[0:00] Die achtjährige Donna hat Angst. Angst vor der Endzeit, vor der Wiederkunft Jesu. Denn in der Kindersabatschule haben sie die letzten Plagen durchgenommen und seitdem hat sie Angst vor dem Ende. Sie hofft, Jesus kommt noch lange nicht.
[0:37] Kathrin hat selbst schon zwei Kinder. Als sie zwölf war, wurde dann im Religionsunterricht der große Kampf besprochen und seitdem ist sie immer mulmig, wenn sie an das Ende denkt. Und die 13-jährige Anna, sie hat im Bibelstudium, im Bibelunterricht über die neue Erde gehört. Sie kann es sich nicht wirklich vorstellen und jetzt denkt sie sich, ist es überhaupt wert, sich auf die neue Erde zu freuen und vielleicht sogar auch noch vorher das Leben dafür zu lassen? Nein, das sind reale Fälle, reale Situationen und von denen gibt es noch viel mehr. Warum ist das so? Können wir das verhindern?
[1:20] Ein herzliches Willkommen auch von mir. Ich freue mich, dass ich diesen Sabbat bei euch sein kann, dass ich den mit euch verbringen darf. Ich werde diesen Sabbat kein Endzeitseminar halten. Ich werde keine Strickanleitung geben. Wenn man das tut, dann kommt das heraus, wenn ich dieses Rezept befolge, dann ist mein Kind sicher und alles ist in Ordnung. Ich werde zusammengefasst vielleicht einfach nur empfehlen: Wasch dich im Jordan. Und manchmal ist uns das viel zu einfach. Es geht um allgemeine Prinzipien, die wir vielleicht sowieso immer tun sollten.
[1:55] Ein Kind heute auf die Welt zu bringen, heißt, denke ich, automatisch es für die Endzeit zu erziehen. Was bedeutet das? So soll es also nicht sein. Doch wie können wir einen positiveren Zugang haben? Da ich denke, dass es eben um mehr geht, als nur um Wissensvermittlung, an diesem Sabbat möchte ich euch noch mal bitten, dass wir noch mal still werden und noch mal Gott einladen, seinen Geist erbitten, dass er uns führt hier.
[2:29] Lieber himmlischer Vater, ich möchte dich ganz besonders bitten, dass du uns jetzt füllst mit deiner Gegenwart und deinem Geist, dass du zu uns sprichst und jedem Einzelnen den Gedanken mitgibst, den er braucht. Danke, dass du uns führst. Amen. So, nun geht es auf. So schaut es aus. Das ist der Plan durch den Sabbat. Diese vier Themen werden uns beschäftigen: Heute Abend: Bleib fokussiert – in der Vorfreude auf den Himmel leben. Morgen dann ist das Thema: Ist mir Jesus alles? Dann trennt mich nichts von ihm. Bleib nah an Jesus. Am Nachmittag werden wir zwei Themen haben: Bleib dran – lebe heute für morgen. Wie bereite ich mich jetzt schon darauf vor? Und bin ich auch bereit, meinen großen Auftrag, den ich habe, am Ende auch zu erfüllen? Wie kann ich mich und die Kinder darauf vorbereiten?
[3:27] Ich möchte ins Thema einsteigen, indem ich einen kurzen Blick auf uns selber werfe. Ich denke, das ist immer so in der Kindererziehung, dass es bei uns selber beginnt. Als ich mich auch begann, mit dem Thema auseinanderzusetzen, kamen plötzlich Erwachsene auf mich zu und haben mich auf das Thema angesprochen. Einer hat gemeint: „Ich weiß gar nicht, was ich die ganze Ewigkeit lang tun soll. Ich kann mir das gar nicht so vorstellen, eine ganze Ewigkeit lang. Was macht man da eigentlich?“ Ein anderer meinte: „Ich wollte unbedingt noch Mama werden, bevor Jesus wiederkommt. Jetzt bin ich schon Mama, aber eigentlich würde ich schon noch gerne Oma werden, bevor dann Jesus kommt.“ Und eine dritte schrieb mir dann: „Sie wüsste gar nicht, ob sie in der Endzeit dann standhaft genug sein könne, weil sie doch jetzt schon im Dunkeln so ängstlich sei.“
[4:20] Dadurch ist mir bewusst geworden, durch diese vielen Erwachsenen, die da auf mich zugekommen sind und mich angesprochen haben auf das Thema, dass es ganz wichtig und essentiell ist, dass wir als Erwachsene uns vorher mit diesem Thema auseinandersetzen und überlegen: Wie stehe denn ich eigentlich zur Endzeit? Welche Fragen beschäftigen mich darüber?
