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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte Davids und Nathans aus 2. Samuel 12. Er analysiert das Gleichnis des Propheten Nathan und Davids Reaktion darauf, um die Schwere der Sünde und die Bedeutung echter Reue zu verdeutlichen. Der Sprecher betont Gottes kompromisslose Haltung gegenüber der Sünde, aber auch seine Bereitschaft zur Vergebung, wenn die Schuld aufrichtig bekannt wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seite 353. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns so sehr lieb hast, dass du uns auch deutlich warnst, wenn wir auf dem falschen Weg sind. Gib, dass wir deine Warnungen und die klaren Botschaften des prophetischen Wortes nicht als Angriff empfinden, sondern als wichtige, wichtige Warnung, damit wir nicht verloren gehen.

[1:04] Herr, sprich du auch heute durch den Heiligen Geist zu unserem Herzen. Und wenn wir in Sünde gerade leben, wenn wir gefangen sind in falschen Gewohnheiten, wenn wir uns unsere Sünde schön geredet haben, dann, Herr, dann sprich durch die Macht des Heiligen Geistes heute in unsere Herzen und zu Herzen, damit wir vor dir zerbrechen und unsere Sünden bekennen und du uns heilen kannst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:31] Wir sind in 2. Samuel Kapitel 12. David hat schwer gesündigt und hat seine Sünde nicht bereinigt, sondern immer weiter versucht, sie zu vertuschen, was immer neue Sünden und Gottlosigkeit eingeführt hat. Aber Gott hat ihn nicht aufgegeben. Er sendet den Propheten Nathan, um ihn durch ein Gleichnis zu retten und anzusprechen. Dieses Gleichnis handelt von zwei Männern: der eine ist reich, der andere arm.

[2:03] Wir lesen ab Vers 2: "Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder. Der Arme aber hatte nichts als ein einziges Lämmlein, das er gekauft hatte und ernährte es so, dass es bei ihm und mit seinen Kindern aufwuchs. Es aß von seinem Brot und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß und er hielt es wie eine Tochter."

[2:21] "Als aber ein Reisender zu dem reichen Mann kam, es reute ihn, von seinen eigenen Schafen, von seinen eigenen Rindern eines zu nehmen, um dem Wanderer, der zu ihm gekommen war, etwas zuzubereiten. Er nahm das Lamm des armen Mannes und bereitete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war."

[2:40] Es ist interessant, denn es zeigt, dass dort eigentlich drei Männer sind: ein Reisender, der Reiche und der Arme. Es ist der Reisende, der gerne essen möchte, aber es ist der Reiche, der sich entscheidet, den Hunger des Reisenden nicht mit dem zu sättigen, was ihm zur Verfügung steht, sondern sich etwas anderes zu nehmen. Möglicherweise – das ist nur eine Idee, die mir jetzt beim Studium kam – ist der Reisende hier letztlich ein Symbol für den Trieb Davids, der etwas haben wollte, der Sexualtrieb. Aber der reiche Mann, ein Bild für den Willen Davids, der sich jetzt hätte entscheiden können, eine Frau zu nehmen, die sowieso seine Frau gewesen ist. Stattdessen nimmt er eine Frau, die ihm nicht gehört, um deutlich zu machen, dass das Problem nicht einfach sein Trieb war, sondern seine Entscheidung, diesem Trieb zu folgen.

[3:47] "Da entbrannte der Zorn Davids sehr gegen den Mann und er sprach zu Nathan: 'So wahr der Herr lebt, der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes!'" Wir sehen die Sünde bei anderen immer viel leichter als bei uns. "Dazu soll er das Lamm vielfältig bezahlen, weil er dies getan und kein Erbarmen geübt hat."

[4:09] Da sprach Nathan zu David: "Du bist der Mann!" Das war schon Heldenmut von Nathan, dem König ins Angesicht zu sagen, dass er ein Mann des Todes ist. Denn David hat ja gerade gesagt: "Wer so etwas tut, ist ein Mann des Todes!" "So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet. Ja, ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, dazu die Frauen deines Herrn in deinen Schoß und habe das Haus Israel und Juda gegeben. Und wäre das zu wenig, so hätte ich noch dies und das hinzugefügt."

