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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp 2. Samuel 16:17-17:16, wo Husai Absalom mit listigem Rat täuscht, um König David zu schützen. Der Sprecher beleuchtet die problematischen Methoden Husais und Ahitofels klugen, aber sündhaften Ratschlag. Er warnt davor, menschliche Weisheit über Gottes Wort zu stellen, zeigt aber gleichzeitig, wie Gott selbst durch unvollkommene Menschen seine souveränen Pläne ausführt.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 360.

[0:39] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass wir in deinem Wort von dir und deinem Wesen erfahren und von deiner Bereitschaft, für uns zu leiden. Herr, lieber Vater, du hast gelitten, als Jesus am Kreuz starb, und Jesus hat für uns gelitten. Und jede Sünde der Welt, die geschieht, fügt dir noch mehr Leid zu. Und wir möchten dich bitten, dass du heute durch dein Wort zu uns sprichst und uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, damit wir dein Wesen noch besser verstehen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:20] Wir sind in 2. Samuel 16. Absalom ist mittlerweile in die Stadt Jerusalem eingezogen, und Husai, der Architer, der von David zurückgeschickt worden ist, um dort für David sich einzusetzen, undercover sozusagen, begrüßt Absalom und schauspielert eine Treue zu Absalom. Wir lesen in Vers 17: Absalom aber sprach zu Husai: Ist das deine Treue zu deinem Freund? Warum bist du nicht mit deinem Freund gezogen? Husai sprach zu Absalom: Keineswegs! Sondern wen der Herr und dieses Volk und alle Männer Israels erwählen, dem will ich angehören, und bei dem bleibe ich.

[2:05] Das ist schon ehrlich gesagt nicht besonders gut, was der Husai hier tut, dass er eben im Namen des Herrn eine Falschaussage macht. Wir dürfen bei solchen Geschichten nicht vergessen, dass die Bibel oft Dinge beschreibt, ganz real, wie sie gewesen sind, allerdings nicht, um uns zu zeigen, dass wir genauso handeln sollten. Wir sollten niemals eine Falschaussage aussprechen und schon gar nicht im Namen des Herrn.

[2:30] Auch wenn das vielleicht in Anführungsstrichen für einen guten Zweck ist. Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen, wie er uns retten kann, ohne dass wir seinen Geboten untreu sind.

[2:43] Und zum anderen: Sollte ich ihm nicht seinem Sohn dienen? Wie ich vor deinem Vater gedient habe, so will ich es auch vor dir tun. Und Absalom sprach zu Ahitofel: Was sollen wir tun? Und Ahitofel sprach zu Absalom: Geh zu den Nebenfrauen deines Vaters ein, die er hinterlassen hat, dass sie das Haus hüten. Dann wird ganz Israel erfahren, dass du dich bei deinem Vater verhasst gemacht hast, und die Hände aller, die mit dir sind, werden gestärkt. Da schlug man Absalom ein Zelt auf dem Dach auf, und Absalom ging vor den Augen von ganz Israel zu den Nebenfrauen seines Vaters ein.

[3:19] Die Idee, zu den Nebenfrauen seines Vaters einzugehen, ist ja schon in 1. Mose 49 von Jakob gegenüber seinem erstgeborenen Sohn Ruben stark verurteilt worden. Ahitofel ist zwar enorm klug, aber er rät zu einer Sünde. Und manchmal folgen wir dem Rat kluger Menschen, einfach nur, weil es politisch oder auf irgendeine intellektuelle Art und Weise für geraten, geraten zu sein scheint. In Wirklichkeit führt aber dieser Rat direkt in die Sünde, und zwar nicht nur die Sünde für Absalom, sondern auch in zu viel Leid für diese Nebenfrauen, die sich sicherlich gar nicht wehren konnten.

[4:08] Mit dieser Geschichte erfüllt sich auch die Prophezeiung, die Nathan David gegeben hatte, als er David mit seiner Sünde mit Batseba konfrontiert hatte, als er gesagt hatte – ihr könnt es ja noch mal nachlesen –, dass David das Ganze im Geheimen getan hatte, aber Gott entsprechend eine solche Sache vor ganz Israel kundtun würde. Ahitofels Rat galt nämlich in jenen Tagen so viel, als hätte man das Wort Gottes befragt. So galt jeder Ratschlag Ahitofels sowohl bei David als auch bei Absalom. Und hier sehen wir, wie gefährlich es ist, Menschen, die berühmt dafür sind, gute, kluge Antworten zu geben, auf ein Podest zu heben, wo sie nicht hingehören. Auch David hat Ahitofel offensichtlich überschätzt. Seine vielen klugen, weisen Sprüche haben dazu geführt, dass man in ihm also eine fast eine Art Orakel gesehen hat, seine Meinung auf ein Podest gestellt hat, wo sie niemals hingehörte. Egal wie klug oder geistlich oder intellektuell fähig ein Mensch auch sein mag, auch heute in unserer Gemeinde sollten wir ihn niemals an die Stelle setzen, an der Gott steht. Nur Gott kann uns wirklich alle Wahrheit zeigen, die wir brauchen. Nur Gottes Wort ist wirklich absolut zuverlässig. Nur Gott weiß, was unser Herz wirklich benötigt, und nur Gott soll unser einziger wahrer Lehrer sein.

[5:37] Und Ahitofel sprach zu Absalom: Lasst mich doch 12.000 Mann auswählen. Ich will aufmachen und David noch in dieser Nacht nachjagen.

[5:44] Ich werde dann über ihn kommen, während er müde und matt ist, und kann ihn in den Schrecken versetzen, sodass alles Volk, das bei ihm ist, flieht, und dann kann ich den König allein schlagen.