[4:46] Kindererziehung beginnt bei uns Erwachsenen. Wenn ich für meine Kinder bete und sage: „Lieber Gott, bitte hilf ihnen, dass sie das und das gut können oder das und das, das ihnen entsteht“, dann merke ich das ganz schnell, dass ich mir überlege: „Lieber Gott, bitte hilf, dass das vorher in mir sichtbar wird, dass ich das überhaupt kann. Ja, hilf mir.“
[5:14] Ja, und somit drei Fragen an uns: Was sehen Kinder bezüglich Endzeit, wenn sie uns anschauen? Was ist sichtbar jetzt in unseren Prioritäten? Wie gehen wir mit dem Geld um, mit unserer Zeit? Sehen sie, dass die Wiederkunft Jesu wirklich für uns Priorität hat, dass wir uns das wirklich herbeiwünschen und herbeisehnen?
[5:45] Ellen White schreibt, dass bevor Jesus wiederkommt, auch er in seiner Gemeinde sichtbar werden soll. Sehen Kinder Jesus in uns? Zeigen das meine Taten? Was hören Kinder? Worüber sprechen wir, wenn es um die Endzeit geht? Stellen wir die letzten Plagen in den Mittelpunkt oder dass wir unseren besten Freund Jesus bald sehen dürfen? Und welche Gefühle habe ich, wenn ich an das Ende denke, wenn ich an die Wiederkunft Jesu denke? Ist mir das egal oder brenne ich darauf? Sage ich: „Ich wünsche mir das so sehnlich herbei.“ Habe ich Angst davor oder fühle ich mich geborgen in Jesus?
[6:48] Kinder haben einen ganz feinen Sensor, die spüren das. Manche denken mit Horror an diese Zeit, manche sagen: „Es wird die wunderbarste Zeit überhaupt werden, denn wir werden so besondere, außergewöhnliche Erfahrungen mit Jesus machen dürfen.“ Welche Einstellung habe ich also als Erzieher, wenn ich an die Endzeit denke? Welche Haltung habe ich? Unser Vorbild ist entscheidend. Das muss man klären für sich in Stille.
[7:16] Also das ganz kurz, so als Einstieg. Und nun zu unserem ersten Thema: Bleib fokussiert, lebe in der Vorfreude. Geburt. Jedes anwesende Elternteil hat dazu seine Geschichte. Da gibt es viele Geschichten. In mir steckt kein außergewöhnlicher Begabung, kein Mozart steckt in mir, kein Einstein, aber man hat mir von klein auf nachgesagt: „Was du gut kannst, ist Ausdauer zeigen, Zähne zusammenbeißen und durch.“
[7:41] Und dann kam die erste Geburt, meine erste Geburt. Jetzt weiß ich schon, jede Geburt ist anders. Ich habe drei sehr unterschiedliche Geburten erleben dürfen und die erste hat mich aber eher an den Rand getrieben. Die war besonders intensiv. Irgendwann hörte ich mich selber laut sagen: „Ich mag nicht mehr, ich will endlich eine Pause. Wenn es nur fünf Minuten sind, einfach nur fünf Minuten Pause von der Geburt, bitte.“ Am liebsten hätte ich also aufgehört.
[8:23] Meine Mama hat mir vor der Geburt ganz oft eingeprägt: „Bei der Geburt, denk an das Kind. Vergiss nicht, denk an das Kind.“ Bei der Geburt, denk an das Kind. Mein Sohn Jan ist dann schlussendlich doch natürlich auf die Welt gekommen. Ich bin sehr dankbar dafür, aber da war ich am Rand. Ich wollte so gern aufhören.
[8:48] Und dann habe ich nach der Geburt in einem Andachtsbuch über Jesus gelesen, über sein Leiden am Kreuz. Und mir ist bewusst geworden, noch viel mehr bewusst geworden, was er da für uns gemacht hat. Denn sein Leiden übersteigt jedes menschliche Leiden, das es jemals auf Erden gab. Viel schmerzhafter als irgendeine komplikationsreiche Geburt. Und die Größe von Jesu Tat ist mir so richtig bewusst geworden.
