[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Auch in dieser Woche nur per Livestream, ohne Zuschauer hier in der Adventgemeinde Stuttgart-Wangen.
[1:01] Wir wollen weiter studieren in der Offenbarung, in dem Kapitel 21. Wir sind ja mittendrin in der Beschreibung der himmlischen Stadt Neu-Jerusalem. Und heute wollen wir uns den 21. Vers genauer anschauen und verschiedene Bibeltexte dazu auch untersuchen.
[1:25] Und wie wir es zur Gewohnheit haben, wollen wir am Anfang Gott einladen, unser Lehrer zu sein, unsere Gedanken zu führen. Und wenn es euch möglich ist, dann lasst uns auch gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet.
[1:43] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir zu dir kommen können und dass wir mit dir reden dürfen und dass du so gerne unser Lehrer sein möchtest, dass du unser Retter sein möchtest und dass du uns helfen möchtest in jeder Lebenslage. Danke, dass du durch dein Wort zu uns sprichst, dass wir dich kennenlernen dürfen, dass wir Vertrauen zu dir haben können. Und danke für die Offenbarung, die uns so viel über dich, über dein Wesen, über dein Reich, über die Zukunft sagt. Wir wollen heute wieder studieren, wie es einmal auf der neuen Erde aussehen wird. Und Herr, wenn wir das tun, möchten wir dich bitten, dass du in unserem Herzen ein Verlangen schaffst, einmal dort dabei zu sein. Wir wissen, das können wir nicht aus eigener Kraft, das können wir nur dadurch, dass Jesus für uns gelebt, gestorben und wieder auferstanden ist, dass er jetzt für uns eintritt als unser Hoher Priester. Und in seinem Namen beten wir all das. Amen.
[2:42] In Offenbarung 21 haben wir in der letzten Woche uns beschäftigt mit den Grundsteinen der Stadtmauer. Wir erinnern uns, wir haben ja gesehen, Johannes stand auf dem Berg und sah das neue Jerusalem wie eine Braut vom Himmel herabkommen. So schon in Offenbarung 21 ab Vers 2, wo er sie vom Himmel herabsteigen hat sehen können. Und dann in Vers 9 steht er auf dem Berg, so ähnlich wie auch Hesekiel am Ende seines großen prophetischen Buches, und sieht dieses neue Jerusalem. Und wir haben einige Aspekte schon beleuchtet. Wir haben ja zum Beispiel gesehen, das Allererste, was er dort wahrnimmt, erinnert euch, das ist ganz genau die Herrlichkeit Gottes, die sich zeigt.
[3:38] Und dann haben wir die Mauer betrachtet und die Grundsteine der Mauer und die Maße der Stadt und die Namen, die aufgeschrieben sind auf die Tore und auf die Fundamente, auf die Grundsteine der Stadtmauer. Und wir haben das letzte Mal gesehen, dass die verschiedenen Edelsteine dort erwähnt werden, zwölf an der Zahl. Und das hat uns erinnert an die zwölf Edelsteine, die ursprünglich einmal den Luzifer geschmückt haben, die zwölf Edelsteine, die der Hohe Priester als Typus auf unseren wahren Hohen Priester Jesus im israelitischen Heiligtum auf seiner Brust trug. Und wir haben einige der Bibelstellen uns angeschaut, wo die Edelsteine erwähnt werden. Es gab noch einige, die wir nicht anschauen konnten. Vielleicht habt ihr es auch durch euer persönliches Studium entdeckt. Bei einigen haben wir nicht alle erwähnt, die es hätte geben können. Das könnt ihr noch persönlich weiter studieren. Es gibt also diese Edelsteine immer mal wieder auch in der Bibel.
[4:42] Wir wollen heute weitergehen und uns Vers 21 anschauen. Und dort geht es jetzt, nachdem wir über die Mauer gesprochen haben, die Edelsteine, die diese Mauer stützen, wiederum um die Tore. Es heißt in Offenbarung 21 und dort Vers 21. Es geht also erneut um die Tore. Die haben wir ja schon kennengelernt, wenn wir uns ein bisschen erinnern, einige Verse zuvor. Können wir noch mal schauen, wo haben wir sie gelesen? Ganz genau in Vers 12 zum Beispiel. Und sie hatte eine große und hohe Mauer und zwölf Tore. Und an den Toren zwölf Engel und Namen angeschrieben, nämlich die der zwölf Stämme der Söhne Israels.
