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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Predigt über Offenbarung 19, Vers 9, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung der Einladung zum Hochzeitsmahl des Lammes. Er erklärt, warum Gott bestimmte Botschaften aufschreiben lässt und andere versiegelt, und betont die Notwendigkeit, die prophetische Wahrheit klar und verständlich zu kommunizieren. Die Predigt vergleicht die Einladung mit dem Hochzeitskleid und unterstreicht, dass sowohl die Einladung als auch die Befähigung zum Heiligen Leben ein Geschenk Gottes sind.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:44] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de oder wenn ihr später das Video anschaut, heute zu einem spannenden Vers, Offenbarung 19, Vers 9, eine Hochzeitseinladung.

[1:02] Bevor wir die genauer studieren, wollen wir gemeinsam beten und dazu niederknien, wo es möglich ist. Lieber Vater im Himmel, Lob und Ehre sei dir für all das Gute, all das Schöne, all das Große, was du in unserem Leben tust, für all den Segen, den du reichlich über uns ausschüttest, jeden Tag aufs Neue. Danke für deine Führung, deine Leitung, danke für dein Wort, das uns jeden Tag ermutigt. Und danke jetzt für die Gelegenheit, in deinem Wort zu lesen, aus der Offenbarung, das herauszunehmen für unseren Alltag, was wir benötigen, um Tag für Tag mit dir zu leben. Herr, lass uns diese Worte, die wir jetzt lesen, wirklich gründlich bedenken. Sprich mit deinem Heiligen Geist zu uns, erfülle uns ganz mit deinem guten Geist und schenke uns die Weisheit, die wir brauchen, um zu sehen, wie dieser Vers sich in unserem Leben verwirklichen soll. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:58] Offenbarung 19, Vers 9. Wer von euch hat schon mal eine Einladung zu einer Hochzeit bekommen? Viele von euch haben wahrscheinlich auch eine Einladung zu einer Hochzeit schon verschickt. Man macht sich ja so seine Gedanken. Es gibt so verschiedene Dinge, die man tun kann oder vielleicht auch lassen sollte. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Gott hat auch eine Hochzeits-Einladungskarte verschickt. Nicht an 10 oder auch nicht an 200, sondern an mehrere Milliarden Menschen.

[2:33] Vers 9: „Und er sprach zu mir: Schreibe: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.“ Und er sprach zu mir: „Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes.“ Ich weiß nicht, wie es euch geht. Wenn ich diesen Vers lese, kriege ich immer so ein kleines bisschen Gänsehaut, weil ich mir vorstelle, dass dort irgendwo im Universum Gott, der Vater, auf seinem Thron gesessen hat und genau diese Worte gesagt hat: „Das sind die wahrhaftigen Worte Gottes.“ Wir glauben zwar, dass die ganze Bibel Gottes Wort ist. Gottes Gedanken sind die Gedanken der Propheten gewesen, die haben das dann mit ihren Worten aufgeschrieben. Aber in wenigen Ausnahmefällen ist quasi Wort für Wort die Grammatik, die Gott gewählt hat, die 10 Gebote zum Beispiel. Und hier lesen wir, dass diese Einladung: „Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind“, dass Gott selbst das auf dem Thron gesagt hat.

[3:33] Jetzt fangen wir mal an, diesen Vers ein bisschen genauer anzuschauen, weil da steckt einiges drin. Was ist das Erste, was euch auffällt an diesem Vers? Gibt es da irgendwelche Dinge, die euch irgendwie besonders vorkommen? Wir wollen ja mikroskopisch den Vers lesen. Im Einen sagt er: „Schreibe.“ Schreibe. Warum sagt er „Schreibe“? Ich meine, die ganze Offenbarung ist ja niedergeschrieben worden. Das ist ja jetzt nicht so, dass da nur drei Verse... Warum sagt er „Schreibe“? Eine Betonung vielleicht. Sicherzustellen, dass das wirklich dann auch weitergeleitet wird. Das ist ein Befehl. Ohne Frage ist es ein Imperativ. Schreibe. Genau. Auch dieses Prinzip der Betonung. Genau. Schrift ist ja erfunden worden, weil die Menschen irgendwann vergesslich wurden. Adam konnte sich noch alles merken, aber das war dann irgendwann bei der Zeit von Mose nicht mehr der Fall. Man hat sich Dinge aufgeschrieben. Und je vergesslicher sie wurden, desto mehr haben sie aufgeschrieben. Also die Schrift bleibt. Das ist ja das, was Hiob sagt, wenn er sagt: „Ich wünschte mir, dass meine Worte aufgeschrieben werden würden.“ Hat gar nicht geahnt, dass Mose später erstmal das aufschreiben würde und wir heute das noch lesen können.

[4:56] Okay. Gibt es Stellen in der Offenbarung, wo sonst noch gesagt wird: „Schreibe“? Oder ist es die einzige Stelle? Den Gemeinden. Genau. Schaut mal in der Offenbarung, Kapitel 1, und dort Vers 19. Fang 1, Vers 19. Das ist eigentlich so ein bisschen auch die Generaleinleitung für die ganze Offenbarung. Da sagt... Übrigens, wer spricht dort in Vers 19? Ja, ganz genau. Man kann es ziemlich präzise herausfinden, wenn man weiß, wer dort in den Versen vorher ihm erscheint. Jesus erscheint ihm, oder? Und Jesus spricht zu Johannes und sagt: „Schreibe, was du gesehen hast, und was ist, und was nach diesem geschehen soll.“ Und dann finden wir das in allen sieben Sendschreiben. Da heißt es in Vers 1, Kapitel 2: „Dem Engel der Gemeinde von Ephesus, schreibe.“ Und Vers 8: „Dem Engel der Gemeinde von Smyrna, schreibe.“ Vers 12: „Dem Engel der Gemeinde in Pergamos, schreibe.“ Also es kommt immer wieder an die Gemeinden. Und von Vers 1, Kapitel 1, Vers 19 wissen wir, eigentlich all das, was Johannes gesehen hat, soll er niederschreiben. Also das geht zurück auf diesen Anfang.