[9:16] Das Heftige war nämlich, Jesus stand in der Versuchung, dass er hätte aufhören können. Er hätte sagen können: „Ich steige jetzt vom Kreuz und höre auf, ich gebe mir jetzt eine Pause.“ Aber er hat das nicht getan. Das hat mich so fasziniert. Wie konnte er das? Und dann habe ich mir vorgestellt, wie wäre es gewesen, um das noch ein bisschen mehr nachempfinden zu können, was Jesus da wirklich für uns vollbracht hat. Wenn während der Geburt mein Mann und meine Familie, meine Liebsten um mich herum gestanden wären und mich in dem Moment verspottet, ausgelacht, getreten, angespuckt, ausgepeitscht hätten. Und wenn vielleicht auch noch in diesem Moment ich die Angst und Sorge hätte haben müssen, dass ich, wenn ich weitermache mit der Geburt, mein Mann mich für immer verlässt, der mir am liebsten ist.
[10:11] Und all das, diese Vergleiche zeigen doch nicht, was Jesus wirklich vollbracht hat. Aber wie konnte er das, dachte ich mir. Wie konnte er das?
[10:28] Und dann, dann entdeckte ich folgenden Vers. Ich lese aus der Elberfelder Bibel. In Hebräer 12 Vers 2 steht: „indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“
[10:50] Der um der vor ihm liegenden Freude willen. Was war diese Freude? Der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz und die Schande für nichts achtete. Jesus dachte am Kreuz an sein Kind, an dich, an mich, an uns, an die Freude, uns einmal bei sich im Himmel haben zu dürfen.
[11:29] Jesus hat sich so wunderbar fokussiert. Zu einer der unglaublichsten Fähigkeiten Jesu gehört, dass er auf ein Ziel ausgerichtet bleiben kann, dass er fokussiert ist. Ja, Jesus hätte sich durchaus verzetteln können, denn er hatte viele Aufgaben. Er hätte sich als politischer Revolutionär, als nationaler Führer, als Arzt, als Lehrer verzetteln können. Doch seit dem Zeitpunkt, von dem er die Tür von der Zimmerwerkstatt in Nazareth zuschlug, von diesem Augenblick an, war sein Ziel, uns zu retten, die Menschheit zu retten. Und er ließ sich davon nicht abbringen. Das Kreuz auf Golgatha war sein Ziel, die Rettung der Menschen.
[12:12] Aus dem Leben Jesu. Hier steht, dreimal hatte Jesus so gebetet. Nun zieht ihm im Geiste noch einmal die ganze Geschichte des Menschengeschlechtes am Welterlöser vorüber. Er sieht die Hilflosigkeit der Menschen und die Macht der Sünde. Und sein Entschluss ist gefasst. Er will die Menschen retten, koste es, was es wolle. Er nimmt die Bluttaufe an, damit Millionen Verdammter das ewige Leben gewinnen können. Der Engel kam. Er zeigte ihm den offenen Himmel und sprach zu ihm von den Seelen, die durch sein Leiden gerettet würden. Er gab ihm die Gewissheit, dass das Königreich dieser Welt den Heiligen des Allerhöchsten gegeben werden wird. Er erzählte ihm, dass er das Licht schauen und die Fülle haben werde, weil seine Seele sich abgemüht hat. Denn eine große Schar auf ewig Erlöste würde für ihn zeugen.
[12:58] Warum lese ich das? Was hat das jetzt mit der Endzeit zu tun? Ich möchte uns noch ein zweites Vorbild vor Augen stellen, bevor ich es auflöse: Mose. Hier steht in Hebräer 11, Vers 26: „indem er die Schmacht des Christus für größeren Reichtum hielt, als die Schätze Ägyptens. Denn er schaute auf die Belohnung.“ Mose schaute auf die Belohnung.
[13:29] Lasst mich hier auch ein längeres Zitat von Ellen White vorlesen, aus „Patriarchen und Propheten“. Mose war über die endgültige Belohnung der demütigen, gehorsamen Diener Gottes belehrt worden. Und im Vergleich dazu versank irdischer Gewinn in die ihm zukommende Bedeutungslosigkeit. Pharaos prächtigen Palast und den Königsthron stellte man ihm als wohl lockenden Anreiz hin. Aber Mose wusste auch, dass an den stolzen Höfen sündliche Vergnügungen wohnten, die den Menschen Gott vergessen ließen. Er schaute über Palast und Königskrone hinaus, auf die hohen Ehrungen, die den Heiligen des Höchsten in einem Königreich ohne Sünde verliehen werden. Im Glauben sah er eine unvergängliche Krone, die der König des Himmels den Überwindern aufs Haupt setzen wird. Und dieser Glaube bewog ihn, sich von den irdischen Herrschern abzuwenden und sich dem anspruchslosen, armen, verachteten Volk anzuschließen, das lieber Gott gehorchen, als der Sünde dienen wollte.