[5:45] Interessant ist sowohl bei den zwölf Toren, als auch bei den zwölf Grundsteinen, dass wir jeweils zuerst die Namen haben, die angeschrieben oder aufgeschrieben sind. Also wenn man sozusagen Offenbarung 21 als Ganzes anschaut, dann trifft man auf die zwölf Tore und auf die zwölf Grundsteine. Und in beiden Fällen wird zuerst gesagt, was da draufsteht. Und erst später, einige Verse später, wird das Material erwähnt. Offensichtlich scheint für Johannes die Aufschrift entscheidender gewesen zu sein, als jetzt dieses herrliche Material. Wir finden die zwölf Tore und auf ihnen die Namen der zwölf Apostel, Verzeihung, der zwölf Stämme Israel. Und dann jetzt erst finden wir die Beschreibung, dass diese zwölf Tore aus Perlen bestehen. Genauso mit den Grundsteinen, da finden wir die zwölf Grundsteine. Es wird gesagt, auf ihnen stehen die zwölf Namen der Apostel des Lammes. Und dann erst später, in der letzten Woche haben wir die Verse 19 und 20 angeschaut, finden wir dann die Beschreibung der Materialien, dass es Edelsteine sind. Und das zeigt uns, welche hohe Bedeutung diese Namen haben und dass die offensichtlich besonders im Fokus von Johannes standen.
[7:13] Nun, wie steht es also jetzt um diese zwölf Perlen? Es handelt sich um Perlentore, das ist eigentlich eine sehr interessante Sache. Perlen galten in der Antike als sehr wertvoll. Und wir können einige Bibelstellen mal anschauen in Hiob Kapitel 28. Wir haben ja über Hiob 28 schon in der letzten Woche hier und dort erwähnt. In Hiob 28 finden wir auch die Perle erwähnt. Hiob 28 und dort Vers 18. Dort heißt es, Korallen und Kristall gelten nichts gegen sie und der Besitz der Weisheit geht über Perlen.
[8:03] Wir finden also hier zwei Grundideen. Die Perle gehört zu den sehr wertvollen Dingen. Sie wird in einem Atemzug genannt mit Korallen und Kristall. Dann im Vers vorher geht es um Gold und Glas. Davor um Gold, Onyxstein, Saphir. Dann im Vers 19 der Topaz, reines Gold. Also all das Dinge, die wir dann so oder ähnlich in dem Neuen Jerusalem finden. Dinge, die sehr wertvoll sind. Hiob verwendet die wertvollsten Materialien hier für diesen Vergleich, die ihm in seiner Welt bekannt waren. Und dann sagt er, es gibt etwas, was wertvoller ist als Gold und als Edelstein und auch wertvoller als Perlen. Und das ist Weisheit. Die göttliche Weisheit, von der die Bibel so viel spricht. Von der uns Gott sagt, im Jakobusbrief, dass wir sie gerne erhalten können, wenn wir nur darum bitten, weil uns diese Weisheit mangelt.
[9:08] Schauen wir einige Stellen an, ebenfalls aus der sogenannten Weisheitsliteratur. In den Sprüchen zum Beispiel, in Sprüche Kapitel 3 und dort Vers 15. Sprüche 3, Vers 15. Dort heißt es ebenfalls über die Weisheit, sie ist kostbarer als Perlen und alle deine Schätze sind ihr nicht zu vergleichen. Also hier sind Perlen und alle möglichen Schätze parallel zueinander. Ganz ähnliche Idee. Die Perle verweist durch ihre Existenz auf das noch Wertvollere, nämlich auf die Weisheit Gottes.
[9:55] In Sprüche 8, Vers 11 haben wir noch so einen Vers. In Sprüche 8, Vers 11, dort steht dieselbe Idee, etwas anders formuliert. Ja, Weisheit ist besser als Perlen und alle Kostbarkeiten sind nicht zu vergleichen mit ihr. Hier wiederum nicht Schätze, sondern Kostbarkeiten. Aber dieselbe Idee, Perlen gehören zu den wertvollsten Dingen, die es damals gab, aber die Weisheit Gottes ist noch größer.
