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Christopher Kramp predigt über das Thema „Näher, noch näher“ und nimmt die biblische Figur des Apostels Johannes als Beispiel. Anhand von Johannes‘ Leben wird gezeigt, wie man durch Hingabe, Lernen und Annahme von Korrekturen eine immer tiefere Beziehung zu Jesus aufbauen kann. Die Predigt beleuchtet Johannes‘ Entwicklung vom ungestümen Jünger bis zum geliebten Apostel und betont, dass das Streben nach Nähe zu Jesus ein lebenslanger Prozess ist.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Gesegneten Sabbat! Hat jemand in den vergangenen Tagen oder in den letzten zwei Wochen mal über den Schneefall nachgedacht? Es hat geschneit, immer wieder. Ich erinnere mich an einen der letzten Tage, als es wieder so schneite, ich aus dem Fenster geschaut habe, da ist mir aufgefallen, dass ganz viel Schnee auf dem Feld gar nicht liegen bleibt. Da ist mir aufgefallen, das schneit und schneit und schneit und dann fällt es auf die Erde und ist sofort weg.

[0:35] Dann gibt es manchmal Situationen, da bleibt der Schnee ein bisschen liegen, ein paar Tage. Und dann gibt es Situationen, da bleibt der Schnee sehr lange liegen. Und das hängt interessanterweise gar nicht vom Schnee ab. Denn dieselben Schneeflocken, die da auf die Straße fallen und gleich weg sind, sind dieselben Schneeflocken, die irgendwo auf der Schwäbischen Alb dann noch tagelang oben liegen bleiben. Ob der Schnee liegen bleibt oder nicht, hängt von den Bedingungen ab, auf die er trifft. Je nachdem die Höhe, Temperatur, Beschaffenheit des Untergrunds, davon hängt ab, ob die Schneeflocke bleibt oder vergeht.

[1:18] Jetzt habe ich mir Folgendes gedacht, als ich so den Schnee fallen sah. Ihr wisst ja, jede Schneeflocke ist einzigartig, oder? Also vielleicht kennt ihr das als Kind. Ich habe das mal unter die Lupe genommen. Da sieht jede anders aus als die andere. Ich habe im Internet gelesen, Wissenschaftler gehen davon aus, höchstwahrscheinlich, sie haben keine Möglichkeit das nachzuprüfen, aber höchstwahrscheinlich hat es noch niemals zwei exakt gleiche Schneeflocken gegeben. Jetzt habe ich das gesehen, habe gedacht: Gott, was ist das für eine Verschwendung? So viele schöne Muster, die nie ein Mensch sehen werden, die alle auf die Straße fallen und die fliegen durch die Luft und kommen auf und niemand hat es gesehen.

[1:59] Und dann hat es mich irgendwie getroffen. So ist es mit dem Evangelium. Das Evangelium ist so etwas Kostbares. Gott hat beim Schneefall das nicht gemacht, dass er sagt: Naja, ich weiß ja schon im Vorhinein, welche Schneeflocken jetzt dann mal liegen bleiben werden und mal von einem Kind aufgenommen werden. Die mache ich schön und die ganzen anderen Schneeflocken, die können ja quadratisch gut praktisch einfach runterfallen, sieht ja eh kein Mensch. Gott hat jede einzelne Schneeflocke einzigartig gemacht. Als ein Beispiel dafür, dass er ständig, nicht nur im Winter, ständig damit beschäftigt ist, seine einzigartige Liebe, die auf jeden Einzelnen von uns anders passt, in jedem Leben noch etwas anderes ausführen könnte, ständig auf uns fallen zu lassen.

[2:48] Ob aber diese Schneeflocken der Liebe Gottes auf uns bleiben, uns bedecken oder beim ersten Kontakt wieder verschwinden, das hängt von der Bedingung ab. Das hängt davon ab, ob wir bereit sind dafür. Also heute möchte ich vorschlagen: Lasst uns nicht so eine Straße sein, lasst uns ein Himalaya-Gebirge sein, wo der Schnee niemals weggeht. Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam Gottes Wort studieren können. Wer von euch hat Freude daran, momentan die Offenbarung zu studieren in der Sabbatschule? Wer von euch fand, dass heute die Sabbatschule zu kurz war für sechs Gemeinden? Also ich möchte einen Antrag an die Generalkonferenz stellen. Das nächste Mal, wenn man Offenbarung macht, bitte nicht ein Quartal, ein ganzes Jahr. Da kann man so Woche für Woche so die einzelnen Abschnitte machen und ich muss euch enttäuschen, ich habe schon ein bisschen ins Quartalheft durchgeschaut. Einige der ganz spannenden Themen, über die man nie spricht, wie zum Beispiel die Posaunen, kommen auch diesmal fast gar nicht vor, so ganz kurz nebenbei.

[3:49] Aber hier kommen gute Nachrichten. Kleiner Werbeblock. Wir werden in wenigen Wochen am 15. und 16. März hier in Stuttgart-Wangen etwas haben, was es so in der Form in Deutschland, glaube ich, noch gar nicht gegeben hat, jedenfalls nicht die letzten 30 Jahre. Ein Symposium zu den sieben Posaunen der Offenbarung. Die große Offenbarungsvision, die nie studiert wird, weil es 25 verschiedene Ansichten dazu gibt. Und wenn ihr mal wissen wollt, was unsere klassische adventistische Auslegung dazu ist, dann merkt euch den 15. und 16. März vor. Lasst euch nicht einladen, ladet niemanden ein. Seid hier zu etwas, was es so in der Form wahrscheinlich so schnell nicht wiedergeben wird. Ein Symposium über die Posaunen. Wir werden einen Experten noch dazu haben, den wir einladen werden. Dazu später noch mehr. Könnt ihr schon mal vormerken. Ende des Werbeblocks.

[4:33] Noch eine Frage. Wer von euch hat sich gefreut an den Zehn-Tage-Gebet? Was für eine schöne Erfahrung. Das Motto unserer Zehn-Tage-Gebet, die wir dann heute Nachmittag auch abschließen werden, war, was war das Generalthema? Eine tiefere Erfahrung. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich wünsche mir eine tiefere Erfahrung mit Jesus. Wünscht ihr euch das auch? Ich weiß, dass ihr euch das wünscht, weil ihr habt es gerade gesungen. Vielleicht ist es euch nicht aufgefallen, was ihr gesungen habt. Was haben wir gerade gesungen? Näher, stets näher. Nun, als ich früher aufgewachsen bin, hieß das Lied noch näher. Noch näher, nicht wahr? Vielleicht kennt ihr es auch, nicht wahr? Ist doch der gleiche Inhalt. Näher, noch näher.

[5:24] Und wenn ihr genau hinschaut, die Salterkone haben sich nicht geirrt, werden wir nach der Predigt das Lied noch mal singen. Und meine Hoffnung ist, dass, wenn wir das Lied nachher noch mal singen, ihr näher, noch näher den Text mitdenkt und versteht, was wir da eigentlich singen. Denn die Predigt, die zwischen der ersten Fassung von näher, noch näher und der zweiten Fassung von näher, noch näher steht, trägt den Titel näher, noch näher. Und wir wollen niederknien und Gott anbeten.

[6:10] Lieber Vater im Himmel, während wir hier niederknien, singen im himmlischen Heiligtum, Cherubim und Seraphim, ohne aufzuhören, heilig, heilig, heilig. Und Millionen von Engeln beten dich an. Sündlose Wesen, die ein enormes Interesse daran haben, dass wir einmal bei ihnen sein werden und mit ihnen gemeinsam singen werden. Und viele von ihnen sind gesandt worden, heute auch hier an diesem Ort. Nicht nur, um eine Predigt zu hören, sondern um jeden Einzelnen von uns zu beeindrucken, unsere Gedanken auf dich zu lenken.

[7:00] Und Herr, wir möchten dir erlauben, dass du durch diese Engel, vor allem durch deinen heiligen Geist, unsere Herzen ansprechen kannst. Wir müssen dich nicht überzeugen, uns zu segnen. Du möchtest uns überzeugen, dass wir endlich gesegnet werden wollen. Und wir danken dir, dass dein Wort uns zur Verfügung steht. Sei du jetzt unser Lehrer und gib, dass wir einen besseren, einen klareren, einen noch schöneren Blick von Jesus bekommen, dass wir näher, noch näher an sein Herz kommen. Im Namen Jesu, Amen.

