[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir wollen heute Offenbarung 20 Vers 6 betrachten, die fünfte Seligpreisung der Offenbarung und die hat es wirklich in sich, sehr spannend.
[1:06] Wir wollen beginnen mit einem Anfangsgebet und dann den Text aufschlagen und studieren. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprechen möchtest. Danke, dass du uns so wunderbar durch diesen Tag geführt hast und dass wir jetzt zu dir kommen können, um aus deinem Wort zu lernen. Herr, nimm du alles von unserem Herzen, alles, was irgendwie uns ablenken könnte, alles, was dich hindern könnte, uns zu segnen und dass wir auf deine Stimme hören und dass wir dir ganz nahe kommen. Herr, du hast verheißen, dass durch dein Wort wir Kraft und Trost finden können und wir möchten dich bitten, dass du jetzt gegenwärtig bist nach deiner Verheißung. Wir möchten unsere Herzen dir öffnen und dich bitten, dass du dein Gesetz in unser Herz schreibst und dass wir verstehen, was du uns heute sagen möchtest. Zieh uns ganz nahe zu dir und hab Dank für das Vorrecht, heute hier zu sein und von dir zu lernen. Im Namen Jesu, Amen.
[2:14] So, schlag mit mir auf, Offenbarung 20 und dort Vers 6. Offenbarung 20 und dort Vers 6. Wie gesagt, es ist die fünfte Seligpreisung. Weiß jemand von euch, wie viel Seligpreisungen es in der Offenbarung gibt? Sieben, ganz genau. Wir haben sieben Seligpreisungen in der Offenbarung. Wir hatten schon eine in Offenbarung 1 und eine in Offenbarung 14 und in 16 und in 19 und hier sind Offenbarung 20. Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung, über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1000 Jahre.
[3:27] Glückselig. Wenn ihr dieses Wort hört, woran müsst ihr denken? Welche Bibelpassagen fallen euch dort ein bei Glückselig? Matthäus 5. Da haben wir die Bergpredigt. Worum geht es in diesen Seligpreisungen? Da gibt es acht Seligpreisungen. Glückselig sind die geistlich Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, die Barmherzigen, die reinen Herzens sind, die Friedenstifter und die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Das sind acht Seligpreisungen. Und worum geht es in diesen acht Seligpreisungen? Das stellt den Weg der Bekehrung und das Wachstum des Gläubigen dar. Das ist quasi der gesamte Erlösungsplan oder die Erfahrung der Erlösung von dem Moment, wo ich weiß, ich brauche Hilfe bis zu dem Moment, dass ich so gefestigt bin, dass ich sogar angesichts der Verfolgung noch meine Feinde lieben kann. Die acht Seligpreisungen beschreiben den Weg der Erlösung. Also Jesus hat, als er Glückselig gesagt hat, eigentlich die Erlösung vor Augen gehabt, das Reich Gottes.
[5:04] Das heißt ja, Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel, das Reich Gottes. Und Glückselig sind die, um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Das ist so der Plan der Erlösung dahinter verborgen. Und natürlich jetzt bei den sieben Seligpreisungen in der Offenbarung ist dasselbe natürlich der Fall.
[5:31] Gehen wir ganz kurz nochmal diese bisherigen Seligpreisungen durch. In Offenbarung 1 Vers 3 heißt es: Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest und die sie hören und bewahren, was daran geschrieben steht, denn die Zeit ist nah. Wir haben ja die Bibel als Grundlage der Erlösung. Wir müssen die Worte der Weissagung lesen und hören, was der Geist uns zu sagen hat und wir müssen sie bewahren.
[6:00] Dann haben wir Offenbarung 14 Vers 13, da heißt es: Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen, ihre Werke befolgen ihnen nach. Das sind erlöste Tote, das sind Tote, die im Glauben gestorben sind.
[6:27] Und dann haben wir Offenbarung 16 Vers 15, dort heißt es: Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt einhergeht und man seine Schande sieht. Also da gibt es diejenigen, die wachen und das Kleid der Gerechtigkeit bewahren.
[7:00] Und dann haben wir die letzte, die wir angeschaut haben, Offenbarung 19 Vers 9. Und er sprach zu mir: Schreibe: Glückselig sind die, welche zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Das sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Und jetzt lernen wir hier, dass mit der Erlösung auch die erste Auferstehung zusammenhängt. Die, die an der ersten Auferstehung teilhaben, das sind die Erlösten, das sind die Glückseligen.
[7:26] Wisst ihr noch, wie das im Alten Testament heißt? Da gibt es so ein ähnliches Wort, das wird nicht übersetzt mit Glückselig, sondern mit Wohldem. Könnt ihr euch an Bibelstellen erinnern, wo es heißt im Alten Testament, Wohldem? Wohldem, der nicht wandelt auf dem Weg der Gottlosen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn. Und der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen. Oder auch Psalm 32 Vers 1: Wohldem, dem der Herr die Sünde vergibt und keine Schuld anrechnet. Also so in etwa. Genau, es kommt also öfter vor, diese Idee und hat immer was mit der Erlösung zu tun, dass Gott uns die Sünden vergibt, dass wir auf dem richtigen Weg gehen. Wohldem, der Jesus quasi nachfolgt.
[8:26] Interessant ist aber, jetzt schaut mal mit mir in Offenbarung 20. Hier geht es um die erste Auferstehung und wenn hier stehen würde: Glückselig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat, dann würden wir wahrscheinlich denken: Ja klar, natürlich. Aber hier steht noch ein anderes Adjektiv. Hier steht nicht nur glückselig, sondern hier steht auch: Was sind sie auch? Heilig. Das ist interessant. Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung. Das heißt, alle, die an der ersten Auferstehung teilnehmen, die auferweckt werden bei der Wiederkunft, sind nicht nur glücklich, weil sie auferweckt werden und weil sie erlöst sind, sondern sie sind auch alle heilig.
[9:18] Und das bringt uns zu einer interessanten Idee. Wenn wir über die Heiligung nachdenken, dann ist es ja oft so was im Sinne der Endzeit, ja, die 144.000 sollen heilig sein, ja, so als vielleicht als besondere Gruppe oder so. Aber hier steht, dass nicht nur die 144.000 heilig sein sollen, sondern alle, die aus den Gräbern kommen, müssen heilig sein. Jetzt, wenn sie aus den Gräbern kommen und heilig sind, wann haben sie ihre Heiligkeit bekommen? Vorher im Grab, nach dem Grab oder vor dem Grab? Vor dem Grab, oder? Denn niemand, der unheilig ins Grab geht, ist danach heilig, oder? Niemand, der mit einem schlechten Charakter in das Grab geht, steigt mit einem guten Charakter wieder heraus. Das heißt, hier haben wir jetzt eine Idee, dass diese Heiligung, von der wir oft lesen und die in der Bibel oft auch mit der Endzeit verknüpft ist, ja, wenn Paulus davon spricht, dass wir untadelig sein sollen auf den Tag Jesu Christi und so weiter, dass diese Heiligung eigentlich für alle Menschen gilt, denn wer an der ersten Auferstehung teilhaben möchte, muss heilig sein.