[4:46] Es war nicht einfach menschlicher Mut, der Nathan hier bewegt. Es war der Geist Gottes, der so kompromisslos ist und sagt: "Das ist Sünde! Du bist ein Sünder!" Wo immer Gottes Geist wirkt, wird Sünde nicht toleriert, nicht gutgeheißen, nicht unter den Teppich gekehrt, sondern deutlich angesprochen. Wo Gottes Geist ist, wird der Sünder geliebt, aber die Sünde wird, ohne um den heißen Brei herumzureden, direkt angesprochen: "Du bist der Mann!"

[5:17] Und wenn wir uns dem Wort Gottes unterstellen, dann werden wir alle schon gemerkt haben, werden es merken, dass der Geist Gottes in unser Herz sprechen wird und sagt: "Du bist die Frau, du bist der Mann!" Gott zeigt uns, was er alles für uns getan hat, und dann geht es weiter:

[5:40] "Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was vor seinen Augen böse ist? Urija, den Hethiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn aber hast du durch das Schwert der Ammoniter umgebracht."

[5:54] Gott kann die Dinge richtig beurteilen. Ein Beobachter hätte gedacht, dass Urija einfach durch einen feindlichen Soldaten umgekommen ist, aber Gott sieht alle Dinge, wie sie wirklich sind. Er sieht Ursache und Wirkung. Er wusste, dass der feindliche Soldat wahrscheinlich niemals den Urija so getötet hätte, wenn nicht David vorher all das orchestriert und geplant hätte. Gott sieht die wahren Schuldigen. Deswegen sollten wir uns auch mit Urteilen und mit Festlegung, wer an was schuld ist, zurückhalten, da wir nie genau wissen, was wirklich im Geheimen vor sich gegangen ist.

[6:32] "Nun soll auch von deinem Haus das Schwert nicht weichen, lediglich weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hethiters, genommen hast." Beachten wir: In Vers 9 sagt Gott: "Du hast das Wort des Herrn verachtet." In Vers 10 sagt er: "Du hast mich verachtet." Wer Gottes Wort verachtet, verachtet Gott selbst. Wir können nicht die Bibel verachten und gleichzeitig behaupten, mit Gott eine Beziehung zu haben. Wir können nicht Gottes Wort ignorieren und übertreten und für unwichtig erachten und gleichzeitig denken, dass wir mit Gott im Reinen sind. Gott sagt: "Wer sein Wort verachtet, der verachtet ihn."

[7:11] "So spricht der Herr: Siehe, ich will auf deinem eigenen Haus Unglück über dich erwecken und ich will deine Frauen vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, dass er am hellichten Tag bei den Frauen liegt." Genau das geschieht dann später, Jahre später, bei der Rebellion des Absalom. Wir werden dazu noch kommen im Laufe dieser Kapitel. "Denn du hast es heimlich getan, ich aber will diese Sache vor ganz Israel am hellichten Tag tun."

[7:36] Da sprach David zu Nathan: "Ich habe gegen den Herrn gesündigt." Ähnliches hatte Saul auch gesagt, als der Prophet Samuel zu ihm kommt in 1. Samuel 15. Aber damals hatte er gesagt: "Ich habe gesündigt, denn ich habe auf die Stimme des Volkes gehört." Er hatte zwar mit den Worten ein Bekenntnis abgelegt, aber sein Herz versuchte, sich zu entschuldigen und sich zu rechtfertigen und die Sünde anderen zuzuschieben.

[8:09] Der große Unterschied zwischen Saul und David ist nicht die Schwere ihrer Schuld. An dieser Stelle muss man sagen, dass David weitaus schwerer gesündigt hatte. Saul hat selbst in seinen schlimmsten Zeiten immer nur einen Menschen versucht umzubringen. David hat Urija umgebracht. Der Unterschied zwischen Saul und David ist, dass David seine Schuld anerkennt und wirklich bereut. "Ich habe gegen den Herrn gesündigt."

[8:38] Nathan sprach zu David: "So hat auch der Herr deine Sünden weggenommen. Du sollst nicht sterben." Das hätte Saul auch erleben können. David konnte Vergebung erhalten, weil er Buße getan hat und seine Schuld eingestand und bekannte, nicht Ausflüchte suchte, sondern eingestand, dass er schuld war, und Gott konnte ihm vergeben. Denn auch für diese Sünde würde Jesus am Kreuz von Golgatha sterben.

