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In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe spricht Andreas Buchholz über die Bedeutung und Anwendung von Kleingruppen im christlichen Leben. Er beleuchtet, wie Kleingruppen als göttlicher Plan verstanden werden können und wie sie sich von rein menschlichen Organisationsstrukturen unterscheiden. Anhand biblischer Beispiele wie Mose und der Urgemeinde wird die Wichtigkeit von Hingabe und der Führung durch den Heiligen Geist betont, um Gottes Auftrag effektiv umzusetzen. Das Video ermutigt dazu, sich auf die Funktion und den Zweck von Gruppen zu konzentrieren, anstatt sich nur auf äußere Formen zu versteifen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2020 Q3: Freunde für Gott gewinnen

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Transkript

[0:21] Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam ein Thema studieren können. Wir befinden uns ja im dritten Quartal, und heute ist das zehnte Thema an der Reihe. Es steht unter der Überschrift: „Eine spannende Möglichkeit, sich zu engagieren.“

[0:42] Und ich denke, wenn schon in der Überschrift von etwas Spannendem die Rede ist, dann wird es sicherlich eine ganz, ganz interessante Sache sein, sich damit intensiver auseinanderzusetzen. Und ich wünsche mir, dass wir in dieser ganzen Überlegung nicht menschliche Gedanken uns einfach nur überlegen, sondern dass wir göttliche Weisheit haben, wie wir das Ganze anwenden.

[1:02] Und deswegen lade ich – und es ist gut, dass wir zu Beginn dieses Studiums auch Gott bitten und ihn einladen, mit uns zu sein. Unser Vater im Himmel, danke, Herr, dass wir uns heute Gedanken machen können über ein wichtiges, über ein spannendes Thema. Vater im Himmel, wir brauchen dich, um dein Wort zu verstehen. Wir brauchen dich, um zu wissen, was die richtigen Prioritäten sind. Wir brauchen dich, um nicht nach menschlichen Maßstäben etwas bewerten zu können, sondern wir wollen deine Weisheit haben. Deswegen laden wir dich ein, Herr, sei uns nah und erfülle uns mit deinem Geist, dass wir von dir das Wissen und die Weisheit empfangen können, die wir jetzt in dieser spannenden Zeit brauchen. Segne uns im Namen Jesu. Amen.

[1:55] Wir wollen uns heute über das Thema Kleingruppen Gedanken machen. Und ich denke, das ist eine interessante Thematik. Und ich denke, es ist erstmal wichtig, ein kleines bisschen darüber zu sprechen, was wir überhaupt unter diesem Thema verstehen. Denn – und da bin ich ganz offen – ich habe gelegentlich über das Thema Kleingruppen etwas gehört, aber als ich das erste Mal damit konfrontiert war, als jemand darüber referiert hat, habe ich nicht wirklich verstanden, worum es dabei eigentlich ging. Es war mir persönlich ein bisschen zu abstrakt. Man hat über Kleingruppen gesprochen und wie wichtig das ist, aber nicht wirklich, worum es bei einer Kleingruppe eigentlich geht.

[2:39] Und ich denke, das ist erstmal wichtig, dass wir uns darüber im Klaren sind, worum geht es überhaupt bei Kleingruppen? Kleingruppen heißt ja einfach erstmal, ist eine Gruppe, die nicht besonders groß ist. Aber was macht sie denn? Man geht ja nicht hin und sagt: „Okay, kommt, lasst uns eine Kleingruppe gründen und dann überlegen wir uns im Anschluss, was macht diese Gruppe eigentlich?“ Aber das habe ich manchmal so das Gefühl, dass wir dieses Konzept von Kleingruppen sehr hoch halten, aber dann nicht nicht ganz wissen, was sich dahinter eigentlich verbirgt.

[3:14] Aber Kleingruppen sind ja alle möglichen Zusammenkünfte, sage ich mal, von von Gläubigen. Sind z.B. die Hauskreise, sind Gebetskreise, sind Bibelstudienkreise. Es sind Familien, die sich treffen, es sind Gruppen in der Gemeinde, Frauengruppen, Männergruppen, was auch immer ist, oder Missionsteams. All das sind ja Kleingruppen. Und deswegen, immer wenn wir jetzt auf der Metaebene darüber sprechen und sagen: „Kleingruppen“, dann lasst uns immer im Hinterkopf haben, was das in den einzelnen Formen dann alles sein kann.

[3:50] Und ich denke, wenn wir das ganze Thema studieren, dann stoßen wir auf Aussagen in der Bibel und Aussagen in den Schriften von Ellen White, die ganz klar davon sprechen, dass Kleingruppen nicht nur irgendein Konzept sind, sondern dass es Gottes Plan ist.

[4:08] Denn wir haben z.B. in dem Betrachtungsheft 1 ein Zitat aus „Zeugnisse für die Gemeinde“, Band 7. Und dort heißt es zum Beispiel im ersten Satz: „Die Bildung kleiner Gruppen als Grundlage der christlichen Bemühungen wurde mir von dem gezeigt, der nicht irren kann.“ Also Gott kann nicht irren. Und wenn er das uns als Konzept weitergibt, dann ist es doch wichtig, dass wir solche Gruppen haben.

[4:38] Oder wenn wir dann uns andere Dinge anschauen, ich habe exemplarisch einfach mal einen Bibeltext rausgesucht: Matthäus Kapitel 18, Vers 20. Da sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Also auch hier wird eine kleine Gruppe angesprochen, wo Jesus sagt: „Wenn sie in meinem Namen sich versammeln, dann ist er gegenwärtig.“ Und das ist natürlich dann noch eine viel größere Sache, als dass sich nur Menschen treffen, sondern Gott ist in ihrer Mitte. Und ich denke, das ist ein ganz wichtiger, wichtiger Punkt dabei.

[5:12] Und auch an anderen Stellen hören wir, dass immer wieder, wo zwei einig werden, worum sie auch bitten, es soll ihnen zuteil werden. Sprich: Gott hat uns Menschen nicht allein auf dieser Welt gestellt. Gott hat auch nicht einzelne Gläubige auf dieser Welt gestellt, sondern hat eine Gemeinde, eine Gemeinschaft. Und diese Gemeinde muss sich ja irgendwie organisieren. Und deswegen ist es wichtig zu verstehen, wie organisiert man das? Und wo kann man sich orientieren? Und was hilft die Mission, die wir ja haben, zu unterstützen?

