[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.de. Wir beginnen dieses Mal ein neues Quartal. Letztes Quartal ging es um die Offenbarung und Christopher hat uns von Vers zu Vers gejagt. Jetzt, wo es um ein ganz anderes Thema geht, nämlich das Thema der Familie, dürfen auch wieder andere Sprecher ran, zum Beispiel der Web-Administrator. Somit steigen wir also ein in unser erstes Thema dieser Lektion. Wir bereiten uns damit auf den Sabbat am 6. April vor und das Thema heißt: Der Rhythmus des Lebens. Wenn ich manchmal ein paar Namen falsch ausspreche oder falsch übersetze, ist es okay. Ich habe hier die englische Version und auch in Englisch ausgearbeitet, aber von meiner Idee her ist es das Gleiche. Wir wollen ganz kurz anfangen mit einem Gebet, bevor wir dann einsteigen in die Lektion.
[1:15] Lieber Vater im Himmel, danke für dein Wort. Dein Wort hat in sich einen Samen, der in uns wachsen kann und der uns zu einem besseren Menschen machen kann. Ich bitte dich, Herr, dass wir jetzt dein Wort tatsächlich lesen und verstehen mit der Hilfe deines Heiligen Geistes.
[1:42] Ja, das Thema, um das es eigentlich geht, ist eigentlich so ein bisschen die Veränderungen innerhalb des Lebens, die hier angesprochen werden. Der Merkvers fängt ja an mit dem Prediger, und zwar mit dem Prediger im dritten Kapitel. Wir lesen da mal ganz kurz rein, um einfach so einen Eindruck zu kriegen, wohin uns die Sabbat-Schul-Lektion führen möchte. Es geht natürlich in diesem Quartal um das Thema der Familie. Jetzt in dieser ersten Lektion, in dieser ersten Woche, kommt die Familie noch nicht so richtig raus. Ich werde versuchen, ein paar Aspekte reinzubringen, aber es geht ganz viel um Veränderungen, wie Menschen miteinander und mit sich selbst, nicht wahr, mit Veränderungen umgehen.
[2:26] Wir gehen also zum Prediger im dritten Kapitel, und ich brauche immer auch kurz, um diese Bibelverse aufzuschlagen. Da heißt es: Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit. Geboren werden hat seine Zeit und sterben hat seine Zeit. Pflanzen hat seine Zeit und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit. Töten hat seine Zeit und heilen hat seine Zeit. Zerstören hat seine Zeit und bauen hat seine Zeit. Weinen hat seine Zeit und klagen hat seine Zeit. Und tanzen hat seine Zeit. Steine schleudern hat seine Zeit und Steine einsammeln hat seine Zeit. Umarmen hat seine Zeit und sich der Umarmung enthalten hat seine Zeit. Suchen hat seine Zeit und verlieren hat seine Zeit. Aufbewahren hat seine Zeit und wegwerfen hat seine Zeit. Zerreißen hat seine Zeit und flicken hat seine Zeit. Schweigen hat seine Zeit und reden hat seine Zeit. Lieben hat seine Zeit und hassen hat seine Zeit. Krieg hat seine Zeit und der Friede hat seine Zeit.
[3:39] Sehr einfach zu verstehen. Die Idee ist von Salomon her, und vielleicht kurz als Hintergrund: Salomon hat ja am Ende seines Lebens geschrieben. Er hat viele Dinge in seinem Leben getan. Er war unter anderem mal der weißeste Mensch auf Erden, hat auch wahrscheinlich die dümmsten Fehler begangen, hat dies auch in der Zwischenzeit wieder bereut. War natürlich furchtbar reich, genauso hat er seinen Reichtum für ganz falsche Dinge verwendet. Und schreibt am Ende seines Lebens hier diese Weisheiten auf.
[4:10] Und vielleicht das erste, was einem hier raussticht aus diesen Versen, ist, dass es nicht nur für die guten Dinge seine Zeit hat, sondern es gibt auch für die schlechten Dinge seine Zeit. Die Bibel geht damit ganz offen um. Es passiert nicht immer nur Gutes im Leben, sondern es passiert auch Schlechtes im Leben. Wir kennen das zum Beispiel aus dem Gleichnis von Jesus, als er sagt: Der kluge Mensch baut sein Haus auf dem Felsen, nicht auf dem Sand. Denn beim Sand, da kommt der Regen, da kommt der Sturm, da kommt die Flut und fegt alles hinweg. Jetzt, bei einem Felsen, kommt ja immer noch der Regen und immer noch die Flut und immer noch der Sturm. Das heißt, die Gewalten, die Herausforderungen, die Veränderungen im Leben, für die das symbolisch steht, sind nicht weg, sondern das Haus auf dem Grund kann diesen Dingen widerstehen und es bleibt fest. Und das ist der große Unterschied, den man hier sehen muss, als Christ und als einer, der sich auf Gott verlässt und damit auf den Stein baut und sein Fundament tief legt.
[5:27] Wir lesen mal noch hierzu Prediger 7, Vers 14. Und hier heißt es: Am guten Tag sei guter Dinge und am bösen Tag bedenke. Auch diesen hat Gott gemacht, gleich wie jenen, wie er der Mensch auch gar nicht herausfinden kann, was nach ihm kommt. Die Idee hier ist, dass wenn du eine gute Zeit durchmachst, wenn du eine gute Zeit hast, wenn Segen deinem Weg kommt, dann freu dich darüber.
