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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beendet Rabea Kramp die Betrachtung des schwermütigen Psalms 88 und leitet über zu Psalm 89. Sie beleuchtet die tiefe Verzweiflung des Psalmisten und betont die Bedeutung des täglichen Gebets, selbst in größter Not. Anschließend wird die unverbrüchliche Treue Gottes und sein ewiger Bund mit David als Quelle des Trostes und der Hoffnung hervorgehoben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:43] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute lesen wir zusammen auf Seite 635. Wir beenden den Psalm 88 und fangen Psalm 89 an. Und vorher wollen wir gemeinsam beten.

[0:57] Lieber Gott im Himmel, ich möchte danken, dass deine Wohnungen so lieblich sind, dass dein Heiligtum in unserem Leben Gestalt annimmt, indem wir im Glauben dein Geschenk am Kreuz annehmen und in Anspruch nehmen. Ja, unsere Gebete kommen direkt ins Heiligtum und du bringst sie vor den Vater. Was für ein Vorrecht das ist, dass wir wissen dürfen, dass du täglich dienst und für uns eintrittst. Lass uns in dieser Gewissheit dein Wort jetzt lesen und auch heute leben. Amen.

[1:35] Wir beginnen im Psalm 88 und dort Vers 5. Wir haben den Psalm angefangen und gemerkt, dass es eine sehr schwermütige Melodie ist, ein sehr schwermütiges Thema. Und ihr werdet merken, dass es genauso bis zum Ende des Psalms weitergeht.

[1:53] "Ich werde schon zu denen gerechnet, die in die Grube hinabfahren. Ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. Ich liege unter den Toten, bin den Erschlagenen gleich, die im Grab ruhen, an die du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgeschnitten sind. Du hast mich in die unterste Grube gelegt, in die Finsternis, in die Tiefe. Auf mir lastet dein Grimm und du bedrängst mich mit allen deinen Wogen. Du hast meine Bekannten von mir entfremdet. Du hast mich ihnen zur Abscheu gemacht. Ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus. Mein Auge verschmachtet vor Elend. Ich rufe dich, Herr, täglich an, strecke meine Hände aus nach dir."

[2:44] Diese Situation, die hier beschrieben wird, ist eine sehr traurige, eine sehr bedrückende Atmosphäre kommt uns hier aus den Worten entgegen. Und wir merken, wie schlecht es dieser Person geht, die hier spricht. Und vielleicht ist diese Erfahrung auch deine Erfahrung schon gewesen, dass du gedacht hast, du bist dem Tod nahe, weil es dir schlecht geht, vielleicht weil du krank bist, weil du so einen großen Kummer hast, oder weil du weder ein noch aus weißt, weil dein Leben in eine Richtung geht, in die du nie wolltest oder nie gedacht hast, dass du in so eine Situation kommst.

[3:27] Aber der Psalmist sagt auch: "Ich rufe dich täglich an." Wenn wir in solchen Situationen sind, dann sind wir Gott oft unglaublich nah. Wir dürfen ihn nicht vergessen, wir dürfen uns nicht entmutigen lassen zu beten. So wie Hiob hat an ihm festgehalten, obwohl er das alles nicht verstanden hat, was ihm widerfahren ist. Aber er hat an Gott festgehalten und es hat sich am Ende ausgezahlt. Die Hände nach Gott auszustrecken bedeutet, dass man Gott entgegengehen möchte. Aber in Wirklichkeit kommt Gott uns entgegen, bevor wir auch nur einen Finger ausgestreckt haben, nimmt Gott uns in den Arm, auch wenn wir das vielleicht nicht immer spüren. Aber Gott ist uns nah, all denen, die zerbrochenen, zerschlagenen Geistes sind, sagt die Bibel.

[4:21] Vers 11: "Wirst du an den Toten Wunder tun? Oder werden die Schatten auferstehen und dich preisen? Wird man im Grab deine Gnade verkünden, deine Wahrheit im Abgrund? Werden deine Wunder in der Finsternis bekannt, deine Gerechtigkeit im Land der Vergessenheit?" Diese drei Verse sind lauter rhetorische Fragen. Und die Antwort darauf muss lauten: Nein. Denn wenn wir tot sind, können wir all das nicht tun. Wenn wir tot sind, dann schlafen wir. Die Toten können Gott nicht preisen, sie können in der Finsternis keine Gnade mehr erfahren. Ihr Leben ist gelebt und das Urteil wartet auf sie.

[5:01] Und Vers 14 heißt es: "Ich schreie zu dir, Herr, am Morgen kommt dir mein Gebet entgegen." Wenn wir Gott jeden Tag suchen und wenn wir uns früh mit Gott beschäftigen, dann hilft uns das durch den Tag. Es ist wie in Vers 10, der Psalmist gesagt hat: "Herr, ich rufe dich täglich an." Dieser tägliche Kontakt mit Gott ist unglaublich wichtig, nicht nur wenn es uns schlecht geht, sondern auch wenn es uns gut geht. Denn dann haben wir für die schlechten Zeiten eine tiefe Beziehung mit Gott und vorgesorgt, dass wir ihn auch gut kennen.

