dort einen jungen Juden erwähnen, der 600 Jahre später lebte. Er kam aus Kleinasien, hatte allerdings das römische Bürgerrecht. Er war die Hoffnung der Eliten von Jerusalem. In Apostelgeschichte 22, Vers 3 beschreibt er sich selbst. Die Person, die hier spricht, ist natürlich Paulus. "Mein Lebenswandel von Jugend auf, den ich von Anfang an unter meinem Volk in Jerusalem führte, ist allen Juden bekannt. Dass sie mich von früher erkennen, wenn sie es bezeugen wollen, dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe, als ein Pharisäer."

[23:10] Im Buch Galater beschreibt er das weiter. Paulus Leben war ein Parallel zu dem von Martin Luther. Luther war Gott ganz hingegeben. Er war sehr eifrig darin bestrebt, das zu tun, was er meinte, dass Gott von ihm fordert. Er nahm seinen Glauben sehr ernst. Aber so wie Saulus vor seiner Bekehrung zum Paulus, war auch Luther eine ganze Zeit eigentlich in die falsche Richtung unterwegs.

[24:03] Wie war Saulus eigentlich wirklich? Er hat niemanden toleriert, der schlecht zu ihm geredet hat. Die Meinungen anderer Menschen haben für ihn nicht gezählt. Sein religiöser Fanatismus war wirklich eine Gefahr für andere Menschen. Er war die große Hoffnung der Pharisäer. Er hat mit aller Macht versucht, das Richtige zu tun. Aber das hat nicht diese Frucht hervorgebracht, die er sich eigentlich erhofft hatte.

[24:43] Was ist als Resultat passiert? In Apostelgeschichte 8 Vers 3 lesen wir: "Er hat alles getan, um das zu unterdrücken, was er für eine falsche Religion hielt." Also hat er sich Briefe geben lassen, mit denen er autorisiert war, nach Damaskus zu gehen, um dort auch diese neuen Gläubigen aufzuspüren.

[25:25] In Apostelgeschichte 9 Vers 1 lesen wir: Also dieser Pharisäer war sogar bereit, mit den Sadduzeern zusammenzuarbeiten, was er für richtig hielt. Auf dem Weg nach Damaskus hatte Saulus eine Erfahrung. Diese Erfahrung war ein Schlüsselerlebnis, ein Umkehrpunkt in seinem Leben. Als er auf dem falschen Weg war und falsche Motive hatte, kam Gott ihm entgegen, um ihm zu begegnen.

[26:24] Wie ist das passiert? In Apostelgeschichte 9 Vers 3 lesen wir: "Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel." Es war nicht Donner und Blitz wie damals bei Luther, aber es war Licht vom Himmel. Die Bibel sagt: Gott ist Licht. Er lebt im Licht. Er umgibt sich mit Licht. Und wenn wir bereit dazu sind, wird er auch unser Leben mit Licht und Hoffnung füllen.

[27:10] Schauen wir uns Vers 5 und 6 an, um herauszufinden, was mit Saulus passierte. Er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm, die sprach: "Ich bin Jesus, den du verfolgst."

[27:36] Diese Frage: "Warum verfolgst du mich?", die Jesus hier stellte, war eigentlich ein Echo einer Jahrhunderte alten Geschichte. Da hört man das Echo von der Geschichte von David und König Saul. Weil ja Saul auch den König David ohne Grund verfolgt hatte. Und Saulus verfolgte Jesus und die Christen auch ohne jeglichen Grund. Er verstand es eigentlich gar nicht.

[28:18] Als Folge dieser Begegnung mit Jesus wurde Saulus drei Tage blind. Aber in diesen drei Tagen, als er blind war, begann er zu sehen. Er war zuvor blind gewesen für Dinge, die er nicht realisieren wollte. Er war völlig blind für seinen eigenen Stolz, aber jetzt, wo er körperlich blind war, erkannte er seine eigene Bedürftigkeit.

[29:00] In Apostelgeschichte 9, Vers 15 können wir lesen. Gott war nicht da, um ihn zu beäußern, aber er wollte ihm einen neuen Weg zeigen. Saul wollte Briefe nach Damaskus erhalten, um die Gläubigen zu verfolgen. Aber Gott sagte: Nein, ich möchte, dass du Briefe schreibst, um die christliche Kirche zu stärken. Und als er dann bekehrt war, war er als Paulus der große Missionar, der große Apostel für die Heiden.

