In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Esra Kapitel 9 und 10. Er analysiert Esras tiefes Gebet der Reue angesichts der Mischehen im Volk Israel und zieht Parallelen zu Daniels Gebet. Die Botschaft betont die Notwendigkeit von Sündenerkenntnis und Umkehr, um Gottes Gnade nicht zu missbrauchen und echte Erweckung zu erfahren. Das Video ermutigt dazu, aus den Fehlern vergangener Generationen zu lernen und Reformation im persönlichen Leben und in der Gemeinde anzustreben.
Gott auf (m)einer Seite: Esra 9:3-10:3
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: EsraPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Esra 9:3-10:3. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für die kostbaren Schätze, die du uns anvertraut hast in deinem Wort, für diese kostbare Botschaft, die wir tragen dürfen als Könige und Priester, die du gekauft hast durch das Blut, das Jesus am Kreuz für uns vergossen hat. Gib, dass wir diese Botschaft wachsam behüten und dass wir sie nicht aus den Augen verlieren, dass wir sie behüten wie unseren Augapfel und als das schätzen, was sie ist, nämlich eine ganz kostbare Sache. Herr, danke, dass wir auch heute uns über diese Botschaft ein Wort Gedanken machen können. Hab Dank, dass du so nahe zu uns kommst, dass wir dich gut verstehen dürfen, und sprich jetzt durch den Heiligen Geist zu uns. Das beten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:39] Wir sind in Esra Kapitel 9, kurz nach der Ankunft von Esra und seiner Reisegesellschaft in Jerusalem. Er erfährt, dass es im Volk Gottes verbotene Vermischung mit heidnischen Völkern gegeben hat, ja, dass sogar die Leiter des Volkes an vorderster Front mitgemischt haben. Wir lesen in Vers 3: „Als ich nun dies hörte, zerriss ich mein Hemd und mein Obergewand und raufte mir das Haupthaar und den Bart und saß bestürzt da.“ Er war gekommen, um Israel zu unterstützen, Jerusalem wieder aufzubauen, aber das Erste, was er sah: Man musste erstmal in der Gemeinde zur Ordnung sorgen. Er wollte vorangehen, das Projekt beenden, das so lange Zeit immer noch nicht vollendet war, aber man musste erst einmal die Probleme der Gemeinde hier ansprechen.
[2:42] „Und alle, die die Worte des Gottes Israels fürchteten wegen der Übertretung derer, die aus der Wegführung gekommen waren, versammelten sich zu mir, und ich saß bestürzt da bis zum Abendopfer. Und um das Abendopfer stand ich auf von meiner Demütigung, bei der ich mein Hemd und mein Obergewand zerrissen hatte, ein Ausdruck tiefer Trauer, mit dem man ausdrücken wollte, dass das Herz zerrissen ist. Und ich fiel auf meine Knie und breitete meine Hände aus zu dem Herrn, meinem Gott.“ Ein Gebet eines bedeutenden Mannes Gottes zur Zeit des Abendopfers. Und vielleicht kennt jemand schon unter uns das Buch Daniel etwas genauer, denn auch dort gibt es kurioserweise auch in Kapitel 9 ein berühmtes Gebet eines Mannes Gottes, nämlich Daniels, zur Zeit des Abendopfers, was dann kommt, nämlich dann die Antwort vom Engel Gabriel. Wir werden sehen, dass dieses Gebet hier in Esra sehr viele Parallelen hat zu dem Gebet in Daniel 9. Und wer das gerne weiter vertiefen möchte, den lade ich ein, diese beiden Gebete mal nebeneinander zu legen, zu vergleichen und so die einzelnen Phrasen und Gedanken, die in Esra genannt sind, dann in Daniel wiederzufinden.
[4:00] „Und ich sprach: Mein Gott, ich schäme und scheue mich, mein Angesicht aufzuheben zu dir, mein Gott, denn unsere Missetaten sind über unser Haupt gewachsen, und unsere Schuld ist so groß, dass sie bis an den Himmel reicht.“ Das ist ganz ähnlich, wie es auch Daniel sagt. Übrigens ist das eine interessante Parallele auch zur Offenbarung 18, wo es von der Hure Babylon heißt, dass die Sünden bis an den Himmel reichen.
