In dieser Predigt von Eric Flickinger geht es um die Macht von Etiketten und wie sie unser Selbstbild und unsere Beziehungen beeinflussen. Anhand eines Experiments der Marke Dove und persönlicher Erfahrungen wird beleuchtet, wie sehr wir uns von äußeren Zuschreibungen leiten lassen. Die Botschaft ermutigt dazu, Menschen so zu sehen, wie Jesus sie sieht – als Sünder, für die er gestorben ist, und so eine tiefere, liebevollere Perspektive zu entwickeln.
Oberflächlich – Das Limit von Etiketten
Eric Flickinger · PredigtenWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:00] Guten Morgen und gesegneter Sabbat. Ich freue mich sehr, dass ich heute Morgen nochmal mit euch sein kann. Und ich hoffe auch, dass diese Botschaft ein Segen wird.
[0:21] Diese Botschaft wird ein bisschen anders stilisiert sein als die Botschaft, die wir unter der Woche hatten. Es wird also keine tiefe Auseinandersetzung mit den Bibeltexten sein. Aber anstelle dessen hoffe ich, eine Botschaft zu teilen, die jeden eurer Herzen berührt. Und dass es uns anrührt und beeinflusst, so dass wir anders mit unseren Mitmenschen umgehen.
[1:08] Und weil wir so involviert waren, auch hier mit der Liederhalle und dann in der kommenden Woche auch, gerade dadurch ist diese Botschaft noch wichtiger. Also ich habe viele von euch in der Liederhalle gesehen. Ich weiß, manche konnten es nicht zeitlich schaffen. Aber ich hoffe, dass ihr am Dienstag bei uns sein dürft, wenn wir hier weitermachen. Denn Gott hat eine besondere Arbeit für uns, die nur ihr tun könnt. Und keiner kann euren Platz einnehmen. Also kommt, kriegt den Segen und dann seid ein Segen für andere.
[2:03] Also diese Morgenbotschaft hat den Titel: Oberflächlich – Das Limit von Etiketten.
[2:15] Lass uns zusammen beten. Vater, wir sind dankbar, dass wir heute in deinem Haus sein dürfen. Du hast eine Botschaft für uns. Du hast auch einen Willen für unser Leben. Und du hast eine Richtung, in die wir gehen sollen. Wir fragen dich, dass du uns inspirierst, uns erbaust und uns ermutigst. Und wir danken dir, dass du heute Morgen mit uns bist. In deinem Namen beten wir. Amen.
[3:00] Am 7. April 2015 hat die Marke Dove, die Hauptpflegeprodukte anbietet, ein kurzes Video bereitgestellt. Es war nur 3 Minuten 40 Sekunden lang. Aber es hat in den Nachrichten, in den Medien eine große Konfrontation oder Konflikt hervorgerufen. Worüber ging es in diesem Video? Man könnte sagen, es war so ein Sozialexperiment.
[3:42] Was Dove gemacht hat, ist, sie sind zu 5 großen Städten in der Welt gegangen: Shanghai, Sao Paulo, San Francisco, London und Delhi. Und sie sind in die großen Einkaufsmalls gegangen. Und dort am Eingang zu den Einkaufszentren. Da haben sie zwei Türen aufgestellt. Und dann haben sie über die beiden Türen zwei Zeichen gelegt. Dann haben sie Kameras aufgestellt, um die Leute zu beobachten, in welche Tür sie gehen werden. Sie waren vor allem an den Reaktionen der Frauen so interessiert. Und es war ziemlich interessant zu sehen, wie haben die Frauen darauf reagiert. Manche haben gelächelt und sind einfach durch eine der beiden Türen. Manche sind jedoch stehen geblieben und man hat gemerkt, die müssen eine schwierige Entscheidung treffen. Welche werden sie gehen?
[5:23] Was hat sie also dazu gebracht, so tief zu denken, eine einfache Tür zu wählen? Welche waren die beiden Zeichen, die über die Türen gelegt wurden? Eine der Türen hatte das Zeichen „Schön“. Und die andere war „Durchschnitt“. Was würdet ihr wählen?