[6:02] Es ist ganz nett auch illustriert von Jesus selber. Ich schlage mal kurz auf in Matthäus 9, Vers 15. Und man darf den Finger drin lassen, wir kommen wieder zurück zum Prediger. Matthäus 9, Vers 15. Ja, wenn man vor der Kamera ist, dann dauert das Blättern irgendwie immer ein bisschen länger. Und hier sagt Jesus, er wird gefragt und er gibt eine Antwort zu den Jüngern von Johannes. Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten.
[6:49] Die Idee hinter diesem Vers ist, dass die Jünger von Johannes dem Täufer fasten, genauso wie die Pharisäer auch regelmäßig fasten. Und er hatte sogar noch diese Angewohnheit, dass man beim Fasten den Kopf hängen lässt und sich betrauert. Und sie kamen zu Jesus und sagten: Deine Jünger, die machen das gar nicht. Die sind immer freudig hier mit dir. Und der Jesus sagt, was ganz wichtig ist: Solange ich bei den Jüngern bin, und er wusste ganz genau, dass er bald weggeht, solange ich hier bin, sollen sich meine Jünger über mich freuen. Wir sollen freudsam haben. Es wird die Zeit kommen, da werde ich weg sein, da werden Schwierigkeiten die Jünger befallen, Verfolgung in Jerusalem und darüber hinaus. Und dann ist die Zeit, wo auch meine Jünger fasten werden.
[7:40] Und das sollten wir uns wirklich auch zu Herzen nehmen als Christen. Es gibt ja so ein bisschen die Tendenz unter uns Christen, dass wir manchmal immer etwas traurig sind, immer die Sachen vielleicht etwas negativ sehen. „Oh, die Welt ist so schlecht und das ist so furchtbar und hier, was sich hier getan hat.“ Aber die Bibel gibt uns ein anderes Bild. Ein Christ sollte fröhlich sein. Wenn uns etwas passiert, sei fröhlich. Und es werden schwierige Zeiten auf uns zukommen, genauso wie schöne Zeiten auf uns zukommen können. Und wenn schwierige Zeiten auf uns zukommen, dann ist der Punkt, wo wir auch mal trauern können. Dann ist der Punkt, wo wir auch mal fasten können, wo wir zu Gott innig beten, aber auch wissend, dass wieder gute Zeiten auf uns zukommen.
[8:24] Ja, die Sonntagslektion beginnt, nicht wahr, im Anfang. Das ist oft bei den Lektionen so, nicht wahr, dass die am Anfang mit 1. Mose beginnen. Im Anfang ist ja das Wort, das verwendet wird im Hebräischen, um dieses erste Buch Mose zu beschreiben. Nicht wahr? Im Hebräischen nimmt man immer das erste Wort des Buches quasi her, und so heißt eben das Buch. Und im Hebräischen heißt es: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
[9:00] So viel erinnere ich mich noch von meinem kurzen Theologiestudium. Und da muss man aber ein bisschen angeben. Die Frage war: Ist Gott Zufall oder ist er Ordnung? Die Frage wird hier gestellt in der Sabbatschul-Lektion und 1. Mose wird aufgeworfen als Vers. Und die Idee ist, dass als Gott erschaffen hat, nicht wahr, am Anfang war die Erde wüst und leer. Da gibt es ja dieses hebräische Wort, nicht wahr, Tohu wa-bohu, also alles ist im Chaos. Und als Gott dann kommt und sein Werk tut, wird auf diesem ungeformten Planeten ein wunderschöner Planet mit Leben und mit Tieren drauf.
[9:49] Und die Idee hier ist, dass Gott aus der Unordnung eine Ordnung schafft. So wie er auch aus der Dunkelheit Licht macht, macht Gott aus der Unordnung die Ordnung. Hier wird auch gleich ein sehr schönes Zitat von Ellen White vorgebracht, und zwar, dass Ordnung das erste Gesetz im Himmel ist. Vielleicht beachten wir das manchmal nicht genug. Gottes Ideen sind Ideen der Ordnung.
[10:20] Und man sieht es manchmal unter Christen, wie kann ich das am besten darlegen? Vielleicht sage ich es mit unserer Adventgeschichte. Ich liebe unsere Geschichte als Adventisten. Am Anfang waren ja ganz viele Adventisten von der Christian Connection und anderen Gemeinden. Und gerade diese Christian Connection Leute, wie zum Beispiel der James White und der Joseph Bates, das wollte ich sagen, und andere, die hatten diese Idee, dass es bloß keine Organisation unter diesen Gemeinden geben soll. Jede Gemeinde soll sich selbst verwalten, so ähnlich wie die Presbyterianer das heute noch praktizieren. Und man sollte keine zentrale Kirchenorganisation haben. Man hat es direkt gleichgesetzt mit dem Katholizismus, der ja ganz frisch in Erinnerung war, wie er die Leute aus Europa vertrieben hat und verfolgt hat.
[11:19] Und dann später, als man 1863 einen Namen ausgesucht hat, hat man gesagt: Wir organisieren uns jetzt als Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten. Der Uriah Smith und der James White waren da wirklich sehr aktiv, dass das passiert. Es war ihnen sehr wichtig, dass man ein gutes finanzielles Modell hat, dass man die Prediger, die unter den Gemeinden unterwegs waren, finanziell unterstützen kann, damit man auch das wöchentliche Paper, wie heißt es auf Deutsch, die Zeitung, die man rausgebracht hat, den Review and Herald, dass man den gut finanzieren kann. Bisher hat man sich auf Spendengelder berufen, aber jetzt hat man gesagt: Wir möchten, dass wir hier wirklich eine finanzielle Basis haben. Es ist alles noch auf Basis der Spendengelder, aber eine organisierte Struktur, wie diese eingesammelt und wie diese auch gegeben werden.
