In dieser Predigt von Christopher Kramp geht es um die symbolische Bedeutung der sieben Posaunen in der Offenbarung. Er erklärt die Struktur der Posaunen und wie sie sich auf historische Ereignisse beziehen, insbesondere auf den Fall Roms und die Entstehung des Papsttums. Ein zentraler Punkt ist die christozentrische Auslegung der Prophetie, bei der Jesus im Mittelpunkt steht. Die Predigt beleuchtet auch die Verbindung zwischen den Posaunen und dem Evangelium sowie die Rolle von Krieg und Gesetz in Gottes Heilsplan.
Die 7 Posaunen: 2. “Der Engel am Altar” – Jesus und das Evangelium in den Posaunen
Christopher Kramp · Die 7 Posaunen ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, OffenbarungWeitere Aufnahmen
Serie: Die 7 Posaunen
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Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat! Heilig, heilig, heilig, singen Engel, Tausende, Zehntausende jetzt in diesem Moment und schauen hier auf diesen Gottesdienst und wünschen sich, dass wir verstehen, die wir hier Gottesdienst feiern, dass unser Gottesdienst und ihr Gottesdienst verbunden sind. Ellen White sagt uns, wenn es eine Sache gibt, die durch das Studium der Offenbarung jedem ganz deutlich wird, dann, dass Erde und Himmel miteinander eng verbunden sind.
[1:05] Heute ist Sabbat. Wozu hat Gott den Sabbat geschaffen? Was war seine Intention mit dem Sabbat? Der Sabbat ist dazu da, primär um an die Schöpfung zu denken. Wer von euch hat sich gefreut über die Frühblüher, die man jetzt in den letzten Tagen gesehen hat? Ich habe Anfang der Woche mir eine Frage gestellt. Ich habe mich gefragt, wenn Frühblüher denken könnten, was würden die wohl denken, wenn sie so plötzlich aus der Erde kommen, so wunderschön sind, noch ein paar drei, vier schöne Blumen um sie herum und sie dann in die weite Welt hinausschauen. Fast keine anderen Blumen. Alles noch relativ düster grau. Sie gucken zu den Bäumen und denken, da müssen noch Blätter sein, oder? Alles ohne Blätter. Und dann kommt der Sturm, wirren Franz und schüttelt sie noch durch. Und vielleicht, wenn ein Frühblüher denken könnte, vielleicht würde er sagen: Ich bin hier völlig fehl am Platz. Ich bin doch eine blühende Blume. Ich bin doch dafür da, dass, also wenn ich blühe, warum blüht nichts anderes um mich herum? Aber wir schauen uns den Frühblüher an und denken gar nicht so, oder? Wir sehen nicht den blühenden Frühblüher und denken: Meine Güte, der passt hier gar nicht ins Bild. Wahrscheinlich hat er sich vertan. Wir wissen, der Frühblüher ist ein Vorbote für das, was kommt. Vielleicht bist du auch ein Frühblüher. Vielleicht hat Gott dir Dinge in seinem Wort offenbart. Du hast eine Beziehung zu ihm. Du brennst für die Mission und du fragst dich: Warum gibt es nicht andere, mehr in meiner Heimatgemeinde? Warum gibt es nur so wenige von uns? Wo ist denn der ganze Rest? Müssten wir nicht als ganze Gemeinde, müssten wir nicht blühen und müssten da die Bäume nicht voller Blätter sein? Manch einer ist manchmal deprimiert, wenn er selbst blüht und um sich herum sieht es eher grau aus und die Sturmwinde wehen. Es gibt keinen Grund, nicht den geringsten Grund, deprimiert zu sein. Wenn du ein Frühblüher bist, wenn du schon blühst, dann nur deswegen, weil Gott schon anfängt, seinen Geist auszugießen. Und wir wissen, es kommt noch viel mehr. Verzweifle nicht darüber, wenn nicht jeder Baum schon Blätter hat, von dem du meinst, er müsste Blätter haben. Sei ein Frühblüher für Jesus. Amen.
[3:47] Nun, die sieben Posaunen der Offenbarung. Wer von euch hat sich gefreut, die sieben Posaunen zu studieren? Ich bin so gespannt. Ich konnte die Nacht fast gar nicht schlafen. Ich sage euch warum: Als der Jorn und ich uns das überlegt haben, wir wollen ein Symposium machen über die sieben Posaunen, da hatten wir drei Missstände diagnostiziert. Erstens, die meisten studieren die Posaunen überhaupt nicht. Zweitens, diejenigen, die die traditionelle Auslegung der Posaunen haben, weil sie an Ellen White festhalten, die haben oft katastrophale historische Begründungen, dass man sich wünscht, kein Gast, der das hört, schaut man auf Wikipedia die Daten nach oder die Begründung. Und diejenigen, die neue Auslegungen geben, die gehen oft so, wie soll ich sagen, so oberflächlich mit Ellen White und so oberflächlich mit der alten Auslegung um, dass man sich fragt: Habt ihr gar keinen Respekt vor unseren Pionieren? Wir haben drei Anliegen: Erstens, dass jeder Einzelne von euch anfängt, sich für Prophetie zu interessieren, auch wenn sie noch nicht so hundertprozentig klar ist. Zweitens, dass diejenigen, die in der traditionellen Auslegung bisher festgehalten haben, sehen, es gibt bessere Begründungen, als sie bisher in unseren Büchern stehen. Und drittens, dass diejenigen, die sagen, wir wollen aber eine andere Auslegung haben, dass sie etwas haben, woran sie sich abarbeiten können. Und weder Jorn und ich haben den Anspruch, dass das, was wir hier sagen, der Weisheit letzter Schluss ist, sondern wir wollen einfach euch animieren. Und alle, die das später anschauen werden, animieren dieses Thema mal wieder in den Vordergrund zu rücken, etwas mehr darüber nachzudenken, wie unsere Pioniere, oder? Unsere Pioniere haben auch Prophetie studiert und das war nicht immer fertig, sondern sie haben Schritt für Schritt aufgebaut und was wir euch präsentieren, ist das, wie weit wir bisher gekommen sind und wir sind offen für Kritik, offen für Verbesserungen. Aber was wir brauchen, ist ein Studiermodus hier in unserem Kopf. Eine Idee, dass wir sagen, wir wollen es besser verstehen, so wie Jorn gestern gesagt hat. Wenn wir einfach nur das akzeptieren, was in den Büchern steht und nie selbst darüber nachdenken, dann geht es schnell verloren.
[6:10] In dem Sinne wollen wir uns heute den sieben Posaunen zuwenden und bevor wir das tun, wollen wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns zu dir rufst und dass du uns diesen Sabbat schenkst. Herr, wir sind nur ganz gewöhnliche Menschen. Dein Wort ist viel größer, als dass irgendjemand das umfassend verstehen könnte, aber du hast uns deinen Heiligen Geist gesandt, um es zu erklären. Du hast deine Engel gesandt, um uns zu helfen. Wir möchten die Verheißung in Anspruch nehmen, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt und dass diejenigen, die bei dir sind und mit dir leben, auch die Geheimnisse des Reiches Gottes verstehen können. Herr, wir möchten dich bitten, dass wir vor allem eine klare und deutliche Evangeliumsbotschaft in dem verstehen, was wir lesen werden und dass du uns die Augen öffnest, dass du uns ansprichst und dass wir wieder lernen, echte Prophetiestudenten zu sein, so wie unsere Pioniere das Werk angestoßen und vorangebracht haben. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass wenn du ganz gewöhnliche Menschen damals benutzt hast, die gemeinsam studiert haben, du heute ganz gewöhnliche Menschen benutzen kannst, um dein Werk voranzubringen, weil es deine Botschaft ist und dein Heiliger Geist und deine Bibel. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.
[7:57] Die sieben Posaunen heute, morgen der Engel am Altar, Jesus und das Evangelium in den Posaunen. Wer von euch hat vielleicht in der Woche oder gestern Abend mal einfach den kompletten Text von Offenbarung 8, Vers 2 bis 11, 19 nochmal einfach durchgelesen? Gibt es ein paar? Noch einige? Was ihr machen könnt heute, um der Predigt folgen zu können, schlagt eure Bibel auf zu Offenbarung 8 bis 11. Alle Texte, die außerhalb sind, werden an der Leinwand angeschrieben sein, aber vielleicht könnt ihr so in Kapitel 8, 9, 10, 11 so ein bisschen hin und her blättern, damit wir so einen Überblick bekommen. Vieles wird auch an der Leinwand sein, manches nicht, dass ihr so einen Eindruck bekommt, wo das in eurer Bibel ungefähr ist.
[8:51] Das Erste, was wir machen wollen, ist, wir wollen jetzt mal eine Übersicht haben, denn ich glaube, für die allermeisten von uns sind die sieben Posaunen mehr oder weniger wie ein unbekannter Dschungel. Wir müssen erst mal ein bisschen die Karte zeichnen, wir müssen erst mal so ein bisschen den Wald sehen, bevor wir die Bäume untersuchen. Und deswegen möchte ich euch ganz kurz so eine kurze Übersicht geben, die uns dann durch das Symposium begleiten wird. Die sieben Posaunen beginnen nicht in Offenbarung 8, Vers 1, das gehört noch zu den Siegeln, vergesst das, das ist falsche Kapiteleinteilung, sondern in Vers 2. Offenbarung 8, Vers 2, da geht's los. Und das Erste, was wir haben, ist eine kleine Einleitung. Vers 2 bis 6 sind die Einleitungen in die komplette Posaunenvision. Wir haben das heute schon gehört in der Zeltstunde, dass die meisten Offenbarungsvisionen eine Einleitung haben. Offenbarung 1 ist die Einleitung zu den sieben Gemeinden, Offenbarung 4 und 5 ist die Einleitung zu den sieben Siegeln. Und diese Einleitung ist oft im Himmel, so auch bei den Plagen, da haben wir eine Einleitung im Himmel gesehen und dann die Plagen. Auch hier haben wir eine Einleitung im Himmel, die ist relativ kurz, ihr seht, das sind nur fünf Verse, sehr gedrängt, aber wichtig. Dort im Himmel sind entscheidende Dinge, die dann auf die Erde sich auswirken, also Einleitung im Himmel. Danach kommt ab Vers 7 die ersten Posaunen, könnt ihr sehen, Vers 7 die erste, Vers 8, 9 die zweite, 10, 11 die dritte, 12 die vierte. Also relativ kurz, immer ein Vers oder zwei Verse, erste, zweite, dritte, vierte Posaune. Danach kommt ein Vers, der mehr ein Überleitungsvers ist, das ist Vers 13. In Vers 13 heißt es, das können wir mal gemeinsam lesen, in Offenbarung 8 und dort Vers 13, dort steht: "Und ich sage: Heute ein Engel oder nach anderen Übersetzungen ein Adler, der in der Mitte des Himmels flog und mit lauter Stimme rief: Achtung, wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Posaunenschlüsse der drei Engel, die noch in die Posaune stoßen sollen." Also wir haben Posaune 1, 2, 3, 4 und dann kommt so ein Engel oder Adler und sagt, es kommen noch drei und weil da noch drei Posaunen kommen, deswegen wehe, wehe, wehe. Die Idee ist, dass die letzten drei Posaunen so ein Wehe darstellen, drei Wehe, drei Posaunen. Dementsprechend kommt jetzt die fünfte Posaune, die ist länger, sind zwölf Verse und am Ende der fünften Posaune seht ihr, das erste Wehe ist vorüber, in Vers 12. Das erste Wehe ist vorüber, es kommen noch zwei Wehen. Also wir können sehen, fünfte Posaune, das erste Wehe und demzufolge können wir schon schlussfolgernd, das zweite Wehe wird die sechste Posaune sein. Jetzt die sechste Posaune ist noch länger, wenn man jetzt sucht, wann heißt es, das war das zweite Wehe, dann ist das nicht mal in Kapitel 9, sondern wir gehen weiter bis 11 Vers 14. Dort heißt es jetzt: "Das zweite Wehe ist vorüber." Könnt ihr das sehen? Das heißt, der ganze Rest von Kapitel 9 und Kapitel 10 und Kapitel 11 bis Vers 14 ist die sechste Posaune.