[10:33] Kennt ihr eine Bibelstelle, die sagt, dass Heiligung und heilig sein eine Notwendigkeit ist, wenn wir auf der neuen Erde sein wollen und im Himmel? Gibt es irgendeinen Bibeltext, der sagt, wir müssen heilig sein oder dass es ohne Heiligung nicht geht? Ja, genau, wir sollen der Heiligung nachjagen, ohne die niemand den Herrn sehen wird. Genau, schaut mal mit mir in Hebräer 12 Vers 14.
[11:14] Hebräer 12 Vers 14. Da heißt es: Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird. Also, wie viele Leute werden es in den Himmel schaffen und sie haben die Heiligung einfach umgangen? Keiner. Heiligung ist also kein extra Bonus für die besonders Frommen, sondern Heiligung ist notwendig. Die Bibel sagt, niemand wird ohne Heiligung den Herrn sehen, das heißt, mit anderen Worten, niemand wird an der Auferstehung teilhaben können, wenn er nicht Heiligung erlebt hat.
[11:47] Und was sollen wir also machen? Sollen wir also einfach faul da liegen und hoffen, dass Gott uns irgendwie irgendwann irgendwo heiligt? Oder was sollen wir gemäß von Paulus hier machen, bezüglich auf die Heiligung? Paulus sagt: Ich sterbe täglich. Also eine tägliche Sache, ein täglicher Kampf, täglich sich Jesus übergeben. Und was sollen wir hier gemäß Vers 14 tun mit der Heiligung? Wozu werden wir aufgefordert? Ja, sie zu jagen.
[12:12] Also das Bild ist uns natürlich etwas fremd heutzutage, weil die meisten von uns nicht mehr durch den Wald gehen und Tiere jagen. Aber wenn man jetzt irgendwie auf jemandem nachjagt, was macht man dann? Man rennt, man strengt sich an, man gibt sein Bestes, um das Ziel zu erreichen. Und wenn man jagt, dann hat man das Ziel vor Augen. Niemand kann jagen und gleichzeitig woanders hinschauen. Man hat das Ziel im Fokus. Und Paulus sagt, so wie wir uns darum bemühen sollen, mit allen Menschen im Frieden zu leben, sollen wir uns auch bemühen um die Heiligung. Das muss ein Anliegen sein. Da können wir nicht einfach sagen: Naja, wird schon irgendwie, sondern es sollte unser Anliegen sein, heilig zu leben.
[13:07] Nun, lasst uns mal ein bisschen das Genaue anschauen. In 1. Korinther 1 und dort Vers 30. Da wird etwas über die Heiligung gesagt. 1. Korinther 1 und dort Vers 30.
[13:46] Also, was lernen wir hier über Jesus? Was wird hier über Jesus gesagt? Genau, durch ihn. Also es heißt sogar, er ist unsere Heiligung, oder? Könnt ihr das sehen? Denn er ist unsere Gerechtigkeit, er ist unsere Heiligung, er ist unsere Erlösung. Das heißt, mit der Heiligung ist es genauso wie mit der Erlösung oder Gerechtigkeit.
[14:13] Frage an euch: Was kann ich tun aus meiner Kraft, um gerecht zu werden? Nichts, okay. Das heißt, wie viel kann ich tun, wenn ich gerecht bin, dass ich heilig werde aus eigener Kraft? Nichts. Denn so wie mit der Erlösung, mit der Gerechtigkeit, ist es auch mit der Heiligung. Es ist durch Jesus. Aber bei der Gerechtigkeit, wie ist das? Schmeißt Jesus sie mir einfach hinterher, oder was muss ich tun? Ich muss danach streben, obwohl ich sie nicht selbst habe, muss ich darum bitten, oder? Ich muss darum bitten und zu Jesus kommen mit der Bitte, dass er mich gerecht macht, dass er mir vergibt. Ich kann mir nicht selbst vergeben, aber ich muss gerne Vergebung haben wollen. Ich muss ein Interesse an Vergebung haben, dann wird es mir geschenkt.
[14:57] Genauso ist es mit Heiligung. Was wir brauchen, ist ein intensives Interesse an der Heiligung, aber die Heiligung selbst macht Jesus. Und das ist das Problem. Meistens teilt sich die Adventgemeinde in zwei Gruppen ein. Die einen, die meinen, Heiligung ist ganz unwichtig oder jedenfalls keineswegs heilsnotwendig. Hauptsache, wir sind erlöst. Hauptsache, wir haben die Gerechtigkeit von Jesus zugesprochen bekommen und wenn wir dann noch ein bisschen heilig leben wollen, können wir das. Aber eigentlich ist das nicht notwendig. Das ist aber nicht, was die Bibel sagt. Und dann sind die anderen, die sagen: Okay, jetzt, wo ich hier gerecht lebe, jetzt muss ich versuchen, heilig zu leben. Jetzt muss ich mich anstrengen, um die Heiligung zu erleben. Aber was die Bibel sagt, ist: Genauso wie die Erlösung durch das Blut geht, durch die Gnade, genauso funktioniert die Heiligung. Woher kommt die Gnade? Sie kommt allein von Jesus, wenn ich ihn darum bitte. Woher kommt die Heiligung? Sie kommt allein durch Jesus, wenn ich ihn darum bitte, wenn ich sie haben möchte.
[16:00] Niemand wird erlöst, der Jesus nicht um Bittet. Wenn ich nie zu Jesus komme, kann ich sie nicht bekommen. Aber wenn ich zu Jesus komme, schwach wie ich bin, gibt er mir sie gerne. Das heißt, was wir brauchen, ist ein Interesse an Heiligung. Ich glaube, das ist ein entscheidender Punkt. Viele Leute, glaube ich, haben kein Interesse an Heiligung, weil sie immer denken, sie müssen sich selbst heiligen, sie müssen sich anstrengen und dann sind sie nicht gut genug. Aber Gott fragt uns nicht, ob wir uns anstrengen wollen, er fragt uns, ob wir ein intensives Interesse haben, ob wir nachjagen der Heiligung.