[14:34] Es heißt auch weiter von ihm: Am Hofe Pharaos erhielt Mose die beste juristische und militärische Ausbildung. Der Herrscher hatte seinen Adoptivkelken zum Thronfolger bestimmt und für diese hohe Stellung wurde der junge Mann erzogen. Durch seine Begabung als Herrführer wurde er zum Liebling der ägyptischen Armee und man achtete ihn allgemein als eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Mose hatte die Chance, der Herrscher des damaligen Weltreiches zu werden. Und doch schlug er diese Möglichkeit aus. Warum? Wir wissen, was ihm diese Entscheidung brachte: ein hartes Leben, gesehen menschlich gesehen. Aber Mose blieb auch fokussiert. Jesus blieb fokussiert.
[15:22] Sie schauten auf die Belohnung, die Belohnung danach. Ihr Blick war auf den Himmel gerichtet und auf den großen Schatz, der sie erwarten sollte dort. Und nicht auf das Kreuz.
[15:46] Was hat das nun mit dem Thema zu tun, Kinder auf die Endzeit vorzubereiten? Ich denke, es ist ganz notwendig und wichtig, sich zu überlegen: Was fokussiere ich? Was stelle ich in den Mittelpunkt? Worüber spreche ich?
[16:09] Ich denke, es ist wichtig, Kindern zu lernen, auf die Freude danach zu schauen, auf die Belohnung zu schauen, zu lernen. Nicht auf das Kreuz, nicht auf die Endzeit, nicht auf das, was kommen wird, bevor Jesus wiederkommt. Und auch Ellen White sagt das. Sie schreibt: „Gottes Kinder werden eine Zeit der Trübsal erleben, aber wir sollen ihnen das nicht ständig vor Augen halten. Dadurch sorgen wir nur dafür, dass sie unnötigerweise schon jetzt eine Zeit der Trübsal durchmachen.“ Es wird auch zu einer Sichtung unter Gottes Volk kommen, aber das ist nicht die Botschaft, die heute in die Gemeinde getragen werden soll. Also wir sollen darüber sprechen.
[17:06] So kommen wir aber zur nächsten Herausforderung: Was ist, wenn sich unsere Kinder das, den Himmel, langweilig vorstellen? Nicht attraktiv, wenn sie ihn sich nicht vorstellen können? Wie sollen wir dann Vorfreude überhaupt wecken können? Wie viele Christen gibt es, die sagen: „Ich möchte noch vorher das machen, bevor Jesus wiederkommt und das möchte ich noch erleben, bevor er kommt.“ Und sie stellen sich all das, was hier auf Erden schön ist, schöner vor als das, was uns im Himmel erwartet. Bei Mose war das anders.
[17:44] Hier heißt es: „Doch obwohl sich ihm die allergrößten Möglichkeiten boten, hatte er die sittliche Kraft, die verlockenden Aussichten auf Reichtum, Macht und Ruhm zu verschmähen, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes ungemach leiden, als den vergänglichen Genuss der Sünde haben.“
[18:04] Wie kommt es dazu, dass Kinder den Himmel als mehr wert empfinden, als das, was vielleicht ihnen hier auf Erden angeboten wird? Zwei Punkte dazu. Das eine, das haben wir schon ganz am Anfang besprochen, ist unser Vorbild. Dass sie lernen, das hier als wunderschön zu empfinden. Ob wir den Himmel als etwas ganz Wunderschönes empfinden. Da kann man sich jetzt wieder überlegen, auf so einen imaginären Barometer, wo stehen wir? Ist es uns gleichgültig, dass Jesus wiederkommt? Oder packt uns schon so richtig die Vorfreude?
[18:54] Und das Zweite ist, wie kommt es dazu, dass Kinder den Himmel als ganz besonders empfinden, ist die Belehrung. Ich weiß nicht, ob euch das aufgefallen ist, bei dem einen Zitat, das ich vorgelesen habe über Mose. Da schreibt Ellen White: „Mose wurde belehrt.“ Belehrt, dass das, was auf uns wartet, besser ist, schöner ist, als das, was er auf Erden hätte bekommen können. Irgendjemand hat Mose belehrt. Wer war das?