[7:43] Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Meine persönliche Spekulation ist, dass er vermutlich im Jahre 9 oder 10 nach Christus geboren worden ist, aber genau weiß das niemand. Sein Vater, Sabdi, hatte die Aufgabe, ihm einen Namen zu geben. Und Namen im alten Orient und in Palästina, im alten Israel, Namen bedeuteten immer etwas. Sein älterer Bruder, der schon vor einigen Jahren geboren worden war, war nach dem alten Patriarchen Jakob, Jakob genannt worden.

[8:20] Und als Sabdi sich überlegte, wie sein zweiter Sohn heißen sollte, hatte er die Idee, er wollte ihn gern nennen mit der Bedeutung: Gott ist gnädig. Oder der Herr, vielmehr, ist gnädig. Das Wort für gnädig auf Hebräisch ist Hanan. Und wenn man der Herr sagen will, dann muss man den Namen Gottes verwenden, den man aber nicht aussprechen darf, also nennt man seine Kurzform, nämlich Jah, von Jahwe. Also, da im Hebräischen zunächst das Verb kommt und dann das Subjekt, heißt es Hananya. Wenn man aber im Hebräischen das Subjekt besonders betonen möchte, also sagen möchte, nicht Gott ist gnädig, sondern es ist Gott, der gnädig ist, dann kann man das Subjekt auch an den Anfang stellen, dann wird aus Hanan, Jah, Jahanan. Aber die Hebräer hatten so ein bisschen die Eigenschaft, wie die Schweden aus dem A wird schnell ein A, A, A, A und so wird aus Jahanan, Jochanan. Und aus Jochanan wird im Griechischen Johannes.

[9:38] Und so bekam dieser Junge den Namen Johannes, der interessanterweise das gleiche bedeutet wie Hananya, Gott ist gnädig. Von seiner Mutter wissen wir den Namen nicht, außer dass sie zu dem Typ Helikoptereltern zählte, die immer nur das Beste und das Wichtigste und das Größte für ihre Söhne wollte. Vielleicht lag es auch daran, dass Johannes später Beziehungen hatte bis in die allerhöchsten Ebenen der Leitung. Er war persönlich bekannt mit dem Hohen Priester und das, obwohl seine Familie eigentlich nur eine ganz arme Fischerfamilie war.

[10:18] Sein Vater war Fischer, sein Bruder war Fischer und deswegen war er auch ein Fischer. Sie waren Juden, das heißt sie gehörten schon mal zu den Richtigen, sie kannten die Tora, sie gingen jeden Sabbat in die Synagoge, lernten fleißig die Sabbatschule, konnten die Antworten geben und sie würden niemals Schweinefleisch essen. Täglich nahmen sie all die wichtigen Rituale vor, die Waschungen der Becher und die Waschungen der Teller und die Waschungen des Bestecks und wenn sie am Sabbat zur Synagoge gingen, hatten sie ihren Schrittzähler dabei, um zu wissen, wann sie aufhören mussten zu gehen, damit sie auf jeden Fall den Sabbatweg nicht überschreiten.

[11:00] Johannes wuchs auf in einer Familie, von der er wusste: Wir sind die Richtigen, wir gehören zum Volk Gottes. Wenn man in den Schriften von Ellen White ein bisschen kompiliert, wie sein Charakter gewesen ist, kommt man auf folgende Adjektive: ehrgeizig, streitlustig, kritisch, heftig und ungestüm, vorlaut, stolz, nachtragend, rachsüchtig, selbstbehauptend und dass er ständig alles sofort übel genommen hat.

[11:34] Johannes, aber eine Sache hatte er, von Natur aus schreibt sie, er hatte von Natur aus ein Verlangen nach Liebe und Sympathie und Freundschaft.

[11:50] Näher, noch näher. Eines Tages hört er die Kunde von einem Propheten, der aufgetaucht ist in der Wüste Judäas. Das war eine Sensation, denn Propheten hatte es seit 400 Jahren nicht gegeben. Man kannte die Propheten aus der Sabbatschule, man wusste ihre Namen, man hatte ihre Schriften gelesen, aber seit 400 Jahren gab es keinen lebenden Propheten und der Prophet war nicht nur ein Prophet mit derselben Botschaft wie Elia und Elisa und Jeremia, er sah auch noch so aus, hat sich bewusst angezogen wie Elia, um möglichst einfach und streng zu wirken, um die Einfachheit der Botschaft Gottes auszudrücken.

[12:31] Die Leute kamen in Scharen zu ihm und für Johannes war das ganz besonders interessant, denn der Prophet hatte seinen Namen. Kennt ihr das, dass man manchmal Menschen einen Extrasympathie-Punkt gibt, nur weil sie so heißen wie man selbst? Also ich habe mit Politik nichts am Hut und interessiere mich gar nicht für deutsche Bundespolitik, aber ich muss zugeben, ich habe mich über die Wahl der CDU-Vorsitzenden gefreut.

[13:01] Nein, ernsthaft, Johannes kam natürlich nicht einfach nur zu Johannes, weil der Johannes hieß, sondern der predigte eine Botschaft, die er so in der Synagoge nicht hörte. In der Synagoge war das immer so: Wie Rabbi Hillel uns gesagt hat und die Fußnote Rabbi XY hat das noch dazu gesagt, deswegen müssen wir den Becher zweimal waschen. Wie uns der Rabbi so und so gesagt hat, sollten wir darauf achten, dass wir, wenn wir die Schritte gehen, auch genau zählen. Es war so trocken und so langweilig und so formal im Gottesdienst, aber hier war ein Mann, der predigte das Wort Gottes. Es steht geschrieben, Jesaja und Jeremia und Daniel und Hesekiel, Zeitprophezeiungen, die sich in der Zeit erfüllen sollen würden.

[13:50] Er predigte Gesundheitsbotschaft, er predigte Kleidungsreform, das hatte wirklich Zug. Johannes war begeistert, als Jugendlicher begann er sich für die gegenwärtige Wahrheit zu interessieren. So etwas hat er noch nie gehört, weder zu Hause noch am Sabbat. Ich weiß nicht, ob ihr schon die Erfahrung gemacht habt, wie es ist, wenn man anfängt, die Botschaft, die prophetische Botschaft für unsere Zeit zu erkennen. Ich weiß noch, wie es mir ging, ich bin aufgewachsen in der Adventgemeinde, habe nie Schweinefleisch gegessen, kein Alkohol getrunken und wenn ich das lese, was Ellen White über Johannes schreibt, dann erkenne ich mich darin wieder. Aber ich weiß noch, wie es war, als ich zum ersten Mal selbst angefangen habe, prophetische Botschaften zu hören, prophetische Bücher zu lesen, die Wahrheit für unsere Zeit selbst zu verstehen. Das war spannend, ich hatte das Gefühl, ich komme Gott ein Stück näher.

[14:42] Aber Johannes, der Täufer, predigte nicht nur von Prophetie, er predigte auch, dass während die Pharisäer ständig die Teller und die Becher und die Hände waschen ließen, in Wirklichkeit der Mensch sich komplett waschen lassen sollte, nämlich einmal im Jordan. Und als Johannes das hörte, war er überzeugt, dass auch er Buße tun musste, er musste umkehren. Johannes, der Täufer, predigte Buße und Johannes bekehrte sich. Er wollte sein Leben gottwohlgefällig leben, er wollte besser essen, er wollte sich besser anziehen, er wollte der Prophetie vertrauen, er wollte auf den Messias warten, er wollte dieser Bewegung beitreten. Er ließ sich im Jordan taufen.

[15:29] Näher, noch näher. Jetzt war getauft, jetzt hat er ein neues Leben mit Gott begonnen, jetzt gehörte er zu der Bewegung, die die gegenwärtige Wahrheit hatte, jetzt folgte er dem besten und prophetisch vorhergesagten Prediger, den das Land zu bieten hatte. Eines Tages, als er wieder bei einer Vortragsfeier war, kamen die Delegierten aus Jerusalem und er wusste schon, was die mit sich bringen: ein Redeverbot vom Sanhedrin. Die wollten den stoppen und als Jugendlicher, der so einen gewissen aufbrausenden Geist hatte, war er natürlich voll auf der Seite von dem Täufer.

