In dieser Andacht der Serie „Gott auf meiner Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Psalmen 37, 38 und 39. Sie spricht über den vergänglichen Erfolg der Gottlosen im Kontrast zur ewigen Hoffnung der Gerechten. Ein besonderer Fokus liegt auf der tiefen Zerknirschung Davids über seine Sünde und der tröstlichen Gewissheit, dass Gott in solchen Momenten der Reue nahe ist und selbst kurze Stoßgebete erhört.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 37:35-39:4
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, herzlich willkommen zu "Gott auf meiner Seite".
[0:35] Heute geht es um die Seite 605, und wir möchten gemeinsam weiterstudieren in Psalm 37, dem 38. und den Beginn von Psalm 39. Und bevor wir das tun, wollen wir gemeinsam beten.
[0:49] Lieber Gott, wir danken dir, dass deine Gnade so unendlich und ewiglich ist, dass du alles ins Gericht bringen wirst, aber dass wir wissen dürfen, dass wir dir vertrauen, keine Angst haben müssen davor. Bitte segne jetzt unser Bibelstudium und hilf uns, dein Wort für uns ganz praktisch zu verstehen. Amen.
[1:12] Wir beginnen im Psalm 37 mit Vers 35: "Ich sah einen Gottlosen, der war gewalttätig und breitete sich aus wie einen grünen, tief wurzelnden Baum. Aber als man wieder vorbeiging, der war nicht mehr. Ich suchte ihn, doch er war nicht mehr zu finden."
[1:31] Das ist ein ganz interessantes Bild, was hier David gebraucht. Der Gottlose wird verglichen mit einem tiefgrünen, großen, tollen Baum. Und man bleibt vielleicht an so einem Baum stehen und bewundert seine Pracht. Aber diese Pracht ist nicht von Dauer, sie vergeht. Und so ist es mit den Gottlosen, die nicht mit Gott leben. Sie mögen vielleicht auf den ersten Blick erfolgreich wirken und dass ihr Leben ganz toll ist und sehr beneidenswert. Aber wenn das alles nicht von Dauer ist und sie eigentlich keine Hoffnung haben, dann ist das alles nichts.
[2:11] Psalm 37, Vers 37 und 38: "Achte auf den Unschuldigen und sie auf den Aufrichtigen, denn für den Mann des Friedens gibt es eine Zukunft. Das ist der Kontrast, dass die, die Gott nahe sind, die aufrichtig sind, Männer des Friedens, Frauen des Friedens, dass sie eine Zukunft haben. Die Übertreter jedoch werden allesamt vertilgt, und die Zukunft der Gottlosen wird abgeschnitten. Die Rettung der Gerechten kommt von dem Herrn. Er ist ihre Zuflucht zur Zeit der Drangsal. Der Herr wird ihnen beistehen, sie retten. Er wird sie retten von den Gottlosen und ihnen helfen, denn sie bergen sich bei ihm."
[2:52] Wir brauchen keine Angst haben, dass Gott uns nicht segnen wird, auch wenn es vielleicht in diesem Leben nicht überbordender Segen ist, in vielleicht finanzieller Hinsicht, oder dass ich vielleicht nicht den Partner bekomme oder gar keinen Partner bekomme. Dann dürfen wir wissen, dass Gott alles wieder in der Ewigkeit ausgleichen wird, dass er uns das schenken wird, was wir immer ersehnt haben. Und was sind diese paar Jahre auf der Erde gegen die Ewigkeit, die wir in vollkommener Harmonie und Frieden verbringen dürfen?
[3:29] Psalm 38, ein Psalm Davids, zum Gedenken: "Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, züchtige mich nicht in deinem Grimm! Denn deine Pfeile haben mich getroffen, und deine Hand liegt schwer auf mir. Es ist nichts Unversehrtes an meinem Fleisch von deinem Zorn, nichts Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde. Denn meine Verschuldungen gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie, zu schwer für mich. Meine Wunden stinken und eitern um meine Torheit willen. Ich bin tief gebeugt und niedergedrückt. Ich gehe trauernd einher den ganzen Tag. Denn meine Lenden sind voll Brand, und es ist nichts Unversehrtes an meinem Fleisch. Ich bin kraftlos und zermürbt. Ich schreie vor Unruhe meines Herzens. Herr, all mein Verlangen ist vor dir offenbar, und mein Seufzen ist mir nicht verborgen. Mein Herz pocht heftig, meine Kraft hat mich verlassen, und selbst das Licht meiner Augen ist mir geschwunden. Meine Lieben und Freunde stehen abseits wegen meiner Plage, und meine Nächsten halten sich fern."
