In dieser Andacht zur Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Psalmen 106 und 107. Sie zeigt Israels wiederholtes Versagen und Gottes unerschütterliche Treue, der sein Volk trotz seiner Sünden immer wieder rettet. Die Sprecherin betont, wie Gott sogar Unglück zulässt, um Herzen zu beugen und Menschen zu sich zurückzuführen, und zieht Parallelen zur erlösenden Kraft Jesu.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 106:34-107:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“. Heute lesen wir zusammen Seite 647 und wollen weiter Psalm 106 lesen, den wir gestern begonnen haben, und sehen, wie es mit dem Volk weitergeht, und auch Psalm 107 beginnen. Und davor gemeinsam beten wir.
[0:51] Lieber Jesus, wir können in der Bibel so wunderbar sehen, wie du dein Volk geführt hast, wie du sie immer wieder zu dir gezogen hast, auch wenn sie es ja nicht gemerkt haben und manchmal nicht mal wollten. So tust du es auch mit uns, und dafür wollen wir dir danken, dass du uns nie allein lässt und dass du deinem Bund ganz treu hältst. Amen.
[1:23] Wir haben gelesen, wie es Israel ergangen ist beim Exodus, wie es durch das Schilfmeer gegangen ist, wie es ja durch die Wüste gezogen ist mit Mose, und wie es am Baal-Peor sich sehr versündigt hat. Und an dieser Wegmarke sind wir momentan in diesen Psalmen und lesen weiter in Vers 34: „Sie vertilgten die Völker nicht, als sie in Kanaan waren, wie ihnen der Herr geboten hatte, sondern sie vermischten sich mit den Heidenvölkern und lernten ihre Werke. Und sie dienten ihren Götzen, und sie wurden ihnen zum Fallstrick. Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen.“
[2:12] Diese Verse sind unglaublich beklemmend. Nicht nur, dass die Israeliten nicht Gottes Willen gehorcht haben, die Heidenvölker zu vertreiben, sie haben sich zu allem Überfluss auch noch mit ihnen vermischt. Sie haben ihre Töchter zu Frauen genommen, so erzählt es uns das Buch Richter in Kapitel 3. Sie haben ihre Götter angenommen und haben nicht mehr Gott angebetet, sondern die Götzen dieser Heiden und haben ihre eigenen Kinder diesen Götzen geopfert.
[2:52] Niemand wahrscheinlich hätte sich viele Jahrzehnte zuvor beim Auszug aus Ägypten das hätte träumen lassen, dass es dazu einmal kommen würde. Aber das ist das Wesen der Sünde: Sie beginnt klein und unscheinbar, aber sie kann ein großes Unglück über uns bringen, wenn wir ihr nicht Einhalt gebieten und wenn wir sie nicht Gott übergeben.
[3:16] Es heißt weiter in Vers 38: „Und sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten. Und so wurde das Land durch Blutschuld entweiht. Und sie machten sich unrein mit ihren Werken und begingen Hurerei mit ihrem Tun.“ Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen sein Volk, und er verabscheute sein Erbteil.
[3:44] Sie haben es so übel getrieben, dass Gott wirklich ja Ekel hatte, Abscheu vor seinem eigenen erwählten Volk, vor den Kindern, die er ja so behutsam behandelt hat, für die er so viel getan hat. Und er hat sich ja richtig distanziert von ihnen.
[4:05] „Und er gab sie in die Hand der Heidenvölker, dass ihre Hasser über sie herrschten. Und ihre Feinde bedrückten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihrer Hand. Er rettete sie oftmals, aber sie widerstrebten ihm mit ihren Plänen, und sie sanken immer tiefer durch ihre Ungerechtigkeit.“
[4:27] Gott hat immer wieder versucht, sie zurückzuholen, sie zu sich zu ziehen, sie von der Sünde zu reinigen, ihnen sein wunderbares Wesen zu offenbaren. Aber sie wollten die Sünde nicht lassen, sie widerstrebten ihm. Und wer das schon mal erlebt hat von euch, dass man einen Menschen, der wirklich im Begriff ist, ja wirklich unterzugehen oder abhanden zu kommen, und der sich wirklich nicht der Sünde absagen will, da dringt man manchmal kaum durch. Und so ging es Gott auch mit seinem Volk. Er drang nicht zu ihnen durch, weil ihre Herzen so verstockt waren.