[30:05] Er hat diese Aufgabe nicht bekommen, weil er so großartige Fähigkeiten und Talente hatte. Es war trotz all seiner Sünden, dass Gott ihm das trotzdem gegeben hatte. Er gab ihm diese Sünden und setzte ihn auf einen neuen Weg. Kurz danach hat sich Paulus erst einmal nach Arabien zurückgezogen.

[30:38] Nun nahm er sich noch einmal Zeit, das Wort Gottes gründlich zu studieren, aber jetzt mit anderen Augen. Und jetzt begann er zu sehen, dass das Evangelium eine Botschaft ist, die uns frei angeboten wird. Er las jetzt das, was wir das Alte Testament nennen und verstand aus der Bibel, dass Jesus der verheißene Messias war. Er kannte viele dieser Texte, er hatte sie ja als Pharisäer schon studiert, aber sie immer nur als Pharisäer verstanden.

[31:25] Als er jetzt die Gnade und die Güte, die diese wunderbaren Charaktereigenschaften Jesu sah, hat er all die Texte in einem neuen Licht gesehen. Schon gleich vom Anfang an der Bibel ging das los. Schon auf der ersten Seite der Bibel spricht es von einer verwüsteten Erde. Aber von dieser verwüsteten Erde bringt Gott Ordnung und Freude. Auch in diesem Chaos, auch in dieser Dunkelheit und Desolation ist Gott präsent und er hilft.

[32:15] Genesis 1,2 sagt: Er kannte diesen Vers auf Hebräisch und er kannte diesen Vers auf Griechisch, aber jetzt verstand er diesen Vers auch im Hinblick auf Jesus Christus. Jetzt war es komplett neu, es wurde im Licht gebeten und es wurde niemals geschlossen.

[32:49] Genesis 1,3 sagt: Gott spricht und es gibt Licht. Gottes Wort ist nicht nur beschreibend, es ist kreativ, es verändert die Realität. Gottes Wort beschreibt nicht nur die Dinge, sondern Gottes Wort verändert die Realität, es hat schöpferische Kraft. Und man sieht dann in den Schriften von Paulus, wie er genau das begriffen hat. Hier in 2. Korinther 4, Vers 6 heißt es:

[33:43] Was Gott also am ersten Tag dieser Welt tat, kann er in jedem menschlichen Herz tun, wenn wir das zulassen. Paulus hatte das in seinem eigenen Leben selbst erfahren. Auf dem Weg nach Damaskus war dieses Licht in sein Leben hineingebrochen, das er bis dahin gelebt hatte. Sein Herz war bis dahin wüst und leer und chaotisch gewesen, aber erst als das Licht Gottes kam, hat er das überhaupt realisiert.

[34:27] Gottes Wort hatte natürlich schon an ihm gewirkt eine ganze Zeit, aber als er verstand, wer Jesus ist, hat sich alles geändert. Besonders studierte Paulus auch die Geschichte von Abraham und den Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hatte. Abraham war ja der Vater des Volkes Gottes, sozusagen. Und als Pharisäer war Saulus, schrägstrich Paulus, natürlich sehr stolz darauf, dass er ein Nachfahre des berühmten Abraham war.

[35:11] Aber jetzt wurde ihm klar: Abraham und seine Nachfolger waren nicht besonders wegen irgendeiner ethnischen Blutlinie, sondern Gott wollte in Wirklichkeit jeden Menschen retten. In 1. Mose 15, Vers 6 konnte er lesen: "Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." Also Abrahams Gerechtigkeit vor Gott basierte nicht auf seiner Abstammung oder nicht auf irgendwelchen Dingen, die er getan oder erreicht hatte, sondern stattdessen basierte es auf dem einfachen Glauben, den Abraham hatte, dass Gott genau das meint, was er sagt und dass Gott in der Lage ist und willig ist, das zu tun, was er sagt.

[36:08] In Römer 4, Vers 17 sagt dann Paulus: "vor Gott, dem er [das ist Abraham] geglaubt hat, der die Toten lebendig macht und ruft das, was nicht ist, dass es sei." Also Paulus begann, die Kraft des Wortes Gottes zu begreifen. Gott kann Dinge, die noch gar nicht existieren, durch sein Wort in die Existenz rufen. Mit den Sternen, mit den Planeten, mit unserer Erde. Das ist dasselbe, was er auch mit unserem Herzen tun kann.