[10:27] Und es gibt ein interessantes Phänomen in der Bibel, dass durchaus edel oder wertvolle Materialien verwendet werden, um ein geistliches Prinzip, ein geistliches Konzept zu illustrieren und dann gleichzeitig zu zeigen, dass dieses geistliche Konzept größer, wertvoller ist als das wertvolle Metall oder Material, das verwendet wird zur Illustration. Lass mich das kurz vielleicht ein bisschen praktischer erklären.
[11:01] Schauen wir mal zum Beispiel in den ersten Petrusbrief, in 1. Petrus, Kapitel 1 und dort Vers 7. 1. Petrus 1, Vers 7, da heißt es, damit die Bewährung eures Glaubens, der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird. Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi. Hier wird der Glaube verglichen mit dem vergänglichen Gold. Und die Aussage ist sehr deutlich, der Glaube, der wahre, der rettende Glaube, um den es hier geht, der ist kostbarer, er ist wertvoller als reines Gold. Gold, das im Feuer geläutert ist. Das heißt, wir können also aufgrund von 1. Petrus 1, Vers 7 sehr deutlich sagen, dass Glaube wertvoller als Gold ist.
[11:55] Aber jetzt ist interessanterweise in der Offenbarung genau dieses Gold verwendet worden, um nämlich den Glauben zu beschreiben oder als Metapher zu identifizieren. Dort sagt nämlich Jesus selbst in Offenbarung 3, Vers 18, ich rate dir von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst. Hier wird der Glaube als Gold dargestellt, als geistliches Gold. Das heißt, wenn die Bibel sagt, dass der Glaube wertvoller ist als das Gold, dann wird auch mitgedacht, zumindest auch in diesem Fall hier, dass das Gold, auch wenn es schwächer als der wahre Glaube ist, doch als eine Art Abglanz, als eine Art Metapher, Symbol für den Glauben stehen kann. Deswegen haben wir den Glauben, der durch das Feuer geläutert wird, Verzeihung, das Gold, das im Feuer geläutert wird, als Symbol für den Glauben, der durch die Liebe wirksam wird, wie es auch im Galaterbrief beschrieben ist.
[13:13] Nun, das heißt, wenn die Perlen oder die Weisheit wertvoller ist als Perlen und immer wieder diese Verbindung zwischen Perlen und Weisheit dargestellt wird, können wir vermuten, dass die Perlen an sich eigentlich auch für die Weisheit stehen oder auf die Weisheit Gottes hinführen sollen, gedanklich. Das ist deswegen interessant, weil wir nämlich diese Perlen als die Tore haben, durch die man in die Stadt hineingeht. Und damit haben wir diese Idee, dass die Weisheit eigentlich sozusagen Tür und Tor für Neu-Jerusalem ist.
[13:57] In Sprüche 31 und dort Vers 10. Dort heißt es, eine tugendhafte Frau, wer findet sie, sie ist weit mehr wert als die kostbarsten Perlen. Das ist eigentlich auch ein sehr interessanter Vers hier, abgesehen von seiner sehr praktischen Bedeutung für das alltägliche Leben. Sehen wir hier auch wieder die Idee der kostbaren Perlen und auch der Tugend, des charakterlich reinen und gottwohlgefälligen Lebens. Auch das hat ja mit der Weisheit sehr viel zu tun. Das ist ja nicht umsonst der Höhepunkt der Sprüche hier in Sprüche 31, die tugendhafte Frau. Und wir denken da vielleicht so ein bisschen auch schon an die Gemeinde, die ja auch als eine tugendhafte Frau dann dargestellt wird in Offenbarung 12 und auch in Offenbarung 19. Und die Tore sind ja beschrieben mit dem Namen des Volkes Israel, das ja eine Frau darstellen soll.
