In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 1. Könige 2,7-28. Er analysiert die letzten Anweisungen Davids an Salomo und die darauf folgenden Ereignisse um Adonija, Abjatar und Joab. Der Sprecher betont die Bedeutung von Gottes Gnade und die Notwendigkeit einer echten Herzensveränderung, anstatt nur vor den Konsequenzen der Sünde zu fliehen.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Könige 2:7-2:28
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Könige, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 375.
[0:38] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Danke sagen für dein Wort, danke für die Kraft, die es enthält, und die Schönheit, die sich darin zeigt über deinen Charakter, Herr. Wir möchten dich bitten, dass du uns durch deinen Heiligen Geist befähigst, in deinem Wort zu handeln, dass du uns ein neues Herz schenkst, das von ganzem Herzen, mit ganzer Seele dich liebt und in deinen Wegen wandelt. Herr, darum bitten wir auch, dass du heute durch dein Wort wieder zu uns sprichst. All das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:13] Wir sind in 1. Könige Kapitel 2. David gibt kurz vor seinem Tod seinem Sohn Salomo, der bereits als König eingesetzt und gesalbt worden ist, einige letzte Anweisungen.
[1:28] In Vers 7 lesen wir: "Aber den Söhnen Barsillais, des Gileaditers, sollst du Güte erweisen, und sie sollen unter denen sein, die an deinem Tisch essen; denn ebenso hielten sie sich zu mir, als ich vor deinem Bruder Absalom floh. Und siehe, du hast bei dir Schimei, den Sohn Geras, den Benjaminiter von Bachurim, der mir bitter und schändlich fluchte zu der Zeit, als ich nach Machanaim ging. Als er aber dann an den Jordan herab mir entgegenkam, da schwor ich ihm bei dem HERRN und sprach: Ich will dich nicht mit dem Schwert töten. Nun aber lass du ihn nicht ungestraft, denn du bist ein weiser Mann und wirst wohl wissen, was du ihm tun sollst, damit seine grauen Haare mit Blut ins Totenreich hinunterbringst. Und David legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben in der Stadt Davids. Die Zeit aber, die David über Israel regierte, betrug 40 Jahre: sieben Jahre lang war er König in Hebron und 33 Jahre lang in Jerusalem."
[2:28] Die Geschichte von David ist eine der bemerkenswertesten Geschichten in der ganzen Bibel. Kaum ein anderer Charakter wird so ausführlich und so differenziert beschrieben wie David. Bei ihm sehen wir schonungslos alle Höhen und Tiefen des Lebens. Wir können sehr genau in seine Psyche, in seine emotionale Verfassung Einblick erhalten durch die vielen Psalmen, durch die Geschichten, die beschrieben werden. Und wir können darin einen Menschen erkennen mit all den Brüchen und Enttäuschungen, den Schwächen und Dummheiten, wie wir sie von uns selbst auch kennen. Und wir können daran aber darüber hinaus die Kraft der Gnade Gottes sehen, die Vergebung, die Wiederherstellung und die Barmherzigkeit Gottes, die David bis ans Ende getragen hat. Das Leben Davids zu studieren lohnt sich wirklich, weil sichtbar wird, wie Gott Menschen wie du und ich gebraucht für große Dinge, wie Sünde auch schwere Narben hinterlässt und wie Gottes Gnade trotz all unseren Fehlern uns trotzdem bis ans Ende führt und wiederherstellt.
[3:45] Und Salomo saß auf dem Thron seines Vaters David, und sein Königtum war fest gegründet. Adonija aber, der Sohn der Haggit, kam hinein zu Batseba, der Mutter Salomos. Und sie sprach: Kommst du auch in Frieden? Er sprach: Ja, hier in Frieden. Und er sagte: Ich habe mit dir zu reden. Und sie erwiderte: Rede! Und er sprach: Du weißt, dass das Königtum mir zukam und dass ganz Israel sein Angesicht auf mich gerichtet hatte, dass ich König sein sollte. Nun aber ist mir das Königtum entgangen und meinem Bruder zugefallen, denn es war ihm vom Herrn bestimmt.
[4:21] Ein ganz bemerkenswerter Satz, ein ganz bemerkenswerter Vers. Denn ganz offensichtlich sieht man, dass er es noch nicht verkraftet hat, dass er nicht König geworden ist. Gleichzeitig erweckt er den Eindruck, als ob er erkannt hat, dass es Gottes Wille sei und er sich dem fügen möchte. Wie wir sehen werden, ist es aber mit diesem Fügen nicht weit her.
[4:44] Nun habe ich eine einzige Bitte, weise mich nicht ab. Sie sprach zu ihm: Rede! Nun, er sagt: Sprich doch mit dem König Salomo, denn er wird dich nicht abweisen, dass er mir Abischag, die Schunemiterin, zur Frau gebe.
