In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Reaktion Davids auf die Nachricht vom Tod Sauls und Jonatans aus 2. Samuel 1. Er zeigt auf, wie David, entgegen der Erwartung eines Amalekiters, nicht über den Tod seines Feindes jubelt, sondern tiefe Trauer empfindet. Die Episode fordert dazu auf, die Feindesliebe Gottes zu verstehen und im eigenen Leben widerzuspiegeln, anstatt sich über das Leid anderer zu freuen.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Samuel 1:1-1:18
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Folge 341.
[0:39] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für dein Wort und für die Geschichten, die wir darin finden, dass wir sehen können anhand der Personen, die dort beschrieben werden, wie das Evangelium funktioniert und dass wir gewarnt und ermutigt werden, aus den Niederlagen und Siegen, die diese Personen erlebt haben, zu lernen. Dein Wort sagt, dass das, was dort aufgeschrieben worden ist, zu unserer Belehrung aufgeschrieben wurde, damit wir gewarnt und getröstet werden. Und das bitten wir dich jetzt auch, dass du durch dein Wort sprichst für diesen heutigen Tag. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:22] Wir sind in Zweiter Samuel, beginnen heute dieses Buch in Kapitel 1, das ja eigentlich im Hebräischen ein gesamtes Buch ist: Erstes und Zweites Samuel. Und es geht jetzt hier weiter in Kapitel 1 und dort Vers 1.
[1:36] Und es geschah nach dem Tod Sauls, als David von der Schlacht gegen die Amalekiter zurückgekommen war und zwei Tage lang in Ziklag geblieben war. Und es geschah am dritten Tag, siehe, da kam einer aus dem Heer Sauls mit zerrissenen Kleidern und Erde auf dem Haupt. Und als er zu David kam, warf er sich zur Erde und verbeugte sich. David aber sprach zu ihm: Wo kommst du her? Er sprach zu ihm: Ich bin aus dem Heer Israels entflohen. Und David sprach zu ihm: Wie steht die Sache? Berichte mir doch! Er sprach: Das Volk ist aus der Schlacht geflohen, auch sind viele von dem Volk gefallen und umgekommen, auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot.
[2:20] David aber sprach zu dem jungen Mann, der ihm berichtete: Woher weißt du, dass Saul und sein Sohn Jonatan tot sind? Für David war die Sache enorm wichtig. Er wollte nicht nur auf Hörensagen das Ganze beruhen lassen, er wollte wirklich sichergehen, ob die Nachricht den Tatsachen entsprach. Übrigens eine gute Angewohnheit, die auch wir an den Tag legen sollten in diesen Zeiten.
[2:45] Und der junge Mann, der ihm dies sagte, sprach: Ich kam zufällig auf das Bergland von Gilboa, und siehe, so lehnte sich Saul auf seinen Speer, und siehe, Streitwagen und Reiter jagten hinter ihm her. Und er wandte sich um und sah mich, und ich rief mich, und ich sprach: Hier bin ich! Oder sprach zu mir: Wer bist du? Ich antwortete ihm: Ich bin ein Amalekiter. Da sprach er zu mir: Tritt doch her zu mir und töte mich, denn Verwirrung hat mich ergriffen, während ich noch bei vollem Bewusstsein bin.
[3:13] Denn wir wissen aus dem Kapitel zuvor, in 1. Samuel 31, dass das falsch ist. Dieser junge Mann stellt die Sache nicht korrekt dar. Wir wissen, dass Saul sich am Ende selbst umgebracht hat.
[3:27] Hier heißt es jetzt aber etwas anderes: Da trat ich auf ihn zu und tötete ihn, denn ich wusste wohl, dass er seinen Fall nicht überleben würde. Und ich nahm die Krone von seinem Haupt und die Spange von seinem Arm, und ich habe sie hergebracht zu dir, mein Herr.
[3:41] Offensichtlich wollte er sich bei David einschmeicheln. Er wollte den Eindruck erwecken, dass er hier einen besonderen Dienst an David getan und sich wohl auch eine besondere Belohnung erhofft.
[3:52] Und da fasste David seine Kleider und zerriss sie, und ebenso alle Männer, die bei ihm waren. Und sie stimmten die Totenklage an und weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und um seinen Sohn Jonatan und um das Volk des Herrn und um das Haus Israel, weil sie durch das Schwert gefallen waren.