[16:37] Jetzt schauen wir mal ein bisschen genauer, wie das funktioniert. In Römer 6, Stadtmann Römer 6 und dort Vers 22. Da heißt es in Römer 6, Vers 22: Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligung, als Ende aber das ewige Leben.
[17:19] Also, wann entsteht als Frucht, das ist eine Frucht, wann entsteht die, woraus ist die Wurzel quasi, woraus kommt die, diese Heiligung? Ja, genau, also frei von der Sünde und Gott dienen. Wie wird man frei von der Sünde? Durch Jesus, ja, durch das Blut Jesu, wenn ich darum bitte, dass er mir vergibt, wenn er mich frei macht, dann befreit er mich, er löst mich, er schenkt mir seine Gnade und dann diene ich Gott. Ja, also durch die Erfahrung der Erlösung und durch die, durch den Dienst für Gott entsteht automatisch Heiligung. Das ist, was er sagt.
[18:07] Und wohin führt die Heiligung? Die Heiligung führt als Ziel wohin? Was ist das Ziel von dieser Heiligung? Das ewige Leben, dass wir, dass wir dann quasi Gott schauen, dass wir sozusagen ihn sehen können, dass wir bei ihm sind im Himmel, ja. Also Heiligung ist der Prozess, der als Frucht sich daraus ergibt.
[18:23] Wir müssen also zu Jesus kommen und bei Jesus bleiben. Und genau so, wie wir unsere ersten Schritte mit Jesus gemacht haben, müssen wir auch alle weiteren Schritte mit Jesus tun. Das Entscheidende bei der Erlösung ist also nicht, dass ich mal Jesus kennenlerne, sondern dass ich bei ihm bleibe, damit er immer weiter mich, dass er mir vergeben kann und mich verändern kann. Und alle, die die erste Auferstehung erlebt haben, erleben werden, werden auch diese Veränderung erlebt haben. Da ist niemand, der aufersteht, der sagt: Ich habe mal mein Herz Jesus vergeben und dann habe ich so gelebt, wie ich wollte. Menschen, die so leben, werden nicht an der ersten Auferstehung dabei sein, sondern Menschen, die zu Jesus gekommen sind und zwar jeden Tag, wie du gesagt hast. Nicht nur einmal kurz vor der Taufe, sondern jeden Tag aufs Neue, dass sie geheiligt werden konnten.
[19:24] Schauen wir mal, erste Thessalonicher 4 und dort Vers 3. Erste Thessalonicher 4 und dort Vers 3. Erste Thessalonicher 4 Vers 3. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet.
[19:52] Also Gott will, dass wir heilig sind. Was beten wir im Vaterunser? Vaterunser, du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe. Also ich kann ja nicht das Vaterunser beten und dann sagen, ich will gar nicht heilig sein, weil wie kann ich beten, dein Wille geschehe und Paulus sagt uns, das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.
[20:23] Gottes Wille geschieht natürlich durch sein eigenes Wort, durch seine eigene Kraft. Gottes Wille geschieht nicht, indem wir das für ihn tun, was er sich wünscht, sondern er wünscht sich nur, dass er in uns wirken darf. Aber das ist sein Wunsch. Sein Wunsch sind heilige Menschen.
[20:40] Gibt es denn im Alten Testament Menschen, die gestorben sind und jetzt auf die erste Auferstehung warten, von denen wir in der Bibel deutliche Hinweise haben, dass sie solche Heilungen erlebt haben? Fallen euch da Leute ein, wo gesagt wird, dass oder wo deutlich wird, dass sie Heilungen erlebt haben? Ja, also die Glaubenshelden, die werden ja explizit dafür erwähnt, dass sie Glauben gehabt haben, dass sie im Glauben auch gewachsen sind. Das sieht man bei Abraham sehr schön zum Beispiel, wie sein Glaube ja auch mit den Herausforderungen auch gewachsen ist, weil er ja auch Veränderungen erlebt hat. Aus Abraham wird er dann Abraham oder bei Isaak sieht man das auch. Er hat am Anfang auch durchaus an Gott geglaubt, aber er hat sich sehr verändert im Laufe der Jahrzehnte. Stimmt.
[21:33] Fallen euch Leute ein, wo vielleicht explizit sowas gesagt wird, was so in die Richtung geht, so untadelig? Ja, von Henoch heißt es, was heißt es von Henoch? Von Henoch gibt es eine interessante Formulierung, da heißt es: Was hat er mit Gott gemacht? Er wandelte mit Gott. Ja, und ich meine, man kann nicht mit Gott wandeln, ohne nicht immer mehr mit ihm übereinzustimmen. Ja, denn die können zwei miteinander gehen, es sei denn, dass sie übereinstimmen. Das heißt, wenn er mit Gott wandelte, heißt das nach Psalm, nach Offenbarung 14, er ging dem Lamm nach, wohin es auch geht. Ja, er wandelte mit Gott und das hat dazu geführt, dass er so heilig war, dass er nicht mal gestorben ist. Also ich meine, natürlich gab es auch andere, die heilig waren, aber er war quasi dann das Bild dafür, für die, die lebendig in den Himmel entrückt werden bei der Wiederkunft.
[22:16] Genau, schaut man mit mir in 1. Mose oder in Hiob 1. Hiob ist natürlich auch eines der klassischen Beispiele. Hiob 1 und dort Vers 1. Hiob 1 und dort Vers 1. Es war ein Mann im Land Uz, der hieß Hiob, der war ein untadeliger und rechtschaffener Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. Vielleicht habt ihr auch die Übersetzungsvariante, der war ein untadeliger, heißt auch ein vollkommener, ein ganzer Mann. Paulus spricht oft davon, dass wir untadelig oder fleckenlos sein sollen oder unverklagbar. Hiob war so jemand. Hiob konnte nicht nur sagen: Gott hat mir meine Sünden vergeben, sondern Hiob konnte sagen: Durch die Gnade Gottes und durch den Glauben hat er ein Leben gelebt, das immer mehr dem Leben von Jesus ähnlich war. Da gibt es Beispiele, wo er in Hiob 28 sagt: Ich war das Auge des Blinden und der Fuß des Lahmen und ich habe die Rechtssache dessen untersucht, den ich nicht kannte. Er hat für andere Menschen gelebt, er hat quasi den Charakter Gottes widergespiegelt, sehr deutlich und ist ja nicht ohne Grund auch deswegen vom Satan angefeindet worden. Deswegen heißt er Hiob, der Angefeindete. Hiob ist so ein ganz großartiges Beispiel.