[6:09] Gibt es auch Stellen in der Offenbarung, die er nicht aufschreiben sollte? Es gibt eine Stelle in der Offenbarung, wo der Engel explizit sagt: „Schreibe es nicht auf.“ Und das ist, du sagst, die sieben Donner. Weißt du, wo die sieben Donner sind? Offenbarung 10, genau. Können wir mal lesen. Offenbarung 10, Vers 4. Das ist ja so ein Lieblingsgebiet von Adventisten, die gerne Neues herausfinden wollen. Was sind die sieben Donner? Da kann man viel Spekulation hören. Aber in Offenbarung 10, Vers 4 heißt es: „Und als die sieben Donner ihre Stimmen hatten vernehmen lassen, wollte ich schreiben, da hörte ich eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe diese Dinge nicht auf.“

[6:59] Also was heißt es, wenn der Engel sagt: „Schreibe diese Dinge nicht auf“? Er wollte es nicht offenbaren. Mit anderen Worten, wenn es nicht geschrieben ist, dann ist es, was sagt der Text? Ja, genau, der Text sagt, dann ist es versiegelt. Achtung, meine Güte, versiegelt. Was also wiederum heißt, wenn es aufgeschrieben wird, ist es entsiegelt, ist es offenbart, ist es für jeden Mann eigentlich offenbar, ist es sichtbar. Das heißt, diese Hochzeits-Einladung ist keine Geheimbotschaft. Ich hätte jetzt beinahe was gesagt, aber ich muss mich mittlerweile auf die Zunge beißen, weil dieses Malaysia-Projekt, das wir machen, wird immer geheimer. Gott möchte, dass diese Botschaft offen, für alle, hörbar und sichtbar ist.

[8:05] Kennt ihr noch eine Stelle in der Offenbarung, wo gesagt wird: „Schreibe“? Also wir hatten jetzt die sieben Sendschreiben, und da wird gesagt: „Schreibe nicht.“ „Schreibe, schreibe, schreibe.“ Wir hatten auf dem 19. Vers 9: „Schreibe diese Hochzeits-Einladung.“ Aber ein Teil der Offenbarung, die sieben Donner, wird gesagt: „Schreibe nicht.“ Kennt ihr noch eine Stelle? Ja? Ganz genau. Im Zusammenhang mit der drei Engelsbotschaft, Offenbarung 14, Vers 13, da heißt es: „Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Schreibe: Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen, ihre Werke aber folgen ihnen nach.“

[8:45] Nach welchem Kriterium entscheidet wohl der Himmel, welche Dinge geschrieben werden sollen und damit für alle verständlich sein sollen, und welche Dinge nicht geschrieben werden sollen und deswegen im Grunde genommen nicht verstanden werden sollen? Nach welchem Kriterium entscheidet das der Himmel? Ist es einfach Willkür, dass der Engel sagt: „Ah, das kannst du aufschreiben, das nicht“? Aus der Wille Gottes. Aus der Wille Gottes, okay. Das stimmt, ja. Also, warum will Gott, dass manche Dinge offenbar sind und manche Dinge sollen eher nicht offenbar sein? Hat Gott einfach Spaß daran, dass manche Dinge wir nicht verstehen können? Ich glaube, es geht ja auch daran, dass er weiß, dass wir manche Dinge einfach nicht verstehen können. Okay, das stimmt. Man könnte manche Dinge nicht verstehen. Nun, bei diesen 10 Donnern scheint es ja so zu sein, als hätte man sie verstehen können, denn der Johannes, der ist schon bereit, sie aufzuschreiben. Also, der steht ja nicht davor und sagt: „Herr, ich weiß nicht, wie man es aufschreiben soll“, und Gott sagt: „Ja, ist halt auch unverständlich.“ Nein, der Johannes hätte es ja gern aufgeschrieben, und Gott sagt: „Schreibe es nicht auf.“ Also, warum würde Gott Dinge, die man hätte aufschreiben können, nicht wollen, dass sie aufgeschrieben sind? Das ist interessant, oder? Man würde ja mal davon ausgehen, dass alles, was es gibt, Gott uns gern offenbaren möchte, oder? Hat Gott ein Interesse daran, dass wir manches nicht wissen? Außer, dass wir es nicht wissen können, was natürlich stimmt. Es gibt manche Dinge, die können wir nicht verstehen, aber gibt es auch Dinge, die wir verstehen könnten, an denen Gott kein großes Interesse hat, dass wir sie verstehen?

[10:07] Okay, ja, die Erkenntnis des Bösen, ja, das ist klar. Aber die 7 Donnern sind jetzt ja nicht die Offenbarung des Bösen, sozusagen. Ja, Dinge, die uns verschrecken würden, um uns jetzt beeinflussen zu können. Ich glaube, das sind Dinge, an denen Gott möchte, dass wir sie immer vorbereiten, dass wir nicht irgendwie mit Berechnungen rechnen. Ich glaube, dass hier unter diesen sind zum Beispiel die Dämonen Jesu oder Spirale, die wir besorgen, mit Hilfe von Gott, weil er möchte, dass wir sie ständig berechnen. Sonst könnten wir berechnen und vielleicht spekulieren.

[11:06] Okay. Also Gott möchte vielleicht Spekulationen verhindern, ja? Auf der anderen Seite sollten wir auch zu Daniel zurückgehen. Ja, Daniel musste versiegeln. Genau. Ah, okay. Also da gab es etwas, was erst versiegelt sein sollte im Buch Daniel und dann später offenbar werden würde, nämlich, was war versiegelt im Buch Daniel? Ja, die Weltreiche waren zum Teil relativ offen, weil man wusste, nach Babylon kommen wir, durch Persien, das war ja alles schon gesagt und kam auch so. Aber was war versiegelt? Genau, Daniel 8, Vers 14, die 2300 Abend und Morgen, dieses Gericht. Wann wurde es entsiegelt? Ja, ein bisschen vorher schon, 1798. Warum wurde 1798, also die ganze Wahrheit um 1844, warum wurde die 1798 entsiegelt und offenbar? Weil es jetzt wichtig war. Ja, es war jetzt wichtig.

[12:00] Das ist ein wichtiges Prinzip. Gott offenbart uns die Dinge, die wichtig sind. Scheint erstmal ganz logisch, aber es ist total wichtig, weil wir immer wieder in der Gefahr stehen, Dinge wissen zu wollen, die total nebensächlich sind für uns und man sich gerne in Dingen verbeißt, wo man irgendwie vielleicht auch sich streiten kann, die aber für unsere praktischen Glauben keinen Nutzen haben. Ich habe letztens bei Ellen White etwas gelesen, wo sie sagt: „Gott hat nur das uns offenbart, was für uns nützlich ist.“ Und ich meine, er hat schon eine ganze Menge offenbart. Aber die Idee ist, er hätte noch sehr viel mehr sagen können. Jesus hätte auf Erden auch Vorlesungen halten können über Physik und von uns fordern können. Ich meine, nichts gegen Physik, ganz wunderbar. Aber alles das, was hier Gott offenbart als ewige Wahrheit, sind Dinge, die wir unbedingt brauchen. Und Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen, hat er auch nicht offenbart.