[11:54] Jetzt werdet ihr sagen: Moment mal, Offenbarung 10 kenne ich doch. Oder kennt ihr Offenbarung 10? Was ist Offenbarung 10? Worum geht es in Offenbarung 10? Da geht es um die Adventbewegung, oder? Das setze ich jetzt einfach mal voraus, das werden wir auch heute hier nicht mehr im Detail studieren, weil ich denke, das habt ihr alle gehört, schon oft gesehen. Wenn nicht, könnt ihr es im Großen Kampf noch mal nachlesen oder auch in zahlreichen Vorträgen auf joelmedia.de. Offenbarung 10 ist uns bekannt, da geht es um die Adventbewegung. Und auch Offenbarung 11 kennen wir, denn da geht es um die Französische Revolution. Oftmals wird gesagt, dass diese beiden Kapitel Einschübe sind, dass sie quasi einfach so eingeschoben sind. Das stimmt schon, die sind so ein bisschen extra für sich, aber sie sind eingeschoben, worin? Sie sind eingeschoben in die sechste Posaune. Das ist ein bisschen ähnlich wie, erinnert euch an die Siegel vielleicht, da kommt das sechste Siegel, da heißt es: "Wer kann bestehen?" und dann kommt dieser Einschub mit den 144.000. Aber dieser Einschub ist nicht einfach irgendwo, sondern der gehört zur Geschichte. Das ist ungefähr so, als ob Johannes sagen will: Erste Posaune, zweite Posaune, dritte Posaune, vierte Posaune, Achtung, jetzt kommen drei ganz wichtige Posaunen. Fünfte Posaune, sechste Posaune, dazu muss ich euch mehr erklären zur sechsten Posaune, Offenbarung 10, Offenbarung 11. Das heißt, was wir hier schon sehen können, ist, dass die sechste Posaune Dinge beinhaltet, die wir schon kennen. Die helfen uns, das hilft uns nachher bei der Auslegung. Die Adventbewegung und die Französische Revolution gehören zur sechsten Posaune. Weil das oft nicht gesehen wird, sind viele Leute schon an der Stelle verwirrt und ich werde das gleich später noch erklären.
[13:32] Das Ende dann in Offenbarung 11, Vers 15 und 19 mit der siebten Posaune, die habe ich groß gemacht, weil hier plötzlich wieder der Kontakt zum Himmel ist. Da hört man Stimmen im Himmel, man sieht die 24 Ältesten, die vier lebendigen Wesen, man sieht Gott Vater und Christus, wie sie gekrönt werden. Hier ist plötzlich eine Verbindung zwischen Erde und Himmel, das ist das große Finale. Das heißt, eigentlich ist das Ziel der Posaune nicht jetzt einfach die erste, zweite, dritte, vierte oder fünfte, sechste, sondern das Ziel der Posaune ist die siebte Posaune und um die soll es heute natürlich auch noch besonders gehen. Also merkt euch das, das werden wir immer wieder sehen, das ist die Struktur der Posaune und wir werden dann im Laufe des Tages immer wieder in bestimmte Sachen so reinzoomen, um das genauer zu verstehen.
[14:26] Gut, Frage: Was ist die allererste Frage, die man als Bibelstudent jetzt stellen sollte? Was ist die erste Frage, die jeder von euch jetzt haben sollte? Was ist die erste Frage, die man haben sollte? Wo sind wir? Interessant, es gibt noch eine bessere Frage als die, aber die ist auch gut. Das ist auch so, wo sind wir? Das ist eine viel wichtigere Frage. Ja, ist auch wichtig, das ist eine wichtige Frage. Die wichtigste Frage überhaupt: Wo ist Jesus? Ja, wo ist Jesus? Denn wenn ich weiß, wo Jesus ist, dann habe ich schon mal einen Anker, oder? Wo ist Jesus in den Posaunen? Denn über Jesus wissen wir ein bisschen was, oder? Wir kennen ihn schon und wenn wir Jesus gefunden haben, dann ist das wie ein Anker. Nun, wir suchen Jesus dort, wo er auch wirklich eindeutig zu finden ist. Ja, also nicht so über fünf Ecken, so im Sinne von: Der Fluss Euphrat ist erwähnt und der Euphrat ist Wasser und Jesus ist das Wasser des Lebens, deswegen steht der Fluss Euphrat für Jesus. Das meine ich nicht, sondern Stellen, wo wirklich man sagen kann: Eindeutig, da ist Jesus. Und es gibt drei Abschnitte in den Posaunen, wo wir eindeutig sagen können: Hier ist Jesus. Hier ist die erste: In der Einleitung, da sehen wir Jesus, da spricht es von diesem anderen Engel. Wir schauen uns gleich noch die Verse genauer an, in Vers 3 und 5. Dort ist Jesus als unser Hoher Priester am Altar. Da können wir mal einen Anker setzen. Ja, Jesus am Altar, am Räucheraltar im Heiligtum für uns und es wird gebetet und die Gebete steigen zu ihm auf. Okay.
[16:04] Das zweite Mal, wo wir Jesus eindeutig finden, ist in der Adventbewegung, nicht wahr? In Offenbarung 10, denn dort kommt Jesus als ein Engel vom Himmel herab und er ist bekleidet mit verschiedenen Attributen, unter anderem scheint sein Angesicht wie die Sonne. Und wir wissen aus der Bibel, dass wenn, dass als Jesus verklärt worden ist und auch in Offenbarung 1, da scheint sein Angesicht wie die Sonne. Es ist Jesus, der dieses Büchlein dort bringt. Es ist Jesus, der die Adventbewegung ins Leben ruft, oder? Seid ihr damit alle einverstanden? Also wir haben Jesus in der Einleitungsszene, wir haben Jesus in diesem Zusatz oder dieser Erweiterung der sechsten Posaune und das dritte Mal haben wir Jesus, also hier haben wir diesen starken Engel, Offenbarung 10, genau, kommen wir später noch zu, und das dritte Mal haben wir Jesus in der siebten Posaune, also ganz am Ende, wo es dann heißt hier: "Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus teil geworden. Er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit."
[17:08] Frage: Das war jetzt noch nicht schwer zu verstehen, oder? Jeder von uns kann einfach durch Lesen dieser Texte, wenn ihr Zeit genommen hättet, sehen: Hier ist Jesus in der Einleitung, hier ist Jesus in der Adventbewegung und hier ist Jesus in der siebten Posaune. Jetzt haben wir eigentlich schon die ganz große Linie. Alles andere ist nur noch Ausfüllung, denn was wir wollen, wir wollen jede Prophetie christozentrisch auslegen. Jesus muss im Zentrum aller Auslegungen sein. Wenn ihr Bibelauslegungen, Prophetieauslegungen hört, wo es tonnenweise Material gibt, aber Jesus kommt kaum vor, lest gar nicht durch. Kann gar nicht richtig sein. Jesus ist im Zentrum.
[17:49] Nun, das heißt, wir haben Jesus dreimal. Wir haben einmal in der Einleitung, welche Funktion hat er hier in Offenbarung 8, haben wir schon gesagt. Welche Funktion hat er hier? Er ist Priester, Hoher Priester. Welche Funktion hat er hier in Offenbarung 7, in der siebten Posaune, haben wir gerade gelesen. Er wird König. Jetzt denkt mal scharf nach: Er ist Priester, in der siebten ist er König. Da sieht man eine Entwicklung, oder? Da ist er Priester am Anfang, hier am Ende ist er König und dazwischen kommt er zur Erde mit einer Botschaft. Er ist Priester, dann kommt er irgendwann zur Erde, bringt eine Botschaft und dann wird er König. Das ist der große Rahmen und wir werden das jetzt gleich noch genauer untersuchen.
[18:40] Nun, die nächste Frage, die wir uns stellen wollen, ist: Was sind eigentlich Posaunen? Ja, das geht ja um die sieben Posaunen. Heute gibt es ja Tenorposaunen, Altposaunen, Bassposaunen, Kontrabassposaunen. Es gibt Trompeten in B, C, D, E. Es gibt alle möglichen Posaunen. Es gibt Tuben, es gibt Waldhörner, Wagnertuben. In der Antike waren die damals nicht so differenziert. Das könnt ihr daran erkennen, dass in manchen Übersetzungen gar nicht Posaunen steht, sondern im Englischen steht zum Beispiel, weiß es jemand? Trumpets, Trompeten. Und ich glaube, die neue Luther sagt sogar Hornbläser. Also kein Unterschied zwischen Horn und Trompete und Posaune, weil es gab keine Ventile, es gab keine Züge, es war immer nur so ein langes Ding. So sah das nämlich aus. Das griechische Wort an der Stelle ist Salpings. Und die Salpings war ein griechisches Blasinstrument. Und hier haben wir so eine Vase aus der archaischen Zeit, da sieht man das. Es war aus Bronze gemacht und ungefähr einen Meter lang, ein bisschen kürzer oder länger. Und interessanterweise sagen uns fast alle antiken Quellen, diese Instrumente waren nicht zu musizieren, sondern fürs Militär als Signalinstrumente. Das lag daran, wenn du keine Ventile hast und wenn du keine Züge hast, dann ist der Umfang der Töne eher begrenzt. Man kann schon auch Signale geben, aber die Höhe, man spielt, ist für uns als Hörer auch nicht wahr. Und so zu musizieren mit Orgel und Klavier und so weiter sind so Ventile schon ganz gut. Die Griechen und auch die Römer haben die Blasinstrumente, diese Blechblasinstrumente, immer nur für Krieg als Signal und so für Versammlungen genutzt. Die Römer nannten das dann Tuba, das gleiche Ding, also noch nicht so dick wie die hier. Da kommt aber unser Wort her, Tuba. Die Etrusker nannten das Lituus und so weiter. Es gab verschiedene Namen, immer dieselbe Idee, ein Signalinstrument, das vor allem für Krieg verwendet wird. Und ja, genau, habt ihr noch ein Bild hier, diesmal aus der Zeit kurz bevor Johannes das geschrieben hat, im ersten Jahrhundert vor Christus?