[5:50] Denn der Merkzettel für diese Woche, und den wollen wir auch die ganze Zeit im Hinterkopf behalten, er befindet sich in Matthäus Kapitel 9, und dort heißt es in den Versen 37 und 38: „Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“

[6:18] Und ich denke, der Auftrag ist klar: Es gibt viel zu tun für Jesus. Welche ein großes Arbeitsfeld! Und Jesus sagt: „Die Felder sind schon weiß zur Ernte, aber es sind wenige, die da sind, die Arbeit, die zu tun gilt, zu tun.“ Wir sind aufgerufen, uns zu engagieren. Und jetzt müssen wir schauen, wie kann man das am besten tun?

[6:40] Und wenn Gott sagt, dass es Kleingruppen sind, die einen Unterschied machen können, wenn es Kleingruppen sind, die in seinem Plan sind, dass sie etwas umsetzen, dann ist es wichtig, dass wir uns auseinandersetzen mit dieser Thematik und dass wir schauen, was Gottes Wille für uns ist in diesen Punkten.

[7:01] Aber – und das möchte ich nicht verschweigen – sondern wir werden uns jetzt ein kleines bisschen erstmal einen bestimmten, einen bestimmten Aspekt von Kleingruppen anschauen. Und zwar sehe ich persönlich nämlich eines, ein kleines bisschen einige Gefahren drin, wenn wir uns mit der Thematik beschäftigen. Und ich möchte mit euch ein bisschen durchsprechen, was ich als Gefahr in dieser Sache sehe.

[7:28] Denn was ich oftmals beobachte, das ist – meine persönliche Einschätzung – dann sehe ich, dass wir die Thematik oftmals sehr, sehr menschlich anschauen. Ja, wir betrachten das aus unserer menschlichen Vorstellung, so wie wir denken, dass etwas sein könnte, sollte, so wie wir Gottes Willen in dieser Richtung verstehen. Aber dann, dann kommt es dazu, dass wir möglicherweise folgendes machen:

[7:56] Wir haben ein bestimmtes Konzept, dass z.B. wir sind motiviert, weil wir gelesen haben: Gott empfiehlt Kleingruppen. Dann gehen wir hin und sagen: „Oh, wo zum Beispiel in der Bibel finden wir etwas über Kleingruppen?“ Und da versuchen wir all die Aspekte über Kleingruppen in der Bibel rauszufinden. Und dann gehen wir rein und lesen und blättern und schauen, und dann kommen wir auf viele, viele Beispiele, wo sie sagen: „Das hier beschreibt eine Kleingruppe. Dann lasst uns die Prinzipien daraus lesen und es irgendwie nachahmen.“ Bei Gott trägt uns ja auch, dass wir Kleingruppen gründen sollen.

[8:33] Und auch in den Lektionen sind verschiedene Aspekte angesprochen, die halt unter dem Blickwinkel, sage ich mal, unter dem Blickwinkel der Kleingruppe betrachtet werden. Beispielsweise gibt es in der an einem Tag ist es angesprochen, dass zum Beispiel der menschliche Körper in kleinen Gruppen organisiert ist. Das heißt, dass irgendwie Organe untereinander zusammenarbeiten und dass das halt die Effektivität ist. Und so spricht, wir schauen auf den menschlichen Körper und sind gewissermaßen auf der Suche nach Kleingruppen und sehen: Aha, da kommt funktioniert und was zusammen, das ist wie eine Kleingruppe. Siehst du das Prinzip findet sich überall?

[9:20] Und ich glaub halt, dass das eine sehr menschliche, nicht unbedingt schlimme, schlechte, böse, aber eine sehr menschliche Herangehensweise an diese Thematik ist. Denn im gleichen Zuge könnte man halt auch sagen: Na ja gut, es mag vielleicht Organe geben, die irgendwie gemeinsam zusammenwirken, aber wie sind wir denn auch aufgebaut? Und alles in unserem Körper ist unter das zentrale Nervensystem gestellt. Es gibt nichts in unserem Körper, was nicht durch das zentrale Nervensystem gesteuert wird, was sich in unserer Hirnrinde zusammenfassen lässt. Und unser Geist ist es, der die ganzen Knöpfe drückt, uns unseren ganzen Körper in Bewegung setzt. Sprich: Es geht im letzten Endes unter dieser Art von Betrachtung von einem zentralen Punkt aus. Und es geht nicht darum, dass irgendwie kleine, unabhängige Grüppchen wären, die miteinander ein Werk tun.

[10:16] Und deswegen denke ich, wir sind manchmal ein kleines bisschen mit Scheuklappen versehen und wir fokussieren uns nur auf einen einzelnen Aspekt, aber verlieren das große Ganze vielleicht aus dem Blick. Und ja, in der Bibel gibt es viele, viele Beispiele von kleinen Gruppen, aber sind es halt Kleingruppen, so wie wir sie heutzutage verstehen? Oder sind sie halt einfach in dieser Form gegenwärtig als Beispiele, wie christlicher Glaube ausgelebt werden kann?

[10:48] Oder wir sehen ja beispielsweise, dass die Jünger bilden eine Gruppe, oder verschiedene andere Beispiele. Aber man sieht auch andere Beispiele, die quasi dann dem Kleingruppenkonzept, so wie wir es vielleicht verstehen, entgegenstehen.

[11:15] Denn wenn wir beispielsweise eine Offenbarung schauen, dann gibt es dort eine Gruppe, die offensichtlich sehr, sehr effizient und effektiv ist. Es gab schon immer Gruppen, die großes bewegt haben. Es gab schon immer Gruppen, die viel umsetzen konnten, ob sie nun kleine, große, kleine Gruppengrößen oder mittlere Gruppengrößen. Aber offenbaren sich beispielsweise die 144.000, die beschrieben sind, als eine Gruppe, durch die Gott arbeiten kann, wie er es noch nie zuvor getan hat.

