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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ schließt Christopher Kramp die Betrachtung von 2. Chronik 36 ab. Er beleuchtet die Zerstörung Jerusalems und die babylonische Gefangenschaft als Folge der Abkehr Israels von Gott, betont aber gleichzeitig die Erfüllung prophetischer Worte durch Jeremia und den überraschenden Erlass des Königs Kyrus. Die Sendung unterstreicht, dass das „offene Ende“ der Chronik und der hebräischen Bibel ein Zeichen für Gottes fortwährende Hoffnung und Erlösung ist, die über das Sichtbare hinausgeht.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Seite 515. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:39] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für dein prophetisches Wort. Wir danken dir, dass du in deinem Wort zu uns sprichst und dass du uns nicht ins Verderben rennen lassen möchtest, sondern dass du dich früh aufmachst, uns rechtzeitig warnst, dass wir nicht nur unseren Fehler erkennen, sondern viel Zeit haben, auch noch wieder umzukehren und in deiner Gnade zu wachsen.

[1:02] Wir möchten dich bitten, dass du heute zu uns sprichst, dass wir aus den Fehlern des Volkes Israel lernen und wissen dürfen, dass bei dir Hoffnung ist und Wiederherstellung und die Erlösung für mich und für jeden, der jetzt heute zuschaut, eine ganz reale Kraft sein darf. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:25] Wir sind in 2. Chronik 36, dem letzten Kapitel dieses Buches, und wir sind in der Beschreibung der letzten Könige von Juda, die allesamt abfallen und die immer mehr in den Sog der Könige von Babylon kommen, des Königs von Babylon, Nebukadnezar.

[1:48] Wir sind in dieser Beschreibung, die jetzt ein Resümee zieht, warum das Volk Juda ebenfalls zugrunde geht und das Volk in die babylonische Gefangenschaft gehen muss. Das Volk hat über viele Generationen hinweg Gottes prophetische Botschaft verachtet, sich so sehr verstockt, dass irgendwann keine Heilung mehr möglich war.

[2:12] Wir lesen in Vers 17: „Da ließ er – gemeint ist Gott – den König der Chaldäer gegen sie heraufziehen. Der tötete ihre junge Mannschaft mit dem Schwert im Haus ihres Heiligtums.“ Wir haben oft gesehen, dass das Buch der Chroniken das Heiligtum im Zentrum hat, und jetzt ist hier die absolute Katastrophe: Im Heiligtum Gottes werden die Israeliten von den Babyloniern getötet.

[2:38] „Und verschonte weder junge Männer noch Jungfrauen, weder Alte noch Hochbetagte. Alles gab er in seine Hand und alle Geräte des Hauses Gottes, die großen und die kleinen, und die Schätze des Hauses des Herrn und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles ließ er nach Babel führen.“

[2:53] Das ist jetzt die dritte Eroberung, die dritte Belagerung Jerusalems, die zur vollständigen Zerstörung führt und zur Wegführung aller, die bis dahin – oder der allermeisten, die bis dahin – noch übrig geblieben waren. Wir sehen, dass bei jeder dieser drei Wegführungen, die interessanterweise alle drei hier in einem Kapitel zusammengefasst sind und man sie nebeneinander sehen kann, dass bei allen drei Wegführungen Geräte des Hauses Gottes mitgenommen worden sind. Also nicht alle bei der ersten 605, als Daniel mitgenommen worden, sondern Stück für Stück, bis am Ende nichts mehr übrig blieb. Es zeigt auch, dass die Gerichte Gottes nicht auf einmal kamen, sondern erst gemächlich. Es gab immer noch Möglichkeit, umzukehren.

[3:34] „Und sie verbrannten das Haus Gottes und rissen die Mauer von Jerusalem nieder und verbrannten alle ihre Paläste mit Feuer, sodass alle ihre kostbaren Geräte zugrunde gingen.“ Das war diese Eroberung von Jerusalem aus dem Jahre 586 vor Christus. Manche geben auch das Jahr 587 an, aber vermutlich war es eher 586 vor Christus.

