[0:00] Ein herzliches Willkommen auch an dieser Stelle jetzt zu der Fragerunde. Wir haben einen ganz spannenden Sabbat-Tag, der gestern schon begonnen hat und heute einen ganzen Tag mit dem Studium der sieben Posaunen verbracht. Und ich möchte einfach an dieser Stelle schon einmal ganz herzlich den beiden Rednern danken, dem Christopher Kramp und auch dem Johann Stefansson. Ich fand es sehr spannend und ich finde, es war nicht nur spannend, sondern man hat auch gemerkt, diese Begeisterung für unsere adventistische Prophetie-Auslegung. Und ich danke euch dafür ganz herzlich, dass ihr diese Begeisterung vermittelt habt, dass es nicht einfach nur ein trockenes Studium war, sondern ich glaube, es ist auch ein bisschen was von diesem Geist mitgeschwungen, der damals die Adventpioniere bewegt haben muss, diese Prophezeiungen zu studieren und anderen Menschen weiterzugeben.
[1:20] Und ich möchte uns an dieser Stelle noch einmal einladen, dass wir doch gemeinsam jetzt auch diese Fragerunde besonders unter das Gebet stellen wollen, dass Gott das auch segnen kann und dass wir etwas lernen, nicht nur in der Theorie, sondern wirklich für die Praxis, für unser Leben. Und vielleicht diese Begeisterung auch lernen können und sie weitergeben. Neigen wir unser Haupt doch, wo wir sind und laden den Herrn ein, dass er uns segnet. Unser lieber Herr Jesus Christus, danke dafür, dass du am Anfang stehst der sieben Posaunen, du kommst mittendrin vor und auch am Ende, du rahmst diese Kapitel in der Bibel förmlich ein und machst uns deutlich, dass Prophetie und Erlösungsplan zusammengehören und dass du im Mittelpunkt stehst. Und deshalb soll es jetzt nicht einfach nur um Geschichte gehen, um Jahreszahlen gehen und um menschliche Interpretationen, sondern es soll gehen um dein Wort, um die Wahrheit, um dich selbst und wie du unser Leben veränderst, wie du uns gebrauchst, um auch andere Menschen auf dein Kommen vorzubereiten. Und so wollen wir dich einladen, dass du uns jetzt segnest mit deinem Heiligen Geist und uns recht die rechten Gedanken schenkst, dass es ein Segen sei für alle, die jetzt das miterleben dürfen. Und dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.
[2:57] Also auch ein ganz herzliches Willkommen nicht nur an die, die jetzt hier sind in Stuttgart-Wangen, sondern auch an die, die per Livestream zugeschaltet sind. Wir haben jetzt hier von vor Ort ein paar Fragen bekommen, die wir den Rednern gerne stellen wollen. Aber sollte es trotzdem noch Fragen geben, die den einen oder anderen beschäftigen, besteht auch die Möglichkeit, über den Chat, Livestream-Chat, noch Fragen zu stellen. Und wir werden versuchen, so schnell wie möglich diese Fragen dann auch hier an dieser Stelle zu berücksichtigen.
[3:30] Ich habe schon gesprochen von dieser Begeisterung für das Wort und für die Prophetie und auch besonders für die Posaunen. Und da ist tatsächlich jetzt eine Frage gekommen, die war, ja wie kann man denn jetzt eigentlich Menschen begeistern für das Studium der biblischen Prophetie? Ihr seid offensichtlich begeistert, aber habt ihr vielleicht wie eine Empfehlung, wie man Menschen motivieren kann, die vielleicht diese Begeisterung für die Prophetie noch nicht haben oder nicht so die Gelegenheit hatten?
[4:11] Ich glaube, es ist eine ganz einfache Sache. Ich antworte so. Ich war vor kurzem bei Geschwistern zu Besuch und die Frau erzählte mir, als sie ihren Mann kennengelernt hat, hat sie enttäuscht festgestellt, dass ihr Mann ein großes Interesse an Modelleisenbahnen hat. Und sie fand, Modelleisenbahnen ist das langweiligste, was es gibt in der Welt. Aber sie liebte ihren Mann. Und weil sie ihren Mann liebte, hat sie in der Zeit ein großes Gefallen an Modelleisenbau bekommen. Ich glaube, wenn wir Jesus wirklich lieben, fangen wir an, immer mehr die Dinge zu lieben, die mit Jesus zu tun haben. Wenn ich Jesus liebe, möchte ich doch wissen, was er mir sagt. Und wenn Jesus in der Offenbarung etwas sagt, dann fange ich an, vielleicht sogar ein ganz kleines bisschen Interesse für Mathematik zu entwickeln, wenn ich wenigstens herausrechnen kann, was ich berechnen möchte. Und wenn ich Jesus liebe und er sagt, schau mal hier, auch wenn du dich nicht für Geschichte interessierst, aber dieser Teil von Weltgeschichte ist wirklich interessant, weil das hat mit mir zu tun. Ich glaube, dann fängt man an, sich auch für Geschichte zu interessieren. Man muss also kein Mathematikprofessor sein, kein Geschichts-was-weiß-ich-was. Aber wenn man Jesus liebt, dann sollte, ich glaube, ganz ehrlich, darf ich den Einsatz noch sagen, wenn wir Jesus wirklich lieben, sollten wir weniger Zeit mit Verschwörungstheorien verbringen im Internet, die nichts zu tun haben mit der Prophetie, und mehr mit den Dingen, die wirklich was mit der Prophetie zu tun haben. Warum verschwenden wir so viel Zeit mit Dingen, die so höchst spekulativ sind, und setzen uns nicht hinter und studieren zum Beispiel türkische Geschichte? Da wissen wir, da geht es um Jesus. Oder römische Geschichte zum Beispiel. Und ich glaube, wenn wir Jesus mehr lieben, dann werden wir uns auch wieder mehr dafür interessieren. Dankeschön.
[5:58] Eine andere Frage, die jetzt noch gestellt wurde, ist die Frage, warum werden die fünfte, sechste und siebte Posaune als Wehe bezeichnet? Wir haben darüber ja kurz gesprochen, dass es die ersten vier Posaunen gibt und dann die letzten drei, und sie werden in der Bibel als Wehe bezeichnet. Ich denke, ihr habt das in den Vorträgen schon ein bisschen zum Ausdruck gebracht, vielleicht kann man das einfach nochmal wiederholen oder nochmal herausstellen. Gibt es irgendeinen Hinweis, warum die nochmal abgesetzt werden, warum die als Wehe bezeichnet werden? Wehe, das hört sich irgendwie gefährlich an.