[19:26] Ellen White schreibt dazu: „Gewissenhaft nutzte sie, die Mama von Mose, die Gelegenheit, ihr Kind für Gott zu erziehen. Sie hatte die Zuversicht, dass es für eine große Aufgabe bewahrt worden sei und wusste, dass sie jetzt bald seiner königlichen Pflegemutter überlassen musste. Dann würde es von Einflüssen umgeben sein, die es von Gott wegführen konnten. Das alles ließ sie in seiner Unterweisung noch fleißiger und sorgfältiger als bei ihren anderen Kindern sein. Sie bemühte sich, das Kindessinn mit Gottesfurcht und Liebe zur Wahrheit und Gerechtigkeit zu erfüllen und betete ernstlich darum, dass es vor jedem verderblichen Einfluss bewahrt bliebe. Sie zeigte ihm Torheit und Sünde des Götzendienstes und lehrte es früh, sich im Gebet vor dem lebendigen Gott zu beugen, der allein hören und in jeder Not helfen konnte.“
[20:21] Die Belehrungen seiner Mutter hatte er nie vergessen. Sie bewahrten ihn vor Stolz, Unglauben und Laster, die unter dem Glanze des Hofes üppig gediehen.
[20:33] Welche Verantwortung hatte diese Mama? Wie weitreichend in ihren Folgen war doch der Einfluss dieser einen hebräischen Frau, einer Verbanden und Sklavin? Ja, eine Mutter hält in hohem Maße das Schicksal ihrer Kinder in den Händen. Sie kümmert sich um die geistige und charakterliche Entwicklung und wirkt damit nicht nur für diese Zeit, sondern für die Ewigkeit. Sie muss nicht etwa eine schöne Gestalt auf Leinwand malen oder in Marmor meißeln, sondern sie muss vielmehr einer menschlichen Seele das Abbild des Göttlichen tief einprägen.
[21:08] Hauptsächlich in den Jugendjahren der Kinder trägt sie die Verantwortung für deren Charakterbildung, denn die Eindrücke, die sie in den Jahren der geistigen Entwicklung empfangen, bleiben fürs ganze Leben. Unter unserer Obhut sollen sie nicht Erben eines irdischen Reiches werden, sondern einmal als Könige mit Gott herrschen in alle Ewigkeit.
[21:32] Ein längeres Zitat, das uns aber zeigt, was so wichtig ist, was wir tun können. Also was schließen wir daraus? Das zweite Kommen des Menschensohnes soll das wunderbarste Thema sein, das vor die Leute gebracht wird. Hier ist ein Thema, das unseren Ansprachen nicht ausgelassen werden sollte.
[21:48] Ewige Wirklichkeiten müssen dem geistigen Auge vorgeführt werden, denn dann werden die Attraktionen der Welt als das erscheinen, was sie sind: völlig wertlose Eitelkeiten. Dann werden die Attraktionen der Welt als das erscheinen, was sie sind: völlig wertlose Eitelkeiten.
[22:09] Wir sollen also davon reden. Ja, wir sollen davon reden, wir sollen belehren. Aber was sollen wir denn nun sagen? Was soll man darüber reden? Ja, himmlisch lecker ist der Kuchen, himmlisch schön der Strand, himmlisch wohnen verspricht die Immobilienanzeige. Das Wort „himmlisch“ dient für alle Superlative und doch stellt man sich den Himmel oft so unattraktiv vor. Was kann ich denn jetzt darüber sagen? Warum ist es so, dass so viele Christen den Himmel gar nicht schön empfinden? Warum haben wir so nebulöse Vorstellungen vom Himmel? Man weiß eigentlich gar nicht, was kommt auf uns zu.
[22:54] Warum ist das so? Ich denke, es gibt jemanden, der nicht möchte, dass wir uns den Himmel als schönen Ort vorstellen. Ich denke, Satan möchte, dass wir uns den Himmel als langweiligen, gegenstandslosen, raumlosen, unattraktiven Ort vorstellen. Denn er kommt dort selber gar nicht mehr hin und er hasst diesen Ort. Er möchte, dass wir ihn uns fern und unwirklich vorstellen.
[23:24] Irgendwie haben wir den Himmel auch gar nicht so auf unserem Radarschirm. Wir sind so, unsere Sinne sind mit dem Irdischen beschäftigt. Es gibt ganz wenige Theologen auch, die selbst darüber geschrieben haben. Aber es ist so wichtig, haben wir gerade vor festgestellt, denn wenn wir den Himmel ja vor Augen haben, das, was auf uns wartet, dann können wir das Ende besser aushalten.
