In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 4. Mose 35, wo es um die Städte der Leviten und die Zufluchtsstädte geht. Er erklärt, wie die ursprünglich als Fluch angesehene Zerstreuung der Leviten in ganz Israel zu einem Segen wurde, da sie so Gottes Wort verbreiten konnten. Ein zentrales Thema ist die Rolle des „Bluträchers“, dessen hebräisches Wort auch „Löser“ oder „Erlöser“ bedeutet. Kramp zeigt auf, wie Gott als Erlöser und Bluträcher zugleich Gerechtigkeit wiederherstellt, indem er sich selbst mit dem Sünder identifiziert und die Strafe auf sich nimmt, um Vergebung zu ermöglichen.
Gott auf (m)einer Seite: 4. Mose 35:1-35:22
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 4. Mose, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit 4. Mose 35. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass du nicht nur die Vergangenheit, unsere Gegenwart, sondern auch unsere Zukunft kennst. Ja, wir wissen nicht einmal, was heute noch an diesem Tag geschehen wird, aber du weißt es. Und wir möchten uns heute unter dein Wort stellen, unter deinen Segen und die Führung des Heiligen Geistes. Und dafür danken wir, dass du uns nah bist und dass du jetzt zu uns sprechen möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:05] Wir beginnen heute mit 4. Mose 35, und dort Vers 1: „Und der HERR redete zu Mose in der Ebene Moabs am Jordan, Jericho gegenüber, und sprach: Gebiete den Kindern Israels, dass sie von ihrem Erbbesitz den Leviten Städte geben, in denen sie wohnen können. Dazu solltet ihr den Leviten auch einen Weideplatz rings um die Städte geben, damit sie in den Städten wohnen und in den Weideplätzen ihr Vieh, ihre Habe und alle ihre Tiere haben können. Die Weideplätze der Städte aber, die ihr den Leviten geben sollt, sollen sich von der Stadtmauer nach außen hin 1000 Ellen weit ringsum erstrecken. So solltet ihr nun außen vor der Stadt an der Seite gegen Osten 2000 Ellen messen, an der Seite gegen Süden 2000 Ellen, an der Seite gegen Westen 2000 Ellen und an der Seite gegen Norden 2000 Ellen, so dass die Stadt in der Mitte liegt. Das sollen ihre Weideplätze sein. Und unter den Städten, die ihr den Leviten geben werdet, sollen die sechs Zufluchtsstädte sein, die ihr ihnen zu geben habt, damit dorthin entfliehen kann, wer einen Totschlag begangen hat. Und außerdem solltet ihr ihnen noch 42 Städte geben. Alle Städte, die ihr den Leviten gebt, sollen 48 Städte sein, samt ihren Weideplätzen. Und was die Städte betrifft, die ihr vom Erbbesitz der Kinder Israels geben werdet: Solltet ihr von einem großen Stamm viele nehmen, von einem kleineren weniger. Jeder Stamm soll gemäß dem ihm zugeteilten Erbteil den Leviten von seinen Städten geben.“
[2:40] So hatte es schon Jakob in 1. Mose 49 prophezeit: Sie würden in ganz Israel verstreut werden. Ähnlich wie später auch dann die Simeoniter aufgrund der schlimmen Sünde, die Simeon und Levi begangen hatten.
[2:57] Aber im Fall der Leviten wurde aus dem Fluch ein besonderer Segen. Nachdem die Leviten ja bei der Geschichte vom Goldenen Kalb in 2. Mose 32 vollständig Treue zu Gott gestanden hatten, wurde zwar der Spruch, dass sie in ganz Israel verstreut werden sollten, nicht aufgehoben, aber in einen besonderen Segen umgewandelt. Sie sollten in ganz Israel präsent sein, um als besondere Diener Gottes das Wort Gottes und seinen Dienst, seine Anbetung überall bekannt zu machen und davon zu sprechen. Sie sollten sozusagen wie ein Sauerteig das gesamte Volk Israel durchdringen, damit überall jeder Mensch in seiner Nähe Leviten hatte, die über das Werk Gottes, über das Heiligtum, über den Plan der Erlösung reden konnten.