[12:13] Und zu der Zeit haben sich viele gegen diese Ordnung etwas gesträubt, weil man eben noch im Kopf hatte, und ich war gerade von der Christian Connection, Gemeindeordnung ist etwas Böses. Man hat gesagt: Gemeindeordnung ist der erste Schritt in die totalitäre Herrschaft. Und man hat natürlich gerade einen Papst damit in Verbindung gebracht, der die Kirche komplett von seinem Stuhl aus leitet. Aber unsere Gemeinde hat sich organisiert, und wir sollten hier sehen, dass Gott ein Gott der Ordnung ist. Er möchte, dass auch wir als Gemeinde organisiert sind, und er möchte, dass wir in unserem persönlichen Leben eine Ordnung in unserem Leben haben.
[12:56] Sowas wie eine Tradition, vielleicht ist Tradition nicht das falsche Wort, einfach ein Rhythmus, den man in seinen eigenen Tag einbaut. Sogar wenn man sagt: Ich bete vielleicht dreimal pro Tag, ich bete zweimal pro Tag, ich habe meine ganz festen Zeiten. Das ist etwas, das Gott befürwortet. Auch wenn es die Bibel, wenn man vielleicht, ich versuche jetzt die richtigen Worte zu finden, Jesus hat sich immer über die Pharisäer beschwert, die zwar auf der einen Seite das eine gemacht haben, auf der anderen Seite tote Christen oder religiös tot waren. Und wir manchmal vielleicht denken, sobald wir irgendeine Art Rhythmus in unser Leben einbauen mit Gott, dann wird es zu einem toten Rhythmus.
[13:42] Und ich möchte sagen: Gott möchte, dass wir eine Ordnung in unserem Leben haben, auch wenn er nicht möchte, dass wir tote Christen sind. Das geht also, das muss man nicht voneinander trennen, das passt zusammen. Jetzt habe ich sehr viel darüber geredet, das fahren wir fort.
[13:57] Es wird noch hier 1. Mose 28 aufgeworfen, den lesen wir ganz kurz. 1. Mose 8, 22. Und hier steht: Von nun an soll es nicht aufhören: Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht.
[14:23] Auch wenn Gott hin und wieder mal diese Ordnung etwas zerstört hat. Nicht wahr, wir denken an die Flut, wir denken an verschiedene Trockenperioden und Hungersperioden durch die Bibel hinweg, die immer wieder aufkommen. Ganz prominent natürlich mit Elia und den dreieinhalb Jahren, wo es nicht geregnet hat. Aber immer wieder kehrte die Erde zu dieser Ordnung zurück. Es gab immer den Winter und den Sommer, oder wenn man vielleicht in tropische Klimabereiche geht, dann gibt es immer die Regenzeit und die Trockenzeit. Und es gibt diesen jährlichen Rhythmus.
[14:55] Gott hat die Planeten und das Sonnensystem so erschaffen, dass es stabil in sich funktioniert. Die Erde rotiert um die Sonne und es verändert sich nichts von Jahr zu Jahr, beziehungsweise es verändert sich so minimal von Jahr zu Jahr, dass wir uns immer wieder auf diesen Jahresrhythmus verlassen können. Gott ist ein verlässlicher Gott, wir können uns immer wieder darauf verlassen, selbst wenn etwas Schweres im Leben passiert. Es gibt die Zeit, ich werde nochmal das zitieren von Prediger: Es gibt immer die Zeit für das Schwere, die Zeit des Ausreißens, aber dann gibt es auch wieder die Zeit des Einsehens.
[15:39] Gott hat uns diesen Planeten auch übergeben und wir sollen auf diesem Planeten handeln. Vielleicht werde ich das später nochmal kurz einwerfen, ich habe nicht später nochmal einen Punkt dazu. Wir gehen in den Montag, den ich hier suchen muss auf meinem Papier.
[15:58] Der Rhythmus des Lebens. Hier werden einige Bibelfersse aufgeworfen oder hingeschrieben, wo es um verschiedene Lebenszyklen geht. Der erste spricht über den Zyklus der Saat und Ernte. Die zwei Verse, die als nächstes kommen, sprechen über das Wachstum eines Kindes. Dann sprechen die nächsten zwei Verse über die Jugend eines Menschen. Dann sprechen die nächsten zwei Verse über das Altwerden und das Sterben. Und der letzte Vers fasst so ein bisschen zusammen und spricht darüber: Unsere Tage sind 70 Jahre, vielleicht ein bisschen mehr, vielleicht ein bisschen weniger. Was haben wir mit dieser Zeit angefangen?
[16:40] Und es zeigt uns, dass Gott unser Leben auch so entworfen hat, dass es einfach Zyklen gibt. Jetzt vor allem dadurch, dass wir relativ jung sterben, wenn man es vergleicht mit den ersten Menschen auf dieser Erde, gibt es eben genau diese Phasen der Kindheit, es gibt die Phase der Jugend, es gibt die Phase des Erwachsenseins und es gibt die Phase des Sterbens.