[15:08] Schauen wir in Matthäus Kapitel 7 und dort Vers 6. Da haben wir noch einen anderen Aspekt, wenn es um die Perle geht. Matthäus 7 und dort Vers 6, dort heißt es. Jesus spricht hier in der Bergpredigt vor allem zu wem eigentlich? Es sind natürlich sehr viele Menschen da gewesen, die ihm zugehört haben und die dort im Gras saßen am Berghang. Aber die Bergpredigt war vor allem an eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen adressiert. Das waren nämlich, ganz genau, es waren seine Jünger. Und den Jüngern gab er jetzt den Auftrag, ihr sollt das Licht der Welt sein, das Salz der Erde. Er gab ihnen Ideen, wie sie die Evangeliumsbotschaft weitergeben sollten, gab ihnen viele praktische Hinweise auch für das Glaubensleben. Und dann gibt er hier einen sehr interessanten Hinweis. Er sagt, gebt eure Perlen oder werft eure Perlen nicht vor die Säue.
[16:24] Wenn man den Parallelismus anschaut, dann sieht man, dass Perlen hier parallel oder sich entsprechen mit dem Heiligen. Und das ist ja so ungefähr auch in der Idee mit der Weisheit. Und was Jesus hier deutlich machen möchte, es gibt Dinge, die uns als Gläubigen anvertraut sind, die sind wirklich heilig, die sind wertvoll. Und es bringt nichts, wenn man sozusagen Menschen damit in Anführungsstrichen beglückt oder beglücken möchte, die gar nichts davon wissen wollen, die das Ganze dann nur in den Dreck ziehen und die dann vielleicht noch Schaden daraus entstehen lassen. Nun, Jesus sagt nicht, dass wir uns mit der Evangeliumswahrheit verstecken sollen oder irgendwie zögerlich sein sollen in der Verbreitung der Wahrheit. Aber er macht schon deutlich, dass wir uns auch bewusst sein sollen, wie wertvoll das ist, was Gott uns gegeben hat, dass wir es auch in einem möglichst effektiven und sinnvollen Weg auf eine sinnvolle Art und Weise weitergeben sollen.
[17:29] Die Perlen stehen also sozusagen auch für die Wahrheiten des Evangeliums, die Wahrheiten der Bibel, die von uns weitergegeben werden sollen, weil wir sie von Gott erhalten haben. Da haben wir also eine ganz interessante Bedeutungsverbindung. Wir haben die Weisheit, wir haben die Wahrheit, wir haben das Heilige, wir haben diese Idee, dass man dadurch in die Stadt hineinkommt. Perlen stehen für Weisheit, Perlen stehen für Wahrheit und für das Heilige, das Gott uns anvertraut hat, um es weiterzugeben. Und diese Perlen sind es, die als Tore in der Mauer von Neu-Jerusalem uns dann entgegentreten werden. Das heißt, die Wahrheit, die wir glauben, die Gott uns gegeben hat, ist nicht nebensächlich. Manchmal gibt es ja Leute, die sagen, ob wir das glauben oder nicht, die Lehren der Bibel sind jetzt eigentlich für die Erlösung weniger entscheidend. Aber es ist interessant, dass Jesus selbst die Wahrheit, die er uns vermittelt hat, die er uns gegeben hat, die Lehren seines Wortes mit Perlen vergleicht und dass die Tore Perlen sind. Wir gehen durch Perlentore hinein, die Wahrheit führt ans Ziel.
[18:52] Matthäus 7, Vers 6 haben wir gesehen. Es gibt noch eine andere wichtige Stelle im Matthäus-Evangelium und vielleicht könnt ihr euch daran erinnern. Wir haben es vor einigen Monaten hier gemeinsam studiert. Ein Gleichnis über die Perle und das dürfte jetzt so fast ein Dreivierteljahr her sein oder so. Das ist in Matthäus Kapitel 13. Vielleicht wisst ihr noch, wie diese Predigt hieß, die wir damals so ausführlich Woche für Woche uns angeschaut haben und analysiert haben. Das war die sogenannte See-Predigt, die Jesus dort am Seeufer gehalten hat, wo er eine ganze Reihe von Gleichnissen gesprochen hat, weil er gemerkt hat, dass die Menschen durch diese Gleichnisse viel besser zu erreichen sind, als wenn man ihnen einfach sozusagen die nackte Wahrheit präsentieren würde. Und im Zuge dieser verschiedenen Gleichnisse, von denen die allermeisten in Matthäus 13 verzeichnet sind, gibt es auch dieses Gleichnis von der Perle.