[6:41] Vielleicht ganz kurz, also offensichtlich sind die letzten drei gewichtiger als die ersten vier, das sieht man schon statistisch an der Länge. Wehe ist allgemein natürlich erstmal nur einfach ein Ausdruck von Gericht, auch im Alten Testament. Aber wie wir heute in der Predigt kurz erwähnt haben, dass vor allem im Neuen Testament das Wort Wehe immer wieder auch verknüpft ist mit Gerichten an Menschen, die die Wahrheit eigentlich kennen oder kennen sollten und trotzdem wie die Heiden leben. Und deswegen denke ich, wir haben das Römische Reich, das gerichtet wird in den ersten vier, aber dann haben wir die letzten drei Posaunen, wo es unter anderem, es geht natürlich auch um das Oströmische Reich, aber es geht auch um den Kirchenstaat, es geht um das, was wir Babylon nennen. Die Araber haben halt nicht nur Ostrum angegriffen, sie haben auch Westrum, also die europäischen Staaten angegriffen, Frankreich und Spanien. Und auch nach dem Fall von Konsernopel, als es Ostrum nicht mehr gab, da standen die Türken vor Wien und sie waren in all den Ländern. Wir wissen, dass die Türken auch eine Rolle gespielt haben in der Reformation, wo auch wieder Babylon angegriffen worden ist. Und in der Hinsicht kann man schon auch glaube ich sehen, dass dieses Wehe auch andeutet, dass hier die Macht, die wir sonst auch als Babylon bezeichnen, auch mit attackiert wird.
[7:54] Dankeschön. Und ich denke, was wir auch gesehen haben, ist, es ist so wie auch anscheinend ein literarisches Stilmittel. Wir haben gesehen, dass die fünfte Posaune ja anfängt schon im 9. Kapitel und dann erstreckt sich das Ganze bis ins 11. Kapitel, sogar bis ans Ende. Und da hilft einem immer wieder dieser Vers, der dann kommt, das erste Wehe ist vorüber, das zweite Wehe ist vorüber, das dritte Wehe. Da merkt man dann, wo man sich noch befindet, dass diese Sequenz ja weiter geht und dass die Posaunen wirklich bis Kapitel 11 gehen.
[8:29] Eine andere Frage, die noch gestellt wurde, ist, unsere Gemeinde hier fragt, wie die siebte Posaune zu deuten ist und wann sie beginnt.
[8:41] I can give you all the questions, if you want to.
[8:51] No, no, I know that, I was just whispering to him, if you want to take even the third one, that would be fine by me.
[8:58] Ja, go ahead.
[9:01] Also es war ja in der Predigt schon ein bisschen drin, ich weiß nicht, ob die Gemeinde die Predigt verfolgt hat. Die Kernidee ist sozusagen, dass wenn die sechste Posaune bis 1844 geht, dann beginnt eigentlich die siebte Posaune ab 1844 mit der Öffnung des Allerheiligsten. Man sieht die Bundeslade in Vers 19. Der Fokus, der Brennpunkt der siebten Posaune ist allerdings an dem Zeitpunkt, wo die Plagen beginnen. Das heißt nämlich, die Völker sind zornig geworden, das ist quasi jetzt die Zeit von 1844 bis zur Plagenzeit und dann ist die Zeit gekommen für den Zorn, dann gehen die Plagen los. Also der Fokus der siebten Posaune ist in dem Moment, wo Jesus das Räucherfass wegwirft, zum König gekrönt wird und die Plagen losgehen. Das ist sozusagen, wo der Schwerpunkt ist. Aber einige Elemente wie der Zorn der Völker, das beginnt schon ab 1848, also in diesem Zeitraum ab 1844. Und ergänzend dazu ist es ja auch die Stelle, wo es heißt in Offenbarung 10, dass in der Zeit, wo der siebte Engel die Posaune stößt, das Evangelium Gottes oder das Geheimnis Gottes vollendet werden soll. Das heißt, es ist gleichzeitig auf der einen Seite der Zorn der Völker und auf der anderen Seite ist es, wo das Evangeliumwerk zum Abschluss gebracht wird, so wie es auch in Matthäus 24 steht.
[10:15] Eine weitere Frage, die jetzt noch eingegangen ist, wenn die sieben Posaunen eine gleichwertige Prophezeiung wie beispielsweise die dreifache Engelsbotschaft sind, warum unternimmt die Gemeinde, Generalkonferenz, so wenig, damit die Menschen mehr darüber erfahren?
[10:34] Ich denke, das ist so ähnlich wie die Frage von vorhin, wie kann man Menschen begeistern? Also zuerst würde ich sagen, das ist eine sehr gute Frage. Aber ich denke, die Antwort liegt auch darin, wenn du dir nicht ganz sicher über die Bedeutung oder Auslegung einer Sache bist, dann ist es auch sehr schwer, sehr stark für diese Sache einzustehen. Ich habe meine Masterarbeit geschrieben über etwas, was viel mit den Posaunen zu tun hat und ich habe viele, viele Professoren gefragt, was denkst du, wie die Auslegung ist. Sie haben mir alle verschiedene Antworten gegeben. Das heißt, für die weltweite Gemeinde ist es sehr schwer, etwas sehr bekannt zu machen, wenn selbst in der Gemeinde man so viele unterschiedliche Auslegungen hat oder dann nicht d'accord ist mit einem.
[11:59] Und hier vielleicht für die automatische Frage, die man sich jetzt stellt, warum versuchen wir dann nicht, das Kapitel besser zu verstehen? Dann würde ich sagen, das liegt vielleicht an einer falschen Prioritätenverteilung.
[12:11] Dankeschön, du hattest in deinem Vortrag ja auch erwähnt, dass es lange, also eigentlich bis zum Todestag Ellen Whites Einigkeit gab und auch auf einigen Generalkonferenzen dieses Thema angesprochen wurde, der Posaunen und Klarheit bestand. Solange die Augenzeugen noch lebten, diese Generation, war das ganz klar und nachher sind dann Fragen aufgekommen, wo dann die symbolische Interpretation aufkam und manche dieser Fragen ja leider nicht so gut beantwortet werden konnten. Und ich denke, dass es eben wichtig ist, dass wir auch weiter nach guten Antworten suchen. Ich glaube, wir sollten selber uns mit der Wahrheit vertraut machen und darauf achten.
[13:08] Ich habe nur einen Satz dazu. Wir haben in unserer Gemeinde enorm viele Theologen. Wir haben einen massiven Mangel an Historikern. Die wenigen Leute, die sich überhaupt mit Geschichte auskennen in unserer Adventgemeinde, sind meistens Adventgeschichtler, die sich an Adventgeschichte befassen, was sehr gut ist. Wir haben fast keine Experten für römische Geschichte, für griechische Geschichte, für babylonische Geschichte. Das wird oft den Evangelisten überlassen, die dann irgendwie sich das zusammensuchen. Also wenn irgendjemand sich sehr für Geschichte interessiert und nicht weiß, was er tun soll, wäre es eine Überlegung, Historiker zu werden. Das könnte für die Adventbewegung von großer Bedeutung sein. Vielen Dank.
