In dieser Episode der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp 2. Samuel 19:39-20:12. Er beleuchtet die fragile Rückkehr König Davids nach Jerusalem und die eskalierende Rivalität zwischen den Stämmen Juda und Israel. Die Predigt zeigt, wie diese Spannungen von Scheba für eine Rebellion ausgenutzt werden und wie Davids Heerführer Joab erneut zu brutaler Gewalt greift, um seine Position zu behaupten. Eine eindringliche Mahnung vor den zerstörerischen Kräften von Zwietracht und Machtgier im Volk Gottes.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Samuel 19:39-20:12
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:19] [Musik]
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Seite 365. Lasst uns gemeinsam beten:
[0:42] Lieber Vater im Himmel, wir möchten danke sagen, dass deine Gnade jeden Morgen neu ist und dass wir uns auf deine Vergebung und deine Barmherzigkeit verlassen dürfen.
[0:53] Wir möchten dich bitten, dass auch wir heute an diesem Tag durch die Erfahrung der Vergebung, die du uns schenkst, bereit sind, anderen Menschen zu vergeben.
[1:06] Und wir möchten dich bitten, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist zusprichst, dass dein Wort seine Kraft entfaltet und wir dich besser verstehen dürfen.
[1:16] Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:22] Wir sind in 2. Samuel 19. David wird mit einer Fähre vom Ost-Jordangebiet über den Jordan wieder nach Juda gebracht.
[1:33] Neben den Männern Judas sind einige besondere Menschen anwesend bei diesem Übergang. Das ist der Schimi, der um Vergebung bittet, und der Mephiboscheth, der deutlich macht, dass er betrogen worden ist durch seinen Knecht Ziba.
[1:48] Und es ist Barsillai, der in Machanaim David mit seinem Reichtum unterstützt und am Leben erhalten hat.
[1:59] Der jetzt allerdings das Angebot von David, mit nach Hause zu kommen, ablehnt mit Verweis auf sein hohes Alter.
[2:05] Wir lesen den Vers 38: "Lasst doch deinen Knecht umkehren, dass ich in meiner Stadt sterben kann beim Grab meines Vaters und meiner Mutter. Siehe, hier ist dein Knecht Kimham. Der soll mit meinem Herrn, dem König, hinüberziehen, und tu ihm, was gut ist in deinen Augen."
[2:22] Und der König sprach: "Kimham soll mit hinüberziehen, so will ich ihm tun, was gut ist in deinen Augen. Auch alles, was du von mir begehrst, das will ich für dich tun."
[2:30] Und als das ganze Volk den Jordan überschritten hatte, ging der König auch hinüber. Und der König küsste den Barsillai und segnete ihn. Darauf kehrte dieser wieder an seinen Ort zurück.
[2:43] Der König aber zog nach Gilgal hinüber, und Kimham ging mit ihm hinüber.
[2:47] Das ganze Volk von Juda hatte den König hinübergeführt, und auch das halbe Volk Israel.
[2:52] Und siehe, da kamen alle Männer von Israel zum König, und sie sprachen zum König: "Warum haben sich unsere Brüder, die Männer von Juda, weggestohlen und haben den König und sein Haus über den Jordan geführt und alle Männer Davids mit ihm?"
[3:04] Da antworteten alle Männer von Juda denen von Israel: "Weil der König uns näher steht. Und was könnt ihr wegen dieser Sache haben? Haben wir etwa auf Kosten des Königs gegessen oder hat er uns irgendein Geschenk gemacht?"
[3:15] Hier sehen wir, dass es eine fortwährende Rivalität gibt zwischen dem Stamm Juda und den anderen, den (vermutlich zehn) Stämmen Israels.
[3:23] Diese Rivalität, die geht vielleicht schon zurück auf die Zeit, als Isch-Boscheth über die Nordstämme regierte und David schon im Süden gewesen ist.
[3:35] Und sie scheint doch möglicherweise damit zusammenzuhängen, dass auch Absalom besonders die Nordstämme auf seine Seite gezogen hat.
[3:40] Diese Rivalität wird auch nicht mehr wirklich aufhören, auch wenn es eine Zeit des Friedens unter Salomo gegeben hat.