[12:52] Das heißt, wir sollten uns in unserem Bibelstudium auch an die Dinge halten, die jetzt gegenwärtige Wahrheit sind, die notwendig sind, die uns jetzt tatsächlich betreffen.

[13:00] Andere Frage. Kennt ihr noch andere Stellen außerhalb der Offenbarung, wo Propheten etwas aufschreiben sollten? Kennt ihr noch Stellen, wo Propheten etwas aufschreiben sollten? Frage klar? Also außerhalb der Offenbarung, Propheten, die etwas aufschreiben sollten. Wo explizit gesagt wurde: „Schreibe auf.“

[13:30] War das Hesekiel, der auf die Tafel schreiben sollte? Das war ein Prophet, der fing auch mit H an. Das war nicht Hesekiel. Welcher Prophet sollte auf eine Tafel raufschreiben? Mit H anfangend? Hosea? Nein. Hesekiel? Nein. Habakuk! Genau, einer unserer Lieblingspropheten. Habakuk, ganz großartiger Prophet. Schaut mal in Habakuk 2. Einer der wichtigsten Propheten des Alten Testamentes. Wusstet ihr das? Habakuk sagt den Vers, den der Paulus ständig zitiert: „Der Gerechte soll aus Glauben leben.“ Habakuk 2, direkt in dem Kontext. Da sagt er diese berühmte Stelle, die für uns auch als Adventgemeinde sehr wichtig gewesen ist, weil sie nämlich die Verzögerung erklärt hat.

[14:18] Habakuk, Kapitel 2 und dort steht die Idee in Vers 2. Das Setting ist, der Prophet stellt sich auf die Warte und er fragt: „Wie lange noch?“ Er will eine Antwort von Gott über all die Probleme, die er da beobachtet hat, in Kapitel 1. Und dort in Vers 2 heißt es: „Da antwortete mir der Herr und sprach: Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann.“

[14:49] Also, was ist die Idee? Was gibt es da mit euren Worten wieder? „Schreibe die Offenbarung nieder, grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann.“ Was ist die Idee da? Wie kann man das mit eigenen Worten wiedergeben, diesen Vers? Das ist verständlich, genau. Was heißt dieses „geläufig“? Das ist ein bisschen, also geläufig klingt auch so ein bisschen so, naja, das kann man so irgendwie leicht schreiben. Die Idee bei diesem Laufen ist, schreibe es so, dass jemand, eigentlich steht es im Urtext, der beim Laufen, während er läuft, es noch lesen kann. Also stellt euch vor, ihr lauft durch die Straße, ihr lauft an Geschäften vorbei und beim Laufen könnt ihr noch etwas lesen. Was könnt ihr lesen, wenn ihr beim Laufen seid? Die Dinge, die groß und bunt und mit großer Blockschrift geschrieben sind, oder? Das Kleingedruckte liest man nicht beim Laufen. Und die Idee hier ist, Gott möchte, dass die prophetische Wahrheit, die Visionen Gottes, sollen so publiziert werden, dass man noch im Vorübergehen das Wesentliche erfasst.

[15:59] Was wäre die praktische Anwendung für uns persönlich, als Christen, die das Evangelium weitergeben wollen, die wir die Prophezeiung den Menschen nahelegen, was wäre die Anwendung dieses Verses? Was wäre die Anwendung dieses Verses für uns persönlich? Ah, der Vers ist in Habakuk 2, Vers 2, den wir gerade gelesen haben. „Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann.“ Was wäre die Anwendung? Das Evangelium sollen wir nicht kompliziert machen, um die Stelle zu erreichen, sondern es ist offen, und wenn man es leider weiß, dann auch offen für die anderen darlegen. Genau, wir sollen das Evangelium klar und einfach offenbar machen.

[16:50] Also so, dass Leute es schnell verstehen können. Und zwar, welcher Teil des Evangeliums ist hier besonders angesprochen? Was soll eingegraviert werden? Wenn ihr Vers 2 anschaut? Offenbarung, also die Visionen. Also Gottes Wunsch ist es, dass Daniel und Offenbarung, dass die prophetischen Wahrheiten simpel gemacht werden. Jetzt, wie machen wir Adventisten das meistens gerne? Wir neigen immer dazu, also vor allem, es gibt ja die, die die Prophetie schon mal gar nicht so richtig mögen oder sich selbst damit befassen, und dann gibt es die, die mögen das, und die lieben vor allem das Komplexe daran. Also, je komplizierter, desto besser. Daniel 11 und so richtig tief hinein, dass kaum einer noch es versteht. Aber Gottes Plan ist, mit dem Wort Gott, mit der Prophetie, dass es eigentlich klar und verständlich ist. Unser Anliegen als Christen muss es immer sein, Gottes prophetische Wahrheit so klar wie möglich zu machen.

[17:38] Jetzt kommen wir zurück zu Offenbarung 19, Vers 9. Warum muss unsere, warum muss die prophetische Wahrheit immer so klar wie möglich sein, so einfach verständlich, wie es nur irgendwie geht? Ja? Ja, genau, damit sie verstehen können. Damit man es schon erreichen kann, ja? Damit es jeder verstehen kann, nicht nur die Gebildeten, sondern auch derjenige, der keine Schulbildung hat.

[18:03] Ich gebe euch mal ein Beispiel, aber erzählt meiner Frau nicht, dass ich das Beispiel gemacht habe, okay? Ich hoffe, sie schaut auch nicht zu. Als wir geheiratet haben, wir waren jung und verrückt, und wir waren ja so musikbegeistert, und wir dachten uns, es wäre eine ganz grandios Idee, unsere Hochzeitseinladung so in möglichst musikalischen Begriffen zu machen. Das heißt, wir haben das quasi verpackt als eine Einladung zu einem Konzert. Wir waren der Meinung, dass es noch ganz offensichtlich ist, dass es eine Hochzeitseinladung ist. Aber es gab etliche Verwandte, die nicht einmal begriffen haben, dass wir sie zu unserer Hochzeit einladen. Die dachten, dass wir sie einfach zu einem Konzert von uns einladen. Was will ich damit sagen? Man kann die frohe Botschaft komplizierter machen, als sie ist.