[20:02] Matthäus Kapitel 13 und dort ab Vers 45. Dort heißt es wiederum gleich das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie. Ganz interessantes Gleichnis. Wir können jetzt hier nicht im Detail alles anschauen, was wir damals im Seminar der Ersehnte uns angeschaut haben, aber wir können hier sehen, dass dieses Gleichnis parallel ist zu dem Gleichnis von dem Schatz im Acker. Vers 44 sagt wiederum gleich das Reich der Himmel einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat und kauft jenen Acker.
[20:55] In beiden Gleichnissen ist dieselbe Idee. Da findet man etwas enorm Wertvolles und ist bereit, alles andere aufzugeben für diesen Schatz. Einmal ist es der Schatz im Acker. Einmal ist es die kostbare Perle, die wir gelernt haben, für die Weisheit, für die Wahrheit, für das steht, was Gott uns schenken möchte. Jesus sagte, es geht um das Reich der Himmel. Man kann also auch sagen, diese Perle steht für das Reich Gottes. Und das ist natürlich eine sehr weit gespannte Idee. Es geht um die Prinzipien, mit denen Gott regiert. Es geht um seine Wahrheiten, die er verkündigt. Es geht um seine Weisheit. Es geht um das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Herzen. All das stellt Jesus als eine Perle dar. Etwas, das es sich lohnt, unbedingt zu haben.
[21:44] Und dieses Gleichnis zeigt uns, dass Menschen eigentlich nach so etwas Ähnlichem auf der Suche sind. Wir wissen aus dem Buch Prediger, dass jeder Mensch in seinem Herzen das Verlangen nach der Ewigkeit hat. In Prediger Kapitel 3 und dort Vers 11 heißt es, er, gemeint ist Gott, hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit. Auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt. Menschen suchen eigentlich nach genau dieser Perle. Menschen suchen nach Weisheit. Menschen suchen nach Wahrheit. Deswegen werden sie Wissenschaftler. Deswegen lesen sie viele Bücher. Menschen verbringen stundenlang im Internet, um die Wahrheit zu finden. Menschen sehnen sich nach der Ewigkeit. Menschen sehnen sich nach Liebe. Sie sehnen sich nach Frieden. Sie sehnen sich nach Freude, nach Annahme, nach Akzeptanz, nach Freundschaft. All das, was eigentlich das Reich Gottes ausmacht. Sie sehnen sich nach Gerechtigkeit. Das Reich Gottes ist all das.
[22:56] Und Jesus macht deutlich, wenn ein Mensch entdeckt, dass der Gott des Himmels, der in diesem Buch der Bibel zu uns allen spricht, uns diese Dinge hundertprozentig in ihrer reinsten Form gibt, so wie keine andere Quelle der Welt das tun kann, dann werden Menschen bereit sein, alles andere hinten anzustellen, aufzugeben, um dieses Reich Gottes zu haben. Es ist eigentlich nicht nur ein schönes Bild, diese Idee von den Perlentoren. Es ist eigentlich eine ganz tiefe Wahrheit, die deutlich macht, wir kommen nur in das neue Jerusalem, wenn wir dieses Reich Gottes erworben haben. Jeder Gläubige, der die Gleichnisse aus Matthäus 13 mal gelesen hat, es werden ja auch einige Gläubige sein, die Matthäus 13 nie gelesen haben, weil es Matthäus 13 zu ihrer Zeit noch gar nicht gegeben hat oder weil sie nie von dem Matthäusevangelium gehört haben, aber alle Gläubige, die Matthäus 13 gelesen haben, die auch Matthäus 7 gekannt haben, werden sich wohl daran erinnern, wenn sie durch die Perlentore hineingehen, dass genau diese Wahrheit, diese Weisheit, dieses Reich Gottes ihnen jetzt das ewige Leben eröffnet und dass sie viel aufgegeben haben für diese Weisheit, für das Reich Gottes.
[24:31] Die Frage ist, lieber Freund, liebe Freundin, die jetzt live zuschaut oder später das Video anschaut, wie viel bin ich bereit, wie viel bist du bereit für dieses Reich Gottes aufzugeben? Sind wir so wie dieser Kaufmann, der nach schönen Perlen suchte und als er eine besonders kostbare gefunden hat, sind wir bereit Dinge aufzugeben, weil uns Jesus so wichtig ist. Wie wichtig ist dir eigentlich Jesus? Wie wichtig ist dir ein Leben mit dem Heiligen Geist? Wie wichtig sind dir Frieden und Glück und Gerechtigkeit in deinem Herzen?