[36:48] Wir brauchen keine existierende Gerechtigkeit. Gott braucht keine existierende Gerechtigkeit in uns. Gott braucht uns also nicht besser machen. Er kann etwas in uns schaffen, auch wenn da gar nichts vorhanden ist. Wir müssen also ihm nichts bezahlen, damit er das tut. Gott möchte das tun und wir müssen es ihm nur erlauben. Es gibt große Kraft in diesem Wort und Paulus begann, das wirklich zu verstehen.

[37:32] Wie hat er das verstanden? Auf dieselbe Art und Weise, wie Habakkuk das verstanden hatte. "Das Rechte wird aus Glauben leben." Paulus begann, das zu verstehen. Luther verstand das auch. Abraham glaubte Gott, weil Gott gesagt hat, was er gesagt hat. Und Gottes Wort hat die Kraft, die Gegenwart zu verändern. Es kann produzieren, was es sagt. Gottes Wort kann produzieren, was immer der Inhalt des Wortes Gottes ist.

[38:15] Er braucht keine gute Person, mit der er arbeiten kann, sondern Gott kann eine Person einfach gut machen. Er braucht einfach nur Menschen, die bereit sind, sich selbst zu nichts zu machen, damit Gott sie zu etwas machen kann.

[38:37] In Jesaja 55 Vers 10 können wir folgendes lesen. Gottes Wort in der Bibel ist nicht einfach nur ein kluger Ratschlag oder ein Maßstab, mit dem wir unser Leben anpassen können, sondern Gottes Wort gibt auch die Kraft, dass wir die Dinge, die dort stehen, in der Bibel erleben können und erfahren können.

[39:21] In Titus 1 Vers 2 heißt es: "aufgrund der Hoffnung, dass wir die Dinge, die dort stehen, in der Bibel erleben können und erfahren können, aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens, dass Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat." Paulus sagte dasselbe, wie auch in Jesaja steht, dass Gott nicht lügen kann, dass wir uns bei Gott auf jedes einzelne Wort verlassen können. Denn alles, was Gott sagt, bleibt auch für immer bestehen.

[40:07] Wenn wir noch einmal über diese Worte nachdenken, die schon bei der Schöpfung eine Rolle spielten, im Anfang, dann gibt es noch etwas, was man hier deutlich sehen kann. Denn in Johannes 1 Vers 1 finden wir dieselben Worte nochmal geschrieben. Da heißt es: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war bei Gott."

[40:34] Worte sind ja nichts weiter als die hörbare Mitteilung von Gedanken. In dem Wort Gottes können unsere Sinne wahrnehmen, was Gott über uns denkt. Aber das Wort Gottes beschränkt sich nicht einfach in Worten und Buchstaben. Sondern das Wort Gottes ist eigentlich wirklich eine Person. Eine göttliche Person, die mit Gott seit Ewigkeiten schon existiert. Gottes Wort ist nicht nur eine philosophische Idee, sondern tatsächlich eine Person.

[41:24] Denn Johannes fährt fort, folgendes zu sagen: "Und das Wort wurde Fleisch." Diese Person kam in unsere Welt hinein. Der Schöpfer der Welt wurde ein kleiner Zellhaufen. Der Erhalter des Universums war plötzlich an so eine Nabelschnur angebunden. Der Herr des ganzen Universums war jetzt plötzlich abhängig von einem seiner eigenen Geschöpfe.

[42:09] Wenn man darüber nachdenkt, über diese Liebe Gottes, die er für uns hat, dass er sich so sehr herablässt zu uns. Johannes sagt: "Das Wort Gottes wurde Fleisch und wohnte unter uns. Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, als das Eingeborene vom Vater voller Gnade und Wahrheit."

[42:36] Wenn wir also verstehen wollen, wer Gott wirklich ist, dann müssen wir nichts weiter tun, als uns anschauen, wer Jesus ist. Denn Jesus zeigt uns, wie Gott der Vater in Realität wirklich ist. Er ist ja das Wort Gottes. Wenn wir also hören, was Jesus gesagt hat und sehen, was er getan hat, bekommen wir ein gutes Bild davon, wie Gott der Vater ist.