[18:52] Denn darum geht es, oder? Was ist die Botschaft? Was ist die eigentliche Botschaft? „Schreibe: Glückselig sind die, auf Mang 19, Vers 9, die eingeladen sind, die berufen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes.“ Menschen dort draußen sind eingeladen, mit Jesus die Ewigkeit zu verbringen. Deswegen haben wir Daniel, deswegen haben wir Offenbarung, oder? Und alles, was wir darüber sagen, alles, was wir über die Bibel eigentlich den Menschen weiterbringen, muss so klar und verständlich sein, dass sie gerne diese Einladung, also erst einmal die Einladung verstehen, weil wenn sie sie nicht verstehen, werden sie sie auch nicht annehmen.

[19:22] Um eine Botschaft verständlich zu machen, muss ich sie erst einmal selbst gut verstanden haben, oder? Jeder, der von euch schon mal irgendwie unterrichtet hat, weiß, wenn ich etwas selbst kaum verstehe, kann ich es nicht verständlich machen. Man muss meistens mehr über das Thema verstehen, als man dann weitergibt, oder? Weil wenn ich nur das weitergeben kann, was ich selbst, wenn ich nur das weiß, was ich weitergeben möchte, dann verhärte ich mich nicht mehr und bin dann nicht so gut vorbereitet. Ich muss sehr viel besser in der Materie sein, um dann genau überlegen zu können, was in welcher Situation notwendig ist, um es verständlich zu machen. Das ist ein ganz wichtiges Prinzip, das ich glaube, wir uns zu Gemüte führen müssen.

[19:57] Das Gleiche finden wir auch in Jesaja, nur dass ihr das noch bei anderen Propheten seht. Jesaja Kapitel 8, Vers 1. Also das war nicht nur die Spezialität von Habakuk, sondern das ist ein Prinzip, das wir immer und immer wieder finden, die prophetische Botschaft klar und deutlich zu machen. Dass wir auch das ganze Ansinnen unserer Pioniere, als sie dann diese Karten gemacht haben, mit denen, kennt ihr wahrscheinlich diese Charts, mit den Symbolen und den Zahlen, das war nicht in Stein gemeißelt, sondern das war einfach zur Verdeutlichung, um etwas klar und deutlich zu machen. Deswegen nehmen wir PowerPoints in der Evangelisation und so weiter und so fort. Deswegen haben wir irgendwelche Bibelstudienführer, um die Dinge einfach und verständlich zu machen.

[20:37] Jesaja 8, Vers 1: „Und der Herr sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit deutlicher Schrift: Bald kommt Plünderung, Raschraub.“ Also das kann zum Teil sogar eine ernste Botschaft sein. Und wir haben eine ernste Botschaft, oder? Wir haben eine Botschaft vom Fall Babylons, wir haben eine Botschaft von den sieben letzten Plagen, wir haben eine Botschaft von den letzten Ereignissen, und die muss auch klar und deutlich sein. Also sowohl die positive Botschaft, die Einladung zur Hochzeit des Lammes, als auch die Gerichtsbotschaft, beides muss klar und deutlich sein. Und in der dreifachen Engelsbotschaft haben wir beides vorhanden. Es muss einfach unverständlich sein.

[21:17] Gut, zurück zur Offenbarung 19, Vers 9. Jetzt haben wir schon mal das „Schreibe“ uns angeschaut. Geht dann noch ein bisschen weiter. „Er sprach zu mir: Schreibe.“ Und jetzt geht es weiter. Wie ist das nächste Wort? „Selig“ oder andere Übersetzung? „Glückselig.“ Makarios, griechisch glücklich. Wie oft kommt das Wort „glückselig“ in der Offenbarung vor? Preisfrage. Sehr oft. Sehr oft ist es vielleicht übertrieben, aber schon mehr als einmal. Sonst hätte ich nicht gefragt. Wer weiß, wie oft das Wort „glückselig“ in der Offenbarung vorkommt? Kann man sich gut merken. Siebenmal, ganz genau. Gut geraten. Es gibt sieben Posaunen, es gibt sieben Siegel, es gibt sieben Gemeinden, es gibt sieben Glück, also sieben Seligpreisungen. Wie viele sind es in der Bergpredigt? Acht, nicht acht. Sieben Seligpreisungen.

[22:06] Jetzt suchen wir die mal alle auf. Das haben wir übrigens das letzte Mal gemacht, als wir bei der letzten Seligpreisung waren, schon ein paar Jahre her. Wo ist die erste Seligpreisung? Wir sammeln mal die sieben und dann schauen wir uns was Interessantes an. Wo ist die erste Seligpreisung? Die kann man übrigens auch merken, das lohnt sich, sich zu merken. Das ist eine ganz tolle Seligpreisung. Genau, Kapitel 1, Vers 3, sehr gut. Wer wird dort selig gepriesen in 1, Vers 3? Genau, die lesen, hören und behalten die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nah. Okay, da geht es um die Worte der Weissagung, also die Prophetie. Alles klar, also wer diese Worte liest, hört, das heißt also zuhört, was der Geist durch das Wort sagt und wer es dann tut und bewahrt, der ist glücklich. Also glücklich ist, wer die Offenbarung studiert.

[22:57] Nächste Seligpreisung, wo finden wir die? Da muss man ein bisschen blättern, ich gebe es zu. Die haben wir heute schon mal gelesen, auch wenn ihr nicht die anderen wisst, aber eine müsstet ihr wissen, weil wir haben sie heute schon gelesen. Wenn euer Kurzzeitgedächtnis funktioniert, dann habt ihr sie. Genau, Offenbarung 14, Vers 13. Wer ist dort glückselig? Die Toten, die in Christus sterben, denn ihre Werke folgen ihnen nach. Also die Gläubigen, die in Christus sterben, die sind glückselig.

[23:32] Nächste Seligpreisung, also wir gehen immer jetzt weiter Richtung Ende der Offenbarung. Eine haben wir schon behandelt, noch in den letzten Jahren. Und zwar ist die, ich gebe euch einen Tipp, die ist in den sieben Posaunen, äh nicht Posaunen, Quatsch, in den sieben Plagen. Da würde man jetzt nicht unbedingt eine Seligpreisung erwarten, aber da ist mitten am Ende, gegen Ende der sieben Plagen. Ganz genau, Offenbarung 16, Vers 15, zwischen 6. und 7. Plage. Wer ist dort glückselig in Vers 15? Genau, wer die Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergeht. Glückselig ist, wer wacht und die Kleider bewahrt.

