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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


Dieses Video taucht in Hiob 10:21-12:14 ein und beleuchtet Hiobs tiefes Klagen über sein Leid sowie die wenig hilfreichen Ratschläge seiner Freunde. Zofar, einer von Hiobs Begleitern, beharrt darauf, dass Hiobs Unglück eine Folge verborgener Sünde ist und betont Gottes unergründliche Gerechtigkeit. Hiob jedoch stellt diese vereinfachte Sichtweise infrage, drückt seine Frustration über seine Freunde aus und bekräftigt Gottes höchste Macht und Weisheit, die sich auch in der Schöpfung offenbart. Die Diskussion hebt den starken Kontrast zwischen Hiobs tiefem Glauben inmitten der Not und den oberflächlichen Interpretationen seiner Freunde hervor.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute mit Seite 561. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns den großen Kampf offenbarst und dass wir sehen können, wie hinter den Kulissen das Gute und das Böse miteinander kämpfen, die Prinzipien der Gerechtigkeit und der Sünde. Und dass es uns hilft, auch mit den tiefsten Emotionen und größten Fragen, die wir haben, fertig zu werden. Ich möchte dich bitten, dass du heute durch dein Wort erneut zu uns sprichst, dass wir dem Buch Hiob Antworten bekommen auf wichtige Fragen und einen besseren Blick für das, was wirklich in dieser Welt zählt. Sei unser Lehrer und erfüll uns mit deinem Heiligen Geist, damit wir die Wahrheit erkennen. Wir beten das im Namen Jesu an. Amen.

[1:22] In Hiob Kapitel 10 hat Hiob den Eindruck, dass Gott regelrecht nach seiner Sünde sucht, um ihn bedrängen zu können. Und er wünscht sich, dass Gott ihn am liebsten gar nicht hätte leben lassen und wenigstens jetzt von ihm ablässt. In Vers 21 möchte er, wie es nun weiter heißt, sich etwas erholen. Und das heißt in Vers 21: „Ehe ich dahin fahre, von wo ich nicht wiederkehre, in das Land der Düsternis und des Todesschattens, das Land, das schwarz ist wie die Finsternis, das Land des Todesschattens, wo keine Ordnung herrscht, wo das Licht wie tiefe Finsternis ist.“ Auch hier wird deutlich, dass der Tod ohne Wiederkehr ist, zumindest in dem, was Menschen erst einmal erfahren können. Wir werden das später im Buch immer wieder sehen, dass der Zustand der Toten, wenn die Bibel beschreibt, hier in diesem Buch ganz besonders deutlich immer wieder hervorkommt.

[2:24] Da antwortete sofort der Name Zofar und sprach: „Soll die Menge der Worte unbeantwortet bleiben, und der Schwätzer recht behalten? Soll man geschwätzigen Männern den Mund stopfen? Dass du spottest und niemand sich schämt? Und du hast gesagt: ‚Meine Lehre ist lauter und ich bin vor deinen Augen rein.‘ O, dass doch Gott reden möchte und seine Lippen auftäte gegen dich!“ Hier ist ein Freund Hiobs, der eigentlich gekommen war, um ihn zu trösten, und sich jetzt wünscht, dass Gott gegen ihn redet. Ist es jetzt schon passiert, dass du dir wünschst, dass Gott gegen jemanden redet? Das ist offenbar etwas in unserem Herzen. „O, dass er dir doch die Geheimnisse der Weisheit verkündete! Denn es gibt noch doppelt so viele, wie du weißt. Du würdest dann erkennen, dass Gott dir noch nachlässt von deiner Schuld.“ „Kannst du die Tiefe Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen?“ Zofars Idee ist also: „Du wirst zwar für Sünde gestraft, aber eigentlich hättest du noch viel mehr Strafe verdient.“ Das ist eine Position.

[3:43] Und dann begründet er das mit der Unerforschlichkeit Gottes. Und wenn er ja auch Paulus in Römer 11 zum Beispiel deutlich spricht: „Kannst du zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen? Sie ist himmelhoch – was willst du tun? Tiefer als das Totenreich – was kannst du wissen? Ihre Ausdehnung ist größer als die Erde und breiter als das Meer.“ Man kann Gott nicht ergründen und seine Wege nicht verstehen bis ins Letzte. „Wenn er einherfährt, kann er verhaften und vor Gericht stellen. Wer will es ihm wehren? Denn er erkennt die nichtswürdigen Leute und sieht auch die Schuld, ohne dass er darauf achten muss. Kann ein Hohlkopf Verstand gewinnen oder ein Esel als Mensch geboren werden? Wenn du nun dein Herz fest ausrichtest und zu ihm deine Hände ausstreckst, wenn Unrecht an deinen Händen ist, so entferne es und lass in deinen Zelten nichts Böses wohnen.“ Wieder die Aufforderung: „Bekehr dich, lass ab von deiner Sünde! Ja, dann darfst du ohne Scheu dein Angesicht erheben und fest auftreten ohne Furcht. Dann wirst du deine Mühsal vergessen, wie man das Wasser vergisst, das darüber geflossen ist.“ Mit anderen Worten: „Wenn du dich nur von deiner Sünde bekehrst, die man ihm immer wieder, dem Hiob hier, vermutet, dass er sie hat, dann werden die Schwierigkeiten, die du gehabt hast, die werden einfach an dir vorbei plätschern.“ Das zeigt auch, wie wenig sich der Zofar hineinversetzt in dieses tiefe Leid. Denn der Hiob hat Kinder verloren.

