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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die tiefgreifende Trauer Jakobs um seinen vermeintlich verlorenen Sohn Josef. Anschließend taucht er in die komplexe Geschichte Judas und Tamars aus 1. Mose 38 ein. Der Sprecher analysiert Judas Abkehr von seiner Familie, die tragischen Schicksale seiner Söhne Er und Onan sowie Tamars Entschlossenheit, ihr Recht auf Nachkommen zu sichern. Die Betrachtung der menschlichen Fehler und Gottes Wirken inmitten dieser Umstände bietet wichtige theologische Einsichten.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite", heute mit Seite 44. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr danken, dass jede Seite der Bibel etwas über dich offenbart. Sprich du auch jetzt durch dein Wort zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[0:55] Wir sind in 1. Mose 37. Josef ist von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft worden und diese täuschen ihren Vater dadurch, dass sie den Leibrock des Josef in Blut getaucht zu ihm senden. Wir lesen in Vers 33: "Und er, Jakob, erkannte ihn und sprach: Es ist der Leibrock meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihn gefressen! Josef ist gewiss zerrissen worden." Und Jakob zerriss seine Kleider und legte Sacktuch um seine Lenden und trug lange Zeit Leid um seinen Sohn.

[1:34] Da machten sich alle seine Söhne und Töchter auf, um ihn zu trösten. Er aber wollte sich nicht trösten lassen, sondern sprach: "Ich höre nicht auf zu trauern, bis ich zu meinem Sohn hinabfahre ins Totenreich." So bereitete ihm sein Vater Trauer. Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist Trauer mehr als normal. Es ist etwas, das Gott uns geschenkt hat, damit wir den Schmerz, den Schock, das Trauma verarbeiten können.

[2:06] Aber Trauer, die nicht mehr aufhört, ist nicht gut und unnormal. Der Jakob hat sich hier von seinen Gefühlen völlig gefangen nehmen lassen. Und vielleicht lag es ja auch gerade deswegen daran, dass er den Josef so bevorzugt hat, dass jetzt diese Gefühle umso stärker ihn in der Trauer festhielten. Lasst uns genau darauf achten, wo wir unseren Gefühlen welchen Raum geben und ob wir auch in der Lage sind, mit Gottes Hilfe dann über unsere Gefühle wieder auch herrschen zu können.

[2:44] Aber die Midianiter verkauften ihn nach Ägypten an Potifar, einen Kämmerer des Pharao, den Obersten der Leibwache. Es geschah aber um jene Zeit, dass Juda von seinen Brüdern wegzog und sich zu einem Mann aus Adullam wandte, der Hira hieß. Diese Geschichte ist sehr interessant. Hier wird berichtet, dass nicht nur Josef die Familie verließ, gezwungenermaßen, sondern Juda ging freiwillig in die Welt zu den Kanaanitern. Und Juda sah dort die Tochter eines Kanaaniters, der Schua hieß. Und er nahm sie zur Frau, und ging zu einer, obwohl seit Generationen Gott deutlich gemacht hatte, dass er das nicht wollte.

[3:26] Und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn, und er gab ihm den Namen Er. Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Onan. Und wiederum gab sie einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Schela. Er befand sich aber in Kesib, als sie ihn gebar.

[3:46] Und Juda gab seinem erstgeborenen Sohn Er eine Frau, die hieß Tamar. Aber Er, der Erstgeborene Judas, war böse in den Augen des Herrn. Darum tötete ihn der Herr. Da sprach Juda zu Onan: "Komm zu der Frau deines Bruders und vollziehe mit ihr die Schwagerehe, damit du deinem Bruder Nachkommen erweckst." Eine Witwe war ohne soziale Absicherung. Die Brüder mussten Nachkommen mit der Witwe zeugen, damit diese versorgt werden konnte. Das war eine rechtliche Angelegenheit.

[4:19] Onan wusste, dass der Nachkommen nicht sein eigener sein würde, ließ er es auf die Erde fallen und verderben, wenn er zur Frau seines Bruders ging, um seinem Bruder keinen Nachkommen zu geben. Für orientalische Rechtsvorstellungen ist das absolut böse und egoistisch. Für ihn ist diese Frau nichts wert. Er hat kein Interesse daran, dass diese Frau einmal in ihrem Alter versorgt wird.

[4:44] Was Onan aber tat, missfiel aber dem Herrn. Da tötete er auch Onan. Da sprach Juda zu Tamar, der Frau seines Sohnes: "Bleibe als Witwe im Haus seines Vaters, bis mein Sohn Schela erwachsen ist." Denn er dachte: "Vielleicht könnte auch er sterben wie seine Brüder." Diese Angst ist auch ein Thema, das immer wieder sich durch 1. Mose hindurchzieht. So ging Tamar hin und blieb im Haus ihres Vaters.

[5:13] Als nun viele Tage verflossen waren, starb die Tochter Schuas, die Frau Judas. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf zu seiner Schafschur nach Timna, er und sein Freund Hira aus Adullam. Da wurde der Tamar berichtet: "Dein Schwiegervater geht hinauf nach Timna, um seine Schafe zu scheren." Da legte sie die Witwenkleider ab, bedeckte sich mit einem Schleier und verhüllte sich und setzte sich ans Tor von Enajim am Weg nach Timna, denn sie sah, dass Schela erwachsen war und sie ihr nicht zur Frau gegeben wurde. Sie wurde getäuscht, Täuschung in der nächsten Generation. Juda hat es versprochen und doch nicht gehalten.

[6:00] Als nun Juda sie sah, glaubte er, es sei eine Hure, denn sie hatte ihr Angesicht bedeckt. Und da bog er ab zu ihr an den Weg und sprach: "Lass mich doch zu dir kommen!" Denn er wusste nicht, dass sie die Frau seines Sohnes war. Sie antwortete: "Was willst du mir geben, wenn du zu mir kommst?" Er sprach: "Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde schicken." Sie antwortete: "So gib mir ein Pfand, bis du ihn mir schickst." Er sprach: "Was willst du, dass ich dir zum Pfand gebe?" Sie antwortete: "Deinen Siegelring und deine Schnur und deinen Stab, den du in deiner Hand hast." Da gab er es ihr und ging zu ihr ein, und sie wurde von ihm schwanger.

[6:38] Juda ist der verlorene Sohn des Alten Testamentes. Er war bereit, seine eigene Identität, seinen Siegelring, zu verpfänden, nur um zu einer einzugehen, zu können. Was sind wir schon bereit gewesen an Risiken auf uns zu nehmen, nur um Sünde durchzuführen, von denen wir gewusst haben, dass sie gar nicht gut für uns ist und Gott nicht gefällt? Aber es gibt Hoffnung. Diese Geschichte endet hier nicht.

[7:11] Und sie machte sich auf und ging hin und legte ihren Schleier ab und legte wieder ihre Witwenkleider an. Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund, den Adullamiter, um das Pfand von der Frau zurückzuerhalten, aber er fand sie nicht.

[7:29] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, vergib uns, wenn wir uns bewusst von dir entfernt haben, wenn wir uns bewusst der Welt zugewandt haben und vielleicht sogar Dinge, die wertvoll sind, verschleudert haben, unsere eigene Identität in dir aufs Spiel gesetzt haben, nur für die Sünde. Rette uns da, wo wir sind, so wie du auch später den Juda gerettet hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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