[11:54] Und wenn wir beispielsweise in Offenbarung 14, Vers 4 schauen, da heißt es dann: „Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht.“ Also bei dieser Gruppe scheint es zumindest so zu sein, dass sie sich nicht nach irgendwelchen menschlichen Vorgesetzten ausrichten und irgendwelche kleinen Gruppen hätten, sondern jeder von ihnen ist zu 100 Prozent auf das Lamm fokussiert, jeder von ihnen ist zu 100 Prozent auf Gott ausgerichtet und lässt sich von ihm leiten. Wieder Strich: Das jetzt dem Kleingruppenkonzept? Nein.

[12:40] Aber was ich einfach nur sagen möchte, ist: Es gibt nicht nur das eine oder das andere. Und daran erkennen wir, es gibt nicht unbedingt ein das einzig Richtige und das alles andere ist falsch. Sondern wir müssen immer den Blick haben für alles, was in der Schrift steht. Und deswegen sehe ich uns da manchmal ein kleines bisschen in der Gefahr, uns nur auf eine Form, auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren, zu fokussieren und den Rest so ein bisschen auszublenden.

[13:10] Aber es gibt natürlich Beispiele in der Schrift, die ja auch in dem Betrachtungs-Save angegeben sind. Und ein sehr schönes Beispiel, denke ich, ist das Beispiel von Mose in 2. Mose Kapitel 18. Da haben wir nämlich folgende Situation: Es geht bei ihm darum, dass er als Führer, als Leiter eines riesigen Volkes von Gott eingesetzt war. Er hatte eine große Sache zu tun, ein großes Werk zu vollbringen. Und die Situation war einfach so, dass es viel zu tun gab, und Mose war irgendwie der Dreh- und Angelpunkt in der ganzen Situation. Es gab viele im Volk, mit denen jetzt einfach mal von mehreren Millionen Männern aus, plus Frauen und Kindern, also ein riesiges Volk, größer als die meisten Städte wahrscheinlich, die wir in Deutschland zum Beispiel hier haben. Und eine solche große Stadt muss von einer einzelnen Person gerichtet werden, muss Entscheidungen getroffen werden, muss Recht verschafft werden, muss ja Gott um Rat gefragt werden usw.

[14:20] Und das hat eine Zeitlang wahrscheinlich mehr schlecht als recht irgendwie funktioniert. Aber der biblische Wille gibt so her, dass Mose halt überlastet war durch diese ganzen Sachen. Und Moses Schwiegervater, Jethro, das sieht das und sagt: „Man, lieber Schwiegersohn, schau mal, so kann das nicht wirklich weitergehen. Ich denke, es ist nicht Gottes Wille, dass du so weitermachst, dass du daran zugrunde gehst.“ Und ich denke, er ist von Gott inspiriert worden und Gott hat ihn Weisheit gegeben, da ein bestimmtes System auszuarbeiten.

[14:59] Und was haben sie gemacht? Sie haben dann ja überlegt, wie kann man das Ganze strukturieren? Wie kann man die Last, die allein auf Mose gelegen hatte, verteilt auf mehrere Schultern? Und so heißt es dann, dass Aufseher gefunden wurden. Mose hat sie gesucht, die über 1000 Leute, über kleinere Gruppen, über Zehnergruppen, dann letzten Endes gesetzt wurden. Und auf diese Art und Weise wurde ein System eingerichtet, wo Mose nicht mehr mit jeder Kleinigkeit belastet werden musste, so dass die Last einfach verteilt war.

[15:35] Und diese Art von Gruppen, das heißt jetzt kleinere Gruppen, Zehnergruppen oder Tausendergruppen, waren halt eine Hilfe. Sie haben eine Note, die da war, einer Note abgeholfen. Das sehen wir aus dieser Situation.

[15:51] Dann haben wir andere Beispiele, zum Beispiel Apostelgeschichte 6, Vers 14, wo sich Leute ja quasi in einem Hauskreis der Lydia versammeln. Sprich, da gab es so eine kleine Gruppe, die sich halt in Häusern getroffen hat. Oder in Apostelgeschichte 12, Vers 12 heißt es eben so, dass eine Gruppe von Menschen zu einem gewissen, zu einem Gebetskreis versammelt war und dort konnte dann jemand dazu kommen und er wusste, da versammeln sie sich. Sprich, es gibt natürlich viele, viele Beispiele von dieser Art von kleinen Gruppen, die irgendetwas zusammentun.

[16:32] Ob sie nun Arbeitserleichterung sind oder einfach Ausleben des Glaubenslebens, was es auch immer ist, es sind Beispiele dafür, dass das offensichtlich gut funktioniert. Aber wenn wir jetzt einfach hingehen würden und sagen: „Okay, das hat bei dem so funktioniert, und wir sollten das eins zu eins umsetzen“, funktioniert das auf jeden Fall so? Oder gehen wir manchmal vielleicht sogar hin und sagen: „Okay, wenn wir uns organisieren wollen, sie sind dann, sollten wir eine Organisationsstruktur aufstellen, zum Beispiel eine Gemeinde?“ Ja, eine Gemeinde hat verschiedene Aufgaben.

[17:16] Also solltest diese 50 m geben und wir müssen sie dann irgendwie mit Leben füllen. Oder sollte man nicht vielleicht eher schauen, was ist denn überhaupt Not am Mann? Wo gibt es etwas, was durch Organisation halt gelöst werden kann? So wie im Beispiel von Mose, wo es ja nicht darum ging, dass das Veto hingegangen ist: „Wir wissen nicht, was Israeliten machen sollen. Okay, wir bauen jetzt einfach mal eine Struktur auf, wo 1000 Leute sich zusammen versammeln oder zehn Leute sich zusammen versammeln und dann schauen wir mal, was sie hinterher tun.“

[17:51] Nein, es geht immer vom Zweck aus. Es geht immer von der Funktion aus, die eine Gruppe erfüllen soll. Und dann schaut man sich an, wie lässt sich diese Funktion am besten in eine Form gießen.

[18:10] Es gibt ein schönes Sprichwort, dass ich an der Stelle gar nicht so abwegig finde, das als Prinzip einfach mal so zu sagen: Denn es geht dabei darum, dass Form der Funktion zu folgen hat. Auf Englisch heißt es schön: „Form follows function.“ Also erst schaue ich mir an, wozu soll etwas da sein, und dann erst im zweiten Schritt schaue ich mir dann okay, was ist es, was jetzt als Form, als Äußerlichkeit, als Organisationsstruktur dem am besten gerecht werden kann.