[16:04] Wir schlagen die Geschichte auf in Johannes Kapitel 1 und das heißt es, ab Vers 19: Und dies ist das Zeugnis, das Johannes als Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? Und sie fragen ihn: Bist du Elia? Und er sagt: Nein, ich bin nicht Elia. Bist du der Prophet? Nein, ich bin nicht der Prophet. Bist du Christus? Nein, bin ich nicht. Ja, wer bist du denn? Und Johannes wird sich wahrscheinlich mit der Faust gefreut haben, seinem Freund Andreas so gesagt haben: Ja, siehst du, er hat es ihm gegeben. Als Johannes, der Täufer, sagte: Ich bin eine Stimme in der Wüste, ich bin die Erfüllung von Jesaja 40, wir sind eine prophetische Bewegung, wir folgen dem Wort Gottes. Ja, wir sind eine prophetische Bewegung.

[16:54] Aber dann, in Vers 25, sagt Johannes, der Täufer, etwas, was alle schwer verwunderte. Vers 26: Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. Dieser ist es, der nach mir kommt, der von mir gewesen ist und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen.

[17:15] Unser Johannes hört zu und macht genau dasselbe, was alle anderen auch machen. Er dreht sich um. Wer ist es? Wo steht der Mann mit der Krone? Keine Krone zu sehen. Wo steht der Mann, der so schön aussieht, dass man weiß, der ist es? Niemand zu sehen. Wer meldet sich und sagt: Ich bin es, folgt mir nach, danke Johannes, kommt zu mir. Niemand macht auch nur einen Mucks.

[17:50] Und Johannes fragt sich: Was will denn der Täufer uns sagen? Vers 29: Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Vermutlich hat der Täufer die Idee gehabt: Wenn ich nicht Jesus identifiziere, wird er das nie machen. Also sieht er Jesus und sagt: Passt auf, ihr Lieben, hört mir alle zu, all die Tausenden, die ihm zuhören, hört mal alle zu, er ist es. Sie schauen hin, gucken zu Johannes und denken: Der sieht so abgemagert aus, als ob er seit sechs Wochen nichts gegessen hat. Das ist doch nur ein Zimmermann. Und Johannes predigt: Ich habe den Heiligen Geist auf ihn kommen sehen, ich habe ihn getauft, ich habe die Stimme Gottes gehört. Johannes predigt sich das Herz aus und sagt: Er trägt die Sünden der Welt. Und alle getauften Nachfolger von Johannes hören zu und niemand, 0,0 gehen an diesem Tag zu Jesus.

[19:10] Ich weiß nicht, wie Jesus sich gefühlt hat, als Johannes der Täufer auf ihm mit dem Finger zeigt und sagt: Das ist er. Und tausende Menschen schauen auf ihn und niemand macht auch nur Anstalten ihm zu sagen: Hallo, ich bin so und so, wer bist du? Niemand. Woher weiß ich das? Denn es geht weiter in Vers 35: Am folgenden Tag, also einen ganzen Tag später, stand Johannes wiederum da mit zwei seiner Jünger und indem er auf Jesus blickte, der vorübergehend sprach, er siehe das Lamm Gottes und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Wie viele sind das gewesen? Zwei. Wie viele Zuschauer, wie viele Zuhörer hatte Johannes der Täufer? Zwei, zwölf, zwanzig, 32? Aber wir wissen es nicht. Ich rechne mehr mit Tausenden.

[20:02] Habt ihr jemals über dieses Bild nachgedacht? Tausende von Menschen, die sich taufen lassen, die der gegenwärtigen Wahrheit glauben, die sich besser ernähren, die sich besser anziehen, die cutting edge, an der das alles umsetzen, was der Prophet ihnen zeigt aus der Bibel und jetzt zeigt er sie, er zweist er sie auf Jesus und am ersten Tag merkt es keiner, am zweiten Tag müssen sie es merken und keiner reagiert und am dritten Tag entscheiden sich von all diesen Menschen zwei. Zwei Menschen dafür, Johannes den Täufer zu verlassen und Jesus nachzufolgen.

[20:47] Wie viele gibt es heute, die sich mit prophetischen Botschaften auf YouTube zudröhnen, die jede Gesundheitsregel kennen und sich niemals falsch anziehen würden, aber noch nie bei Jesus waren? Näher, noch näher. Johannes muss geahnt haben, wenn ich nicht selbst zu Jesus gehe, wenn ich darauf warte, dass noch 15 andere Jesus nachfolgen, dann wird es wohl nicht passieren und er und sein Freund Andreas haben den Eindruck: Auch wenn niemand sich mit Jesus selbst beschäftigt, ich will es tun.

[21:31] Hast du schon mal Jesus alleine erlebt? Sie folgen ihm nach und Jesus dreht sich um und er stellt ihnen welche Frage. Er fragt sie: Was sucht ihr? Ihr Lieben, Leute kommen aus verschiedensten Gründen in die Gemeinde. Das Potluck ist gut. Manche kommen in die Gemeinde, weil sie verliebt in jemand anderes sind. Kein Scherz. Manche kommen, weil sie dort ihre besten Freunde haben oder weil sie gezwungen worden sind. Was suchst du? Manche kommen, weil sie sich für Prophetie interessieren. Manche kommen, weil sie einfach intellektuell sich mit der Bibel beschäftigen. Manche freuen sich an der Musik. Warum kommst du? Kommst du wegen Jesus.

[22:12] Johannes der Täufer macht den Schritt vom "Ich bin Mitglied in der besten prophetischen Bewegung" zu "Ich lerne Jesus kennen" und er sagt: Und als Jesus sich umdreht und sagt: Was sucht ihr? Ich weiß nicht, wie viele von uns in der Situation gesagt hätten: Oh Jesus, toll, dir mal eine Frage stellen zu dürfen. Sind die 144.000 buchstäblich oder symbolisch? Aber Johannes sagt nicht: Du, hey, wenn wir dich schon mal haben. Wie ist das? Ich habe gehört, die Sadduzäer sind von Römern infiltriert. Stimmt das?

[22:51] Johannes stellt ihm eine Frage: Was die Frage dir stellt? Wo wohnst du? Ich würde gerne Zeit mit dir verbringen. Ja, ich freue mich an Johannes dem Täufer, an seinen Predigten. Ich freue mich an der Prophetie, aber es gibt etwas, was mich noch mehr interessiert, nämlich Zeit mit dir. Und sie verbringen einen Tag mit ihm und Ellen White beschreibt, nach einem Tag rennt er Andreas und sucht sofort seinen Freund und sagt: Sein Bruder. Wir haben den Messias gefunden. Und sie sagt: Wisst ihr, was Johannes gemacht hat? Sie sagt, Johannes saß da und wusste nicht, was er sagen sollte. Er stand da und hat nachgedacht. Er war so völlig verloren in den Worten von Jesus. Das ist mir nach einer Predigt noch nie gegangen, wenn ich eine Predigt gehört habe. Das ist mir schon mal so gegangen. Ich habe eine Predigt gehört und habe da gesessen. Unglaublich, aber ich weiß, wann mir das schon mal so gegangen ist, wenn ich mir Zeit genommen habe, am Morgen Jesus zu begegnen. Dann passiert das immer wieder, dass ich einfach da sitze und denke: Ich finde gar keine Worte. Ich finde keine Worte. Nur einen Tag und er war Gott ein ganzes Stück näher gekommen. Er war jetzt ein Jünger von Jesus.

[24:13] Kann man noch mehr mit Gott erleben, als ein Jünger von Jesus sein? Kann man noch mehr mit ihm erleben, als ihn, als Jesus persönlich zu kennen? Näher, noch näher. In Matthäus 4, Vers 21. Johannes hatte viel mit Jesus jetzt erlebt. Er hatte Worte von ihm gehört. Er hatte Heilungen erlebt. Aber in Matthäus 4, Vers 21 ruft Jesus ihn noch ein Stück näher zu ihm.

