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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser tiefgründigen Betrachtung von Richter 19:12-20:2 beleuchtet Christopher Kramp die erschreckende Geschichte eines Leviten und seiner Nebenfrau in Gibea. Er zeigt auf, wie das Volk Gottes, das sich von den Kanaanitern abgrenzen wollte, moralisch tiefer sank als Sodom und Gomorra. Die Predigt mahnt eindringlich davor, den äußeren Schein des Glaubens zu wahren, während das Herz von Gott abweicht, und betont die Notwendigkeit, Gott als König im eigenen Leben zu haben, um nicht in die tiefsten Abgründe der Sünde zu fallen.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“, heute mit Seite 295. Lasst uns gemeinsam beten.
Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen dankbar sein, dass wir aus deinem Wort leben können und dass du uns bewahren möchtest vor vielen Fehlentscheidungen, die unser Leben zerstören und auch das Leben von anderen. Hilf uns, dass wir heute an diesem Tag auf deine Stimme hören, dass du uns vor falschen Entscheidungen, falschen Taten und Worten sprichst. Sprich jetzt durch dein Wort und durch den Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:08] Wir sind in Richter Kapitel 19. Ein Mann aus dem Bergland Ephraim hat seine weggelaufene Nebenfrau aus Bethlehem Juda zurückgeholt. Der Schwiegervater wollte ihn noch aufhalten, noch eine Nacht zu bleiben, aber er hat sich auf den Weg gemacht. Und jetzt wird es Abend und die Frage ist: Wo sollen sie einkehren?

[1:27] Wir lesen weiter in Vers 12: „Aber sein Herr sprach zu ihm: Wir wollen nicht in eine Stadt der Fremden einkehren, die nicht zu den Kindern Israels gehört, sondern wollen nach Gibea übergehen.“ Und er sprach zu dem Burschen: „Komm, wir wollen in einer dieser Ortschaften einkehren, über Nacht bleiben, in Gibea oder in Rama.“ So zogen sie weiter und die Sonne ging unter, gerade bei Gibea, das zu Benjamin gehört. Sie wollten nicht zu den Jebusitern, nicht zu den Kanaanitern, nichts zu den Fremden, weil sie glaubten, dass es ihnen in dem eigenen Volk, bei den Israeliten, besser gehen würde.

[2:05] Wie viele Menschen im Volk Gottes glauben von Herzen, dass es in der Gemeinde ihnen besser ergeht als draußen in der Welt? Und das sollte auch so sein.

[2:21] So kehrten sie dann dort ein, um in Gibea zu übernachten. Als er aber hineinkam, setzte er sich auf dem Platz der Stadt. Aber da war niemand, der sie zu übernachten in sein Haus aufgenommen hätte. Niemand kümmerte sich um diesen Fremden, obwohl er doch ein Glaubensbruder ist.

[2:40] Doch siehe, da kam ein alter Mann am Abend von seiner Arbeit vom Feld. Der war auch vom Bergland Ephraim, ein Fremdling in Gibea, aber die Leute des Ortes waren Benjaminiten. Als er nun seine Augen erhob und den Wanderer auf dem Platz der Stadt sah, sprach er zu ihm: „Wo gehst du hin und wo kommst du her?“ Er aber antwortete ihm: „Wir reisen von Bethel im Bergland Ephraim, von wo ich her bin. Ich war nach Bethlehem Juda gezogen und ziehe jetzt zum Haus des Herrn, und niemand will mich in sein Haus, obwohl ich auf dem Weg zum Heiligtum bin, oder an den Ort, wo auch immer das Heiligtum dann steht.“ Und er ist erstaunt darüber, dass hier in einem Ort, der von Israel bewohnt wird und nicht von Kanaanitern, er so kühl aufgenommen wird.

[3:26] Wie oft geschieht es, dass wir leider in der Gemeinde schlechte Erfahrungen machen und dass Menschen, die eigentlich unsere Glaubensgeschwister sein sollten, uns kühl, reserviert, manchmal sogar ablehnend behandeln? „Wir haben Stroh und Futter für unsere Esel und Brot und Wein für mich und auch für die Magd und den Knecht, der mit seinen Dienern ist, sodass uns nichts mangelt.“ Mit anderen Worten: „Wir wollen ja gar nicht zur Last fallen. Wir haben ja alles, was wir brauchen. Wir brauchen nur ein Dach über dem Kopf.“