[13:43] Ich möchte weitergehen. Offensichtlich sind die fünfte, sechste, siebte Posaune besonders spannend. Da sind die meisten Fragen eingegangen. Und da kommt jetzt die Frage, Heuschrecken zu deuten als die Osmanen oder die Türken. Ich kann das noch nicht ganz verstehen. Kann man das noch ein bisschen mehr Hintergrundinformationen geben? Wie kommt man jetzt auf die Idee, auf einmal Heuschrecken als ausgerechnet die Türken zu deuten? Es könnte ja auch jemand anders sein oder etwas anderes sein.
[14:26] Also die Person, die jetzt diese Frage gestellt hat, könnte natürlich aus vielen verschiedenen Gründen fragen. Also warum geht es jetzt um die so ganz allgemein? Oder warum sind es die Araber und die Türken? Ich versuche also hier zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Also wir sagen, dass die Posaunen militärischen Streitszug gegen Rom symbolisieren. Und das ist das interessante hier, wenn wir uns mit der Geschichte nicht auskennen, hört sich vieles dieser symbolischen Deutung sehr willkürlich an. Also warum nehmen wir jetzt gerade das und nicht irgendwas anderes? Aber wenn wir uns mit der Geschichte Roms nach dem Fall des westlichen Reiches beschäftigen, da gibt es nicht mehr so viele Kandidaten. Also die Geschichte der östlichen Seite Roms ist eigentlich ganz simpel. Sie wurden von den Arabern attackiert. Dann vergehen einige Jahrhunderte. Und die nächste Macht, die Rom attackiert oder angreift, sind die Türken. Und der Grund, aus dem wir sie als zusammengehörig verstehen in den Posaunen, ist, weil sie sich selbst zumindest teilweise auch als zusammengehörige Macht verstanden. Die frühen Araber, zu dem Zeitpunkt noch, sie waren die Moslems. Und zu diesem Zeitpunkt waren sie auch die Führerschaft der gesamten muslimischen Welt. Und das ist was dann die Türkei später wurde, das Osmanische Reich wurde zum Führer oder zur Führerschaft des gesamten muslimischen Reiches. Also wenn man diese Macht als Islam versteht, dann kann man es auf diese Art und Weise auslegen, dass die gleiche Macht zweimal angreift.
[17:49] Jetzt haben wir vom Siegel Gottes gesprochen, dass die Menschen verschont werden sollen, die das Siegel Gottes haben. Und manche denken dann, Moment mal, das Siegel Gottes, das kommt doch nochmal vor in der Offenbarung, in Offenbarung 13. Und da ist auch von einem Mahlzeichen des Tieres die Rede. Wäre das nicht vielleicht ein Argument zu sagen, die Posaunen sind vielleicht doch futuristisch oder zukünftig zu deuten, weil jetzt haben wir noch nicht das weltweite Sonntagsgesetz oder gibt es verschiedene Arten von Versiegelungen oder was könnte man dort drauf antworten?
[18:41] Und diese Annahme besteht darin, dass man sagt oder davon ausgeht, das Siegel Gottes sei ein Endzeitphänomen. Und deshalb muss natürlich alles, was vom Siegel Gottes jetzt spricht, auch in die Endzeit, also zeitlich reingehören. Wenn wir aber hier konsequent sein wollen, dann sagen wir, das Siegel Gottes ist der Sabbat. Und wir nehmen Texte aus dem Alten Testament, um das zu beweisen. Dann müssen wir zwei Sachen sagen, das Alte Testament ist alt. Genauso der Sabbat. Also muss auch das Siegel Gottes genauso alt wie diese zwei Dinge sein. Und die Sache hier in Offenbarung 7 ist, dass die Knechte Gottes das Siegel nicht haben. Und jetzt kurz zusammengefasst lehren wir eigentlich, dass das Christentum viele seiner Lehren verloren hat und wieder erlangen muss. Und ich würde sagen, in Offenbarung 9 spricht es vom Sabbathalten in der Vergangenheit. Und ich würde sagen, in Offenbarung 7 spricht es vom Sabbathalten, das noch immer nicht so ist, wie es sein soll.
[20:30] Keine Korrektur, super. Aber eine kurze Ergänzung. Also erstmal zeigt das die Bedeutung des Sabbats auch für die Posaunen. Und ist möglicherweise auch noch mal ein Hinweis darauf, warum die Formulierung von Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen wirklich auch Sabbatsprache meint. Das andere ist, dass das Siegel Gottes natürlich der Sabbat als äußeres Zeichen ist, aber bei dem Siegel auch noch mehr dahinter steckt. Wir glauben, dass das Siegel eigentlich auch den Charakter Gottes darstellt, der sich im Halten der Zehn Gebote darstellt, der Heilige Geist. Wir werden versiegelt mit dem Heiligen Geist, das steht im Neuen Testament auch schon. Und wenn man das dann so sieht, geht es hier nicht nur um Leute, die den Sabbat nur kannten, sondern die wirklich treue Christen waren und das auch durch das Sabbathalten ausgelebt haben. Und von daher gibt es gar keinen Grund, warum das nicht hier auch in der Geschichte sein sollte.
[21:16] Ein bisschen zurück noch zur Mathematik. In Kapitel 9 kommen ja für die, die es ganz genau gelesen haben, die fünf Monate zweimal vor. Und es gab auch in der historisch-adventistischen Auslegung Versuche, die fünf Monate auf zwei verschiedene Zeitperioden zu deuten. Ihr habt euch jetzt auch ein bisschen historisch damit auseinandergesetzt. Was haltet ihr von der Möglichkeit, die fünf Monate als zwei verschiedene Ereignisse zu deuten?
[21:47] Ich denke, das wäre tatsächlich interessant, wenn man zwei Perioden oder Zeitabschnitte in der Geschichte findet, die auf diese fünf Monate passen. Aber das ist das erste Problem. Wir finden keine zwei 150-Jahresabschnitte von Krieg. Auch ist es oft so in der Offenbarung, dass Punkte, die wichtig sind, wiederholt werden. Zum Beispiel in Offenbarung 12, da haben wir auch die 1260 Tage zweimal erwähnt. Dennoch sagen wir, es ist genau der gleiche Zeitabschnitt gemeint. Auch in 13, 11. Also mein erster Impuls wäre, zu sagen, das ist wahrscheinlich eine Wiederholung.