[3:50] Gottes Pläne mit unserem Leben sind auch so, dass selbst wenn aufgrund von Sünde Konsequenzen da sind, die negativ sind, er durch seinen Plan der Erlösung aus negativen Konsequenzen noch einen großen Segen machen kann, damit wir, wenn wir ihm nachfolgen und ihm treu sind, für die ganze Gemeinde, für das Volk Gottes, für alle um uns herum ein Segen sein können.
[4:17] Und der HERR redete zu Mose und sprach: „Rede zu den Kindern Israels und sage zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan in das Land Kanaan ankommt, solltet ihr euch Städte wählen, die euch als Zufluchtsstätte dienen, damit ein Totschläger, der einen Menschen aus Versehen erschlägt, dorthin fliehen kann. Und diese Städte sollen euch als Zuflucht dienen vor dem Bluträcher, damit der Totschläger nicht sterben muss, ehe er vor der Gemeinde vor Gericht gestanden hat. Und unter den Städten, die ihr abgeben werdet, sollen euch sechs als Zufluchtsstätte dienen. Drei Städte sollt ihr diesseits des Jordan abgeben und drei sollt ihr im Land Kanaan abgeben. Das sollen Zufluchtsstädte sein. Diese sechs Städte sollen sowohl den Kindern Israels als auch dem Fremdling und Bewohnern ohne Bürgerrecht unter euch als Zuflucht dienen, damit dahin fliehen kann, wer einen Menschen aus Versehen erschlagen hat. Wenn er ihn aber mit einem eisernen Werkzeug erschlägt, dass er stirbt, dann ist er ein Totschläger, und ein solcher Totschläger soll unbedingt getötet werden. Schlägt er mit einem Faustkeil, mit dem jemand getötet werden kann, so dass er stirbt, dann ist er ein Totschläger, und ein solcher Totschläger soll unbedingt getötet werden. Schlägt er mit einem hölzernen Werkzeug in der Hand, mit dem man jemand totschlagen kann, so dass er stirbt, dann ist er ein Totschläger, und ein solcher Totschläger soll unbedingt getötet werden.“
[5:39] Die Zufluchtsstädte sollten nicht einfach ein Schlupfloch für kaltblütige Mörder sein. Sie sollten eine Illustration sein für den Plan der Erlösung, wo jeder Sünder bei Jesus Christus Zuflucht finden kann.
[5:56] „Der Bluträcher soll den Totschläger töten, wenn er ihn antrifft, soll er ihn töten. Stößt einer den anderen aus Hass oder wirft er absichtlich etwas auf ihn, so dass er stirbt, oder schlägt er ihn aus Feindschaft mit seiner Hand, so dass er stirbt, so soll der, welcher ihn geschlagen hat, unbedingt getötet werden, denn er ist ein Totschläger. Der Bluträcher soll den Totschläger töten, wenn er ihn antrifft.“
[6:20] Interessanterweise ist das hebräische Wort für Bluträcher ja dasselbe Wort für „Löser“ und damit für „Erlöser“. Denn der Erlöser Israels hatte ja Rache an den Ägyptern getan. Die Idee ist, dass der Löser, der Erlöser, derjenige ist, der begangenes Unrecht, die Gerechtigkeit wiederherstellen und das bringt uns zu einem interessanten Gedanken.
[6:50] Gott vergibt uns, indem er als Erlöser gleichzeitig Bluträcher ist. Er stellt Gerechtigkeit wieder her, und zwar – und das ist das Besondere – indem er selbst sich mit dem Sünder identifiziert und sich selbst die Strafe auferlegt.
[7:27] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns immer wieder neue Einsichten schenkst in den Plan der Erlösung, und dass uns bewusst werden durfte, dass Erlösung auch bedeutet, dass der Sünder eigentlich den Tod verdient hat, dass wir deswegen frei sein dürfen, weil Jesus nicht nur uns vergibt, sondern auch den Sünder, mit dem er sich selbst identifiziert hat, also dass er sich selbst gegeben hat, dass er selbst den Tod gestorben ist, den wir eigentlich hätten sterben müssen, so dass wir wirklich frei sein dürfen. Danke, dass wir Zuflucht bei Jesus haben dürfen. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.
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