[23:46] Ist es überhaupt möglich, sich den Himmel auch wirklich vorstellen zu können? In 1. Korinther 13 Vers 12 steht: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“ Das heißt, wir können uns teilweise den Himmel vorstellen, stückweise.
[24:16] Oft wird 1. Korinther 2 Vers 9 zitiert, wenn es darum geht, ob man sich den Himmel vorstellen kann oder nicht. Und dann wird gesagt: „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“ Das kann man sich gar nicht vorstellen. Das entspricht einfach nicht dem, was unsere Sinne bis jetzt wahrgenommen haben. Das ist so unbeschreiblich, das kann man sich nicht vorstellen. Und man vergisst, dass danach noch ein Vers kommt, Vers 10. Da heißt es: „Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist.“
[24:50] Und wohl, die Verfasser der Bibel schildern die neue Erde, den Himmel auf verschiedene Weise. Hier nur ein paar Beispiele, ein paar Textstellen, in denen die Verfasser der Bibel über die neue Erde uns berichten. Sie schildern sie als Garten, als Königreich, als Stadt. Und unter einer Stadt, einem Königreich, einem Garten können wir uns etwas vorstellen. Das dient uns als Brücke für das Verständnis des Himmels. Und ich denke, wir können uns nichts wünschen und erhoffen, dass wir uns nicht wirklich vorstellen können. Deshalb hat uns Gott, glaube ich, Einblicke in den Himmel gegeben, um unsere Fantasie zu beflügeln.
[25:38] Alles Angenehme, was wir hier auf Erden erlebt haben, soll uns daran erinnern. Ich stelle mir also vor, wie ich das erste Mal in Ägypten am Schnorcheln war und wie ich plötzlich Fische in allen Farben und Formen gesehen habe und wie es mir die Sprache verschlagen hat dabei. Oder wie es mir jedes Mal bei allen drei Geburten dann das Baby hergelegt haben zu mir. Das war so ein schöner Augenblick. Oder den schönsten Ort, an dem ich spazieren war, vielleicht mit Palmen oder tosenden Flüssen, zerklüfteten Bergen. Und ich stelle mir vor, ich gehe dort mit jemandem spazieren, den ich lieb habe. Und es gibt dort nichts, was uns traurig macht.
[26:33] Gott möchte, dass wir uns darauf freuen. Er möchte, dass wir begreifen. Ja, es gibt manche Überraschungen. Es gibt Dinge, die uns verborgen bleiben. Aber wir sollen uns darauf ausrichten. Wir sollen darüber nachdenken.
[26:46] In Kolosser 3, 1 bis 2 fordert uns Jesus dazu auf. Er sagt: „Da ihr nun also zusammen mit Christus auferweckt worden seid, sollt ihr euch ganz auf die himmlische Welt ausrichten, in der Christus auf dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite sitzt. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“
[27:09] In diesen zwei Versen steht zweimal das Wort „Zetheo“, das griechische Wort Zetheo. Und das heißt, bedeutet suchen, streben, nach etwas streben. Und es wird auch verwendet, zum Beispiel in dem Zusammenhang, wie es heißt, dass Jesus gekommen ist, um das Verlorene zu suchen. Oder wie der Hirte geht, um das verlorene Schaf zu suchen. Oder der Händler, der nach dieser kostbaren Perle Ausschau hält. Da wird auch dieses Wort Zetheo verwendet. Es bedeutet also ein sorgfältiges, ein zielgerichtetes, ein tatkräftiges Nachforschen.
[27:47] Das bedeutet also, dass wir sorgfältig, tatkräftig und zielstrebig unsere Sinne auf die himmlische Welt ausrichten sollen. Das ist ein Befehl Gottes. Er befiehlt das, weil wir das scheinbar normalerweise nicht tun würden, weil unsere Sinne so sehr mit dem Irdischen beschäftigt sind. Dieses Wort Zetheo wird hier auch im Präsens verwendet. Das heißt, es ist fortlaufend etwas, das wir immer wieder, immer tun sollten.
[28:22] Ja, und genau diese Sache wird jeden Tag in Frage gestellt, weil wir einfach so mit dem beschäftigt sind, was um uns herum geschieht, was um uns herum passiert. Vielleicht haben wir auch die Angst, wenn wir jetzt nur noch an den Himmel denken, sind wir dann überhaupt noch brauchbar hier für die Erde? Aber wenn wir darüber nachdenken, welche Menschen ganz stark auf den Himmel ausgerichtet waren, dann sind es die Menschen, die nicht ohne Wirkung für die Erde hier blieben. Die Apostel, die Reformatoren. Was haben die bewirkt? Zum Beispiel auch, dass der Sklavenhandel abgeschafft worden ist. Es ist also wichtig und wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir dann den Boden verlieren unter unseren Füßen.