[3:54] Der alte Mann sprach: „Friede sei mit dir! Alles, was dir mangelt, findest du bei mir. Bleib nur nicht über Nacht auf dem Platz.“ Und da führte er ihn in sein Haus und gab den Eseln Futter. Und sie wuschen ihre Füße. Aßen und tranken nun. Als ihr Herz guter Dinge war, siehe, da umstellten Männer der Stadt, Söhne Belials, das Haus und schlugen an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hausherrn: „Bringt den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, damit wir uns über ihn hermachen.“

[4:23] Genauso wie es die Männer von Sodom und Gomorra gefordert hatten damals dort. Aber wir sind ja nicht in Sodom oder in Gomorra, wir sind in Gibea, einer Stadt der Israeliten. Aber der Hausherr ging zu ihnen hinaus und sprach zu ihnen: „Nicht doch, meine Brüder! Tut doch nicht so etwas Böses, nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist. Begeht doch keine solche Schandtat! Siehe, ich habe eine Tochter, die noch eine Jungfrau ist, und dieser Mann hat eine Nebenfrau. Diese will ich euch herausbringen. Die will ich schänden, und mit ihnen tun, was euch gefällt, aber an diesem Mann begeht keine solche Schandtat.“

[4:59] Die Leute wollten nicht auf ihn hören. Da griff der Mann seine Nebenfrau und brachte sie zu ihnen hinaus auf die Straße, und sie machten sich über sie her und misshandelten sie die ganze Nacht bis in den Morgen und ließen sie erst los, als die Morgenröte anbrach. Man ist sprachlos über das, was hier geschieht.

[5:16] Das Volk Gottes sinkt so tief, dass es mindestens so tief gesunken ist wie Sodom und Gomorra. Lasst uns diese bittere Lektion lernen, dass, wenn wir von Gott abweichen, wenn wir seinen Geist betrügen und nicht ihm folgen, es keine Tiefe der Sünde gibt, in die nicht auch ein Christ, ein Adventist, fallen könnte. Egal wie lange wir Teil des Volkes Gottes sind, ohne Gott in unserem Leben gibt es kein Auffangnetz. Wir fallen immer tiefer und tiefer.

[6:07] Da kam die Frau am Morgen früh und fiel wieder vor der Tür am Haus des Mannes, wo er war, und lag dort, bis es hell wurde. Als nun ihr Herr am Morgen aufstand und die Tür des Hauses öffnete und hinausging, um seines Weges zu ziehen, siehe, da lag seine Nebenfrau vor der Tür des Hauses mit den Händen auf der Schwelle. Er aber sprach zu ihr: „Steh auf, geh heim!“ Aber da war keine Antwort. Da nahm er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort.

[6:41] Als er heimkam, nahm er ein Messer und ergriff seine Nebenfrau und zerschnitt sie Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels. Man möchte fast eine Parallele ziehen zu den Brandopfern, die auch zerteilt worden sind, bevor sie dann vernichtet worden sind. Er war ja ein Levit, dieser Mann.

[7:09] Und alle, die es ansprachen: „So etwas ist nicht geschehen noch gesehen worden, seit der Zeit, da die Kinder Israels aus dem Land Ägypten gezogen sind bis zu diesem Tag. Nun denkt darüber nach, beratschlagt und sprecht euch aus.“ Da zogen alle Söhne Israels aus, die ganze Gemeinde, von Dan bis Beerscheba und vom Land Gilead, wurde versammelt wie ein Mann vor dem Herrn in Mizpa. Und die Häupter des ganzen Volkes aus allen Stämmen Israels traten zusammen in der Versammlung des Volkes Gottes, 400.000 Mann Fußvolk, die das Schwert zogen.

[7:42] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, so oft sind wir versucht zu denken, dass wir gar nicht so schlimme Menschen sind und dass wir doch eigentlich ganz okay sind. Diese Geschichte offenbart uns, dass, wenn wir nicht dich als unseren König haben in unserem Herzen, dann gibt es keine Tiefe der Sünde, in die wir nicht fallen können. Herr, bewahre uns davor, dass wir vielleicht den äußerlichen Schein des Glaubens haben, innerlich so schlimm oder noch schlimmer sind als gottlose Weltmenschen. Herr, lass diese so traurige und so bedrückende Geschichte eine Warnung sein für uns, dass wir nicht, obwohl wir vielleicht den Namen Christ und Volk Gottes tragen, nicht so werden wie Sodom und Gomorra. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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