[17:06] Und vielleicht hier kurz eine Parallele zu ziehen zur Familie. Auch wenn man über eine Familie nachdenkt, dann gibt es in einer Familie Phasen. Ich bin noch relativ jung, ich habe jetzt gerade erst vor zwei Jahren geheiratet. Und wenn man frisch heiratet, kann ich vielleicht allen Jüngeren sagen, die zuschauen: Dann ist es eine wunderschöne Zeit, in der man eine Familie aufbauen kann. Ich bin natürlich fundamental nicht dazu ausgerüstet, über andere Phasen der Ehe zu sprechen. Aber es gibt auch in der Familie die Phase des Aufbauens. Man ist jung zusammen, man lernt sich gegenseitig kennen.
[17:45] Es gibt natürlich die Phase, wo man dann Kinder bekommt, wo man Geld verdienen muss, wo man zusammenarbeiten muss, um Kinder aufzuziehen. Es gibt auch die Phase, wo dann die Kinder aus dem Haus gehen, wo man sich einer ganz anderen Realität wieder gegenüber sieht. Es gibt auch eine Phase, wo dann eine Familie wieder abgebaut wird. Es gibt die Phase des Sterbens, auch in einer Familie. Und man muss damit umgehen. Es ist eine Kreation Gottes, das dürfen wir manchmal nicht vergessen. Und teilweise auch sollten wir das vielleicht etwas mehr schätzen, wie Gott uns das Leben geschenkt hat.
[18:21] Im nächsten Tag geht es um das Unerwartete. Jetzt stellen wir uns die Frage: Wie gehen wir mit etwas Unerwartetem um? Als sehr prägnantes Beispiel wird natürlich Hiob hier angeführt. Wir können auch mal kurz reinlesen in Hiob 1, Vers 13. Der ist natürlich direkt vor den Psalmen. Hiob 1, Vers 13. Es geschah eines Tages, als seine Söhne und Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders saßen und Wein tranken, da kam ein Bote zu Hiob und sprach: Wir kennen die Geschichte. Es war nicht der einzige Bote, der zu Hiob kam. Es kamen gleich vier Boten, alle nacheinander, und haben gesagt: Deine Herde wurde hier entführt. Deine Herde ist hier gestorben aufgrund eines Feuersturms. Deine Kinder waren zusammen im Haus und das Haus ist zusammengebrochen wegen einem Wind.
[19:33] Natürlich, der ultimative Schicksalsschlag. Aber auch hier im Prediger, wo es vielleicht mehr ein bisschen um das tägliche Leben geht, mehr um das, was wir auch erfahren können, spricht es über eine sehr ähnliche Idee. Und zwar im Prediger 3, Vers 6. Vielleicht Vers 7, weil es von der englischen ist manchmal ein Vers verschoben. Vers 7: Zerreißen hat seine Zeit und flicken hat seine Zeit.
[20:06] Es gibt Zeiten, da werden Sachen zerrissen in unserem Leben. Da gehen Dinge schief. Und als Christ ist es etwas, auf das wir auch vorbereitet sein sollen und müssen. Ich lese noch den nächsten Vers und dann mache ich den Punkt hier. Und zwar Hosea 6, Vers 1, der noch dazu passt. Hosea, und keine Angst. Mir geht es immer genau so, dass die kleinen Propheten immer an anderen Stellen sind, wo man sie nicht sucht. Hätte ich mir den Vers nochmal hier direkt aufgeschrieben. Jetzt suche ich hier nach dem Buch. Ja, nach dem Daniel Gelbers war es doch. Ja, jetzt habe ich es. Hosea 6, Vers 1.
[21:03] Hier steht: Kommt, wir wollen wieder umkehren zum Herrn. Er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen. Er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Ja, hier kommt ganz klar die Idee raus: Gott erlaubt manchmal schlechte Dinge zu passieren, aber dann werden auch wieder gute Dinge passieren.
[21:23] Und wenn wir das so lesen, kommen wir nicht umhin, einen Gedanken zu haben, den viele religiöse Menschen schon vor uns gehabt haben und der vor allem auch im Islam relativ weit verbreitet ist. Daher kenne ich ihn auch, ich habe es mir so aufgeschrieben. Es gibt ja dieses Sprichwort: Inschallah. Die Idee dahinter ist, wenn etwas Schlechtes passiert, sagt man: Es war in Gott. Es ist in Gott passiert, ich nehme es einfach so entgegen, so soll es halt sein. Und das wird unter den islamischen Gläubigen oftmals auch ein bisschen missbraucht. Man sagt dann so: Es passiert so viel Schlechtes, ich kann nichts machen. Ich werfe meine Hände in die Höhe, Inschallah.
[22:03] Und die Frage ist: Gehen wir so mit Gott um? Sind wir ohnmächtig vor Gott? Und ich sage nein, die Bibel sagt nein. Die Bibel und Gott möchte, dass wir selbstbestimmte Christen sind. Ich habe zuerst am letzten Sabbat eine Predigt gehalten über christliche Erziehung, christliche Bildung vielmehr. Da gab es wundervolle Pioniere in unserer Adventgeschichte, den Edward Alexander Sutherland zusammen mit dem Percy McGann, die wirklich ein atemberaubendes Bildungswerk aufgebaut haben. Und ihre ganz große Motivation war, dass Menschen zu selbstbestimmten Christen gemacht wurden, dass Menschen lernen, wie man Entscheidungen trifft, wie man im Leben vorwärts geht, wie man Dinge anpackt, wie man Sachen aufbauen kann.
[22:58] Das war was der Edward Alexander, der auch mal mit der Ellen White einige Jahre zusammen gelebt hat, während er studiert hat, von ihren Schriften, gerade dem Buch Education, auch Christian Education herausgelesen hat, dass Christen sollen selbstbestimmt sein. Christen sollen wissen, wo es lang geht. Christen sollen der Kopf sein und nicht der Schwanz. Und das ist die Idee, mit der wir an die Bibel herangehen, vor allem als Adventisten. Gott möchte, dass wir selbst gute Entscheidungen treffen können.