[43:13] Durch Jesus identifiziert sich Gott mit dieser Welt. Er hat nicht auf den Menschen gewartet, dass der Mensch jetzt irgendwann mal auf dieser Welt ist. Stattdessen kam Gott herab, um die Menschen dort zu treffen, wo sie sind. Er weiß, dass wir hier unten auf diesem verdorbenen Planeten sind. So hat er Jesus hier herabgesandt, um uns zu ermutigen und uns wieder zu inspirieren und uns zu zeigen, wie Gott wirklich ist.

[43:51] Der König der Könige, der Herr der Herren, hat sich gedemütigt, um Gegenstände aus Holz anzufertigen. Wäre das nicht wunderbar, so ein Möbelstück zu besitzen, das Jesus selbst hergestellt hat? Ich habe keinen Zweifel, dass dieser Gegenstand perfekt gemacht worden wäre. Ich weiß, hier in Deutschland gibt es auch ganz gute Tischler. Ich besitze selbst ein sehr gutes Qualitätsmöbelstück aus Holz. Ich glaube, Jesus hätte es wahrscheinlich noch etwas besser machen können. Glaubt jemand von euch, dass es auch so ist?

[44:44] Schauen wir uns Matthäus 4, Vers 4 an. "Er [das ist Jesus] aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht." Hier sehen wir wieder, wie das Wort Gottes zu uns kommt. Jesus sagte selbst: So sollen wir unser Leben leben. Aus dem Wort Gottes. Denn im Wort Gottes ist das Leben. Jesus ist das Wort. Er ist der Einzige, durch den wir das Leben haben können.

[45:21] Dieses Wort nimmt Nichts und macht es in etwas Wunderschönes. Was hat Jesus getan, als er hier auf diesem Planeten lebte, 2000 Jahre her? Er heilte den Kranken durch sein Wort. Er heilte die Kranken durch sein Wort. Und er zeigte so, wie Gott wirklich ist. Er half ihnen in ihren Bedürfnissen und heilte auch ihre Gebrechen und ihre Krankheiten. Jesus ging oft durch Dörfer hindurch und kein einziger dort blieb krank zurück.

[46:09] Und obwohl Jesus sehr viel Zeit damit verbrachte, die Kranken zu heilen und aufzurichten, war er doch noch für etwas Größeres hergekommen. Die Bibel sagt uns, dass er kam, um uns unsere Sünden zu vergeben. Er wollte die Menschen von ihrer Sünde und von ihrer Verzweiflung befreien. Von ihrer Schuld und von den Schwierigkeiten. Mit göttlicher Autorität vergab er ihnen ihre Sünden. Sie mussten dafür nichts bezahlen. Alles, was sie tun mussten, war diese Erlösung, diese Vergebung frei anzunehmen.

[46:55] Es spielte keine Rolle, auf welcher Gesellschaftsschicht sie sich befanden. Ob sie jung oder alt waren. Ob sie erfolgreiche Menschen waren oder arm. Es spielte für Jesus keine Rolle, aus welchem Land sie kamen oder welchen ethnischen Hintergrund sie hatten. Wenn sie bereit waren zu kommen, war er bereit, ihnen zu vergeben.

[47:24] Das Wunderbare ist, dass Jesus alle ihre Sünden auf sich selbst nahm. Er, der selbst sündlos war, wurde Sünde für uns. Als Adam gesündigt hatte, waren die Dornen erschienen. Wir sehen heute eine Welt, die voller Sünde und Traurigkeit ist. Aber egal wie schlimm die Welt auch ist, wie bösartig die Menschen auch gewesen sein mögen, Jesus hat freiwillig angeboten, unsere Sünden auf sich zu nehmen. Er hat sich mit den Verlorenen, mit der Menschheit identifiziert.

[48:23] Am Ende hat er dann den Preis für die Sünde bezahlt. Die Bibel sagt, dass der Lohn der Sünde der Tod ist. Aber das Geschenk Gottes ist das ewige Leben durch Jesus Christus. Jesus starb also für jeden Menschen, für sie und auch für mich. In Johannes 3, Vers 16 heißt es:

[49:03] Luther hatte das jetzt begriffen. Das hat sein Denken völlig verändert. Er verstand jetzt, dass man eben nichts tun muss, dass man lediglich glauben muss. Er ist ja das Wort Gottes, Jesus. Jesus spricht das Licht in unser Herz. Und wenn er spricht, dann verändert das die Realität. Er heilt unsere verletzte Seele. Er gibt uns den inneren Frieden. Aber das kann nur geschehen, wenn wir ihm glauben.

