Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ die dramatischen Ereignisse um Jakobs Tochter Dina in 1. Mose 33-34. Nach Jakobs Versöhnung mit Esau und seiner Ansiedlung in Sichem wird Dina entehrt, was zu einem trügerischen Heiratsangebot führt. Die Predigt reflektiert über die ungeschönte Darstellung menschlicher Abgründe in der Bibel und warnt davor, äußere religiöse Taten über eine echte Herzensverbindung zu Gott zu stellen.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Mose 33:15-34:22
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Mose, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit 1. Mose 33 und 34. Lasst uns beten.
Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns ganz neu machst und uns eine neue Identität schenken kannst. Und danke, dass du auch jetzt durch dein Wort zu uns sprechen wirst. Im Namen Jesu. Amen.
[0:54] Wir sind gerade in 1. Mose 33. Jakob und Esau haben sich wieder versöhnt. Wir lesen in Vers 15, dass Esau sprach: „Ich will doch einige von meinen Leuten bei dir lassen.“ Aber er sprach: „Wozu das? Wenn ich nur Gnade finde vor den Augen meines Herrn.“ So kehrte Esau am gleichen Tag wieder nach Seïr zurück. Jakob aber brach auf nach Sukkoth und baute sich dort ein Haus und errichtete für seine Herden Hütten. Daher wurde der Ort Sukkoth genannt. Und Jakob kam wohlbehalten bis zu der Stadt Sichem, die im Land Kanaan liegt, nachdem er aus Paddan-Aram angekommen war. Und er lagerte sich der Stadt gegenüber und er kaufte das Grundstück, auf dem er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von der Hand der Söhne Hemors, des Vaters Sichems, für 100 Kesita. Und er richtete dort einen Altar ein, den nannte er El-Elohe-Israel.
[1:56] Man spürt hier so ein bisschen, wie sehr sich der Jakob, der jetzt Israel heißt, auch nach Sicherheit und nach Stabilität sehnt. Er hat ja viele Jahrzehnte lang als Nomade auch gelebt mit seinem Vater und seiner Mutter, hat dann als Knecht bei Laban gelebt und jetzt möchte er auch sein eigenes Grundstück haben. Er baut schon vorher Hütten und ein Haus. Er möchte mal ankommen. Wer von uns möchte das nicht? Und er möchte durchaus damit auch ein Zeugnis geben für seinen Gott. Er baut einen Altar, wie schon seinen Großvater Abraham, und nennt diesen Altar „Gott, der Gott Israels“. Er hat diese Veränderung seiner Identität angenommen, möchte auch, dass die Nachbarn, die Menschen seiner Umgebung, davon erfahren.
[2:50] Dina aber, Rahels Tochter, die sie dem Jakob geboren hatte, ging aus, um die Töchter des Landes zu sehen. Als nun Sichem, der Sohn des hiwitischen Landesfürsten Hemor, sie sah, nahm er sie und legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an. Und seine Seele hing an Dina, der Tochter Jakobs, und er gewann das Mädchen lieb und redete ihr zu. Und Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: „Nimm mir dieses Mädchen zur Frau.“ Jakob aber hatte vernommen, dass man seine Tochter Dina entehrt hatte. Weil aber seine Söhne beim Vieh auf dem Feld waren, schwieg er, bis sie kamen.
[3:31] Die Bibel enthält einige wirklich dramatische, schreckliche Geschichten, und zwar aus einem ganz einfachen und auch traurigen Grund: Denn genauso ist das Leben. Die Bibel beschönigt nichts. Die Bibel entwirft nicht eine Märchenlandschaft von tollen Taten und romantischen Abenteuern. Die Bibel beschreibt das Leben mit seinen abgrundtiefen Schmerzen und Traumata, so wie es ist, und zeigt, dass Gott in dieser Welt mit diesem verdorbenen Menschen, mit den schrecklichen Dingen, die uns passieren können, arbeitet, um uns zu heilen.
[4:15] Hemor, der Vater Sichems, kam zu Jakob, um mit ihm zu reden. Als aber die Söhne Jakobs zurückkamen vom Feld, da waren die Männer schwer beleidigt und sehr entrüstet, dass man eine solche Schandtat an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte, denn dies durfte man nicht tun. Hemor aber redete mit ihnen und sprach: „Mein Sohn Sichem hängt an eurer Tochter. Gebt sie mir doch zur Frau. Verschwägert euch mit uns. Gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere Töchter. Bleibt bei uns. Das Land soll euch offen stehen. Siedelt euch an, treibt Handel darin und erwerbt Grundbesitz.“ Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: „Lasst mich Gnade finden vor euren Augen. Was ihr von mir fordert, das will ich geben. Ihr könnt mir noch so viele Heiratsgaben und Geschenke verlangen, ich will es geben, sobald ihr es fordert. Gebt mir nur das Mädchen zur Frau.“
[5:02] Hier sieht man auch, was passiert, wenn ein Mann so sehr unbedingt etwas haben will und zu dieser Frau Gewalt antut. Er stürzt dann, wie wir gleich sehen werden, letztendlich sogar sein ganzes Volk ins Verderben.
[5:17] Da beantworteten die Söhne Jakobs dem Sichem und seinem Vater Hemor in trügerischer Weise, weil er ihre Schwester Dina entehrt hatte. Das Thema der Täuschung, des Betrugs, zieht sich durch 1. Mose hindurch. Und auch die Söhne von Jakob erben sozusagen einige der Charakterfehler von Jakob. Und sie sprachen zu ihnen: „Wir können es nicht tun, dass wir unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben, denn das wäre eine Schande für uns. Nur unter einer Bedingung können wir eurem Wunsch entsprechen, dass ihr nämlich werdet wie wir, indem sich alles Männliche unter euch beschneiden lässt. Dann wollen wir euch unsere Töchter geben und uns eure Töchter nehmen und mit euch zusammen wohnen und zu einem Volk werden. Wollt ihr aber nicht darauf hören, dass ihr euch beschneiden lasst, so nehmen wir unsere Tochter und gehen.“
[6:05] Sie erwecken den Eindruck, als ob eine solche äußerliche Tat zu einer Einheit führen könnte. Und das Ganze liegt letztendlich daran, dass sie selbst in ihrem Herzen Böses vorhaben. Wer als Gläubiger in seinem Herzen Böses vorhat, der wird noch die Äußerlichkeiten des Glaubens betonen, aber nicht mehr innerlich wirklich mit Jesus verbunden sein. Ihre Rede gefiel Hemor und seinem Sohn Sichem gut. Und der junge Mann zögerte nicht, dies zu tun, denn ihm gefiel die Tochter Jakobs, und er war der angesehenste vom Haus seines Vaters. Als nun Hemor und sein Sohn Sichem zum Tor der Stadt kamen, redeten sie mit den Bürgern ihrer Stadt und sprachen: „Diese Leute meinen es gut mit uns. Sie sollen im Land wohnen und daran Handel treiben. Hat doch das Land Raum genug für sie. Und wir wollen uns ihre Töchter zur Frau nehmen und ihnen unsere Töchter geben. Nur das verlangen sie von uns, wenn sie unter uns wohnen und sich mit uns zu einem Volk verschmelzen sollen, dass wir alles, was unter uns männlich ist, beschneiden, gleich wie auch sie beschnitten sind.“
[7:04] Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, hilf, dass wir in unserem Herzen nichts Böses vorhaben, so dass wir nicht nur die Äußerlichkeiten der Religion betonen, sondern tatsächlich Zeugen sind dafür, dass du unser Leben umgestellt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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