[23:32] Er möchte nicht... Das ist falsch, das muss ich korrigieren. Er möchte nicht, dass wir handeln und den besten Weg finden. Er möchte, Gott möchte, dass wir handeln und den besten Weg finden.
[23:51] Manchmal kommt es natürlich in der Bibel vor, dass Gott direkt zerstört. Hiob ist natürlich das klassische Beispiel. Aber wenn Gott direkt zerstört, wie bei Hiob oder wie bei Josia, Elia, wo den Himmel zumacht und kein Regen mehr kommt, dann baut er auch wieder auf. Und das kommt ja ganz klar heraus auch bei den Predigern, wo es heißt, es gibt eine Zeit des Zerstörens und des Aufbauens. Es gibt eine Zeit des Einpflanzens und des Ausreißens.
[24:26] Oftmals, eigentlich viel öfter in der Bibel, ist es so, dass Gott hilft den Menschen etwas aufzubauen, zum Beispiel den Tempel, zum Beispiel die Stadt Jerusalem. Aber dann durch die schlechte Haushalterschaft der Menschen dieses wieder zu Bruch geht und Gott erlauben muss, dass feindliche Heere einfallen und alles wieder zunichte machen. Er dann aber wieder einspringt, die Israeliten wieder aus dem Exil zurückbringt und ihnen wiederum hilft, das Werk aufzubauen.
[24:57] Eines meiner Lieblingsbücher ist Nehemia, wo man sieht, wie Gott dem Nehemia direkt hilft, mit sehr viel Weisheit vor dem König zu stehen, mit sehr viel Weisheit seinen Landesgenossen in Jerusalem selbst entgegenzutreten, damit am Ende wirklich diese Mauer wieder aufgebaut werden kann, die so lange in Trümmern lag, weil alle sich gedacht haben: Das schaffen wir sowieso nicht, die aufzubauen. Und dann gab es Kämpfe innerhalb der Fraktionen und Neidereien und Geldmachereien und solche Geschichten.
[25:34] Und Gott möchte, dass wir weise sind. Ein Vers dazu, den ich sehr mag, ist Psalm 1, sehr bekannter Psalm. Psalm 1, ich lese die ersten drei Verse. Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf dem Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachdenkt Tag und Nacht.
[26:04] Die Idee hier ist, dass ein selbstbestimmter Christ ist einer, der seine eigenen Entscheidungen treffen kann, aber nicht gegen Gott, sondern dass er eine Lust hat am Gesetz des Herrn. Dieses schlechte Beispiel, das Gegenbeispiel wäre, dass jemand einfach nur das tut, was er möchte. Die Idee eines Christen ist, dass er das tut, was weise und was gut ist, wissend und einhaltend das Gesetz Gottes.
[26:32] Und dann im Vers 3: Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen. Und hier kommt wieder die gleiche Idee raus, wie auch bei dem Haus, ich war bei Jesus, der einmal auf dem Sand und einmal auf dem Felsen gebaut wurde, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Und seine Blätter verwelken nicht und alles, was er tut, gerät wohl. Selbst wenn etwas Herausforderndes passiert zu diesem Baum. Man kann auch mal drumherum die Pflanzen eingehen, dieser Baum ist an den Wasserquellen gepflanzt.
[27:02] Und er steht durch die schwierigen Zeiten, so wie der Christ, der weise ist, der weiß, wo er lang gehen muss, der die Weisheit Gottes hat und dem Gesetz Gottes folgt, auch durch die schwierigen Zeiten hindurch geht, weil er weiß: Alles hat seine Zeit.
[27:20] Und dann lesen wir noch zum Abschluss zu diesem Tag zumindest Jeremia 31, Vers 28. Jeremia 31, Vers 28. Wo es heißt: Und es soll geschehen, wie ich über sie gewacht habe, um sie auszureißen, zu zerstören, sie niederzureißen und zu verderben und ihnen übel zu tun, so werde ich über sie wachen, um aufzubauen und zu pflanzen, spricht der Herr.
[27:59] Jeremia, der war ja kein sehr glücklicher Prophet, der hat oft sehr viele harte Zeiten hinter sich gehabt. Aber er hat diese klare Botschaft gehabt: Obwohl ich jetzt ausreiße, sagt Gott, werde ich auch wieder aufbauen, indem er Leute zurückbringt aus dem Exil.
[28:16] Und hier passt auch jetzt das andere dazu, was ich vorher übersprungen habe vom Sonntag. Gott hatte diesen Planeten geschaffen, ich war dieser Planetenordnung und er hat ihn uns übergeben. In Mose 1, in 1. Mose 2, Vers 15 kann man das nachlesen, wie Gott uns Menschen in den Garten Eden gesetzt hat, um diesen Garten Eden zu pflügen, zu bebauen, sich darin zu entfalten. Gott möchte, dass wir handeln. Deswegen hat er uns ja geschaffen. Er hat uns ja mit einem eigenen Gehirn geschaffen, damit wir selbst kreativ sind. Gott ist ein Schöpfer, ein Creator heißt es im Englischen, ich war einer, der erschafft, und er hat uns nach seinem Bilde geschaffen. Deswegen möchte er auch, dass wir erschaffen, dass wir kreativ sind.
