In dieser Predigt über den Bund in Moab, dem Abschluss der Serie über die Zehn Worte, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung eines oft übersehenen biblischen Ereignisses. Er erklärt, warum Gott einen zweiten Bund mit Israel schloss, obwohl bereits der Bund am Sinai existierte. Die Predigt betont, dass es nicht nur um das Wissen der Gebote geht, sondern um die Herzenshaltung und die Bereitschaft, Gottes Freundschaft anzunehmen. Es wird aufgezeigt, wie dieser Bund für jeden Einzelnen relevant ist und wie Gottes ultimative Priorität darin besteht, unser Freund zu sein und uns zum Leben zu führen.
Die Zehn Worte: 12. Der Bund in Moab
Christopher Kramp · Die Zehn Worte ·Themen: 2. Mose, Bibel, Bibelstudium, GesetzWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zehn Worte
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Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat! Ihr wisst ja, der Sabbat ist dazu da, zuallererst, um sich Gedanken zu machen über die Schöpfung. Und ich weiß nicht, wer von euch in den letzten Tagen öfter mal draußen gewesen ist. Ich gehe jetzt jeden Morgen immer mal so ein bisschen in die Natur, also was so Natur so möglich ist hier in der Umgebung. Und ihr wisst, es ist gerade die Zeit des Nebels. Früh am Morgen, im Grau des Morgens, wenn die schon halb entblätterten Bäume im Nebel so umwabert werden. Das ist ganz interessant. Und als ich so ging, eines Morgens habe ich entdeckt, es war keine große Entdeckung, dass etwas mit dem Nebel passiert, wenn die Sonne durchbricht. Solange die Sonne nicht da ist, ist der Nebel ein Sichthindernis. Man sieht nichts, man fühlt sich irgendwie so ein bisschen eingeklemmt, eng, so ein bisschen mystisch, mysteriös. Aber wenn die Sonne kommt, dann durchleuchtet sie den Nebel. Man stellt fest, der Nebel ist eigentlich, der ist gar nichts, das ist ziemlich substanzlos und der Nebel verschwindet.
[1:26] Die Bibel sagt uns: „Ich tilge deine Übertretungen wie einen Nebel und deine Sünden wie eine Wolke. Kehr um zu mir, denn ich habe dich erlöst.“ Vor dem Licht des Evangeliums, vor dem Licht von Jesus können unsere Sünden nicht bestehen. Die lösen sich quasi auf. Und das fand ich ganz interessant. Wenn ihr also demnächst mal frühmorgens spazieren seid und den Nebel seht, dann denkt daran, was das Wort Gottes in unserem Leben bewirken kann.
[1:57] Wir sind am Ende unserer Predigtreihe über die zehn Worte. Es war ganz interessant, oder, sich mal mit den zehn Geboten zu beschäftigen. Wart ihr auch gesegnet davon? Die Bibel sagt uns, ja, wir sollen die zehn Gebote nachdenken Tag und Nacht. David sagt: „Wie liebe ich dein Gesetz!“ Und vielleicht denkt ihr euch im Moment mal: „Die Sigrid hat doch letztes Mal schon über das zehnte Gebot gesprochen. Wie kann es noch eine Predigt geben, wenn es nur zehn Gebote gibt?“ Gute Frage. Aber wir haben ja auch mit einem Einführungsthema begonnen und so werden wir noch mal ein Abschlussthema uns anschauen. Ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt. Jetzt werdet ihr sagen: „Ja, Christopher, dir liegen alle Themen der Bibel sehr am Herzen.“ Aber das besonders. Und es stimmt auch. Es gibt Dinge im Leben, die liegen mir nicht so sehr am Herzen, also jetzt nicht im Bezug auf die Bibel, aber es gibt Dinge, die mag ich nicht so, die liegen mir nicht so am Herzen. Zum Beispiel das Aufräumen. Ich weiß nicht, ob irgendjemand mit mir sympathisiert. Also Aufräumen, das kann man verschieben so in meinem Kopf. Das kann man irgendwann mal machen. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man das Gefühl hat, jetzt muss mal wirklich aufgeräumt werden, oder? Jetzt muss man mal wirklich Großreinemachen. Klar Schiff. Jetzt muss mal wieder alles in Ordnung gebracht werden.
[3:28] So ging es auch Hilkia. Und Hilkia ging in den Tempel, um ihn sauber zu machen. Da war es schon seit Jahr und Tag nicht mal richtig sauber gemacht worden, weil unter König Manasse war das mit dem Tempel nicht mehr so populär. Den wollte man nicht. Und als der Hilkia dort in den Tempel hinein ging und so in den Ecken schaute und dort alle möglichen interessanten Dinge fand, nicht wahr? Und sich gefragt hat: „Brauchen wir das noch?“ Nicht wahr? „Brauchen wir das noch?“ Interessant, ja? Bisschen staubig. Da fand er plötzlich eine Schriftrolle, hat den Staub von der Schriftrolle weggepustet und festgestellt, dass es sich dabei um ein Buch handelte, das man irgendwie verloren hatte. Man wusste nicht mehr, wo es war. War in der Bibliothek nicht mehr zu finden. Irgendjemand hat es dort abgelegt. Niemand hatte mehr so richtig danach gefragt. Seit wahrscheinlich Jahren lag es dort ungenutzt herum.
[4:38] Hilkia informierte den Schreiber Schafan, und der brachte das zum König, zu König Josia. Und man las dem König Josia aus diesem Buch vor. Und als der König Josia dieses Buch hörte, begann er zu weinen. Und er weinte und weinte und irgendwann zerriss er sich die Kleider. Und er war nicht der Einzige. Als der Inhalt dieses Buches bekannt wurde, entstand, was Ellen White sagt, die größte Erweckung und Reformation, die es jemals gab in der Geschichte der Könige Israels. Ein verstaubtes Buch, wiederentdeckt. Keine neue Lehre, keine neue Erkenntnis, kein neuer Prophet, der kam: „So spricht der Herr, ich habe etwas Neues zu verkünden.“ Nein, etwas altbekanntes, das schon verstaubt war, das man wiederentdeckte. Und als man es wiederentdeckte und zu Herzen nahm, entstand genau das, wonach Gott sich immer gesehnt hatte: eine Erweckung und Reformation.