[5:41] Es war interessant zu sehen, durch welche Tür dann welche Frau gegangen ist. Der größte Teil der Frauen hat sich entschieden, durch die Tür des Durchschnitts zu gehen. Aber nachdem sie durch die Tür gegangen sind, hat das Team sie gefragt, warum sie die Tür geöffnet haben. Und die Antworten waren sehr interessant. Eine Frau aus China hat gesagt: „Dieses ganze Konzept von Schönheit fühlt sich sehr weit von mir weg an.“ Eine Frau aus den USA, die durch dieses Durchschnittstürchen gegangen ist, hat sich gefragt, warum sie diese Entscheidung gemacht hat. „Ist es aus dem Grund, weil die Gesellschaft mir sagt, was ich bin? Oder ist es, weil es das ist, was ich selber über mich denke?“ Eine Frau aus Indien hat gesagt: „Ich werde für Wochen und Monate darüber nachdenken, warum ich die Durchschnittstür gewählt habe.“
[7:17] Der größte Teil der Frauen ist durch die Durchschnittstür gegangen. Aber es gab ein paar, die sind durch die Tür „schön“ gegangen. Da war eine Frau, die ihren Freund im Rollstuhl geschoben hat. Und sie sind in Richtung Durchschnittstür gegangen. Dann hat die Frau aber kurz davor aufgehört und ihren Freund durch die schöne Tür gedreht. Und man hat gesehen, wie die Frau, die den Rollstuhl geschoben hat, angefangen hat zu lächeln. Da war eine Frau, die mit ihren zwei Teenie-Töchtern in Richtung der Tür gegangen ist. Und die Töchter sind so in Richtung Durchschnittstür gegangen. Und da hat die Mutter sie gepackt und hat sie rübergezogen und hat sie durch die Tür „schön“ gedrückt. Und im Interview hat die Mutter dann gesagt: „Wir sollten unseren Töchtern mehr erzählen, dass sie schön sind.“
[8:37] Dove hat über 6400 Frauen in 20 Ländern interviewt. Und sie haben gemerkt, dass 96% von denen nicht das Wort „schön“ benutzt haben, um sich selber damit zu beschreiben. Sie fühlen sich damit einfach nicht wohl, dieses Etikett an sich zu haben. Die Frage ist also: Tun Etiketten uns anders fühlen lassen, wie wir über uns denken? Und machen Etiketten einen Unterschied, wie wir andere Leute behandeln? Etiketten werden ja nur oberflächlich angebracht. Aber wenn wir dieses Etikett lang genug tragen, dann endet es auch von innen heraus.
[9:43] Ich möchte, dass ihr mit uns 1. Samuel 16, Vers 7 aufschlagt. Und dieser Vers gibt uns eine Wichtigkeit, dass es nicht darauf ankommt, was wir übereinander denken, sondern was Gott von uns denkt. Wir lesen 1. Samuel 16, Vers 7: „Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht, denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der Herr sieht auf das Herz.“ Gott schaut unter die Oberfläche. Er schaut in unser Herz. Und dort sind unsere wirklichen Werte. Aber unsere Gesellschaft hat uns darauf trainiert, Menschen anders zu betrachten. Die Gesellschaft hat es geschafft, dass wir Menschen am Äußeren erkennen. Und ob wir das jetzt aus Intention machen oder nicht, wir heften Etiketten an die anderen Menschen. So wurden wir einfach erzogen.
[11:09] Ich möchte mit euch heute Morgen eine Geschichte teilen. Es ist eine Geschichte eines Lebens, das mit Etiketten gelebt hat. Und hoffentlich können wir auch ein oder zwei Botschaften daraus ziehen. Diese Botschaft, die ich mit euch teilen möchte, die kommt mir ziemlich bekannt vor, weil es mein Leben ist. Also möchte ich mit euch ein paar Etiketten teilen, die ich selber getragen habe, und wie das auch mein Leben beeinflusst hat. Und durch die Gnade Gottes können wir davon lernen und die Liebe Jesu anderen mitteilen.
[12:09] Ich bin sehr, sehr vor sehr langer Zeit geboren. Und die meisten von euch wissen sogar, wo ich geboren wurde. Ich bin hier nur ein paar Straßen weiter geboren, in Bad Cannstatt. Ich bin 1971 geboren. Und ich war das erste Enkelkind, das geboren wurde. Also war die Familie super aufgeregt, dass ich endlich angekommen bin. Und nicht überraschend, der Grund, warum ich in Bad Cannstatt geboren wurde, ist, weil mein Vater ein amerikanischer Soldat war, er war dort stationiert. Und dadurch, dass ich das erste Enkelkind meiner Oma und Opa war, wollten sie ihr erstes Enkelkind sehen, also kamen sie nach Deutschland, um mich zu besuchen. Und sie waren super glücklich, dass ich da war.