[23:55] Wir könnten viele andere noch aufzählen. Schaut mal mit mir in 1. Mose noch ein Beispiel, dass hier Gott tatsächlich auch das erwartet hat von Menschen im Alten Testament. Es ist nicht so, dass Gott gesagt hat: Hauptsache, ihr glaubt an mich und ich bin ja ganz froh, wenn einer mal wie Hiob ganz heilig ist, ansonsten passt es auch mit dem Glauben. Nein, Gottes Wille war es für die Glaubenshelden, dass sie im Glauben wachsen.
[24:18] Schaut man 1. Mose 17 und dort Vers 1. 1. Mose 17 und dort Vers 1. Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Wandle vor mir und sei fromm oder bei mir steht: sei untadelig oder halt auch vollkommen sozusagen.
[25:03] Frage: Als der, als der Abraham die Worte von Gott hört, war sein Leben genau so, wie Gott es sich gewünscht hat? Hier in 1. Mose 17 Vers 1. Nicht ganz. Also hat er an Gott geglaubt, hat er täglich gebetet, hat er große Erfahrungen mit Gott gemacht, hat er sich an die Gebote Gottes gehalten? Im Großen und Ganzen schon. Wir würden sagen, er war ein gläubiger Mann. Wir würden sagen, schon hier ist er ein Mann des Glaubens, oder könnte man vielleicht sagen, und er hat vieles erlebt, aber er ist noch nicht untadelig.
[25:31] Was ist das Problem, was ist gerade passiert im Kapitel vorher? 1. Mose 17 steht ja nicht ohne Grund nach 1. Mose 16. Was ist in 1. Mose 16 passiert? Gott hat ihm die Verheißung gegeben. Schaut mal, das ist ganz interessant. Schaut mal in 1. Mose 15. Ihr kennt 1. Mose 15, da sagt Gott: Ich will dir Nachkommen senden. Ich hatte Gott ja schon mehrmals gesagt, 1. Mose 12 und 1. Mose 13 und 1. Mose 15 sagt: Ich will dir Nachkommen geben und da heißt es in Vers 6: Und Abram glaubte dem Herrn und das rechnet er ihm als Gerechtigkeit an. Er glaubte ihm und Gott sagt: Du bist gerecht durch den Glauben. Aber jetzt kommt Kapitel 16 und was macht Abram jetzt? Er nimmt sich die Hagar. Er sagt Gott nicht ab, er fällt nicht völlig vom Glauben ab, aber er versucht irgendwie mit menschlichen Methoden sein Leben zu regeln. Und Gott sagt zu ihm in Kapitel 17: Sei untadelig. Ich weiß, du glaubst an mich und ich weiß, dass du mir vertraust, aber ich möchte, dass dein Glaube noch etwas wächst.
[26:52] Und ihr kennt die Geschichte, was hat dann Abram hier von Gott verordnet bekommen, was hat Gott hier eingeführt in diesem Kapitel, in Kapitel 17? Beschneidung, die Beschneidung, genau. Wofür war denn die Beschneidung ein Symbol? Für die Herzensbeschneidung. Jetzt erklärt mir mal, was bedeutet Herzensbeschneidung? Ich meine, es geht ja nicht darum, dass wir hier anatomische Operationen ausführen und die Blutpumpe beschneiden. Was ist eine Herzensbeschneidung? Ja, genau, er möchte, dass wir sozusagen ihn von Herzen, von Herzen lieben, unser Gesetz von Herzen halten. Was ist denn unserem Herzen? Unser Herz enthält die Gedanken. Also Herzensbeschneidung ist Gedankenbeschneidung. Und das kann man sehr schön illustrieren hier in 1. Mose 17, denn darum geht es eigentlich.
[27:46] Schaut man 1. Mose 17 und dort Vers 15. 1. Mose 17 und dort Vers 15. Das ist ein gutes Beispiel, was Heiligung bedeutet, denn wir haben hier einen Mann, der glaubt an Gott, der hat große Erfahrungen mit Gott gemacht, aber er muss noch weiter geheiligt werden. Er ist noch in einem Wachstumsprozess und hier sieht man, wie das aussieht, wenn man in so einem Wachstumsprozess ist.
[28:13] 1. Mose 17 und dort Vers 15. Und Gott sprach weiter zu Abram: Du sollst deine Frau Sarai nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein, denn ich will sie segnen und will dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen und sie soll zu Nationen werden und Könige von Völkern sollen von ihr kommen. Da fiel Abram auf sein Angesicht und lachte und er sprach in seinem Herzen: Sollte einem 100-Jährigen ein Kind geboren werden und Sara, die 90-Jährige, sollte gebären? Und Abraham sprach zu Gott: Achtung, ach, dass Ismael vor dir leben möchte.
[28:47] Also, was schlägt er vor? Ismael soll der Erbe sein. Wie nennt man das, was er hier, was ist das hier in diesem Vers, was ist das? Ist es eine Frage? Ist es ein Fehler, eine Bitte, ist es ein Gedanke, den er hat? Er sagt: Hey Gott, interessant, dass du das sagst, aber ich habe einen anderen Gedanken. Mein Gedanke ist, Ismael könnte es doch sein, oder? Das ist mein Gedanke. So habe ich bisher die letzten 16 Jahre oder 12, 13 Jahre gelebt. Ismael könnte es sein.
[29:17] Was macht Gott jetzt mit dem Gedanken? Schaut mal den nächsten Vers an. Was sagt Gott im nächsten? Da sprach Gott: Nein. Könnt ihr das Messer sehen? Nein. Das ist das Herz mit seinen Gedanken und jetzt kommt das Messer und sagt: Nein. Das ist Heiligung. Heiligung ist, wenn Gott uns etwas sagt und wir zwar schon an Gott glauben und ihm vertrauen und auf dem Weg mit ihm unterwegs sind, aber in manchen Dingen noch unsere eigenen Ideen und Gedanken haben, die uns ein bisschen von Gottes Gesetz wegbringen. Denn sein eigener Gedanke mit Hagar hat ihn ja vom siebten Gebot weggebracht. Er sollte sich Ehe brechen. Und er konnte sich natürlich sagen: Naja, aber nach den Sitten meiner Zeit ist das möglich. Das ist kein Verbrechen. Ja, das kann man schon machen. Das war bei den Babyloniern damals gang und gäbe, dass man sich eine Nebenfrau nehmen konnte. Das war juristisch alles abgesichert. Aber Gott sagt: Auch wenn das juristisch abgesichert ist, es ist nicht mein Wille. Mein Wille ist deine Heiligung und mein Wille ist, dass du das tust, was ich sage und dass du die Verheißung empfangst, die ich dir gegeben habe. Und deswegen, damit du das erlebst, muss dein Gedanke abgeschnitten werden. Der muss abgeschnitten werden.