[4:12] Dieser junge Mann hatte gedacht, dass David sich freut, wenn sein Feind stirbt. Er kannte offensichtlich nicht das Wesen Gottes, das David erkannt hatte.
[4:26] Gottes Liebe gilt nicht nur seinen Freunden, Gottes Zuneigung gilt nicht nur denen, die immer Gutes getan haben. Gott liebt alle Menschen. Und obwohl David bei weitem nicht immer perfekt gehandelt hat, sehen wir doch in Geschichten wie dieser, und auch in einer ganzen Reihe von Begebenheiten mit Saul, dass David etwas von dieser Feindesliebe, die Gott prägt, auch verstanden hat.
[4:53] Er hat sich nicht über den Tod seines Feindes gefreut, sondern war traurig. Ich weiß nicht, ob du Menschen hast, die dir feindlich gesinnt sind. Saul war dem David wirklich feindlich gesinnt, er wollte seinen Untergang. Wenn wir dann hören, dass es ihnen schlecht geht, dass sie Verluste erleiden, dass sie schwere Niederlagen erlitten haben, freuen wir uns oder haben wir echtes, aufrichtiges, nicht geheucheltes, aufrichtiges Mitleid, dass es diesen Menschen schlecht geht?
[5:30] Das ist, wie Jesus fühlte, als er auf Jerusalem blickte, die Menschen sah, die ihn umbringen lassen würden, und trotzdem weinte er um sie.
[5:42] Und David sprach zu dem jungen Mann, der ihm dies berichtet hatte: Wo bist du her? Er sprach: Ich bin der Sohn eines Fremdlings, eines Amalekiters. Und David sprach zu ihm: Wie? Du hast dich nicht gefürchtet, eine Hand an den Gesalbten des Herrn zu legen, um ihn zu verderben? Und David rief einen seiner jungen Männer und sprach: Tritt herzu und schlag ihn! Und er schlug ihn, dass er starb. Da sprach David zu ihm: Dein Blut sei auf deinem Haupt, denn dein Mund hat gegen dich selbst gezeugt und gesprochen: Ich habe den Gesalbten des Herrn getötet.
[6:22] Hier stirbt ein Mensch, einen der unnötigsten Tode, der in der Bibel berichtet worden sind. Er stirbt, weil er sich mit einer Sünde gebrüstet hat, die er nicht einmal begangen hatte. Das alles, weil er völlig falsch eingeschätzt hatte, wie David auf den Tod seines Feindes reagieren würde.
[6:43] Es reicht nicht aus, den Feind als Feind zu interpretieren. Es reicht nicht aus, den guten König als den guten König zu identifizieren und dann vielleicht auch noch so einen grundsätzlichen Wunsch zu haben, einem guten König zu dienen. Wenn wir dabei nicht die Wesenszüge des guten Königs auch an den Tag legen, dann hilft uns das Identifizieren des Feindes nicht. Wie viele kennen heute aufgrund der biblischen Prophetie die Feinde Gottes? Und wie viele wissen auch, dass Jesus der wahre König ist, dass Gott gut ist, aber in ihrem Leben zeigen sie nicht die Feindesliebe, die Jesus in der Bergpredigt uns allen aufgetragen hat, sondern freuen sich mitunter noch über das Unheil der Gottlosen? Unter diesem Punkt, glaube ich, könnten wir etwas lernen und müssen wir etwas lernen. Denn wenn wir nicht den Charakter Jesu widerspiegeln, nützt uns auch die Identifikation von Gut und Richtig im großen Kampf nichts.
[7:46] Und David stimmte dieses Klagelied an über Saul und seinen Sohn Jonatan. Und er befahl, dass man die Kinder Judas das Lied von dem Bogen lehren sollte. Siehe, es steht geschrieben im Buch des Rechtschaffenen.
[8:03] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch diese ziemlich tragische und dramatische Geschichte zu uns sprichst. Ich möchte dich bitten, dass du uns hilfst, dass wir nicht nur Gut und Richtig, Gut und Böse identifizieren, sondern dass wir auch deine Wesenszüge lernen. Du hast keinen Gefallen am Tod der Gottlosen. Herr Jesus, du hast geweint in Jerusalem. Gib, dass wir auch wieder so ein Verlangen haben, dass die, die falschen liegen, trotzdem irgendwie noch gerettet werden könnten, dass sie umkehren und dass wir traurig sind über jeden, der verloren geht. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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