[13:16] Und dann in 1971, da war mein Vater in der Armee, war die Armee zurzeit in einem Konflikt, woanders in der Welt. Das war der Vietnam-Konflikt. Und dadurch bin ich so in einer Militärfamilie aufgewachsen. Und wurde umgeben von Soldaten, Helikoptern und Jeeps, eine Menge Luftwaffe, Waffen. Aber ich habe mich hier sehr gefreut, die ersten Jahre meines Lebens in Deutschland aufzuwachsen. Und die ersten Jahre meines Lebens, ich hätte mich sehr gut auf den Cannstatter Wasen gepasst. Die Lederhosen passen mir natürlich jetzt nicht mehr. Wahrscheinlich muss ich mir neue anfertigen lassen. Aber ich habe mich darüber gefreut, hier aufgewachsen zu sein.
[14:30] Ein paar Jahre später kam mein Bruder dazu. Und wir hatten ein gutes Leben. Es war anders als viele andere Kinder auf der Welt, weil wir immer viel gereist sind. Und wie gesagt, wir sind in einer Militärfamilie aufgewachsen. Also ich bin der Typ hinter dem Maschinengewehr. Sie haben mich nicht abschießen lassen, was wahrscheinlich für das Beste ist. Aber das war so mein Alltag. Das bin ich in einem Helikopter. Und ich mochte das im Militär aufzuwachsen.
[15:18] Aber weil wir so alle drei Jahre umherzogen, sind wir auf Militärbasen aufgewachsen und mit anderen Militärkindern auch. Und wir hatten so eine gemeinschaftliche Denkweise, wir haben uns verstanden. Aber eines Tages haben wir uns entschieden, weg von der Militärbasis zu ziehen in normale Nachbarschaft. Und dadurch bin ich mit anderen Kindern in die Schule gegangen, die nicht im Militär aufgewachsen sind.
[16:01] Und im Militär fragt man andere Kinder nicht, woher sie sind, weil es keine gute Antwort auf diese Frage gibt, wenn man im Militär aufgewachsen ist. Aber als ich in eine normale Nachbarschaft ging und mit anderen normalen Kindern in die Schule ging, und ich in ihre Gegend ging, fragten sie mich, woher sie sind. Und das war eine schwierige Frage, die ich beantworten konnte. Weil ich die Frage, woher ich geboren bin, beantworten konnte. Und die Antwort auf diese Frage ist Deutschland. Oder ich könnte die Frage beantworten, woher ich gerade hergezogen bin. Und das könnte Kalifornien oder Maryland sein. Oder ich könnte auch die Frage beantworten, woher kommt eigentlich meine Familie? Und das könnte Ohio sein. Aber es war immer eine seltsame Frage, die ich beantworten musste, weil die anderen Kinder wussten ja, woher sie herkamen. Aber ich wusste das nicht so ganz. Zuhause war immer da, wo ich gerade war.
[17:23] Und als ich in verschiedene Nachbarschaften ging und verschiedene Kinder kennengelernt habe, wurde klar, dass ich anders als sie war. Und weil ich anders als sie war, begann ich, wie ein Außenseiter zu sein. Ich habe da einfach nicht reingepasst. Und weil ich nicht so gut reingepasst war und ein bisschen entfernt von ihnen war, begann ich, das Leben ein bisschen weniger zu genießen. Es war nicht so glücklich.
[18:08] Und als ich jung war, war alles okay. Alles war glücklich und alles war Spaß. Aber als ich mich von anderen jungen Kindern entfernte, begann ich zu finden, dass es Dinge gab, an denen ich nicht gut war. Und das hat mich nur noch dazu gebracht, dass ich mich anderen Leuten noch mehr entzogen habe.
[18:35] Nehmen wir zum Beispiel den Sport Baseball. Baseball ist in Europa nicht so wirklich bekannt. In den Vereinigten Staaten jedoch ist es ziemlich bekannt. Am Ende der ganzen Matches nennen wir es sogar die Weltmeisterschaft. Das ist ziemlich witzig, dass wir das so nennen, weil all die Teams aus der Welt sind eigentlich aus den USA. Es ist nicht wirklich eine Weltmeisterschaft. Aber trotzdem habe ich probiert, Baseball zu spielen. Und darin war ich auch nicht gut.
