Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf meiner Seite“ Richter Kapitel 21, das letzte Kapitel des Buches. Nach dem verheerenden Bruderkrieg gegen Benjamin stehen die verbleibenden Stämme Israels vor einem Dilemma: Sie haben geschworen, den Benjaminitern keine Frauen zu geben, was das Aussterben des Stammes bedeuten würde. Der Sprecher analysiert die verzweifelten und moralisch fragwürdigen Lösungen, die das Volk findet, um den Stamm Benjamin zu retten, und zieht Parallelen zur heutigen Zeit, in der jeder tut, was in seinen eigenen Augen recht ist, wenn Gott nicht als König regiert.
Gott auf (m)einer Seite: Richter 21:2-21:25
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, RichterPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Richter 21, Vers 2 bis 25. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, da möchte ich auch heute bitten, dass du durch deine Worte sprichst. Wir möchten die Verheißung in Anspruch nehmen, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern ausführt, wozu du es gesandt hast. Und Herr, wir haben gelernt, dass wir nicht nur bitten sollen, sondern uns darauf berufen dürfen, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist und wir glauben, dass er jetzt im himmlischen Heiligtum für uns eintritt und seinen Verdienst, seine vielen Verdienste zu unseren Gunsten darreicht. Und Herr, deswegen glauben wir, dass du uns in besonderer Weise segnen möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:23] Wir sind in Richter Kapitel 21. Nachdem im Bruderkrieg der Stamm Benjamin fast vollständig ausgelöscht worden ist, haben die Stämme Israels auch noch geschworen, keinem der übrigen 600 Männer von Benjamin ihre Töchter zu Frauen zu geben. Damit ist das Überleben des Stammes Benjamins auf das Äußerste gefährdet. Wir lesen ab Vers 2: "Und das Volk kam nach Bethel und verblieb dort bis zum Abend vor Gott und erhoben ihre Stimme und weinten sehr und sie sprachen: O Herr, du Gott Israels, warum ist das in Israel geschehen, dass heute ein Stamm von Israel fehlt?"
[2:12] Wenn erst einmal die Katastrophen hereingebrochen sind, dann ist die Frage stark auf unserem Herzen: "Warum ist das geschehen?" Doch wer das Buch Richter im Ganzen liest, der kennt die Antwort: Die Nachlässigkeit in den ersten Kapiteln hat eine Spirale ausgelöst, die hier einen traurigen Höhepunkt findet. Nicht den einzigen traurigen Höhepunkt im Buch Richter, aber einen ganz besonders dramatischen.
[2:40] Am anderen Morgen aber machte sich das Volk früh auf und sie bauten dort einen Altar und opferten Brandopfer und Friedensopfer. Auch in der größten Not, in der größten Krise, dürfen wir immer noch uns auf die Erlösung berufen, dürfen sie immer wieder in Anspruch nehmen, selbst wenn Schreckliches passiert ist in unseren Familien, in unseren Gemeinden. Und die Söhne Israels sprachen: "Wer von allen Stämmen Israels ist nicht mit der Gemeinde zum Herrn heraufgekommen?" Denn der große Schwur war ausgesprochen worden: "Wer nicht zum Herrn nach Mizpa heraufkommt, der soll gewiss sterben." Das heißt, jemand, der nicht mitkämpfen wollte, der wusste, dass er sich gegen Gott auflehnt. Oder das reute die Söhne Israels wegen Benjamin und sie sprachen: "Heute ist ein Stamm von Israel abgehoben worden. Was wollen wir tun, damit die Übriggebliebenen Frauen bekommen? Denn wir haben bei dem Herrn geschworen, dass wir ihnen keine von unseren Töchtern zu Frauen geben wollen." Darum fragten sie: "Wer ist wohl von den Stämmen Israels nicht zum Herrn nach Mizpa heraufgekommen?"
[3:50] Und siehe da, niemand von Jabesch in Gilead war zu der Gemeinde, zum Lager gekommen. Denn als das Volk gezählt wurde, siehe da, war keiner der Bürger von Jabesch in Gilead. Da sandte die Gemeinde 12.000 von den tapfersten Männern dorthin und gebot ihnen und sprach: "Geht hin und schlagt mit der Schärfe des Schwertes die Bürger von Jabesch in Gilead samt den Frauen und den Kindern." Das aber ist der Befehl, den sie ausführen sollten: "Alles, was männlich ist und alle Frauen, die einen Mann im Beischlaf erkannt haben, sollt ihr töten." Und sie fanden unter den Bürgern von Jabesch in Gilead 400 Mädchen, die Jungfrau waren, die keinen Mann im Beischlaf erkannt hatten. Die brachten sie ins Lager bei Silo, das im Land Kanaan liegt.