[25:14] Interessant ist, dass dieser Schatz, den wir dann auch in Matthäus 13, Vers 44 finden, ein Bild ist für Jesus Christus selbst. Schauen wir mal in den Kolosserbrief und dort in Kolosser 2 und dort Vers 2 und 3. Damit ihre Herzen ermutigt werden, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes des Vaters und des Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind. In Christus sind alle Schätze verborgen. Der Schatz deutet auf Christus. Er ist diese Weisheit. Das macht 1. Korinther 1, Vers 30. Ganz deutlich, schauen wir uns das mal an. In 1. Korinther 1 und dort Vers 30.
[26:40] So sagt er ganz deutlich, oder? In Johannes Kapitel 10. Johannes 10 und dort Vers 9. Dort sagt er, ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. In einem letzten Sinne erfüllt sich das in Offenbarung 21. Diese Perlentore sind eigentlich letztendlich Symbole für Jesus selbst, der sich mit seinem Volk Israel identifiziert, weswegen die Namen der zwölf Stämme Israel dort auf diesen Perlen stehen.
[27:22] Wir haben also in Offenbarung 21 verschiedene wertvolle Materialien. Wir haben Gold, wir haben Edelsteine, wir haben Perlen. Und all das erinnert uns auf eine etwas merkwürdige Art und Weise an eine andere Stelle in der Offenbarung, wo wir auch Gold und Perlen und Edelsteine haben. Weiß jemand von euch, welche Passage einige Kapitel vorher ebenfalls all diese Materialien beschreibt, allerdings in einer sehr viel negativeren Assoziation? Ganz genau, das ist Offenbarung Kapitel 17. In Offenbarung 17 und dort in Vers 4 finden wir die berühmt-berüchtigte Hure Babylon.
[27:57] Offenbarung 17 und dort Vers 4. Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen. Und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht. Wir haben hier Gold, wir haben die Edelsteine und wir haben die Perlen. Mit anderen Worten, so ziemlich genau die gleichen Materialien wie in Neu-Jerusalem. Aber hier in Offenbarung 17 ist das Ganze negativ gemeint.
[28:44] Warum ist also der Schmuck in Offenbarung 17 negativ, während genau die gleichen Materialien in Offenbarung 21 für die Stadt Jerusalem verwendet werden? Und das bringt uns vielleicht ein bisschen zu der Frage nach dem Schmuck allgemein. Wenn in Neu-Jerusalem Perlen und Gold und Edelsteine alle da sind, warum rät die Bibel dazu, hier auf der Erde als Gläubige keinen Schmuck zu tragen? Das ist übrigens tatsächlich eine biblische Idee. Die wird ja manchmal heutzutage fast vergessen und gar nicht mehr gepredigt. Aber die Bibel sagt etwas zum Thema Schmuck, auch übrigens der Geist der Weissagung sehr deutlich.
[29:30] Die entsprechende Stelle oder eine der entsprechenden Stellen findet sich in 1. Timotheus Kapitel 2 und dort Vers 9. 1. Timotheus Kapitel 2 Vers 9, da heißt es ebenso willig, auch dass sich die Frauen in ehrbarem Anstand mit Schamhaftigkeit und Zucht schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder aufwendiger Kleidung tragen. Hier haben wir die biblische Position. Frauen und auch Männer, das gilt ja für Männer ganz genauso, sollten erst einmal grundsätzlich keinen Schmuck tragen.
[30:04] Wir haben uns schon in einer der früheren Folgen hier in diesem Seminar überlegt, was eigentlich der Schmuck bei Gott bewirkt. Bei Gott bewirkt Schmuck niemals eine Verschönerung oder Verbesserung, sondern spiegelt nur das wieder, was ohnehin schon innerlich noch sehr viel stärker da ist. Mit anderen Worten, die Perlen sind nur ein Hinweis auf die vorhandene Weisheit und auf das vorhandene Heilige, auf die vorhandene Wahrheit. Sie sind nur ein äußeres Zeichen einer inneren Realität. Aber Menschen schmücken sich nicht, um etwas, was innerlich real vorhanden ist, nur noch zu reflektieren. Nein, sie schmücken sich, um sich selbst zu erhöhen. Sie schmücken sich, um sich besser zu machen.