[5:18] Das ist nicht etwas, was einfach kommt und geht. „Heller als der Mittag wird dein Leben aufgehen; das Dunkel wird wieder Morgen sein. Dann wirst du getrost sein, weil es Hoffnung gibt, und wirst um dich blicken und in Sicherheit dich niederlegen. Du legst dich zur Ruhe, und niemand schreckt dich auf. Und viele werden dann deine Gunst suchen. Aber die Augen der Gottlosen verschmachten; ihre Zuflucht geht ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist, dass sie den Geist aufgeben.“ Und damit sagt er wiederum, weil genau das ja die Hoffnung, die Hiob hat, die Hoffnung ist, dass er bald sterben wird, sagt er wiederum: „Deshalb muss es so sein.“ Im Grunde genommen sehen wir jetzt schon, wie das Gespräch sich immer um dieselben Punkte kreist und wie Zofar auch nicht in der Lage ist zu erfassen, was wirklich vor sich geht.

[6:05] Hiob antwortete und sprach: „Wahrlich, ihr seid die Leute, die rechten Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben!“ Einen ganz gehörigen Schuss Ironie auch in diesem Satz. „Auch ich habe Verstand wie ihr und stehe nicht hinter euch zurück. Wer wüsste denn diese Dinge nicht?“ Hiob weiß um Gottes Allmacht und Tiefe und Vollkommenheit und Unerforschlichkeit. Er weiß das. Und er weiß auch, dass Gott nicht nach seinen Sünden mit ihm gehandelt hat. Ein Punkt ist ja ein anderer: Sein Punkt ist, er hatte den Eindruck, mit Gott in enger Verbindung zu leben, und zwar zurecht. Er war ja ein Erlöster und versteht nicht, dass trotzdem jetzt dieses Unheil ihm widerfährt.

[6:50] „Ich bin wie einer, der zum Gespött für seine Freunde wird, dabei rief ich einst zu Gott und wurde von ihm erhört. Der Unterlegene, Rechte wird zum Gespött.“ Er weiß, dass er dafür Erfahrung gemacht hat und versteht nicht, dass jetzt ihm solche Dinge vorgeworfen werden. „Dem Unglück gebührt Verachtung“, so meint er, „ein Stoß noch für die, deren Fuß wankt.“ Und das beschreibt, wie er sich von seinen Freunden behandelt fühlt: „Sie treten noch nach, anstatt ihm aufzuhelfen.“

[7:22] „Die Zelte der Räuber haben Ruhe, und in Sicherheit leben die, welche Gott reizen, diejenigen, die Gott in ihrer Faust führen.“ Das ist eine Frage, die sich immer wieder auftut in der Bibel: Warum geht es denen, die Gott so, die Gott rebellieren, warum geht es ihnen scheinbar so gut? „Frage doch das Vieh, und es wird dich belehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden es dir verkünden. Oder rede mit der Erde, und sie wird dich unterweisen, und die Fische im Meer erzählen es dir.“

[7:47] Interessanter Gedanke, der auch unabhängig hier von der ganzen Hiob-Thematik eine sehr, sehr große Wahrheit enthält, nämlich, dass wir durch das Betrachten der Natur, der Schöpfung, Lehren, die Gott dort hineingeschrieben hat, für uns erkennen können. Wir dürfen und sollen die Natur zu unserem Lehrer machen. „Wer unter allen diesen wüsste nicht, dass die Hand des Herrn dies gemacht hat? In dessen Hand die Seele alles Lebendigen ist und der Geist jedes menschlichen Fleisches.“ Die Schöpfung ist ein ganz großes Thema im Buch Hiob, bis ans Ende, wie wir noch sehen werden.

[8:24] „Prüft nicht das Ohr die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt? Wohnt bei den Greisen die Weisheit und bei den Betagten der Verstand?“ Bei ihm, also bei Gott, ist Weisheit und Stärke, sein ist Rat und Verstand. Und erinnern uns dabei vielleicht an die Worte in Daniel 2, die wir selbst finden könnten, in denen genau das gesagt wird über Gott von Daniel. „Siehe, wenn er niederreißt, wird nicht wieder aufgebaut; wenn er über den Menschen zuschließt, wird nicht wieder geöffnet werden.“ Und erinnert uns vielleicht an Offenbarung 3, wenn dort eine Tür öffnet, kann sie nicht geschlossen werden; wenn er eine Tür schließt, kann sie nicht geöffnet werden. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir uns daran erinnern dürfen, dass bei dir Kraft und Weisheit ist, dass alle Macht dir gehört und dass wir in der Natur sehen können, wie du wirklich bist. In deinem Wort noch besser verstehen können, wie du wirklich bist. Durch dein Wort auch die Natur richtig verstehen können. Du sprichst zu uns durch dein Wort, durch die Natur, und lässt uns erkennen, dass alle Macht und alle Kraft bei dir ist und dass wir dadurch Hoffnung und Zuversicht bekommen und dir vertrauen. Das beten wir im Namen Jesu. Amen.
[9:37] [Musik]


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