[6:06] Was für ein Buch hat Hilkia gefunden? Vielleicht ahnt ihr es schon. Es war das Buch 5. Mose, das Buch über das Gesetz. Wir haben unsere Predigtreihe begonnen mit einigen Kapiteln aus dem Buch 5. Mose, Kapitel 5 und 4 und 6, aus dem Anfang des Buches. Und heute wollen wir unsere Predigtreihe über die 10 Gebote beenden mit einem Blick in das Ende von 5. Mose, über ein Kapitel, das zu den wichtigsten Themen der gesamten Bibel gehört und von dem die allermeisten Adventisten noch nie etwas gehört haben. Also, wenn ich mir dieses Thema predige, in anderen Gemeinden, da gibt es manchmal Gemeinden, da hat noch nicht ein einziger Mensch jemals von diesem Thema gehört. Also, ich vermute, einige von euch kennen das vielleicht schon, weil ich manchmal gar nicht an mir halten kann, dass ich es immer irgendwo mal erzähle. Aber deswegen frage ich mal: Wer von euch hat schon von dem Bund in Moab gehört? Der Bund in Moab. Ein paar, ein paar. Der Bund in Moab. Wenn ihr noch nie was davon gehört habt, habt ihr wirklich was verpasst. Denn die Bibel, wenn wir sehen, zeigt uns im Bund von Moab eine der spannendsten Dinge, die es überhaupt gibt für einen Menschen, der sich für Gott interessiert.
[7:29] Und bevor wir diesen Bund in Moab studieren wollen, möchte ich euch einladen, wo es möglich ist, dass wir hinter knien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, wir kommen heute Morgen zu dir als Lernende, als Schüler, weil du zu uns sprechen möchtest. Und Herr, wir kommen mit verschiedenen Dingen in unserem Herzen. Wir kommen mit Sorgen, mit Nöten, mit Fragen, mit Zweifeln, mit Freude, mit Traurigkeit, mit Glauben. Und du hast für jeden Einzelnen eine Botschaft. Und Herr, es braucht mehr als meine Worte, denn ich kann nur das sagen, was auf meinem Herzen ist. Aber du hast viel mehr zu sagen, Dinge, die jeden Einzelnen persönlich betreffen. Und so bitte ich dich, dass du meine Worte nimmst und sie so umformst in jedem Ohr und in jedem Herzen, dass jeder Einzelne merkt, dass du zu ihm sprichst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[8:49] Schlagt mit mir auf, 5. Mose, Kapitel 28. 5. Mose, Kapitel 28. Und dort Vers 69.
[9:29] Vielleicht fragt ihr euch, woher kommt dieser Bund in Moab? Die Bibel sagt: „Dies sind die Worte des Bundes, von dem der Herr dem Mose gebot, ihn mit den Kindern Israels zu schließen. Wo? Im Land Moab. Außer dem Bund, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte.“ Wir alle kennen den Bund am Horeb, oder? Bund am Horeb ist uns gut bekannt. Das ist der Sinai. Da hat Gott die 10 Gebote gesprochen. Dort hat er einen Bund mit ihnen gemacht. Wenn wir die Frage stellen würden: „Wann hat Gott einen Bund mit Israel geschlossen?“, würden wir alle sagen: „Am Horeb, oder? Am Sinai.“ Dort waren die 10 Gebote, dort war das Heiligtum, dort hat er einen Bund mit ihnen geschlossen, das Zeremonialgesetz ihnen gegeben. Aber die Bibel sagt uns, es gab einen zweiten Bund. Einen was? Einen zweiten Bund neben dem Bund vom Sinai.
[10:44] Wenn wir über die 10 Gebote reden, denken wir immer automatisch an den Sinai, oder? An den ersten Bund, an den Bund vom Horeb. Aber schon im Alten Testament sagt die Bibel, es gab einen zweiten Bund. Einen sozusagen neuen Bund auf der Wüstenwanderung. Kurz vor dem Land Kanaan gibt es einen zweiten Bund und der ist nicht einfach die Wiederholung, sondern die Bibel sagt sehr deutlich: Neben dem Bund von Horeb gab es diesen zweiten Bund, den Bund in Moab. Noch nie davon gehört? Es lohnt sich, diesen Bund ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen.
[11:26] Wer oder warum brauchte es überhaupt so einen Bund? Schauen wir mit mir in 5. Mose 29, Vers 1. Man könnte die Frage stellen: Warum braucht es noch einen Bund? Gott hatte alles Mögliche für das Volk getan. Sie hatten Feuer gesehen, sie hatten Wasser aus dem Felsen gesehen, sie hatten Männer vom Himmel gesehen, sie hatten Wunder über Wunder gesehen. Was braucht es noch einen neuen Bund, oder? War doch schon alles klar. 10 Gebote waren klar, Heiligtum war klar, Zeremonialgesetz war klar, kein Schweinefleisch war klar, Zehnten, alles war klar. Und sie hatten Wunder über Wunder gesehen. Was braucht es noch einen neuen Bund?
[12:23] Vers 3: „Und der Herr hat euch bis zum heutigen Tag noch kein verständiges Herz gegeben, Augen, die sehen, und Ohren, die hören.“ Was braucht es denn noch eine Predigt über die 10 Gebote? Wir haben doch schon alle 10 studiert, klar? Wir haben gehört, du sollst nicht töten, wir haben gehört, du sollst nicht stehlen, wir haben gehört, du sollst nicht fehlbrechen, wir haben gehört, du sollst keine anderen Götter haben. Es ist doch alles klar, oder?
[12:58] Die Israeliten hatten die 10 Gebote seit 40 Jahren gehört und Mose diagnostiziert nach 40 Jahren: Ihr habt noch immer kein hörendes Herz, noch immer keine sehenden Augen, noch immer kein verständiges Herz. Mit anderen Worten, sie waren klüger geworden, sie waren wahrscheinlich auch gesünder geworden, sie waren an Erfahrungen reicher, aber in ihrer Beziehung zu Gott waren sie nicht wirklich vorangekommen. Es könnte ja durchaus passieren, dass man eine Predigt nach der anderen hört, oder? Und irgendwie das Gefühl hat, man tritt so auf der Stelle. Das ist der Grund für den Bund in Moab.
[13:56] Wenn du das Gefühl hast, hey, ich weiß eigentlich ziemlich viel und ich habe schon ziemlich viel gehört und ich bin noch mit allem einverstanden, aber irgendwie trete ich auf der Stelle. Herzlich willkommen, du bist genau an der richtigen Stelle. Jetzt spricht Gott zu dir. Der Bund in Moab ist dafür. Ja, es braucht den Bund in Moab, damit man erstmal weiß, was ist Gottes Plan? Wie ist er? Was will er? All diese Dinge sind notwendig. Aber wenn ich all das weiß und trotzdem das Gefühl habe, irgendwie bleibt so mehr oder weniger alles beim Alten, dann ist 5. Mose 29 und 30 die Antwort auf deine Frage, die Antwort auf dein Problem.