[22:50] Und da jetzt eine ganz praktische Frage. Wir sagen ja immer als Adventisten, Jesus ist vom Heiligen, vom himmlischen Heiligen, 1844 ins himmlische Allerheiligste gewechselt. Aber jetzt ganz praktisch, wenn doch dieser Engel am Altar in Offenbarung 8 die Gebete der Heiligen entgegennimmt und mit seinem Räucherwerk vermischt, im Heiligen des Himmels und dann ins Allerheiligste geht, funktionieren dann unsere Gebete nicht mehr? Oder findet dieser Dienst im himmlischen Heiligen trotzdem noch statt? Das ist, glaube ich, eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Wie soll man das verstehen?
[23:55] Das ist eine gute Frage. Die geht jetzt ein bisschen in die Frage der Heiligtumslehre. Wir glauben ja, dass Jesus vom Heiligen in das Allerheiligste gegangen ist und wir glauben auch, dass quasi dann eine Tür sich geöffnet hat, eine Tür geschlossen worden ist. Die Idee ist sozusagen, dass all das, was Jesus im Heiligen tat, jetzt im Allerheiligsten geschieht. Wir sehen zum Beispiel bei Visionen von Ellen White, wie Jesus quasi vor der Bundeslade steht mit den Cherubim und dort jetzt als Hohepriester den Rauch darbringt. Nicht mehr am Räucheraltar, sondern in der Bundeslade. Die Idee ist sozusagen, dass der tägliche Dienst weitergeht, aber jetzt sozusagen mit dem jährlichen Dienst verbunden ist. Und die Tatsache, dass Jesus hier in Offenbarung 8 Vers 5 Feuer vom Altar nimmt, bedeutet nicht, dass er immer noch am Altar in Vers 5 dient. Das wäre wahrscheinlich eine plausible Annahme, die ist nicht zwingend vom Text notwendig. Sondern Jesus geht in das Allerheiligste und er dient dort und unsere Gebete gehen jetzt, wie Ellen White sagen würde, unser Glaube geht jetzt hinter den zweiten Vorhang. Er geht jetzt in das Allerheiligste hinein und dasselbe Blut, das im Heiligen für uns sprach, spricht jetzt im Allerheiligsten. Und dasselbe Räucherwerk, das im Heiligen für uns wirkte, wirkt jetzt im Allerheiligsten. Und ihr kennt vielleicht diese interessante Vision von Ellen White, wo sie gesehen hat, wie Menschen, die im Glauben ins Allerheiligste gegangen sind, wieder zurückgegangen sind. Und gesagt haben, sie wollen nicht im Allerheiligsten, sondern im Heiligen sein. Und da sieht sie quasi eine Vision, als würde Satan da beim Altar sein, bei diesem Thron. Und sie beten dann zu ihm, aber es ist eine falsche Erweckung. Und in der Hinsicht können wir also tatsächlich sagen, dass der priesterliche Dienst von Jesus weitergeht, nur sozusagen auf einem anderen Level im Allerheiligsten.
[25:54] Dankeschön. Auch vielleicht eine Ergänzung nur an dieser Stelle. Vielleicht machen wir es uns manchmal auch zu kompliziert. Wo findet Versöhnung statt im Heiligtum? Sicherlich auch im Heiligen. In der hebräischen Bibel ist es so, dass dieses Wort Kippur, Versöhnen, das wird verwendet für den täglichen Dienst. Genauso wie es für den jährlichen Dienst im Allerheiligsten verwendet wird. Und im Allerheiligsten ist es sogar so, dass der Tag genannt wird Versöhnungstag. Großer Versöhnungstag. Es wäre jetzt wirklich eigenartig, wenn an diesem Tag, wo eine ganz besondere Versöhnung stattfindet, nicht auch Vergebung und Reinigung von den Sünden möglich ist.
[26:41] Jetzt sind wir ganz gespannt und würden gerne noch mehr wissen. Was können wir denn jetzt machen, um die Posaunen noch weiter zu studieren? Gibt es irgendwelche Literatur, die ihr empfehlen könnt? Oder wo fängt man an, nachdem man jetzt motiviert von diesem Sabbat geht und vielleicht das teilen möchte mit Freunden und Geschwistern und vielleicht auch Kollegen?
[27:16] Die Tatsache, dass wir das Symposium gemacht haben, ist in gewisser Weise ein Indikator, dass es nicht so viel gibt. Deswegen hatten wir das Gefühl, wir müssen was machen, damit andere Leute diese Frage anschauen können. Was ich zuallererst empfehlen würde, ist, geht zu eurer Bibel und lest. Es ist immer gut, nochmal ein bisschen zu schauen, was Ellen White dazu gesagt hat, die Zitate zu kennen. Es ist auch nicht verkehrt, unsere Pioniere und sicher auch moderne Adventistische Ausleger zu kennen, unter der Prämisse, Ausleger sind immer Freunde, die Bibel ist der Lehrer. Also nur, weil das Sarah Smith jetzt sagt oder nur, weil das einer unserer modernen Theologen sagen, ist das jetzt nicht dann das Gesetz der Meda und Perser, weil ansonsten gibt es sehr viele Gesetze, die sich alle widersprechen. Ich glaube, was wir versucht haben zu zeigen, ist ja, wir haben ja hier auch Dinge präsentiert, die es zum Teil in Büchern noch gar nicht gibt. Weil wir der Überzeugung waren, dass wir auch einen Schritt weiter gehen müssen und deswegen wäre es jetzt fatal zu sagen, okay, wir müssen jetzt die Experten-Literatur hier lesen, damit wir genau wissen, was gemeint ist. Sondern, was hoffentlich ein bisschen rübergekommen ist, wir sind hier eigentlich noch auf einem Arbeitsplatz. Wir sind hier in einer Ruine, die ein bisschen wieder aufgebaut werden muss und da braucht es ein bisschen Pioniergeist, da braucht es Leute, die vielleicht auch bereit sind, hey, in meiner Freizeit kaufe ich mir säkulare Bücher über türkische Geschichte und studiere es mal so richtig durch. Und vielleicht hat so jemand Lust, türkisch zu lernen und dann Originalquellen zu lesen, das wäre vielleicht auch interessant. Also es ist vielleicht nicht für jeden, aber sowas bräuchte es halt dann tatsächlich. Aber für den gemeinen Hausgebrauch eines jeden Gläubigen, glaube ich, ist es vor allem entscheidend, dass wir uns beschäftigen mit den wesentlichen Elementen, die auch mit unserem Glauben besonders wichtig sind, das ist die Einleitung, das ist die Adventbewegung, da gibt es viel Literatur. Und dann auch die Frage, was bedeutet das Ende der Gnadenzeit für mich, auch da wird man sehr schnell und sehr vielfältig.
