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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In Nehemia 8 versammelt sich das Volk, um das Gesetz Moses zu hören. Esra liest vor, und die Leviten erklären den Sinn, damit jeder versteht. Die Entdeckung des Laubhüttenfestes und dessen jahrhundertelange, freudige Wiederbelebung zeigt die Kraft des Wortes Gottes. Christopher Kramp betont die Bedeutung des Verstehens und der Freude am Herrn als Quelle der Stärke.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Seite 536. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar für alle, die vor uns gegangen sind, die Erfahrung mit dir gemacht haben und davon berichtet haben und uns den Weg auch ein Stück weit geebnet haben, dich besser kennenzulernen. Wir danken dir vor allem, dass du persönlich auch durch dein Wort zu uns sprichst, jeden Tag aufs Neue, und dass wir den Staffelstab übernehmen dürfen, die Fackel, die frühere Generationen schon getragen haben, um dieser Welt ein Licht zu sein. Und wir möchten dich bitten, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst und dass das, was wir lesen, uns dazu bewegt, durch deinen Geist auch andere Menschen damit zu erreichen, mit deinem Wort. Und darum bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:26] Wir beginnen heute Nehemia Kapitel 8 und dort dann in Vers 1. Wir haben in Kapitel 7 gesehen, wie Nehemia eine Liste gefunden hat von all denen, die schon fast 100 Jahre zuvor mit Serubbabel unter dem Erlass des Königs Kyrus nach Jerusalem zurückgekehrt sind. Wir lesen Nehemia, dort Vers 1: "Und als der siebte Monat, das ist der Tischri-Monat, und die Kinder Israels in ihren Städten waren, da versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor dem Wassertor und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, dass er das Buch des Gesetzes Moses holen solle, das der HERR Israel geboten hatte." Das ist übrigens eine ganz tolle Stelle hier im Buch Nehemia. Es ist nämlich ganz ähnlich geschrieben, am Anfang fast wortgleich, wie die entsprechende Stelle in Esra 3, die auch auf die Beschreibung der Rückkehrer und des Serubbabel dort folgt.

[2:30] Also, man merkt erst im Laufe von Kapitel 8 Vers 1, dass man jetzt nicht mehr in der Zeit von Serubbabel ist, sondern fast 100 Jahre später, zur Zeit von Esra und Nehemia. Und das ist deswegen so interessant, weil in Esra 3 Vers 1 – können Sie dann nochmal nachlesen – der absolute Beginn des Wiederaufbaus beschrieben wird, nämlich mit dem Wiederaufbau des Altars. Da ist noch nicht einmal das Fundament für den Tempel gelegt. Das beginnt mit der allersimpelsten Sache, mit der wichtigsten Sache, dem Altar. Und hier in Nehemia 8 sind wir fast 100 Jahre später, und nicht nur der Tempel ist aufgebaut, sondern die Stadtmauern sind vollendet. Das Werk ist zum Abschluss gekommen. Und ganz bewusst ist hier auch sprachlich diese Parallele gezogen worden, um Anfang und Ende miteinander zu verbinden. Und jetzt soll das Wort Gottes, das Gesetz Moses, gelesen werden.

[3:26] Vers 2: "Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, vor die Männer und Frauen und alle, die Verständnis hatten, um zuzuhören, am ersten Tag des siebten Monats." Man braucht Verständnis, aber jeder, der es verstehen kann, soll es auch hören. Der erste Tag des siebten Monats ist ja das Posaunenfest, wie wir aus 3. Mose 23 wissen. Und hier wird deutlich, dass es darum auch geht, das Wort Gottes, das laut und deutlich von unser Herz hineinspricht, zu hören und weiterzugeben. "Und er las daraus vor auf dem Platz, der vor dem Wassertor ist, vom hellen Morgen bis zum Mittag, vor den Männern und Frauen und allen, die es verstehen konnten. Und die Ohren des ganzen Volkes waren auf das Buch des Gesetzes gerichtet." So, dass unsere Ohren darauf, das Buch des Gesetzes gerichtet sind, dass wir gerne hören, was über die Bibel und über den, der durch die Bibel zu uns spricht, nämlich Gott, gesagt wird.