[18:46] Und ich denke, das kann uns wirklich sehr, sehr helfen, da nicht einfach nur menschlich zu denken. Denn wir müssen immer erst mal erkennen: Okay, was ist die Aufgabe, die Gott uns gibt? Und dann bitten wir ihn: „Herr, gib uns Weisheit, gib uns Mitarbeiter, gibt uns Möglichkeiten, dass wir diesen Auftrag dann umsetzen können, wie es deinem Willen entspricht.“ Und das geht uns manchmal leider abhanden, denke ich. Wir vergessen manchmal so ein kleines bisschen, was der Zweck einer Unternehmung sein soll, und machen uns sehr viele Gedanken um die Form. Oder wir klammern uns vielleicht sehr, sehr stark an das Äußerliche, an die Form, weil die denken: „So hat das zu sein.“ Und dann geht es auch ein kleines bisschen ab von dem, was sich dahinter eigentlich verbergen sollte.

[19:43] Ein weiterer Gedanke zu diesem zu diesem Abschnitt, wo ich Gefahren sehe, wenn wir uns über Kleingruppen Gedanken machen: Es ist beispielsweise eine Aussage, die am Mittwoch zu finden war. Dort heißt es nämlich: Es wurde gesprochen über die Urgemeinde, über Pfingsten, über dann, wie sie sich versammelt hatten und wie sie dann, wie es noch nie vorher da gewesen ist, einen Unterschied in der Welt gemacht haben. Ja, und dort ist dann hier die Formulierung, dass Kleingruppen in dieser Zeit einen Unterschied gemacht haben.

[20:20] Kleingruppen haben einen Unterschied gemacht. Aber ich denke, es ist nur richtig und gut und wichtig, dass wir uns anschauen, was da letzten Endes das Entscheidende war. Was die Form war, es die die waren die äußeren Umstände, dass sie sich in Hauskreisen versammelt haben, die einen großen Unterschied gemacht haben? Oder war es nicht vielmehr, dass da einfach hingebungsvolle Menschen waren, die sich zu 100 Prozent Gott übergaben hatten, die nach Gottes Willen gerungen und gefleht haben, die erfüllt waren vom Heiligen Geist und ein williges Werkzeug, was sich mit dem Heiligen Geist erfüllen lässt? Für den gibt es keine Grenzen in den Möglichkeiten, die Gott durch diese Menschen tun kann.

[21:14] Sprich, ich denke, in der Urgemeinde war es nicht die Form, auch wenn das sicherlich unterstützend dazu war, aber das Wichtige war, dass da bereitwillige Arbeiter waren, die sich ganz Gott hingegeben haben. Und dann hatte sich halt ergeben, in welcher Form sie sich organisieren und versammeln. Und dann hat es natürlich Früchte gezeigt, hat es Kraft, Wirkung nach außen gehabt, hat es einen Unterschied in der Welt gemacht. Und wir sehen uns ja dann an den einzelnen Menschen, die wirklich in die ganze Welt gegangen sind, die die ganze bekannte Welt erreicht hatten schon zu der damaligen Zeit.

[21:52] Und ich denke, deswegen auch für uns heute, sollte es einfach nicht so wichtig sein, primär auf die äußeren Organisationsstrukturen Wert zu legen, sondern erst die Hingabe, erst die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Und dann wird uns Gott jegliche Weisheit geben, wie das in unserer Situation am besten umzusetzen ist.

[22:17] Ich denke, wir sollten uns grundsätzlich bei dieser Sache einfach mehr nach Prinzipien richten. Was sind die Prinzipien, die da sind? Und wie begegnen wir diesen Prinzipien dann? Wie setzen wir es ganz konkret praktisch um? Und ich denke, ein Vers, den ich da sehr, sehr schön finde, ist Matthäus Kapitel 4, Vers 4. Jesus ist in der Wüste, er wird versucht, und er sagt da diesen einen, sehr einprägsamen, sehr kraftvollen Satz, der sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, was aus dem Munde Gottes kommt.“

[23:00] Und wenn wir das einfach als Prinzip annehmen und sagen: „Okay, es ist wichtig, dass wir uns auf Gottes Wort ernähren“, dann müssen wir schauen, wie tun wir das am besten? Und Gott hat uns ja nicht als Einzelpersonen auf diesen Erdkreis gestellt, sondern er möchte, dass wir auch als Gemeinde zusammenleben, dass wir...

[23:21] Als Gemeinde zusammenleben, dass wir zu einer Einheit werden, dass wir zusammen wachsen, dass wir einander dienen, einander lieben, dass wir zusammen zum Segen für die Welt werden können.

[23:32] Also muss man sich dann einfach fragen: Okay, hier haben wir das Prinzip. Wir sollen aus dem Wort leben, jeden Tag. Und dann ist die Frage: Wie setzen wir das um? Und da müssen wir vielleicht auch ein kleines bisschen drauf schauen. Er wäre es einfach nur mal am Rande, dass unterschiedlich Menschen unterschiedlicher Voraussetzungen mitbringen oder von ihren Charakteren anders sind.

[24:01] Ich nenne einfach mal ein Beispiel. Zum Beispiel erinnere ich mich, als ich noch in der Grundschule war, da haben wir teilweise auch unter Freunden zusammen Hausaufgaben gemacht. Und die Situation war folgendermaßen: Ich habe mich dann manchmal mit einem Freund getroffen, und er hat die Hausaufgaben gemacht, ich habe die Hausaufgaben gemacht. Wir saßen einfach zusammen, und es war eigentlich immer so, dass der andere mehr schlecht als recht irgendwie, aber er hatte die Hausaufgaben in der Zeit, die wir uns dafür vorgenommen hatten, fertig. Und ich war niemals fertig, weil für mich ist es, ich brauche mehr Ruhe, um etwas tiefer zu studieren.