[29:15] Und ich möchte nur noch eine Ermutigung hinzufügen, und ich denke, wenn Leute manchmal anderen Leuten zuhören und dann erzählen, sondern dann denken sich die Zuhörenden Leute, oh, also die wissen mehr als ich und die verstehen das nicht, dann kann ich das erst recht nicht verstehen. Aber ich denke, das ist auf keinen Fall die Lektion, die man heimnehmen sollte. Die Bibel gehört jedem Einzelnen, es ist unsere christliche Pflicht, die Bibel zu lesen. Und noch wunderbarer, es sind nicht nur die sehr, sehr gelehrten Leute, die dann irgendwie neues Licht entdecken. Man sieht das zum Beispiel in der Milleritischen Bewegung, sie haben ein Ja erkannt, aber es waren nicht die Leiter dieser Bewegung, die dann auch das genaue Datum erkannt hatten. Also ich sage jetzt nicht, ja macht euch jetzt die verrücktesten Ideen, aber ich möchte einfach, dass jeder offen dafür ist, dass Gott einem ganz persönlich Licht schenken kann.
[30:56] Abgesehen davon, dass ihr begeistert die adventistische, prophetische Interpretation vermittelt habt, ist auch deutlich geworden, dass ihr wirklich sehr gründlich gearbeitet habt. Und vielleicht ist es dem einen oder anderen aufgefallen, die beiden haben nicht einfach nur kopiert, was andere schon vorher veröffentlicht haben. Das ist jetzt nicht einfach Uriah Smith Version 2 oder Version 3 gewesen, sondern vielleicht ist es, wie gesagt, dem einen oder anderen aufgefallen, da sind original oder historische Dokumente sogar verwendet worden, teilweise, wie du gesagt hast, zum ersten Mal. Da stellt sich natürlich die Frage, gibt es die Möglichkeit für den Interessierten, auf diese Quellen zurückgreifen zu können, die jetzt besonders im Vortrag über die ersten vier Posaunen erwähnt wurden. Und teilweise auch, wenn ich denke jetzt an diese Aussage von Abu Bakr, das ist ja wirklich spannend zu sehen, wie er das selber in eigenen Worten beschreibt, dass gewissen Menschen kein Schaden getan werden soll und anderen Menschen sollen die Köpfe gespalten werden. Das hat er wörtlich so geschrieben. Und auf der anderen Seite haben wir dann die fünfte Posaune, wo das genau beschrieben wird, dass einem gewissen Teil von Menschen kein Schaden getan werden soll und andere werden gequält. Und diese Erfüllung ist beeindruckend oder diese Parallele ist beeindruckend. Wie kommt man an solche Quellen oder könntet ihr, wie ein Quellenverzeichnis, noch zur Verfügung stellen?
[32:32] Also die erste Antwort wäre natürlich, man kann sich dann die Aufnahmen anschauen und dann nochmal mal Stopp machen und die Quellen lesen. Die sind dann übrigens auf den Aufnahmen auch vollständig zu sehen, auch alle Quellen. Wer Interesse hat, dann noch mehr Quellen zur römischen Geschichte. Ich habe noch eine Sammlung von mehr Sachen. Ich habe jetzt aber die Sachen ausgewählt, die wirklich auch was mit den Posaunen zu tun haben. Man kann auch viel über den römischen Bürgerkrieg noch mit Kaiser und Kaiser. Aber man muss auch dann aufpassen, dass man nicht irgendwelche Sachen verliert, die dann mit der Prophetie nicht mehr zu tun haben. Aber wenn Interesse besteht, kann man das sicherlich nochmal veröffentlichen.
[33:05] Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Hinweis. Es wurden ja die Vorträge aufgezeichnet und in der Aufzeichnung sind sie vollständig. Man kann auf die Pausetaste drücken und dann selber noch einmal für sich ganz in Ruhe die Quellen nachlesen. Und diese römischen Quellen sind alle, das ist alles verfügbar. Das kann man dann finden in Bibliotheken und so weiter. Das ist also nichts irgendwie von dubiosen Webseiten. Das ist einfach offizielle römische Quellen, Inschriften, Sachen, die man findet.
[33:29] Ich weiß nicht, ob sonst noch eine weitere Frage eingegangen ist oder ob vielleicht hier noch Fragen sind.
[33:41] Ja, bitte.
[33:42] Also die Frage ist jetzt nochmal hier aus der Hörerschaft, noch einmal diese Aussage von Abu Bakr, was er aufgeschrieben hat. Wissen wir noch ein bisschen mehr vom historischen Hintergrund? Was war seine Motivation, das so zu schreiben? Das ist ja wie eine Beschreibung seines Vorgehens, seines Plans.
[34:25] Also erstmal möchte ich hier klarstellen, ich weiß mehr über die Geschichte der verschiedenen Auslegungen, als ich jetzt über arabische Geschichte weiß. Aber was ich weiß ist, dass die Araber das Gefühl hatten, sie machen etwas Gutes. Sie waren auf einer heiligen Mission. Und diese Mission wollten sie auch so behandeln. Und natürlich ist Krieg immer schlecht. Aber sie haben trotzdem die besiegten Mächte mit sehr viel Respekt behandelt.
[35:12] Ein Satz vielleicht noch für den Islam ist Bilderverehrung ein ganz großes Verbrechen. Und hier scheint auch ein Punkt zu sein, dass sie eine Unterscheidung machen zwischen den Christen, die einen abgefallenen Glauben haben, wo Bilder angebetet werden, Maria usw. und den Christen, die es abgelehnt haben, die dann auch eher den Sabbat gehalten haben.
[35:31] Danke für diese wertvolle Ergänzung. Wir haben glaube ich noch eine Frage in der Hörerschaft. Ich würde kurz auf die Frage, die mir hier gezeigt wird, eingehen, weil sie gerade auch nochmal mit den Türken zu tun hat und ich nicht weiß, ob das auch die Frage wäre. Hier ist nochmal die Frage mit der sechsten Posaune. Und das ist auch eine Frage, die immer wieder gestellt wird, wenn wir von der klassischen historischen adventistischen Auslegung ausgehen. Die 391 Jahre und 15 Tage, muss man das als eine Zeitperiode verstehen? Kann man das nicht auch so verstehen, dass sich die Engel einfach vorbereiten auf den Tag, auf die Stunde, auf die Minute sozusagen und es ein gewisser Zeitpunkt ist und keine Zeitperiode?
[36:40] Das hat viel mit griechischer Grammatik zu tun, darum dachte ich mir, das lasse ich mal aus meinem Vortrag draußen. Und um ehrlich zu sein, auch hier, ich habe das jetzt nicht mehr ganz frisch im Gedächtnis. Aber es hat mit dem Gebrauch des griechischen direkten Artikels zu tun. Also im Griechischen, wenn ich zu einer Person sage, du dumme Person, du Dummkopf, du Affe, dann spreche ich zu einer Person, auch wenn ich drei verschiedene Dinge sage. Ich könnte es aber auch zu drei verschiedenen Leuten sagen. Also die Frage ist sozusagen, bezieht es sich auf eine Sache oder auf so viele Sachen, wie ich eben Worte benutze? Das ist so im Englischen und auch im Deutschen. Im Griechischen gibt es zwischen diesen zwei Szenarien, grammatikalischen Szenarien, die ich benutze.