[20:46] Diese Idee gibt es auch im Alten Testament. Da heißt es natürlich dann nicht Salpings oder Tuba, sondern dort finden wir auch so Lärmtrompeten und Hörner, die verwendet werden für die Versammlung des Volkes und für den Krieg. Man hat oft dann die so aus Silber oder so gemacht, aber manchmal hat man auch Naturmaterialien verwendet, was die Natur einem gibt. Wie nennt man diese Instrumente, die so quasi von Natur schon Instrumente sind? Die Schofarhörner, ja, da haben wir sie wieder, genau. Und wenn man ein kleines Studio macht, wo die so vorkommen, ist es sehr interessant. Eine der ersten großen Szenen, wo Schofarhörner vorkommen, ist der Berg Sinai. Als Gott die zehn Gebote sprechen will, heißt es, da war ein sehr lauter Schall von Schofarhörnern und am Sinai, da ging es um die zehn Gebote, richtig? Da ging es um das Gesetz Gottes, da ging es um seine Offenbarung.
[21:38] Weiter finden wir die Posaunen auch in einem eigenen Fest. Es gab das sogenannte Fest der Posaunen. Kurz vor dem Versöhnungstag, da gab es ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung. Das heißt, die Posaunen oder Hörner oder Trompeten waren auch mit dem Heiligtum als solches verknüpft. Merkt euch das, es geht um das Gesetz Gottes, es geht um das Heiligtum. Das ist deswegen interessant, weil wir haben ja Jesus wo gesehen? Im Heiligtum als Hohepriester. Weiter haben wir dann auch am Tag der Versöhnung selbst, am großen Versöhnungstag, sollt ihr ein Schofarhorn durch euer ganzes Land erschallen lassen. Auch bei vielen anderen Festen, immer wenn irgendwas Besonderes war im Heiligtum, da wurde das Schofarhorn geblasen. Also die Hörner, die Trompeten waren immer verknüpft mit dem Heiligtum und dadurch auch mit der Bundeslade.
[22:31] Außerdem heißt es hier vor diesen zwei silbernen Trompeten, die den Zweck hatten, die Gemeinde zusammenzurufen und die Herlage aufbrechen zu lassen. Also mit anderen Worten, das war ein Signalinstrument, damit die Gemeinde wusste, wir gehen vorwärts oder wir halten an. Es waren Instrumente, die der Gemeinde helfen sollten, sich vorwärts zu bewegen auf dem Weg ins gelobte Land. Und ich glaube, das ist eine Grundfunktion auch der Posaunen in der Offenbarung, werden wir gleich noch sehen.
[22:58] Dann heißt es hier: "Wenn ihr in die Schlacht zieht in eurem Land gegen euren Feind, der euch bedrängt, so sollt ihr Lärm blasen mit den Trompeten." Die Idee ist, die Posaunen, die Trompeten haben immer was auch mit Krieg zu tun, mit Militär. Und da gibt es dann etliche Beispiele. Das bekannteste ist das Beispiel von Jericho und den sieben Posaunen. In Josua 6 finden wir sieben Priester mit sieben Posaunen, die um die Stadt ziehen. Ihr kennt die Geschichte, oder? Und die blasen die Posaunen. Und interessanterweise, wenn man das studiert, da sieht man die sieben Priester mit sieben Posaunen. Und hinter ihnen, wer läuft hinter ihnen? Das Volk auch, aber direkt hinter ihnen die Bundeslade. Man sieht also sieben Posaunen, gefolgt von einer Bundeslade. Und in Offenbarung sieht man genau dasselbe. Dort sieht man sieben Engel, die ja auch am Heiligtum dort wirken. So quasi Priester, nicht Hohepriester, aber so Priester. Die haben auch sieben Posaunen. Und wenn man die jetzt anschaut, erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, siebente und ganz ans Ende geht, an den allerletzten Vers, nachdem die siebte quasi erwähnt wird. Weiß jemand von euch, was in Vers 19 steht, von Offenbarung 11, Vers 19? Was finden wir dort? Könnt nachschauen, in Offenbarung 11, Vers 19, ganz am Ende. Was steht dort? "Da wurde die Lade seines Bundes gesehen." Erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, siebente Posaune, Bundeslade. Das heißt, die Art und Weise, wie die Posaunen geschrieben sind, soll uns an Jericho erinnern.
[24:27] Interessanterweise, weiß jemand noch, was bei Jericho passiert ist, als sie das siebte Mal herumgereist sind, am siebten Tag? Genau, bevor sie das gemacht haben, wie oft sind sie am siebten Tag gegangen? Sieben Mal, also in Jericho ist es so gewesen: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Tage und am siebten Tag sieben Mal. Und es gibt viele gute Gründe, zu glauben, dass die sieben Plagen, die wir heute studiert haben, quasi in der siebten Posaune quasi sich dann erfüllen. Also erste Posaune, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, siebte Posaune und da drin eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Plagen. Das so als Idee für euch.
[25:08] Es gibt mehr Texte, die zeigen, dass Posaunen immer was mit Krieg auch zu tun haben. Ich gebe ein paar Beispiele: Ehud zum Beispiel, er blies in ein Schofarhorn und die schlugen die Moabiter zu jener Zeit, das Volk kam zusammen, um Krieg zu führen. Oder Gideon, er stieß in ein Schofarhorn und dann gab er auch seinen 300 Mann Armee Schofarhörner in die Hand. Ihr kennt die Geschichte, das ging auch schlecht für die Feinde aus. Bei Saul heißt es, Saul ließ im ganzen Land das Schofarhorn blasen und das war, als sie einen Sieg errungen haben über die Philister. Oder hier haben wir Abija in einem Bürgerkrieg zwischen Israel und Juda, da heißt es, seine Priester und die Lärmtrompeten, um gegen euch Lärm zu blasen, da sagen also die eine Armee sagt zur anderen: Bei uns sind die Lärmtrompeten, wir blasen Krieg gegen euch. Posaunen haben etwas mit Krieg zu tun.
[26:02] Auch im Neuen Testament interessanterweise, da sagt Paulus: "Ebenso auch, wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?" Also die Implikation ist, wenn die Posaune richtig bläst, was geschieht? Dann fangen Leute an zu sagen: Wir müssen in den Krieg. Die Posaune gibt das Signal für Krieg.
[26:18] Nun, wer oder was sind die Feinde Gottes in der Prophetie? Ich denke, das wisst ihr. Daniel 7 zeigt uns, welche Mächte es sind, die untereinander Krieg führen und die gegen Gottes Volk Krieg führen und die Gott im besonderen Fokus der Prophetie hat, um zu zeigen, wie es mit dem Heilsplan vor sich geht. Weiß jemand noch, von euch, für wen der Löwe steht? Der Löwe steht für Babylon und der Bär steht für Persien und der Panther hier steht für Griechenland und das schreckliche Tier steht für Rom. Das sind so traditionell die Feinde Gottes, sozusagen, die durch Kriege besiegt werden in Daniel und dann kommt noch ein kleines Horn. Das spielt dann auch noch eine Rolle. Weiß jemand noch, in Daniel 7, wie diese Tiere entstehen? Wo kommen die her? Aus dem Meer und wodurch kommen die aus dem Meer hervor? Durch Wind und der Wind steht für Krieg. Okay, sehr gut.
[27:28] Also wir sehen in Daniel 7, wie dort verschiedene Mächte miteinander Krieg führen und sie dann beschrieben werden. Aber was wir dann sehen, ist interessanterweise, dass am Ende von Daniel 7 Jesus Christus zum König gemacht wird. Könnt ihr euch daran erinnern? In Daniel 7 haben wir Babylon, Persien, Griechenland, Rom, kleines Horn. Die führen alle untereinander Krieg. Beschrieben Alexander den Großen und die vier Diadochen und die Einnahme Babylons und all das. Aber am Ende der Prophezeiung sind wir plötzlich im himmlischen Heiligtum und Jesus wird zum König gegründet. Was würdet ihr jemandem sagen, der sagt: Weil am Ende von Daniel 7 es um Jesus geht und das Evangelium, deswegen kann es ja vorher nicht um irdische Kriege gehen? Wäre das eine sinnvolle Idee? Nein, das ist totaler Unsinn. In Daniel 7 akzeptieren alle Adventisten, dass es eine ganze Prophezeiung lang um weltliche Kriege zwischen bestimmten Mächten geht und trotzdem am Ende es um Jesus geht. Nur wenn es zu den Posaunen kommt, ist eines der größten Argumente, das man immer hört, in der alten Auslegung geht es um Kriege und die Germanen und Hunnen und so weiter. Das ist ja so fleischlich, wie der Johannes gestern schon gesagt hat. Sollte es nicht überall nur um das Evangelium gehen, um so Philosophie dafür und dagegen. Aber in Daniel 7 haben wir exakt dieselbe Grundgeschichte sozusagen und Daniel 7, das Ende, ist sehr identisch mit der siebten Posaune. Denn in Daniel 7 heißt es am Ende, dass wenn Jesus zu dem Vater kommt, ihm wurde Herrschaft, Ehre, König verliehen und alle Völker, Stämme und Sprache dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft und auch in der siebten Posaune, ganz am Ende, sehen wir dieselbe Idee: "Die Königreiche der Welt sind unserem Herrn und seinem Christus zuteil geworden. Er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit."
[29:18] Das Evangelium ist nicht so weltabgewandt, wie wir das immer denken. In Daniel 7 ist die Idee: Ein Weltreich nach dem anderen kämpft miteinander. Es gibt blutige Schlachten und alles geht drunter und drüber. Aber dann kommt Christus und er wird der reale König der Welt. Er übernimmt die Königreiche der Welt. Die Geschichte der Posaune ist letztendlich genau dasselbe, nur auf einer verkürzten Ebene. Da gibt es Kriege zwischen verschiedenen Mächten, weltliche Kriege und am Ende kommt aber Christus, der König wird und die Königreiche der Welt ihm gehören. Es gibt also aus dieser Sicht keinen Grund, warum die ersten Posaunen nicht tatsächlich über Kriege in dieser Weltgeschichte sprechen sollen.
[30:08] Nun, manch einer wird vielleicht dabei sagen: Ja, lass mich ganz kurz hier mal, ihr seht die Präsentation gut, ne? Ja, gut, irgendwas ist hier beinahe verkehrt. Mancher wird sagen: Aber sind das nicht trotzdem zwei verschiedene Ebenen? Das eine ist so die Weltgeschichte und das andere ist das Evangelium. Hat denn das Evangelium wirklich was mit Krieg zu tun? Ihr Lieben, das Evangelium, ich frage euch anders: Wo kommt zum ersten Mal in der Bibel ein Evangelium vor? Wofür wird das erste Evangelium? 1. Mose 3, Vers 15, wie heißt es dort? "Ich will Feindschaft setzen." Wie nennt man das, wenn jemand sagt: Ich will Feindschaft setzen? Kriegserklärung. Im Hebräischen ist das sogar das erste Wort. Feindschaft will ich setzen, sagt Gott. Gott kommt und sagt dann zum ersten Mal das Evangelium. Das erste Wort im Evangelium, das Gott jemals ausgesprochen hat, ist das Wort Feindschaft. Feindschaft will ich setzen. Das Evangelium ist eine Kriegserklärung, nicht an den Sünder, sondern an den Satan und die Sünde. "Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen."
