In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 2. Samuel 18:8-28. Er analysiert die tragischen Umstände von Absaloms Tod in der Schlacht und die widersprüchlichen Motive von Joab und einem loyalen, ungenannten Soldaten. Die Episode stellt auch Ahimaaz vor, einen hartnäckigen Boten, der trotz Widerständen die Nachricht vom Sieg überbringen will, und regt zum Nachdenken über Integrität und Gehorsam an.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Samuel 18:8-18:28
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 362. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich um Vergebung bitten, wenn wir Menschen zu sehr erhöht haben, wenn wir die Meinung eines anderen Menschen als so autoritativ gesehen haben, dass wir darüber vergessen haben, dein Wort zu befragen, dich um Rat zu bitten.
[0:57] Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, dass wir keinen Menschen so erhöhen und ihn damit in seinen eigenen Ruin treiben, sondern dass wir dich allein erhöhen, weil du König der Könige und Herr der Herren bist, weil du alles weißt und niemand uns so lieb hat wie du. Dafür danken wir dir, dass du heute durch dein Wort zu uns sprechen möchtest. Im Namen Jesu. Amen.
[1:22] Wir sind in 2. Samuel 18. Es kommt im Wald von Ephraim zur Entscheidungsschlacht zwischen den Truppen Absaloms und Davids. Der Herr schlägt in einer großen Schlacht 20.000 der Truppen Absaloms.
[1:45] David hatte im Vorfeld allen drei Generälen seiner Armee vor dem gesamten Volk deutlich gemacht, dass sie Absalom lebendig fangen sollten. Wir lesen den Vers 8: „Und die Schlacht breitete sich dort über das ganze Land aus, und der Wald fraß mehr unter dem Volk als das Schwert an jenem Tag.“ Absalom aber wurde von den Knechten Davids gesehen, Absalom nämlich auf dem Maultier. Als nun das Maultier unter die dichten Zweige einer großen Terebinthe kam, da blieb er mit dem Kopf in der Terebinthe hängen, sodass er jetzt zwischen Himmel und Erde schwebte. Denn das Maultier lief unter ihm weg. Wir hatten ja schon an anderer Stelle gesehen, dass er so enorm langes und, obwohl auch dickes Haar, schweres Haar gehabt hat.
[2:35] Ein Mann, der berichtete Joab, sprach: „Siehe, ich sah Absalom mit einer Terebinthe hängen.“ Da sprach Joab zu dem Mann, der den Bericht gegeben hatte: „Siehe, doch, wenn du das gesehen hast, warum hast du ihn nicht auf der Stelle zu Boden geschlagen? So könnte ich dir jetzt zehn Silberlinge und einen Gürtel geben.“ Das zeigt die Gesinnung des Joab. Der Mann aber sprach zu Joab: „Und wenn ich 1000 Silberlinge auf meine Hand bekommen würde, so wollte ich dennoch meine Hand nicht an den Sohn des Königs legen. Denn der König hat dir und Abischai und Ittai vor unseren Ohren geboten und gesagt: ‚Gebt acht, wer es auch sei, auf den Jungen, auf Absalom.‘ Hätte ich aber heimtückisch sein Leben gehandelt, so bliebe doch gar nichts dem König verborgen, und du selbst hättest mir nicht beigestanden.“ Ganz interessanter Mann.
[3:21] Wir kennen nicht mal seinen Namen, aber hier ist jemand, der selbst für viel Geld das Gebot des Königs nicht übertreten wollte, der nicht einfach die Gelegenheit ergreifen wollte, sondern der treu zu dem stand, was ihm aufgetragen worden war. Joab war aus anderem Holz geschnitzt. Joab hatte mehr persönliche Rachegefühle, aber diese Worte dieses ungenannten Soldaten müssen eigentlich ein scharfer Tadel gewesen sein für Joab. Manchmal werden wir auf ganz unerwartete Weise von Menschen getadelt, indem ihre Rechtschaffenheit, ihre Aufrichtigkeit unsere eigentlichen Motive aufdeckt. Von diesem Mann kann man einiges lernen. Joab aber sprach: „Ich kann nicht so lange bei dir warten.“ Und nahm drei Spieße in seine Hand und stieß sie Absalom ins Herz, als er noch lebend in der Terebinthe hing. Statt darauf zu hören, was dieser ungenannte Soldat ihm sagte, als er ihn daran erinnerte, dass Davids Wunsch gewesen war, hatte er keine Zeit dafür, will das nicht hören, sondern sieht nur die Gelegenheit, sich zu rächen. Absalom hatte ja nicht unbedingt freundlich mit Joab, ist nicht unbedingt freundlich mit ihm umgegangen. Er hat ihm das Feld verbrannt, das haben wir zuvor gelesen. Obwohl Joab sich so sehr für Absalom eingesetzt hat, er hat offensichtlich einen persönlichen Groll auf Absalom gehabt und jetzt die Gelegenheit genutzt, ihn umzubringen. Und wir haben ja schon gesehen, auch im Fall von Abner, dass Joab nicht zurückgeschreckt hat.
[4:59] Danach umringten ihn zehn junge Männer, Joabs Waffenträger, und schlugen Absalom noch vollends tot. Und Joab stieß in das Horn und rief das Volk von der Verfolgung Israels zurück. Denn Joab wollte das Volk schonen, es war ja ein Kampf gegen den Usurpator Absalom, nicht gegen das Volk selbst. Sie nahmen aber Absalom, warfen ihn im Wald in eine große Grube und richteten einen sehr großen Steinhaufen über ihm auf. Ganz Israel war geflohen, jeder zu seinem Zelt. Absalom aber hatte zu seinen Lebzeiten eine Gedenksäule genommen und für sich aufgerichtet, die im Königstal steht. Denn er sprach: „Ich habe keinen Sohn, um meinen Namen in Erinnerung zu halten.“ Und so nannte er die Gedenksäule nach seinem Namen, und man nennt sie das Denkmal Absaloms bis zu diesem Tag.