[14:37] Für wen ist denn dieser Bund? Muss man da spezielle Qualifikationen haben? Muss man sich irgendwie anmelden? Muss man irgendwie sich eine Liste eintragen? Muss man gewisse ethnische oder sonstige kulturelle Vorausbedingungen erfüllen? Schaut mal in Vers 9. Dort heißt es: „Ihr alle steht heute vor dem Herrn, eurem Gott, eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten und eure Vorsteher, alle Männer Israels, eure Kinder, eure Frauen und ein Fremdling, der inmitten deines Lagers ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer.“ Mit anderen Worten: Wer? Alle Männer, Frauen, Alte, Junge, Leiter, Diener, egal welchen Geschlechts, welcher Altersstufe, welcher sozialen Rangordnung, alle waren im selben Boot. Sie alle brauchten diesen neuen Bund von Moab.
[15:41] Vers 11: „Um einzutreten in den Bund des Herrn, deines Gottes, und in seine Eidverpflichtung, die der Herr, dein Gott, heute mit dir abschließt, damit er dich heute bestätige als ein Volk, dass er dein Gott sei, wie er zu dir geredet hat und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat.“ Gott meint es ernst. Er möchte unser Gott sein und er möchte, dass wir sein Volk sind. Ich euer Gott, ihr mein Volk. Alle sind angesprochen. Gott möchte gern dein Gott sein.
[16:29] Nun, Vers 13: Wer ist denn nun wirklich alles dabei? Es heißt hier Vers 13: „Denn ich schließe diesen Bund und diese Eidverpflichtung nicht mit euch allein, sondern, jetzt lest mal genau mit, Vers 14: sondern sowohl mit dem, der heute hier mit uns steht vor dem Herrn, unserem Gott, als auch mit dem, der heute nicht hier bei uns ist.“ Hör mal, wer ist also gemeint? Alle, die anwesend sind und alle, die nicht anwesend sind. Wen betrifft das dann? Alle, alle, alle, alle. Denn du kannst nur in zwei Gruppen sein. Entweder warst du anwesend oder du warst nicht anwesend. Und wenn du anwesend warst, sagt die Bibel: Hey, super, du bist gemeint. Wenn du nicht anwesend warst, sagt die Bibel: Kein Problem, du bist gemeint. Es gibt keinen Menschen auf dieser Erde und in diesem Raum, der nicht von diesen Worten betroffen ist, der nicht gemeint ist. Du bist gemeint, ich bin gemeint.
[17:39] Gott möchte heute dir etwas sagen. Er meint dich. Und obwohl du damals vielleicht nicht dabei gewesen bist, niemand von uns stand damals in den Steppen von Moab und hat irgendwie über die Araber gesehen und hat jetzt die Jordanau sich angeschaut und hat schon über den Hügeln das Land Kanaan gesehen. Wir standen nicht dabei. Wir haben Mose nicht gesehen, wie er mit 120 Jahren, mit weißem Haar, strahlendem Lächeln die fünfte Mose-Predigt gehalten hat. Wir haben ihn nicht gesehen. Wir waren nicht dabei. Aber die Worte sind 100%ig genauso an mich gerichtet, wie an die damaligen Israeliten. Kein Unterschied.
[18:26] Bitte denkt nicht, wie wir oft denken: „Ah, das war damals an den Israeliten und wir können heute was daraus lernen oder wir können da so ein Prinzip mitnehmen, wir können da irgendwie etwas in unseren Alltag übertragen.“ Nein, nein, nein, diese Worte sind genauso an dich heute gerichtet, wie die Menschen damals sie gehört haben. Ellen White sagt: Wenn wir die Bibel lesen, sollten wir sie lesen, als würde Gott jetzt direkt zu uns sprechen.
[18:44] Was stand denn im Bund von Moab? Wir haben ja Kapitel 28, Vers 69 gelesen. „Dies sind die Worte des Bundes, die der Herr im Land Moab geschlossen hat.“ Was stand denn in Kapitel 28? Und das müssen wir nicht komplett lesen, weil es eigentlich eine ziemlich einfache Botschaft ist. Was stand denn in Kapitel 28? Bibelkenner an die Front. Was stand in 5. Mose oder was steht in 5. Mose 28? Segen und Fluch. Ein relativ einfach aufgebautes Kapitel. Erst kommt der Segen, dann kommt der Fluch. Und wenn man den Segen liest, dann denkt man: Was? Also, wenn ihr das mal gelesen habt, was denkt ihr, wenn ihr den Segen, den Segenabschnitt lest? „Das möchte ich auch, oder? Du wirst gesegnet sein in deinem Haus, auf deinem Weg, dein Essen, dein Feld, deine Kinder, alles wird gesegnet sein. Es wird dir gut gehen, es wird immer bergauf gehen mit dir.“ Das möchte ich auch, oder? Und dann kommt das Fluchkapitel und da steht dann was? „Es wird dir schlecht gehen, es wird dir leiden, du wirst Probleme haben.“ Und man denkt sich: Das will ich nicht. Also jeder normale Mensch, der die beiden Abschnitte gegenüberstellt, sagt sich: Also, ich will auf jeden Fall den Segen und ich will auf keinen Fall den Fluch, oder?
[20:08] Und jetzt gibt es einen, einen einzigen Punkt, an dem das hängt. Was sagt 5. Mose 28 die gesamte Zeit? Was ist der Punkt, an dem sich jetzt entscheidet, ob mein Leben ein Segen ist oder ein Fluch? Schaut mit mir in 5. Mose 28. Dort heißt es: „Vers 1: Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, wirklich gehorchst und darauf achtest, alle seine Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete, dann wird dich der Herr, dein Gott, als Höchstes über alle Völker der Erde setzen.“ Und dann kommt der Segen. Und dann, Vers 15: „Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorchst, sodass du alle seine Gebote und Satzungen nicht bewahrst und tust, die ich dir gebiete, so werden all diese Flüche über dich kommen und dich treffen.“ Übrigens, achte darauf, da steht: „Wenn du der Stimme gehorchst, werde ich dich zum höchsten Volk setzen.“ „Wenn du der Stimme nicht gehorchst, werden die Flüche über dich kommen.“ Eine natürliche Folge.