[31:17] Oft in der Bibel sind die Kriege, die realen Kriege der Weltgeschichte und auch der Heilsgeschichte, Illustrationen für das Evangelium. Ich gebe euch ein Beispiel: In 5. Mose geht das los mit Kriegen gegen die Kanaaniter, oder? Da wird beschrieben, wie der Og von Baschan besiegt wird und wie Sihon besiegt wird. Da wird beschrieben, wie die Israeliten das Land Kanaan einnehmen, als Illustration, wie Menschen die 10 Gebote halten können. Denn da heißt es immer: "Darum höre, Israel, der Herr ist dein Gott, du sollst den Herrn lieben, von ganzem Herzen." Immer wieder werden die Kriege der Bibel benutzt, als Illustration für das Evangelium. Ich glaube, das ist etwas, was wir nicht so oft bedenken. Wir fragen uns immer: Warum ist die Bibel voll von Kriegsgeschichten, oder? Selbst die Kriege, die nicht mit Israel zu tun haben. Zum Beispiel erinnert euch, dass die Perser Babylon erobert haben, oder Kyrus. Auch das wird in der Bibel als eine Lektion dargestellt, als ein Gleichnis für das Evangelium. Und so sollten wir die Dinge nicht zu sehr trennen.
[32:22] Jesus kam nach 1. Johannes 3, Vers 8, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Das heißt, eines der Grundanliegen von Jesus ist es, Krieg zu führen, gegen den Satan, gegen die Sünde. Und wenn wir das Evangelium richtig verstehen wollen, müssen wir verstehen, dass Jesus einen Krieg führt. Deswegen finden wir im Alten Testament viele messianische Prophezeiungen, die den Eindruck erwecken, Jesus kommt als ein König, der siegt. Und die Juden haben das gelesen und haben gedacht, Jesus kommt als ein König, der siegt. Gegen wen soll er siegen? Gegen die Römer. Aber er hat einen größeren Feind. Er ist ein realer Feind. Er ist ein realer Krieg. Und in diesem Sinne sehen wir das Gleiche dann auch in den Posaunen.
[33:16] Vielleicht ist das auch ein Hinweis darauf, warum es am Berg Sinai Schofarhörner gab. Wofür sind die Schofarhörner? Krieg. Da war ja auch ein Feuer, das bis in den Himmel brannte, oder? Wofür steht das Feuer in der Bibel? Das Feuer in der Bibel ist ein Symbol für Gottes Liebe und den Heiligen Geist, der die Liebe Gottes mit sich bringt. Ich habe immer schon gesagt, Sinai ist eine Liebeserklärung gewesen, oder? Gott hat sich offenbart. Er wollte seinen Charakter offenbaren. Er wollte einen Bund mit seinem Volk eingehen. Es war eine Liebeserklärung. Aber ihr Lieben, ich glaube mittlerweile, Sinai war auch eine Kriegserklärung. Denn er erklärt durch die Schofarhörner Krieg gegen die Sünde. Der Sinai war eine Liebeserklärung an den Sünder und eine Kriegserklärung an die Sünde. Und die Israeliten haben das wahrscheinlich besser verstanden, als wir glauben. Aber weil sie sich mit der Sünde so sehr identifiziert haben, haben sie die Kriegserklärung an die Sünde als eine Kriegserklärung an sich selbst offenbart, also verstanden. Ich glaube, das ist der Grund, warum Menschen Angst vor Gott haben, weil sie seinen Krieg gegen die Sünde als einen Krieg gegen sich selbst verstehen, weil sie an der Sünde festhalten. Aber Gott unterscheidet zwischen Sünder und Sünde. Er liebt den Sünder, er hasst die Sünde und gleichzeitig erklärt er dem Sünder seine Liebe und der Sünde den Krieg. Und deswegen ist es nicht unverständlich, warum in den Posaunen verschiedene Kriegsgeschichten kommen, die mit der Prophetie zusammenhängen und am Ende Jesus Sieger ist über den größten Feind. Aber dazu gleich noch mehr.
[34:56] Jetzt also zur Einleitungsszene. Schauen wir uns die kurz ein bisschen genauer an. Also wir sind jetzt hier am Anfang und wir gehen jetzt hier in diese ersten Verse. Da heißt es in Vers 3: "Ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar. Der hat ein goldenes Räucherfass und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben." Warum wird Jesus hier als ein Engel dargestellt? Nun, wir haben verschiedene Beispiele in der Bibel, wo Jesus als ein Engel dargestellt wird. Jakob sagt zum Beispiel über Jesus, dass er der Engel ist, der ihn erlöst hat. Der Erlöser von Jakob ist ein Engel. Oder ihr erinnert euch an die Geschichte von Mose, der am brennenden Dornbusch jemandem begegnet und die Bibel sagt, es war der Engel des Herrn. Aber dann heißt er auch Herr mit Großbuchstaben und schließlich sogar Gott. Jesus, der sich hier am brennenden Dornbusch offenbart, ist ein Engel. Wir finden das immer und immer wieder. Ihr wisst ja auch, er wird ja auch Michael genannt. Er war der Erzengel. Was ist die Idee eines Engels? Warum heißt ein Engel Engel? Also was bedeutet Engel? Ein Bote.
[35:55] Also Jesus ist hier im Heiligtum und er hat eine Botschaft von wem an wen. Könnte denn seine Botschaft hier sein, die er im Heiligtum als Priester weitergibt? Ja, genau. Denn wir beten durch ihn zum Vater. Es sind unsere Gebete, die durch die Hände Jesu gehen, die er zum Vater weiterleitet. Es heißt hier: "Es war ihm viel Räucherwerk gegeben an dem Altar, das ist der Räucheraltar." Gut fest, wenn wir gleich noch dazu sprechen, ist der Räucheraltar, damit er es zusammen mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar darbringt. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du betest, gehen die Gebete nicht bis an die Zimmerdecke. Wenn du betest, gehen die Gebete bis in das Heiligtum, direkt zu Jesus, der sie dort darbringt. Der Räucheraltar stand im Heiligen und im Allerheiligsten. Im Heiligen. Der Paulus sagt zwar und er weiß das vom Salomonischen Tempel, dass von seiner Funktion nach, der zwar zum Allerheiligsten gehören würde, aber er muss im Heiligen stehen, weil ansonsten könnte man den täglichen Dienst dort nicht verrichten. Wenn Jesus am Räucheraltar steht, ist er dann im Heiligen oder im Allerheiligsten des himmlischen Heiligtums? Er ist im Heiligen und auch das wird oft nicht verstanden. Die Einleitungsszene der Posaunen beginnt damit, dass Jesus im Heiligen ist.
[37:37] Nun, hier haben wir Bibeltexte, die Gebet und Räucherwerk verbinden: "Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir, das Aufheben meiner Hände wie das Abendopfer." Und auch in Offenbarung 5 haben wir das Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen. Riecht Räucherwerk gut oder schlecht? Wenn man so Räucherwerk riecht, muss man sich die Nase zuhalten oder ist das eher etwas Angenehmes? Angenehmes, da riecht man gerne, oder? Also wenn Gott unsere Gebete hört, dann sagt er nicht: Ach du meine Güte, was wollen die denn? Er freut sich, es ist angenehm für ihn. Aber warum? Schaut mal hier, dieses Wort ist entscheidend. Es heißt hier: "Da wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es zusammen mit den Gebeten." Also es stimmt schon, das Räucherwerk steht für unsere Gebete, aber es sind nicht unsere Gebete einfach allein, sondern etwas wird zu den Räucher, zu den Gebeten hinzugeführt. Wenn ich bete, kommt mein Gebet zu Jesus, er nimmt das Gebet an und sagt: Okay, sehr gut, ich füge noch etwas hinzu und damit geht es zum Vater. Was ist das, was er hinzufügt, dass unsere Gebete so ungemein angenehm machen, dass Gott der Vater sagt: Solche Gebete mag ich gerne? Die Tatsache, dass Jesus für dich und für mich gestorben ist, ist ein lieblicher Geruch für Gott. Mit anderen Worten, ich bete: Herr, hilf mir in dieser Versuchung. Dieses Gebet kommt wie eine E-Mail zu Gott, zu Jesus. Er liest es, wir müssen ihm helfen. Er fügt noch hinzu: Anhang, Gottvater, denke dran, ich bin am Kreuz von Golgatha gestorben. Hier sind die Bilder. Sendet es weiter. Gott der Vater sagt: Ich muss es beantworten. Also, wenn wir beten, beten wir im Namen Jesu, beten wir niemals allein das, was wir beten. Wenn wir beten, dann fügt Jesus automatisch das hinzu, was er getan hat. Und wenn wir Gebetserfahrung haben, dann nicht deswegen, weil wir so lange gebetet haben, so toll gebetet haben und so intensiv unsere Knie durchgekniet haben, sondern weil Jesus unsere Gebete gut gemacht hat. Die Bibel sagt auch, dass der Heilige Geist hier noch umformuliert, nicht wahr, noch so eine richtige schöne Sprache, noch glättet, die ganze himmlische Grammatik verbessert und so weiter.
[40:03] Ihr Lieben, betest du? Und wenn du betest, mit welchem Bewusstsein betest du? Betest du einfach nur, weil es eine Pflicht ist oder betest du, weil du weißt, dass dein Erlöser jetzt gerade lebt und im himmlischen Heiligtum nur darauf wartet, seine Verdienste, seine Liebe, seine Gnade, sein Blut für dich geltend zu machen, dass es dir dazu gerechnet wird. Ein lieblicher Geruch.
[40:26] Nun, wie wir gesagt haben, es war an dem goldenen Altar und der war vor dem Vorhang und so weiter und so fort. Also Jesus ist im Heiligen hier in der Einleitungsszene und er bringt den Rauch da, die Gebete. Also Jesus dient, das ist sehr wichtig zu verstehen, er dient im Heiligen.
[40:40] Nun, wie lange dient Jesus im Heiligen? Ganz genau. Und wo lesen wir in dieser Prophezeiung etwas über 1844? Wo in dieser ganzen Prophezeiung findet etwas über 1844 statt? Wo kommt, also das wisst ihr, deswegen frage ich euch. Hier in der Adventbewegung, oder? Das ist doch die Prophezeiung auf 1844 mit der großen Enttäuschung von 1844. Bis dahin ist Jesus im Heiligen. Bis 1844.
[41:18] Gehen wir zurück zur Offenbarung 8 und dort Vers 5. "Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es mit Feuer vom Altar und warf es auf die Erde und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze und ein Erdbeben." Wenn das Räuchern ein Symbol dafür ist, dass Jesus für mich einsteht, was bedeutet es wohl, wenn er dieses Räucherfass wegwirft? Ist vorbei, oder? Ich meine, da muss man nicht Theologie studiert haben. Wenn er räuchert, das bedeutet, er steht für mich ein und er wirft das Räucherfass weg, ist es vorbei. Das ist interessant, weil diese Stimmen, Donner, Blitze, Erdbeben kommen noch mal vor und zwar in der siebten Plage. Stimmen, Donner, Blitze und ein großes Erdbeben. Also es sind verbunden mit den sieben Plagen, wo der Dienst Jesu aufgehört hat. Interessanterweise kommen die auch noch vor in der siebten Posaune. Blitze, Stimmen, Donner und ein Erdbeben.