[24:46] Ich habe gern Gemeinschaft, ich bin gerne mit Leuten zusammen, aber ich habe zum Beispiel bei den Hausaufgaben gesehen, für mich persönlich war es einfach nicht effektiv, zusammen mit jemandem anders die Hausaufgaben zu machen. Jeder Mensch ist unterschiedlich, und deswegen ist es nicht so glasklar, dass man sagt, man braucht eine Form, um das umzusetzen.

[25:08] Manchmal ist es wichtig, dass wir als Gruppe zusammenstehen, zusammen studieren, Gottes Wort lesen, um gemeinsam uns zu ergänzen. Und jeder bringt seinen eigenen Aspekt mit, und es ergibt ein gesamtes schönes Bild dann hinterher. Aber es braucht auch genauso Zeiten, wo wir einfach alleine sind und alleine mit Gott ringen, Dinge zu verstehen.

[25:32] Sprich, das Prinzip ist: Wir müssen aus Gottes Wort leben, jeden Tag. Wir müssen uns davon ernähren, wir müssen darauf herumkauen, wir müssen es verarbeiten, bis es zu einem Teil von uns wird. Das ist das Prinzip. Aber in welcher Form, mag uns Gott Weisheit geben, wie das in welcher Situation am besten umgesetzt werden kann.

[25:58] Und ein anderes Prinzip haben wir in 1. Mose Kapitel 2, Vers 18. Da heißt es: "Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist." Und ja, auch das würde ich einfach als grundlegendes Prinzip sehen, dass Gott ja Gemeinde gegründet hat, dass er die Jünger zu zweit immer ausgesendet hat, usw. Wir erkennen darin, dass das ein wichtiges Prinzip ist, dass wir nicht nur allein, sondern mindestens auch als Gruppe irgendetwas tun, dass wir eine Arbeitsgruppe bilden, dass wir bestimmte Dinge zusammen in Angriff nehmen. Oder dass wir, wenn wir Familien sind, dass wir vielleicht beispielsweise zum Sabbat-Anfang als Familien zusammenkommen und den Sabbat gemeinsam begehen, dass wir als Familie überhaupt im Familienkreis zusammenkommen.

[26:52] Es ist nicht so entscheidend, in welcher Form das jetzt letzten Endes ist, sondern das Prinzip, dass wir nicht alleine dastehen sollten, nur Individualisten sind, beispielsweise, sondern dass wir als Gruppen von Gott auf diese Welt gestellt sind. Und ich denke, wenn wir dieses Prinzip wieder als wichtig erachten, dann wird uns Gott Weisheit geben, wie sich das ganz konkret umsetzen kann.

[27:19] Dann haben wir auch noch ein paar Hinweise im Buch Prediger. Denn dort heißt es beispielsweise im Prediger 4, Vers 10: "Denn wenn sie fallen, so hilft einer dem anderen auf." Oder in Vers 12 heißt es: "Dann, wenn man den einen angreift, so können die beiden Widerstand leisten." Also sind ganz konkrete Vorteile auch angesprochen, warum Gott uns nicht alleine auf diese Welt stellt, sondern warum wir zusammen viel besser aufgestellt sind. Und ich denke, wenn wir das im Hinterkopf behalten, dann würde uns Gott auch noch die restliche Weisheit geben.

[27:59] Markus 6, 47. Ich hatte es eben schon mal angesprochen. Da heißt es: "Und er rief die Zwölf zu sich und begann sie je zu zweit und zweit auszusenden." Man kann sich nämlich gegenseitig ermutigen, man kann sich gegenseitig unterstützen, man kann gemeinsam Lasten tragen. Man kann, wenn der eine entmutigt ist, den anderen aufbauen. Wenn der andere eine zuvor schnell ist, kann man ihn zurückhalten. Es ist immer gut, wenn wir uns gegenseitig unterstützen.

[28:27] Und genau das hat Jesus dort auch in diesen Prinzipien gesagt. Aber nicht entscheidend ist, dass wir nur Dinge in kleinen Gruppen machen können. Es kommt nicht darauf an, wie viele Mitglieder in einer Kleingruppe dann wirklich sind. Und beispielsweise ist in der Lektion auch angesprochen gewesen, dass die Wissenschaft sagt, da irgendwie, dass das ideale, die ideale effektive Gruppenzusammensetzung besteht aus sechs bis zwölf Mitgliedern.

[29:02] Und ich denke, das muss ja nicht grundsätzlich verkehrt sein. Hat man sicherlich erprobt und getestet, wie die Gruppendynamik ist unter den Leuten, wenn es weniger sind oder mehr sind. Aber wenn ich beispielsweise den Ruf verspüre, irgendwie eine Tätigkeit für Gott zu tun, und wir sind jetzt über spitze, ist jetzt einfach mal ein bisschen, sind fünf Leute und wollen uns zusammentun und sind überzeugt, dass wir es tun sollen.

[29:33] Und dann sagen wir, es wäre ideal, wenn wir noch einer mehr werden. Und dann warten wir noch so lange, bis wir anfangen, etwas zu tun, bis wir dann die sechs Leute zusammen haben. Verstehen wir, es geht nicht um diese Sache. Wenn wir Gott etwas aufs Herz legt, dann will ich das tun, egal wie die Umstände dafür sind. Und wenn wir nur, wenn ich nur alleine bin oder wenn wir 13 Leute zusammen sind, ja gut, dann könnte man es wieder aufteilen. Aber ihr versteht den Gedanken: Es kommt nicht auf die Form an.

[30:01] Aber wir denken manchmal, wenn das in dieser Konstellation bei anderen so funktioniert hat, dann wollen wir es 1:1 übernehmen, weil wir denken, dass wir dadurch die Sicherheit haben, dass etwas funktionieren wird. Aber diese Sicherheit, dass etwas funktionieren wird, haben wir nur dann, wenn Gottes Geist uns individuell und als Gruppe leitet. Deswegen, das ist das Wichtigste dabei, und alles andere kommt danach.

[30:29] Das sind also die Gefahren, sag ich mal, dass wir Dinge zu, aus meiner Sicht, zu menschlich manchmal sehen. Aber ich möchte definitiv nichts gegen die Überlegung, die die man dazu macht, sagen. Denn ich denke, es ist etwas sehr Schönes und Wichtiges und Gutes, wenn wir kleine Gruppen haben.