[4:11] „Den Überrest aber, der dem Schwert entkommen war, führte er nach Babel hinweg, und sie wurden ihm und seinen Söhnen als Knechte dienstbar, bis das Königreich der Perser zur Herrschaft kam.“ Hier sieht man also, dass der Schreiber der Chronik, der das am Ende hier zusammengeschrieben hat, offensichtlich in der persischen Zeit gelebt hat.

[4:30] „So wurde das Wort des Herrn durch den Mund Jeremias erfüllt, bis das Land seine Sabbatjahre gefeiert hat. So soll es so lange die Verwüstung währen, bis 70 Jahre vollendet sind.“ Man kann mehrmals in Jeremia, zum Beispiel in Jeremia 25, Vers 11, diese Vorhersage finden, dass Jeremia schon am Anfang der babylonischen Bedrohung und der ersten Belagerung deutlich gemacht hat, dass 70 Jahre lang das Volk in Babylon sein würde. Es war eine furchtbare Katastrophe, und doch war es ein Gericht, an dessen Ende auch Hoffnung stand, denn sie würden wieder zurückkehren können.

[5:11] Und damit endet dieses Kapitel und damit endet dieses Buch, und interessanterweise endet damit auch die hebräische Bibel.

[5:19] „Und im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, damit das Wort des Herrn erfüllt würde, das durch den Mund Jeremias ergangen war.“ Nicht nur erfüllt sich die Prophezeiung durch die Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar und seine Armee, sondern auch durch die Wiederherstellung oder durch die Befreiung der Juden durch Kyrus erfüllt sich die Prophetie Jeremias.

[5:42] „Der erweckte er den Geist des Kyrus, des Königs von Persien, so dass er durch sein ganzes Königreich aufschrift bekannt machen und sagen ließ: Gott wirkt an diesem heidnischen Herrscher. Er erweckt ihn, so dass die Prophezeiung sich erfüllt. Gott hat seine Hand in der Geschichte.“

[6:03] „So spricht Kyrus, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er selbst hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen in Jerusalem, das in Juda ist.“ Woher wusste das der Kyrus? Er hat offensichtlich in Jesaja gelesen, in dem Buch des Propheten Jesaja, das ja geschrieben worden war, unter anderem auch voraussehen, dass die Israeliten mal in Babylon sein würden, dass ihnen dort in Babylon sie die Prophezeiungen dann zeigen konnten, die sich erfüllen würden, so dass die Menschen auch in Babylon glauben würden. Das kann man in Jesaja ab Kapitel 40, Vers 1, Kapitel 42 und den folgenden Kapiteln Jesaja sehr deutlich sehen. Und dort wird ja dann in Jesaja 44 und 45 von diesem Kyrus berichtet. Über 100 Jahre vor seinem Auftreten wird von ihm berichtet, und ungefähr 150 Jahre vor seinem Auftreten wird er sein Tun dort beschrieben.

[7:03] Und jemand – ich bin persönlich überzeugt, dass es Daniel gewesen ist – Kyrus, den Daniel sehr geschätzt haben hat, das ja mitbekommen, was auch in der Löwengrube passiert ist in Daniel 6. Ich glaube, dass Daniel dem Kyrus gezeigt hat im Buch Jesaja, zu welcher Aufgabe er berufen worden ist, und Kyrus hat diese Botschaft beeindruckt und hat genau das getan.

[7:28] „Wer irgend unter euch zu seinem Volk gehört, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf!“ Das Volk ist frei.

[7:35] Das Kapitel endet zwar mit dieser tragischen Aneinanderreihung der drei Belagerungen von Jerusalem, mit der völligen Zerstörung des Tempels und der Paläste und der Stadt, aber es endet mit dem Hoffnungsschimmer. Es endet mit diesem Befehl Jahrzehnte später, als Kyrus Babylon erobert. Kurze Zeit später, als er König ist, gibt er diesen Befehl auf der Grundlage des Wortes Gottes, und das Volk Israel, die Juden, können zurückziehen.

[8:05] Interessanterweise werden wir sehen, dass das Buch Esra, das in unserer deutschen Bibel dann als Nächstes kommt, genau mit demselben Edikt des König Kyrus – das ist der erste Erlass – werden sehen, es gibt in Esra drei Erlasse, zuerst erlassen. Wir werden sehen, dass es genau mit diesem Erlass beginnt. Es gab damals im alten Orient die Angewohnheit, am Beginn einer neuen Tafel die letzte Zeile der alten Tafel, die man weiter schreiben wollte, wieder aufzunehmen, damit man weiß, welche Tafel zu welcher Tafel gehört. Und die haben diese gleiche Technik. Wir sehen dadurch, dass das Buch Chronik weitergeführt wird im Buch Esra. Und das werden wir dann in Esra sehen.