[42:18] Die Idee ist jetzt also, dass in Offenbarung 8 Vers 5 am Ende der Einleitungsszene etwas beschrieben wird, was eigentlich in der siebten Posaune stattfindet. Ganz am Ende. Nun, wie meine ich das? Ich erkläre das mal ein bisschen besser. Also das ist hier in Vers 19, was wir gerade gelesen haben. Ich meine damit, dass die Einleitung nicht nur am Anfang ist, sondern die Einleitung eigentlich die gesamte Passage umfasst. Mit anderen Worten, die Einleitung beginnt dort, wo die Prophezeiung beginnt, aber dann zeigt sie schon, wie wird das Ende sein. Wir haben diese Woche bei den Plagen was ganz ähnliches studiert. Könnt ihr euch erinnern vielleicht? Da geht es los mit: Da sind sieben Engel mit den sieben letzten Plagen. Weiß jemand, was direkt danach kommt? In Offenbarung 15? Da sagt Johannes: "Ich sah die Überwinder am gläsernen Meer. Sie hatten das Lied Gottes, sie singen das Lied des Mose, das Lied des Lammes." Ist das vor oder nach der Wiederkunft? Die Überwinder am gläsernen Meer. Aber die Posaunen sind die vor oder nach der Wiederkunft? Vor. Also wenn man den Text liest, in den Posaunen, in den Plagen, jetzt kommen die sieben letzten Plagen. Ich sah die Überwinder am gläsernen Meer und jetzt kommen die Plagen. Würde irgendjemand sagen, das heißt, die Plagen fallen, nachdem wir im Himmel sind? Das ist Unsinn, oder? Sondern, was Johannes macht, er sagt: Ich erzähle euch die Geschichte der sieben letzten Plagen. Aber bevor ich sie erzähle, sage ich euch, wie es ausgeht. Ich sage euch, was ganz am Ende kommt. Am Ende werden die Gläubigen siegen. Damit ihr nicht so viel Angst habt, wenn ihr die Plagen erzählt. So quasi so ein Spoiler. Auf die letzte Seite geschaut. Ah, es geht gut aus. Gut.
[43:56] Hier ist es so ähnlich. Johannes sagt: Ich erzähle euch jetzt die Geschichte der sieben Posaunen. Aber bevor es losgeht, sage ich euch schon mal, was das Ende sein wird. Ihr seht jetzt Jesus hier im himmlischen Heiligtum, im Heiligen Dienst. Aber es kommt der Zeitpunkt, ganz am Ende. Da wird er aufhören. Da kommt dieser Dienst zum Ende. Übrigens, wo ist er, wenn der Dienst zu Ende kommt? Im Heiligen oder im Allerheiligsten? Er muss irgendwann also vom Heiligen ins Allerheiligste gewechselt haben. Ratet mal schon, welche Posaune davon spricht und welcher davon. Ganz genau. Ihr seid schon ganz gut dabei.
[44:26] Ellen White spricht auch über dieses Wegwerfen des Räucherfasses. "Ich wurde in die Zeit versetzt, wenn die dritte Engelsbotschaft ihren Abschluss erreicht. Die Kraft hat auf seinem Volk geruht. Sie hatten ihr Werk vollendet. Sie waren bereitet für die Stunde der Prüfung, die ihnen bevorstand. Sie hatten den Spätregen oder die Erquickung von dem Angesicht des Herrn empfangen. Das lebendige Zeugnis lebte wieder auf. Die letzte große Warnung war überall hindurchgedrungen. Hatte die Bewohner der Erde, die die Botschaft nicht annehmen wollten, erregt und in Wut versetzt." Und dann sagt sie jetzt: "Ich sah Engel im Himmel hin und her eilen. Ein Engel mit einem Tintenfass an seiner Seite kehrte von der Erde zurück und kündigte Jesus an, dass sein Werk vollendet und die Heiligen gezählt und versiegelt seien. Dann erblickte ich Jesum, der vor der Lade, die die zehn Gebote enthält, gedient hatte, wie er das Räucherfass von sich warf." Könnt ihr sehen, dass das Offenbarung 8 ist? Ich frage euch deswegen, weil es gibt Theologen, die sagen, atheistische Theologen, wir sehen keine direkte Parallele. Seht ihr die Parallele? Das ist der Text, okay? Er hob seine Hände auf und sagte mit lauter Stimme: "Es ist geschehen."
[45:26] Und dann heißt es hier: "Jeder Fall war zum Leben oder Tod entschieden worden." Offenbarung 8, Vers 5, das Ende der Einleitungsszene zeigt, es kommt ein Ende der Gnadenzeit. Das ist eines der wesentlichen Elemente.
[45:45] Nun, wir können also, ja gut, jetzt kommt die nächste Frage. Wir wissen jetzt also, was so die Grundidee ist. Jesus im Heiligtum, im Heiligen, er ist Diener und er wird irgendwann im Allerheiligsten sein und seinen Dienst aufhören. Jetzt ist die Frage: Wann fangen jetzt also diese ersten Posaunen an? Und wir werden nicht im Detail die Posaunen besprechen, das machen wir heute Nachmittag. Aber wer von euch würde sagen, es wäre doch eine sinnvolle Idee, wenn die sieben Gemeinden zur Zeit der Apostel anfangen und die sieben Siegel zur Zeit der Apostel anfangen, dann müssen auch die sieben Posaunen in der Zeit der Apostel anfangen, oder? Wer von euch würde sagen, es wäre eine sinnvolle Idee? Okay, viele von euch, viele in unserer Gemeinde glauben das heute. Das war aber nicht die Sicht der Pioniere. Warum? Unsere Pioniere haben gesagt: Wenn es Kriege gegen die Feinde Gottes sind, dann geht es nicht um Kirchengeschichte, es geht um die Abfolge der prophetischen Reiche. Von diesen vier Mächten, wie viel sind schon kaputt sozusagen? Wie viel sind schon gefallen zur Zeit von Johannes? Also ist Babylon gefallen? Okay, Medopersien? Griechenland? Rom? Ist immer noch in Blüte. Das heißt, wenn jetzt der nächste Krieg gegen die nächste Macht wäre, dann müsste das der Fall Roms sein. Das war die Logik. Wann ist Rom gefallen? Im ersten Jahrhundert? Ja, so in die Richtung. Bist du ganz gut. Der Fall Roms ist eigentlich erst am Ende des vierten, im fünften Jahrhunderts. Und das ist der Grund, warum uns die Pioniere gesagt haben, die Posaunen gehen nicht einfach parallel mit den Gemeinden, weil dafür gibt es keinen zwingenden Grund, sondern sie sind eigentlich Gerichte an Rom.
[47:30] Und ich möchte euch heute jetzt noch einen zweiten Grund vorstellen. Ich warne euch vor, ich glaube, den hat noch sonst nie jemand so gepredigt. Ich habe mit vielen Leuten darüber gesprochen, noch niemand hat mir jemand gesagt, dass es falsch ist, aber es ist nur meine bisherige Erkenntnis. Nicht, dass ihr sagt, das glauben alle so. Aber ich glaube, das ist ein hilfreicher Punkt zu zeigen, warum tatsächlich die Posaunen erst mit dem Fall Roms beginnen. Und zwar Folgendes: Wenn man sich die vier Posaunen anschaut, die ersten vier, und guckt, worauf sie fallen, dann stellt man fest, die erste Posaune fällt auf die Erde. Weiß jemand, worauf die zweite Posaune fällt? Sie fällt auf das Meer. Die dritte Posaune fällt auf die Wasserquellen und die vierte fällt auf die Sonne, Mond und Sterne. Also Erde, Wasser, also Meer, Wasserquellen und Sonne, Mond und Sterne. Jetzt: Offenbarungsstudenten haben gesagt, das ist interessant. Das ist total faszinierend, weil die ersten vier Plagen sind auch Erde, Meer, Wasserquellen und die Sonne zumindest. Das ist interessant, oder? Könnt ihr die Parallele sehen? Könnt ihr sehen, warum Leute jetzt sagen: Oh, vielleicht sind die Posaunen gleichzeitig mit den Plagen. Aber das ist ein bisschen oberflächlich, weil nur weil derselbe Text davor kommt, heißt es nicht, dass dieselbe Zeit ist. Es gibt ganz oft in der Bibel zum Beispiel das Offenbarung 20.1 klingt so wie die fünfte Posaune, aber niemand würde sagen, die fünfte Posaune ist im Millennium oder so. Also gleicher Text meint nicht gleiche Zeit, aber vielleicht meint es doch irgendwie das gleiche Thema. Vielleicht hat es da etwas zu tun.
[49:02] Frage: Erde, Meer, Wasserquellen und Sonne, Mond und Sterne, also was am Himmel ist, kommt es jetzt irgendwie bekannt vor? Das ist irgendwo schon mal gehört in der Offenbarung. Ich gebe euch einen Tipp: Schon mal gehört. In der ersten Engelsbotschaft, oder? "Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott, gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat." Worum geht es bei der Stelle, bei Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen? Es geht um die Schöpfung und wenn es um die Anbetung der Schöpfer geht, geht es um den Sabbat. Es geht um den Sabbat.
[49:41] Jetzt eine Frage an euch: Warum fallen die letzten Plagen, haben wir heute studiert, warum fallen die Plagen? Was ist das Ereignis sein, das irgendwann die Plagen auslöst? Das Sonntagsgesetz, oder? Es gibt ein Sonntagsgesetz geben, das sich wissentlich gegen den Sabbat stellen wird. Und was Gott jetzt macht, ist am Ende, weil die Welt, obwohl sie das Evangelium kennt, sich gegen den Sabbat stellt und ein Gesetz für den Sonntag ausbringt, folgen in schneller Folge die Plagen. Könnt ihr das alle sehen? Nun, wir wissen sogar aus der Bibel, dass die Strafe dem Verbrechen ähnelt. Ich glaube, der Bogdan hat es heute gesagt, nicht wahr? Die Sonne verbrennt sie, weil sie die Sonne angebetet haben. Es heißt, Meer- und Wasserquellen werden zu Blut, weil sie das Blut vergossen haben. Sie haben ein Geschwür hier, als es auf die Erde geht, weil sie das Mahlzeichen haben. Es gibt also eine direkte Parallele.
