In dieser Andacht zu 2. Samuel 6:18-7:17 beleuchtet Christopher Kramp Davids Demut und seine Freude am Gesetz Gottes, die sich in seiner unprätentiösen Haltung bei der Überführung der Bundeslade zeigt. Er kontrastiert dies mit Michals Verachtung und Sauls Hochmut. Der Kern der Botschaft liegt in Gottes Reaktion auf Davids Wunsch, ihm einen Tempel zu bauen: Gott verspricht David stattdessen, ihm ein ewiges „Haus“ – eine Dynastie – zu bauen, die in Jesus Christus ihre ultimative Erfüllung findet.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Samuel 6:18-7:17
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 348. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns segnen möchtest, dass du das Allerbeste für uns möchtest. Wir möchten dich bitten, dass wir auch verstehen, wie wichtig es ist, dass wir wirklich nach deinem Wort leben und das tun, was du gesagt hast und uns nicht von der Welt und anderen Meinungen beeinflussen lassen, dass wir uns nicht über dein Wort hinwegsetzen. Herr, hilf mir und jedem Einzelnen von uns, dass wir so eine Geisteshaltung bekommen, dass wir jede einzelne Vorschrift, die du uns zeigst, gerne umsetzen, weil es gut für uns ist und da wir dir glauben. Und Herr, so bitten wir dich, dass du jetzt auch durch dein Wort zu uns sprichst und den Segen schenkst, den du durch den Heiligen Geist uns geben möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:25] Wir sind in 2. Samuel Kapitel 6. David überführt die Bundeslade nach Jerusalem, nachdem es das erste Mal gescheitert ist, weil man es nicht so durchgeführt hat, wie Gottes Wort es gesagt hat. Gelingt es das zweite Mal und David freut sich. Es ist ein Freudenfest. Nur Michal, aus dem Fenster schauend, verachtet ihren Mann.
[1:48] Wir lesen den Vers 18: „Und als David die Brandopfer und Friedensopfer vollendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen. Und er ließ dem ganzen Volk, der ganzen Menge Israels, Männern und Frauen, jedem einen Brotkuchen, einen Dattelkuchen und einen Rosinenkuchen austeilen. Dann ging das ganze Volk fort, jeder in sein Haus.“
[2:10] Das ganze Volk Israel sollte mit der Bundeslade, das heißt mit dem Gesetz Gottes, etwas Wunderschönes verbinden. Es war ein Freudenfest gewesen. Für sie war der Gedanke an die Bundeslade verbunden mit tollen Erinnerungen, mit etwas, was dem Herzen gutgetan hat. Woran denkst du? Woran denken wir, wenn wir an die Bundeslade denken, im himmlischen Heiligtum, an das ewig gültige Gesetz, das dort aufbewahrt wird? Denken wir auch mit einer solchen Herzensfreude daran, so wie die Israeliten hier an die Bundeslade in Israel mit Herzensfreude zurückdachten, weil sie dieses Freudenfest für sie gemacht haben. Für Gott natürlich.
[2:55] Als aber David umkehrte, um sein Haus zu segnen, da ging Michal, die Tochter Sauls, David entgegen und sprach: „Welche Ehre hat sich heute der König erworben, dass er sich heute vor den Augen der Mägde seiner Knechte entblößt hat, wie sich nur eine der leichtfertigen Leute entblößen kann!“ Gemeint ist hier nicht, dass David irgendwie nackt gewesen wäre, sondern dass er sich ganz ohne Standes-Unterschied wie ein ganz gewöhnlicher Mann gekleidet hatte. Er hatte auf Abzeichen und äußere Zurschaustellung seiner königlichen Macht vollkommen verzichtet.
[3:28] Michal war erzürnt darüber, dass der König sich nicht standesgemäß gezeigt hatte. Aber wer wirklich von ganzem Herzen Gott liebt und ihm die Ehre geben möchte, der ein Gesetz im Mittelpunkt stellt, der verspürt keinen Drang zu zeigen, wie reich oder wie mächtig oder wie groß er ist, sondern der hat kein Problem damit, sich noch zu erniedrigen.
[3:49] Und hier sehen wir, wie sehr die Freude über das Gesetz Gottes und die Bereitschaft, sich anderen gleich zu stellen im Rang, sich zu erniedrigen, eng verbunden ist. Es gibt uns eine Idee auch, wie eng das im Herzen von Gott verbunden ist. Denn Jesus – David ist hier ein gewisser Typus auf Jesus, der sich auch so wie das Gesetz Gottes gefreut hat und immer freut und der bereit war, seine königliche Macht nicht zur Schau zu stellen, als er hier auf Erden mitten unter uns gewesen ist.