[30:49] Und deswegen möchte ich mit euch einfach mal ganz kurz zwei Beispiele, die mich in meinem Leben unheimlich bereichert haben, ansprechen, die man unter dem Namen Kleingruppe einordnen könnte. Denn beispielsweise, ich weiß noch, als ich getauft wurde, haben wir dann sehr, sehr intensiv auch Jugendarbeit gehabt in unserer Gemeinde. Dann und einer von uns hatte von Gott aufs Herz gelegt bekommen, dass wir doch einen Gebetskreis, einen Jugendgebetskreis bräuchten.

[31:22] Es war ein so starkes Anliegen, dass er das uns vorgetragen hat. Und manche waren ja so ein bisschen verhalten, und manche waren begeistert, und manche haben gesagt: "Okay, dann machen wir das halt." Weil es so was gab es zu der Zeit einfach noch nicht, die Jugendgebetskreise. Und ich war noch frisch im Glauben, hatte noch nicht so viel erfahren und nicht so viel Ahnung.

[31:44] Und dann bin ich dort, ich war nicht skeptisch, aber ich wusste auch nicht so hundertprozentig, wie es werden wird, deswegen leicht reserviert. Aber trotzdem von Anfang an mit dabei gewesen. Und es war so ein Segen, wirklich so ein enormer Segen, dass wir uns jede Woche unter der Woche als Jugendgruppe noch mal extra nur für einen Gebetskreis versammelt haben.

[32:09] Und es war nicht nur einfach ein "Na ja, wir treffen uns und beten auch so ein bisschen", sondern es war wirklich ein intensives Anliegen. Denn wir hatten das Prinzip verstanden, dass das ja auch in der Bibel immer wieder gesagt wird: Wenn Gottes Volk betet, wenn sie zusammenkommen, wenn sie eins werden, worum sie auch bitten, habe ich auch vorher schon einmal gesagt, so wird es ihnen zuteil werden. Und wir haben so viele Erfahrungen mit Gott machen können in dieser Zeit, und es war echt gesegnet.

[32:40] Und das hat mich stark geprägt, gerade in dieser Phase, wo ich noch relativ jung war, wie gesagt, im Glauben. Aber wir haben auch nicht nur einfach na ja gebetet und dann alles wieder in Vergessenheit geraten lassen, sondern uns war es wichtig, dass wir eine Beständigkeit da drin haben. Wenn beispielsweise Buch geführt, ja, wir haben all den Dank, all die Anliegen, alles, was uns bewegt hat, warum wir gebetet haben, jede Woche aufgeschrieben.

[33:09] Und wir haben nicht mehr das Gebetsanliegen ruhen lassen, bis wir nicht Antwort auf etwas bekommen hatten. Sprich, wir sind dann immer wieder durchgegangen und haben gesagt: "Hier ist da, wie hat sich das bei dir entwickelt?" Aber noch nicht: "Okay, dann lasst uns heute weiter beten." Und wir haben wirklich das ernst genommen.

[33:31] Und wir sind dann manchmal erstaunt gewesen, keine Ahnung, vielleicht ein-, zweimal im Jahr oder so, sind wir dann mal durch dieses Buch durchgegangen und haben immer wieder gesehen, wie Gott eingegriffen hat, wie Gott Dinge umgelenkt hat, wie Gott Dinge bewegt hat. Und es hat uns viel, viel enger zusammengeschweißt.

[33:49] Es hat eine besondere Gruppendynamik ergeben, einfach, dass wir aufrichtiges Interesse aneinander hatten. Denn es ging ja nicht nur darum, dass wir irgendwie für die Mission in Afrika gebetet haben oder sonst irgendwas dafür, aber auch für unser persönliches Leben, mit denen mit Freud und Leid aus dem Alltag. So, wir haben uns ausgetauscht.

[34:12] Wir haben wirklich gelernt, Interesse am anderen zu haben, wirkliche Gemeinschaft zu haben, aber Gemeinschaft halt mit Gott in unserer Mitte zu haben. Und ich denke, das war so wichtig, so wertvoll, dass ich es um nichts in der Welt missen würde.

[34:28] Die zweite Erfahrung, die ich mit kleinen Gruppen gemacht habe, ist auch zeitlich nicht allzu weit weg von dem, würde ich sagen, schließt sich vielleicht ein kleines bisschen danach oder überlappend da dran an. Ich wurde von einem Freund von mir eingeladen, zu einem Bibelkreis zu kommen.

[34:49] Und genauso wie bei dem Gebetskreis hatte ich nicht so viele Erfahrungen dabei gehabt. Ja, ich wusste nicht, was ist das mit dem Gebetskreis? Zu genau, ist ja natürlich, ich war schon mal bei einer Gebetswache und in der Gemeinde betet man und so weiter und so fort. Aber was so intensive Gemeinschaft als reiner Gebetskreis über Jahre hinweg war, hatte ich bis dahin nicht erlebt.

[35:16] Und genau so hatte ich natürlich schon mal Bibelstudium erlebt, hatte ich schon mal den Austausch über biblische Themen erlebt. Aber Bibelkreis, was war das jetzt genau? Was sollte ich mir darunter vorstellen? Ich wusste es ehrlich gesagt nicht ganz genau.

[35:39] Und dann waren auch folgendes, dass in meinem Umfeld ein paar Leute waren, die gesagt haben: "Auch in diesem Gebetskreis, diesem Bibelkreis, da gehen vielleicht eher so ein bisschen extremere Leute hin. Also sei da vielleicht einfach ein bisschen vorsichtig." Und ich habe mich davon nicht wirklich beeindrucken lassen.

[35:57] Aber es hat auch nicht unbedingt gefördert, dass ich meinen Zeitplan extra freigeräumt habe, um dahin gehen zu können. Aber derjenige, der mich eingeladen hat, hat nicht locker gelassen. Und ich bin Gott so, so dankbar dafür, dass er es nicht getan hat, sondern dass er beständig war. Er hat mich nicht jeden Tag damit genervt oder so, aber regelmäßig hat er gefragt: "Hey, wir haben diese Woche wieder das Treffen. Magst du nicht einfach mal vorbeikommen? Mich hat es bereichert. Komm doch auch einfach mal vorbei."