[50:41] Jetzt ist meine Gedanke und den präsentiere ich euch einfach mal. Ihr könnt nachdenken, auch alle, die es später anschauen. Wenn die vier letzten Plagen am Ende so beschrieben sind: Erde, Meer, Wasserquellen, Sonne, weil der Sabbat attackiert wird, durch ein Gesetz, könnte es sein, dass die vier ersten Posaunen fallen, weil ebenfalls der Sabbat attackiert worden ist, durch ein Gesetz. Kennt jemand irgendein Gesetz in der römischen Geschichte, das da in Frage käme, als ein Sonntagsgesetz? Konstantin, ganz genau, 321. Und jetzt wird es interessant, denn Konstantin gibt das Sonntagsgesetz 321 raus. Kurze Zeit später fangen die Christen an, den Sonntag, den Herrentag zu nennen. Noch ein paar Jahrzehnte später fangen sie an, den Sabbat zu verbieten, so wie in der Endzeit. Auch in der Endzeit wird die Frage Sabbat, Sonntag über Etappen sein. Das geht langsam los und dann wird es immer intensiver, nicht wahr? Und wisst ihr, was passiert in den 360er Jahren? Nach klassischer Auslegung beginnen die Posaunen. Die gehen direkt los. Und unsere Theologen, die meisten Prophetischen, sagen immer: Warum ist das so ein langes Loch, nicht wahr, zwischen der Zeit von Johannes und dann, wenn die Hunnen kommen und die Westgoten, warum fehlen da 400 Jahre? Meine Antwort heute ist: Die sind nicht erwähnt, weil die Posaunen erst ein Strafgericht sind, als ein Sonntagsgesetz kommt. Parallel als ein Vorgericht oder ein Typus auf das Endgericht, wo genau dasselbe passiert, wenn ein Sonntagsgesetz kommt und die Plagen kommen.
[52:10] Nun, zu diesen Freunden werden wir heute mehr noch sagen. Die kommen nämlich tatsächlich hier in 360, überschreiten hier die Wolga, 370 sind sie hier am Dnepr und stoßen dann die germanischen Völker vor sich her. Das werden wir heute, alles heute Nachmittag, im Detail besprechen. Das wird sehr spannend werden, dürft ihr euch freuen. Und Rom geht unter.
[52:32] Nun, manchmal fragen mich Leute: Ist das wirklich so wichtig, der Untergang Roms? Wer hat schon in der Schule von Alarich und von Geiserich gehört? Das kommt ja nicht mehr auf ZDF-Doku. Rom war für über 500 Jahre das Haupt der menschlichen Zivilisation und als Rom fiel, entstand eine neue Ordnung, die bis heute gilt. Es ist eine der wesentlichsten Weichenstellungen in der gesamten Weltgeschichte. Da kann ja die Bibel nichts dafür, dass wir keine Geschichte studieren und die Namen nicht kennen. Ich glaube, es ist mehr als angemessen, dass die Bibel ein paar Verse für dieses gigantische Ereignis beschreibt und wir werden heute Nachmittag auch sehen, wie sehr uns das auch prinzipiell helfen wird, auch Ereignisse für die Endzeit zu verstehen. Denn wenn die Republik Rom fällt und im Chaos versinkt und daraus das Papsttum entsteht, dann ist es interessant, weil wir sprechen auch von einer Republik Amerika, die im Chaos versinken wird und dann entsteht das Papsttum, das Papsttum übernehmen. Das sollten wir genauer hinschauen, aber das heute Nachmittag dann mehr. Also so viel mal zur Begründung, warum wir glauben, dass die Posaunen tatsächlich erst dann im 4. und 5. Jahrhundert beginnen.
[53:45] Gehen wir einen Schritt weiter hier zu diesem Wehe, Wehe, Wehe ganz kurz. Da will ich nicht zu viel zu sagen, aber nur Folgendes: Wehe klingt ja erst einmal nur wie ein Ausruf der Trauer, aber in der Bibel wird es immer wieder interessanterweise mit bestimmten Dingen verknüpft, vor allem im Neuen Testament. Schaut mal hier zum Beispiel: "Wehe dir, Korazin! Wehe dir, Bethsaida!" Jesus spricht zu Städten, die das Evangelium gehört haben und sagt: "Wehe euch, denn ihr kennt die Wahrheit und handelt trotzdem wie Heiden." Oder hier: "Wehe jene Menschen, durch die der Anstoß zur Sünde kommt, wehe dem, der andere zur Sünde verführt." Oder: "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten, die kennen die Wahrheit, aber sie verführen andere durch ihre falsche Lehre." Oder hier: "Wehe jene Menschen, durch die der Sohn des Menschen verraten wird." Wer ist das? Judas. Auch das ist kein Feind von außen, sondern eher ein der Sohn des Verderbens. Ich wisse, das ist die Bezeichnung auch für das kleine Horn. "Wehe euch, ihr Reichen, wehe euch, ihr Sattseids. Wehe euch, wenn die Leute gut von euch reden. Denn so haben sie es mit den falschen Propheten gemacht." Immer und immer wieder wird im Neuen Testament zumindest das Wehe verknüpft mit dieser Idee von falschen Propheten, von Leuten, die irgendwie die Wahrheit kennen und trotzdem dagegen handeln, die andere zur Sünde verführen oder durch Tradition das Evangelium verdunkeln. Paulus sagt: "Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde." Also wehe dem, der das Evangelium kennt und es anderen vorenthält. Das ist so die Idee. "Wehe ihnen, das ist in Judas, falscher Text, denn sie sind den Weg Bileams gegangen, Korach, also all diese Rebellen innerhalb des Volkes Gottes, falsche Propheten, falsche Theologie, all das ist immer mit Wehe verknüpft." Und deswegen glaube ich persönlich, dass dieses Wehe, Wehe, Wehe möglicherweise ein Hinweis darauf ist, dass jetzt vom Übergang von der Vierten zu den anderen Posaunen es auch um das Geistliche geht, um das kleine Horn, das jetzt hier auch eine Rolle spielt.
[55:40] Nun, ja, das haben wir hier gesehen. Und eine der entscheidenden Dinge, die in unserer klassischen Auslegung jetzt eine Rolle spielt ist, und das wird der Jan heute Nachmittag in der zweiten Stunde erklären, wie der Islam sowohl den Rest des Römischen Reiches, also des Oströmischen Reiches dann besiegt hat, als auch eine Qual war und eine, ja, eine ständige, wie soll man sagen, Bedrohung für die katholisch geprägten oder christlich-römisch geprägten Staaten und Völker Europas. Und aber dazu dann mehr heute Nachmittag. Also das ist so ein bisschen die Idee, wie man sozusagen aufgrund dieser Struktur und dieser Texte eigentlich die klassische Auslegung wirklich stützen kann, die ersten Posaunen als Strafgerichte anrufen, aufgrund der Sprache, nicht einfach nur, weil es in den Geschichtsbüchern steht, und der Islam hier, weil es jetzt auch, weil hier der Übergang quasi ist vom Römischen Reich zum kleinen Horn, obwohl natürlich einige Teile des Römischen Reiches noch bestehen bleiben, aber dazu später mehr.
[56:45] Nun, kommen wir noch ein bisschen zur Adventbewegung, denn die ist ja jetzt hier in der sechsten Posaune von großer Bedeutung. Warum ist die Verbindung von Islam und Johann hat gestern schon ein bisschen darüber gesprochen, mit der Adventbewegung so wichtig? Ich glaube, das ist total entscheidend. Ich möchte jetzt kurz noch was sagen. Es gibt ja bis heute immer wieder Ausleger, auch sehr gute Ausleger und Leute, die ich sehr schätze, die die Posaunen in die Zukunft verlegen wollen oder ab 1844. Wenn die Posaunen ab 1844 anfangen, also ab hier, ja, 1844 und Naturkatastrophen oder Umweltzerstörung oder erst ab den Plagen, dann wäre das so, als ob Johannes sagt: Ich erzähle euch die Endzeit, die Plagen, die Posaunen, erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, Achtung, Programmunterbrechung. Jetzt gibt es einen kleinen Film über die Adventbewegung. Hat nichts zu tun mit dem, was vorher gewesen ist, und wenn das fertig ist, geht es weiter. Das macht nicht so viel Sinn. Die Adventbewegung ist eingebettet in diesen Fluss der Geschichte, was man beim Offenbarungsstudium lernen muss. Es gibt eine rote Linie, auch wenn man die nicht immer ganz genau definieren kann oder gleich findet. Man sollte nach roten Linien Ausschau halten. Das ist nicht alles nur wild durcheinander komponiert, sondern da gibt es einen Sinn. Die Adventbewegung ist da und sie ist verknüpft mit dem Ereignis des Islam, weil das für die Adventbewegung sehr entscheidend gewesen ist.
[58:01] Also, ihr habt, Jorn hat das gestern schon vorgelesen, ich will es einmal kurz erwähnen. Sie schreibt: "Im Großen Kampf im Jahre 1840 erregte eine andere, merkwürdige Erfüllung der Weissagung große Aufmerksamkeit." Und dann erwähnt sie, wie Litsch ausgerechnet hatte, dass am 11. August 1840 das Osmanische Reich sich, ein Teil seiner Souveränität, ein Teil seiner Autorität verlieren würde, sich den europäischen Mächten unterstellen würde und so weiter. Es gibt immer wieder Leute, die sagen: Ellen White hat das gar nicht so gemeint. Es war nur eine, sie bezieht sich auf eine Vorhersage, die vielleicht Litsch gemacht hat, das war halt Zufall. Aber im Englischen sagt sie: "another remarkable fulfillment of prophecy", eine weitere erstaunliche oder bemerkenswerte Erfüllung der Prophetie. Nun, es gibt auch, tatsächlich, es gab einen Leiter vom Ellen White Estate, der dann gesagt hat: Ja, vielleicht hat sie das nicht so gemeint. Und manche Prediger berufen sich darauf und sagen: Aber der Leiter vom Ellen White Estate sagt, sie hat das nicht so gemeint. Ihr Lieben, der Geist der Weissagung beschränkt sich auf Ellen White, nicht auf diejenigen, die ihre Schriften verwalten. Also, der kann das gerne gesagt haben, ist auch wunderschön, aber das ist keine Autorität. Wenn Ellen White sagt, es war eine Erfüllung der Prophetie, dann sollten wir ein bisschen genauer hinschauen. Und Jorn hat gestern schon richtig gesagt, es war eine weitere, eine andere Erfüllung der Prophetie, weil direkt davor spricht sie vom Sternenfall 1833. Also, sie sagt, so wie der Sternenfall 1833 im sechsten Siegel der Miller-Bewegung geholfen hat, so die Erfüllung hier in der sechsten Posaune vom 11. August mit dem Islam, mit den Moslems. Den Rest überspringe ich jetzt hier, weil ihr habt es ja gestern schon gehört. Sie sagt nur: "Dadurch, als dies bekannt wurde, gewannen viele die Überzeugung, dass die Grundsätze der prophetischen Auslegung, wie Miller und seine Gefährten sie angenommen hatten, richtig seien. Und so erhielt die Adventbewegung einen wunderbaren Antrieb."
[59:47] Ich glaube persönlich, das ist nur eine persönliche Ansicht, wenn wir wieder die Posaune ein bisschen besser verstehen und vereinter studieren, werden wir vielleicht sogar wieder einen neuen Antrieb bekommen für die Mission. Das Werk dehnte sich von 1840 bis 1844 rasch aus. Das war das Jahr, wo die Miller-Bewegung richtig startet. Miller war zwar vorher schon unterwegs, seit 1831, aber die Miller-Bewegung 1831 bis 1840 war mehr. Miller bewegt sich von Ort zu Ort, so von Stadt zu Stadt. Aber 1840, da beginnen dann die Konferenzen.