[24:47] Und als er von dort weiter ging, sah er in einem Schiff zwei andere Brüder. Jakobus, Jakob, den Sohn des Zebedeus und dessen Bruder Johannes mit ihrem Vater Zebedeus ihre Netze pflegen und er berief sie. Da verließen sie sogleich das Schiff und ihren Vater und folgen ihm nach. Als Johannes glaubte: Ich habe den Messias gefunden. Mehr geht nicht. Zeigt ihm den Messias. Natürlich geht noch mehr. Du kannst dein ganzes Leben nach mir ausrichten.

[25:16] Einige von euch werden sagen: Ja, ja, der Vers gilt mir nicht. Ich bin nicht berufen, ein Prediger zu werden. Könnt ihr euch damit identifizieren, mit dem Gedanken: Das gilt nicht für mich, weil ich bleibe weiter bei meinen Fischen. Das ist mein Beruf. Ihr Lieben, hört mir gut zu. Dieser Vers sagt nicht, dass wir eine nähere Erfahrung dadurch haben, dass wir Prediger werden oder Evangelist werden oder Bibelarbeiter werden. Nein, nein, nein. Dieser Vers sagt, wir haben eine nähere Erfahrung mit Jesus, wenn wir das tun, wozu er uns berufen hat. Es gibt viele Prediger, es gibt viele Bauern, die sollten Prediger sein, aber viele Prediger, die sollten Bauern sein, sagt Ellen White. Die Frage ist nicht: Arbeite ich Vollzeit für den Herrn? Die Frage ist: Arbeitest du das, was Jesus dir gezeigt hat?

[26:03] Schon mal so gedacht? Bist du in deinem Leben, in deinem Hobby, in deinem Beruf, in deiner gesamten Lebensplanung dort, wo Jesus dich haben möchte? Die Frage stellt man sich meistens zwischen 16 und 25 und dann hört man auf, weil man denkt: Jetzt habe ich etwas gewählt. Aber Johannes hatte den Beruf des Fischers erlernt, nicht, weil Gott ihm das gezeigt hat. Er hatte nicht lange gebetet: Herr, welchen Beruf soll ich nehmen? Warum ist er Fischer gewesen? Sein Vater war schon Fischer. Das war das Nachfolger, das Normalste auf der Welt. Viele von uns leben einen Großteil unseres Lebens einfach nach bestimmten Parametern, die wir irgendwann irgendwie entschieden haben. Das hat halt so gepasst. Aber haben wir Jesus gefragt: Wofür hast du mich geschaffen? Gott braucht nicht nur Evangelisten, er braucht nicht nur Prediger, er braucht Politiker. Er braucht Maulbeerfeigenzüchter und er braucht Zimmermänner.

[26:58] Was wäre passiert, wenn Josef gesagt hätte: Ich möchte nicht Zimmermann sein, ich möchte lieber Prediger werden. Was wäre passiert, wenn Josef durch die Gegend gezogen wäre und als Möchtegern-Prediger, er hätte nicht ein Vorbild für Jesus sein können als Zimmermann. Es war Gottes Wille für Josef, Zimmermann zu sein. Aber weißt du, ob dein Beruf, ob deine Lebensplanung der Wille Gottes ist?

[27:29] Näher, noch näher. Und diese Frage darf man sich auch stellen, wenn man 80 Jahre ist. Denn Mose hatte sich entschieden: Ich bin Hirte. Und mit 80 Jahren sagt Gott: Du hast dich entschieden, Hirte zu sein, aber ich habe einen anderen Plan für dich. Denke ja nicht, du bist 80, jetzt kann Gott dein Leben nicht mehr ändern. Du kannst noch näher zu Jesus. Näher, noch näher.

[27:58] Jetzt war er Vollzeit für den Herrn unterwegs, in seinem Fall. Jetzt war sein ganzes Leben von morgens bis abends so, dass es mit dem Plan Gottes übereinstimmte. Das bedeutete auch durchaus eine schmerzhafte Entscheidung. Aber jetzt erlebte er noch mehr Wunder, noch mehr Heilung. Er erlebte Gottes Wirken noch viel mehr, weil er genau dort war, wo Gott ihn Tag ein, Tag aus, von morgens bis abends haben wollte, wo Gott ihn gemäß seiner Fähigkeiten am meisten sehen konnte. Kann man noch mehr mit Gott erleben, als das gesamte Leben mit Jesus zu verbringen? Näher, noch näher.

[28:38] Eines Morgens wacht er auf und er hört, wie Jesus auf einem Hügel ihn und die anderen hervorruft. Und sie steigen frühmorgens, machen Morgensport, steigen, laufen auf den Hügel und fragen Jesus: Wie hast du geschlafen? Jesus sagt: Nein. Sie fragen ihn: Hast du gut geschlafen? Jesus sagt: Nein. Hast du schlecht geschlafen? Nein. Hast du überhaupt geschlafen? Nein. Was hast du gemacht? Ich habe gebetet. Die ganze Nacht? Die ganze Nacht für euch. Denn heute werde ich eine Predigt halten, die die Welt verändern wird. Heute werde ich erklären, wie mein Königreich aussieht. Heute beginnt die Organisation der Gemeinde, die die ganze Welt umbaut. Das hat er nicht gesagt, aber gedacht. Heute beginnt die Operation und ich brauche zwölf Abgesandte.

[29:14] Oh, was wird wohl Johannes gedacht haben, als in der Gruppe all der Jünger stand, als Jesus anfing, wie beim Fußball, sich Leute auszuwählen? Also natürlich mit mehr Überlegungen als beim Fußball. Petrus, Andreas, Jakobus. Vielleicht hat Johannes jetzt gedacht: Oh meine Güte, jetzt hat er schon ein Brüderpaar. Ein zweites wird er bestimmt nicht nehmen, oder? Zu viele Verwandte. Andreas, er legt ihm die Hände auf und sagt: Jetzt bist du nicht nur ein Vollzeitjünger, jetzt bist du mein Abgesandter. Du bist dazu erwählt, das zu sagen, was ich sage und das zu tun, was ich getan habe. Du bist mein Repräsentant. Du folgst mir nicht nur nach, sondern du sollst jetzt mich der Welt gegenüber repräsentieren.

[30:05] Näher, noch näher. Und so wird der Apostel. Übrigens, war er denn dafür qualifiziert? Schaut mal mit mir in Markus 3, wo die Geschichte erzählt wird. In Markus 3, wo die ganzen aufgezählt werden. Markus 3 und dort Vers 17, wo die Apostel aufgezählt werden, die jetzt von Jesus benannt werden. Und Jakobus, den Sohn des Zebedeus und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Beinamen Boanerges gab. Das heißt Donnersöhne.

[31:02] Noch immer hatte Johannes mindestens Ansätze, Wurzeln, Überreste seines alten Charakters. Der war wie rachsüchtig, aufbrausend, ich war stolz. All diese Dinge waren zwar zu einem Teil schon weggewaschen, sie waren zu einem Teil schon verändert, aber sie waren noch nicht völlig weg. Obwohl er schon getauft war und obwohl er schon Jesus kennengelernt hatte, obwohl er bereits sein ganzes Leben Jesus geweiht hatte, jetzt wurde er sogar zum Missionar benannt, aber noch immer war so manches im Argen.

[31:31] Schaut mal, Gott macht uns zuerst zu seinen Repräsentanten und dann bewirkt er, dass wir es auch sind. Gott wartet nicht, bis wir irgendwann mal perfekt sind, um zu sagen: Jetzt könnte ich dich gebrauchen. Nein, Jesus sagt zuerst: Ich habe dich erlöst, du hast einen Platz im Himmel. Und dann macht er uns fähig für den Himmel. Amen.

[32:08] Für Johannes, Gott noch näher zu kommen, bedeutete jetzt manches weiter zu lernen. Geben wir mal drei Beispiele. Schaut mal in Markus 9, Markus 9, Vers 38. Johannes kommt mit einer ganz aufrichtigen Frage und denkt, er hat vollkommen recht. Habt ihr das auch schon mal erlebt, dass ihr denkt, ihr habt recht, ihr kommt zu Jesus und ihr merkt, ihr hattet gar nicht so recht, wie ihr dachtet.

[32:31] Markus 9, Vers 38. Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen Dämonen austreiben und wir wehrten es ihm, weil er uns nicht nachfolgt. Interessant, ich weiß es nicht genau, aber ich vermute, dass Johannes sich ziemlich aufgeregt hat über die Pharisäer damals, die Johannes dem Täufer Redeverbot geben wollten. Als er plötzlich selbst auf der anderen Seite der Geschichte ist, macht er genau das, was er bei anderen schlecht fand. Johannes der Täufer hat ein sehr enges Denken und Jesus korrigiert ihn.