[21:18] Also, was ist der einzige Gradmesser, was ist der einzige Punkt, an dem sich entscheidet, ob mein Leben Segen oder Fluch hat? Hier, die 10 Gebote. Wir haben jetzt monatelang uns die 10 Gebote angeschaut. Jedes Einzelne genau analysiert, studiert, vertieft, angewandt. Die Frage ist jetzt: Ist mein Leben Segen oder Fluch? Erlebe ich Segen oder erlebe ich Fluch? Wir alle wollen den Segen, oder?
[21:53] Und die Bibel sagt, so wie ein Schiff, ein großes, gewaltiges Schiff, gelenkt wird eigentlich durch ein kleines Steuer. Je nachdem, wo das Steuer geht, geht das gesamte Schiff hin. So sind diese vermeintlich kurzen 10 Gebote. Die passen auf so zwei Steintafeln. Man hätte sie auch noch komprimieren können, platzmäßig. Die kann man so in ein, zwei Minuten aufsacken. Diese wenigen Ideen sind wie ein Ruder, wie ein Steuerruder. Je nachdem, wie du dich dazu stellst, geht dein Leben komplett in den Segen oder komplett in den Fluch.
[22:32] Nun, in 5. Mose 29 legt Mose den Finger auf eine Wunde, die wir alle haben. Schaut mal in Kapitel 29 und dort Vers 18. „Und dass keiner, wenn er die Worte dieser Eidverpflichtung hört, sich dennoch in seinem Herzen glücklich preist und spricht: ‚Ich werde Frieden haben, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle.‘“ Schon mal erlebt? Du sitzt in der Abendandacht mit deiner Familie und du sitzt dort, weil jetzt gerade Andacht gemacht werden muss. Es ist die Zeit. Mama hat gerufen, nicht wahr? Jetzt machen wir Andacht. Man sitzt da und man liest den Text. Aber eigentlich denkt man an etwas völlig anderes. Schon mal erlebt? Man fährt im Auto und um das Gewissen zu beruhigen, hat man ein Hörbuch von Ellen White drin, aber man denkt an etwas völlig anderes, möglicherweise etwas ganz Sündiges. Und das läuft und läuft und man hört das Wort Gottes und man denkt trotzdem etwas anderes und denkt sich: „Naja, so schlimm wird es nicht sein.“ Man kann hier in der Predigt sitzen und die Worte Gottes hören und gleichzeitig denken, irgendetwas, das völlig gegen Gottes Gebote ist. Und man denkt sich dann vielleicht: „Naja, aber ich bin ja hier, ich sitze hier, ich höre Ellen Whites Hörbuch, ich mache ja morgen Andacht und Abendandacht mit meiner Familie, da wird mein Leben schon irgendwie im Rahmen bleiben, oder?“ Kennst du das? Dass du zwar eine Form noch mit erfüllst, dass du hier sitzt, gut gekleidet, aber deinem Herzen eigentlich was anderes vorhast. Das sagst du niemandem, weil das käme jetzt nicht so gut, darf auch keiner wissen. Aber im Herzen bist du nicht völlig verbunden mit dem da.
[24:46] Mose sagt: Hüte dich. Du denkst vielleicht: „Naja, also, wenn ich so ein bisschen, wenn ich so ein bisschen mal so meinen Gedanken nachgehe, wenn ich so ein bisschen mal meine Gedanken laufen lasse, da wird schon nichts Schlimmes passieren, oder? Man kann doch bestimmt ein bisschen weiter sündigen, ohne dass jetzt das Leben völlig außer Kontrolle gerät, oder?“ Wahrscheinlich hat Salomo so gedacht, der wie kaum ein anderer von Gottes Weisheit erfüllt war und sich dann wahrscheinlich gedacht hat: „Also, ich kann ja weiter ein gläubiger König sein und so ein bisschen abgespecktes Heidentum mit diesen Frauen und so, das dürfte trotzdem alles im Rahmen bleiben, oder?“ Glaubt ihr, Salomo hat gedacht, dass irgendwann der Tempel, den er baut, mit Feuer verbrannt sein wird, weil er diese Frauen geheiratet hat? Er hat nur gedacht: „Ich habe ein paar mehr Frauen. Der Tempel steht doch noch und ich bete immer noch zum Tempel. Ich komme da immer hin und ich werde immer mein Geld dafür geben. Lass mich doch wenigstens, meine zwei, drei Frauen kann ich sagen, die waren schon fast tausend. Lass mich so haben, so schlimm wird es ja nicht werden, oder?“ Wir alle denken, wenn wir an der Söhne festhalten: „So schlimm wird es nicht werden, oder? So katastrophal kann es nicht werden.“
[26:16] Jahrhunderte später lag die Stadt in Schutt und Asche. Wahrscheinlich haben auch die Menschen vor der Sintflut so gedacht, als sie gedacht haben: „Wir sind Söhne Gottes. Wir sind aus der Linie von Seth. Wir bewahren den wahren Glauben Adams. Dass wir jetzt fremde Frauen hier haben, ist jetzt wahrscheinlich nicht so das große Problem. Ist schon nicht so, ist nicht ideal.“ Ja, natürlich ist nicht ideal, aber wir alle haben Fehler, nicht wahr? Und glaubt ihr, irgendeiner von denen hat gedacht, dass er damit zur Sintflut beiträgt, dass die gesamte Erde zerstört wird?
[26:55] Wir sitzen so oft im Gottesdienst und hören und denken: „Ja, ja, ja, ist wahrscheinlich richtig, stimmt. Und wenn ich mal Zeit habe, werde ich es auch umsetzen. Wenn die Gelegenheit besser ist, wenn ich dann mal mit meinen Dingen fertig bin, das kommt so noch.“ Ihr Lieben, der Bund in Moab sagt uns: Wenn wir in unserem Herzen denken, ich werde trotzdem in meiner Verstocktheit weitermachen, kann Gott nichts für uns tun.
[27:27] Die Israeliten, die aus dem gelobten, aus dem gelobten Land – so ein Quatsch – aus Ägypten ausgezogen sind, wie viel von denen haben wahrscheinlich gedacht, dass sie in der Wüste sterben werden? Keiner hat gedacht, dass er in der Wüste sterben wird. Alle haben gedacht: Gott führt ins gelobte Land, oder? Und Gott hätte sie auch ins gelobte Land geführt. Das Problem war was? Ihr Herz. Als die zehn Gebote gesprochen worden waren, haben sie zugehört, wollten sie auch gerne tun, aber sie wollten Gott nicht in ihr Herz lassen.
