In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Rückkehr König Davids nach Jerusalem aus 2. Samuel 19. Er analysiert Davids weisen Umgang mit Shimei, der ihn verflucht hatte, und Mephiboscheth, dessen Besitz von Ziba beansprucht wurde. Die Episode zeigt Davids außergewöhnliche Fähigkeit zur Vergebung und seine salomonische Urteilsfindung, sowie die Demut von Mephiboscheth und Barzillai. Kramp lädt dazu ein, von Davids Beispiel der Vergebung zu lernen.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Samuel 19:17-19:38
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“ heute mit Seite 364. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du uns Wahrheit offenbarst und dass wir Wahrheit weitergeben dürfen. Wir möchten dich von ganzem Herzen bitten, dass du uns, wie wir das letzte Mal gesehen haben, zu einem Menschen machst, wie es Christus gewesen ist, der bereit war, für die Wahrheit einzustehen, auch wenn es unangenehm gewesen ist, aber auf eine solche Art und Weise, dass es so liebevoll und taktvoll wie möglich rüberkam. Schenk uns diese Liebe zur Wahrheit und die Fähigkeit, Wahrheit in Liebe weiterzugeben. Herr, das bitten wir dich von ganzem Herzen. Sprich auch heute durch dein Wort uns, erfüll uns mit deinem Heiligen Geist nach seiner Verheißung und zeig uns Wahrheit, wie sie ist und deinen Charakter. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:36] Wir sind in 2. Samuel 19. David hat schwer über den Tod seines Sohnes Absalom getrauert, aber Joab hat ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er sich auch um das Volk kümmern soll. Schließlich gibt es ein großes Zögern, bis David wieder zurück nach Jerusalem geleitet wird und eine Botschaft von David ausgebreitet, dann den Weg, dass das Volk des Stammes Juda ihn wie ein Mann zurück in die Hauptstadt einlädt. Wir lesen weiter in Vers 17.
[2:08] Auch Schimei, der Sohn Geras, der Benjaminiter, eilte mit den Männern Judas hinab, dem König entgegen, und mit ihm 1000 Mann von Benjamin. Dazu Ziba, der Knecht des Hauses, samt seinen 15 Söhnen und 20 Knechten. Die bereiteten den Weg über den Jordan vor dem König her. Es fuhr nämlich eine Fähre hinüber, um das Haus des Königs überzusetzen und so dem König einen Gefallen zu erweisen. Da fiel Schimei, der Sohn Geras, vor dem König nieder, als dieser gerade über den Jordan fahren wollte, da genau dieser sich Staub aufgewirbelt hatte und Steine nach dem König geworfen hatte und ihn geflucht hatte, als David vor Absalom geflohen war. Und er sprach zum König: „Mein Herr, rechne mir die Missetat nicht zu und gedenke nicht an das Böse, das dein Knecht getan hat an dem Tag, als mein Herr, der König, Jerusalem verließ, sodass der König es sich zu Herzen nehme. Denn dein Knecht weiß wohl, dass ich gesündigt habe, und siehe, ich bin heute zuerst gekommen vor dem ganzen Haus Josef, um hinabzugehen, meinem Herrn, dem König, entgegen.“
[3:14] Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, antwortete und sprach: „Sollte er nicht sterben, weil er den Gesalbten des Herrn geflucht hat?“ Es war Abischai gewesen, der damals schon vorgeschlagen hatte, diesem Schimei den Kopf abzuschlagen. Immer noch ist dieser Geist der Rachsucht nicht nur bei Joab, sondern auch bei seinem Bruder Abischai deutlich zu sehen.
[3:34] David aber sprach: „Was habe ich mit euch zu tun, ihr Söhne der Zeruja, die mir heute zum Widersacher werden wolltet? Sollte heute jemand in Israel getötet werden? Weiß ich denn nicht, dass ich heute König über Israel geworden bin?“ Und der König sprach zu Schimei: „Du sollst nicht sterben!“ Und der König schwor ihm.
[3:57] Doch das ist eine besondere Eigenschaft von David. Er selbst hat Vergebung in seinem Leben von Gott erbeten und erfahren. Er selbst hatte ja schwer gesündigt und erlebt, dass Gott gut zu ihm gewesen ist. Und er, der Vergebung erlebt hat, weiß auch bereit Vergebung zu gewähren, obwohl das eine sehr schwere Sünde war und etwas, das ja seine Reputation und seine Ehre sehr in den Staub gezogen hatte, was der Schimei getan hatte. Aber wie wir gesehen haben, es war eigentlich besondere Größe von David, das damals zu tragen, oder besondere Größe hier, es gegen den Rat des Abischai, diesem Schimei zu vergeben.
[4:43] Interessant ist, dass wir noch einmal beobachten können, wie wir schon öfter in den früheren Kapiteln gesehen haben, dass David immer wieder dem Gruppendruck oder dem Einfluss mächtiger Freunde widerstanden hat, Feinde zu töten. Wir haben das schon gesehen in der Zeit, als er noch in den Höhlen und in der Wüste sich versteckt hat vor Saul, dass er immer wieder von seinen Freunden dazu gedrängt worden ist, Saul zu töten, seinen Widersacher. Und er hat das immer abgelehnt. Und das ist so ein Motiv, das wir immer wieder bei David sehen, dass, obwohl andere ihm raten, sich zu rächen, er diese Rache nicht ausführt.