[4:52] Der erste Abschnitt dieses Psalms ist sehr, sehr mitfühlend, ja. Also, man bekommt viel Mitgefühl. Es ist sehr niederschmetternd, wie David hier den Zustand beschreibt, den Herzenszustand. Die Sünde ist wie eine schwere Last auf dem Herzen. Hast du schon mal die Sünde als eine sehr schwere Last gehabt, die du nicht abschütteln kannst? Bist du schon mal kraftlos gewesen wegen deiner Sünde, die dich so niederdrückt? Hast du schon mal alle Fröhlichkeit und alles Lächeln verloren, weil du so traurig warst über dich selber? Dann geht es dir wie dem David hier. Die Sünde macht uns Menschen kaputt, und sie führt sogar zu Einsamkeit, wie wir gelesen haben, dass die, die uns nah waren, die uns lieb waren, die uns eng waren, dass sie sich fernhalten wegen unserer Plage.
[5:49] Vers 13: "Die mir nach dem Leben trachten, legen mir Schlingen, und die mein Unglück suchen, besprechen meinen Untergang, sie ersinnen Lügen den ganzen Tag. Ich aber bin wie ein Tauber und höre nichts, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. Ja, ich bin wie einer, der nichts hört und dessen Mund kein Widerspruch ist. Denn auf dich, Herr, harre ich. Du wirst antworten, Herr, mein Gott! Denn ich sagte: Dass sie nur nicht über mich frohlocken, nicht großtun gegen mich, wenn mein Fuß wankt! Denn ich bin nahe daran zu fallen, und mein Schmerz ist stets vor mir. Denn ich bekenne meine Schuld und bin bekümmert wegen meiner Sünde."
[6:35] Wir sehen hier einen Menschen, der sehr zerknirscht ist über seinen eigenen Zustand, der traurig ist über die Sünden, die er begangen hat. Wir sehen einen Menschen, der voller Reue ist. Und der Zustand der Reue, echter Reue, ist ein Zustand, in dem wir wissen dürfen, dass Gott bei uns ist, dass er ganz nahe ist. Echte Reue kommt nicht von uns selber, ist nichts, was aus uns Menschen natürlich hervorkommt. Echte Reue schenkt nur Gott. Und wenn wir diesen Zustand haben, den, der hier in diesem Psalm 38 beschrieben ist, dann dürfen wir wissen, dass der Heilige Geist bereits in unserem Herzen wirkt, weil diese Reue etwas ist, was von Gott gewirkt ist. Vers 20: "Meine Feinde aber gedeihen und sind mächtig, und zahlreich sind die mich unter falschem Vorwand hassen, die mir Gutes mit Bösem zu vergelten, sind meine Widersacher, weil ich dem Guten nachjage. Verlass mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht fern von mir! Eile zu meiner Hilfe, Herr, mein Heil!"
[7:47] Dieses Stoßgebet in diesen letzten beiden Versen ist ein Gebet, was ein einfaches Gebet, was wir immer beten können, wenn es uns schlecht geht. Manchmal ist es so, dass, wenn man in schlechten Umständen ist, Probleme hat, Herausforderungen, vor Versuchungen steht, Sünde begangen hat, dass man gar nicht viel beten kann, weil einem die Tränen kommen, oder weil man gar nicht sein Herz ausschütten kann, weil man sich so schlecht fühlt. Und es reicht zu sagen: "Verlass mich nicht, Herr!" Es reicht auch zu sagen: "Sei nicht fern von mir!" oder zu sagen: "Herr, hilf mir!" Das sind Gebete, die Gott sofort erhört. Es reichen drei Worte, um Gottes Hilfe herbeizusehnen und herbeizurufen.
[8:32] Psalm 39, dem Vorsänger, dem Jedutun, ein Psalm Davids: "Ich aber, ich habe gesagt: Ich will auf meine Wege achten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund im Zaum halten, solange der Gottlose vor mir ist. Ich war gänzlich verstummt, schwieg auch vom Guten. Aber mein Schmerz fraß in mir."
[9:02] Wir können uns vieles vornehmen in unserem Leben, gute Menschen zu sein. Aber wenn wir es aus eigener Kraft tun, dann wird es schwer. Und wir wollen morgen in der Andacht sehen, wie es hier weitergeht in diesem Psalm 39, wie wir nicht aus eigener Kraft Gutes tun können, sondern wie wir Gottes Kraft in Anspruch nehmen können, um ihm zu folgen und auf seinen Wegen zu wandeln. Lasst uns gemeinsam beten.
[9:27] Herr, in dunklen Stunden, wenn wir niedergedrückt sind, wenn es uns geht wie dem David in Psalm 38, dann dürfen wir wissen, dass du uns ganz nahe bist. Du hörst unser Gebet, und wenn es zwei oder drei Worte sind, Herr, dann kommst du und erfüllst unser Herz mit Frieden. Wir danken dir, dass deinen Frieden und deine Ruhe sofort in unser Herz strömen, wenn wir es brauchen. Und wir bitten dich, dass du uns diese Erfahrung schenken lässt. Amen.
[9:59] [Musik]
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