[27:59] Ihr Lieben, beim Bund in Moab geht es um dein Herz, es geht um deine Gedanken. Und deswegen muss Gott zu dir reden, weil ich deine Gedanken nicht kenne. Aber ob dein Leben ein Segen oder ein Fluch ist, hängt im Wesentlichen davon ab, wie du denkst, wie du denkst über Gottes Gesetz.
[28:21] Schaut mal, was Gott hier sagt in 5. Mose 29. Da heißt es nämlich, ab Vers 21: „Und dann werden das zukünftige Geschlecht eurer Kinder, das nach euch aufkommen wird, und die Fremden, die aus fernen Ländern kommen, fragen, wenn sie die Plagen dieses Landes und die Krankheiten sehen, die der Herr ihm auferlegt hat, und wie er dieses ganze Land mit Schwefel und Salz verbrannt hat, dass es nicht besät werden kann und nichts hervorbringt, keine Ernte, dass kein Kraut darauf wächst, gleich wie Sodom, Gomorra, Adama und Zeboim umgekehrt worden sind, die der Herr in seinem Zorn und Grimm umgekehrt hat. Ja, alle diese Völker werden fragen: ‚Warum hat der Herr so an diesem Land gehandelt? Was bedeutet diese gewaltige Zornglut?‘“
[29:05] Ihr Lieben, wenn die Stadt zerstört ist, dann weinen alle. Wenn der Tempel verbrannt ist, sind alle bestürzt. Wenn jemand die Gemeinde verlässt, wenn unsere Jugendlichen nicht mehr zum Gottesdienst kommen, wenn es Streit in der Gemeinde gibt, sind alle bestürzt. Und wir fragen uns dann: Warum? Wie konnte das geschehen? Wie hier die Frage gestellt wird: „Warum hat der Herr so in diesem Land gehandelt? Warum liegt die Stadt in Trümmern?“ Und niemand ahnt, dass es lange vorher begann im Herzen. Niemand ahnt, was Gott schon lange gesehen hatte, dass ein Weg der Sünde, auch wenn er noch so geheim gehalten wird vor Menschen, immer in den Ruin führt.
[30:33] Wisst ihr, als Jesus in Jerusalem stand, auf dem Berg und den Tempel sah in seiner Herrlichkeit, das Marmor und das Gold, wie sie die untergehende Sonne reflektierten und die Juden, die daneben standen, vor Stolz ihre Brust schwellten und sagten: „Unser Tempel.“ Da hat Jesus was getan? Er hat geweint, weil Jesus sah schon, wohin es ging.
[31:02] Könnte es sein, dass Jesus hier Menschen sieht heute, die hier sind, die nach allem menschlichen Anschein wie gute Adventisten aussehen, sehen gekleidet aus, singen mit, verfolgen die Predigt in der Bibel, geben gute, kluge Antworten in der Sabbatschule. Aber Jesus schaut und weint, weil er sieht, dass im Herzen die Person sagt: „Meine kleine Sünde, die behalte ich schon noch ein bisschen. Also, das wird schon nicht so schlimm sein. Ich werde meine Verstocktheit noch ein bisschen weiter wandeln.“
[31:49] Ihr Lieben, da ist das Problem. Da ist das Problem. Bei mir und bei dir und bei uns allen. Wenn unser Herz nicht rein mit Gott ist, dann mag es den Anschein erwecken, ja, wir mögen selbst überzeugt sein, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber der Lackmustest, ob wir wirklich Segen erleben werden, ist das Gesetz Gottes und nicht, wie wir uns fühlen, nicht, wie wir aussehen, nicht, wo wir sind. Und die Antwort wird gegeben werden in 5. Mose 29.
[32:39] „Darum entbrannte der Zorn des Herrn über dieses Land, sodass er den ganzen Fluch übers kommen ließ, der in diesem Buch geschrieben steht. Und der Herr hat sie aus ihrem Land herausgerissen dem Zorn und dem Grimm und dem großen Unwillen und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es heute der Fall ist, ob ihr es glaubt oder nicht.“ Als die Israeliten vor dem Jordan standen, noch nicht einen Fuß in das gelobte Land gesetzt hatten, hatte Gott schon gesehen, dass sie wieder herausgeführt werden. Die waren auch gar nicht drin, geschweige denn, dass sie Jerusalem erobert hätten oder den Tempel gebaut hätten. Da hat Gott schon gesehen, wie der Tempel zerstört sein wird. Gott sieht, was kommt. Und wisst ihr was? Gott weint.
[33:32] Glaubt ihr nicht auch, als die Schöpfung geschaffen wurde? Wie viel Tage hat es gedauert? Sechs Tage. Und wie haben die Engel reagiert? Die haben gejubelt. Die Bibel sagt, die Morgensterne jauchzten. Ja, haben wahrscheinlich Gott gepriesen, haben gelobt, sind zu seinem Tempel gekommen, haben ihn angebetet, haben gesagt: „Herr, was für eine großartige Schöpfung. Du bist der tollste Architekt. Wie wunderbar das gemacht hat. Das sieht alles so fantastisch aus.“ Für die Augen, für die Sinne. Einfach großartig. Und Gott auf seinem Thron hat die Anbetung entgegengenommen. Aber ich glaube, wenn man hindurch hätte schauen können, durch das ewige Licht, hätte man eine Träne gesehen, die bis an die Wangen rollt. Denn er wusste, diese Welt wird nicht so bleiben.
[34:18] Ich habe eine Frage an euch: Wenn ein Mensch Fluch erlebt hat, kann das umgekehrt werden? Kann ein Mensch, der Fluch erlebt hat, gewonnen werden? Ja oder nein? Eine andere Frage: Wie ist es mit einem Menschen, der die ganze Wahrheit kennt und in ihr gelebt hat und den Segen in vollem Maße erlebt hat und dann sich abwendet, den Rücken kehrt und in den vollen Fluch hineinfällt? Kann der noch gerettet werden?
[35:11] Schaut mit mir in 5. Mose 30, Vers 1. „Es wird aber geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch. Mit anderen Worten, wenn du beides erlebt hast. Wenn du Segen erlebt hast, weil du Gottes Gesetz treu gewesen bist und du gesegnet worden bist und Erfolg gehabt hast und Dinge erlebt hast mit Gott und alles verstanden hast und Freude gehabt hast und dich dann abwendest und dann das Gesetz übertrittst und dann dich von Gott abwendest und Fluch erlebst. Dann, wenn beides passiert ist und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstoßen hat, und wenn du umkehrst zu dem Herrn, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder von ganzem Herzen, von ganzer Seele, so wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat.“
[36:21] Glaub mir, der verlorene Sohn kannte seinen Vater. Der wusste, was er hatte. Der kannte seinen Vater und er wusste, sein Vater liebt ihn und hat ihn trotzdem verlassen, weil er dachte: „So schlimm wird es nicht werden, oder?“ Bis er bei den Schweinen und beim Trog der Schweine saß und konnte der verlorene Sohn zurück. Der kam zurück. Der kam zu sich selbst. Der verlorene Sohn kam zurück.