[4:24] David aber sprach zu Michal: „Vor dem Herrn, der mich vor deinem Vater und vor seinem ganzen Haus erwählt und mir befohlen hat, Fürst über das Volk des Herrn, über Israel zu sein, vor dem Herrn will ich spielen! Und ich will noch geringer werden als diesmal und niedrig sein in meinen Augen. Und bei den Mädchen, von denen du gesprochen hast, will ich eine Ehre erwerben.“
[4:48] David sagt: „Ich war noch gar nicht demütig genug. Ich will mich noch weiter erniedrigen.“ Und damit zeigte er, dass er in Hinsicht genau die entgegengesetzte Grundhaltung hatte, wie sie Saul gehabt hat, der um seinen eigenen Rang gefürchtet hat, der eifersüchtig wurde, als David besungen wurde, der unbedingt seine Macht an seiner Macht klammerte und vor den Ältesten geehrt werden wollte. Hier sehen wir, warum eigentlich David für Gott geworden ist, weil er genau eben nicht an der Macht klebt und damit war er für Gott der geeignete Kandidat unter anderem. Michal aber, die Tochter Sauls, hatte kein Kind bis zum Tag ihres Todes.
[5:31] Und das geschah, als der König in seinem Haus wohnte und der Herr ihm Ruhe gegeben hatte vor allen seinen Feinden ringsherum. Da sprach der König zu dem Propheten Nathan: „Sieh doch, ich wohne in einem Haus aus Zedernholz, aber die Lade Gottes wohnt unter Teppichen.“ Und Nathan sprach zum König: „Geh hin und tu alles, was dir am Herzen liegt, denn der Herr ist mit dir.“
[5:53] David hatte gesehen, er wohnt selbst in einem prächtigen Palast und die Bundeslade, Symbol der Gegenwart Gottes, war in einem Zelt. Und obwohl Gott ihnen befohlen hatte, hat David selbst diesen Wunsch verspürt, etwas zu tun. Zumal das ist eine Sache, die Gebote Gottes zu halten, die uns explizit gesagt hat. So eine andere Sache: Gott so selbst zu lieben, dass man ihm etwas geben möchte. Wir können natürlich Gott nie etwas geben, was er nicht selbst schon eigentlich hat. Diese Herzenseinstellung, etwas für Gott tun zu wollen, etwas, was über das hinausgeht, was unsere Pflicht ist, das macht echte Liebe aus. Aber es geschah in derselben
[6:37] Nacht, da ging das Wort des Herrn an Nathan so: „Geh hin und rede zu meinem Knecht, zu David: So spricht der Herr: Solltest du mir ein Haus bauen, dass ich darin wohne?
[6:46] Nathan war Prophet, aber auch er konnte als Mensch sich irren. Aber als Gott das ihm eine Vision zeigte, was wirklich Wahrheit ist, dann muss er seine eigene Meinung korrigieren, weil Gott zu ihm gesprochen hatte. „Denn ich habe in keinem Haus gewohnt von dem Tag an, als ich die Kinder Israels aus Ägypten heraufführte bis zu diesem Tag, sondern ich bin stets in einem Zelt und einer Wohnung umhergezogen. Wo ich auch immer umherzog mit allen Kindern Israels, habe ich auch jemals ein Wort geredet zu einem der Stämme Israels, dem ich gebot, mein Volk Israel zu weiden und gesagt: ‚Warum baut ihr mir kein Haus aus Zedernholz?‘ So spricht nun zu meinem Knecht David: So spricht der Herr der Heerscharen: Ich habe dich von der Weide hinter den Schafen weggenommen, damit du Fürst würdest über mein Volk, über Israel. Und ich bin überall mit dir gewesen, wohin du gegangen bist und habe alle deine Feinde vor dir her ausgerottet und dir einen großen Namen gemacht, gleich dem Namen der Gewaltigen auf Erden.“
[7:46] Hier in diesen Versen finden wir Gewaltiges. Wir finden die Demut Gottes, der Jahrhunderte lang sich nicht beschwert, dass er keinen Tempel bekommt, obwohl alle falschen Götter im Nahen Osten, im alten Orient, mit großen Tempeln ausgestattet waren, hat Gott mit einem Zelt vorlieb genommen. Er, der Einzige war, der wirklich ein real existierender, der echte Gott ist. Gott ist demütig. Er hatte sich in einem brennenden Dornbusch offenbart. Er, der als Zimmermann auf dieser Welt gelebt hat, auf einem Esel in die Stadt Jerusalem eingeritten ist. Er hat Jahrhunderte lang ein Problem gehabt, in einem Zelt zu wohnen.