[8:46] Interessant ist, dass auch deswegen, weil wir im Vergleich mit Esra dann sehen, dass hier tatsächlich in Vers 23 mitten im Satz das Buch aufhört. Wir werden sehen, dass der Satz noch weitergeht, aber das kommt dann in Esra. Es ist quasi ein „Punkt, Punkt, Punkt...“ und das erinnert uns ein bisschen auch an die Apostelgeschichte, die auch so quasi mittendrin abbricht, um deutlich zu machen, das ist nicht das Ende der Geschichte, das ist nur der Beginn, und es geht noch weiter.

[9:12] Denn Gott gibt uns Hoffnung. Wenn er uns befreit, dann ist das nicht das Ende der Geschichte, sondern der Anfang. Es gibt ein hoffnungsvolles „Punkt, Punkt, Punkt...“, es gibt noch mehr.

[9:21] Es ist bemerkenswert, was ich schon kurz angedeutet habe, dass in der hebräischen Bibel, so wie wir sie heute kennen, die eine andere Reihenfolge der Bücher hat, das Buch Chronik das letzte Buch ist. Und man sieht auch im Leben von Jesus in den Evangelien, dass Jesus die Bibel so kannte, dass offensichtlich das Buch Chronik das letzte Buch gewesen ist. Das heißt, in der hebräischen Bibel, die Jesus auch selbst studiert hat, war das Allerletzte auf der letzten Seite dieser Befehl des Königs Kyrus, der ein Typus ist, der als Gesalbter bezeichnet wird in Jesaja selbst, Jesaja 45, das einst einen Typus auf den wahren Befreier, auf Jesus, den König, der auch einmal in der Offenbarung als die Könige vom Osten her kommend wird und uns endgültig befreien wird vom babylonischen System, von den babylonischen Kirchen und ihren Anbetungsgesetzen. Dieses System wird in den Schutt.

[10:16] Mit diesem Befehl endet das Alte Testament der hebräischen Fassung und macht damit diese Hoffnung und diese Befreiung als Schlusspunkt deutlich, um deutlich zu machen, dass auch noch mehr zu erwarten ist.

[10:31] Und in diesem Sinne danken wir Gott für die Erlösung, die er uns schenkt, und das ist keine Erlösung, die ein Endpunkt ist, sondern immer ein „Weiter“ ist, immer noch mehr zu entdecken gibt. Wir werden nie an den Endpunkt kommen. Und das, was hier für Chronik gilt, was für die Apostelgeschichte gilt, soll auch für unserem Leben gelten, dass Gott uns befreit hat, dass er uns wiederherstellen möchte, dass er uns Frieden und Hoffnung geben möchte, Sicherheit und dass unserer Entwicklung keine Grenzen gesetzt werden soll, dass auch in unserem Leben ein positives, ein geistliches „Punkt, Punkt, Punkt...“ sein darf. Das wünsche ich dir und mir von ganzem Herzen.

[11:07] Lasst uns Gott darin bitten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass dieses Kapitel, so traurig es auch größtenteils gewesen ist, doch so froh und so hoffnungsvoll endet und dass wir wissen dürfen, dass auch wenn wir in der Vergangenheit schwer gefallen und dich schwer enttäuscht oder dein Wort ignoriert haben, wenn wir zurückkehren zu dir, dass dein prophetisches Wort nicht nur den Fluch tatsächlich so ankündigt oder tatsächlich so kommt, ein Wort steht, sondern dass auch dein Segen genauso kommt, wie es in deinem Wort steht, genau zu den Verheißungen und Bedingungen, die du gegeben hast. Und so können wir uns darauf verlassen, dass wenn wir uns zu dir kehren, dass du für uns da sein wirst. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen und bitten dich, dass du jetzt durch dein Wort uns weiterführen lässt den ganzen Tag über und danken dir, dass du uns lieb hast im Namen Jesu. Amen.


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