[19:36] Aber die einfache Idee daran ist, der Werfer wirft den Ball. Du bist derjenige, der mit dem Schläger den Ball trifft. Und es gibt drei Standpunkte, und die rennst du durch, und dann kriegst du einen Punkt. Aber darin war ich nicht gut. Und mein Trainer, der wusste das. Und mein Trainer, der war ambitioniert, dass wir gewinnen, obwohl ich nicht gut war. Also als ich den Ball treffen musste, da hat er mir direkte Anweisungen gegeben. Er hat gesagt: „Also, wenn du dabei bist, den Ball zu treffen, dann bitte lehn dich ganz weit nach vorne, dass wenn der Werfer den Ball wirft, dass er dich dann trifft, und zwar irgendwo an der Schulter. Und wenn er dich dann trifft mit dem Ball, dann ist die Regel, dass du zum ersten Standpunkt gehen darfst. Dann musst du nicht mal den Schläger schlagen, du musst dich einfach nur treffen lassen, und dann kannst du schon zum ersten Standpunkt.“ Und genau das habe ich gemacht. Es hat nicht lange gebraucht, als ich gemerkt habe, Baseball ist nicht so mein Sport.
[21:08] Also habe ich angefangen, Fußball zu spielen, was meiner Meinung nach sowieso der bessere Sport ist. Aber weil ich eben nicht gut in sportlichen Aktivitäten war, und weil ich mich nicht mit den anderen Kindern identifizieren konnte, habe ich mich eben doch so distanziert. Und ich habe das Leben nicht genossen, mit anderen Menschen Gemeinschaft zu haben.
[21:42] Also wo konnte ich jetzt Zufriedenheit finden? Ich fand Zufriedenheit, indem ich alleine war, und indem ich leckeres Essen gegessen habe. Und ich habe viele Möglichkeiten gefunden, leckeres Essen zu essen. Und da haben sich die Kalorien gesammelt. Und weil ich dadurch dicker wurde, haben Leute ein Etikett auf mich angesteckt. Und dieses Etikett, das hat mich ziemlich verletzt, weil mich Leute dafür ausgelacht haben, dass ich dicker war.
[22:25] Als ich in der Realschule war, mussten wir in eine Klasse gehen, die sich um die physische Bildung handelte. Und es gab eigentlich nur einen Jungen, der kräftiger und größer als ich war. Und da haben die uns immer in eine Sportgruppe gesteckt. Und wir sollten dann wrestlen, also kämpfen. Aber er war noch viel größer und stärker als ich. Und also, immer wenn wir gewusst haben, hat er sich einfach auf mich drauf gelegt, und ich wurde zerquetscht. Und die anderen Kinder haben natürlich angefangen, hysterisch zu lachen. Die fanden das super witzig. Aber in mir drin, das tat weh, weil jeder über mich gelacht hat. Und keiner war so wirklich mein Freund. Und deswegen fühlte ich mich einsam.
[23:46] Ich habe den Sport nicht wirklich gemocht. Aber ich musste es ja machen, weil es war eine meiner Klassen. Und eine dieser Unterrichte im Sportunterricht war, an einem Seil hochzuklettern. Und natürlich war in der Sporthalle das Seil von der Decke gehangen, und bis runter an den Boden. Und dann haben sie mich daran gebunden, um zu sehen, wie schnell, wie lange es dauert, um hochzuklettern und runterzukommen. Und es war natürlich schwer, bis ganz hoch zu klettern und wieder runter. Aber die Idee dahinter ist, du kletterst hoch, und wenn du oben bist, dann gehst du langsam wieder runter.
[24:44] Aber ich habe dann einen schnelleren Weg gefunden, wieder runterzukommen. Anstelle Hand für Hand nach unten zu gehen, wenn du nur so ein bisschen loslässt an dem Seil, kannst du direkt unter den Seil rutschen. Jemand, der das schon mal gemacht hat, weiß, dass das nicht eine angenehme Erfahrung ist. Weil wenn das Seil durch deine Hände rutscht, dann nimmst du ein bisschen Haut mit. Aber wenn du dann unten am Boden bist und hast dann keine Haut mehr, dann kannst du ja zum Schularzt und zeigen, dass deine Hände keine Haut mehr haben. Und sie wird dir eine Note schreiben, die sagt, du musst nicht für zwei Wochen in die Sportklasse gehen. Und ich dachte, das ist ein gutes Arrangement, weil ich nicht in die Sportklasse gehen will. Und dadurch habe ich mich dem Gelächter der anderen Kinder entzogen.