[49:44] Es spielt keine Rolle, wer wir sind. Wer du bist, wo dein Leben bisher lang gelaufen ist. Oder wie gut du vielleicht auch Jesus kennen magst. Es geht lediglich darum, ihm zu vertrauen und ihn beim Wort zu nehmen. Das Evangelium ist wirklich Gottes Kraft.

[50:10] Das Wunderbare an der Geschichte von Jesus ist, dass er nicht nur gestorben ist, sondern auch, dass er nicht tot geblieben ist. Er besiegte den Tod und den Teufel. Er ist die Auferstehung und das Leben. Und als Jesus den Tod besiegte, hat er mir und dir Hoffnung gegeben. Das Evangelium ist also nicht nur eine ganz nette Theorie. Es ist eine kraftvolle Kraft, die das Leben eines Menschen verändert. Das ist, was passierte, als Saul Paulus wurde. Das ist, was passierte, als Luther dieses Verständnis gewann.

[50:58] In Römer 1, Vers 16 sagt Paulus: "dass es die Kraft Gottes ist, für jeden zu retten, der glaubt." Er sagt ganz deutlich: Es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt. Und dann geht er weiter.

[51:33] Paulus greift hier die selben Worte wieder auf, die schon Habakkuk ausgeschrieben hat. Paulus verstand. So nahm er also sozusagen diese Fackel des Habakkuk und trug sie jetzt selbst. Die Kraft des Evangeliums ist sehr einfach. Was heute in der Christenheit oft passiert ist, dass wir es sehr schwierig glauben. Jesus sagte: Glaube einfach. Paulus sagte: Glaube einfach. Ja, Glaube.

[52:20] Dieser Glaube kann dein Leben verändern. Diese Fackel des Habakkuk ist durch die Zeitalter immer weiter getragen worden. Von Habakkuk zu Paulus, von Paulus zu Luther und Luther hat auch diese Fackel weitergegeben. Luther hat diese einfache Wahrheit des Evangeliums verstanden. Wenn er jetzt seine Bibel las, hatte er nicht mehr so elende Gefühle und sein Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Jetzt war für ihn die Bibel der Nachricht. Ein einfacher Satz: "Der Gerechte soll aus Glauben leben" oder "wird aus Glauben leben."

[53:16] Luther selbst wurde dadurch zu einem Licht für andere. Und von dort an sieht man in all seinen Schriften, wie dieses Thema immer präsent ist. Dort am 28. März 1518 hielt er eine Predigt, wo man das sehr deutlich sehen kann. Und als Luther das dann verbreitete, haben andere davon auch profitiert.

[53:58] Ungefähr 200 Jahre später ist ein anderer religiöser Führer genau durch diese Worte selbst inspiriert worden. Das war John Wesley. Er war jemand, der an Depressionen litt. Er hatte viele Jahre versucht, ein heiliges Leben zu leben. Aber es ging immer im Kreis mit ihm. Er war total frustriert. Er hatte sogar in Nordamerika unter den Indianern gewirkt, aber hatte das Gefühl, dass er total versagt hatte. Und auch er kam in einen großen Sturm auf der Überfahrt und verstand dann, dass er trotz all seiner religiösen Aktivitäten und Übungen gar keinen echten inneren Frieden hatte.

[54:53] Eines Tages hörte er einem Vortrag zu und war nicht so wirklich interessiert. Aber als der Vortragsredner da vorne so sprach, waren plötzlich da einige Worte, die seine Aufmerksamkeit erregten. Der Redner zitierte Martin Luther. Und als er das tat, veränderte sich das Leben von John Wesley. Hier sagt er selbst darüber:

[55:55] "Und ich erhielt eine Gewissheit, dass er meine Sünden hinweggenommen hatte, ja, meine, und mich vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit hatte." Die Fackel des Habakkuk war eine weitere Station weitergegeben worden. John Wesley ist dann einer der größten Erweckungsprediger und Reformatoren des 18. Jahrhunderts geworden. Die Wahrheit der Vergebung durch Glauben und durch Gnade ist dann von ihm weitergeleitet worden.