[33:06] Er muss ihn korrigieren. Jesus näher zu kommen, bedeutet auch, sich korrigieren zu lassen. In einer anderen Situation, in Markus 10, vielleicht kennt ihr die Geschichte, da traten in Vers Markus 10, Vers 35, da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedeus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wünschen, dass du uns gewährst, um was wir bitten. Und wenn ihr die Geschichte genau kennt, wisst ihr, dass die Helikoptermama da ihre Hände mit im Spiel hatte. Die wollte unbedingt, dass ihre Söhne es zu was bringen. Bekanntschaft mit dem Hohen Priester reicht nicht aus. Wir müssen einen Platz im Ministerium von Jesus erlangen.

[33:56] Und was hat Jesus mit ihnen gemacht? Er hat ihre ungeheiligte Ambition getadelt, ihren ungeheiligten Selbstdrang korrigiert. Wenn wir singen: Näher, noch näher, dann begeben wir uns in die Werkstatt Jesu. Und er hat eine ganze Menge abzuschneiden, abzufeilen. Noch ein Beispiel, das dritte Beispiel in Lukas Kapitel 9.

[34:10] Johannes merkt, wie andere negativ über Jesus reden und er ist empört. Wie können Leute nur so schlecht über ihn reden, den er so sehr liebt. In Lukas 9 und dort Vers 54. Und was sagt Jesus? Ihr wisst nicht, welchen Geist ihr seid. Sein ungeheiligter Eifer muss korrigiert werden.

[34:56] Und ich denke, das sind wahrscheinlich nur drei Beispielgeschichten in der Bibel, die uns zeigen: Johannes, der Jesus immer näher kam, näher und näher, der musste auch viel lernen. Wenn wir singen: Näher, noch näher, ist uns bewusst, dass wir uns direkt vielleicht Richtung Tadel bewegen. Ist uns bewusst, dass wir uns vielleicht direkt dorthin bewegen, wo Jesus sagt: Das, was du gedacht hast, ist falsch. So wie du über andere denkst, ist es falsch. Und wenn du diesen Platz in der Gemeinde haben willst, ist das falsch. Wegschneiden, wegschneiden, wegschneiden. Näher, noch näher.

[35:41] Das Besondere an Johannes war, mehr als bei allen anderen Jüngern, er hat den Tadel immer angenommen. Wenn Jesus ihn tadelte, hat er nicht gesagt: Das stimmt gar nicht. Er hat nicht gesagt: Aber Petrus ist noch schlimmer als ich. Er hat den Tadel angenommen. Das Geheimnis seiner Heiligung bestand darin, den Tadel Jesu anzunehmen. Übrigens gibt es auch Tadel von Jesus für uns in Laodizea, nicht wahr? Ganze Reihe von Versen.

[36:14] Und so wurde Johannes nicht nur einer von zwölf Aposteln. Die Bibel und Ellen White beschreiben, wie innerhalb der Apostel sich eine Struktur herausbildete. Von den zwölf Aposteln waren nicht alle gleich interessiert an Jesus, sondern es gab vier, die hatten mehr mit Jesus zu tun, nämlich Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes. Und von diesen vier gab es wieder drei, die noch etwas näher an Jesus waren, nämlich Petrus, Jakobus und Johannes. Und von diesen dreien gab es jemand, der noch näher an Jesus war, nämlich Johannes.

[36:57] Johannes. Sie sagt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit wollte er immer am nächsten zu Jesus sein. Wo immer Jesus war, war Johannes. Mit all seinen Charakterfühlern, mit all seinen Schwächen, mit all den Dingen, die er über Jahre lernen musste, wo immer Jesus war, wollte er auch hin. Wie vom Anfang an, als alle den Täufer blieben, als alle prophetische Predigten hören wollten, er wollte zu Jesus.

[37:18] Was soll er sich beibehalten? Immer näher bei Jesus. So kommt es, dass, als Jesus auf den Verklärungsberg geht, nimmt er nur drei Jünger mit. Und Johannes sieht ihn in seiner Herrlichkeit. So kommt es, dass Jesus eine Endzeitrede hält und nach Markus gar nicht alle zwölf Jünger dabei sind, sondern nur der engste Kreis. Die wichtigste Information zur Endzeit erhält Johannes neben einigen wenigen.

[37:38] In Lukas 22 und dort Vers 8 sehen wir, dass, weil er näher bei Jesus war als alle anderen, er auch besondere Aufgaben bekam. Ihr Lieben, während ihr aufschlagt, wie nah bist du Jesus? Reicht es dir aus, Jesus so nah zu sein, wie dein Bruder neben dir? Wenn du dir die Frage stellst: Wie nah bin ich Jesus? Und du siehst jemanden, der genauso nah ist und in der Gemeinde eine gute Position hat, dann sagst du dir: Okay, das reicht mir. Oder hast du den Wunsch, immer noch näher bei Jesus zu sein? Nicht zu schauen und zu sagen: Naja, aber Petrus ist auch noch nicht so weit. Von daher bin ich erstmal ganz entspannt. Sollen die erstmal auf mein Niveau kommen? Er wollte immer noch näher sein bei Jesus.

[38:34] Lukas 22 und dort Vers 8. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin, bereitet uns das Passa, damit wir essen können. Es waren Petrus und Johannes, die das Passa vorbereiten sollen, jenes Fest, bei dem Jesus noch einmal verdeutlichen sollte, was jetzt gleich passieren würde. Und so bereiteten sie das Passa vor.

[38:52] Und jetzt kommt eine Geschichte, die hat es wirklich in sich. Der Tag des Passafestes kommt, des Passalamms, das sie essen wollen. Und bis jetzt Ellen White beschreibt, dass an dem Tag die Jünger sich noch einmal so richtig zoffen, so richtig streiten. Die Frage ist: Wer ist der Größte? Und sie kommen dort in den Raum hinein. Und mehrere haben sich vorgenommen: Wir werden es zeigen, wir werden uns ganz nah bei Jesus setzen. Einer von ihnen ist Judas. Und als Jesus sich setzt, ist Judas direkt neben ihm. Und Johannes weiß, er muss seine Chance nutzen. Und er setzt sich zur anderen Seite von Jesus. Und da sitzt er jetzt direkt neben Jesus.

[39:31] Und Judas sitzt neben ihm und ist froh, dass er den besten Platz abbekommen hat. Und dass Petrus ein bisschen weiter sitzt und Jakobus ein bisschen weiter und Nathanael ganz weit hinten. Und das lässt sich ja so toll begründen, weil ich möchte ja so nah bei Jesus sein. Kennst du das Gefühl, wenn sich die Liebe zu Jesus mit dem Stolz über andere mischt, man gar nicht mehr so genau weiß, ist es jetzt noch Liebe zu Jesus oder bin ich froh, dass ich eine bessere Position habe. Aber dann fällt ihnen auf: Petrus und Johannes, wir haben vergessen, einen Diener zu besorgen. Wir haben ja die Füße gar nicht gewaschen. Das machen wir jetzt. Das ist übrigens allen aufgefallen. Nathanael denkt nach, Petrus denkt nach. Und keiner will es tun. Schon gar nicht Johannes, weil der weiß: Wenn ich jetzt aufstehe, wenn ich von meinem Platz neben Jesus aufstehe, wer weiß, vielleicht rutscht Petrus nach. Da verliere ich meinen Platz. Ich werde hier sitzen bleiben. Ich bin sowieso einer der besten Freunde von Jesus. Macht ihr mal ein bisschen was. Ich habe schon das Passa vorbereitet. Ihr seid dran.

[40:24] Schon mal so gedacht? Sitzt in der Gemeinde und denkst: Ich habe schon so viel gemacht für die Gemeinde, jetzt seid ihr mal dran. Ich werde jetzt nicht dienen. Ich bin so nah bei Jesus. Und dann passiert etwas äußerst Merkwürdiges. Jesus steht auf. Habt ihr das schon mal erlebt? Ihr wolltet unbedingt neben jemandem sitzen und ihr habt es geschafft und dann geht die Person weg. Da fühlt man sich richtig doof, oder?