[30:40] Und als Symbol für die Gedankenabschneidung hat Gott gesagt: Okay, dann geben wir die fleischliche Beschneidung als ein äußerliches Zeichen, dass es schmerzhaft ist, eigene Gedanken loszulassen. Heiligung ist also weniger: Ich muss mich anstrengen, etwas Richtiges zu denken, sondern eher: Ich muss bereit sein, mir meine liebgewordenen Gedanken wegnehmen zu lassen. Das ist Heiligung.
[31:14] Und deswegen sagt er, ich bin Gott, also deswegen sagt er in Vers 1: Wandle vor mir und sei untadelig. Gott sagt nicht einfach: Naja, Hauptsache, du glaubst an mich und oh, wenn du untadelig bist, freue ich mich umso mehr. Er sagt: Nein, ich erwarte von dir, dass du untadelig bist.
[31:33] Und aber interessant ist, Gott sagt in Vers 1 nicht nur, du sollst untadelig sein, sondern wie fängt er das an, seine Rede? Bevor er sagt: Wandle vor mir, sei untadelig, bevor er diese Aufforderung gibt, was ist das Erste, was er sagt? Ich bin Gott, der Allmächtige. Warum ist das so wichtig, dass er sagt, ich bin Gott, der Allmächtige? Ich kann das tun, was du für unmöglich hältst. Denn warum sagt Abraham oder Abraham in dem Fall noch: Lass doch Ismael leben vor dir. Warum sagt er das? Er hält sich nicht mehr für fähig und er hält Sara nicht mehr für fähig, er hält es für unmöglich, dass Gottes präziser Wille ausgeführt wird. Er hält es für unmöglich und Gott sagt: Nein, was ich gesagt habe, meine ich genau so, nicht anders und Untadeligkeit besteht jetzt darin, Gottes Willen auch dann zu glauben, auch wenn der eigene Wille dagegen steht und das ist Heiligung.
[32:36] Je mehr wir uns über das Blut Jesu bewusst werden und je mehr wir Gott dienen, desto öfter kommen wir in Situationen, wo Gottes Wille und unser Wille nicht übereingehen und Heiligung ist jetzt, wenn ich, wie du richtig gesagt hast, ich sterbe täglich, sagt der Paulus. Ich sterbe nicht, das heißt nicht, dass ich mich immer schlecht fühlen muss und dass ich immer mich erniedrigen muss, sondern das heißt, dass ich jeden Tag bereit bin, so wie Jesus zu sagen: Nicht mein Wille, sondern dein Wille.
[32:59] Jetzt wird es mir dann besonders schlecht gehen? Eher nicht, denn Gottes Wille ist immer das Beste für uns und auch Abraham ging es ja nicht schlecht, er hat ein Kind bekommen. Im Nachhinein hat er sich auch geärgert, dass er für Ismael, also dass er das abgelehnt hat wahrscheinlich, weil er sich gefreut hat, als er Isaak gehabt hat.
[33:21] Heiligung bedeutet also, bereit zu sein, Dinge abzuschneiden aus unserem Leben, Gedanken wegschneiden zu lassen, die schädlich sind und nicht mit Gottes Willen übereinstimmen. Nun, schau mal mit dir in 1. Petrus 1 und dort Vers 15 und 16. 1. Petrus 1, 1. Petrus 1, Vers 15 und 16.
[34:04] Nicht nur im Alten Testament werden wir aufgefordert, heilig zu sein, sondern das heißt hier in Vers 15: Sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein. Wo? In eurem ganzen Wandel, denn es steht geschrieben, Zitat aus der 3. Mose: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.
[34:31] Das heißt, was ist der Maßstab unserer Heiligung? Es ist Gottes Charakter. Wir sollen nicht so allmächtig sein wie Gott, denn das können wir nicht. Wir können auch nicht so allwissend sein wie Gott, denn das können wir auch nicht. Aber wir können heilig sein, so wie Gott in seiner Sphäre heilig ist, so können wir in unserer kleinen Sphäre als Abbild heilig sein. Und das soll unser Ziel sein und zwar in unserem ganzen Wandel, in allem, was uns betrifft.
[35:03] Das Alte und das Neue Testament sagen beständig, dass wir diese Heiligung brauchen und sagt uns auch beständig, wo wir sie herbekommen können, nämlich von Jesus, der unsere Heiligung ist. Wir werden also nicht heilig, indem wir sagen: Da ist Jesus, ich muss versuchen, heilig zu werden, damit ich zu Jesus komme. Sondern wie werde ich heilig? Ich gucke zu Jesus und sage: Herr, ich bin unheilig, du musst mir helfen. Und durch das Anschauen werde ich verändert. Durch das Anschauen werde ich verwandelt, indem ich Gott einfach diene. Aus bestem Gewissen wird er mir Stück für Stück zeigen, wo ich Veränderung brauche.
[35:40] Wie lange hat es gedauert, bis Gott dem Abraham gesagt hat, dass mit Ismael nicht eine gute Idee ist? Wie alt war der Abraham, der Ismael? So ungefähr. War das gleich im nächsten Jahr, nachdem Ismael geboren worden ist? Wie viel Zeit vergeht zwischen Kapitel 16 und 17 in 1. Mose? Schaut mal nochmal in 1. Mose. Wie alt ist der Abraham, als Ismael geboren wird? Schaut mal in Vers 16 von Vers 16. 1. Mose 16 und dort Vers 16. Und Abraham war 86 Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar. Und als er 87 war, kommt Gott und sagt: Hey, falsch. Wann kommt Gott? Als Abraham, Kapitel 17, Vers 9, als nun Abraham 99 Jahre alt war. Hat er 13 Jahre lang trotzdem an Gott geglaubt? Hat er 13 Jahre lang an Gott geglaubt und hat gebetet und war auch sich der Führung Gottes sicher bewusst, aber trotzdem hatte Gott immer noch etwas in seinem Leben zu ändern. Vielleicht hat Gott gewusst, dass er 13 Jahre warten muss, bis Abraham bereit ist, diesen Punkt aufzugeben. Interessant.