[8:22] Und er hat David gesegnet. Er hat ihn berufen, er hat ihn gerettet und ihn groß gemacht. Gottes Bedürfnis war nicht, sich selbst groß zu machen, sondern David groß zu machen. „Und ich werde es für mein Volk Israel einen Ort bereiten und werde es einpflanzen, dass es dort bleiben und nicht mehr beunruhigt werden sollen. Und die Söhne der Bosheit sollen es nicht mehr bedrängen, wie zuvor. Sollte jetzt Zeiten wie zu Zeiten der Richter soll es nicht mehr geben, weil Gott durch einen gerechten König und durch sein Wirken das Volk segnen möchte.
[8:54] Seit der Zeit, als ich Richter über mein Volk eingesetzt habe. Und ich habe dir vor allen deinen Feinden Ruhe verschafft. So verkündigt dir nun der Herr, dass der Herr dir ein Haus bauen wird.“
[9:07] Das ist nicht ohne Ironie. David wollte dem Herrn ein Haus bauen, sondern: „Ich bau dir ein Haus.“ Und gemeint ist damit nicht einfach ein physisches Haus aus Zedern oder Ziegel. Gemeint ist, dass er ihm eine Dynastie bauen wird. Damals im alten Orient, gerade in jener Zeit, wurden die Königreiche oft nach den Gründern genannt. Es gibt dort die Tadini, das Haus des Tadini, das Haus des Akkus. Später, das wissen wir sogar aus der sogenannten Tel Dan Stele, ist auch das Königreich Juda „Bet David“ genannt worden.
[9:42] Das Haus Davids. Und genau das kündigt Gott an: Er, dass David nicht nur selbst König sein wird, sondern dass er eine Dynastie gründen wird. „Wenn deine Tage gefüllt sind und du bei deinen Vätern bist, so will ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leib kommen wird und ich werde sein Königtum befestigen.“
[9:59] Anders als Saul, der sozusagen erste Generation, dann wieder gestorben ist und sein Königreich nicht dauerhaft halten konnte übernächste Generation. „Der wird meinem Namen ein Haus bauen und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen.“ Damit ist natürlich in gewisser Weise Salomo gemeint, der den Tempel gebaut hat. Aber mehr noch, es heißt hier Vers 14: „Ich will sein Vater sein und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Tat begeht, will ich ihn mit menschlichen Ruten züchtigen und mit Schlägen der Menschenkinder strafen. Aber meine Gnade soll nicht von ihm weichen, wie ich sie von Saul weichen ließ, den ich vor dir beseitigt habe, sondern dein Haus und dein Königreich sollen ewig Bestand haben vor meinem Angesicht. Dein Thron soll auf ewig feststehen.“
[10:45] Und das führt weiter über Salomo hinaus. Hier wird dem David verheißen, dass der Sohn Davids das ewige Königreich besitzen wird. Und das ist niemand anderes als Gott selbst, der sich ankündigt. Jesus, der als Sohn Davids König der Könige und Herr der Herren sein wird für alle Ewigkeit, der den rechtmäßigen Thron Davids auf dem rechtmäßigen Thron Davids sitzt, ihm geerbt hat.
[11:22] David hat Gott gesucht und David ist gesegnet worden, so wie Abraham gesegnet worden ist als der Stammvater aller Gläubigen. Aus seinem Samen sollte der Messias kommen. So wird David hier gesegnet. Aus seinem Samen sollte der Messias kommen, der ewige König. Alle diese Worte und diese ganze Offenbarung teilte Nathan dem David mit.
[11:40] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir sehen dürfen, dass du viel mehr für uns tust, als wir jemals dir zurückgeben können. Und danke, dass wir sehen können, dass wenn wir etwas für dich tun wollen, wir dann erst richtig realisieren durch das Studium der Prophetie, der Offenbarung, dass du Gewaltiges für uns getan hast und tun wirst. Du hast David gesegnet und hast ihm gezeigt, wie du ihn in der Vergangenheit gesehen hast und hast ihn dann in der Zukunft weiter sehen wollen bis in alle Ewigkeit. Und Herr, so möchtest du auch, dass der Segen, der uns gilt heute bis in die Ewigkeit hineingeht, nämlich dadurch, dass wir uns mit dir verbinden, so wie David verbunden mit dir diesen Segen haben durfte. Wir möchten auch wir mit dir verbunden sein, Teil dieser Verheißung zu sein, dass auch wir die Gnadengüter Davids in unserem Herzen aufnehmen dürfen, so wie Jesaja 55 uns verheißen, Vers 3: „Die Gnadengüter Davids, die ewig sind.“ Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.