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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp die Reaktion König Davids auf den Tod seines Sohnes Absalom, wie in 2. Samuel 18:29-19:16 beschrieben. Er beleuchtet die unterschiedlichen Botschaften von Achimaaz und dem Kuschiter und betont die Wichtigkeit, auch schmerzhafte Wahrheiten taktvoll zu übermitteln. Das Video mahnt davor, sich von Trauer so überwältigen zu lassen, dass man den Blick für die Realität und die Unterstützung der Mitmenschen verliert.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“. Heute mit Seite 363. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du uns berufen hast, eine Botschaft in die ganze Welt zu bringen, eine gute Botschaft, ein Evangelium, eine Botschaft vom Sieg, den du errungen hast über die Mächte der Finsternis. Und Herr, wir danken dir, dass wir diese Botschaft immer besser kennenlernen dürfen. Wir möchten dich aber heute ganz besonders bitten, dass wir nicht auf unsere Bereitschaft, unsere Fähigkeiten, die du uns gegeben hast, so sehr schauen, sondern dass wir heute wirklich lernen, worauf es ankommt, wo es am Ende wirklich ankommt, um ein Bote zu sein, den du gebrauchen kannst. Ja, ich möchte dich bitten für mich und für jeden, der dieses Video sieht, dass du direkt zu unserem Herzen sprichst, weil du es versprochen hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:33] Wir sind in 2. Samuel 18. Obwohl David genau das verboten hatte, hat Joab den Absalom in der Schlacht im Wald von Ephraim im Baum hängend getötet und dann töten lassen.

[1:46] Nachdem die Schlacht vorbei ist, gibt es einen jungen Mann, der gerne die Botschaft vom Sieg zu David bringen möchte. Sein Name ist Achimaaz, den wir schon als Boten auch aus Jerusalem zu David kennen. Doch Joab hat ihm verweigert, zunächst diese Botschaft zu bringen. Stattdessen einen Kuschiter, einen Ausländer, beauftragt, diese Botschaft zu bringen. Aber Achimaaz wollte unbedingt diese Botschaft doch zu David bringen, und nach mehrmaligem Insistieren wird er dann doch als zweiter Bote geschickt. Er kennt einen besseren Weg und überholt sogar den Kuschiter, so sehr, dass er am Anfang am Horizont alleine gesehen wird. Als guter Bote Davids ist er bekannt, der König schätzt ihn. Und er kommt zum König und berichtet ihm von dem wunderbaren großen Sieg über das Heer Absaloms. Wir lesen in Vers 29.

[2:42] Denn jetzt geht es ans Eingemachte. Vers 29: Der König aber fragte: „Geht es auch dem Jungen, dem Absalom, gut?“ Achimaaz aber sprach: „Ich sah ein großes Getümmel, als Joab den Knecht des Königs und einen Knecht sandte. Ich weiß aber nicht, was es war.“

[2:58] Liebe Freunde, wir haben eine Botschaft, die ist nicht nur schön, nicht nur eine Botschaft des Sieges, sondern eine Botschaft, die auch den Empfängern mitunter Schmerzen bereiten kann.

[3:10] Eine Botschaft, die zum Teil unangenehme Wahrheiten enthält. Und Gott kann uns letztendlich nur als Boten gebrauchen, wenn wir nicht nur willig, nicht nur bereit, nicht nur schnell und effektiv und und und ja, mit Eifer sind, sondern wenn wir auch bereit sind, zu den unangenehmen Aspekten, scheinbar unangenehmen Aspekten unserer Botschaft zu stehen, denen, wo wir das Gefühl haben: „Wenn wir das jetzt sagen, riskieren wir, schlecht behandelt zu werden, riskieren wir vielleicht, schlecht angeschaut zu werden.“