[37:07] Gott weiß, hätte Gott ihm das auch gleich nehmen können. Klar, aber Abraham wäre vielleicht noch nicht bereit gewesen. Gott hat eine immense Geduld mit uns. Aber wisst ihr, was das heißt? Das bedeutet auch, nur weil ich heute mit Gott lebe, heißt das nicht, dass schon alles, was ich tue, richtig ist. Vielleicht hat Gott auch Dinge in unserem Leben, wie hier Abraham mit der Hagar, wo er sagt: So geht es eigentlich nicht. Ich warte noch auf den Zeitpunkt, wo ich das ändern, wo ich ihm das sagen kann oder ihr. Und das heißt, ich kann nie sagen, das ist jetzt der Gedanke, ich kann nie sagen, ich weiß alles, was es zu wissen gibt. Ich bin so heilig, es gibt keine Veränderung mehr, sondern Gott ist so heilig. Es gibt immer was, was er mir noch zeigen kann. Gedanken, die ich noch nicht verstanden habe oder Dinge, wo ich Dinge aufgeben muss.
[37:55] Und deswegen können wir, sagt doch Ellen White, wir können nie sagen, wir sind am Ziel. Denn wenn ich denke, ich bin am Ziel, bin ich nicht mehr bereit für Veränderung. Derjenige, der denkt, er ist am Ziel, der glaubt, so wie er jetzt ist, ist er perfekt und lässt sich nicht mehr korrigieren. Aber Heiligung besteht gerade darin, korrigierbar zu sein.
[38:13] Schaut, wisst ihr, leider haben viele Christen das Thema völlig verzerrt. Sie reden immer von der Heiligung und sind aber selbst total unkorrigierbar. Sie reden über Heiligung, Heiligung, Heiligung, Heiligung. Aber Heiligung besteht nicht darin, dass man ganz laut Heiligung brüllt. Heiligung besteht darin, dass man bereit ist, sich von Gott korrigieren zu lassen. Das ist wahre Heiligung. Schritt für Schritt, immer wieder. Und deswegen haben manche Leute ein sehr verzerrtes Bild von Heiligung. So ein so, ich muss mich anstrengen und dann. Aber Heiligung bedeutet nicht, dass ich mich anstrenge, um Gott zu gefallen. Heiligung bedeutet, dass ich endlich glaube, dass Gott das Beste will und dass ich bereit bin, das aufzugeben, von dem ich immer dachte, es wäre das Beste. Das ist Heiligung. Und Gott sagt, das ist Gottes, Paulus sagt, das ist Gottes Wille, eure Heiligung.
[39:04] Schaut mal mit mir in 1. Thessalonicher, 1. Thessalonicher 5, Vers 23.
[39:30] Aber bevor wir Vers 23 lesen, lasst mich euch mal ein Beispiel noch erzählen, vielleicht kennt ihr das schon. Wenn man einen Tisch deckt und man hat eine heiße Suppe gemacht und man muss den Tisch decken und stellt euch vor, ihr habt ein kleines Kind bei euch, so vier Jahre alt oder so und das kleine Kind soll euch helfen. Welche Gegenstände, was kann das kleine vierjährige Kind schon auf den Tisch tragen? Das Besteck, oder? Gabel, Messer, vielleicht eine Serviette. Wer trägt die heiße Schüssel? Ja, die trägt man selbst, oder? Und jetzt kommt dieser Abstand, der ist genau beschrieben.
[40:11] Schaut mal ab Vers 16. Ab Vers 16 seht ihr das Besteck, das wir tragen. Freut euch allezeit. Betet ohne Unterlass. Seid in allem dankbar, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Den Geist dämpft nicht, die Weissagung verachtet nicht. Prüft alles, das Gute behaltet, haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt. Kann man das tun? Klar, man kann beten, oder? Man kann sich freuen, man kann dankbar sein, man kann die Weissagung studieren, prüfen, sich vom Bösen fernhalten, aber das ist nur das Besteck.
[40:50] Was ist die Suppe? Die Suppe kommt im nächsten Vers, Vers 23. Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib möge untadelig, heilig, bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Jesus Christus. Er heilige euch durch und durch. Wie sehr werden wir geheiligt? Vollständig.
[41:20] Wir haben letzte Woche, hat die Dina im Seminar der Ersehnte gesprochen, über den Sauerteig. Wann hört der Sauerteig auf zu wirken? Wenn das ganze Mehl durchsäuert ist. Kein Sauerteig sagt: Na ja, ich habe jetzt 90 Prozent des Teigs durchsäuert, ich höre es einfach auf. Nein, das geht immer weiter, das hört nicht auf, bis alles durchsäuert ist und das ist sozusagen diese Idee, dass, das will Jesus in dem Gleichnis auch deutlich machen, dass wenn wir ihn wirken lassen, wenn wir das Besteck aufstellen, das Besteck, wenn wir sozusagen, wenn wir beten, wenn wir einfach uns mit den Weissagungen beschäftigen, wenn wir Gott dankbar sind, wenn wir uns vom Bösen fernhalten, als wir das Böse erkannt haben, wenn wir das tun, was wir tun können, kann er in uns das viel Größere, viel Wichtigere tun. Er kann uns völlig durch heiligen. Wir können mit ihm kooperieren, wir tun das bisschen, er tut das große. Wir dienen ihm und sind dankbar für die Erlösung, er bringt als Frucht die Heiligung.
[42:27] Jetzt, an wen schreibt Paulus hier? Schreibt Paulus hier an die Menschen, die bei der Wiederkunft leben werden? Auch, aber nicht nur. An wen schreibt er zuallererst hier erstmal so chronologisch gesehen? Wer sind die Adressaten? Die aus Thessalonik, ja und die sind alle tot schon, oder? Keiner von denen hat bis heute überlebt, keiner von denen ist 2000 Jahre alt geworden, sind alle tot. Das heißt, für die Leute in Thessalonik und für die allermeisten Menschen, die die Paulus-Bibel gelesen haben, das sind alles Menschen, die auf die erste Auferstehung warten.
[43:03] Der Vers gilt natürlich auch für die 144.000, die einmal lebendig Jesus wiederkommen sehen und die dann auch bei der Wiederkunft untadelig sein sollen, aber er gilt auch für alle, die im Glauben an Jesus sterben, denn wenn sie sterben, was ist das Nächste, was sie sehen werden? Die Wiederkunft Jesu, ja, also wenn das mein Leben ist und dann kommt der Tod, ja und das Nächste, was sie erleben, ist die Wiederkunft Jesu. Das heißt, für den Gläubigen von Thessalonik untadelig zu sein bis zur Wiederkunft, ja, bis auf die Wiederkunft untadelig zu sein, bedeutet de facto untadelig zu sein bis zu seinem Tod. Das ist die Idee, ja.