[30:53] Die Bibel ist sehr deutlich, sündlose Wesen und auch Neu-Jerusalem können ohne Probleme geschmückt sein. Der Schmuck reflektiert nur das, was ohnehin an Wahrheit und Heiligkeit da ist. Aber was ist, und das ist vielleicht so ein bisschen die eigentliche biblische Erklärung für das Verbot des Schmuckes hier auf dieser Erde, was ja manchmal ein bisschen in Frage gestellt wird oder auch nicht richtig verstanden wird. Was ist, wenn ein sündiger Mensch, der wir ja tatsächlich auch sind, ein sündiger, sterblicher Mensch sich genau mit diesen Materialien schmückt, die eigentlich für die Heiligkeit, für die Wahrheit und die Weisheit Gottes, für das Reich Gottes gedacht sind und diese darstellen sollen. Dann gibt es eigentlich so eine Disharmonie.
[31:58] Ellen White macht diesen Punkt übrigens immer wieder und immer wieder, dass wir als sterbliche Menschen unsere niedrigen Leiber, wie sie das nennt, nicht mit Schmuck schmücken sollten, weil wir damit eine falsche Aussage über unser sündiges Fleisch, über unseren sündigen, sterblichen Körper machen. Uns ist vielleicht dann gar nicht wirklich bewusst, wie sehr wir von der Gnade Gottes abhängig sind. Wir sind auf dieser Erde nicht in einer Situation, wo wir ein sündloses Fleisch haben, wo wir bereits die Herrlichkeit des Himmels tatsächlich an unserem Körper tragen. Unser Charakter kann tatsächlich gereinigt werden von der Sünde, wie die Bibel das sehr deutlich sagt. Unser Charakter kann durch das Blut Jesu verwandelt werden. Deswegen ist unser Charakter auch der, der geschmückt wird. Aber unser Körper, unser Fleisch bleibt sündig bis zur Wiederkunft.
[33:03] Deswegen gibt es überhaupt gar keinen Grund, keinerlei Anlass, diesen sündigen, sterblichen Körper, der sowieso verwandelt werden muss, jetzt mit Gold und Silber und Edelsteinen zu schmücken, als wäre das schon das neue Jerusalem. Lasst uns mit dem Schmuck warten, bis wir einen neuen Körper haben, der verwandelt, heilig, rein, sündlos ist. Und dann wird es an Gold und Perlen und Edelsteinen auch für uns nicht fehlen. Der Schatz, den Gott für uns aufbewahrt hat, der wird alles in den Schatten stellen, was wir hier jemals erwerben könnten oder erben könnten.
[33:48] Gott ist also nicht gegen Perlen. Gott ist nicht gegen Schmuck. Er ist nicht gegen Gold. Die ganze Stadt Neu-Jerusalem besteht aus Gold. Die Tore sind aus Perlen. Die Grundsteine sind Edelsteine. Gott liebt das alles. Aber Gott hat diese Dinge aufbewahrt als äußere Anzeichen von Heiligkeit und Sündlosigkeit. Und solange wir sündiges, sterbliches Fleisch haben, braucht dieser gefallene Körper nicht die Attribute der Sündlosigkeit. Ja, wir dürfen einen geschmückten Charakter haben, von dem ja hier der Timotheus auch spricht, in Vers 9 zum Beispiel, sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen. Und auch Petrus spricht über dieselbe Sache, wenn er in 1. Petrus Kapitel 3 spricht, in Vers 3.
[34:56] All diese Dinge, Perlen, Gold, Silber, Edelsteine, sollen uns, wenn wir darüber nachdenken und das Neu-Jerusalem studieren, dazu bringen, diesen Charakter zu entwickeln, mit Gottes Hilfe zu entwickeln, damit wir einmal durch diese realen Perlentore hineingehen können. Und deswegen ist Offenbarung 17 natürlich so ein dramatisches Bild, weil hier die Hure Babylon, die sich an den Knechten Gottes vergreift und ihr Blut trinkt, sich so schmückt. Da ist der Kontrast zwischen dem Äußeren und dem Inneren gewaltig groß. Der Kontrast zwischen dem Anspruch, eine heilige Kirche zu sein, und der Realität, gläubige Menschen zu verfolgen über das Mittelalter hinweg, die Wahrheit verändert zu haben, dieser Kontrast ist so gewaltig und er wird durch dieses Bild ganz treffend ausgedrückt.