[38:05] Wie in Deutsch? Nein, ich glaube nicht. Und in Revelation 9,15 bezieht es sich alles auf eine Sache. Nein, nicht auf eine Sache, sondern auf viele verschiedene Sachen vom grammatikalischen Standpunkt her. Also die Grammatik erlaubt uns hier nicht zu sagen, das bezieht sich jetzt auf diesen Tag, diese Stunde, diesen Moment.
[38:44] Und vielleicht noch eine Ergänzung, die ich gerne noch einmal sagen möchte. Die vielleicht denen auch hilft, die jetzt griechische Grammatik nicht kennen, obwohl das eigentlich der wesentliche Punkt ist. Aber wenn ihr den Vers anschaut, wenn das so wäre, dass es sich um einen Zeitpunkt handelt, dann muss es tatsächlich eine buchstäbliche Stunde sein. Denn dann kann man das nicht mehr symbolisch verstehen, dann muss es eine Stunde an einem bestimmten Tag, an einem bestimmten Monat, in einem bestimmten Jahr sein. Und dann ist es relativ schwer vorstellbar, dass der dritte Teil der Menschen in einer Stunde getötet wird. Also sozusagen die Sprache, die damit verwendet wird, ist relativ unwahrscheinlich. Und wenn man als Adventist die Frage stellt, ergibt sich die Antwort daraus, dass Ellen White offensichtlich das auch als eine Zeitprophezeiung gesehen hat.
[39:35] Dankeschön, dann möchte ich jetzt die Frage gerne aufgreifen.
[39:38] Ja, tatsächlich, weil es auch meine Fragestellung angekürzt ist. Wenn ihr bei der Frage zum Beispiel den Siegel hört, das ist in der fünften Posaune, habt ihr auch das Zitat ausgewählt, nicht wahr, was wir vorhin auch hatten von diesem Argo?
[39:54] Baccarat.
[39:55] Baccarat, genau. Und meine Frage ist, wenn wir das Siegel nur als den Sabbat hier sehen, gibt es da ein Beispiel, dass die Leute, die den Sabbat hielten, dann von den Türken verschont wurden? Oder könnte es sich im Allgemeinen mit dem Siegel, dass sie einen Geist aufhaben, also wie die Leugner einfach waren, die Wahnlaube hatten?
[40:23] Also das ist jetzt nochmal, ich wiederhole das nochmal, damit es im Livestream auch auf jeden Fall dabei ist. Jetzt nochmal zur fünften Posaune und dort zum Siegel Gottes. Wir hatten ja schon kurz darüber gesprochen und die Frage ist jetzt, wenn wir das als den Sabbat deuten, haben wir denn historische Hinweise, dass wirklich Sabbathaltende Menschen von den Osmanen verschont wurden? Oder müssen wir das Siegel Gottes vielleicht doch etwas weiter definieren, als die Menschen, die vom Heiligen Geist sich haben leiten lassen, die ein besonders frommes Leben gelebt haben, dass die verschont wurden?
[40:57] Also ich denke, die beiden Punkte sind ja nicht stark voneinander zu trennen. Also dass es hier um gläubige Menschen geht, die wirklich zu den Echten, das ist unbestritten. Aber wenn wir uns mit der Geschichte des Sabbats beschäftigen, dann haben wir zwei Beobachtungen. Erstens, es gab vor allem am Anfang noch sehr viele Sabbathaltende Menschen, aber wir haben auch relativ wenig Quellen. Das heißt, wir sind schon froh, wenn wir so für jedes Jahrhundert so hier und dort ein paar regionale Quellen haben und sagen, ah, da gibt es noch Sabbathalter, da gibt es Sabbathalter. Wir haben jetzt nicht die Fülle, um dann zu sagen können, dass bei jedem muslimischen Angriff, da gab es Sabbathalter und da Sabbathalter. Ich glaube, das gibt die Quellenlage nicht her. Das ist sozusagen dann schwierig, das dann im Einzelnen zu belegen. Aber der Abubakr spricht von Klöstern. Das ist interessant, das hat euch vielleicht verwundert, weil bei Klöster denkt man immer so 15. Jahrhundert, 14. Jahrhundert, diese Bettelmönche. Aber das ist etwas ganz anderes. Viele Klöster in der Spätantike und im Frühmittelalter sind wahrscheinlich eher sowas wie Missionsschulen, die haben noch mehr sowas wie von Matheson zum Beispiel. Da gab es Ackerbau und da wurden halt Missionen ausgebildet und so weiter. Und wir wissen von solchen Missionsschulen, die damals so quasi Klöster genannt waren, wie zum Beispiel Iona, die Schotten zum Beispiel, die allerdings auch viele Zweigstellen in Frankreich gehabt haben, in Italien gehabt haben. Wir wissen zum Beispiel, dass der St. Gallen zum Beispiel, Gallus, das ist auch so eine Missionsschule eigentlich mal gewesen. Und wir wissen aber von Iona dort, dass dort viel Sabbat noch gehalten worden ist. Und das wäre jetzt quasi eine plausible Vermutung, dass dann auch viele von den Abgängern dort auch in Zentraleuropa, wo in Frankreich zum Beispiel wirklich auch Angriffe der Araber gewesen sind, oder in Spanien zum Beispiel, dass es dort solche Missionsschulklöster gegeben hat, wo auch Sabbathaltende Christen zu finden sind. Vielleicht nicht in der 100%igen, dass jeder von denen immer Sabbat gehalten hat. Wir wissen, dass es auch dort zum Teil dann Sabbat und Sonntag gab und so. Aber ich denke, das könnte man zeigen oder zumindest annehmen. Das müsste kein Argument dagegen sein.
[42:56] Ja, es sind noch weitere Fragen. Einen Moment. Wir haben noch hier eine Frage bekommen. Hier hat das Mathematikinteressierte unter uns, die jetzt doch gerne wissen wollen, in Offenbarung 9 Vers 15 im 6. Posaune, was es damit auf sich hat, dass ein Drittel der Menschheit getötet werden soll. Wie ist jetzt dieses Drittel zu verstehen?
[43:25] Also es dreht sich um die Frage, ob tatsächlich ein Drittel der Menschen getötet wurde oder nicht. Das ist erstmal die Frage, geht es darum, ein Drittel zu besiegen oder tatsächlich zu töten? Aber die Frage ist hier natürlich, wie legt man jetzt ein Drittel fest, was ist nun das Ganze dann? Also in der frühen Adventistischen Auslegung, am Anfang ging man davon aus, dass es sich auf die Dreiteilung der Menschheit handelt.