[40:56] Also, als ich auf der Missionsschule war, da wollte ich immer neben den Lehrern sitzen. Ich wollte von denen lernen. Aber stellt euch mal vor, man möchte jetzt neben dem Lehrer sitzen und ihm alle Fragen stellen und das passiert. Habt ihr die Fragen im Kopf schon ausgedacht? Und dann steht er auf und geht. Jesus steht auf und geht zu Judas und wäscht ihm die Füße.

[41:19] Übrigens, Ellen White sagt, als Judas das sieht, dass Jesus ihm die Füße wäscht, denkt er: Von dem kann ich wirklich nichts gewinnen. Wenn der sich als Knecht benimmt, dann ist es besser, ich hau ab. Die Fußwaschung war der letzte Tropfen, der Judas dazu bewegt hat, Jesus aufzugeben. Und dann geht Jesus reihum.

[41:36] Und jetzt denkt mal scharf nach. Wenn Jesus bei Judas anfängt und reihum geht, wann kam Johannes dran? Als Letzter. Er kam als Letzter dran.

[41:53] Und sie beschreibt, er hat die Lektion verstanden. Näher, noch näher. Jetzt hat er verstanden. Und man würde hoffen und denken, jetzt, ab jetzt, alles Gutes im Leben von Johannes. Sie gehen hinaus Richtung Garten. Und die Jünger bleiben zurück und Jesus wählt sich nur seine engsten Freunde aus und wäre auf jeden Fall dabei. Johannes sagt: Kommt mit mir, ich brauche eure Hilfe, betet für mich.

[42:27] Es kam selten vor, dass Jesus seine Jünger benötigte. Aber hier hätten sie endlich etwas zurückgeben können. Sie waren ihm jetzt so nahe wie selten zuvor, denn er war in Seelenqual. Was hat Johannes gemacht? Ihr kennt die Geschichte. Jesus wird gefangen genommen. Und die Bibel sagt: Und wie viele haben ihn verlassen? Alle verließen ihn. Johannes läuft weg. Aber da ist etwas Interessantes.

[43:01] Alle laufen weg, aber einer merkt am allerschnellsten: Das ist nicht richtig. Einer merkt zuerst: Selbst wenn Jesus nicht der Messias ist, auf den wir gehofft haben, selbst wenn alle unsere Hoffnungen umsonst waren, selbst wenn er jetzt gekreuzigt wird und stirbt und das war es, ich mag ihn trotzdem. Ich möchte wenigstens dann, die letzten Stunden noch irgendwo in seiner Nähe sein. Und er dreht um und folgt im Abstand ihm. Er nimmt auch jemanden mit, nämlich den anderen guten Freund von Jesus, nämlich Petrus.

[43:34] Und in Johannes 18 wird beschrieben, wie Johannes und Petrus ihm folgen. Lukas sagt, es war mit Abstand. Und dann kommt Johannes in das Haus von Kaiphas. Warum? Danke Mama. Gute Beziehung zum Hohen Priester. Kommt hinein, sorgt sogar noch dafür, dass Petrus reinkommt.

[43:57] Und an der Stelle verlieren wir Johannes aus den Augen, weil wir alle auf Petrus schauen. Ich will auf das Kohlenfeuer und diese ganze tragische Geschichte sehen. Aber Johannes war auch noch da. Wo war Johannes? Johannes war nicht am Kohlenfeuer. Johannes war nicht unter den fluchenden Soldaten. Johannes war wo? Johannes hat nicht einmal Jesus geleugnet. Johannes hat gesagt: Ich bin ein Jünger Jesu. Das wisst ihr. Und er ist in das Haus hineingegangen. Er hat sich nicht direkt vor Jesus gestellt. Er war ein bisschen ängstlich. Er hat sich so in die letzte Ecke gestellt, wo niemand gemerkt hat. So in eine dunkle Ecke, sagt Ellen White. Und hat genau beobachtet, was geschieht.

[44:28] Sie sagt, er wollte in dieser Stunde Jesus so nahe wie möglich sein. Wenn du wüsstest, dass es keinen Himmel gibt, keine Auferstehung, alle deine Hoffnungen umsonst sind, würdest du trotzdem noch in der Bibel lesen und Zeit mit dem Jesus verbringen, der dort steht? Magst du diesen Jesus, der dort beschrieben ist, so sehr, dass selbst wenn alle deine Hoffnungen zerbrechen, du sagst: Okay, ich möchte zumindest noch bei ihm sein?

[44:55] Das war Johannes. Denn für ihn waren alle seine Hoffnungen, auf die er gesetzt hatte, waren vorbei. Alles, was er geglaubt hatte, war erschüttert. Aber er wollte wenigstens bei Jesus sein. Näher, noch näher. Und so war er dann am Kreuz.

[45:13] In Johannes 19 lesen wir, dass er der Jünger war, der wohl am direktesten dort am Kreuz stand und Jesus blutend sterben sah. Johannes 19, Vers 26. Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, weil Johannes mehr als alle anderen immer zu Jesus wollte, immer noch näher zu Jesus, noch mehr mit Jesus verbringen wollte, hatte er mehr von der Liebe Gottes, mehr von der Liebe Jesu als alle anderen.

[45:48] Jesus liebt alle Menschen mit der gleichen Liebe, aber die meisten Menschen konnten gar nicht so viel Liebe aufnehmen. Wie Johannes, der sich immer noch mehr geöffnet hat, noch mehr geöffnet hat für Jesus. Und es heißt hier in Vers 26: Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn. Das heißt auf Deutsch übersetzt: Johannes, ich möchte, dass du dich um deine alternde Mutter kümmerst, dass du sie pflegst, bis sie stirbt.

[46:17] Jesus, ich möchte mehr für dich tun, ich möchte eine größere Erfahrung mit dir haben. Okay, könntest du dich um diese alte Frau kümmern, bis sie stirbt? Aber soll nicht Johannes gleich in wenigen Wochen die Weltmission beginnen? Soll er nicht gleich als Missionar die ganze Welt erobern? Oder derselbe Jesus, der ihm dann sagen wird: Geht in alle Welt, sagt ihm auch: Kümmer dich um meine Mutter.

[46:40] Wie viele von uns würden entweder sagen: Jesus, ich kann mich nicht um deine Mutter kümmern, weil ich bin Missionar, ich muss predigen, ich habe keine Zeit für Pflege. Oder würden sagen: Jesus, du hast elf andere Apostel, ich muss ja deine Mutter pflegen, das nimmt mich so in Anspruch, da kann ich leider nicht mehr predigen. Johannes macht beides.

[47:02] Näher, noch näher. Und Jesus stirbt. Und mit ihm alle Hoffnungen in Johannes. Bis in Johannes 20, wir lesen, dass eine Frau, Simon Petrus, kommt, Vers 2, da läuft sie, das ist Maria Magdalena, und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Hier ist noch nicht mal richtig klar, was passiert ist.

[47:33] Aber Petrus und der andere Jünger gingen hinaus und begaben sich zu dem Grab. Jetzt laufen beide, Petrus und Johannes, aber Johannes ist schneller. Schaut mal in Vers 4: Die beiden liefen aber miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab.

[47:49] Petrus und Johannes laufen zum Grab, aber Johannes will unbedingt als erster da sein. Er möchte sehen, was mit Jesus ist, er rennt so schnell, dass er als erster da ist. Und bald verstehen sie: Jesus ist auferstanden. All ihre zerbrochenen Hoffnungen sind in Wirklichkeit gekrönt. Jesus ist für sie gestorben, er hat den Tod besiegt, und er fährt jetzt in den Himmel auf.

[48:11] Johannes ist dabei, als er Jesus sieht, wie er vom Boden abhebt und mit Engeln in den Himmel hinaufkommt. Frage: Kann man noch mehr mit Gott erleben? Als die Kreuzigung und die Auferstehung und die Himmelfahrt Jesu leibhaftig gesehen zu haben. Kann man noch etwas Größeres erleben? Ja oder nein? Ich kann euch sagen, was es noch Größeres gibt. Zehn Tage Gebet.