[56:36] Die gute Nachricht ist das: Diese Fackel des Habakkuk, die leuchtet heute noch immer. Die bricht heute noch immer. Von Habakkuk haben wir sie zu Paulus gehen sehen. Von Paulus zu Luther. Von Luther zu Wesley. Und Wesley gibt sie sozusagen dann mir und dir. Auch wir sollen diese Fackel hochhalten. Auch er, auch wir sollen diese Fackel weiter tragen. Sodass auch wir diese Fackel anderen weitergeben können.

[57:18] Was ist diese Fackel? "Der Gerechte wird aus Glauben leben." Wir müssen nicht gut genug sein, um gerettet zu werden. Wir müssen darauf vertrauen, dass Jesus gut genug war, damit wir gerettet werden können. Dann können wir unseren Glauben in sein Leben, ihm vertrauen und nicht mehr auf uns schauen. Und wenn wir seine Erlösung aus Freuden annehmen, dann wird sich unser Leben verändern.

[58:01] Luther hat diesen inneren Frieden gefunden. Wesley hat diesen inneren Frieden gefunden. Und vielleicht hast auch du nach diesem inneren Frieden seit langer Zeit gesucht. Und vielleicht kennst du auch Menschen, die im Stress sind, die frustriert sind. Die vielleicht gar keine Hoffnung mehr zu haben scheinen. Die vielleicht immer versuchen, gute Leben zu leben und es einfach nicht bewerkstelligen können. Und die Wahrheit ist: Weder ich noch du, niemand von uns wird einfach so ein gutes Leben leben können. Und auch unsere Freunde können das erfolgreich tun, wenn wir es aus eigener Kraft versuchen.

[58:54] Unsere Aufgabe ist sehr einfach. Martin Luther hat das verstanden. Wir akzeptieren Gottes Gnade, indem wir Jesus Christus glauben. Weil er uns liebt und er für uns sich geopfert hat, können wir ewiges Leben haben. Und diese Freude, die wir dann haben, wenn wir das annehmen, dann werden wir ein neues Leben leben. Dann werden wir ein Leben leben voller Hoffnung. Und wir können auch andere Menschen ermutigen.

[59:35] Wie steht es mit dir heute Abend? Wie ist dein Herz heute mit Gott? Erst als Luther sich diese Frage stellte und die richtige Antwort geben konnte, war sein Leben wirklich ein anderes. Und weil Luther die Antwort auf diese Frage fand, hat sich nicht nur sein Leben geändert, sondern die gesamte Weltgeschichte ist dadurch verändert worden.

[1:00:10] Wie sind wir also von 1517 zu heute gekommen? Wo ist die Reformation heute noch? Ist diese Wahrheit, die Luther vor 500 Jahren wiederentdeckte, heute genügend Menschen wirklich noch bekannt? Und die noch wichtigere Frage ist: Verstehen wir, die wir hier sind, die Antwort auf diese Frage? Denn Martin Luther übergibt uns heute diese Fackel.

[1:00:49] Was Luther dann in dem ganzen Rest seines Lebens weitergab, das können auch wir anderen weitergeben. Am nächsten Freitag werden wir uns wieder hier gemeinsam versammeln. Unser Thema am Freitagabend wird "Die absolute Wahrheit. Luther untergräbt den Anspruch der Kirche." Heute Abend möchte ich mit dieser Frage enden. Wer möchte heute Abend mit mir gemeinsam sagen: Ich bin dankbar für das, was Luther entdeckt hat. Ich möchte auch diese Fackel tragen und anderen Hoffnung geben. Wenn das unser Wunsch ist, können wir unsere Hand dazu heben?

[1:01:46] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater, danke, dass du Martin Luther mit dieser so einfachen Wahrheit so beeindruckt hast. Wenn jemand hier unter uns die selben Anfechtungen, die selben Schwierigkeiten und Kämpfe hat, die auch Luther vor 500 Jahren hatte, dann hilf uns, dass auch wir dieselbe Schlussfolgerung haben können wie damals Luther. Hilf uns, dass wir dein Wort annehmen und ihm vollständig vertrauen. Hilf uns, diesen Frieden zu finden, den wir nur haben können, wenn wir verstehen, dass der Gerechte aus Glauben leben wird. Und dann hilf uns auch, dass wir anderen damit eine Hilfe sein können. Und wir bitten all diese Dinge im Namen Jesu heute Abend. Amen.

[1:03:22] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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