[3:50] Achimaaz wusste ja, dass schlechte Boten bei David – wenn auch aus anderen Gründen, die meinten, gute Boten zu sein – schon umgekommen sind. Sowohl in 2. Samuel 1, als der Amalekiter die Botschaft von Sauls Tod brachte, als auch später die beiden Boten, die den Kopf von Isch-Boschet mitbrachten. Achimaaz bekam Angst und plötzlich tat er so, als wüsste er es nicht genauer, verliert sich ins vage Ungewisse, obwohl er es genau weiß. Und David hat für ihn keine Verwendung. Und der König sprach: „Tritt zur Seite und stelle dich hierher.“ Er trat zur Seite und blieb stehen. Siehe, da kam der Kuschiter und sprach: „Mein Herr, der König, lass dich frohe Botschaft bringen, denn der Herr hat dir heute Recht verschafft von der Hand aller, die sich gegen dich auflehnten.“ Der Kuschiter war nicht freiwillig gegangen, hatte einfach einen Auftrag ausgeführt, er das schnellste kannte, nicht den schnellsten Weg, aber er hatte etwas, was Achimaaz nicht hatte. Der König aber sagte dem Kuschiter: „Geht es auch dem Jungen, dem Absalom, gut?“

[4:53] Der Kuschiter sprach: „Möge es den Feinden meines Herrn, des Königs, und allen ergehen, die sich gegen dich auflehnen, um Böses zu tun!“

[4:59] Dieser Kuschiter hat die Wahrheit gesagt, aber nicht auf eine besonders drückende Weise, um David noch mehr Schmerzen zuzufügen. Auf eine sehr feine, sehr taktvoll Art und Weise hat er ihn daran erinnert, wie sehr Absalom sein Feind gewesen ist. Er hätte auch genau beschreiben können, in jedem Detail, wie Absalom im Todeskampf gewesen ist, wie ihm Joab den Speer ins Herz gestoßen hätte. Aber das macht er nicht. Er will keine unnötigen Schmerzen dem David bereiten, aber er will ihm auch nicht die lebenswichtige Botschaft vorenthalten, die dem David aber Schmerzen bereiten wird.

[5:43] Und so haben auch wir in unserer Botschaft Wahrheiten, die durchaus auch Schmerzen bereiten, aber die lebenswichtig sind. Und diese Botschaften sollen wir taktvoll weitergeben, nicht noch übertreiben, nicht noch zusätzlich Schmerzen verursachen, aber eben auch nicht wie Achimaaz damals irgendwie verschleiern und so tun, als hätten wir darüber keine Ahnung. Der Kuschiter ist einer der bemerkenswertesten Männer der ganzen Bibel, und ich wünsche mir, in meinem Leben noch mehr so zu sein wie der Kuschiter.

[6:15] Und David wurde der König sehr bewegt, und er ging hinauf ins Obergeschoss im Tor und weinte. Und im Gehen sprach er: „Mein Sohn Absalom, mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben, Absalom, mein Sohn, mein Sohn!“ Und es wurde Joab berichtet: „Siehe, der König weint und trägt Leid um Absalom.“ So wurde an jenem Tag dem ganzen Volk der Sieg zur Trauer, denn an jenem Tag hörte das Volk, der König trauert um seinen Sohn. Und das Volk stahl sich an jenem Tag in die Stadt hinein, wie ein Volk sich wegstiehlt, das sich schämen muss, weil es im Kampf geflohen ist. Der König aber hatte sein Angesicht verhüllt. Der König schrie laut: „Mein Sohn Absalom, Absalom, mein Sohn, mein Sohn!“ Seine Emotionen waren enorm, und zu einem gewissen Grad kann man sie auch gut nachvollziehen. Er hatte schon wieder ein Kind verloren.

[7:12] Nicht der erste Sohn, der gestorben war. Aber David ließ sich so sehr von seinen Emotionen leiten, so sehr ist er in dieses tiefe Loch gefallen, dass er den Blick dafür verloren hat, was auch noch wichtig war im Leben. Doch das ist etwas, was uns passieren kann.