[48:36] Dann ist das Nächste, was sie machen. Nachdem sie Jesus gekreuzigt gesehen haben und auferstanden und zum Himmel aufgefahren, sagen sie: Jetzt brauchen wir eine noch tiefere Erfahrung mit Jesus. Wir haben gesehen, wie Jesus gestorben ist, wir haben gesehen, wie er auferstanden ist, wir haben gesehen, wie er mit den Engeln in den Himmel aufgefahren ist. Wir brauchen noch mehr Erfahrung mit Jesus. Lasst uns zehn Tage beten. Und das machen sie in Apostelgeschichte 1. Sie beten zehn Tage.

[49:00] Und was passiert? Sie werden erfüllt mit dem Heiligen Geist. Näher, noch näher. Ihr kennt die Geschichte, wir wollen sie alle lesen. In Apostelgeschichte 3 steht Johannes mit Petrus im Tempel. Und sie sagen diesem Gelähmten: Gold und Silber haben wir nicht, aber was wir haben, sagen wir dir. Steh auf im Namen des Herrn. Und sie heilen diesen Mann.

[49:19] Im nächsten Kapitel heißt es, dass in Kapitel 4, schaut mal, Apostelgeschichte 4, und dort Vers 13: Als sie aber die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und erfuhren, dass sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich und sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.

[49:36] Ihr Lieben, jetzt hört mir gut zu. Johannes war erfüllt vom Heiligen Geist. Er war erfüllt vom Heiligen Geist. Näher an Jesus, obwohl er gerade im Himmel war, als vor dem Kreuz, als er neben ihm saß. Mit anderen Worten, jetzt, wo er auf dem Marktplatz von Jerusalem steht und Jesus, ich weiß nicht, wie viele Kilometer, hinter dem Orion, ich war im Tempel dort hinten, jetzt ist er Jesus näher, als er damals beim Passafest neben ihm saß. Er ist näher, noch näher.

[50:07] Das heißt, auch wenn wir Jesus niemals in die Hand gestellt haben, niemals neben ihm saßen beim Passafest, wenn wir vom Heiligen Geist erfüllt sind, sind wir Jesus noch näher, als die Jünger vor dem Kreuz. Wie viel beten wir um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, um Jesus noch näher zu sein, noch näher.

[50:33] Und so erleben sie unglaubliche Dinge. Johannes gehört schnell zum obersten Leitungskreis der Gemeinde, wo immer etwas los ist, wird er hingesandt. Paulus sagt im Galaterbrief, dass Johannes zu den Säulen der Gemeinde zählte.

[50:46] War jetzt alles Eitel Sonnenschein? Erfüllt vom Heiligen Geist, muss doch alles perfekt gelaufen sein, oder? Selbst jetzt noch muss Johannes manches Neues lernen. Jahre nach der Erfüllung mit dem Heiligen Geist, erklärt ihm Petrus: Hey, wir haben uns geirrt, die Heiden können auch bekehrt werden. Oh, wirklich?

[51:07] Und dann eine ganz traurige Geschichte, über die wir selten nachdenken. Schaut mal in Apostelgeschichte 12. Apostelgeschichte 12, und dort Vers 1 und 2. Um jene Zeit aber legte der König Herodes Hand an etliche von der Gemeinde, um sie zu misshandeln, und er tötete wen? Er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.

[51:32] Wisst ihr, was Ellen White dazu kommentiert? Sie sagt, als Jakobus gefangen genommen worden ist, hat die Gemeinde es versäumt, intensiv zu beten. Und Jakobus wird geköpft. Dann kommt Petrus ins Gefängnis. Was macht die Gemeinde jetzt? Die beten. Wie hättet ihr wohl reagiert, wenn ihr Johannes gewesen wärt? Wenn es euer eigener Bruder ist, der ins Gefängnis kommt, und die Gemeinde betet nachlässig. Und dann, als ein anderer im Gefängnis ist, beten sie so richtig mit Gebetsversammlung. Hättet ihr nicht gesagt: Also, hey, nicht mit mir. Glaubt ihr nicht, dass es dem Johannes extrem wehgetan hat, seinen Bruder zu verlieren? Und zu sehen, dass seine eigene Gemeinde, für die er so viel tut, so wenig Interesse an Jakobus gehabt hat?

[52:21] Auch das gehört zur Erfahrung, näher zu Gott. Auch dann wird es immer noch Enttäuschung geben. Aber Johannes hat sich weder von seinen eigenen Charakterschwächen ablenken lassen oder sich hindern lassen, zu Jesus zu kommen, noch von den Charakterschwächen von anderen in der Gemeinde. Sein einziger Blick war immer noch: näher zu Jesus.

[52:47] Mit der Zeit vergingen die Jahre. Große Katastrophen brachen in der Gemeinde ein. Paulus und Petrus wurden beide innerhalb von kurzer Zeit in Rom exekutiert. Jerusalem wurde zerstört, es gab kein Hauptquartier mehr für die Gemeinde. Die Christenheit war jetzt zerstreut. Und dann verlor sich die Spur von einem Apostel nach dem anderen. Der eine war in Indien, der andere war in Äthiopien. Der nächste war dort. Einer nach dem anderen starb und Johannes blieb als einziger übrig.

[53:17] Näher, noch näher. Wenn alles andere wegbricht, wenn man der letzte noch ist, der von dem originalen Werk Gottes weiß, kann man Jesus noch näher sein. Jetzt war er die letzte Stütze der Gemeinde. Im hohen Alter hatte er plötzlich eine noch tiefere Erfahrung mit Jesus, denn andere schauten jetzt zu ihm auf. Und wenn er Irrlehren verkündigen würde, dann wäre es mit der Christenheit vorbei. Er musste mit Jesus stabil sein.

[53:51] Ihr Lieben, egal ob wir jung oder alt sind, ob wir Jugendliche sind, ob wir in unseren besten Jahren sind, oder ob wir die Erfahrung wie Johannes machen, alt zu werden, wir können immer noch näher bei Jesus sein. Noch näher.

[54:11] Und dann, als er schon sehr, sehr alt war, als er der letzte überlebende Apostel war, hieß es noch einmal: Näher, noch näher. Ein neuer Kaiser war in Rom an die Macht gekommen. Sein Name war Imperator Kaiser Domitianus Augustus, kurz Domitian. Und er hasste die Christen. Und er wusste, eine der wesentlichen Leitungsfiguren der Christenheit ist Johannes. Und so wurde Johannes nach Rom gerufen. Dort, wo Petrus gestorben war, wo Paulus geköpft worden war. Petrus war ja umgedreht, gekreuzigt worden.

[54:49] Als Johannes sich auf den Weg macht, wusste er, ich werde sterben. Näher, noch näher. Und er kam vor Domitian. Er beschreibt, wie Domitian Gott verflucht hat und ihn beschimpft hat. Und wie Johannes eine milde und kraftvolle und geisterfüllte Verteidigung gab.

[55:15] Der Charakter von Johannes, so schreibt Ellen White nach einer kleinen Kompilation jetzt, war nachdenklich, treu, inbrünstig, ernst, demütig. Er hatte ein liebendes Herz, er hatte eine milde Grundhaltung. Er war geduldig, er war ohne Stolz und treu angesichts der Verfolgung. Was hatte das immer noch näher zu Jesus kommen, nicht alles mit ihm gemacht? Er hatte nicht überlegt, wie kann ich meinen Stolz loswerden? Aber er ist immer noch näher zu Jesus gekommen. Und fast ohne es zu merken, war er zu einer 180 Grad anderen Person geworden.

[55:52] Jetzt stand da vor Domitian und der fluchte und schimpfte und sagte: Wir werden dich töten auf eine Art und Weise, die dir Angst machen wird. Siehst du diesen großen Topf? Siehst du diesen siedenden Topf? Da ist Öl drin. Bist du schon mal gekocht? Also, ich habe nicht so oft gekocht. Aber ich weiß, wenn Öl heiß wird, dann spritzt, oder? Schon mal erlebt, du das, wenn man so vom Öl angespritzt wird? Tut weh, oder? Man hat keine natürliche Neigung, sich in brennendes Öl zu begeben.