[29:17] Eigentlich haben wir auch den Himmel im Herzen. In Prediger Kapitel 3, Vers 11 steht: „Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt.“ Er hat uns den Himmel ins Herz gelegt. Jede Zivilisation, die es auf Erden gab, jede Kultur hatte die Sehnsucht nach etwas Ewigem und hat sich überlegt, wie geht es nach dem Tod weiter? Wir haben Heimweh. Wir sind displaced people. Aber nichts wird häufiger falsch diagnostiziert als dieses Heimweh. Wir versuchen dieses Heimweh mit allerhand anderem zu stopfen.
[29:51] Wir glauben, wenn wir nur eine neue Arbeitsstelle haben oder eine Hütte im Wald oder endlich wieder mal Urlaub, Sex, Drogen, eine Gehaltserhöhung, ein Ehepartner, ein Fernseher mit Großbildschirm oder eine Wohnung auf Hawaii. Wenn wir das haben, dann sind wir glücklich. Aber wir sind dann erst glücklich, wenn wir zu der Person kommen, für die wir geschaffen wurden und wenn wir an den Ort kommen, für den wir geschaffen wurden, den Himmel, Jesus. Nichts anderes, nichts kann uns befriedigen.
[30:38] Und doch gibt es Schönes auf dieser Erde, an dem wir uns erfreuen dürfen. Und da ist es eine neue Erde, die Gott schaffen wird. Wenn wir jetzt an ein neues Lied denken, dann glauben wir ja auch nicht, dass dieses Lied ohne Rhythmus, ohne Melodie, ohne Text ist, denn dann ist es kein Lied mehr. Wenn wir an ein neues Auto denken, dann glauben wir auch nicht, dass es jetzt ein Gefährt ist ohne Motor, ohne Räder, dann wäre es kein Auto mehr. Und wenn wir an eine neue Erde denken, dann dürfen wir an eine Erde denken. Es ist eine neue Erde. Neu, Adjektiv, Erde, Substantiv. Das heißt, wir werden auf der neuen Erde Dinge finden, die uns vertraut sind. Es ist nur diese Welt ohne all dem Hässlichen, was wir hier vorfinden. Gott verspricht wiederherzustellen, zu heilen, zu erlösen, zurückzukehren, zu erneuern.
[31:38] Die Schönheit unserer Erde zu schätzen ist kein Fehler. Ich denke, wir sollten auch nicht alles Materielle ablehnen, dass wir zum Beispiel gerne Auto fahren, möglicherweise, oder gerne Volleyball spielen, mit Freunden grillen, ein gutes Buch lesen oder auch gerne arbeiten. Das tun wir alles nicht, weil wir Sünder sind, sondern weil wir Menschen sind. Und auf der neuen Erde werden wir auch Menschen sein.
[32:14] Wenn mein Sohn Jan also fragt, was wir auf der neuen Erde tun werden und wir uns das gemeinsam überlegen, bevor er einschläft, das machen wir ganz besonders gerne, damit es gute Träume gibt. Dann gehen wir zum Beispiel auf Forschungsreise. Dann erfinden wir irgendwelche Geräte, mit denen wir unheimlich tief in die Erde hineinbohren können. Oder wir schweben zu anderen Welten. Wir können plötzlich auf Bäume hochfliegen und beobachten dort die Vogeleier, die dort im Nest sind.