[7:27] Da kam Joab zum König ins Haus und sprach: „Du hast heute das Angesicht aller deiner Leute beschämt, die heute dir und deinen Töchtern, den Frauen und Nebenfrauen das Leben gerettet haben, weil du die liebst, die dich hassen, und hasst, die dich lieben. Denn du lässt heute merken, dass dir nichts gelegen ist an den Obersten und Knechten. Denn ich kenne heute wohl: Wenn Absalom lebte und die alle heute tot wären, das wäre ganz recht in deinen Augen.“ Indem sich David in diese schlimme Situation immer mehr hineinsteigerte und seinen Emotionen freien Lauf ließ, hat er den Blick verloren

[8:00] für all die Menschen, die zu ihm standen. Manchmal, wenn wir ein Leid erleben, wenn wir schlimme Nachrichten empfangen, dann stehen wir in der Gefahr, uns so sehr hineinzusteigern, über die natürliche Trauer, die auch tief sein kann, aber über die natürliche Trauer hinaus, dass wir vergessen, dass es auch Menschen gibt, die zu uns stehen, und vor allem einen Gott, der uns immer zur Seite steht.

[8:25] „So mache dich nun auf und gehe hinaus und rede freundlich mit deinen Knechten. Denn ich schwöre dir bei dem Herrn: Wenn du nicht hinausgehst, so wird kein einziger Mann diese Nacht bei dir bleiben. Und das wird schlimmer sein für dich als alles Unglück, das über dich gekommen ist von deiner Jugend an bis hierher.“ Es war zwar ein Sieg, aber trotzdem war das Königtum von David noch prekärer jetzt als je zuvor.

[8:45] Da machte sich der König auf und setzte sich ins Tor. Das gab man dem ganzen Volk bekannt und sprach: „Siehe, der König sitzt im Tor.“ Da kam das ganze Volk vor den König. Israel war geflohen, jeder zu seinen Zelten. Das ganze Volk in allen Stämmen Israels sprach sich und sprach: „Der König hat uns gerettet von der Hand unserer Feinde, und er hat uns aus der Hand der Philister erlöst. Nun aber musste er vor Absalom aus dem Land fliehen.“

[9:10] „Absalom, den wir über uns gesetzt hatten, ist im Kampf umgekommen. Warum sagt ihr dennoch nichts davon, dass ihr den König zurückholen wollt?“

[9:18] Da sagte der König David zu Zadok und Abjatar, den Priestern, und ließ ihnen sagen: „Redet mit den Ältesten Judas und sagt zu ihnen: ‚Warum wollt ihr die Letzten sein, den König wieder in sein Haus zu holen?‘ Das Gerede von ganz Israel ist vor dem König in sein Haus gekommen. Ihr seid meine Brüder, mein Gebein von Fleisch. Warum wollt ihr denn die Letzten sein, den König wieder herzuholen?‘ Und zu Amasa sprach er: ‚Bist du nicht mein Gebein und Fleisch? Gott tue mir dies und das, wenn du nicht dein Leben lang vor mir Heerführer sein wirst an Joabs Stelle!‘“ David hat genug von Joab und seinen Alleingängen und ist bereit, jetzt den General des ehemaligen Feindes Amasa zu seinem General zu machen.

[9:57] Joab muss das gehört haben. Und dann neigte der Herr das Herz aller Männer von Juda wie dasjenige eines Mannes, so dass sie zum König sandten und ihm sagen ließen: „Komm wieder! Du und alle deine Knechte!“ Da kam der König wieder, und als er an den Jordan kam, war Juda nach Gilgal gekommen, um den König entgegenzugehen und ihn über den Jordan zu führen.

[10:18] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich von ganzem Herzen bitten, dass du uns hilfst, wenn wir schlimme Nachrichten empfangen, wenn unser Leben überschattet ist, dass wir die Trauer aus deiner Hand nehmen und die Trauer so nutzen, wie du sie auch gedacht hast, als eine Möglichkeit, Leid zu verarbeiten. Aber dass du uns davor bewahrst, uns so sehr in das Leid hineinzusteigern, dass wir den Blick für die Realität verlieren und auch für all das, was trotz des Leides gut in unserem Leben ist. Und Herr, wir möchten dich auch bitten, dass du uns zu Menschen machst wie dem Kuschiter, der vielleicht nicht der schnellste war, nicht der hellste, der nicht einmal einen besonderen, überragenden Eifer verfügte, aber der mit Treue das ausführte, was ihm aufgetragen worden ist, und mit einem enormen Taktgefühl zur ganzen Wahrheit stand und nichts davon verfälscht hat. Er schenke uns doch so ein Herz, wie es der Kuschiter gehabt hat in dieser Situation. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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