[4:36] Diejenigen, die sich geweigert hatten, gegen Benjamin zu kämpfen, und diese Sünde, diese schreckliche Schuld, zu strafen, wurden jetzt von den Israeliten genauso behandelt wie Benjamin, ja, sie wurden behandelt wie zuvor die Kanaaniter.
[4:56] Da sandte die ganze Gemeinde hin und ließ mit den Söhnen Benjamins, die auf dem Felsen Rimmon waren, reden und ihnen Frieden anbieten. Da kehrte Benjamin zu jener Zeit wieder zurück und man gab ihnen die Frauen, die man von den Frauen aus Jabesch in Gilead am Leben gelassen hatte. Doch reichten diese nicht für sie aus. Es reute aber das Volk wegen Benjamin, dass der Herr in den Stämmen Israels einen Riss gemacht hatte. Und die Ältesten der Gemeinde sprachen: "Was wollen wir tun, damit auch die Übriggebliebenen Frauen bekommen? Denn die Frauen sind aus Benjamin vertilgt." Und sie sprachen: "Es soll ein Erbbesitz bleiben für die Entkommenen von Benjamin, und es soll kein Stamm aus Israel vertilgt werden. Nun können wir ihnen aber unsere Töchter nicht zu Frauen geben, denn die Söhne Israels haben geschworen und gesagt: Verflucht sei, wer den Benjaminitern eine Frau gibt." Es ist das erste und das letzte Mal in der Bibel, dass offensichtlich ein Schwur voreilig gegeben worden ist.
[5:54] Darum sprachen sie: "Siehe, es ist alljährlich ein Fest des Herrn in Silo, das nördlich von Bethel liegt, östlich der Straße, die von Bethel nach Sichem hinauf führt und südlich von Lebona. Dort in Silo war die Bundeslade, dort in Silo war das Heiligtum, die Stiftshütte, die Mose in der Wüste hatte machen lassen." Und sie geboten den Söhnen Benjamin und sprachen: "Geht hin und lauert in den Weinbergen. Wenn ihr dann seht, dass die Töchter von Silo mit Reigen zum Tanz herausgehen, so kommt aus den Weinbergen hervor, nehmt euch ein jeder seine Frau von den Töchtern Silos und geht in das Land Benjamin. Und das soll geschehen: Wenn ihre Väter oder ihre Brüder kommen, um mit uns zu rechten, so wollen wir zu ihnen sagen: Schenkt sie uns, denn keiner von uns hat eine Frau im Krieg erworben. Doch habt ihr sie ihnen nicht gegeben, sonst werden wir heute schuldig."
[6:43] Da machten es die Söhne Benjamins so, dass sie sich Frauen nahmen nach ihrer Zahl von den Reigen-Tänzerinnen, die sie raubten. Und sie gingen davon und kehrten wieder zu ihrem Erbteil zurück und bauten die Städte wieder auf und wohnten darin. Auch die Söhne Israels zogen zu jeder Zeit von dort weg, jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und sie begaben sich von dort aus, jeder zu seinem Erbteil.
[7:06] Zu jeder Zeit gab es keinen König in Israel. Jeder tat, was recht war in seinen Augen.
[7:13] Das ist das traurige Motto am Ende von diesem manchmal doch sehr bedrückenden Buch Richter. Es zeigt, wie ein Volk, das unter Josua von Sieg zu Sieg eilte, innerhalb von einigen Generationen völlig im Sumpf und dem Dreck der Sünde versinkt. Und immer wieder greift Gott ein, beruft Richter, aber das Ganze ist immer nur von kurzer Dauer.
[7:47] Wenn Gott nicht König ist im Land Israel, dann ist kein stabiler Friede zu erwarten. Wenn Gott nicht König ist in meinem Leben, dann wird unser Leben immer so ein Zyklus sein von Sünde und Bitte um Vergebung und Sünde und Bitte um Vergebung, und wir werden tief fallen. Und wenn wir nicht heute Gott darum bitten, dass er in unserem Leben tatsächlich der König sein darf.
[8:19] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen dankbar sein, dass wir dein Wort haben, das uns ermutigt, aber das uns auch ermahnt und das uns so unmissverständlich, ungeschönt, manchmal so, dass man es kaum aushalten kann, schmerzhaft zeigt, wohin Sünde führt. Herr, bewahre uns davor, dass wir heute Sünde tun, damit wir nicht abdriften von dir, sondern sei du heute in unserem Leben unser König. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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