[36:28] Und irgendwann kam dann der Zeitpunkt, wo ich gedacht habe: "Okay, jetzt schaue ich mir halt einfach mal an." Ja, und ich bin dann noch mit jemandem anders, mit einer Freundin zusammen, dorthin gegangen. Und wir wussten ehrlich gesagt beide nicht, worauf wir uns wirklich konkret einlassen würden.

[36:49] Aber als wir dorthin gegangen sind, hat es uns, ich weiß gar nicht, wie ich es am besten in Worte fassen soll, aber es hat uns einfach umgehauen im positiven Sinne. Ja, dass wir so intensives Bibelstudium noch nie zuvor erlebt hatten. So praxisrelevantes Bibelstudium war uns vorher in der Form einfach fremd gewesen, wo man nicht einfach nur über Dinge spricht, die man sowieso schon hundertmal durchgekaut hatte, sondern Dinge zum Beispiel, ich weiß gar nicht mehr, was die Themen waren, aber sicherlich mit Hinblick auf die Prophetie, auf das Zeitgeschehen, auf Aktuelles.

[37:29] Was hat das jetzt mit meinem Leben zu tun? Und es hat uns so beeindruckt. Ich gesagt, ich weiß nicht mehr, worum es dabei genau ging, aber ich weiß noch, wie wir zusammen dann aus der Gemeinde rausgegangen sind und wie elektrisiert waren. Falls uns einfach so bewegt hat, dass der Heilige Geist so massiv an uns gerüttelt hat und uns ja ansprechen konnte.

[37:52] Und wir haben auch draußen, außerhalb der Gemeinde, einfach noch zusammen gebetet, weil es uns so tief bewegt hatte. Und für mich war da klar: Ab sofort werde ich jede Woche in diesen, in diesem Bibelstudienkreis sein. Aus der anfänglichen "Ich weiß nicht genau, was da vor sich geht und wie das ganze abläuft und wie das sein wird", war vom ersten Augenblick an: "Okay, das wird integraler Bestandteil meines Lebens sein."

[38:22] Und es ist unglaublich, wie Gott mir durch diese beiden Erfahrungen Dinge mit auf den Weg gegeben hat, die mich bis heute prägen, die definitiv mit dazu beigetragen haben, diese beiden kleinen Gruppen, dass ich heute das mache, was ich tue, dass ich heute noch in der Gemeinde bin, dass ich nicht nur Gott nachfolge, sondern mein ganzes Leben in seiner Dienststelle.

[38:46] Deswegen, solche Gruppen, wenn sie nicht einfach nur eine Form sind, sondern wo Gott wirklich aktiv wirken kann, dann ist es der größte Segen, der daraus entstehen kann für einen persönlich. Aber natürlich nicht nur, dass wir gesegnet sind, sondern dass wir davon übersprudeln, dass wir's weitergeben. Dass all das, was wir dort machen, als Vorbereitung dient und sind den Dienst Gottes zu stellen.

[39:13] Und insofern, wenn wir Kleingruppen, wenn wir Gebetskreise, Hauskreise, Männergruppen, Frauentreffs, was es auch immer ist, wenn wir das unter dem Gesichtspunkt sehen, dass es einfach eine Form ist, die dem gerecht wird, was wir als göttliche Prinzipien verstehen, was wir als Auftrag Gottes verstehen, dann ist das genau das, was ein weit dort gesagt hatte: Derjenige, der uns das aufgetragen hat, kann nicht irren. Er weiß, dass das ein großer, großer Segen sein wird.

[39:46] Und insofern hoffe ich, dass wir uns wirklich intensiv über diese Thematik Gedanken machen, gerade im Hinblick auf die Zeit, in der wir im Moment gerade leben. Ich denke, wir müssen einfach festhalten, wir sollten nicht einfach irgendwelche Gruppen gründen und dann versuchen, sie irgendwie mit Leben zu füllen, sondern es muss immer davon getrieben sein, dass wir es als Gottes Auftrag verstehen, dass er uns ganz persönlich sagt, was wir tun sollen.

[40:16] Und dann die göttliche Weisheit haben, wie das geschehen kann. Nämlich, wer hat's gesehen an den Beispielen von Mose, dass es darum geht, es gibt eine Note, eine Sache, die erledigt sein muss. Und dann schaut man, was ist die beste Form dafür. Oder wir haben uns die anderen Dinge angeschaut, wo wir nach Prinzipien schauen, dass wir nicht alleine sein sollen, dass wir in Gemeinschaft zusammenkommen sollen, dass wir gemeinsam vorgehen als Gemeinde, als Gruppen, als Familien, dass wir diese Prinzipien erkennen und dann schauen, was ist unsere Situation?

[40:49] Haben wir viele Leute, haben wir wenige Leute, habe ich Unterstützung? Wie können wir uns konkret machen? Wie können wir es in Angriff nehmen? Aber dann, wenn das Äußerliche nicht so scheint, wie es vielleicht idealerweise wäre, dass wir trotzdem uns einfach von diesen Prinzipien leiten lassen und nicht stehen bleiben, sondern vorangehen. Und dann wird Gott Türen öffnen, er wird Leute hinzuführen.

[41:18] Und wir sind ja auch eingeladen, um Leute zu beten, dass das große Werk, was uns aufgetragen ist, dass wir es so umsetzen können mit der Manpower, mit der Kraft des Heiligen Geistes, so dass wir in dem Sinne dann Erfolg haben können.

[41:38] Wie ist es jetzt aber in unserer Zeit heute, wo wir uns ganz besonders um Form und äußerliche Organisationsstrukturen Gedanken machen müssen? Denn ich denke, derjenige, der die, die dieses Studienhefte vorbereitet hat, hat das ja noch getan in einer Zeit, wo die Welt noch eine andere war, um es mal ganz vorsichtig zu sagen.

[42:04] Damals war wahrscheinlich der Gedanke einfach: "Okay, kleine Gruppen sind eine gute Möglichkeit, eine spannende Möglichkeit, sich zu engagieren." Und aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das ja sagen, was für ein großer Segen sehr sein kann. Hauskreise, Gebetskreise, Bibelstudienkreise zu haben.