[29:08] Gott möchte, dass wir vorausschauend handeln und klare Pläne haben. Wer kennt nicht diesen Vers aus Josua, dem ersten Josua, wo Gott zu Josua sagt im Vers 9: Ich habe dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst. Sei unerschrocken und sei nicht verzagt, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst. Zuvor heißt es natürlich: Halte meine Gebote, wandle in meinen Anordnungen, aber mach deine eigenen Entscheidungen. Geh du, und ich bin mit dir.
[29:49] Und Gott möchte auch, dass wir auf seinen Geist hören, um diese Pläne anzufassen. Es ist die Idee: Gott möchte, dass wir selber Pläne machen. Es gibt teilweise Christen, die sagen: Ich mache keine Pläne, Gott möchte mich durch seinen Heiligen Geist leiten, und sobald ich Pläne mache, rebelliere ich gegen Gott. Das ist nicht die Idee Gottes. Gott möchte, dass wir Pläne machen und eigene Schritte gehen. Aber wenn er mit seinem Geist zu uns spricht, um vielleicht diesen Plan einmal zu ändern, weil er weiß, hier lauern Gefahren, ich möchte, dass du in die Richtung gehst, wie natürlich ein ganz klassisches Beispiel der Paulus, der eigentlich nach Kleinasien wollte und dann Gottes Geist ihm gesagt hat: Geh nicht nach Kleinasien, sondern geh die andere Richtung, geh nach Griechenland. So sollen auch wir auf Gott hören.
[30:41] Und es ist aber wichtig zu wissen, dass in der Bibel, wenn man zum Beispiel mal den Josef als Beispiel nimmt, der Josef hat sehr viel mit Gott kommuniziert, er hat auch Visionen bekommen, aber diese Visionen sind ihm nicht jede Woche zugefallen, sondern wir lesen vielleicht von drei, vier, fünf Begebenheiten in seinem Leben, wo er direkt von Gott geführt wurde. Den Rest der Zeit, die vielen Jahre, die Gott nicht zu ihm gesprochen hat, da musste er auf Gott vertrauen, auch wenn es um ihn herum so aussah, als ob Gott ihn verlassen hätte, und er musste seine eigenen weisen Entscheidungen treffen und wandeln in Gottes Gesetz.
[31:21] Soviel dazu. Gehen wir weiter zum nächsten Tag, und die Idee ist hier: Die Änderungen. Ich mach das mal hier kurz auf, dass ich das richtig hab. Ihr seht, mein Drucker hat das ganz komisch ausgedruckt. Ja, Veränderungen. Wie gehen wir mit Veränderungen um? Und hier in Prediger 3, Vers 6 oder Vers 7 oder Vers 5, muss ich nochmal korrigieren, heißt es: Eine Zeit zum Behalten und es gibt auch eine Zeit zum Wegwerfen.
[31:53] Es gibt im Leben Änderungen. Manchmal bleibt der Mensch gleich, manchmal verändert er sich. Gott vor allem verändert Menschen. Es ist gerade Gottes Werk, dass er Menschen verändert. Die Lektion macht hier gerade das Beispiel von Paulus. Wir lesen mal ganz kurz im Galaterbrief, wie Paulus hier seine eigene Veränderung beschreibt. Galater 1, Vers 15. Dann sagt er, wie lange er dort war.
[32:54] Die Idee hier ist, dass Paulus diese ganz dramatische Bekehrung erlebt hat. Gott begegnet auf diesem Weg und hat ganz klar gemerkt, dass er falsch lag. Und jetzt stand eine Veränderung bevor. Und diejenigen unter uns, die so eine Bekehrung erfahren haben, die wissen, wie so etwas funktioniert. Man lernt Gott zu lieben, man lernt sein Wort zu lieben und man merkt direkt, dass Veränderungen im Leben anstehen.
[33:25] Beim Paulus waren die Veränderungen so radikal, dass er sich Zeit genommen hat, nicht mal mit irgendwelchen anderen Leuten, die er vorher kannte oder jetzt gerade kennengelernt hat, gesprochen hat, sondern er ist allein in die Wüste und hat sich Zeit genommen, nachzudenken. Und so auch, wenn sich ein Mensch bekehrt, dann kommt nicht nur Neues in sein Leben, sondern es muss auch viel Altes von seinem Leben entfernt werden. Man verliert oft viele Freunde, so ist es mir gegangen, so geht es vielen, die sich zu Gott bekehren. Die jetzt sagen: Ich kann mit diesen Freunden, die ich vorher hatte, nicht mehr zusammen sein, sondern ich wähle jetzt das Zusammensein mit Christen, mit wahren, bekehrten Christen.
[34:09] Und die Sabbatschul-Lektion erwähnt jetzt die Familie hiermit wieder. Ich war die vielen Ehefrauen, die zu diesem Ehepaar kamen, die Consecras. Ich kenne die beiden, wir sind uns mal in New York begegnet, eine ganz nette Familie, die die Sabbatschul-Lektion geschrieben haben. Und die kümmern sich in der Generalkonferenz um das Thema Familie. Und viele Ehefrauen haben sich gefragt: Ich habe immer versucht, meinen Ehemann zu verändern, aber es hat nicht funktioniert, weil wir Menschen andere Menschen nicht verändern können. Gott kann wahre Veränderungen erwirken.
[34:47] Deswegen ist auch das Gebet sehr kraftvoll. Auch wenn wir vielleicht schon jahrelang gebetet haben und wir denken, es ist nichts passiert. Ein wahres Gebet ist kraftvoll. Wenn Gott einen Menschen verändert, dann verändert er ihn nicht von außen heraus. Nicht wahr, dass jemand vielleicht zuschreibt: Ich mache das nicht mehr, ich mache das jetzt anders, ich tue jetzt doch meine Socken selber in den Wäschekorb oder hänge die Wäsche auf jedes Mal. Sondern die Veränderung kommt von innen heraus. Und das ist die wahre Veränderung, die wir eigentlich anstreben sollen.