[36:55] 5. Mose 30 ist die Beschreibung des verlorenen Sohnes ohne verlorenen Sohn. Er kann zurück. Ihr wisst wahrscheinlich, was der schönste Vers der Bibel ist, oder? Was ist der schönste, der bedeutendste, der wichtigste Vers der Bibel? Johannes 3, Vers 16. Wenn es Johannes 3, Vers 16 nicht geben würde, der nächste Vers wäre ein heißer Kandidat. Wenn ihr noch Platz an eurem Gefrierschrank habt oder neben eurem Bett, schreibt euch 5. Mose 30, Vers 4 auf und klebt ihn euch irgendwo hin. Der wahrscheinlich schönste Vers des Alten Testamentes.
[37:43] „Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.“ Egal, was du getan hast.
[37:58] Warum ist das so? Schaut mal mit mir, lasst euren Finger hier. In Jeremia 32. Jeremia 32 und dort ab Vers 38. Dort wird uns erklärt, warum Gott auch einen Menschen zurückholt, der bis an das Ende des Himmels verstoßen worden ist. Der so verloren ist, dass man nicht mehr Verlorener sein kann. Jeremia 32 und dort Vers 38 bis 41: „Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein und ich will ihnen ein Herz und einen Wandel geben, dass sie mich allezeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohl zu tun, und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen. Jetzt Achtung! Und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohl zu tun, und ich werde sie einpflanzen, dieses Land, in Wahrheit, mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele.“
[39:06] Kennt ihr den Ausdruck „mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele“? Kennt ihr den Ausdruck „mit meinem Herzen und meiner ganzen Seele“? Woher kennen wir den Ausdruck? Wir sollen mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele Gott lieben, oder? Aber hier spricht Gott nicht von uns, er spricht von wem? Von wem spricht Gott hier? Er spricht von sich selbst. Er sagt: „Ich werde mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele etwas tun.“
[39:31] Wenn wir über Gottes Herz nachdenken, über seine Seele, sagt er: „Was in allem meinem Herzen ist, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, habe ich einen Wunsch.“ Wisst ihr, was die größte Priorität im Leben Gottes ist? Was ist eine Priorität? Jeder von uns hat eine Priorität, oder? Heute sagen wir, es gibt Prioritäten, aber das gibt es gar nicht. Es gibt nur immer eine Priorität. Das Wort Priorität heißt das allererste, das oberste, das wichtigste. Was ist Gottes Priorität? Dieser Vers sagt: Das Wichtigste, was ich von ganzem Herzen und von ganzer Seele möchte, ist, dass es dir gut geht.
[40:11] Hört mir gut zu: Gottes oberste Priorität ist es nicht, das Böse dieser Welt aufzudecken. Das ist nicht seine oberste Priorität. Seine oberste Priorität ist nicht, Menschen zu finden, die endlich das Richtige glauben. Das ist nicht seine oberste Priorität. Seine oberste Priorität ist nicht einmal seine eigene Rechtfertigung. Wir denken, das große Thema im großen Kampf ist doch, dass Gott gerechtfertigt wird, oder? Dass er von den Anklagen Satans befreit wird. Das große Endziel, das, worauf er hin zielt, ist, dass Gott gerechtfertigt wird, oder? Ist das sein größtes Ziel? Nein, ihr Lieben, die Liebe sucht nicht das eigene.
[41:11] Gottes größtes Ziel, sein größter Wunsch ist, dass er dein Freund sein kann. Das ist sein größtes Ziel, dass es dir gut geht. Jesus sagt: „Ich nenne euch nicht länger meine Knechte, ich nenne euch meine Freunde.“
[41:32] Ihr Lieben, lasst mich das mal anders ausdrücken. Wenn wir zu Gott kommen würden, vor den himmlischen Thron und sagen: „Herr, es war dir doch wichtig, das war doch dein größtes Anliegen, dass wir die dreifache Engelsbotschaft verbreiten, damit alle wissen, was der richtige Anbetungstag ist, oder? Es war doch dein größtes Anliegen, dass wir der Welt zeigen, wie böse der Papst ist und die Jesuiten und die Freimaurer dahinter, oder? Das war doch dein Anliegen, oder?“ Wenn wir vor seinen Thron kommen und sagen: „Herr, du wolltest doch, dass wir durch unser Leben beweisen, dass du recht hast, oder?“ Da würde Gott wahrscheinlich sagen: „Weißt du, was ich eigentlich wollte? Ich wollte dein Freund sein, weil ich dich mag.“
[42:23] Und das ist der Grund, warum Gott Salomo beim Tempelbau gesegnet hat, obwohl er wusste, dass der Tempel zerstört wird. Das ist der Grund, warum Gott Israeliten aus Ägypten herauskommend mit Manna und mit Segen und mit Wasser und mit Liebe und mit Führung versorgt hat, obwohl er wusste, sie werden fast alle in der Wüste sterben, hat sie trotzdem versorgt. Das ist der Grund, warum er, als er die Erde geschaffen hat, obwohl er wusste, wie sehr sie zerstört werden wird, er sie trotzdem so schön wie nur möglich gemacht hat.
[43:02] Ihr Lieben, das ist der Grund, warum er, als er den Engel machte, von dem er wusste, dass kein anderes Wesen im Universum ihm so viel Leid zuführen würde, er diesen Engel mit der größten Weisheit, der größten Schönheit, der größten mit allem ausgestattet hatte, ihn am allernächsten zu sich brachte, wissend, was kommen wird. Wisst ihr, warum? Weil Gott Freundschaft schätzt. Er schätzt Freundschaft.
[43:34] Darüber nachgedacht, dass Luzifer ganz nah bei Gott war. Helft mir mal. Wie nennt man jemanden, der ganz nah zu einem steht? Jemand, der ganz nah zu ihm steht, das ist sowas wie ein bester Freund, oder? Darüber nachgedacht, dass Luzifer der beste Freund von Gott war. Niemand konnte ihn so gut verstehen wie Luzifer. Niemand hatte so ein Gehirn. Niemand hatte so eine Weisheit. Wenn die anderen Engel noch mal gesagt haben: „Gott, könntest du es noch mal erklären, also wir haben es gerade nicht richtig gecheckt, was du meinst.“ Da hat Luzifer gesagt: „Ich weiß, ich weiß, ich kenne deine Gedanken.“ Gott liebt Freundschaft. Er liebt Gemeinschaft.