[24:13] Dann haben wir als Nächste, haben wir jetzt den Vers, den wir heute haben. Wer ist dort glückselig in Offenbarung 19, Vers 9? Wer ist glückselig? Die Eingeladenen zum Hochzeitsmahl des Lammes. Hochzeitsmahl des Lammes, okay.

[24:31] Jetzt die Nächste, ein Kapitel weiter, in Offenbarung 20, Vers 6, ganz genau, Offenbarung 20, Vers 6. Wer ist dort glückselig? Die an der ersten Auferstehung teilhaben, auf offensichtlichen Gründen, weil die werden ewig leben. Die an der zweiten Auferstehung teilhaben, die werden ja dann gerichtet werden und sterben. Also glückselig sind die, die an der ersten Auferstehung teilhaben, denn über sie hat der zweite Tod keine Macht.

[24:56] Dann in Vers, und in Vers Kapitel 22 haben wir noch die letzten beiden, Vers 6 und 7. Wer findet die in Kapitel 22? Vers 7, genau. Nämlich wer ist dort glückselig? Festhalt an den Worten der Weissagung. Und dann die Letzte, genau, 22, 14. Wer ist da glückselig? Ja, das ist jetzt die Übersetzungsfrage. Ja, die Schlachter sagt, die seine Gebote tun, und Elberfelder sagt, die ihre Kleider waschen. Genau, das ist eine eigene Diskussion, die werden wir mal führen, wenn wir in zwei Jahren oder so bei dem Text sind. Dann werden wir feststellen, dass beides wahr ist, denn die, die ihre Kleider waschen, werden seine Gebote halten und umgekehrt. Aber da geht es sozusagen, das ist die Letzte, da geht es um die Gebote Gottes und um das Anrecht an den Baum des Lebens.

[25:51] Frage, wenn ihr die sieben Seligpreisungen seht, also 1, 2, 14 und so weiter, die Worte der Weissagung, die Toten in Christus, die Kleider bewahren, das Hochzeitsmahl des Lammes, die erste Auferstehung, die Worte der Weissagung, die Gebote Gottes. Gibt es irgendwo etwas, was miteinander korrespondiert? So, ja.

[26:10] Okay, sehr gut, sehr gut, sehr gut. Also 1 und 6, könnt ihr das sehen? Worte der Weissagung und Worte der Weissagung. Könnt ihr das sehen? In der ersten Seligpreisung heißt es: „Glückselig sind die Worte der Weissagung, lesen, hören und bewahren.“ Und in der sechsten Seligpreisung heißt es: „Glückselig sind die an den Worten der Weissagung festhalten.“ Gibt es dazwischen noch irgendwelche Paare? Ja, ja.

[26:34] 2 und 5, oder? Da haben wir nämlich die Toten in Christus und die? Erste Auferstehung. Jetzt, ja, man könnte auch von den Kleidern und den Kleidern sprechen, aber es kommt auf die Besetzung an, ob es Kleider oder Gebote sind. Wenn wir jetzt mal sehen, dass 1 und 6 und 2 und 5 offensichtlich zusammenpassen, was könnte dann eine naheliegende Vermutung sein? Dann müsste ja 3 und 4 was zu tun haben, und hier geht es um die Kleider, die bewahrt werden sollen. Ja, wofür sollen die denn bewahrt werden? Für das Hochzeitsmahl des Lammes. Denn in einem Vers davor haben wir gesehen, die feine Leinwand der Heiligen sind die gerechten Taten. Das Hochzeitskleid des Lammes. Das heißt, da sieht man sehr deutlich hier nochmal, wie das mit dem Kleid und dem Hochzeitsmahl zusammengeht und dann ist die letzte quasi so die finale. Also 1 und 6, 2 und 5, 3 und 4 und die siebte fasst eigentlich alles zusammen. Das ist dann sozusagen die finale Seligpreisung. Also ganz interessant, wie das so mitten durch die Offenbarung versteckt ist und doch eigentlich ein ziemlich sicheres Prinzip ergibt. Da geht es um das Wort Gottes, um die Auferstehung von den Toten und um den Charakter, den wir brauchen, um dabei zu sein. Ja, um dann nämlich von dem Baum des Lebens leben zu können.

[27:54] Jetzt schauen wir uns nochmal diese Einladung an. „Glückselig sind, Offenbarung 19, Vers 9: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.“ „Er sprach zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes.“

[28:13] Kennt ihr noch eine Stelle in der Offenbarung, wo jemand berufen ist zu einem Mahl mit Jesus? Offenbarung 3, Vers 20. Genau, lesen wir es mal. Offenbarung 3 und dort Vers 20. Da heißt es nämlich: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir ein Abendmahl.“ Übrigens, das Wort hier Offenbarung 19, Vers 9, ist auch Abendmahl. Das ist das griechische Wort, noch nicht mal nur für das Abendmahl im Sinne von Gemeinde, sondern im Sinne von sozusagen das Abendessen. Es gibt im Griechischen auch verschiedene Begriffe für Frühstück und Mittag und Abendessen. Es geht um das Abendessen sozusagen. Die Idee ist, nach dem langen Tag der Weltgeschichte gibt es am Abend der Weltgeschichte das Abendmahl.

[29:16] Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die letzte Gemeinde, die quasi in dieser Zeit lebt und sich vorbereitet auf die Wiederkunft, dass diese letzte Gemeinde spezifisch eingeladen ist zum Hochzeitsmahl. Wir sehen in Offenbarung 19, dass es eine spezielle Einladung gibt, und wir sehen in Offenbarung 3, dass diese Einladung sogar persönlich vorbeigebracht wird. Die wird nicht mit der Post geschickt, nicht per E-Mail, sondern der Bräutigam kommt persönlich vorbei und sagt: „Ich hätte eine Einladung für dich.“

[29:58] Ganz genau, da kommen wir gleich zu. Der Punkt ist jetzt der, bevor wir zu Matthäus 22 gehen, wenn wir Offenbarung 3 anschauen, was ist die Bedingung, um bei dem Mahl dabei zu sein? Also, wie akzeptiere ich diese Hochzeitseinladung? Weil eins ist sicher, wir alle haben sie bekommen. Wir alle haben diese Einladung zum Hochzeitsmahl bekommen. Das geht dann gleich in die Brücke zu Matthäus 22. Aber nach Offenbarung 3, was muss ich tun, um die Hochzeitseinladung anzunehmen?