[43:56] Heißt das, dass er allwissend ist? Nein. Heißt das, dass er plötzlich nicht mehr versuchbar ist? Nein. Heißt das, dass er plötzlich nicht mehr schwach ist? Nein. Er ist immer noch schwach und versuchbar und immer noch hat er ein sündiges Fleisch, aber er kann so wie Henoch und so wie Hiob und so wie Abraham und wie Daniel und wie Johannes und wie Paulus untadelig sein durch Jesus. Das ist die Verheißung.
[44:21] Und schaut mal zum Schluss an, was der Paulus sagt. Paulus ist ja auch im ersten Jahrhundert gestorben, oder? Paulus ist auch schon eine ganze Zeit lang tot. Auch Paulus wartet auf die erste Auferstehung und in Philipper. Philipper 3 und dort Vers 12. Aber lesen wir ab Vers 11. Philipper 3 Vers 11. Da sagt er: Damit ich zur Auferstehung aus den Toten gelange.
[45:02] Seht ihr, also der Paulus hat sich gewünscht: Ich möchte Anteil haben an der ersten Auferstehung, oder? Paulus hat sich gewünscht: Ich möchte auch glückselig sein. Ich möchte glückselig sein. Er sagt, ich möchte zur Auferstehung der Toten gelangen. Vers 12: Nicht, dass ich es schon erlangt hätte oder vollendet wäre. Er sagt, ich bin noch nicht so weit zu sterben. Könnt ihr das sehen? Ich habe es noch nicht erlangt. Aber sagt Paulus, ich bin ungläubig? Sagt Paulus, oh, ich weiß nicht, ob ich erlöst bin? Ist sich Paulus sicher, dass er erlöst ist, ja oder nein? Ja, er ist sich sicher, dass er erlöst ist. Er weiß, dass er mit Christus ist, aber er weiß, er muss mit Christus auf dieser Erde noch ein bisschen laufen. Er ist noch nicht bereit für den Tod sozusagen. Er hat es noch nicht ergriffen. Er hat noch nicht die Untadeligkeit, die er braucht, die Jesus ihm geben möchte. Er sagt, ich habe es noch nicht vollendet, aber ich jage danach.
[45:49] Was sagt Paulus woanders? Wir sollen wonach jagen? Nach der Heiligung. Ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was da hinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Darauf jagt er zu.
[46:11] Jetzt schaut man in Hebräer. Hebräer Kapitel 12 und dort Vers 1. Was ist dieser Lauf? Worum geht es bei diesem Lauf? Hebräer 12 Vers 1. Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt.
[46:41] Also um welchen Kampf geht es hier? Um welchen Lauf, den der Paulus sagt: Ich strecke mich aus, ich laufe, ich vergesse, was da hinten ist. Um welchen Kampf geht es hier? Welchen Lauf läuft er? Den Kampf gegen die Sünde. Könnt ihr das sehen? Er sagt: Ich bin erlöst, ich glaube an Jesus und ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin und er wird das gute Werk, das er in mir angefangen hat, auch vollenden. Aber ich weiß, solange ich lebe, solange ich noch nicht gestorben bin, bin ich noch nicht so weit. Es gibt noch Dinge zu lernen. Ich bin auf dem Weg, ich jage nach und wenn ich jetzt dem nachjage, schaue ich nicht nach hinten, weil wenn ich nach hinten schaue, dann stolpere ich, oder? Wer schnell läuft und nach hinten schaut, der stolpert.
[47:30] Und wer jetzt aber sich schnell bewegen will, der muss auf das Ziel zuschauen, der muss hinschauen auf Jesus. Vers 2: Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete und der sich zu Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.
[47:46] Also Paulus sagt, ich habe es noch nicht ergriffen, ich bin auf dem Weg zur Heiligung. Wohin schaue ich? Auf mich selbst und gucke, welche Fehler ich habe? Auf Jesus, denn der hat den Glauben angefangen, er will ihn auch vollenden. Er will ihn vollenden bis zur Wiederkunft.
[48:03] Schaut man mit mir in Philipper, Philipper 1, Vers 6. Paulus war davon überzeugt. Er sagt nicht: Oh, ich bin noch nicht perfekt, oh, was soll ich machen, oh, ich bin so verzweifelt. Er sagt: Nein, nein, ich bin auf dem Weg, ist ja logisch, dass ich nicht perfekt bin, ist ja logisch, dass ich noch nicht alles kann, aber ich bin zuversichtlich, weil ich bin auf dem richtigen Weg und ich bin mit Jesus und deswegen werde ich ans Ziel ankommen. Es kann gar nicht anders sein, wenn ich bei ihm bleibe.
[48:33] Philipper 1, Vers 6: Weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird. Bis wann? Bis wann wird es vollenden? Bis auf den Tag Jesu Christi. Wann ist der Tag Jesu Christi? Genau, aber für die Philipper, wann ist der Tag Jesu Christi? Wenn sie sterben, weil der nächste Moment ist die Wiederkunft. Also müssen sie für die Wiederkunft vorbereitet sein bis zu ihrem Tod.
[49:12] Paulus sagt, ich bin überzeugt, er hat Gutes angefangen, er wird es auch vollenden. Paulus macht sich niemals in seinen Briefen Gedanken: Oh, ich bin schon die Hälfte des Weges gelaufen, werde ich ans Ziel ankommen, werde ich es schaffen? Paulus macht sich keine Gedanken. Paulus weiß, der Gott, der mich bis hierhin geführt hat, wird mich weiterführen. Das Einzige, was ich tun muss, ist, ich muss an ihm festhalten, dranbleiben, ausharren. Ich schaue auf ihn, ich schaue auf ihn, weil wenn er mich schon bis hierhin geführt hat, wird er mich bis ans Ende führen.
[49:42] Paulus hat nie geglaubt, dass Jesus ihn auf dem halben Weg fallen lässt und wir sollten das auch nicht glauben. Wir sollten nicht glauben, dass Jesus uns auf dem halben Weg fallen lässt. So nach dem Motto: Er hat uns bis hierhin gerettet, aber wird es noch die nächste Zeit machen? Nein, wenn wir bei Jesus sind, kommen wir ans Ziel an und er wird uns heilig machen.