[44:20] Im Römischen Reich. Im Römischen Reich handelt, aber diese Dreiteilung verschwand sehr schnell wieder. Das heißt, das ist eher unwahrscheinlich. Dann gibt es Leute, die danach einfach gesagt haben, naja, das ist symbolisch. Ich würde sagen, das braucht einfach mehr Studium auch. Herr Christopher Robert und ich haben erst gestern über dieses eine Drittel gesprochen.
[44:54] Ja, also vielleicht noch als Ergänzung, ich wollte das eigentlich im Vortrag über die vier Posaunen auch sagen am Anfang, weil da kommt es auch mal vor, ein Drittel der Bäume und ein Drittel und so weiter. Und die klassische Adventistische Auslegung sagt tatsächlich, es gibt dort eine Dreiteilung Roms, aber die ist halt nach Konstantin und die wird dann nicht mehr weitergeführt. Konstantin hatte drei Söhne, hat das Reich auf drei aufgeteilt, aber spätestens mit dem Beginn der ersten Posaunen ist Rom zwei geteilt und nicht drei geteilt. Und da sind also aus meiner persönlichen Sicht unsere Bücher oft historisch nicht korrekt. Zudem stimmt es auch nicht wirklich, dass die Posaunen nur Westrom betroffen haben. Ich denke, wir haben genug gesehen, dass auch oströmische Armeen immer wieder dabei gewesen sind. Mein bisheriger Stand sozusagen, das ist jetzt frisch aus der Bäckerei, muss noch ein bisschen abkühlen, ist die Idee, dass in Offenbarung 11 wird die Französische Revolution beschrieben als das Erdbeben, das ein Zehntel der Stadt erschüttert. Und als Adventisten verstehen wir diesen zehnten Teil der Stadt als Frankreich, als eines der zehn Stämme, also Europa, Rom wird in zehn aufgeteilt und das sind dann zehn und einer von den zehn ist halt Frankreich, das ist als Zehntel dargestellt. Und wenn wir die Frage stellen, gibt es ein Drittel, gibt es irgendwo drei, dann finden wir, dass die Plagen und in der Endzeit die Gerichte auf drei Mächte fallen, nämlich den Drachen, das Tier und den falschen Propheten. Und mein, wie gesagt, das jetzt nur so ein Zwischenbericht ist, könnte es sein, dass die Posaunen auf ein Drittel von den drei, nämlich nur auf den Drachen, das ist das römische Reich, fallen. Dass also ein Drittel im Wesentlichen mit dem Drachen und damit mit dem römischen Reich assoziiert ist, das ist deswegen interessant, weil auch der Drache ein Drittel der Sterne mit sich nimmt, was zwar klar, zunächst einmal auch auf den Fall der Dämonen im Himmel sich bezieht, aber in dem Offenbarung 12 Vers 4 in einem historischen Fluss ist. Da wird nämlich vorher von der Geschichte Israels erzählt und danach von der Geburt Jesu. Und da kommt dieser Drache, der die Sterne vom Himmel reißt, das ist eine Parallele zu dem kleinen Horn in Daniel 8, das in Daniel 8 und 9 auch die Sterne vom Himmel reißt. Und diese Sterne vom Himmel reißen, das sind die Eroberungen Roms und es ist ein Drittel, es scheint mir der Fall zu sein, dass mit einem Drittel einfach das römische Imperium mehr oder weniger gemeint ist und dass somit hier noch wahrscheinlich ein Hinweis darauf ist, dass einfach hier Rom angegriffen wird. Noch nicht alle drei, noch nicht Drache, Tier und Fallschirmprophet, sondern nur der Drache, Rom. Das andere kommt dann in der Gesamtheit später, das wäre vielleicht eine Idee.
[47:20] Dankeschön. Und vielleicht noch ganz kurz dazu, da die 5. und 6. Posaune sich eben auch auf das oströmische Reich beziehen, würde das halt dazu passen?
[47:28] Das würde passen, ja.
[47:30] Ich glaube, hier war noch eine Meldung. Ich wusste nie von diesem Material, von den Medien, aber ich wollte euch fragen, wissen das auch in den Archivisten die unterschiedlichen Aussagen, die es gibt. Es gibt große Geschichte oder Männer, die Weisheit haben und alle sicherlich beten zum Allgegeist. Und ich habe jetzt, du hast es 16, 17 Wochen in den Augen, und ich bin sicher, dass alle diese Ausreden und alle diejenigen, die wirklich sich mit dem Aufzug am Beschäftigen beten zum Allgegeist. Und ich frage mich, wie ist es wirklich, dass heute Personen, die von Jesus wissen, eine exzellente, klare Antwort von Jesus hat, wenn aber jeder von uns den ganzen Wahnsinn, den ganzen Paradigmen kennt. Worin liegt es, dass wir haben wirklich Brüder in der Welt, die studieren, die sind in der Landesschule gelebt, aber trotzdem gibt es unterschiedliche Meinungen. Es gibt nur eine Wahrheit und alles andere ist daneben. Und wir sind gut zugeprobiert und wir müssen ehrlich sein, wenn der Allgeist nicht über die Hälfte der Welt arbeiten muss, und der Beruf und der Allgemeinheit, die wird dann sagen, so ist es. Und bei uns ist es noch nicht angepasst, dass wir über die ganze Welt arbeiten können.
[48:39] Dankeschön. Also hier ist nochmal die Frage, wenn wir doch gewiss sind, dass die Wiederkunft Jesu nahe bevorsteht und wir so viele Theologen haben, die eigentlich sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, warum ist es dann so, dass es immer noch so viele Auslegungen gibt innerhalb der Adventgemeinde? Warum ist hier keine Einheit?