[44:29] Wisst ihr, wir haben hier lang und breit darüber gesprochen. Zehn Gebote werden gesprochen am Berg Sinai. Und was sagen die Israeliten, als Gott sagt: „Hey, ich möchte gern mit euch leben.“ Was sagen die Israeliten? „Sehr nett, schreib auf, was du willst, aber bleib uns ein bisschen auf Distanz.“ Und was sagt Gott dann? Was sagt Gott, nachdem die Israeliten sagen: „Mose sollst du dir reden.“ „Lass uns mit Mose kommunizieren.“ Was sagt Gott dann? Sagt Gott: „Okay, alles klar.“ Was sagt Gott? Er sagt: „Hey, aber könnte ich wenigstens ein Zelt aufschlagen und bei euch sein?“
[45:06] Gestern in der Abendandacht gesagt, die Bär hat mir mal eine Karte gezeigt, da hat jemand geschrieben: „Wenn du mich verlässt, kann ich dann mitkommen?“ Das ist, wie Gott denkt. Wenn ihr nicht so viel mit mir zu tun haben wollt, wenn ihr erst mal auf Distanz gehen wollt, kann ich wenigstens mein Zelt aufschlagen und bei euch sein? Gott sagt nicht: „Ja, ja, ich bleibe auf dem Sinai, ihr könnt dann einmal im Jahr kommen und mich anbeten, um mich besser kennenzulernen.“ Er sagt: „Nein, mir reicht auch ein Zelt, ich würde gerne bei euch sein.“
[45:48] Ihr Lieben, erzählt mir gut zu. Gott mag dich nicht, weil du hier bist, er mag dich, weil du bist. Wir alle haben Dinge in unserem Herzen, von denen niemand was weiß, oder? Glaubt ihr das auch? Also, wir haben Freunde, denen erzählen wir manches, wir haben gute Freunde, denen erzählen wir mehr, dann haben wir vielleicht den besten Freund, die beste Freundin, dem erzählen wir richtig viel, oder? Unserem Ehepartner, richtig viel. Aber es gibt Dinge, die erzählen wir selbst dem besten Freund nicht, oder? Es gibt Dinge, die behalten wir für uns. Dinge, von denen niemand etwas weiß. Und dann gibt es sogar Dinge, von denen wissen selbst wir nicht mal was. Die lernen wir dann kennen auf der Autobahn, nicht wahr? Wenn wir fahren und denken: „Meine Güte, ich bin so heilig, mir geht es so gut, ich habe so eine tolle An-Morgen-An-Nacht gemacht, nicht wahr? Ich habe so schöne Gedanken.“ Dann kommt jemand drüber und dann kommt das raus. „Ich wusste gar nicht, dass das in mir ist.“ Es gibt Dinge, die kennen wir nicht mal selbst. Aber wisst ihr was? Die Bibel sagt, Gott kennt uns vollständig. Er kennt unsere Gedanken. Und wisst ihr was? Er mag uns trotzdem.
[46:57] Ich weiß nicht, ob das dir klar ist, ob das revolutionär für dich ist, aber so wie du jetzt gerade bist, mit den Gedanken, die du gerade hast, Gott mag dich. Er mag dich einfach so. Er mag jeden Einzelnen. Egal wo du bist, er mag dich gerne holen. Er mag gerne mit dir Gemeinschaft haben.
[47:22] Die Bibel sagt in 5. Mose, Kapitel 30. Und dort Vers 4: „Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.“ Egal wo du bist, Gott kommt zu dir.
[47:52] Ihr Lieben, sollten wir nicht mehr darüber nachdenken, dass Gott unser Freund sein möchte?
[48:01] Vers 6: „Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst.“ Wenn dir bewusst ist, dass Gott dich gern hat, weil du bist. Nicht, weil du was gemacht hast, sondern weil du einfach da bist. Wenn dir bewusst ist, dass Gott gerne dein Freund sein möchte, dann macht das was mit deinem Herzen. Die Bibel sagt, er beschneidet dein Herz. Ellen White hat das mal so ausgedrückt: „Herr, nimm du mein Herz, ich kann es dir nicht geben. Herr, halte du mein Herz rein, denn ich kann es nicht reinhalten.“
[49:01] Wir hören von den zehn Geboten, wir gehen vielleicht aus der Predigt raus nach dem 6., 7., 8. Gebot und sagen: „Jetzt, ab heute, werde ich es nicht mehr brechen. Heute ist der Tag X, ab heute wird alles anders. Herr, ich werde dein Gebot halten.“ Herzlich willkommen im alten Bund. Aber wenn du verstehst, dass du es gar nicht kannst, dass du weder dein Herz reinhalten kannst, noch überhaupt es ihm geben kannst, aber dass er dich trotzdem mag, dann wirst du etwas tun, was fast niemand tut. Du wirst dein Herz aufmachen. Wem öffnet man sein Herz? Dem allerbesten Freund.
[49:52] Ich weiß nicht, ob ihr dafür bereit seid, aber habt ihr mal darüber nachgedacht, warum die Bibel sagt, dass das Herz beschnitten wird? Ganz ehrlich, muss man ein Herz beschneiden? Was wurde beschnitten im Alten Testament? Was wurde beschnitten? Die Vorhaut des männlichen Genitals. Ich werde jetzt darüber predigen, ob ihr wollt oder nicht. Gott vergleicht das Herz, das Denken, mit dem männlichen Genital. Wieso denn das? Hätte es nicht irgendwie ein besseres Bild ausdenken können? Ihr kennt die Geschichte in Abraham nicht, wa? Als Abraham einen Sohn bekommen soll, er sagt: „Ah, weißt du, ich habe da schon den Ismael.“ Und Gott sein Herz beschneidet und sagt: „Nein.“ Da sagt er: „Beschneide dich an der Vorhaut deines Fleisches.“ Warum?
