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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Reaktion Bildads auf Hiobs Klagen und Hiobs eigene verzweifelte Antwort. Bildad vertritt die traditionelle Ansicht, dass Leid eine direkte Folge von Sünde ist. Hiob hingegen ringt mit der Allmacht Gottes und seiner eigenen Hilflosigkeit, da er die Ursache seines Leidens nicht versteht. Die Episode betont die Bedeutung des Verständnisses des „Großen Kampfes“, um Gottes Güte inmitten des Leidens zu erkennen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Heute mit Seite 559. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:38] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du von ganzem Herzen meine und unsere Sünden vergeben möchtest. Und wir möchten dich von Herzen bitten, dass du uns die Gewissheit schenkst, dass auch vergebene Sünden vergeben sind und dass wir verstehen, dass in dieser Welt, solange der große Kampf tobt, auch derjenige, dem die Sünde vergeben worden ist, trotzdem Leid und Traurigkeit und Konflikt nicht erspart bleiben.

[1:22] Und Herr, lass uns daran denken, dass sie selbst dir nicht erspart bleiben, denn du musst all das sehen und miterleben. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du durch den Heiligen Geist jetzt zu uns sprichst und dass du uns die Wahrheit erklärst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:39] Wir sind in Hiob Kapitel 8. Auf die erneute Rede von Hiob antwortet nun Bildad der Schuhiter. Bildad hält Hiob für heftigen Wind und der glaubt, es gibt nur zwei Optionen: Entweder Hiob oder seine Kinder hätten gesündigt. Er fordert Hiob auf, sich an das zu wenden, was frühere Geschlechter über das Wirken Gottes herausgefunden haben.

[2:06] Wir lesen weiter in Vers 10: "Sind sie es nicht, die dich belehren, es dir sagen und Sprüche hervorholen aus ihrem Herzen? Schießt der Papyrus ohne Sumpf empor oder gedeiht das Riedgras ohne Wasser? Noch steht es in vollem Trieb, ist es nicht zum Schneiden, reißt es verdorrte schon vor allem anderen Gras. Das ist der Weg all derer, die Gott vergessen. Ja, die Hoffnung des Ruchlosen geht zugrunde." Erneut kommt diese Idee: Es ist der Gottlose, der plötzlich vernichtet wird.

[2:40] "Seine Zuversicht wird abgeschnitten und sein Vertrauen ist ein Spinnengewebe. Er stützt sich auf sein Haus, aber es hält nicht stand. Er hält sich daran fest, aber es bleibt nicht stehen. Er steht voll Saft im Sonnenschein und seine Ranken überziehen seinen Garten. Und Steinhaufen schlingen sich seine Wurzeln auf ein Haus von Steinen." Schaut er hin, also auf Beständigkeit, denn im Gegensatz zu Lehmhöhlen, ist ein Haus aus Steinen im alten Orient was, das lange währen soll. "Doch wenn man ihn von seiner Stätte wegreißt, so verleugnet sie ihn: 'Ich habe dich nie gesehen.'" Mit anderen Worten: Da ist keine wirkliche Nachhaltigkeit, keine wirkliche Verwurzelung.

[3:17] "Siehe, das ist die Freude seines Weges, oder aus dem Staub werden andere wachsen. Siehe, Gott verwirft den Unschuldigen nicht, erreicht auch keinen Übeltäter die Hand. Während er deinen Mund mit Lachen füllen wird und deine Lippen mit Freudengeschrei, werden deine Hasser mit Schande begleitet werden und das Zelt der Gottlosen wird nicht mehr sein." Auch Bildad hat diese Idee: Gott verwirft den Unschuldigen nicht. Offensichtlich, so kommt durch die Zeiten hindurch, musst du oder deine Familie gesündigt haben, ansonsten würde dir das nicht passieren.

[4:00] Da antwortete Hiob und sprach: "Ha, ich weiß, dass es sich so verhält. Und wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?" Hiob weiß, dass grundsätzlich vielem, was seine Freunde sagen, sie ja durchaus auch wahre Gedanken da bringen, dass sie aber die Anwendung auf den Fall von Hiob falsch durchführen.

[4:16] "Wenn er mit ihm rechten wollte, so könnte ihm auf Tausend nicht eins antworten. Er, der weisen Herzens und von ungebrochener Kraft ist. Wer hat ihm je getrotzt und ist heil davon gekommen?" Kann Gott nicht einfach sagen, du liegst falsch? Das weiß Hiob auch sehr genau.

[4:32] "Er versetzt Berge, und man merkt es nicht, eher, dass sie umgekehrt in seinem Zorn. Er stört die Erde auf von ihrem Ort, so dass ihre Säulen erzittern. Er gebietet der Sonne, und sie geht nicht auf. Er verschließt die Sterne mit einem Siegel. Er allein spannt den Himmel aus und schreitet auf Meereswogen einher. Er machte den Großen Bären, den Orion und das Siebengestirn samt den Kammern des Südens." Hier wird auch auf die Sterne und auf die Sternbilder angespielt.