[26:03] Aber so als ich heranwuchs, hat diese Realitätsflucht weiter seinen Lauf genommen. Und weil ich eben nicht um andere Leute herum mich aufhalten wollte, habe ich mich entschieden, mich noch mehr der Realität zu entziehen. Also dann in der Highschool, so Gymnasialstufe, habe ich einfach nur noch Videospiele gespielt, Bücher gelesen, Romane, Filme geschaut und einfach nur probiert, alleine zu sein, ohne andere Menschen um mich herum. Und es hat mich auch frustriert, ich war nicht wirklich glücklich, aber eigentlich hatte ich viele Gründe, glücklich zu sein.
[27:07] Einer dieser Gründe war, in meiner Hochschulzeit, oder in meiner Schulzeit, ich habe in einer sehr schönen Gegend gewohnt. Eine Gegend, die ihr auch kennt. Ich habe während meiner Schulzeit hier in Deutschland gewohnt. Und wir haben schöne Sachen gesehen, wir sind umhergereist. Wir haben die Burgen gesehen, die Städte, die Flüsse, die Wälder. Aber in der Zeit, in der ich hier war und diese Dinge erlebte, war ich innerlich nicht sehr glücklich.
[27:48] Aber es kam ein Punkt, wo ich gesagt habe: „Weißt du was, ich bin so unglücklich. Irgendetwas muss sich jetzt verändern. In der Tat muss sich alles verändern.“ Und also zwischen meiner jüngeren und jüngeren Hochschulzeit, der zweiten bis zur letzten, und der letzten Hochschulzeit, in den letzten zwei Jahren der Gymnasialklasse, kann man sagen, bin ich so zurück in die USA, weil ich nach Hochschulen, Universitäten schauen musste, um zu entscheiden, wo ich nach der Hochschule studieren kann. Und die Entscheidung war, dass sich in diesem Sommer mein Leben ändern wird.
[28:41] In dem ersten Teil der Sommerferien bin ich in die Alpen wandern gegangen. Und es war wunderschön. Dann bin ich in die USA rüber und bin in Florida gewesen. Und ich habe mir dort die Universitäten angeschaut. Und ich habe etwas in Florida entdeckt, das ich hier in Deutschland nie hatte. Es ist etwas, das man nennt einen schönen Hautton. Und während ich dort war, habe ich ein Haarschnitt. Ich habe mir die Brille abnehmen lassen und mir Kontaktlinsen besorgt. Ich habe angefangen, Sport zu machen und Gewicht verloren. Ich hatte neue Kleidung. Ich habe mir einen Schnurrbart wachsen lassen. Ich habe eigentlich alles geändert, an das ich denken konnte.
[29:43] Und als ich dann in das letzte Schuljahr der Gymnasialstufe gegangen bin, bin ich in Deutschland hier in diese Schule gegangen, erster Tag. Und ich sah so anders aus, als vor den Sommerferien, dass mich keiner mehr wiedererkannt hat. Jeder hat sich mir vorgestellt, hat gesagt: „Hallo.“ Sogar die Leute, die ich eigentlich ziemlich gut kannte, haben sich mir vorgestellt. Es war also so, als ob da ein neuer Mensch in diese Schule kommt. Und das ist der, der nach den Sommerferien in die Schule kam.
[30:30] Interessant war, dass die Leute mich anders behandelt haben. Sie haben mich zu Dingen eingeladen, zu denen ich vorher nie eingeladen wurde. Manche Leute haben mit mir geredet, die haben früher nie mit mir geredet. Ich wurde mit eingeschlossenen Sachen, an denen ich nie beteiligt war. Und auch andere Sachen sind passiert, die mich überrascht haben. Einige der Leute, die davor nie mit mir geredet haben, waren sogar Mädchen. Das war ziemlich schön. So eine Erfahrung hatte ich vorher nicht.
[31:22] In der Klasse haben sie angefangen, mir so kleine Zettelchen zu schreiben. Keiner hat mir Zettelchen davor geschrieben. Aber ich habe etwas gesehen, was mich so bedrückt hat. In mir drin habe ich mich nicht geändert, so wie ich auch zuvor war. Ich war immer noch ich in mir drin. Was sich wirklich verändert hat, war nur das Äußere. Aber weil das Äußere anders war, haben mich die Menschen anders behandelt. Und das hat mich bekümmert.