[30:30] Ich muss seine Stimme hören und die Tür öffnen. Also, ich kann nicht einfach nur die Tür öffnen, ohne seine Stimme zu hören. Ich muss seine Stimme hören. Ich muss also wissen, dass es Jesus ist und muss ihm die Tür öffnen.

[30:49] Okay, sehr gut. Ich wollte gerade fragen, was bedeutet das denn, dass es in dem Herzen sein muss? Was bedeutet, also ich meine, es kommt ja nicht hier rein, oder? Nicht wirklich. Also, wo kommt es hin? Okay, was muss ich also machen? Was heißt es, wenn ich meine... Was muss ich tun, um meine Herzenstür zu öffnen? Das klingt ja so schön fromm. „Öffne deine Herzenstür.“ Ja, ich öffne meine Herzenstür. Wie öffne ich meine Herzenstür?

[31:17] Okay. Ich muss bereit sein, meine Gedanken für Jesus zu öffnen. Was heißt, ich muss über Jesus nachdenken? Nicht einfach zustimmen, dass es Jesus gibt. Es reicht auch nicht zuzustimmen, dass Jesus mich eingeladen hat. Ich muss anfangen, über Jesus nachzudenken. Denn in dem Moment, wo Jesus in meinen Gedanken ist, was passiert dann? Dann verändert er die Gedanken, und wenn die Gedanken verändert werden, was passiert dann? Dann redet man anders. Habt ihr schon mal erlebt, dass wenn man über Jesus nachdenkt, man anders redet? Oder habt ihr das noch nicht erlebt, dass man plötzlich anfängt, andere Ziele zu haben im Leben, sich anders zu verhalten, Dinge, die man vorher mochte, nicht mehr mag, oder Dinge, die man nicht mochte, jetzt plötzlich mag? Nur, wenn wir das nicht täglich machen, also wenn wir nicht täglich mit Jesus, über Jesus nachdenken, dann bleiben wir so, wie wir sind. Dann wissen wir viel von Jesus, aber tragen nicht das Kleid der Gerechtigkeit. Und die Vorbereitung auf das Hochzeitsmahl des Lammes bedeutet, ich muss Jesus in meine Gedanken einladen. Es ist ja nicht so, dass ich ihn lange suchen muss. Es ist ja nicht so, dass ich erst irgendwie lange meditieren muss, um irgendwo in meiner letzten Herzenskammer Jesus zu finden. Sondern er steht ja buchstäblich vor der Tür. Wenn ich das lese, das ist ja das, was der Text sagen will, wenn du das liest, dann steht der Jesus, das Wort Gottes, der Jesus in den Worten, der steht vor deiner Herzenskammer, der steht vor diesen Gedanken und sagt: „Du hast es jetzt gelesen, willst du darüber nachdenken? Willst du das quasi in deinen Gedanken durchdenken? Willst du mit ihm gedanklich eins werden?“ Und wenn man das macht, das ist nichts weiter als diese, von dem wir letztes Mal gesprochen haben, dieses feine Leinwand, dieses Kleid der Gerechtigkeit. Denn wenn ich so denke wie Jesus, dann werde ich auch so reden wie Jesus, werde ich so handeln wie Jesus, dann werde ich so mich geben, immer mehr wie Jesus, dann wird Jesus sichtbar und dann trägt man dieses Kleid.

[33:14] Und jetzt kommen wir zu Matthäus 22. Und das zeigt jetzt nämlich die praktische Anwendung. Wir haben letztes Mal ein bisschen darüber gesprochen, nicht wahr, warum, und ihr habt ja sehr gute Punkte genannt, dass es ja ein Geschenk ist, dieses Hochzeitskleid. Schaut mal, Matthäus 22. Übrigens, an wen geht die Einladung dort in Matthäus 22? An alle. Also erstmal gibt es ein paar, die sind besonders eingeladen, nicht wahr? Ab Vers 2: „Das Reich der Himmel gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete.“

[33:44] Also übrigens, in dem Gleichnis, wer ist eigentlich hier besonders verantwortlich für die Organisation des Hochzeitsfestes? Also, wer ist der König in dem Gleichnis? Gott, der Vater. Ich meine, wir tendieren immer dazu, bei der Betonung von Jesus und auch der Wichtigkeit des Heiligen Geistes, ein bisschen zu vernachlässigen, was eigentlich Gott, der Vater, alles auch tut. Nicht, dass man das absichtlich macht, aber man hat vor lauter Beschäftigung mit Jesus und mit dem Heiligen Geist, und man hat manchmal nicht so richtig die konkrete Vorstellung, was macht eigentlich Gott, der Vater, in diesem Prozess? Er irgendwie sitzt auf dem Thron und schaut allem zu. Aber hier wird deutlich, es ist der König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltet. Das heißt, Gott ist eigentlich der Hauptorganisator von alledem und er sendet jetzt Boten aus.

[34:26] Vers 3: „Er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, aber sie wollten nicht kommen.“ Da sandte er nochmals andere Knechte aus und sprach: „Sage den Geladenen: Siehe, ich habe alles vorbereitet, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet und alles ist bereit, kommt zur Hochzeit.“

[34:44] Also, was will er damit sagen? Er sagt: „Ihr braucht euch nicht zu beteiligen.“ Es gibt ja manchmal Hochzeiten, da werden die Geladenen eingeladen, noch selbst Kuchen mitzubringen zum Vortrag. Das ist auch schön und gut, aber dann denkt man, vielleicht habe ich dann zu viel zu tun, ich wage ich lieber nicht hin, ich will da nicht einfach als Schmarotzer kommen. Er sagt: „Nein, nein, nein, ihr seid einfach nur eingeladen, alles ist schon fertig. Ihr müsst nur kommen.“ Das ist übrigens genauso wie im Evangelium. Gott konnte die Hochzeit nicht mit den Geladenen beenden, alles, was notwendig ist, um den Menschen zu retten, ist getan. Jesus will dieses Opfer bringen, er hat es gebracht, kommt, kommt zu mir. Er sagt: „Kommt ohne Geld, kauft, ihr müsst einfach nur kommen und es anwenden.“

[35:21] Vers 5: „Sie beachteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere auf seinem Gewerbe, die übrigen aber griffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie.“ Und dann springen wir ein bisschen. Vers 9: „Darum geht er hin an die Kreuzung der Straße und ladet zur Hochzeit ein, so viele ihr findet.“ Und jene Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden. Achtung: Böse und Gute. Und der Hochzeitswahl wurde voll von Gästen.