[42:24] Aber wir leben in einer Zeit, wo von außen her es nicht mehr erlaubt ist, vielleicht sich sogar zu versammeln. Sprich, diese Leichtmöglichkeit, diese Unbeschwertheit, die wir vielleicht damals beispielsweise beim Gebetskreis gemacht hatten oder hatten, dass die heutzutage einfach nicht mehr gegeben ist.

[42:47] Damals hat sich niemand von uns gefragt: "Dürfen wir zusammenkommen? Sind vielleicht zu viele beim Gebetskreis? Dürfen wir dann nicht mehr als Gruppe uns versammeln und gemeinsam beten?" Aber in der heutigen Zeit, teilweise Gemeinden geschlossen, es ist verboten, sich, es gibt Höchstgrenzen für Gruppen, um sich zu versammeln. Man darf vielleicht nicht mal mehr sich als zwei Familien zu Zeiten war das so zusammentreffen.

[43:17] Wird das nicht unser Konzept, was wir manchmal vielleicht so im Kopf haben, sehr, sehr stark über den Haufen? Ist es nicht notwendig, vielleicht gerade in dieser Zeit doppelt zu hinterfragen, ob die Formen, ob die Äußerlichkeiten, ob die Strukturen, an die wir uns so stark gewöhnt haben, die uns auch eine gewisse Sicherheit geben und die sich bewährt haben, ob sie vielleicht notwendig sind, überdacht zu werden.

[43:53] Wie gehen wir damit um, dass von außen ja uns Richtlinien auferlegt sind, die sehr wohl in die Arbeit, in die Gemeindearbeit hineinreichen? Wie gehen wir damit um? Ich kenne die Zukunft nicht. Wir kennen die Zukunft nicht in dem Detail, dass wir genau wissen, wie alles vor sich geht. Aber wir wissen aus der Prophetie, dass es nicht leichter wird am Ende der Zeit. Dass der Druck von außen immer größer werden wird.

[44:28] Wie setzen wir den Auftrag um, wenn es nicht erlaubt ist, uns zu versammeln? Und ich denke, wir leben in einer Zeit, die uns geradezu aufrüttelt, die uns hilft darüber nachzudenken, wie können wir uns organisieren, wie können wir Dinge umsetzen, wie können wir uns engagieren, wie können wir das Reich Gottes vorwärts bringen, unabhängig davon, wie die Vorgaben sind, die auf uns herein kommen.

[45:05] Ich denke, wir sollten ganz, ganz intensiv nach Gottes Willen fragen. Wir brauchen göttliche Weisheit wie nie zuvor. Wir sollen uns nicht auf Leben gegen irgendetwas. Und da, wo wir mitgehen können, sollten wir mitgehen. Aber jeder muss für sich klären, wo kann ich mitgehen und wo kann ich nicht mehr mitgehen.

[45:28] Jeder ist aufgerufen, darüber nachzudenken, mit Gott zu ringen, nach Weisheit zu fragen, dass wir all die Prinzipien, die Gott uns mitgibt, umsetzen können, ohne unnötigerweise Anstoß zu geben. Jeder von uns ist gefragt, das zu hinterfragen, das für sich zu klären, für seine Familie zu klären, für seine Gemeinde zu klären.

[45:53] Wenn wir die Möglichkeit haben, uns in Freiheit einfach als Gemeinden und als als

[45:58] einfach als Gemeinden und als Hauskreise und sonst irgendwas zu versammeln, dann können wir das natürlich tun und als eine spannende und schöne und gesegnete Möglichkeit umsetzen. Aber wenn das nicht mehr möglich sein sollte, dann können wir nicht auf Dauer dastehen und sagen, unsere Hände sind gebunden, wir können den Auftrag Gottes nicht mehr ausführen. Wir müssen mit Gott ringen, zuschauen und Mittel und Wege finden, wie wir dem Auftrag gerecht werden, wie wir Licht sein können, wenn um uns herum Finsternis ist. Gott beruft uns am Ende der Zeit, einen Unterschied zu machen, nicht unbedingt durch die Form, durch die Äußerlichkeiten, sondern ich bin der festen Überzeugung, dass das Wichtigste ist, dass ich Gott geweiht bin, dass ich mich ganz in den Dienst Gottes stelle, dass mein Herz erfüllt ist vom Heiligen Geist, dass ich wirklich jeden Tag aktiv nach Gottes Willen frage: Herr, was soll ich heute tun? Welche Begegnung schenkst du mir heute? Wie kann ich das Werk Gottes fördern? Und das können wir jeden Tag fragen: Herr, was kann ich heute tun, um dein Reich weiter auszubauen? Fangen in meinem Herzen an.

[47:20] Aber du stellst mich ja nicht einfach dahin, dass ich mit dir einfach nur eine schöne Beziehung habe, sondern ich bin ja dein Diener, ich möchte in deinem Dienst stehen. Er sendet du noch mehr Arbeiter in den Weinberg, aber egal, ob es noch weitere Arbeiter gibt oder nicht, Herr, was kann ich heute tun? Führ du mich Schritt für Schritt, lass meinen Blick zu 100 Prozent auf das Lamm gerichtet sein. Lass mich ihm nachfolgen, lass mich allein mich nach ihm ausrichten. Und wenn das als Grundlage gegeben ist, dann wird sich all das andere zeigen, in welchen Gruppen und Gruppengrößen und was wir alles zusammen tun können. Das ist das Zweitrangige. Ja, wir dürfen uns darüber Gedanken machen, aber ich glaube, dass immer mehr die Zeit kommt, wo wir uns primär auf das Fundament konzentrieren müssen und alles andere wird Gott uns dann zeigen und ja, uns wirklich führen, wie es dann ganz konkret umgesetzt werden kann.

[48:17] Und so wünsche ich mir für dich und für mich, für uns als Gemeinden, dass wir ganz unter der Leitung Gottes stehen und das, was wichtig ist, als wichtig hochhalten und das, was als nicht so wichtig oder sekundär ist, als nicht so wichtig betrachten. Lasst es uns mit Gottes Augen betrachten, nicht durch menschliche Vorstellung, sondern lasst uns den Fokus auf das Wichtige legen, nämlich den Zweck, den Dienst, und die Form wird sich dann von Gott zeigen lassen. Gott segne euch. Amen.
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