[32:11] Ich habe hier in Deutschland die Hochschule beendet und dann zurück in die Vereinigten Staaten gegangen, um meine Jahre in der Schule zu beginnen. Ich war sehr aufgeregt, die Schule zu beginnen, es war eine neue Zeit in meinem Leben. Neue Beziehungen, neue Freunde, neue Leute, neue Freundschaften, du kannst komplett von vorne anfangen. Es war viel einfacher, Freunde zu machen und Leute kennenzulernen, als es schon vor einigen Jahren war. Ich habe viele Freunde gemacht und viele junge Mädchen kennengelernt.
[32:54] Und etwas Interessantes ist passiert in den ersten Jahren der Hochschule. Es ist eine Zeit der Veränderung für junge Menschen. Und die Richtung ihres Lebens verändert sich, besonders nach der Zeit, nachdem sie aus der Hochschule studiert haben. Und viele Unternehmen verstehen das. Und deswegen richten sie ihren Fokus auf die jungen Menschen, die in diesem Zeitraum der Veränderung leben. Und deswegen richten sie ihren Fokus darauf, welche Jugendlichen im Heranwachsenden sind.
[33:45] Und es gab eine Industrie, die oder ein Business, das sich darauf spezialisiert hat, solche jungen Leute anzusprechen. Und dieses Geschäft hat gemerkt, mit diesen jungen Leuten kann man viel Geld machen. Und deswegen haben sie Botschafter, Leute rausgeschickt an die Universitäten, direkt in Florida und sich die jungen Leute angeschaut. Und sie auch wirklich anzusprechen. Und in einem Gespräch herauszufinden, kann ich mit denen Geld machen. Und deswegen haben sie auch Werbung im Radio geschaltet. Und auch in der Zeitung haben sie Werbung geschaltet. Und haben so die jungen Leute eingeladen. Und dann haben sie da eine Kategorisierung gemacht. Die, die ihnen vielleicht helfen können. Und die, in die sie nicht interessiert sind.
[34:49] Und ich habe die Werbung gehört und gesehen. Und dann habe ich mir gedacht: „Gut, mal schauen, ob ich das kann.“ Und dann bin ich dorthin in ein Gespräch. Und die haben zu mir gesagt: „Ja, du hast das, wonach wir suchen. Und wir wollen, dass du auch für uns arbeitest.“ Was für eine Industrie, was für ein Geschäft ist das? Manche kennen meine Geschichte schon so ein bisschen. Und ihr wisst, dass in einem Punkt in meinem Leben ich ein Model wurde.
[35:19] Und deswegen habe ich für verschiedene Agenturen als Model gemodelt. Und damit habe ich gutes Geld verdient. Aber so wie die Modelindustrie funktioniert, ist es so, dass die Industrie danach sucht, welches Model ist gut und dann zu ihrer Agentur vermittelt. Und der Agent oder die Agentur vermittelt dann an ein Model, das ziemlich gut wäre. Also der Agent wird dann praktisch bezahlt. Er wird bezahlt von der Modelagentur und das Model arbeitet für die Modelagentur. Und dadurch tut dann der Agent oder der Betreuer dann das Model auszahlen. Und deswegen habe ich ziemlich verschiedene Sachen in der Modelindustrie auch übernommen.
[36:33] Ich habe so auf dem Laufsteg gemodelt. Ich habe gemodelt für Zeitungen. Und auch so Werbemodelling. Also ich habe für Firmenwerbung angepriesen als Model. Und das habe ich für viele Jahre gemacht in der Universität und auch nachdem ich abgeschlossen habe.
[37:06] Aber zur selben Zeit, als ich als Model gejobbt habe, habe ich auch die Bibel studiert. Weil ich nicht nur auf die Menschen draußen interessiert war, obwohl die Industrie darauf hingewiesen ist. Ich war nämlich nicht nur auf das Äußere der Menschen bedacht, obwohl es diese Industrie vorschlägt. Ich wusste, das Innere einer Person ist genauso wichtig.