[4:30] "Esra aber, der Schriftgelehrte, stand auf einer hölzernen Kanzel, die man zu diesem Zweck errichtet hatte. Und neben ihm standen Mattithja, Schema, Anaja, Uria, Hilkija und Maaseja zu seiner Rechten und zu seiner Linken Pedaja, Mischaël, Malkija, Haschum, Haschbaddana, Secharja und Meschullam. Und Esra öffnete das Buch vor den Augen des ganzen Volkes, denn Esra stand höher als das ganze Volk. Und als er es öffnete, stand das ganze Volk auf." Was für eine Szene! Esra kennen wir ja schon aus den letzten Kapiteln des gleichnamigen Buches, und wir sehen hier, dass auch noch Jahre später immer noch eine ganz entscheidende Rolle dort im Volk Gottes als besonderer Gelehrter des Wortes Gottes auch zur Zeit von Nehemia gespielt hat.

[5:24] "Und Esra pries den HERRN, den großen Gott. Und das ganze Volk antwortete mit aufgehobenen Händen: Amen, Amen! Und sie verneigten sich und beteten den HERRN an, das Angesicht zur Erde gewandt." Esra hat nicht einfach nur Bibel vorgelesen, er hat Gott gepriesen. Auch wenn wir über die Bibel sprechen, wenn wir sie predigen, sollten wir Gott danken für das Gute, das er in meinem Leben, in deinem Leben, getan hat und tut.

[5:57] "Und Jeschua, Bani, Scherebja, Jamin, Akkub, Schabbetai, Hodija, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja, die Leviten, erklärten dem Volk das Gesetz, während das Volk an seinem Platz blieb. Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so dass man das Gelesene verstand." Es reicht nicht einfach nur, das Wort Gottes physisch zu hören, es muss verstanden werden. Und deswegen war die Praxis im Mittelalter, das Wort Gottes in Latein zu lesen, ganz kontraproduktiv. Die Menschen haben noch nicht verstanden, was gelesen worden ist. Möglicherweise haben hier auch einige der Rückkehrer nicht mehr so ein reines Hebräisch gesprochen, wie es vor dem Exil noch gewesen ist. Das kann man heute nicht mehr genau sagen. Vielleicht war schon die Sprache mehr ins Aramäische, mehr aramäische Anteile gehabt. Ganz egal, ob es hier mehr um eine Übersetzung geht oder um eine tatsächliche Auslegung, das Ziel aller Bibellehre muss sein, dass Menschen, die sich für das Wort Gottes interessieren, auch wirklich verstehen, was es meint.

[7:09] Auch im Neuen Testament finden wir die berühmte Stelle, wo der Kämmerer gefragt wird: "Verstehst du, was du liest?" Ihr könnt das in der Apostelgeschichte selbst finden. Und auch wir sollen uns die Frage stellen, ob wir wirklich verstehen, was das Wort Gottes uns sagt, und anderen helfen, wenn wir es verstanden haben, dass auch sie das Gelesene wirklich verstehen.

[7:35] "Nehemia, das ist der Statthalter, und Esra, der Priester, der Schriftgelehrte, und die Leviten, die das Volk lehrten, sprachen zu dem ganzen Volk: Dieser Tag ist dem HERRN, eurem Gott, heilig. Darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn das ganze Volk weinte, als es die Worte des Gesetzes hörte." Wir haben eine solche Reaktion bei Josia gesehen. Das Wort Gottes trifft ins Herz und führt zur Umkehr. Doch jetzt war gerade die Zeit des Laubhüttenfestes und eine geladene Zeit der Freude nach dem Wort Gottes, noch nicht der Trauer.

[8:07] "Darum sprach er zu ihnen: Geht hin, esst Fettes und trinkt Süßes und sendet Teile davon auch denen, die nichts für sich zubereitet haben. Denn dieser Tag ist unserem HERRN heilig. Darum seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke." Das ist so ein toller Satz, das ist so ein toller Gedanke: Die Stärke, die wir in unserem Leben haben können, ist keine innere Kraft, die irgendwie entdeckt werden muss, sondern die Freude an Gott. Wenn wir Freude an Gott haben und aus dem Wissen heraus, dass Gott uns lieb hat und für uns da sein möchte und helfen möchte, fröhlich sind, dann gibt das Kraft auch für die schwierigsten Umstände im Leben. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

[8:51] "Und die Leviten beruhigten das ganze Volk und sprachen: Seid still, denn der Tag ist heilig. Seid nicht bekümmert. Und das ganze Volk ging hin, um zu essen und zu trinken und Teile davon zu senden und ein großes Freudenfest zu machen, denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen verkündet hatte."

