In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Christopher Kramp 2. Könige 10:7-26. Er beleuchtet Jehus brutales Vorgehen, um die Dynastie Ahabs und die Baalspriester auszurotten und damit Gottes Prophetie zu erfüllen. Kramp warnt vor der Gefahr von Fanatismus, der über den göttlichen Auftrag hinausgeht. Er betont, dass die Verkündigung von Gottes Wort stets mit dem Charakter Jesu verbunden sein sollte.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Könige 10:7-10:26
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Könige, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite", heute mit Seite 422. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:40] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir sehen dürfen in unserem Leben und auch in dem Bibelstudium, dass dein Wort sich wirklich erfüllt. Manchmal dauert es einige Jahre oder Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte, aber dein Wort erfüllt sich immer genau so, wie du es gesagt hast. Schenke uns heute auch ein besonderes Vertrauen in die Kraft und die Zuverlässigkeit deines Wortes und gib, dass wir uns auf die prophetische Botschaft besinnen, die du uns auch für diese Zeit gegeben hast. Sprich du jetzt durch den Heiligen Geist zu uns, indem wir dein Wort lesen und darüber nachdenken, und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.
[1:23] Wir sind ins Zweite Könige Kapitel 10.
[1:29] Jehu hat sowohl den König des Nordreiches, Joram, als auch den König des Südreiches, Ahasja, getötet. Nachdem er sich auch die Treue des ganzen Machtapparates in der Hauptstadt Samaria gesichert hat, fordert er den Tod aller 70 Nachkommen Ahabs, um das Haus Ahabs, die Dynastie, vollständig auszurotten.
[1:55] Wir lesen ab Vers 7: „Und es geschah, als der Brief zu ihnen kam, da ergriffen sie die Königssöhne – das sind die Obersten und die Erzieher dieser Nachfahren und Nachkommen Ahabs – und töteten sie, 70 Mann, und legten ihre Köpfe in Körbe und sandten sie zu ihm nach Jesreel. Und als der Bote kam und es ihm berichtete und sprach: Sie haben die Köpfe der Königssöhne gebracht, da sprach er: Legt sie in zwei Haufen draußen vor das Tor bis zum Morgen. Und am Morgen, als er hinausging, trat er hin und sprach zu dem ganzen Volk: Ihr seid gerecht. Siehe, ich habe gegen meinen Herrn eine Verschwörung gemacht und ihn umgebracht. Wer aber hat diese alle erschlagen? So erkennt nun, dass kein Wort des Herrn auf die Erde gefallen ist, das der Herr gegen das Haus Ahabs geredet hat, sondern der Herr hat getan, was er durch seinen Knecht Elia geredet hat.“
[2:51] Hier ist ein König, der sich exakt auf die Prophetie bezieht, der die Erfüllung der Prophetie zeigt und der dadurch Vertrauen in das Wort Gottes stärken will, der aber gleichzeitig – zumindest hat man den Eindruck hier beim Lesen – nichts zugeben möchte, dass auch er es war, der nicht nur den König umgebracht hat, sondern auch die Ermordung all der anderen 70 Nachfahren initiiert hatte.
[3:18] Und Jehu erschlug in Israel alle Übriggebliebenen vom Haus Ahabs und seine Gewalt gegen seine Vertrauten und seine Minister, sodass ihm nicht einer übrig blieb, der ihm nahe war. Jeder, der irgendwie zu Ahab gehörte, wurde ausgelöscht.
[3:37] Danach machte er sich auf und zog nach Samaria. Unterwegs aber bei Bet-Eked der Hirten traf Jehu die Brüder Ahasjas, des Königs von Juda, also der gestorben war, und sprach: Wer seid ihr? Sie sprachen: Wir sind die Brüder Ahasjas und ziehen hinab, um die Söhne des Königs und die Söhne der Königin zu begrüßen. Jehu sprach: Greift sie lebendig! Und sie ergriffen sie lebendig und er schlachtete sie bei der Zisterne von Bet-Eked, 42 Mann, und er ließ nicht einen von ihnen übrig.
[4:10] Nicht nur versucht er, oder hat er das gesamte Haus Ahabs ausgelöscht, sondern hier sehen wir auch den Versuch, die Dynastie im Süden auszulöschen. Die Brüder, die Verwandten des Ahasjas, hier werden alle umgebracht. Das ist natürlich dramatisch, denn aus der Linie Davids, aus dem Haus Davids, soll ja der Messias kommen.
[4:39] Und als Jehu dort wegzog, fand er Jonadab, den Sohn Rechabs, dem er entgegenkam, und er grüßte ihn und sprach zu ihm: Ist dein Herz aufrichtig wie mein Herz mit deinem Herzen? Und Jonadab sprach: Ja. Wenn es so ist, so gib mir deine Hand. Und er gab ihm seine Hand, da ließ er ihn zu sich auf den Streitwagen steigen.
[4:55] Es ist interessant zu sehen, wie Jehu sich selbst sieht. Er sieht sich als aufrichtig und er sieht sich als Kämpfer für den Herrn. Wir haben schon gesehen, dass es durchaus einige fragwürdige Dinge in seiner Mission gibt und dass er hier die Könige, die Nachfahren oder die Verwandten des Ahasjas aus dem Süden auch umbringen lässt, obwohl Gott nichts mehr gesagt hat, zeigt, dass er hier eher über das hinausgeht, was Gott eigentlich von ihm fordert.