[5:54] So werde ich alles Volk dir zuwenden. Den Mann zu schlagen, indem du nachstellst, bedeutet nämlich so viel wie die Rückkehr aller Leute zu dir. Dann wird das ganze Volk Frieden haben. Das schien dem Absalom gut und auch allen Ältesten Israels. Aber Absalom sprach: Man rufe doch nach Husai, dem Architer, dass wir auch hören, was er zu sagen hat.

[6:12] Als Husai zu Absalom kam, sprach Absalom zu ihm: So und so hat Ahitofel geraten. Sollen wir seinen Rat ausführen, oder nicht? Wenn nicht, so rede du! Da sprach Husai zu Absalom: Es ist kein guter Rat, den Ahitofel diesmal gegeben hat.

[6:29] Und Husai sprach: Du kennst deinen Vater wohl und seine Leute und weiß, die Helden sind und voll wilden Mutes, wie eine Bärin auf freiem Feld, ihrer Jungen beraubt ist. Dazu ist dein Vater ein Kriegsmann, so dass er nicht bei dem Volk übernachten wird.

[6:44] Er hat sich wohl schon jetzt in irgendeiner Schlucht verborgen oder an einem anderen Ort. Wenn es dann geschieht, dass etliche von ihnen gleich am Anfang fallen, so wird jeder, der es hört, sagen: Es hat eine Niederlage unter dem Volk gegeben, das zu Absalom hält. Selbst wenn es jemand hört, der sonst tapfer ist und ein Herz hat wie ein Löwenherz, so wird er sicher verzagen, denn ganz Israel weiß, dass dein Vater stark und dass tapfere Leute bei ihm sind. Darum rate ich, dass ganz Israel von Dan an bis Beerscheba zu dir versammelt werden soll,

[7:15] Beerscheba ganz im Süden, Dan ganz im Norden. Das ist also die Idee, das gesamte Land so zahlreich wie der Sand am Meer ist, und dass du selbst mit ihnen in den Kampf ziehst. So wollen wir ihn überfallen, an welchem Ort wir ihn finden, und wir wollen über ihn kommen, wie der Tau auf die Erde fällt, dass wir von ihm und all seinen Leuten, die bei ihm sind, nicht einen einzigen übrig lassen. Zieht er sich aber in eine Stadt zurück, soll ganz Israel Stricke an diese Stadt legen und sie in den Bach hinunterschleifen, so dass noch nicht ein Steinchen mehr davon gefunden wird.

[7:47] Was aussieht wie ein ausgeklügelter Kriegsplan, war natürlich nichts weiter als der Versuch, David Zeit zu gewinnen, dass David sich in seinem Exil neu ordnen, neu strukturieren kann, um sich vorzubereiten. Denn eigentlich weiß natürlich Husai: Je mehr Zeit vergeht, desto besser kann sich David auf einen Angriff vorbereiten.

[8:08] Da sprachen Absalom und alle Männer Israels: Der Rat Husais ist besser als der Rat Ahitofels. Aber der Herr verfügte es so, dass der gute Rat Ahitofels zunichte wurde, damit der Herr das Unheil über Absalom brachte.

[8:22] Und Husai sprach zu Zadok und Abjatar, den Priestern: So und so hat Ahitofel dem Absalom und den Ältesten Israels geraten, ich aber habe so und so geraten.

[8:34] So sendet nun rasch und lasst David sagen: Bleib nicht über Nacht in den Ebenen der Wüste, sondern geh schnell hinüber,

[8:40] damit der König und das ganze Volk, das bei ihm ist, nicht verschlungen wird.

[8:44] Offensichtlich war Husai sich noch nicht ganz sicher, ob sein Rat wirklich auch Effekt und Erfolg haben würde.

[8:51] Interessant ist hier auch: Wir haben gesehen, dass Husai Mittel verwendet, die eigentlich im Licht der Bibel nicht wirklich ganz sauber sind und nicht wirklich unsere volle Bewunderung verdienen. Und trotzdem hat Gott an dieser Stelle auch seine Bemühungen geführt, und trotz seiner Fehler und trotz des mangelhaften, der mangelhaften Ausführung, hat es so geführt, dass der Rat Ahitofels zunichtegemacht worden ist.

[9:18] Was uns zeigt, dass Gott auch mit schwachen Menschen arbeitet, nicht um die Schwachheit, die sie zeigen, zu bestärken und sie gutzuheißen, aber um deutlich zu machen, dass wir nicht erst alles richtig machen müssen, bevor Gott uns in irgendeiner Weise gebrauchen kann. Und ich glaube, das kann uns auch Mut geben, dass Gott uns, schwach wie wir sind und viele Dinge, die wir noch zu lernen haben, die wir noch falsch machen, dass Gott uns jetzt schon gebrauchen kann und in diesem Prozess Schritt für Schritt führen kann und verändern kann.

[9:49] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel,

[9:53] wir haben gesehen, dass es nicht gut ist, Menschen auf ein Podest zu stellen, auf dem nur du stehen solltest. Bitte bewahre uns davor, wenn wir bestimmte Männer oder Frauen, Menschen, die uns nahe stehen oder von denen wir irgendwie gehört haben, die wir für besonders klug oder bibelfest halten, dass wir sie an eine Stelle rücken, an der nur du stehen darfst. Gib, dass wir uns niemals von Menschen völlig abhängig machen. Wir sind dankbar für jeden, der uns dein Wort näher bringt, aber wir möchten unter allen Umständen dich allein als unser einziges Oberhaupt haben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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