[4:58] Wir können uns erinnern: Das war die junge Frau, die im ersten Kapitel des Buches ausgewählt worden ist, um dem altersschwachen David zu dienen.
[5:06] Batseba sprach: Gut, ich will deinetwegen mit dem König reden. So kam Batseba hinein zum König Salomo, um mit ihm zu reden wegen Adonija. Der König stand auf und ging ihr entgegen und verneigte sich vor ihr und setzte sich auf seinen Thron. Und auch für die Mutter des Königs wurde ein Thron hingestellt, und sie setzte sich zu seiner Rechten. Und sie sprach: Ich habe eine kleine Bitte, weise mich nicht ab. Er sprach zu ihr: Bitte, meine Mutter, denn ich werde dich nicht abweisen. Sie sprach: Man gebe Abischag, die Schunemiterin, deinem Bruder Adonija zur Frau. Da antwortete der König Salomo und sprach zu seiner Mutter: Und warum bittest du für Adonija um Abischag, die Schunemiterin? Bitte für ihn auch um das Königreich, denn er ist mein älterer Bruder, sowohl für ihn als auch für Abjatar, den Priester, und für Joab, den Sohn der Zeruja!
[6:00] Salomo erkennt sofort, was hier eigentlich gespielt wird. Batseba ist nur ein unwissendes Instrument in einer Verschwörung, die immer noch nicht besiegt ist.
[6:14] Denn um Abischag zu bitten, bedeutete nach altorientalischem Rechtsdenken, dass Adonija erneut einen Anspruch auf das Königtum hier anmeldete. Salomo war sich bewusst, dass, weil Adonija ein älterer Bruder war, er durchaus ja vor dem Volk auch gewisse Chancen sich hätte ausrechnen können, wenn er jetzt nachweisen könnte, dass er eine Frau des ehemaligen Königs geheiratet hat. Obwohl wir gesehen haben in Kapitel 1, dass David keinen Umgang mehr hatte, keinen geschlechtlichen Umgang mit Abischag, hätte der Eindruck entstehen können, dass Adonija hier doch einen legitimen Anspruch auf den Thron hat.
[6:51] Und der König Salomo schwor bei dem Herrn und sprach: Gott tue mir dies und das, dieses Wort soll Adonija das Leben kosten! Er hatte sich an die Hörner des Altars gehalten, er hatte versprochen, ein rechtschaffener Mann zu sein, er hatte um Vergebung gebeten. Aber diese Tat zeigt, dass in seinem Herzen die Rebellion nicht aufgehört hatte. Er hatte zwar sich vor der Strafe geflüchtet, aber nicht sein eigentliches Ansinnen aufgegeben. Wie oft geschieht das in unserem Leben, dass wir vor der Strafe für die Sünde fürchten, aber das eigentliche Ansinnen, die eigentliche Ur-Rebellion im Herzen, nicht bereit sind aufzugeben.
[7:30] Adonija hat die Gnadenseite, die ihm gewährt worden ist, nicht genutzt. Mögen wir unsere Gnadenzeit, die Gott uns gewährt, wirklich nutzen und unser ganzes Herz ihm geben und nicht nur um Gnade flehen, sondern wirklich unser Herz verändern lassen.
[7:44] Und der König Salomo sandte Benaja, den Sohn Jojadas, dass der stieß ihn nieder, sodass er starb. Und zu dem Priester Abjatar sprach der König: Geh nach Anatot auf deine Felder! Du bist ein Mann des Todes, aber ich will dich heute nicht töten, weil du die Lade Gottes des Herrn getragen hast vor meinem Vater David und alles mitgelitten hast, was mein Vater gelitten hat. So verstieß Salomo den Abjatar, dass er nicht mehr Priester des Herrn sein durfte, wodurch das Wort des Herrn erfüllt wurde, das er in Silo über das Haus Elis geredet hatte. Nach vielen, vielen Jahrzehnten erfüllt sich hier eine Prophezeiung des Herrn. Und das Gerücht davon kam vor Joab. Denn Joab hatte zu Adonija gehalten, während er nicht zu Absalom gehalten hatte. Da floh Joab in das Zelt des Herrn und ergriff die Hörner des Altars.
[8:35] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir sehen, dass es in unserer Zeit auch eine Gnadenzeit gibt, die abläuft. Wir wissen, dass, bevor Jesus wiederkommt, irgendwann der Dienst im himmlischen Heiligtum zu Ende geht. Und die Zeit, die wir jetzt haben, die soll dazu dienen, dass unser Herz verändert wird, dass wir Vergebung erhalten und neue Gedanken, dass du dein Gesetz in unser Herz schreibst, damit sichtbar wird, dass wir die Vergebung wirklich verstanden haben und nicht wieder denselben Virus der Sünde in den Himmel bringen werden. Herr, möchte ich bitten von ganzem Herzen, dass du uns hilfst, dass wir wirklich aufrichtig mit unserem Herzen umgehen und es dir ganz geben, damit du es verändern kannst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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