[5:25] Natürlich war der Heilsplan Gottes nicht wirklich in Gefahr, denn der Messias würde ja – und das zeigt das Neue Testament sehr deutlich, wenn man Lukas 3 anschaut – der Messias würde eben nicht durch die eigentlich regierenden Könige kommen, sondern durch eine Nebenlinie, durch einen anderen Sohn Davids.
[5:44] Jehu sprach: Komm mit mir und sieh meinen Eifer für den Herrn. Und er führte ihn auf seinem Streitwagen. Noch heute gibt es viele Menschen, die der Meinung sind, dass sie aufrichtig sind, die der Meinung sind, dass sie das Wort Gottes, die prophetische Botschaft, fördern und predigen und die diesen Eifer so toll finden, dass sie diesen Eifer noch in der ganzen Welt zeigen wollen.
[6:10] Hier haben wir die Kennzeichen von Fanatismus, den Fanatismus, der sich an vielen Stellen hier in dieser Geschichte immer wieder Bahn bricht und zeigt.
[6:21] Diese Art von Fanatismus, 'Ich zeige meinen Eifer dem Herrn', ist eine Art von Fanatismus, die man dann später auch bei den Pharisäern und den Schriftgelehrten zur Zeit von Jesus sieht, die unbedingt wollten, dass alle sehen, wie eifrig sie die Gebote Gottes halten.
[6:38] Es reicht nicht, zu wissen, was Gott gesagt hat, eine prophetische Botschaft zu kennen und diese dann dem Volk nahezubringen. Wir brauchen auch den Charakter und die Eigenschaft von Jesus, die uns helfen, die Wahrheit so rüberzubringen und so zu erklären, wie Gott sie eigentlich gemeint hat.
[7:00] Und als er nach Samaria kam, schlug er alles, was von Ahab in Samaria noch übrig war, bis er ihn vertilgt hatte, gemäß dem Wort des Herrn, das er zu Elia geredet hatte.
[7:14] Und Jehu versammelte das ganze Volk und sprach zu ihnen: Ahab hat dem Baal wenig gedient, Jehu will ihm viel dienen. Er gibt also vor, noch mehr dem Baal zu dienen. Das ist natürlich nur eine Falle, eine List. So beruft nun alle Propheten Baals, alle seine Knechte und alle seine Priester zu mir, sodass niemand fehlt, denn ich habe dem Baal ein großes Schlachtopfer zu bringen. Wen man vermissen wird, der soll nicht leben. Aber jede Tat ist aus List, um die Diener Baals auszurotten. Und Jehu sprach: Heiliget dem Baal ein Fest. Und sie ließen ein solches ausrufen.
[7:48] Jehu sandte auch Boten im ganzen Saal umher. Da kamen an alle Diener Baals, sodass niemand übrig blieb, der nicht gekommen war. Und sie kamen in das Haus des Baals, sodass das Haus des Baals voll wurde von einem Ende bis zum anderen.
[8:03] Da sprach er zu dem Aufseher über die Kleiderkammer: Bring Kleider heraus für alle Diener Baals. Und er brachte ihnen Kleider heraus. Und Jehu ging mit Jonadab, dem Sohn Rechabs, in das Haus Baals und sprach zu den Dienern Baals: Forscht nach und achtet darauf, dass hier unter euch nicht etwa jemand von den Dienern des Herrn sei, sondern ausschließlich Diener Baals.
[8:25] Jehu wollte natürlich nicht, dass bei dieser List irgendein wahrer Prophet umkommt. Und sie gingen hinein, um Schlachtopfer und Brandopfer darzubringen. Jehu hatte sich draußen 80 Mann bestellt und sprach: Wenn jemand einen von den Männern entkommen lässt, die ich in eure Hand gebe, so soll sein Leben für dessen Leben haften.
[8:44] Als man nun die Brandopfer vollendet hatte, sprach Jehu zu den Läufern und den Offizieren: Geht hinein und erschlagt sie, dass niemand davonkommt! Und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, und die Läufer und Offiziere warfen sie hinaus und gingen in den innersten Raum im Haus des Baals. Und sie brachten die Bildsäulen des Hauses des Baals heraus und verbrannten sie.
[9:08] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns davor bewahrst, dass wir vor Begeisterung für die Botschaft, die du uns gegeben hast, und für die Erfüllung der Prophetie, indem wir auf uns selbst schauen, in Fanatismus geraten. Herr, hilf uns, dass wir nicht stolz sind auf den Eifer und die Rechtschaffenheit, die wir haben, sondern dass wir auf dich schauen und demütig bleiben und nicht unseren Eifer der Welt herum zeigen, so wie es Jehu getan hat. Herr, wir sehen, dass du Jehu benutzen konntest für ein großes Werk und doch ist Jehu am Ende gescheitert. Und Herr, so bitte gib, dass wir nicht nur etwas Gutes tun für das Volk Gottes, indem wir die Botschaft deutlich artikulieren, sondern dass wir selbst auch den Charakter, den du hast, dabei repräsentieren. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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