[37:40] Und während ich dann die Bibel studiert habe, fand ich so die Wahrheit des Evangeliums. Worum das Leben eigentlich geht. Und während ich das studiert habe, wollte ich das natürlich auch mit anderen teilen. Und deswegen traf ich die Entscheidung, nach Kalifornien zu ziehen, um dort auf eine Bibelschule zu gehen, damit ich anderen Leuten das Evangelium verkündigen kann. Und deswegen habe ich meinem Agenten gesagt, meinem Vermittler: „Ich gehe jetzt weg für vier Monate. Ich werde auf eine Bibelschule gehen, bitte ruft mich nicht an, ob ich irgendeinen Modeljob übernehme.“
[38:26] Und dann war ich auf meinem Weg nach Kalifornien. Und nur ein paar Wochen, nachdem ich angekommen bin, hat mein Telefon geklingelt. Und es war mein Agent. Und mein Vermittler hat gesagt: „Ich habe einen Kunden, der einen Job für ihn machen will.“ Und ich habe gesagt: „Das ist schön, aber wie ich gesagt habe, ich bin für die nächsten vier Monate nicht verfügbar. Ich konzentriere mich jetzt auf das, was ich jetzt gerade tue.“ „Ja, ich weiß, dass du das tust“, hat sie mir gesagt. „Aber du musst verstehen, dieser Kunde wird es rentabel machen, dass du kommst und diese Zeit einsetzt. Du wirst viel Geld machen, wenn du nur diesen einen Job machst.“
[39:27] Und so hielt ich das Telefon in meiner Hand und ich dachte, und ich betete, und ich dachte wieder, und dann sagte ich: „Nein.“ Aufgehangen. Und ich bin zurück, habe studiert. Und ein paar Wochen später habe ich wieder einen Anruf bekommen. Und es war wieder mein Agent, mein Vermittler. Und sie hat gesagt: „Ich weiß, du bist nicht verfügbar.“ Und dann kam wieder ein Anruf, und diesmal war es der Disney Channel. Und sie sagte: „Disney Channel möchten, dass du an einer neuen Spielserie auf deren TV-Sendung so der Moderator bist. Du musst diesen Job annehmen.“ Und so habe ich mir das angehört und ich habe darüber nachgedacht und ich habe gesagt: „Nein.“ Aufgehangen.
[40:50] Was da passierte, war, dass es in zwei Richtungen in meinem Leben war. Einer der Strömungen ging in Richtung, was im Inneren einer Person passiert ist. Der andere Strömung ging in Richtung, die andere Kraft hat an meinem Äußeren gezogen. Und durch Gottes Gnade hat die innere Kraft gewonnen.
[41:20] Und nachdem ich durch diese vier Monate Schule gegangen bin, habe ich dann die Möglichkeit bekommen, als Evangelist zu arbeiten. Und da habe ich meine Agentin angerufen und habe gesagt: „Ich bin fertig. Ich mache das nicht mehr.“ Und ich habe eine junge Frau geheiratet. Wir haben jetzt einige Kinder und ich habe ein neues Etikett auf mich. Das ist jetzt Ehemann, Vater. Ein weiteres Etikett ist über die Jahre Pastor und Evangelist. Und ich liebe dieses Etikett, diese Arbeit. Ich kann teilen mit Leuten, was wichtig ist, was innen abgeht, obwohl das viele vielleicht auch nicht verstehen.
[42:24] Aber über diese Jahre hinweg, durch meine Lebensreise, habe ich etwas sehr Wichtiges gelernt. Und das ist eben diese Wichtigkeit der Etiketten. Denn wir wurden darauf trainiert, Menschen in Schubladen zu stecken oder zu etikettieren. Und so schauen wir diese Menschen in unseren Kategorien an. Und vielleicht wurdest du auch in eine Kategorie gesteckt, ein Etikett angebracht. Und ja, es gibt Kategorien, die sind positiv und Kategorien, die sind negativ. Aber sobald jemand von uns durch jemanden etikettiert wurde, dann beeinflusst es unser Denken über die Person und wie wir sie behandeln. Und das wird dann sehr wichtig, wenn wir anderen Menschen das Evangelium weitergeben wollen.
[43:35] Denn denk mal darüber nach, wie Jesus und seine Arbeit waren. Als er vor 2000 Jahren hier war und versucht hat, Menschen auf der Erde zu erreichen. Wie hat er da Menschen angesehen? Zum Beispiel Maria. Viele von den Menschen haben Maria als Prostituierte angesehen. Jesus hat nicht so auf sie gehindert. Er hat sie anders angesehen. Viele haben auch Paulus angesehen, als jemand, der Christen verfolgte, als jemand, der gegen das Christentum ist. Aber Jesus hat ihn nicht so gesehen. Viele Menschen haben Peter angesehen, als etwas vorsichtig. Er würde reden, ohne darüber nachzudenken. Aber Jesus hat Peter anders angesehen.