[51:02] Jetzt rede ich mal zu allen Brüdern. Liebe Schwester, ihr müsst mir jetzt kurz verzeihen, das ist eine Illustration, die den Brüdern etwas näher liegt. Im Gegenzug haben wir Brüder manchmal das Problem, uns vorzustellen, dass die Gemeinde eine Braut ist. Also für beide Geschlechter Illustrationen. Ist nicht unsere Geschlechtsteile das, was wir am allermeisten beschützen? Ich meine, selbst im Fußball, oder? Wenn es dann Freistoß gibt, da stehen die Männer so da. Wir möchten es niemandem gerne zeigen. Ein Bild für unsere Gedanken, die wir auch vor anderen schützen, die wir niemandem gerne zeigen, die wir ganz für uns privat halten. Sagt nicht die Bibel: „Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn aus ihm kommt das Leben.“
[51:54] Nun, wie ist das, wenn ein Mann Kinder kriegen möchte, dann braucht er sein Genital. Dort kommt das Leben her. Wir denken da nicht oft darüber nach, aber die Bibel macht das aus einem Grund, um uns zu zeigen, dass Gott uns helfen kann in den allerprivatesten, allergeheimsten Gedanken, von denen niemand etwas weiß, die wir so sehr beschützen, dass niemand davon etwas sieht. Da will Gott hin. Und Gott verspricht, unser Herz zu verändern.
[52:36] Schaut mit mir zum Ende in Vers 11: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: ‚Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?‘ Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: ‚Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun?‘“
[53:05] Gott sagt, diese zehn Gebote, von denen ihr immer denkt, sie sind schwer, sind überhaupt gar nicht schwer. Wir denken an die zehn Gebote und meine Güte, was für eine Schwierigkeit. Aber Gott sagt, sie sind nicht schwer. Warst du schon mal in jemanden verliebt? Wenn du verliebt bist, fällt es dir nicht schwer, das zu tun, was dem anderen gefällt. Was Gott hier sagt, ist: Wenn du in deinem Herzen mich liebst, weil ich dein Freund bin und du diese Freundschaft erwiderst, dann wirst du keine Probleme mehr mit den zehn Geboten haben. Sie werden nicht zu fern sein, nicht zu weit weg. Du wirst nicht Experten brauchen, die dir erklären, wie du es endlich tun kannst, sondern es wird ganz natürlich sein, sagt dir der Paulus, dass die Liebe die Erfüllung des Gesetzes ist. Deswegen steht in Vers 14: „Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, sodass du es tun kannst.“
[54:07] Die erste Generation der Israeliten ist nicht in das gelobte Land gekommen, weil ihr Herz nicht bereit war. Und ich würde behaupten, wir sind auf dieser Erde aus einem Grund, nicht weil die Musik nicht gut genug ist, nicht weil wir nicht genug Missionen gemacht haben, weil unser Essen noch zu viel das und jenes hat. Nein, unser Herz ist nicht mit Jesus überein, weil wir vielleicht sogar im Gottesdienst sitzen und das Wort Gottes hören und sagen: „Aber ich werde trotzdem in der Verstocktheit meines Herzens weiter wandeln.“ Keiner weiß davon, aber ihr Lieben, Gott weiß es und er möchte trotzdem dein Freund sein. Und wenn du das annimmst, wenn du ihm das glaubst, hast du den Schlüssel, um diese zehn Gebote überhaupt halten zu können. Und plötzlich, wenn sie nicht mehr schwer, der Johannes sagt, der Jesus folgte Schritt für Schritt. Seine Gebote sind nicht schwer.
[55:16] Ihr Lieben, am Ende möchte ich noch einen letzten Vers vorlesen, mit dem Mose diese Predigt mit dem Bund in Moab geschlossen hat. In 5. Mose 30 und dort Vers 15. 5. Mose 30 und dort Vers 15. Dort sagt die Bibel: „Siehe, ich habe dir heute das Leben und das Gute vorgelegt, den Tod und das Böse.“
[55:53] Was war nochmal der Inhalt von 5. Mose 28? Segen und Fluch. Aber hier sind Segen und Fluch auf die ultimative Spitze zugetrieben. Der ultimative Segen ist das Leben, der ultimative Fluch ist der Tod. Wir alle müssen uns entscheiden. Wir alle können wählen zwischen Leben und Tod, zwischen ewigem Leben und ewigem Tod. Und die Frage, was wir von beiden erleben werden, hängt davon ab, was wir denken.
[56:38] Gott hat alles getan, was er nur konnte. Aber wisst ihr, Gott kann uns nicht zwingen und er wird uns nicht zwingen. Er hat den ganzen Himmel in ein Geschenk gepackt und legt ihn vor deine Tür. Er wird die Tür nicht eintreten, denn das Herz des Menschen ist die Grenze Gottes. Das Herz des Menschen ist die Grenze Gottes. Wenn du ihm glaubst, dass er dich mag, dass er dich mag, so wie du bist, und dein Freund sein möchte, dann kann er dich verändern und er wird dich verändern. Es hat noch keinen einzigen Menschen gegeben, der das nicht erlebt hat, wenn er Gott geglaubt hat.
[57:42] Wer von euch möchte heute sagen: „Herr, ich will dir nicht versprechen, mein Herz zu geben, denn das kann ich gar nicht. Ich will dir auch nicht versprechen, mein Herz reinzuhalten, denn ich werde schon am nächsten Mittwoch gescheitert sein. Aber ich möchte dir heute die Tür aufmachen. Ich möchte dir erlauben, dass du mein Herz nimmst. Ich möchte dir erlauben, mein Herz reinzuhalten. Ich möchte einfach auf dich schauen.“ Wer von euch möchte sagen: „Das ist mein Wunsch?“ Und noch gemeinsam niederknien und beten.
[58:42] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu unseren Herzen sprichst. Herr, wir wissen alle, dass es Dinge in unseren Gedanken gibt, von denen niemand weiß, die wir niemandem erzählt haben und die doch dennoch da sind und wenn sie nicht ausgeräumt werden, in den Ruin uns treiben werden. Und Herr, danke, dass du uns daran erinnerst, dass wir das nicht einfach so laufen lassen können, sondern dass du alles kennst, dass du sogar das kennst, was uns nicht einmal bewusst ist und dass du uns trotzdem magst, dass selbst wenn wir bis an das Ende des Himmels zerstoßen sind, du uns dort aufsuchen wirst und uns retten wirst. Herr, wir möchten heute sagen mit Ellen White: Nimm du mein Herz, denn ich kann es dir nicht geben. Halte du es rein, denn wir können es nicht reinhalten. Schreibe du dein Gesetz in unser Herz und wir danken dir, dass du versprochen hast, dass wir es tun können, weil es in unserem Mund, unserem Herzen ist, weil dein Heiliger Geist uns erfüllt. Durch Jesus Christus beten wir dies. Amen.
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