[4:57] Hiob weiß: Gott ist der Schöpfer. Man kann nicht mit ihm auf Augenhöhe diskutieren. "Er tut große Dinge, die unerforscht sind, und Wunderwerke ohne Zahl. Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht. Er zieht vorbei, und ich bemerke ihn nicht." Gott wirkt so viel, man sieht gar nicht alle seine Fußspuren im Leben.

[5:17] "Sie wenden, wenn er dahinrafft, wer kann ihn hindern? Wer kann ihm zurufen: Was machst du da?" Gott ist allmächtig, und das bedeutet, es ist keine Instanz gibt, zu der man appellieren kann, man sagen kann: Gott hat einen Fehler gemacht, wenn man der Meinung ist.

[5:34] "Gott lässt von seinem Zorn nicht ab. Selbst Rahabs Helfer müssen sich unter ihm beugen." Niemand kann Gott widerstehen. "Wie viel weniger könnte ich ihm da antworten und Worte finden, um mit ihm zu reden? Auch wenn ich im Recht wäre, könnte ich ihm nichts erwidern, sondern müsste meinen Richter um Gnade anflehen."

[5:53] Hiob versteht es: Zwischen ihm und Gott ist ein enormer Unterschied. Mit Gott einen Rechtsstreit zu führen ist nicht so, wie mit einem anderen Menschen, wo man zu einem unabhängigen Richter geht, sondern Gott ist allmächtig.

[6:09] Und das wirft die entscheidende Frage nach dem Charakter Gottes auf: Wenn Gott in das Leben der Menschen eingreift und allmächtig ist und man nur die absolute Instanz über die man nicht mehr appellieren kann, dann stellt sich die Frage: Wie Gott ist?

[6:28] Ganz entscheidend: "Wenn ich rufe, wird er mir antworten? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört. Denn im Sturm zermalmt er mich und fügt ohne Ursache viele Wunden zu." Hiob sieht nur, was ihm passiert ist, und er hat Zweifel daran, ob Gott wirklich seine Sicht der Dinge so wahrnehmen würde, wie es Hiob empfindet. "Er lässt mich nicht einmal Atem holen, sondern sättigt mich mit bitterem Leiden. Kommt es auf die Kraft Starken an, siehe, er hat sie. Und wenn es aufs Recht, wer lädt mich vor?"

[7:06] Nach Prinzipien der Macht und der Stärke, der Allmacht, hat Hiob keine Chance in Anführungsstrichen gegen Gott. Und die Frage, die im Raum steht, die wir als Leser des gesamten Buches ja schon im Blick haben: Führt Gott eigentlich einen Kampf gegen Hiob? Die Antwort ist: Nein. Aber Hiob hat den Eindruck, dass es ein Kampf gegen ihn ist. Es ist ein Kampf gegen ihn, aber es ist nicht Gott, der dagegen kämpft, sondern Satan.

[7:33] "Wenn ich mich auch rechtfertige, so wird mich doch mein Mund verurteilen. Und bin ich auch unsträflich, so wird er mich doch für verkehrt erklären." Hiob gerät hier in eine argumentative Sackgasse, weil ihm das Wesen des Großen Kampfes und die Themen des Großen Kampfes und die Protagonisten des Großen Kampfes offensichtlich nicht so klar sind. Er bezieht den Großen Kampf nicht auf seine Situation, so wie es eigentlich ihm helfen würde, es zu verstehen. Und das zeigt uns, wie wichtig das Thema vom Großen Kampf ist, weil...

[8:07] ...ansonsten wir die gleichzeitige Allmacht Gottes und Güte Gottes nicht zusammenbringen können. Gewisserweise sind also diese Kapitel hier auch dazu da, um zu zeigen, wie dringend notwendig es ist, angesichts des Leids dieser Welt, dass wir das Wesen des Großen Kampfes wirklich richtig verstehen. Lasst uns gemeinsam beten.

[8:30] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du uns erneut durch dein Wort daran erinnerst, wie wichtig es ist, wirklich zu verstehen, was in diesem Großen Kampf zwischen Licht und Finsternis passiert, welches die Themen sind, die Argumente auf beiden Seiten, was die Prinzipien sind, die miteinander in Konflikt geraten sind. Damit wir angesichts all des Leides auf dieser Welt nicht verzweifeln und gleichzeitig verstehen können, dass du, Herr, allmächtig bist und trotzdem liebevoll und gnädig. Hab Dank, dass wir das wissen dürfen und verstehen können in unserem Leben und dass wir dieses Wissen nicht nur theoretisch haben brauchen, sondern dass wir es auch auf unsere Alltagssituationen anwenden können. Schenk uns dazu die Kraft heute an diesem Tag. Amen.


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