[35:45] Also muss man irgendwelche Qualifikationen mitbringen, um eingeladen zu werden? Alle sind eingeladen. Was ist die einzige Qualifikation, die alle hatten, die hier gekommen sind? Zumindest wollten sie kommen, sie waren nicht so wie die Ersten. Alle, die hier jetzt gekommen sind, egal ob sie gut oder böse waren, sie alle wollten kommen. Das heißt, sie alle haben gedacht, dass sie hier kommen. Das heißt, sie alle haben gedacht, das Reich Gottes ist mir wichtiger als was? Als mein Gewerbe, mein Acker, mein Ochse, mein, ich weiß, mein Mastvieh. Die Idee ist hier sozusagen, alle die, die jetzt kommen, haben das Reich Gottes als wichtigste Priorität erachtet.

[36:25] Jetzt, man würde ja fast denken, das reicht aus, oder? Sie alle haben gedacht, dass sie in das Hochzeits... eingeladen sind, oder? Und sie alle haben gedacht, dass sie auch wirklich hineinkommen. Und trotzdem merken wir jetzt, einer kommt nicht hinein, in Vers 11: „Als er bei der Königin hineinging, um sich die Gäste anzusehen.“ Ihr wisst, das ist ein Symbol für das Untersuchungsgericht vor der Wiederkunft. „Sah er dort einen Menschen, der kein hochzeitliches Gewand anhatte.“ Und er sprach zu ihm. Schaut mal, wie schön er zu ihm spricht. Er sagt nicht: „Wer bist du denn?“ Sondern, was sagt er? Was ist das erste Wort? „Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an?“ Er war verstummt. Da sprach der König zu den Dienern: „Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein, denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.“

[37:30] Halten wir fest, dieser Mann wollte lieber zur Hochzeit, als auf seinem Acker sein. Er wollte lieber am Sabbat in der Gemeinde sein, als zu arbeiten. Er war lieber beim Campmeeting, als zu Hause irgendwie seine Arbeit zu machen. Für ihn war das Reich Gottes eine hohe Priorität. Man könnte sagen, es war die höchste Priorität und trotzdem fehlte ihm das Entscheidende. Was war das Entscheidende? Er hatte nicht den Charakter Jesu.

[38:01] Und warum hat er ihn nicht? War er zu teuer? War er zu unfähig? Nein, alle hatten, weil die Implikation ist, wenn er der Einzige ist, der es nicht hatte, dann hatten alle anderen das Kleid, oder? Es wird ja nur einer rausgeschmissen, nicht ganz viele. Es kommen ja ganz viele. Wir denken immer, naja, das Kleid Jesu zu tragen, das ist dann am Ende vielleicht so den Allerletzten, den Allerheiligsten, die das ganze Bügel auswendig gelernt haben, die tragen vielleicht das Kleid Jesu. Aber hier sehen wir, fast alle tragen das Kleid Jesu. Sogar die, die vorher mal böse waren. Sie alle tragen das Kleid Jesu.

[38:32] Ja? Ich würde sagen, dieser Mensch ist ein Städter, der sich für alle die Kurve ausgenommen hat, um Evangelium zu schicken. Es sind Menschen, die einen Teil des Verstehens und Landes haben. Er steht für die Menschen, die so viel vom Evangelium verstehen, dass sie gerne dorthin kommen, wo gepredigt wird und lieber auf ihr Hobby verzichten, auf ihre Arbeit verzichten, oder nicht wahr, also wenn es sozusagen ein Konflikt ist, die das als oberste Priorität sehen, aber obwohl sie immer sozusagen ein Interesse bekunden, in Christ zu sein und dabei zu sein, in ihren Gedanken Jesus nie hineingelassen haben.

[39:07] Es ist möglich, ständiger Gast der Gemeinde zu sein, bei jedem Evangelisationsabend dabei zu sein. Es ist möglich, viele Bibelstunden zu bekommen, vielleicht sogar zu geben. Es ist möglich, für Gott zu arbeiten als höchste Priorität, aber trotzdem eigentlich in seiner Herzenskammer über alles Mögliche nachzudenken, nur so viel über Gott nachzudenken, wie es quasi erfordert, um nicht aufzufallen. Das ist sehr möglich.

[39:31] Nun, wie schaffe ich es, dass ich über Jesus nachdenke? Muss ich mich jetzt zwingen und sagen: „Ich muss über Jesus nachdenken“? Wie schaffe ich das? Ist das wie eine Meditation, die man jetzt machen muss? Ich muss mich meditieren, ich muss es schaffen. Du hast es gesagt, was muss man tun? Ah, okay, die Liebe. Wer von euch war schon mal verliebt? Schon mal verliebt, okay. Musstet ihr euch zwingen, an jemanden zu denken, an den ihr geliebt habt? Nein, das kommt ganz natürlich, oder? Man muss sich nicht denken: „Meine Güte, jetzt habe ich schon drei Tage nicht an ihn gedacht, jetzt nehme ich mir eine halbe Stunde Zeit, um an meinen Liebsten zu denken.“ Jan, du kannst, Jan, du kannst auch, ja, genau.

[40:13] Aber die Liebe, die ist, die hört nicht auf. Die ist von Anfang an bis Ende da. Und warum? Es kann man nicht sterben, die Liebe wegnimmt. Wenn ich gehe, zu nirgends, wo ich Liebe habe, kann ich ja nicht, ja, jetzt, da erinnere ich mich so. Die Liebe ist das Wichtigste. Gott ist Liebe. Schott, der Punkt ist, es gibt einen Unterschied zwischen Interesse und Liebe. Dieser Mann hatte Interesse am Reich Gottes, mehr Interesse als an allem anderen, aber er hatte keine Liebe zu Jesus. Er hatte Interesse an geistlichen Dingen, er hat vielleicht sogar Interesse an Daniel 11 gehabt, Interesse an dem, was Gottes Wort sagt, aber er hatte keine Liebe zu Jesus.