[35:20] Und ganz unten steht mein Lieblingsvers in der Bibel, das ist der Philipper 1, Vers 6, den ich mit euch gerne lesen möchte. Philipper 1, Vers 6. Na, verblätter ich mich mal wieder in der Bibel. Und hier sagt Paulus etwas sehr Kraftvolles. Er sagt: Weil ich davon überzeugt bin, dass der, welchen euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.
[35:57] Hier geht es jetzt natürlich weniger um Veränderung von Ehemännern, sondern eher um die Veränderung von uns selber. Aber es ist trotzdem ein wunderschöner Vers, der uns sagt: Wenn du eine Bekehrung erlebt hast, wenn du weißt, dass Gott in deinem Leben ein gutes Werk angefangen hat, dann kannst du dich darauf verlassen. Vielleicht sieht es manchmal nicht so aus, als ob Gott gerade noch an dir arbeitet. Vielleicht bist du jetzt schon 20 Jahre bekehrt und du denkst: Ja, das Leben geht halt so voran und ich habe meine Schwierigkeiten und manchmal fällt es mir eben schwer, die Bibel morgens anzufassen und durchzulesen. Und ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt noch so ein guter Christ bin. Und ich habe das Gefühl, das Feuer ist so vergangen.
[36:39] Die Bibel sagt: Wenn Gott in dir ein gutes Werk angefangen hat und du Gott vertraust, dann wird er dieses Werk in dir verändern, bevor Jesus wiederkommt. Es ist nicht etwas, wo wir mit aller Kraft selbst versuchen müssen, das zu tun, sondern wir können uns hier auf Gott verlassen und wissen, dass er uns verändern wird, wenn wir uns auf ihn verlassen.
[37:12] Kommen wir zum Donnerstag. Und hier geht es jetzt um die Interaktion mit anderen. Und da kommen wir vielleicht auch in das Feld, das jetzt am ehesten und am nächsten mit der Familie zu tun hat. Es werden vier Verse aufgezählt. Die lesen wir jetzt nicht alle durch. Ich picke jetzt mal einen raus. Und zwar vielleicht den 1. Thessalonicher 3, Vers 12, recht repräsentativ für das, was eigentlich in allen gesagt wird. 1. Thessalonicher 3, Vers 12.
[37:52] Die Idee ist hier, dass gerade die Gläubigen untereinander Liebe haben sollen. Jetzt müssen wir vielleicht doch noch den Epheser lesen, weil hier geht es ein bisschen mehr praktisch zu. Epheser 4, Vers 2, wo es dann heißt: Indem ihr mit Demut und Sanftmut, mit Langmut einander in Liebe ertragt. Ich habe jetzt die Worte mal, wie ich sie aus dem Englischen gelesen habe. Ich war darüber gesprochen von Geduld, von Nettigkeit, von Sanftmut.
[38:24] Das ist vermutlich der schwerste Bereich im Leben, wie man mit anderen Menschen umgeht. Gerade mit Menschen, die man sehr gut kennt, die man sehr lange kennt. Wer kennt es nicht, dass in einer Gemeinde irgendwelche Feuerchen oder eine Glut brennt zwischen Gemeindegliedern, wo man denkt: Eigentlich sind sie doch alle Christen. Eigentlich sollten sie sich doch verstehen. Eigentlich sind sie doch so ähnlich von dem oder so fast genau gleich von dem, was sie glauben, auf das, was sie hoffen. Und doch haben sich Bitterkeit breitgemacht unter den Gemeindegliedern. Und plötzlich kann man sich nicht mehr in Liebe begegnen, sondern man faucht sich fast schon an. Vielleicht nicht offen mit den Worten, aber wenn man zwischen den Zeilen liest.
[39:15] Aber Gott ruft uns auf, wir sollen Geduld haben miteinander, Nettigkeit haben miteinander und Sanftmut. Und das geht am besten, wenn wir uns in den anderen reinversetzen und versuchen zu verstehen, warum eine Person reagiert, wie sie reagiert, anstatt zu denken: Der macht das und die macht das, und sie machen das aus einem bösen Motiv heraus.
[39:45] Und wenn das nicht funktioniert, ist es gut, dass wir unseren Blick auf Jesus wenden. Denn die Bibel hat einen sehr prägnanten Vers, den ich jetzt mal paraphrasiere und noch mal in das Material hier, das Sendemanuskript, mit reinschreibe, dass wenn eine Bitterkeit in uns wächst, dann dürfen wir diese Bitterkeit nicht wachsen lassen, denn die zerstört alles Zwischenmenschliche. Sondern wenn wir den Blick auf Jesus lenken, bevor diese Bitterkeit groß wird, dann können wir diese wieder loswerden.
[40:21] Und auch innerhalb der Familie ist es ganz besonders wichtig, dass wir einander verstehen. Und es ist vor allem schwierig, da in der Familie oft ein, ich war, oft ist jetzt das falsche Wort, da in der Familie ja eine Frau und ein Mann zusammenkommen. Jetzt sind Frauen und Männer generell anders gestrickt. Und es gibt einfach gewisse Bereiche, wo ich als Mann denke: Das ist doch normal und natürlich macht man das so. Und für die Frau ist das ein, ja, total verrückt, natürlich macht man das anders. Und nicht nur denken wir das aktiv in unserem Hirn, sondern das ist auch einfach eingewebt in unser Verhalten.