[3:45] Sondern sie wird dann später in dieser dauerhaften Trennung in ein Nord- und Südreich ganz neu ausbrechen. Und hier sehen wir ein bisschen auch, wie diese Rivalität zustande kommt.
[3:56] Aber die Männer von Israel antworteten den Männern von Juda und sprachen: "Wir haben zehn Anteile am König, und gelten auch bei David mehr als ihr. Warum habt ihr uns denn so gering geachtet? Haben wir nicht erst gesagt, wir wollten unseren König wiederholen?"
[4:10] Aber die Männer von Juda redeten noch härter als die Männer von Israel.
[4:12] Hier sehen wir eine Eskalationsspirale, die die Stämme auseinandertreibt, statt zusammenzuführen.
[4:18] Keiner von beiden Parteien ist bereit, aufeinander zuzugehen, sondern jeder behauptet sein eigenes Recht und sieht sich im Recht und sieht die Probleme beim anderen.
[4:27] Und das führt dazu, dass hier das Volk Gottes etwas auseinandergetrieben wird.
[4:31] Es kommt nicht zu einem dauerhaften Riss für die nächsten Jahrzehnte, aber hier sehen wir schon die Brüchigkeit, die später vollends reißt.
[4:40] Und doch gibt es jetzt schon in dieser Situation einen ersten, eine erste Andeutung dieses Bruchpotenzials.
[4:47] Es traf sich aber, dass dort ein nichtswürdiger Mensch namens Scheba war, ein Sohn Bichris, eines Mannes von Benjamin, also aus dem Stamm, aus dem ja zuerst eine Dynastie in Israel entstanden war, nämlich von Saul.
[5:01] Der stieß in das Schofarhorn und sprach: "Wir haben keinen Anteil an David, noch ein Erbe an dem Sohn Isais. Jeder von euch geht zu seinen Zelten, Israel!"
[5:08] Und hier sehen wir, wie innerhalb von zwei Versen der vor einem Vers genau die Idee umgekehrt wird.
[5:12] Vorher ist es: "Wir haben zehn Anteile am König", und jetzt: "Wir haben keinen Anteil an David."
[5:16] Wären vorher die Israeliten noch sich gestritten haben und gesagt haben: "Wir sind jetzt zehn Stämme und deswegen haben wir einen größeren Anteil am König", wird jetzt das Scheba hier behauptet er in seiner Propaganda, dass David nur der König von Juda sei und deswegen gar keine Autorität über Israel habe.
[5:33] Da zogen alle Israeliten von David weg und folgten Scheba, dem Sohn Bichris.
[5:37] Als die Männer von Juda ihrem König vom Jordan bis nach Jerusalem folgten.
[5:40] Hier sehen wir, wie fragil die Herrschaft von David letztendlich auch vor allem im Norden immer wieder auch gewesen ist.
[5:47] Als aber David zu seinem Haus in Jerusalem kam, da nahm der König die zehn Nebenfrauen, die er zurückgelassen hatte, damit sie das Haus hüten, und gab sie in Gewahrsam und versorgte sie.
[5:57] Er ging aber nicht mehr zu ihnen, und sie blieben eingeschlossen bis zum Tag ihres Todes, eine Witwenschaft zu Lebzeiten des Ehemannes.
[6:03] Und der König sprach zu Amasa: "Rufe mir alle Männer von Juda innerhalb von drei Tagen, und danach stelle dich hier wieder ein."
[6:10] Amasa bekommt seinen ersten großen Auftrag als neuer Heerführer Davids, da er eingesetzt worden ist.
[6:17] Und er ging hin, um Juda einzuberufen, aber blieb aus über den Zeitpunkt, den er ihm bestimmt hatte.
[6:22] Da sprach David zu Abischai: "Nun wird uns Scheba, der Sohn Bichris, mehr Schaden an als Absalom. Nimm du die Knechte deines Herrn und jage ihm nach, dass er nicht etwa feste Städte für sich gewinnt und so unseren Augen entkommt."