[9:19] "Doch weil du den Feinden des Herrn durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, so wird auch der Sohn, der geboren wurde, gewisslich sterben." Die Sache wurde mit der Zeit bekannt, und der König, der immer für den Namen des Herrn eingetreten war, der jetzt so schmählich Gottes Gebot übertreten hatte, der verlor an Autorität, an moralischem Einfluss im Volk Gottes und auch bei den Heiden. Und das führte dazu, dass Sünder sich bestätigt sahen, in ihrer Sünde festzuhalten, und vielmehr Sünde geschah durch diese eine Sünde Davids. Wir wissen gar nicht, welchen schlechten Einfluss wir auf andere ausüben, wenn wir an Sünde festhalten, auch wenn wir uns noch so sehr schön reden oder denken, niemand kriegt es mit. Wir müssen die Sünde aufgeben und zu Gott bringen.

[10:19] Und dann ging er heim. "Und der Herr schlug das Kind, das die Frau Urias dem David geboren hatte, sodass es todkrank wurde. Und David flehte zu Gott wegen des Knaben, und David fastete und ging hinein und lag über Nacht auf der Erde." Übrigens, diese ganze Geschichte hat er unter anderem in Psalm 32, natürlich auch ganz berühmterweise in Psalm 51 und noch in Psalm 132 verarbeitet. Und es lohnt sich vielleicht, noch einmal diese Psalmen zu lesen und auf sich persönlich anzuwenden.

[10:51] "Dann machten sich die Ältesten seines Hauses zu ihm auf und wollten ihn von der Erde aufrichten. Er wollte nicht und aß auch kein Brot mit ihnen. Und es geschah am siebten Tag, da starb das Kind." "Die Knechte Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, dass das Kind tot sei, denn sie dachten: 'Als das Kind lebendig war, redeten wir mit ihm, und er hörte nicht auf unsere Stimme. Wie viel mehr wird es ihm wehtun, wenn wir sagen: Das Kind ist tot!'"

[11:14] David sah, dass seine Knechte leise miteinander redeten. Da erkannte David, dass das Kind tot war. Und David sprach zu seinen Knechten: "Ist das Kind tot?" Sie sprachen: "Es ist tot." "Da hob sich David von der Erde, wusch und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des Herrn und betete an. Und er kam in sein Haus und verlangte, dass man ihm Brot vorsetze."

[11:35] Und da sprachen seine Knechte zu ihm: "Was hat das zu bedeuten, was du da tust? Als das Kind lebte, hast du um seinetwillen geweint und gefastet. Nun aber, da das Kind gestorben ist, stehst du auf und isst Brot?" Er sprach: "Als das Kind noch lebte, da habe ich gefastet und geweint, weil ich dachte: Wer weiß, ob der Herr mir nicht gnädig sein wird, sodass das Kind am Leben bleibt? Nun aber, da es tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde wohl zu ihm gehen, es wird aber nicht wieder zu mir zurückkehren."

[12:09] Nebenbei gesagt, interessanterweise auch ein guter Vers, der den Zustand der Toten beschreibt: Das Kind würde nicht mehr ihm erscheinen und zurückkehren. Es war jetzt tot und würde auch tot bleiben bis an den Tag, wo Gott es auferwecken würde, am Jüngsten Tag.

[12:24] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du allein weißt wirklich, was in unseren Herzen ist. Du allein weißt, was jeder einzelne von uns wirklich an Schuld noch hat, die unvergeben ist. Und Herr, wir danken dir, dass du mit deinem Wort, mit deinem Geist direkt zu uns sprichst, dass du unmissverständlich den Finger auf die Wunde legst. Und wir bitten dich heute, ich bitte dich für jeden einzelnen, der seine Schuld anerkennt, dass du uns genau diese Erfahrung der Erlösung schenkst, der Vergebung, die auch David haben durfte. Du bist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Wir dürfen dieselbe Erfahrung machen, die David in Psalm 32 und Psalm 51 beschreibt. Dafür danken wir dir im Namen Jesu.


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