[5:43] Wahrscheinlich ist Absalom auch noch relativ jung gewesen, als er König geworden ist. Solche Gedenksteine, solche Stelen sind im Alten Orient ja gut bekannt. Wir kennen viele solcher Stelen aus Mesopotamien, von den Assyrern und den Babyloniern. Wir kennen solch eine Stele auch die vom moabitischen König Mesa etwas später. Sie haben leider bis heute noch keine solche Inschrift, solch eine Stele aus Israel gefunden. Aber dieser Text beweist, dass auch mindestens Absalom so etwas getan hat und dass man eine Zeit lang auch dieses Denkmal sehen konnte.
[6:18] Ahimaaz aber, der Sohn Zadoks, sprach: „Ich will doch hinlaufen und dem König die gute Botschaft bringen, dass der Herr ihm Recht verschafft hat von der Hand seiner Feinde.“ Das ist derselbe Ahimaaz, der die Spionagebotschaft aus Jerusalem zu David gebracht hatte. Joab sprach zu ihm: „Du bist heute kein Mann guter Botschaft. An einem anderen Tag kannst du eine gute Botschaft bringen. Heute aber kannst du keine gute Botschaft bringen, denn der Sohn des Königs ist tot.“ Er ist ein Mann, der möchte unbedingt eine gute Botschaft, man könnte fast sagen, ein Evangelium zu verkündigen. Aber Joab sagt, er soll das nicht tun. Aber zu dem Kuschiten sprach Joab: „Geh hin, melde dem König, was du gesehen hast.“ Da verneigte sich der Kuschit vor Joab und lief davon.
[7:02] Wie würdest du dich fühlen, wenn du einen Auftrag ausführen möchtest, wenn du etwas tun möchtest, ein Projekt in der Gemeinde, eine Idee hast, das Evangelium voranzubringen, und man es dir verbietet und jemand anders wird damit beauftragt? Wahrscheinlich würden viele von uns zurückziehen und sagen: „Ich bin raus“ und sagen: „Ich will nichts mehr zu tun haben mit solch einer Gemeinde.“ Auch Ahimaaz war aus anderem Holz geschnitzt. Ahimaaz aber, der Sohn Zadoks, sprach nochmals zu Joab: „Wie es auch kommen mag, lass doch auch mich, immer mich, hinter dem Kuschiten herlaufen.“ Joab aber sprach: „Warum willst du denn laufen, mein Sohn? Dir wird doch kein Lohn für eine gute Botschaft zuteil.“
[7:38] Immer noch ist Joab zögerlich und versucht ihn zu bremsen. Aber es heißt hier in Vers 23: „Wie es auch kommen mag, ich will doch laufen.“ Da sprach Joab zu ihm: „So lauf!“ Und Ahimaaz lief den Weg der Jordan-Ebene und kam dem Kuschiten zuvor.
[7:53] Hier ist jemand, der freiwillig die Botschaft sagen möchte. Hier ist jemand, der mit Hartnäckigkeit diese Botschaft sagen möchte, der sich nicht leicht abwimmeln lässt, der sich nicht von einem Nein sofort entmutigen lässt. Jemand, der offensichtlich auch sehr klug ist, nun den besten und schnellsten Weg kennt und entsprechend den Kuschiten sogar überholt.
[8:18] David aber saß zwischen den zwei Toren, und der Wächter ging auf das Dach des Tores zur Mauer hin und hob seine Augen und sah sich um, und siehe, da lief ein Mann allein. Da rief der Wächter und meldete es dem König. Der König aber sprach: „Ist er allein, so ist eine Botschaft an seinem Mund.“ Und er kam immer näher.
[8:32] Der Wächter sah einen anderen Mann laufen und rief zum Tormieter und sprach: „Siehe, ein Mann läuft allein.“ Der König aber sprach: „Der ist auch ein Bote.“ Der Wächter sprach: „Mir scheint, der erste Läufer sei Ahimaaz, der Sohn Zadoks.“ Da sprach der König: „Er ist ein guter Mann und bringt gute Botschaft.“ Nicht nur hat er den Kuschiten überholt, er hat ihn so sehr überholt, dass er eine ferne Zeit lang alleine sichtbar am Horizont war. Er hatte ihn weit überholt, er war schneller. Er war gewandt, er war ja freiwillig unterwegs, und er hatte einen guten Ruf. Selbst der König wusste, er sei ein guter Mann. Ahimaaz aber sprach zum König: „Friede!“
[9:11] Dann warf er sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde nieder und sprach: „Gelobt sei der Herr, dein Gott, der die Leute dahin gegeben hat, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben.“
[9:23] Hier ist ein Mann, der freiwillig die Botschaft vom Sieg verkünden möchte, der sich nicht abwimmeln lässt von einem Nein, der unbedingt gehen möchte, der den schnellsten Weg kennt, der schneller ist als andere.
[9:40] Die Frage wird sein: War Ahimaaz auch ein guter Bote? Das werden wir in der nächsten Andacht sehen. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns hilfst, treu zu dir zu sein, dass wir auch nicht um viel Geld und großen Lohn Dinge tun, von dem wir wissen, dass sie falsch sind. Schenke uns echte Integrität und echte Aufrichtigkeit in unser Herz. Das bitten wir im Namen Jesu.
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