[49:57] Und dann kommt der allerschönste Vers in 2. Timotheus. Schaut mal, in 2. Timotheus und dort Kapitel 4. 2. Timotheus 4. Weiß jemand von euch, wann Paulus den 2. Timotheus geschrieben hat? Der 2. Timotheus ist der letzte Paulusbrief, höchstwahrscheinlich. Einen, den er kurz vor seiner Exekution geschrieben hat, also kurz bevor er gestorben ist. Das sieht man jetzt an den Dingen, die er sagt.
[50:24] Er sagt in Vers 7: Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet. Er sagt in Vers 6: Ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nah. Er sagt, ich bin kurz vor dem Tod und jetzt kurz vor dem Tod sagt er da: Oh, ich weiß, ich habe es noch nicht ergriffen und ich werde es nie ergreifen. Sagt er das? Sagt er: Oh, ich bin noch völlig unterwegs, ich habe noch so viele Baustellen. Nein, die Verheißung erfüllt sich im Leben von Paulus. Er hat darauf vertraut, dass Gott ihn ans Ende bringt und Gott hat ihn ans Ende gebracht.
[51:01] Er sagt: Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der Gerichterrichter, an jenem Tag bei der Wiederkunft, nicht wahr, geben wird, an jenem Tag zuerkennen wird. Nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben. Alle, die ihn lieben, werden diese Krone bekommen, denn alle, die ihn lieben, die schauen auf Jesus und alle, die auf Jesus schauen, die wird Jesus verwandeln bis auf den Tag des Jahres.
[51:39] Kein Mensch, der sich Jesus von ganzem Herzen übergibt, wird von Jesus halbfertig zurückgelassen. Mit anderen Worten, wer Jesus wirklich vertraut, der wird von Jesus zur Ruhe gelegt, wenn er bereit ist. Wann das ist, weiß kein Mensch, weil Gott allein kennt unser Herz, aber kein Mensch, der auf dem Weg ist und Gott vertraut, stirbt zu früh. Ja, so nach dem Motto, und Gott sagt: Oh, jetzt wirst du leider gestorben, jetzt kann ich dich nicht mehr weiter vollenden. Nein, nein, nein, Gott hat verheißen, dass er das Werk, das er in uns anfängt, auch vollendet, bis auf den Tag.
[52:22] Der einzige Unterschied bei den 144.000 ist, dass für sie am Ende nicht der Tod steht, sondern das Ende der Gnadenzeit. Das ist der einzige Unterschied. Ansonsten ist es hundertprozentig dasselbe. Das heißt, die 144.000 sind eigentlich in dem Sinne keine besondere Gruppe, nur dass sie sozusagen tatsächlich für eine kurze Zeit ohne Fürsprecher im Himmel sind. Aber was die Qualität ihrer Heiligung angeht, ist letztendlich kein echter Unterschied zu sehen.
[52:44] Alle Gläubigen sind von Jesus vollendet worden in ihrem Charakter. Nicht alle Gläubigen haben immer alles gleich verstanden, denn Erlösung bezieht sich ja nicht auf unser Wissen, sondern auf unseren Charakter. Und manch einer ist von Gott als untadelig erfunden worden bei seinem Tod, obwohl er den Sonntag gehalten hat, weil er es nicht besser wusste oder andere Dinge. Das ist sicherlich auch eine Besonderheit der letzten, der 144.000, dass sie dann die gesamte Dreiverengelsbotschaft, die gesamte Wahrheit verstehen und dadurch der Charakter Gottes nochmal sehr besonders deutlich wird. Aber jeder Gläubige, das verheißt Jesus, wird durch ihn, wenn wir bei ihm bleiben, ihm dienen, an den Glauben vollendet werden bis auf den Tag.
[53:31] Und das heißt, wir können wie Paulus sagen: Wenn ich jetzt mein Leben schaue, sehe ich, oh, ich habe es noch nicht vollendet. Ich bin noch nicht vollendet, aber ich muss keine Panik haben. Im Gegenteil, ich kann ja sehen, was Gott schon alles getan hat und wenn er bisher so viel getan hat, wird er auch weiterwirken, wenn ich einfach bei ihm bleibe und ihm glaube. Und das nimmt dem ganzen Thema auf die Spannung, die da drin ist. Also diese Panik, kein Grund zur Panik.
[53:58] Jesus ist unsere Heiligung und Jesus ist immer derselbe, egal ob es um Erlösung geht, um Gnade, um Schöpfung, um Wiederkunft, um Heilung. Es ist immer derselbe Jesus, der langmütig und geduldig und freundlich und so ist. Wollen wir also Gott von Herzen Dank sagen, dass er sich dafür verantwortlich macht, dass wir vollendet werden bis auf diesen großen Tag, dass wir ihm vertrauen, unser Leben ihm, wie du richtig gesagt hast, täglich in die Hände geben und wir tun unser kleines Besteck auf den Tisch. Wir bieten, wir lesen der Bibel, wir halten uns vom Bösen fern, so wie wir es erkannt haben. Wir prüfen alles, behalten das Gute und Gott kann durch seinen Heiligen Geist um uns wirken, wenn wir uns mit ihm beschäftigen. Amen.
[54:42] Lass uns gemeinsam wieder klingeln und beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst und dass du uns die Wahrheit offenbarst, wie sie in dir ist. Danke, dass wir keine Furcht haben müssen und keine Panik, sondern dass wir wissen dürfen, dass du, der du schon so viel getan hast in unserem Leben, es gerne vollenden wirst. Das ist nicht unsere Aufgabe, das zu vollenden, was du angefangen hast, sondern unsere Aufgabe ist nur zu vertrauen, dass was du schon getan hast, du auch zu Ende machen wirst und dass wir wissen dürfen von ganzem Herzen, dass du niemanden wie eine heiße Kartoffel fallen lässt, dass du niemanden auf dem halben Weg zurück lässt, sondern dass du geduldig bist, dass du manchmal auch nach Jahren oder Jahrzehnten, wie bei Abraham, uns geduldig auf Dinge hinweist, die falsch gelaufen sind in unserem Leben und den richtigen Moment erwartest, wo wir bereit sind, etwas zu ändern. Herr, danke für deine große Geduld, danke für deine tiefe Liebe und danke für die Kraft deines Heiligen Geistes, in uns das zu tun, was niemand von uns auch nur annäherungsweise tun könnte. Herr, wir wollen dir glauben und aus Liebe zu dir jeden Tag bei dir bleiben. Im Namen Jesu. Amen.
[56:24] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!