[1:00:18] Dieses Ereignis und plötzlich wird so eine flächendeckende Bewegung, die dann die Welt auf den Kopf stellt, zumindest in den USA. Aber jetzt gibt es noch etwas. Jetzt müsst ihr kurz mit mir Geduld haben, okay? Weil ich weiß, es wird aufgezeichnet, es wird, das muss ich euch erzählen, viele Pastoren haben mir geschrieben, viele Stimmen, aber etliche Leute haben mir geschrieben und gesagt: „Wenn du über die Posaune sprichst, kennst du das, kennst du das, du musst das reinbringen, das ist ja eine Auslegung.“ Ich habe noch niemals zu einem Vortrag so viel verschiedene Meinungen gehört, weil jeder natürlich wollte, dass ich dann auch das sage, was schon gesagt worden ist.
[1:00:46] Und eine Sache, die immer wieder auch vorkommt, auch in sehr informierten Kreisen, ist: „Das kann mit Ellen White doch nicht sein, weil William Foy gesagt hat, die sechste Posaune hat noch nicht angefangen.“ Weiß jemand von euch, wer William Foy ist? Noch nie gehört? Okay. Ihr habt wahrscheinlich gehört, dass es zwei Leute gab, die den Geist der Weisung hatten vor Ellen White, oder? Hast du schon mal gehört? Hazen Frost und William Foy, die eine kurze Zeit das hatten und dann verschwinden sie aus dem Bild. Das ist eine andere Geschichte, aber Ellen White bestätigt das. Und in einer Vision von 1842 sieht der William Foy eine Person sagen: „The sixth angel has not yet done sounding.“
[1:01:30] Und jetzt gibt es viele Leute, auch viele Theologen, die sagen: „Wenn das der William Foy sagt, dann kann das mit 1840 nicht stimmen, weil die sechste Posaune ja noch nicht angefangen.“ Jetzt, wenn ihr den Satz lest – ich habe es auf Englisch gelassen, weil es halt im Englischen ist – dann stellt man sich die Frage: Heißt das, der sechste Engel hat noch nicht angefangen zu blasen, oder ist er noch nicht fertig mit dem Blasen? Was würdet ihr sagen? Also nach englischer Grammatik von 2019 müsste es eigentlich heißen: „Er hat noch nicht angefangen.“ Ich habe mich extra mit jemandem kurzgeschlossen, der englische Grammatik studiert. Aber der Punkt ist, vielleicht fällt euch auf, das ist jetzt nicht so 21. Jahrhundert Englisch, oder? Könnt ihr das sehen? Das ist mehr so King James Englisch, King James Englisch, so puritanisches Englisch. Und im alten Englisch der Puritaner findet man solche Sätze hier, wie zum Beispiel Richard Baxter, ein alter Puritaner: „I have done with thee, but sin hath not yet done with thee, and Satan hath not yet done with thee, and God hath not yet done with thee.“ Will er sagen, Satan hat noch nicht angefangen mit dir zu arbeiten und Gott hat noch nicht angefangen mit dir zu arbeiten, oder will er sagen: Gott ist noch nicht fertig mit dir, Satan ist noch nicht fertig mit dir, sie sind noch nicht fertig mit dir? Könnt ihr das sehen? Diese Formulierung im alten puritanischen Englisch konnte heißen, oder hat dann oft auch geheißen: „Man ist noch nicht fertig.“
[1:02:49] Was also der William Foy gesagt hat, ist nicht: „Die sechste Posaune hat nicht angefangen.“ Er hat nur gesagt: „Sie ist noch nicht zu Ende.“ Warum? Und das ist wieder was viele nicht verstehen, weil sie nämlich die Offenbarung 10 aus dem Kontext reißen, rausschmeißen als Einschub und denken: 1840 endet die sechste Posaune. Aber die sechste Posaune endet nicht 1840, sondern die sechste Posaune endet 1844, weil die Adventbewegung Teil davon ist. Und ich sage das deswegen, weil aufgrund solcher Argumente oft die gesamte klassische Auslegung verworfen wird und man denkt sich: „Meine Güte, ich habe noch nie gehört, kann ich auch nichts dazu sagen.“ Deswegen sage ich es jetzt einmal, ich werde auch nicht tausendmal darüber predigen. Aber das ist ein falsches Argument, das zählt nicht. Man kann nicht deswegen die gedruckten Aussagen von Ellen White verwerfen, ganz egal, wie lange man Theologie studiert hat. Das geht nicht.
[1:03:35] So, die Adventbewegung bekam einen enormen Auftrieb durch diese Sache. Und vielleicht ganz kurz nur ein paar Sätze: Warum ist Jesus in der Adventbewegung ein Engel? Wir haben ihn schon als Engel gesehen in Offenbarung 8, oder? Als Hoher Priester. Dort war es die Botschaft der Menschen, die er Gott gibt. Wie ist es jetzt? Jetzt kommt er vom Himmel herab und er bringt eine Botschaft von Gott zu den Menschen. Eine Beantwortung all der vielen Gebete. Ich glaube, die wenigsten haben bisher darüber nachgedacht, dass es kein Zufall ist, dass Jesus als Hoher Priester hier Engel genannt wird und dort Engel genannt wird, weil es ist der Engel, der Hohe Priester, der im himmlischen Heiligtum ist, der jetzt eine Botschaft hat für das Volk. Denkt mal nach. Wolke und Feuersäulen. Woher kennt ihr Wolke und Feuersäulen? Israel. Was haben Wolken und Feuersäulen gemacht? Das Volk geführt. Wozu sind die Posaunen auch da? Krieg und Führung des Volkes. Das war das Signal. Das Volk bewegt sich weiter. Jesus kommt hier, um zu sagen: „Liebes Volk, ihr habt bisher ins Heilige gebetet. Ich habe eine Botschaft für euch. Ich werde mich bewegen. Ihr solltet euch auch bewegen.“ Darum geht es eigentlich. Das ist die ganze Idee von der Offenbarung 10.
[1:04:58] Denn er hat ein geöffnetes Büchlein. Und ihr wisst, das geöffnete Büchlein ist das Büchlein, das geschlossen war, das Buch Daniel. Frage: War das gesamte Buch Daniel geschlossen? Konnte man nichts verstehen aus dem Buch Daniel? Nein, nein, nein. Was konnte man im Buch Daniel nicht verstehen? Das Gesicht von den Abenden und Morgen, das sollte verwahrt werden. Und dieses Gesicht von den Abenden und Morgen kennen wir. Das ist Daniel 8 Vers 14: „Die 2300 Abenden und Morgen, dann wird das Heiligtum gerecht werden.“ Ihr seid alles gute Adventisten. Was passiert 1844 im Himmel? Jesus geht vom Heiligen ins Allerheiligste. Das Gericht beginnt. Also die große Meta-Erzählung von Offenbarung der Posaunen ist: Jesus im himmlischen Heiligtum. Und die Leute beten. Und es wird Krieg geführt gegen die Feinde Gottes, gegen das römische Reich und gegen das Kleinhorn und so weiter. Aber dann wird Jesus ins Allerheiligste gehen wollen. Und als Warnung, dass das passieren wird, dass das Volk weiß, wir müssen uns bewegen, kommt er selbst symbolisch als Engel herab, sagt: „Hier ist das Buch, das davon spricht. Daniel 8 Vers 14 sagt, das Heiligtum wird gereinigt werden. Versteht es, kommt zu mir, lest es.“ Und das haben sie gemacht. Sie haben es falsch verstanden, aber wir müssen mal aus der Perspektive Gottes sehen, wie er das gedacht hat. Das ist eigentlich eine ganz tolle Sache. 1844 geht Jesus in das Allerheiligste, dort, wo die Posaunen-Bundeslade ist. Posaunen-Heiligtum, Posaunen-Krieg, passt alles wunderbar zusammen. Jesus ist in der Einleitung, Jesus ist in der Adventbewegung und Jesus ist in der siebten Posaune. Und die eigentliche Grundidee ist: In den Posaunen zeigt Jesus an, was er im Heiligen tut, was er im Allerheiligsten tun wird und wie er dorthin gelangen wird durch die Adventbewegung.
[1:06:55] Weiter heißt es in Offenbarung 10: „Er brüllt mit lauter Stimme.“ Und das ist interessant, weil nach Jesaja 21 das parallel ist mit der Botschaft: „Gefallen, gefallen ist Babel.“ Kennt ihr die Botschaft: „Gefallen, gefallen ist Babel“? Zweite Engelsbotschaft, die soll gepredigt werden. Jesus sagt jetzt hier in Offenbarung 10: „Er schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit: Es wird keine Zeit mehr sein.“ Das ist das Ende aller Zeitprophezeiungen im Jahre 1844. 1844 enden alle Zeitprophezeiungen, sondern was wird jetzt geschehen? „Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden.“ Man kann die Posaunen nicht in die Zukunft legen, weil dann macht der Vers keinen Sinn. Man kann nicht sagen, die Posaunen sind alle zukünftig: erste, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, dann kommt die Adventbewegung. In der Adventbewegung heißt es schon, dass jetzt die siebte Posaune kommt. Könnt ihr das sehen? Da müsste man auch Offenbarung 10 komplett neu interpretieren. Also, wenn man das als Ganzes sieht, macht das gar keinen Sinn. Die siebte Posaune beginnt nach der Adventbewegung.
[1:07:56] Aber was soll geschehen? Das Geheimnis Gottes soll vollendet werden. Was ist das Geheimnis Gottes? Das hat zu tun mit diesem himmlischen Heiligtum. Das Geheimnis Gottes, sagt Epheser, ist das Evangelium. Das Evangelium muss vollendet werden, das er jetzt im himmlischen Heiligtum für eine lange Zeit ausgeführt hat. Das muss vollendet werden, indem er ins Allerheiligste geht. Das Gericht gehört zum Evangelium dazu. Paulus sagt, dass das Evangelium, das kommen wird, nach seinem Evangelium ist. Wisst ihr, was das Interessante am Reich Gottes ist? Es ist ein Geheimnis. Jesus hat einmal gepredigt am Genezareth und er hat ein Gleichnis nach dem anderen erzählt. Und wisst ihr, was interessant ist? Ellen White sagt, er hat die Gleichnisse nicht ausgelegt, nur Gleichnis nach Gleichnis erzählt, aber nicht erklärt. Er hat sie nur einer Gruppe von Menschen erklärt. Wisst ihr, wem er sie erklärt hat? Den, die bei ihm blieben. Wer zur Predigt kam und von der Predigt ging, der hat ein bisschen was verstanden. Wer aber bei Jesus blieb, wer nachgefragt hat, wer geforscht hat, wer Jesus weitere Fragen gestellt hat, der hat die Geheimnisse verstanden. Wer versteht die Vollendung des Geheimnisses? Wer sind die, die in der Adventbewegung verstanden haben, was getan worden ist? Diejenigen, die weiter studiert haben, die nicht einfach zur Predigt kamen und nach der Predigt gingen und sagten: „Oh, das war eine tolle Predigt, hat mir gut gefallen“, sondern die, die zu Jesus kamen, als Jünger Jesus selbst studiert haben, die haben das Geheimnis verstehen können, das sich jetzt vollenden soll.