[49:04] Vielleicht können wir noch einmal darauf eingehen. Ausgezeichnete Frage. Ich glaube, hier müssen wir etwas verstehen. John Bunyan hat wahrscheinlich die Atmosphäre des Himmels geatmet. Dieser Mann, der Pilgrims Progress geschrieben hat, von dem Ellen White sagt, so viele Menschen sind durch ihn Christ geworden, hat mit einer Begeisterung gegen den Sabbat geschrieben, dass man sich wundern würde. William Miller, der von Gott geführte Reformer, der eine der großen Wahrheiten entdeckt hat, hat bis an sein Lebensende festgehalten, dass die Seele unsterblich ist. Was will ich damit illustrieren? Leute, die echte Bekehrung erlebt haben, in denen der Heilige Geist wirkt, können trotzdem aufgrund bestimmter Umstände manche Dinge vielleicht nicht richtig verstehen. Erlösung ist nicht durch Wissen, obwohl Wissen uns sehr hilft, Erlösung besser zu verstehen. Es hilft mir sehr, wenn ich weiß, dass die Hölle nicht existiert, um Gott lieben zu können. Aber es wird auch Menschen im Himmel geben, die an die ewig brennende Hölle gedacht haben, wie Bunyan zum Beispiel. Das heißt, die Tatsache, dass jemand zum Beispiel eine futuristische Auslegung von den Posaunen hat, von denen ich glaube, dass das textlich eigentlich unmöglich ist, beweist noch nicht, dass er weniger Heiligen Geist hat als ich. Womöglich ist er ein besserer Christ als ich. Denn die Ebene des theologischen Wissens und die Ebene der praktischen Erfahrung sind zwei verschiedene Dinge. Aber trotzdem hast du recht, der Heilige Geist möchte uns in alle Wahrheit führen. Wenn Ellen White hier unter uns wäre, hätte sie nicht gesagt, so und so ist es. Wenn Ellen White unter uns gewesen wäre, hier oder wäre, würde sie sagen, liebe Geschwister, warum gründet ihr nicht Bibelkreise und studiert bis in die Nacht, wie wir damals, bis wir uns um drei Uhr nachts so in die Haare gekriegt haben, dass wir nicht mehr weiter studieren konnten. Dann haben wir aufgehört, haben so lange gebetet zu Hause, bis wir uns wieder beruhigt haben, dann haben wir weiter studiert. So ist es gewesen. Ja, die waren ja auch nicht gleich. Das hat ja Jahre gedauert, 1844. Dann fängt das 1850 an, nach sechs Jahren, sieben Jahren, 1851, wo die eine Botschaft so komplett haben, dass sie in die Welt wieder gehen. Die haben Jahre gebraucht. Und es ist so, dass die Propheten, also wo haben wir in der Prophetin Adventgemeinde Einheit? In Daniel 2, größtenteils in Daniel 7, ich hoffe doch, größtenteils in Offenbarung 14. Warum? Weil wir diese Dinge immer anderen erklären und immer studieren. Die Dinge, die wir immer anderen erklären und immer anderen studieren, wir kommen zwar immer wieder, auch in Daniel 8, da kommt plötzlich eine Kritik von irgendjemandem, aber Daniel 8 ist uns so wichtig für die Evangelisation, dass wir haben Bücher über Bücher geschrieben, um alle Angriffe auf Daniel 8, Vers 14 zu erklären. Nur dieselben Angriffe gab es auch auf die Posaunen, aber es war uns nicht so wichtig für die Evangelisation. Wir haben irgendwie nicht gewusst, ob wir das brauchen oder nicht. Wir haben es ruhen lassen und deswegen ist das ganze Desaster entstanden. Was will ich damit sagen? Wenn wir mehr darüber sprechen, mehr darüber studieren, gemeinschaftlich studieren, dann werden wir Stück für Stück die Wahrheit erkennen. Das wird dann nicht so sein, dass einer vom Himmel erleuchtet wird und alles weiß, sondern wie das bei den Pionieren war. Der Betz entdeckte den Sabbat und predigt den Sabbat. Und der Heil und Ätzende entdeckt das Heiligtum, kennt aber den Sabbat noch nicht. Und dann der nächste hat den Zustand der Toten. Und dann kommen die zusammen und jeder denkt, er hat das Wichtigste. Und plötzlich sehen sie, das passt alles zusammen. Und ich glaube, das müssen wir tun. Es reicht nicht, wenn einzelne Leute zu Hause alles wälzen, sondern wir müssen eigentlich zusammenkommen. Wir müssen zusammenkommen, Daniel 11 studieren, die Posaunen studieren, Offenbarung 17 studieren zum Beispiel. Und Zeit nehmen, um den Heiligen Geist zu beten und dann akzeptieren, dass wir nicht sofort alles verstehen. Und dass wir durch unsere Mission, die wir tun, indem wir immer wieder das Einfache predigen, Daniel 2 und den Zustand der Toten, immer mehr gesunden Menschenverstand auch bekommen. Und eine Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist, um dann auch die schwierigen Themen besser verstehen zu können. Ich glaube, so meint das Jesus. Und auch die Jünger sind ja so Stück für Stück in die Wahrheit geführt worden.
[53:06] Vielleicht noch ganz kurz dazu. Diesen Fall brauchen wir eigentlich nicht. Weil im Fall auf die, in der sechsten Posaune haben wir schon Ellen White, die sagt, so ist es. Alles, was uns jetzt noch fehlt, ist einfach der Glaube zu sagen, was sie sagt, das meint sie. Da kann man weiter gehen. Aber ich glaube, da ist das eigentlich das Problem. Das Problem ist an manchen dieser Stellen, wie zum Beispiel auch bei der, das ist eine andere Ebene, ich will das jetzt nicht vergleichen mit Antitrinität, aber ein grundsätzliches Problem ist, dass wenn wir Aussagen von Ellen White finden, die unserer persönlichen Meinung nicht so gefallen, suchen wir immer nach Wegen drumherum. Ich glaube, manchmal ist es eher eine Einstellung, wie wir das Schrifttum von Ellen White, also ihre theologischen, doktrinalen Aussagen, auch wie wir sie schätzen. Ich glaube, darum geht es manchmal auch.
[53:53] Danke. Hattest du sonst noch eine Frage, gerade aus der Hörbarschaft?
[54:01] Gut, dann möchte ich allen danken, jetzt auch im Livestream und allen, die hier waren und sich beteiligt haben oder auch nur jetzt gelauscht haben, den Antworten. Ich denke, es ist ein spannendes Thema und es bleibt ein spannendes Thema. Möge Gott uns Gnade schenken, dass wir Studenten des Wortes sind und dass wir auch andere begeistern können, Studenten des Wortes zu werden.
[54:28] Ich würde noch mit einem Gebet abschließen und ihr dürft gerne euer Haupt nochmal neigen. Unser Vater im Himmel, habe du Dank dafür, dass wir dein Wort an diesem Sabbat so intensiv studieren durften. Es ist begeisternd zu sehen, wie Jesus im Mittelpunkt der Geschichte steht. Es ist begeisternd zu sehen, wie detailliert die Bibel Vorhersagen macht über die Geschichte und über die Zeit, in der wir leben. Wir haben diesen Wunsch her, Studenten des Wortes zu werden. Ich denke jedem von uns tut es gut, dich noch mehr zu suchen, noch mehr zu graben, noch mehr zu studieren und schenke uns doch bitte deinen Heiligen Geist dafür und das rechte Herz und auch diese Begeisterung, die andere ansteckt, damit wirklich das passieren kann, worüber wir auch gesprochen haben, nämlich was in der siebten Posaune passieren soll, dass das Geheimnis Gottes weltweit offenbart wird, dein Evangelium die ganze Welt erreicht. Herr, bitte gebrauche doch uns jeden Einzelnen in diesem Werk und danke für diesen Tag heute. Amen.
[55:52] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!