[6:40] David erkennt, dass, obwohl dieser Scheba selbst keine große Machtbasis eigentlich ursprünglich hatte, jetzt aufgrund der Zeit, die er gewinnt, möglicherweise sich festsetzen könnte und dass das Königreich in seiner Gänze auf Dauer in Gefahr sein könnte.
[6:57] Da zogen die Männer Joabs aus, ihm nach, und die Kereter und Peleter und alle Helden. Sie zogen aus von Jerusalem, um Scheba, dem Sohn Bichris, nachzujagen.
[7:07] Als sie aber bei dem großen Stein bei Gibeon waren, kam ihnen Amasa entgegen.
[7:09] Der war umhergezogen, um das Heer zum Aufbieten.
[7:15] Joab aber war mit seinem Waffenrock bekleidet, und darüber war der Gurt für das Schwert, der an seiner Hüfte in seiner Scheide befestigt war.
[7:23] Als Joab hervortrat, fiel es heraus.
[7:27] Und Joab sprach zu Amasa: "Geht es dir gut, mein Bruder?"
[7:29] Und Joab fasste mit seiner rechten Hand Amasa beim Bart, um ihn zu küssen.
[7:39] Fast so wie Judas ein paar Jahrhunderte später. Amasa achtete nicht auf das Schwert in Joabs Hand.
[7:41] Und der stach damit in den Bauch, dass sich seine Eingeweide auf die Erde ergossen.
[7:47] Und er starb, ohne dass Joab ihm noch einen Stich gab.
[7:49] Joab und sein Bruder aber jagten Scheba, dem Sohn Bichris, nach.
[7:55] Joab hatte Abner umgebracht, auf eine ganz ähnliche Art und Weise:
[8:04] ihn zurückgerufen, im Tor ihm zu einer privaten Unterredung eingeladen und dann kaltblütig ermordet.
[8:09] Er, der Absalom, der hilflos in der Terebinthe hing, ermordet hat, ermordet er jetzt Amasa, der ihn ersetzen sollte.
[8:18] Wiederum ermordete Joab.
[8:21] Joab war ein grausamer, brutaler Machtmensch.
[8:25] Ein Mord hat zum nächsten geführt.
[8:30] Es trat aber einer von den Burschen Joabs neben Amasa und sprach: "Wer an Joab gefallen hat und es mit David hält, der folge Joab!""
[8:39] Nachdem Amasa aber wälzte sich mitten auf der Straße in seinem Blut, und man sah, dass alle Leute dort stehenblieben.
[8:46] Da schaffte der Bursche Amasa von der Straße auf das Feld und warf Kleider auf ihn, weil er sah, dass alle Vorübergehenden stehenblieben.
[8:54] Es war ja ganz ungewöhnlich, dass der neue Heerführer hier blutend, sterbend auf dem Weg lag.
[8:58] Aber das sollte jetzt nicht mehr gesehen werden. Der Beweis wurde versteckt, und alle sollten jetzt Joab folgen.
[9:07] Joab hatte gar keinen Auftrag gehabt.
[9:10] Dieser sollte eigentlich für Abischai sein, aber Joab nimmt sich das, was er für sich selbst in Anspruch nimmt, nämlich die Heerführerschaft mit Gewalt wieder zurück.
[9:22] Wer mit Gewalt lebt, wird immer wieder zu Gewalt auch greifen.
[9:27] Lasst uns gemeinsam beten:
[9:31] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen danke sagen, dass du durch jede einzelne Geschichte in der Bibel zu uns sprichst.
[9:41] Und wir haben gesehen, wie sehr harte Worte zwischen Brüdern, in dem Fall zwischen den einzelnen Stämmen, dazu geführt haben, dass es zu einer Spaltung kam, im Volk Gottes, weil ein böser Mensch diese Spaltung ausgenutzt hat, um diese Spannung zwischen den Stämmen ausgenutzt, um eine völlige Spaltung zu bewirken.
[10:06] Herr, wir möchten dich bitten um Vergebung, wo wir durch harte Worte die Eskalation vorangetrieben haben und damit Spaltung im Volk Gottes bewirkt haben.
[10:15] Hilf uns, dass wir deinen Geist in unserem Herzen haben und Wahrheit und Liebe in unserem Leben zeigen.
[10:26] Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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