[32:52] Und wenn meine Tochter Joelia dann sagt: „Aber Mama, ich möchte unser Zuhause haben. Genau das, was ich kenne.“ Dann sage ich ihr nicht: „Nein, das wird ganz anders sein. Du wirst dieses Zuhause nicht mehr vorfinden. Du wirst ein besseres bekommen.“ Denn das kann sie noch nicht greifen als Dreijährige. Dann werde ich sagen: „Jesus wird bestimmt so ein tolles Zuhause haben, wie du es jetzt hast. Genau.“ Ja, und wenn sie sagt: „Ich möchte meine Katze dort wieder haben“, dann werde ich auch nicht sagen: „Nein, du wirst deine Katze dort nicht wiederfinden.“
[33:28] Wir werden uns, wir überlegen uns gemeinsam, mein Sohn Jan und ich, welche neue Tierarten wir erforschen werden. Weil es ja so viele Tierarten gibt, die schon ausgestorben sind und wieder neue Tierarten wiederentdecken werden. Das ist etwas, was ihnen viel Freude macht. Aber wir reduzieren das nicht auf etwas Raumloses, auf etwas, wo sie ihre Lieblingsdinge zurücklassen müssen, auf etwas, das statisch ist, wo nichts zu tun ist, als auf einer Wolke zu schweben, so wie sich manche die neue Erde vorstellen. Sondern ich möchte es schildern, als einen Ort, der vertraut ist, wo es ein Zuhause gibt, wo das Gute behalten wird und das Beste noch neu entdeckt werden darf. Das dynamisch ist, wo aus Altem Neues gemacht wird, wo es einen Gott gibt, den wir anbeten dürfen, eine Ewigkeit des Lernens und des Forschens, des Entdeckens geben wird, das faszinierend ist, wo unsere Wünsche erfüllt werden.
[34:35] Mein Sohn zählt mir dann auf, welche Tierarten er erhalten möchte. Er hätte gerne einen Husky, einen Schneeleoparden, einen Papagei, einen Weißkopfseeadler und ich denke, Gott wird ihm das alles zur Verfügung stellen, wo wunderbare Dinge vorhanden sind.
[34:45] Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir die Sehnsucht nach der Ewigkeit fördern, schon jetzt mit dem Himmel im Herzen leben. In Hebräer 11, Vers 16 heißt es: „Nun aber sehnen sie sich nach einem besseren Vaterland, nämlich dem himmlischen. Darum schämt sich Gott, ihr nicht ihr Gott zu heißen, denn er hat ihnen eine Stadt gebaut.“ Wieder Adventist werden, warten auf Jesus, Schätze im Himmel sammeln, unser Denken ganz auf ihn ausrichten.
[35:21] Von den Weisen heißt es, dass sie überrascht waren, als sie gar kein ungewöhnliches Interesse am Thema des kommenden Messias feststellen mussten. Sie verwundern sich, dass die Juden weder Interesse noch Freude empfinden bei der Aussicht auf dieses große Ereignis, die Ankunft Jesu. Ist das bei uns auch so? Wollen wir nur frei werden vom Joch der Römer oder warten wir wirklich auf unseren Heiland? Und darum soll es auch morgen ganz besonders dann in der Predigt gehen, denn unser Herz sehnt sich nach dieser Person, für die wir geschaffen worden sind. Wir sehnen uns eigentlich nach Jesus.
[36:00] Somit der Grundgedanke für heute: Fokussiere die Zusagen Gottes, fokussiere das Schöne, was kommen wird, das unser bester Freund bald uns holen möchte. Die Freuden und der Trost des wahren Christen müssen im Himmel sein. Ihr Vergnügen wird in der Betrachtung ihres Schatzes, der heiligen Stadt, der neuen Erde, ihrer ewigen Heimat bestehen. Dies wird sie mehr und mehr von der Welt abziehen und bewirken, dass ihr Trost und ihre Hauptfreude in himmlischen Dingen, in ihrem herrlichen Zuhause bestehen.
[36:41] Wenn wir den Himmel haben, dann haben wir alles. Wenn du den Himmel verlierst, verlierst du alles. Wenn du den Himmel gewinnst, gewinnst du alles.
[36:48] Ich möchte euch mit einer kleinen Hausübung nach Hause entlassen heute Abend. Ich kann es nicht anders lassen, da kommt der Lehrer durch. Bevor ihr einschlaft, überlegt ihr ganz konkret: Worauf freust du dich? Was wird dich im Himmel erwarten und wer wird dich dort erwarten?
[37:16] Ich möchte zum Abschluss dieser Stunde jetzt noch mit euch beten. Herr Jesus, danke, dass du kommst. Danke, dass du uns lieb hast, dass du unser bester Freund bist. Heiland, hilf uns, obwohl unsere Sinne so beschäftigt sind mit dem, was um uns herum geschieht, dass wir es immer mehr lernen, uns auszurichten nach dem, was oben ist, dass wir darüber nachdenken, was uns dort alles Schönes erwartet, dass du uns dort erwartest und dass du uns immer kostbarer wirst und wir dich immer mehr lieb gewinnen. Hilf uns, dass das in unserem Herzen geschieht und dass wir unseren Kindern dabei helfen können, dass sie erkennen, wer du bist, dass sie dich lieb gewinnen. Habt Dank dafür. Amen.