[44:42] Wie hat Jesus Menschen angesehen? Und wie sollten wir Menschen angesehen haben? Vielleicht gibt es nur ein Etikett, das wir alle teilen sollten. Und vielleicht sollte dieses Etikett ein Sünder sein, für den Christus gestorben ist. Was wäre, wenn wir alle dieselben Etiketten hätten? Was wäre, wenn wir jeden in diese Kategorie tun würden? Egal, wie sie von außen aussehen, oder woher sie kommen, oder was für eine Sprache sie sprechen, oder wie sie gekleidet sind. Was wäre, wenn wir sie einfach nur so anschauen würden, als ein Sünder, für den Jesus gestorben ist? Würde das unsere Art ändern, wie wir mit Menschen umgehen? Und wenn sie dann auch wieder auf uns so schauen, würde das auch ändern, wie sie uns behandeln?
[45:48] Jesus hat genau jeden so betrachtet. Er hat auf Maria geschaut und gesagt: „Das ist eine Sünderin, für die werde ich sterben.“ Und dadurch wurde sie einer der hingebungsvollsten Diener. Und er schaute auch auf Petrus. Und er sagte auch: „Petrus ist einer, für den werde ich auch sterben.“ Und Petrus hat dann sein ganzes Leben Jesus hingegeben, bis in den Tod. Jesus hat auch auf Saulus geschaut. Und er hat gesagt: „Saulus ist einer, für den werde ich sterben.“ Und so hat er ihn auf der Straße nach Damaskus getroffen. Und da hat sich Saulus sein Leben komplett umgedreht. Und dadurch bekam er der größte Evangelist oder Prediger für die Heiden.
[46:46] Meine Lieben, jede Person, die wir treffen, jeder, der auch zu den Treffen in der Liederhalle kommt, jeder auch, der hier in diese Gemeinde kommt, zum Gottesdienst, auch die ganzen Mitglieder hier in der Gemeinde, in der Vereinigung, in den Gemeinschaften, in der Weltgemeinde, jeder von denen ist ein Sünder, für den Jesus gestorben ist. Und wenn wir einfach nur banal und gewissenhaft uns entscheiden, jeden gleich zu behandeln, und zwar als einen Sünder, für den Jesus gestorben ist, wie schnell würde sich das Evangelium um die Welt verbreiten. Und wir könnten alle nach Hause gehen.
[47:43] In Jesaja 43, Vers 1 sagt es: „Aber jetzt, so spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Die letzten drei Worte dieses Verses sind sehr, sehr kräftig, und du kannst sie auf jeden hier anwenden. „Du bist mein.“ Christus sagt dir: „Du gehörst mir.“ Er hat den Preis gezahlt, damit du ewiges Leben haben kannst. Und genau den Preis hat er für jeden anderen gezahlt. Die Frage ist einfach bloß, wie werden wir das behandeln? Werden wir andere dann auch so behandeln, wie Jesus uns behandelt? Geben wir den anderen auch die Möglichkeit, das ewige Leben in Anspruch zu nehmen, so wie es Jesus uns gegeben hat?
[48:57] Die Welt wird weiter damit machen, andere Leute in Boxen zu stecken und Etiketten zu geben. Aber so müssen wir nicht leben. Wir können die Entscheidung machen, wie viele heute Morgen wollen auch so auf Menschen schauen, wie Jesus das macht. Ist das deine Entscheidung? Lass uns beten.
[49:28] Vater, wir merken, dass Etiketten und Kategorien uns umgeben, und sie beeinflussen uns, dass wir anders auf andere Menschen schauen und auch auf uns. 2015 sind Frauen damit konfrontiert worden, zwei Türen zu durchwandern, eine der beiden. Und so konnten sie sich fragen, wie denke ich über mich? Und jeden Tag werden wir in Kategorien gesteckt. Und jeden Tag werden wir darauf trainiert, andere zu kategorisieren. Und bitte, Herr, hilf uns heute Morgen, eine Entscheidung zu treffen, dass wir jedem das selbe Etikett geben, die selbe Kategorie, die Jesus uns auch gegeben hat. Wir sind Sünder, für den er starb. Hilf uns, dass wir andere so lieben, weil er uns so liebt. Amen.
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