[41:00] Die Liebe zu Jesus hätte sich daran gezeigt, dass er, auch dann, wenn keiner es merkt, über Jesus nachdenkt. Wenn er Jesus in seiner Herzenskammer lässt und nicht nur von Jesus redet, sondern wenn andere, die auch über Jesus reden, es merken, dass er von Jesus redet, sondern wenn ihm Jesus wirklich wichtig, dann hätte nämlich sich sein Denken verändert und sein Charakter sich verwandelt. Und dieses Geschenk, wie letztes Mal herausgearbeitet habe, dass ich über Jesus nachdenke, ist ein Geschenk. Denn warum liebe ich Jesus? Ich liebe Jesus, wenn ich verstanden habe, dass er für mich gestorben ist. Ich liebe Jesus, wenn ich verstanden habe, dass er mich so sehr liebt, dann erzeugt das Gegenliebe, ja?

[41:33] Ja, zu dem Punkt könnte man viel nennen. Also ich würde sagen, er hat nicht den guten Kampf des Glaubens gekämpft, wie es Paulus sagt. Er hat viele Dinge, die er nie verstanden. Er meinte, Jesus nicht reicht, aber warum er auch so betreut und so ein Geschenk? Das ist so ein großes, das ist so ein weites Feld.

[41:52] Jetzt müssen wir gleich Schluss machen, aber jetzt kommt der Punkt. Wenn man eine Hochzeitseinladung weitergibt, da macht man sich manchmal so spezielle Gedanken, manche machen irgendwie ein bisschen Musik oder irgend so. Gott, ihr kennt das aus dem Alten Orient, wenn man eine Hochzeitseinladung verschickt hat, hat man was mitgeschickt, nämlich? Das Kleid. Das heißt, die Information, jetzt Achtung mitdenken, die Information, du bist eingeladen zur Hochzeit und das Kleid, um dich fähig zu machen, bei der Hochzeit dabei zu sein, kommen beides zusammen. Das heißt, der Titel zur Hochzeit und die Befähigung zur Hochzeit kam beides in einem Paket. Ellen White sagt: „Die Rechtfertigung ist unser Titel für den Himmel und die Heiligung ist unsere Befähigung für den Himmel.“ Durch die Rechtfertigung weiß ich, ich bin eingeladen, ich darf dabei sein, durch die Heiligung werde ich befähigt, dass ich auch schön dabei aussehe. Und wenn man die Einladung nimmt und das Kleid zu Hause lässt, dann nimmt man die Rechtfertigung ohne die Heiligung. Dann nimmt man den Titel ohne die Befähigung.

[42:58] Jetzt, was ist die Einladung ganz praktisch? Wo ist die Einladung bei uns in den Briefkasten? Die Einladung ist das Wort Gottes. Das Wort Gottes enthält jetzt interessanterweise zwei Dinge. Es hält die Information. Das Wort Gottes gibt mir die Information und sagt: „Dann und dann ist die Hochzeit des Lammes, dort und dort musst du sein.“ Das sind die Dinge, auf die du achten musst. Das Wort Gottes gibt mir die Information, aber es gibt mir nicht nur die Information, sondern es gibt mir auch die Kraft, die Dinge zu tun.

[43:28] Schaut mal, letzter Vers. In 5. Mose, Kapitel 30, und dort Vers 14. Damit schließen wir. 5. Mose 30, Vers 14. Auf die Frage: „Ist das jetzt schwer, Gottes Wort zu tun?“ sagt der Mose: „Sondern das Wort ist wo? Sehr nahe bei dir in deinem Mund und deinem Herzen, sodass du es tun kannst.“ Das Wort Gottes ist Einladung und Befähigung zugleich.

[44:04] Der Mann in Matthäus 22 hat das Wort Gottes nur als Information gesehen, aber nicht als Befähigung. Er hat gesehen, was er alles machen muss, aber er hat nicht geglaubt, dass Gott ihm die Kraft gibt, wirklich einen anderen Charakter zu haben. Er hat nicht geglaubt, dass er Dinge überwinden kann. Er hat nicht geglaubt, dass er sich verändern kann. Er hat nicht geglaubt, dass er über andere Dinge nachdenken kann. Er hat nur die Information gesehen. Und das reicht nicht aus.

[44:23] Was Jesus hier am Ende sagen möchte: Es reicht nicht aus zu wissen, dass ich berufen bin. Ich muss die Befähigung, heilig zu leben durch Jesus, die er mir schenken möchte, die ich mir nicht verdienen kann, sondern die gleich mit geschenkt kommt. Sie muss das Kleid anziehen. So wie der Mann, der von Jesus geheilt wird, der musste aufspringen. Der musste in der Muskelkraft Jesu, die er ihm gegeben hat, der musste laufen. Das müssen wir auch tun.

[44:48] Ihr Lieben, wenn wir die Einladung weitergeben, die Einladung an andere Menschen, dann sollten wir selbst das Hochzeitskleid auch tragen und den Menschen ein gutes Vorbild sein und ihnen zeigen, dass die Einladung so ist, dass auch die Befähigung gleich mit dazu kommt.

[45:03] Wer von euch möchte sich vornehmen, über Jesus jeden Tag nachzudenken? Sich Zeit zu nehmen, über Jesus nachzudenken? Dann wollen wir gemeinsam beten. Amen.

[45:20] Lieber Vater im Himmel, danke für dein wunderbares Wort. Danke für die Einladung, dass wir einmal bei dir sein dürfen. Danke, dass wir beim Hochzeitsmahl des Lammes dabei sein können. Danke, dass du uns zu berufen hast und dass du uns auch befähigen möchtest. Du hast uns nicht nur eingeladen, sondern auch alles geschenkt, was notwendig ist, um dort bei der Hochzeit auch charakterlich schön zu sein. Denn durch die Kraft deiner Verheißung wird uns alles geschenkt, was zur Gottesfurcht dient, so wie Petrus im 2. Petrusbrief, Kapitel 1 sagt. Durch diese überaus kostbaren Verheißungen, durch die wir Teilhaber der göttlichen Natur sein dürfen. Das bedeutet, dass wir über dich nachdenken, deine Gedanken unser Herz verändern und wir einen anderen Charakter bekommen, der deinem ähnlich ist. Herr, darum bitten wir von ganzem Herzen, dass dieses Geschenk in unserem Leben immer wieder immer deutlicher sichtbar wird. Und wir danken dir, dass es ein Geschenk ist, dass wir es nicht erst verdienen müssen, sondern dass wir es annehmen dürfen, weil du es gesagt hast. Und das wollen wir jetzt im Glauben tun und dir dafür danken. Im Namen Jesu. Amen.


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