[5:41] Vers 15: "Warum, Herr, verwirfst du meine Seele, verbirgst du dein Angesicht von mir? Von Jugend auf bin ich elend und dem Tod nah. Ich trage deine Schrecken und weiß mir keinen Rat. Deine Zornesgerichte ergehen über mich, deine Schrecknisse vernichten mich. Sie umgeben mich wie Wasser den ganzen Tag, sie umringen mich allesamt. Freunde und Gefährten hast du von mir weggetan, meine Vertrauten in die Finsternis."

[6:14] Jemand, der sehr alleingelassen ist, jemand, der ja, niemand mehr hat, der ihm einen Rat gibt, der ihn umarmt, der sich auch die Sorgen anhört – so ist diese Person in diesem Psalm. Und doch gibt es Trost in diesem ganzen Elend, das wir hier lesen, gibt es Trost. Denn es gibt den Einen, der immer da ist, einen, der dir immer zuhört, auch wenn alle anderen um dich herum sich verlassen haben, niemand mehr da ist, der dich umgibt, niemand, der ein offenes Ohr hat, niemand, der seine Hand auf deine Schulter legt. Dann gibt es Jesus, der genau das tut. Und diese Gewissheit, die dürfen wir immer haben.

[7:00] Psalm 89, ein Maskil von Etan, dem Esrachiter. Und darauf möchte ich kurz eingehen, denn dieser Etan, den finden wir tatsächlich in einer anderen Stelle der Bibel, nämlich in 1. Könige 5 und dort Vers 11. Und da wird etwas sehr Interessantes über diesen Etan gesagt. In 1. Könige 5,11 heißt es nämlich: "Er", damit ist Salomo gemeint, "war weiser als alle Menschen, auch weiser als Etan, der Esrachiter, und Heman und Kalkol und Darda" und so weiter. Also wir lernen von Etan, dass er ein sehr weiser Mann gewesen sein muss. Salomo war zwar weiser, aber er wird doch mit Namen erwähnt und herausgehoben unter den Menschen, dass er jemand war, auf den man wirklich gehört hat, der weise war, der guten Rat holen konnte. Und von diesem weisen Etan wollen wir den Psalm 89 lesen. Vers 2: "Die Gnadenerweise des Herrn will ich ewiglich besingen, von Geschlecht zu Geschlecht deine Treue mit meinem Mund verkünden. Ich sage: Auf ewig wird die Gnade gebaut, deine Treue gründest du fest in den Himmel. Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, habe meinem Knecht David geschworen: Auf ewig will ich deinen Namen fest gründen und für alle Geschlechter deinen Thron bauen."

[8:28] Diese Verheißung und dieses Versprechen, das kennt ihr schon aus 1. Chronik 17 oder aus 2. Samuel 7, wo genau dasselbe Gott David verheißen wurde. Nämlich David sagt: "Gott, ich möchte dir ein Haus bauen." Und was macht Gott? Gott sagt: "Nein, David, ich will dir ein Haus bauen." Gott verspricht David, dass er ihm ein ewiges Geschlecht geben wird, das Bestand haben wird.

[8:55] "Und die Himmel werden deine Wundertaten preisen, Herr, ja, deine Treue in der Gemeinde der Heiligen. Denn wer in den Wolken ist, dem Herrn zu vergleichen? Wer ist dem Herrn ähnlich unter den Gottessöhnen?" Wieder eine rhetorische Frage. Natürlich niemand. Gott ist sehr gefürchtet im Kreis der Heiligen und furchtgebietend über alle um ihn her. Gottes Ansehen im Himmel und Universum ist so reich, so ja, furchtgebietend, so er ist gefürchtet, aber nicht, dass die Geschöpfe Angst vor ihm hätten. Herrgott hat kein Angstregime, keine Furchtherrschaft, sondern er ist so erhaben und so allmächtig, dass alle vor ihm niederfallen und seine Liebe, die er zu all seinen Geschöpfen hat, erwidern.

[9:42] Vers 9: "Herr, Gott Zebaoth, wer ist so mächtig wie du, Herr? Und deine Treue ist um dich her." Ja, die Treue Gottes umgibt Gott und ist das Licht, das Gott umgibt. Es ist ein Ausdruck dieser Treue. "Du beherrschst das ungestüme Meer. Wenn sich seine Wogen erheben, so stillst du sie." Das haben wir bei Jesus gesehen, er hat auch den Sturm gestillt. "Du hast Rahab", damit ist Ägypten gemeint, "zermalmt wie einen Erschlagenen. Deine Feinde zerstreut mit einem starken Arm. Dein sind die Himmel, dir gehört auch die Erde. Der Erdkreis und alles, was ihn erfüllt, du hast es alles gegründet." Gott ist der Schöpfer von allem. Jesus ist der Schöpfer. "Norden und Süden hast du erschaffen. Tabor und Hermon", das sind zwei sehr hohe Berge, "jauchzen über deinen Namen. Du hast einen Arm voll Kraft, stark ist deine Hand, hoch erhoben deine Rechte."

[10:43] Lasst uns zu diesem Gott beten. Lieber Vater im Himmel, wir sind dir so dankbar, dass du so ein liebenswürdiger Gott bist, dass du das Universum mit deiner Liebe füllst und alle Geschöpfe, die du gemacht hast, ein Ausdruck deiner Liebe sind. Du bist furchtgebietend, du bist mächtig, du bist allmächtig, du bist allwissend, aber in allem, was du bist, bist du vor allem die Liebe. Dafür möchten wir danken. Amen.


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