[9:11] "Am zweiten Tag versammelten sich die Familienhäupter des ganzen Volkes, die Priester, die Leviten, zu Esra, dem Schriftgelehrten, damit er sie in den Worten des Gesetzes unterrichte. Und sie fanden im Gesetz, dass der HERR durch Mose geboten hatte, geschrieben, dass die Kinder Israels am Fest im siebten Monat in Laubhütten wohnen sollten." Man studiert das Wort Gottes, man entdeckt Dinge, die einem vorher nicht so klar gewesen sind. "Und so ließen sie es kundtun in allen ihren Städten und in Jerusalem ausrufen und sagen: Geht hinaus auf die Berge und holt Zweige von wilden Ölbäumen, Zweige von Myrten, Palmzweige und Zweige von dicht belaubten Bäumen, um Laubhütten zu machen, wie es geschrieben steht." Sie haben das Wort Gottes studiert und festgestellt, dass dort etwas steht, was sie bisher nicht praktiziert haben, und sie haben es praktiziert.

[9:58] "Und das Volk ging hinaus und sie holten die Zweige und machten sich Laubhütten, jeder auf seinem Dach und in ihren Höfen, in den Höfen am Haus Gottes, auf dem Platz am Wassertor und auf dem Platz am Efraimstor. Und die ganze Gemeinde, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, machte Laubhütten und wohnte in den Hütten. Denn die Kinder Israels hatten es seit der Zeit Josuas, des Sohnes Nuns, bis zu diesem Tag nicht so gemacht." Seit den Tagen Josuas, das sind fast 1000 Jahre gewesen. So lange hatte man nicht mehr das Laubhüttenfest so gefeiert, wie es exakt in der Bibel steht. Es hatte viele gläubige Männer gegeben, viele Reformationen, aber dennoch keine war so weit gediehen, dass man ein Fest so gefeiert hat, wie es in der Bibel stand. Und das zeigt, dass das über Jahrhunderte hinweg Reformation immer noch Neues zu entdecken können, und dass, wenn auch viele gläubige Menschen vor Ort gewesen sind, auch wir aus dem Wort Gottes noch Neues empfangen können, was die Reformation noch weiter treibt.

[11:12] "Und sie hatten sehr große Freude. Und es wurde im Buch des Gesetzes Gottes gelesen Tag für Tag, vom ersten Tag bis zum letzten Tag." Es ist ein Freudenfest, und ein wesentlicher Teil der Freude besteht darin, jeden Tag in der Bibel zu lesen. Freude und die Bibellesung sind in der Bibel direkt miteinander verbunden. Ich denke nur an Psalm 1, die ersten Verse, Vers 1 bis 3 – könnt ihr selbst einmal nachlesen. Wenn wir echte Freude im Leben haben wollen, sollen wir jeden Tag uns mit dem Wort Gottes beschäftigen und es verstehen zu suchen, es versuchen zu verstehen. "Und sie feierten das Fest sieben Tage lang, und am achten Tag war eine Festversammlung nach der Vorschrift."

[11:51] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für dein Wort und wir danken dir, dass du uns Hilfestellung schenkst, dass wir es so verstehen, wie du es gemeint hast. Und Herr, wir wünschen uns auch eine solche Freude, und auch wir möchten dein Wort so gut verstehen, dass wir es umsetzen als echte Reformer, nicht einfach mit dem zufrieden sind, was andere uns erzählt haben, sondern wir wollen aus deinem Wort direkt leben und dein Wort in uns aufnehmen und danach leben, was immer es uns deutlich zeigt. Und Herr, wir bitten, dass du unser Lehrer bist, so wie du es versprochen hast. Im Namen Jesu. Amen.


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