[4:32] Esra weiß, dass sie keine eigenen guten Werke, keine eigene Gerechtigkeit vorweisen können. „Seit den Tagen unserer Väter bis zu diesem Tag sind wir in großer Schuld, und um unserer Missetaten willen sind wir, unsere Könige und unsere Priester, in die Hand der Könige der heidnischen Länder übergeben worden, dem Schwert, der Gefangenschaft, dem Raub und der sichtbaren Schmach, wie es heute der Fall ist. Nun aber ist uns für einen kleinen Augenblick Gnade von dem Herrn, unserem Gott, zuteilgeworden, indem er uns einen Überrest von Entkommenen übrig ließ, die Übrigen, die jetzt wieder zurückkehren, oder uns an seiner heiligen Stätte, das heißt in Jerusalem, einen festen Pflock gab.“
[5:08] Also damals haben ja viele Menschen oft auch in Zelten gelebt, nicht als Menschen der Stadt oder in festen Orten leben, sondern auch als Nomaden. Und das Prinzip des Pflockes war allgemein bekannt, und ein Pflock gibt Sicherheit. Und was ist es? „Jetzt haben wir endlich mal seit einigen Jahrzehnten wieder diese Sicherheit, wir haben festen Boden unter den Füßen, wir haben hier eine eigene Stätte, wo wir anbeten dürfen, wir haben einen Tempel, womit unser Gott unsere Augen erleuchtete und uns ein wenig aufleben ließ in unserer Knechtschaft. Nach wie vor gehören sie ja zum persischen Weltreich, denn Knechte sind wir doch. Hat uns unser Gott in unserer Knechtschaft nicht verlassen, sondern hat uns die Gunst der Könige von Persien zugewandt, dass sie uns ein Aufleben schenken, um das Haus unseres Gottes aufzubauen und seine Trümmer wiederherzustellen und dass sie uns eine Schutzmauer gaben in Judäa und Jerusalem.“
[6:01] Hier sehen wir, dass der Bau des Tempels auch einherging mit dem Bau der Mauer, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollendet war. Der Tempel war schon längst vollendet, aber da war schon mal ein bisschen dran gebaut worden. Und das war ja auch das Ziel, was Esra jetzt eigentlich hatte mit diesem dritten Erlass, weiter an Jerusalem zu bauen. „Und nun, unser Gott, was sollen wir sagen nach alledem?“
[6:20] „Dann, obwohl du uns so reich gesegnet hast, obwohl wir so schwer gesündigt haben, und jetzt geht es schon wieder los.“ Wer hat in seinem Leben schon erlebt, dass du oft gegen Gott gesündigt hast, und er dir immer und immer wieder vergeben hat, und du dann feststellst, es ging schon wieder los? Jetzt schon wieder die falschen Gedanken hattest, wieder falsch reagiert. Das kann einen sehr entmutigen, auch beschämend. Das ist, was der Esra hier erlebt, stellvertretend für das Volk.
[6:51] „Denn wir haben deine Gebote verlassen, die du uns durch deine Knechte, die Propheten, befohlen hast. Das ist auch eine Formulierung, die man in Daniel 9 so ähnlich wiederfindet, indem du sprachst.“ Und jetzt werden Gedanken zitiert, die man aus 5. Mose zum Beispiel kennt: „Das Land, das ihr kommt, um es einzunehmen, ist ein unreines Land wegen der Unreinheit der Völker des Landes, wegen ihrer Gräuel und ihrer Verunreinigung, womit sie es von einem Ende bis zum anderen erfüllt haben. So solltet ihr nun eure Töchter nicht ihren Söhnen zur Frau geben und ihre Töchter nicht für eure Söhne zur Frau nehmen, und ihr solltet nicht ihren Frieden und ihr Wohlergehen suchen, damit ihr erstarkt und das Gut des Landes esst und es auf eure Kinder vererbt auf ewige Zeiten.“ Das hatte das Wort Gottes gesagt, das war seit Mose Gottes Botschaft an sie gewesen.
[7:36] „Und nach alledem, was über uns gekommen ist wegen unserer bösen Taten, unserer großen Schuld, und doch hast du, weil du, unser Gott, uns mehr verschont hast, als unsere Missetaten verdienten, und hast uns so viele Entkommene geschenkt.“ Die Bibel sagt an anderer Stelle, dass Gott nicht von uns gehandelt hat nach unseren Missetaten. Gott behandelt uns nicht so, wie es unsere Sünden verdient hätten, oder wie wir es uns aufgrund unserer Sünden verdient hätten, sondern viel gnädiger.