[5:22] Mephiboscheth, Sauls Sohn, kam auch herab, dem König entgegen. Und er hatte weder seine Füße noch seinen Bart gepflegt, noch seine Kleider gewaschen, von dem Tag an, als der König weggegangen war, bis zu dem Tag, als er in Frieden wiederkehrte. Und es geschah, als er von Jerusalem dem König entgegenkam, da sprach der König: „Mephiboscheth, warum bist du nicht mit mir mitgezogen?“
[5:42] Wir erinnern uns an die Worte von Ziba, seinem Knecht, der behauptet hatte, dass Mephiboscheth in Jerusalem geblieben war, um dort, wie er angeblich meinte, das Königtum zu empfangen als Nachfahre von Saul. Er aber sprach: „Mein Herr und König, mein Knecht hat mich betrogen. Denn dein Knecht sprach: ‚Ich will mir einen Esel satteln.‘ Er konnte ja nicht selbst wirklich gut laufen, als Lahmer, ‚damit ich darauf reiten und mit dem König ziehen kann.‘ Denn dein Knecht Ziba hat mich verleumdet vor meinem Herrn, dem König, weil mein Herr, der König, ist wie ein Engel Gottes. Tu nur, was gut ist in deinen Augen.“
[6:18] Das heißt, Ziba hat wohl offensichtlich etwas Falsches behauptet und damit sich den Besitz des Mephiboscheth, der ja königlicher Besitz gewesen war, an sich gerissen. David hatte ihm diesen Besitz schon gegeben, konnte ihm denn jetzt wohl offensichtlich auch nicht so ohne Weiteres wieder nehmen, weil jetzt auch Wort gegen Wort stand.
[6:36] „Denn das ganze Haus meines Vaters war nichts anderes als Leute des Todes vor meinem Herrn, dem König. Und doch hast du deinen Knecht unter die gesetzt, die an deinem Tisch essen. Was habe ich noch weiter zu beanspruchen oder zum König zu schreien?“
[6:47] Da sprach der König zu ihm: „Warum redest du noch von deinen Angelegenheiten? Ich sage: Du und Ziba, ihr sollt den Landbesitz unter euch teilen.“ Mephiboscheth antwortete dem König: „Er mag auch alles nehmen, nachdem mein Herr, der König, in Frieden heimgekommen ist.“
[7:01] Eine ganz interessante Geschichte, die vielleicht in ihren Formulierungen Westeuropäern nicht immer gleich sofort sich erschließt, weil hier viele orientalische Wendungen auch dabei sind. Aber die letztlich zeigen, dass der König David ja eine salomonische Lösung findet, noch bevor Salomo existiert hat. Und da er nicht mehr selbst genau nachvollziehen kann, wer von den beiden jetzt die Wahrheit sagt und wer gelogen hat, er entsprechend dieses Erbe dann teilt. Und Mephiboscheth zeigt hier auch eine echte Demut, die nicht auf den eigenen Besitz sich fokussiert und einfach recht haben will, sondern deutlich machen möchte, zumindest einfach nur, dass er, so wie er es sagt, sich nicht dem König abgewandt hat, sondern eigentlich ganz treu gewesen ist.
[7:50] Und Barzillai, der Gileaditer, war von Rogelim herabgekommen, um mit dem König über den Jordan zu gehen, um ihn über den Jordan zu geleiten. Barzillai aber war sehr alt, 80-jährig, und er war es, der den König während seines Aufenthaltes in Mahanaim mit Speise versorgt hatte, denn er war ein sehr reicher Mann.
[8:06] Nun sprach der König zu Barzillai: „Du sollst mit mir hinüberziehen, und ich will dich in Jerusalem bei mir versorgen.“ Aber Barzillai sprach zum König: „Wie lange habe ich noch zu leben, dass ich mit dem König nach Jerusalem hinaufziehen sollte? Ich bin heute 80 Jahre alt. Könnte ich noch unterscheiden, was gut oder schlecht ist? Könnte dein Knecht etwa noch schmecken, was ich esse und trinke? Könnte ich noch hören, was die Sänger und Sängerinnen singen? Warum sollte so dein Knecht meinem Herrn, dem König, zur Last fallen? Dein Knecht würde nur auf kurze Zeit mit dem König über den Jordan gehen. Aber warum wollte mir der König eine solche Belohnung erweisen?“
[8:44] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir in unserem Leben schon so viel Vergebung erfahren durften, richtig. Und ich möchte dich bitten, dass wir immer wieder diese Vergebung, die du uns geschenkt hast, vor Augen haben, dass wir sie nicht vergessen und dass wir auch anderen Menschen, die uns vielleicht auch Schlimmes angetan haben, durch deine Kraft und durch deine Vergebung auch ihnen vergeben können, dass uns in dieser Hinsicht auch von David lernen lässt. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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