[56:16] Dem Johannes wurde gesagt: Wir werden dich dort reinschmeißen und wir werden dich frittieren, lebendig. Wirst du Jesus absagen? Vielleicht hast du dich daran erinnert, dass es einen Mann gab mit Namen Hanania, der ins Feuer geworfen worden ist, der denselben Namen hatte wie er. Und er wurde in das kochende Öl geworfen. Und derselbe Gott, der ja Hanania im Feuer bewahrte, bewahrte Johannes, so schreibt es Ellen White, im brennenden Öl. Der Kaiser war ziemlich perplex. Die Leute waren perplex.

[56:59] Näher, noch näher. Hanania hatte Jesus mitten im Feuer erlebt. Johannes hatte eine Erfahrung gemacht, wie sie wahrscheinlich kaum ein Mensch in der Form je gemacht hat. Was kann man noch mehr mit Jesus erleben, als im brennenden Öl gerettet zu werden? Näher, noch näher.

[57:19] Er wurde nach Patmos verbannt. Auf einer traurigen, trostlosen, langweiligen Insel. Nur Felsen, Wasser, Himmel, Felsen, Wasser, Himmel, Felsen, Wasser, Himmel. Den ganzen Lebensabend sollte er da jetzt verbringen. Oh, wie hätte er sich gewünscht, mal wieder Zeit zu verbringen mit seinen Geschwistern aus Ephesus, oder? Nur noch auf der einsamen Insel.

[57:50] Und eines Morgens steht er auf am Sabbatmorgen. Was macht man? So ganz alleine. Man geht zu den Felsen. Er hätte darüber nachdenken können, wie schlecht es ihm geht. Stattdessen war er Jesus noch näher. Er sah in den Felsen ein Beweis für das Gericht Gottes. Denn wodurch sind sie entstanden? Er sah in dem Wasser ein Beweis für den Zorn Gottes. Er sah in dem Himmel. Er beschreibt, wie er in all den Dingen am Sabbat in der Natur die Botschaften Gottes sah und las.

[58:25] Er war Jesus noch näher. Und als er so nachdachte über die Schöpfung, als er so nachdachte über das Evangelium in den Felsen und in dem Wasser, da hörte er eine Stimme, die er gut kennt. Johannes. Und er dreht sich um. Und wen sieht er dort? An jenem Sabbat. Er sieht seinen Jesus. Auf Patmos ist der Jesus noch näher. Diesmal ist es nicht der Jesus, der in Fleisch und Blut einfach so daher geht, als sein Zimmermann aus Galiläa. Es ist der Jesus. Mit Feuerflammen als Augen. Mit einem Schwert, das aus dem Mond hervorgeht. Als der Menschensohn, der Gottes Sohn ist.

[59:06] Und er sagt zu ihm: Ich habe dir Dinge zu sagen. Nicht nur für dich. Nicht nur für die Gemeinden in Ephesus. Nicht nur für die Gemeinden in deiner Zeit. Ich habe dir Dinge mitzuteilen, die bis zur Wiederkunft gehen werden. Schreib sie auf. Das wird eines der wichtigsten Bücher der ganzen Bibel. Das wird die Ergänzung zu Daniel.

[59:22] Und er bringt ihn in den himmlischen Gottesdienst. Und dort sieht er die Seraphim und die Cherubim. Er sieht die Millionen von Engeln, die anbeten. Und er sieht mitten im Thron das geschlachtete Lamm. Er hört, wie die Gläubigen ihre Kleider weiß machen im Blut des Lammes. Er sieht Jesus wiederkommen auf den Wolken des Himmels, auf einem weißen Pferd. Er sieht Jesus am Räucheraltar, wie er steht und die Gebete der Heiligen aufnimmt. Er sieht noch so viel mehr von Jesus.

[59:54] Und was er schreibt, wird für Millionen Menschen Trost, Hoffnung und Licht sein. Mit jedem Jahr, mit jedem Tag kam Johannes Jesus noch näher. Bis er ihm die großartigsten Geheimnisse des ganzen Universums offenbarte. So wie vorher, nur dem Daniel, dem viel Geliebten.

[1:00:23] Ihr Lieben, versteht ihr jetzt, warum es wichtig ist, Jesus noch näher zu kommen? Ich weiß nicht, wo du stehst, wo du dich einordnen würdest im Leben von Johannes. Aber egal, wo du bist, ganz am Anfang oder ganz am Ende, es gibt immer noch einen Schritt mehr. Was Johannes auszeichnete, war nicht, was er erreicht hatte. Was Johannes auszeichnete, war die Idee: Egal, was ich mit Jesus erlebt habe, egal wie weit ich schon gekommen bin, egal was er für mich getan hat. Ich will noch näher, noch näher.

[1:00:55] Wenn Johannes einmal aufstehen wird, in der ersten Auferstehung und in den Wolken des Himmels empor kommen wird, in den Thronsaal, den er nur in Visionen gesehen hat, dann wird es noch näher an Jesus sein. Wenn dann die Sünde weggenommen sein wird, dann wird er Jesus noch näher sein. Wenn die neue Erde dann da ist und wenn er all das studieren kann, was Jesus gemacht hat, wenn er den Erlösungsplan noch viel besser verstehen kann, er wird Jesus immer noch näher kommen. Ellen White sagt: Himmel ist ein konstantes Näherkommen zu Gott durch Jesus Christus. Näher, noch näher.

[1:01:28] Johannes ist gestorben, aber hinterlässt ein Werk, das einzigartig ist. Und vielleicht das einzigartigste an seinem Werk sind nicht die Johannesbriefe, oder nicht einmal die Offenbarung. In der Offenbarung beschreibt er all die großen Dinge und wir lieben sie zu studieren, aber ich glaube, es gibt ein Buch, das vielleicht noch wertvoller ist als die Offenbarung. Das ist das Johannesevangelium.

[1:01:54] Ich habe gestern Abend mit Bär darüber gesprochen, das ist meine persönliche Spekulation. Ich glaube, im Himmel wird es kein anderes Buch geben, das so oft als Beweis oder als Quelle, als Ursache angegeben wird, warum Menschen im Himmel sind, als das Johannesevangelium. Denn im Johannesevangelium hatte sich Johannes überlegt, ganz am Ende seines Lebens, ihr wisst nicht genau, ob vor oder nach der Offenbarung, spielt keine Rolle. Er hatte sich überlegt, als die zweite und dritte Generation von Christen kam, die zwar Matthäus und Markus und Lukas hatten, die die Geschichten kannten, aber die die Person Jesus nicht selbst erlebt haben.

[1:02:24] Er hat sich überlegt, welche Geschichten, die in Matthäus und Markus und Lukas nicht stehen, kann ich noch aufschreiben, damit sie Jesus so gut wie möglich kennenlernen. Er fängt an: Im Anfang war das Wort, er berichtet von Nikodemus, er berichtet von der Frau am Jakobsbrunnen, er schreibt Sätze wie von Jesus: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Oder: Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. Wir sahen seine Herrlichkeit, voller Gnade und Wahrheit, übertrifft sich mit Ausdrücken. In seinen Briefen hat er geschrieben: Gott ist die Liebe.

[1:02:54] Und jetzt sagt er: Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Ich glaube, kein anderes Buch, nicht mal der Römerbrief, wird so viele Menschen in den Himmel gebracht haben, wie diese einfachen, simplen, unendlich tiefen Aussagen, die Johannes getroffen hat.

[1:03:14] Und weißt du, was das Erstaunlichste ist? In Offenbarung schreibt dann auch: Ich, Johannes. Im Johannesevangelium kommt das Wort Johannes ganz oft vor, immer für den Teufel. Nicht ein einziges Mal für sich. Er schreibt höchstens von dem Jünger, den Jesus liebte, den Jünger dies und jenes. Er hat sich selbst so aus den Augen verloren, dass alles, was er sieht, Jesus ist. Jesus, Jesus.

[1:03:43] Leute lesen Hamlet und preisen Shakespeare. Leute lesen Faust und preisen Goethe. Aber wenn Leute das Johannesevangelium lesen, preisen sie nicht Johannes. Sie preisen Jesus. Jesus.

[1:04:00] Näher, noch näher. Möchtest du noch näher zu Jesus kommen? Noch näher zu Jesus. Ich kann euch sagen, ihr Lieben, ich möchte noch näher zu Jesus. Und wenn es euer Wunsch ist, dann lasst uns, wenn wir jetzt das Lied singen, näher, stets näher, die Worte mit mehr Bedeutung singen, als sie beim ersten Mal gesungen haben. Amen.


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