[36:14] Halten wir also fest, die Materialien von Neu-Jerusalem sind ein Anreiz, an unserem Charakter zu arbeiten, sind ein Anreiz zu sehen, dass wir Jesus brauchen. Jede Perle in Neu-Jerusalem weist auf die Weisheit, die Wahrheiten, den Heiligen, auf Jesus Christus selbst. Und wenn wir heute mit Jesus leben, wenn wir heute alles geben, was wir haben, um Jesus unser Herz zu lassen, dann werden wir einmal durch diese Perlentore hineingehen und dort werden wir mehr als genug Schmuck bekommen.
[36:49] Wie steht es um das reine Gold? Rein wie Glas, was wir hier noch in Offenbarung 21 finden. Wir haben ja dieselbe Idee schon in Vers 18 studiert. In Offenbarung 21 und dort Vers 18, und der Baustoff ihrer Mauer war Jaspis und die Stadt war aus reinem Gold, wie reines Glas, so jetzt auch in Vers 21. Und die Straßen der Stadt waren aus reinem Gold, wie durchsichtiges Glas.
[37:16] Die Tatsache, dass Johannes das zweimal erwähnt, scheint noch einmal die Wichtigkeit zu betonen. Hier ist es durchsichtiges Glas. Im Griechischen ist das diaphanes, das ist das Glas, durch das man schauen kann. Hier ist durch und phanes, das kommt von Schauen, hindurchschauen. Wenn die Straßen durchsichtig sind, dann sieht man das Fundament. In dieser Stadt ist nichts verborgen. Gott ist ein Gott der Transparenz. In jener Stadt wird man genau wissen, auf welchen Fundamenten diese Stadt basiert. Menschen, die so leben, dass sie in dieser Stadt leben wollen, in der Zukunft, werden schon jetzt transparente Menschen sein. Bei ihnen wird sichtbar sein, auf welchem Fundament sie gebaut haben. Weil Gott transparent ist, sollten auch wir keine Geheimnisse haben. Sollten auch wir ganz offen und ehrlich sein. Nicht undurchsichtige Charaktere haben, sondern nichts zu verbergen haben. So wie Daniel.
[38:29] Lasst uns gemeinsam darüber nachdenken, wie wir durch Gottes Geist verändert einmal auf diesen goldenen Straßen gehen können. Gott hat alles getan, was in seiner Macht steht, um das für uns möglich zu machen. Wer von euch möchte sagen, ich möchte unter allen Umständen, koste was es wolle, dort durch diese Perlentore hindurch gehen. Ich möchte auf goldenen Straßen gehen. Ich möchte diese transparente Stadt Gottes erleben. Ich möchte heute alles, was ich habe, geben, um die Perle, den kostbaren Schatz um Christus zu haben. Ist das dein Wunsch? Gott segne deine Entscheidung.
[39:14] Lass uns doch gemeinsam in die Knie gehen für ein Gebet, um dieses Seminar zu beenden. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst. Danke, dass Neu Jerusalem so voller Bedeutung ist, dass die einzelnen Materialien, die Beschreibung, die Details, die wir in Offenbarung 21 finden, dass sie uns immer wieder auf das Evangelium zurückverweisen. Und wir sehen können, dass wenn wir dir folgen, Herr Jesus, wir einen Platz in dieser Stadt haben werden, dass du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Herr, vergib uns, wenn wir uns versuchen, hier in dieser Welt zu schmücken, sei es durch tatsächliche Edelsteine oder auch vielleicht durch unsere eigenen Taten, indem wir versuchen, uns besser zu machen, als wir sind. Herr, mach uns deutlich, dass der einzige wahre Schmuck, der uns wirklich vor dem Universum schmückt, ein stiller und sanfter Geist ist, ein besonnenes Wesen, das durch deinen Geist geheiligt ist. Und darum bitten wir dich von ganzem Herzen. Im Namen Jesu. Amen.