[41:12] Ein ganz klassisches Beispiel, ich war, wenn der Mann nicht mehr weiter weiß, dann zieht er sich zurück und muss erstmal drüber nachdenken. Und die Frau, die muss drüber reden. Das gilt nicht für alle Frauen und für alle Männer, aber das ist so generell, kann man das so einfach mal generalisieren, dass die Frauen, die müssen reden, um etwas zu verarbeiten, und die Männer ziehen sich zurück. Und das kann natürlich ganz klassisch zu Konflikt führen, denn wenn beide Konflikt haben und der eine will reden und der andere zieht sich zurück, dann sehen wir das immer an als etwas Negatives von dem anderen.
[41:43] Und da ich hier natürlich nicht die ganzen Prinzipien alle aufzählen kann, möchte ich gerne ein Buch empfehlen. Im Sendemanuskript habe ich zwei Links rein. Und zwar gibt es da zwei Bücher, das eine heißt „Frauen sind Männersache“ und das andere heißt „Männer sind Frauensache“. Das wurde von einem christlichen Ehepaar geschrieben. Und die haben nicht einfach nur auf Gutdünken irgendwas hingeschrieben, sondern sie haben jahrelang und ganz systematisch Frauen und Männer befragt und Befragungen durchgeführt zu ganz ausgezeichneten Fragen. Und im Buch werden diese Fragen auch aufgelistet und gezeigt, wie viel Prozent wie geantwortet hat. Und darauf basierend haben sie dann mit sehr netten Geschichten erklärt, wie denn eigentlich der Mann funktioniert und wie die Frau funktioniert. Und erklären das dann quasi dem anderen Geschlecht.
[42:36] Ich lese gerade das Buch „Frauen sind Männersache“ und meine Frau liest genau das andere. Wir haben das auch erst empfohlen bekommen und es ist wirklich ausgezeichnet, wie man ein Verständnis dafür bekommt, wie der andere denkt. Und wie man dann mit Situationen, die einen vorher total frustriert haben, plötzlich umgehen kann, weil man merkt: Das und das passiert momentan, jetzt muss ich so und so reagieren. Und ihr glaubt gar nicht, wie das weiterhilft, wenn man mit einem Menschen, vor allem länger zusammenlebt und sich manchmal innerlich denkt: Das ist ja der furchtbarste Drache, mit dem ich hier im Haus wohne, wie soll ich mit dem nur jemals umgehen. Hoffentlich ist es bei dir nicht so. Aber falls es so ist, das Buch kann dir helfen. Falls es nicht so ist, kann dir dieses Buch helfen, noch eine viel schönere Familienerfahrung zu haben.
[43:26] Und ich möchte gerne abschließen mit einem Zitat vom Freitag von Ellen White. Ich habe das auch ganz frei übersetzt, weil ich ja das englische Material hatte. Und wer es auf Deutsch gerne nochmal lesen will, findet es natürlich dann in der Freitagssektion aus dem Buch „The Adventist Home“. Und hier heißt es: Das Zuhause mag einfach sein, aber es kann immer ein Ort sein, wo fröhliche Worte gesprochen werden und nette Taten getan werden, wo Höflichkeit und Liebe zu Gast ist.
[44:01] Eines der fundamental wichtigsten Prinzipien und das, was, wenn ihr jetzt alles vergesst, nicht wahr, das, was ihr mitnehmen sollt aus dieser Sabbatschul-Lektion: Zuhause ist kein Ort, wo wir die Sorgen unserer Arbeit mitbringen. Zuhause ist kein Ort, wo wir ungeduldig sind und wo schnell unsere Nerven platzen. Zuhause ist ein Ort, wo ganz kleine Nettigkeiten ganz weit gehen. Und Zuhause ist ein Ort, wie es hier heißt, wo fröhliche Worte gesprochen werden.
[44:38] Und wenn ihr mal wieder eingeladen seid irgendwo oder wenn zu euch Gäste kommen und ihr findet euch um euren Essenstisch herum und es wird sich beschwert oder man beschwert sich über den und über das und über den Zustand, dann sollte mal jemand aufstehen, wie das, finde ich sehr nett, die Ellen White praktiziert hat und gesagt: Hier am Essenstisch wird nicht über irgendwelche gemeine Geschichten geredet, sondern hier am Essenstisch gibt es nur fröhliche Konversation und keiner beschwert sich. Und das ist, denke ich, ein guter Rat.
[45:11] Und damit würde ich gerne abschließen und zwar mit einem Gebet. Großer Vater im Himmel, wir danken dir für dein Wort. Vater, wir danken dir, dass du uns auf diese Erde gesetzt hast in deinem Bild als kreative Menschen und du möchtest, dass wir selber Entscheidungen treffen und nach deinem Wort wandeln und du möchtest, dass wir ein fröhliches Haus haben und selbst das Zentrum sind, von dem fröhliche Worte und keine Beschwerden und keine Negativität ausgeht. Ich bitte dich, dass du uns hilfst, keine Bitterkeit in unserem Herzen zu haben. Im Namen Jesu. Amen.
[45:51] Damit verabschiede ich mich von der ersten Lektion und nächste Woche geht es natürlich wieder weiter mit der zweiten Lektion zum Thema der Familien. Gesegneten Sabbat noch, bzw. gesegneten Tag, falls unter der Woche geschaut wird oder gehört wird. Tschüss.