[1:09:27] So sollten wir auch sein, ihr Lieben. Was wir brauchen, sind nicht Adventisten, die viele gute Predigten gehört haben, sondern Leute im Studiermodus, im Jüngermodus, die immer näher zu Jesus wollen, um seine Botschaft zu verstehen. Nun, das Geheimnis ist: Jesus Christus in euch. Die Vollendung des Evangeliums ist nicht nur technisch im Himmel, im Allerheiligsten, sondern dadurch, dass, wenn wir zu Jesus beten, mit ihm leben in unserem Leben, Christus sich offenbart. Das ist die Vollendung des Geheimnisses.
[1:10:02] Nun, ihr seht also jetzt zusammengefasst hier den Überblick über die Posaunen. Ich habe hier einfach mal, ihr könnt euch abfotografieren, wenn ihr wollt. All das ist alles sechste Posaune: der Ausbruch der Französischen Revolution, Kapitel 11, das Verbot der Religion, das Ende der dreieinhalb Jahre, das Ende der 1260 Jahre, auch in Offenbarung 11, dann die ganzen Erweckungen, das Prophetiestudium, die Bibelgesellschaften, William Miller, Bewegung, Stern – all das ist alles Teil der sechsten Posaune, die wie Signale sagen sollen: „Jetzt gleich kommt es, der Gang vom Heiligen ins Allerheiligste.“ Dann kam die große Enttäuschung, und dann kam das Studium.
[1:10:45] Ihr Lieben, wisst ihr, was wir wirklich, wirklich, wirklich brauchen? Wir brauchen Geschwister, die gemeinsam die Bibel studieren. Und zwar nicht nur die Themen, die wir schon kennen, sondern die Themen, über die wir immer einen Bogen drum machen, weil wir denken, wir verstehen sie eh nicht. Unsere Pioniere sind dadurch gewachsen, dass sie das studiert haben, was sie nicht kannten. Wir brauchen mehr Bibelkreise, mehr Bibelstudium, gemeinsam und gemeinsames Gebet. Du sollst nochmals weiß sagen, weil die Botschaft und wo wir heute eine neue Gemeinde ausgesandt haben, glaube ich, kommt es mit neuer Kraft. Wir müssen nochmals diese Botschaft bringen in die Welt vom kommenden Jesus und seiner Erlösung.
[1:11:28] Letzte Minuten, kurzer Abschluss. Die elfte Posaune – die Königreiche der Welt sind unserem Herrn geworden. Was habe ich gesagt? Ach, Entschuldigung, die siebte Posaune in Offenbarung 11. Jetzt denkt mal scharf nach: Wenn Jesus zum König gekrönt wird in der siebten Posaune, was endet dann automatisch? Der Hohepriesterliche Dienst. Das ist also der Grund, warum hier sein Werk endet als Hohepriester und er als König eingesetzt wird. Die gegenwärtige Botschaft der sieben Posaunen ist nicht mehr in der sechsten Posaune, wie bei den Milleriten, sondern in der siebten Posaune. Wir stehen vor dem Ende der Gnadenzeit, und das macht die Botschaft so spektakulär. Und deswegen sollte man sie studieren, und deswegen kann man sich erlauben, irgendwas darüber zu glauben. Das Rauchfass wird irgendwann von sich geworfen, jeder Fall ist irgendwann zum Leben und Tod entschieden. Und die Bibel spricht auch in Offenbarung 11 bis 18 über die Ereignisse in dieser Zeit.
[1:12:36] „Die Heidenvölker sind zornig geworden, dein Zorn ist gekommen, die Zeit, dass die Toten gerichtet werden, und du die verdirbst, welche die Erde verderben.“ Vier Ereignisse, Ellen White sagt in einer bestimmten Reihenfolge. Ellen White sagt seit 1848, kurz nachdem es passiert ist, wurden die Völker zornig. Man sieht Revolution, man sieht Zunahme an Kriegen, man sieht den Ersten Weltkrieg, man sieht den Zweiten Weltkrieg, vielleicht kommt noch viel Schlimmeres. Diese unfassbare Intensität an Brutalität und Kriegswesen ist hier in der siebten Posaune vorhergesagt. Aber dann sagt die Bibel: „Dein Zorn ist gekommen.“ Also erst werden die Völker zornig, es wird immer Katastrophen, immer mehr Krieg geben, und dann ist der Zorn Gottes gekommen. Der Zorn Gottes fällt erst auf die Erde mit den sieben letzten Plagen, wenn die Gnadenzeit zu Ende ist. Dann ist der Zorn Gottes gekommen, und dann ist die Zeit, dass die Toten gerichtet werden. Das ist dann in den 1000 Jahren, wo es in Offenbarung 20 heißt, dass die Toten gerichtet werden. Und dann werden die verderben, welche die Erde verderben. Wie werden sie alle verderben am Ende nach den 1000 Jahren? Das Feuer wird auf sie fallen, dasselbe Feuer, das am Sinai Liebe und Krieg erklärt hat. Das Feuer, das Liebe erklärt hat dem Sünder, aber Krieg der Sünde wird Menschen verderben, die so sehr an die Sünde sich gebunden haben, dass sie die Liebeserklärung abgelehnt haben und die Kriegserklärung angenommen haben, sozusagen.
[1:14:07] Und in einem tatsächlichen Krieg, erst vor der Wiederkunft in der Schlacht von Harmagedon und dann noch viel buchstäblicher nach den 1000 Jahren in der Schlacht von Gog und Magog in Offenbarung 20, in einem echten Krieg, wird die Sünde für immer besiegt. Und deswegen sagt die Bibel: „Es geht um das Gesetz Gottes. Die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar.“ Das Gesetz Gottes ist die Grundlage seiner Königsherrschaft, die Grundlage des Gerichts, und es ist die Grundlage seines Charakters.
[1:14:41] Ihr Lieben, was ist das Evangelium in den Posaunen? Das Evangelium in den Posaunen, wenn man es biblisch versteht, wie die Posaunen strukturiert sind, dann sind die Posaunen nicht mehr so ein Flickwerk von irgendwelchen Dingen, die man nicht einordnen kann, sondern sie haben eine klare Botschaft: Jesus ist Priester im himmlischen Heiligtum. Jesus kündigt an, dass er ins Allerheiligste gehen wird in der Adventbewegung, und das tut er dann bis zum Ende der Gnadenzeit. Und jeder einzelne von uns sollte anhand dieser Prophezeiung erkennen, wo er steht, nämlich in der siebten Posaune. Noch ist Gnadenzeit, noch ist Zeit zu Jesus zu kommen, aber wir sollten verstehen, dass Gott, der uns so sehr liebt, auch einen Krieg führt gegen den Satan und gegen die Sünde. Und wenn wir uns mit dem Satan verbinden, sind wir irgendwie auf der falschen Seite. Man kann nicht glauben, dass Gott einen Krieg gegen den Satan führt und gleichzeitig mit dem Satan zusammenarbeiten, denn das Evangelium heißt: Feindschaft beisetzen zwischen dir und der Frau. Die zehn Gebote sind das, worum es geht, und Jesus ist das Zentrum unseres Glaubens, denn er ist jetzt im Allerheiligsten. Er ist nach der Adventbewegung 1844 in das Allerheiligste gegangen für den letzten Abschnitt des Evangeliums. Das Evangelium wird vollendet im Himmel und auf Erden in unserem Leben, damit er wiederkommen kann.
[1:16:11] Aber all das ist nur möglich, weil Jesus für dich und mich gestorben ist, denn das Blut, das er dort anwendet, jetzt im Allerheiligsten, ist das Blut, das er auf Golgatha vergossen hat. Die Verdienste, die er dort schon im himmlischen Heiligtum unseren Gebeten zugefügt hat, das ist das Blut, das er vergossen hat. Denn am Kreuz von Golgatha hat Jesus sich mit der Sünde identifiziert und damit akzeptiert, dass Gott, der Vater, gegen ihn Krieg führt. Das ist das, was Sacharja sagt, dass das Schwert, er wache Schwert gegen meinen eigenen Gefährten. Jesus hat sich mit der Sünde identifiziert, hat quasi die Kriegserklärung Gottes angenommen, damit wir sie nicht annehmen müssen, damit wir die Liebeserklärung Gottes annehmen können.
[1:17:07] Ihr Lieben, weil Jesus für uns am Kreuz gestorben ist, können wir wissen, dass er das gute Werk, das er in uns angefangen hat, auch vollendet. Und die gegenwärtige Botschaft für unsere Zeit in den Posaunen ist: Jesus kommt ans Ende mit dem Evangelium. Er wird vollenden, es wird ein Ende der Gnadenzeit geben. Das muss uns keine Angst machen, denn Jesus ist bei uns, der Heilige Geist will uns erfüllen, er wird das Werk vollenden, er wird uns versiegeln, er wird uns bereit machen. Und wenn wir heute ihm glauben, dann sind wir sicher. Wer von euch möchte heute sagen: „Ich möchte mein Leben Jesus erneut geben?“
[1:17:57] Noch gemeinsam niederknien zum Gebet. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, dass wir einen Überblick bekommen haben über die große Linie der Posaunen. Heute Nachmittag werden wir noch viele Details studieren, die sehr spannend und interessant sein werden, über die Geschichte. Aber wir haben heute gesehen, dass es eigentlich zu immer erst auch um Jesus geht, dass er unser Hoher Priester ist und dass dieser Hohepriesterliche Dienst nicht für Ewigkeit weitergehen wird, sondern dass er zu einem Ende kommt, weil du nicht für ewig Krieg führen willst gegen die Sünde. Du hast schon länger Krieg geführt gegen diese Sünde und gegen den Satan, als jemals Menschen- und Völkerkrieg geführt haben. Und kein anderer Krieg ist so dramatisch verlaufen wie dieser. Es ist der große Kampf, der im Himmel schon ausbrach. Und Herr, heute verstehen wir, dass du diesen Krieg beenden möchtest, dass du Sünde und Teufel und Tod vernichten möchtest. Aber du möchtest das nicht tun, während wir immer noch und immer wieder und immer wieder dem Satan die freundschaftliche Hand reichen. Und so bittest du uns, wie du damals Israeliten gebeten hast, zu erkennen, dass du uns liebst, aber die Sünde hasst. Und dass du, dass du alles tun kannst, um uns von Sünde zu reinigen und Sünde zu vergeben und uns von Sünde zu trennen. Und heute möchten wir dich bitten, nicht, weil wir so toll beten können, sondern weil Jesus diesem Gebet seine Verdienste, sein Leben, all das, was er von uns getan hat, hinzufügt. Dass du uns erfüllst mit deinem Heiligen Geist und dass wir so leben, wie du es dir wünschst. Erfüllt von dir. Und dir danken wir von ganzem Herzen im Namen unseres Hohen Priesters, der jetzt für uns eintritt, Jesus Christus. Amen.
[1:20:12] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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