[8:04] „Verkürzen? Sollten wir da wiederum deine Gebote brechen und uns mit diesen Gräuelvölkern verschwägern? Wenn Gott in deinem Leben dich befreit hat, wenn er dir Gnade geschenkt hat, wenn er dich besser behandelt hat, als es deine Sünden eigentlich angezeigt hätten, sollten wir dann wiederum Gott verlassen? Sollten wir wiederum dieselben Sünden tun? Sollten wir wieder in die alten Gewohnheiten zurückkehren? Sollten wir nicht Gott dafür danken, dass er uns frei gemacht hat? Gott dafür danken, dass er uns liebt und dass wir nicht die alten schlechten Dinge wieder und wieder aufhören müssen? Ich möchte mir das bewusst vornehmen, du auch?“
[8:48] „Würdest du nicht über uns zürnen bis zur Vernichtung, so dass uns kein Überrest und keine Entkommenen mehr blieben, wenn wir immer und immer und immer und immer wieder Gottes Gnade missachten, dass irgendwann ein Zeitpunkt kommt, wo es keinen Überrest mehr geben kann, irgendwann gibt es dann kein Entkommen mehr. Du, Herr, Gott Israels, du bist gerecht, denn wir sind übrig geblieben und entkommen, wie es heute der Fall ist. Wir sind die Übrigen. Siehe, wir sind vor deinem Angesicht in unseren Schulden, denn darum können wir nicht vor dir bestehen.“ Gott ist gerecht, da wo unsere Gerechtigkeit ein perfektes Kleid, wie später oder früher Jesaja gesagt hat, werden wir später lesen.
[9:39] Die Übrigen, die heute in Offenbarung 12 beschrieben werden, müssen auch lernen, dass sie nicht wieder die alten Fehler früherer Generationen immer und immer wieder neu machen können. Ansonsten ist irgendwann das Problem zu groß. Lasst uns lernen aus dieser Geschichte und lasst uns in unserem persönlichen Leben, unseren Familien und unseren Gemeinden echte Erweckung erleben und Reformation.
[10:01] „Während Esra so betete und sein Bekenntnis ablegte, weinend und hingestreckt vor dem Haus Gottes, versammelte sich zu ihm aus Israel eine sehr große Versammlung von Männern, Frauen und Kindern, denn das Volk weinte.“ Esra. Jetzt sind wir wieder in der dritten Person, nachdem Kapitel 8 und 9 in der ersten Person von Esra geschrieben worden waren.
[10:30] Sündenerkenntnis führt zu einer Traurigkeit, die man nicht bereuen muss, einer Betrübnis, die von Gott kommt und die heilsam ist, die wir in unserem Leben brauchen. „Und Schechanja, der Sohn Jehiëls, von den Söhnen Elams, sprach zu Esra: Wir haben unserem Gott die Treue gebrochen, dass wir fremde Frauen aus den Völkern des Landes heimgeführt haben. Nun aber ist noch Hoffnung für Israel in dieser Sache. Lasst uns einen Bund schließen mit unserem Gott, dass wir alle Frauen und die von ihnen Geborenen hinaustun nach dem Ratschluss des Herrn und derer, die das Gebot unseres Gottes fürchten, und es soll nach dem Gesetz gehandelt werden.“
[11:07] Ja, wir müssen unsere Sünden erkennen, wir sollen trauern und weinen, wir dürfen noch Hoffnung haben, dass Gott uns noch nicht verlassen hat. Wir dürfen Hoffnung haben, dass es die Möglichkeit gibt umzukehren. Wir dürfen die Hoffnung haben, dass Gott uns erneut segnen wird, wenn wir bereit sind, uns von unseren Sünden zu trennen. Lasst uns gemeinsam beten.
[11:27] Lieber Vater im Himmel, gib uns echte, von dir kommende Trauer über die Dinge, die falsch laufen in unserem Leben, die Dinge, die uns von dir trennen, dass wir bereit sind, die Hoffnung zu erfassen, durch deine Kraft, durch deinen Geist, diese Dinge wegzutun und neu erfüllt zu werden mit deinem Heiligen Geist. Darum bitten wir dich heute an diesem Tag im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.