[5:17] „Aber er sah ihre Not an, als er ihr Schreien hörte, und er gedachte an seinen Bund mit ihnen und empfand Mitleid nach seiner großen Gnade.“ Gottes Treue – und das ist so eine tröstliche Botschaft, die wir immer wieder in der Bibel lesen, dass Gott seinen Bund hält. „Und er ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hielten.“
[5:42] Da denke ich an Nehemia und an Esra, auch schon an Daniel. „Rette uns, Herr, unser Gott, sammle uns aus den Heidenvölkern, dass wir deinem heiligen Namen danken und uns glücklich preisen zu deinem Lob. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und alles Volk soll sagen: Amen! Hallelujah!“
[6:09] Ein Happy End, wie dieser Psalm uns zeigt. Und natürlich wissen wir, dass es am Ende ein Happy End geben wird, aber es werden auch viele auf diesem Weg verloren gehen. Und um jeden einzelnen Menschen wird Gott traurig sein, wenn du fehlst im Himmel. Gott wird traurig sein, wenn er dich nicht retten konnte, für den er so viel investiert hat.
[6:37] Psalm 107. Psalm 107, Vers 1: „Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich!“ So sollen sagen die Erlösten des Herrn, die erlöst hat aus der Hand des Bedrängers und ja, gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und von Meer. „Sie irrten umher in der Wüste auf dem Weg, sie fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten. Hungrig und durstig waren sie, ihre Seele verschmachtete in ihnen.“
[7:05] „Da schrien sie zum Herrn in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten und führte sie auf den rechten Weg.“ Diese Verse, da schrien sie zum Herrn in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten – diese Verse werden ein Refrain sein in diesem Psalm, und diese Aussage wird uns öfter begegnen.
[7:33] Vers 8: „Sie sollen dem Herrn danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern.“ Auch diese Aussage ist ein Refrain, den wir immer wieder finden werden. „Denn er hat die durstige Seele getränkt und die hungrige Seele mit Gutem erfüllt, die in Finsternis und Todesschatten saßen.“ Das erinnert uns an Psalm 23. „Gebunden in Elend und Eisen, weil sie den Worten Gottes widerstrebt und den Rat des Höchsten verachtet hatten, so dass er ihr Herz durch Unglück beugte. Sie strauchelten, und niemand half ihnen.“
[8:15] Dieser Psalm hat viel Gemeinsamkeit mit dem vorangegangenen Psalm. Auch hier finden wir ein Volk, das Gott widerstrebt, das umherirrt, das durstig ist, das nicht ein noch aus weiß, das sich verstrickt in Sünde, und das aber ja Rettung sucht bei Gott. Und wieder sehen wir, wie Gott ihnen hilft.
[8:40] Er beugt ihr Herz durch Unglück – eine interessante Aussage.
[8:50] Und wir können das vielleicht sogar in unserem eigenen Leben oder im Leben von anderen sehen, dass Gott Unglück zulässt, wenn es zum Guten dient, wenn es uns hilft, Gott näher zu kommen. Denn das ist nicht nur ein Mechanismus, der bei gläubigen Menschen greift, dass wenn es uns schlecht geht, dass wir Gott suchen oder sie ja, wenn kein Mensch uns helfen kann, die göttliche Hilfe suchen. Das geht auch Menschen so, die gar nicht an Gott glauben oder wenig an Gott glauben. Und Gott weiß das, und Gott nutzt das auch, dass wir ihm näher kommen, dass wir zu ihm nahen.
[9:32] Es heißt weiter, Vers 13: „Da schrien sie zum Herrn in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten.“ Dieses, das ist der Refrain, den wir schon gelesen haben. „Er führte sie heraus aus Finsternis und Todesschatten.“ Auch diese Aussage ist uns schon in Vers 7 begegnet. „Und zerriss ihre Fesseln. Sie sollen dem Herrn danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern, denn er hat eherne Türen zerbrochen und eiserne Riegel zerschlagen.“
[10:03] Und dieser letzte Vers, den finden wir tatsächlich an einer anderen Stelle in der Bibel, nämlich der Prophet Jesaja zitiert diesen Vers in Kapitel 45, Vers 1 und 2. Und ihr könnt das mal nachlesen, da spricht er nämlich vom Kyrus, dem großen Befreier. Und anhand dieses letzten Verses können wir eruieren, worüber dieser Psalm 107 spricht, nämlich über die babylonische Gefangenschaft. Und ja, dieses Unglück, mit dem er sein Volk gebeugt hat, das ist das babylonische Exil gewesen. Und Gott spricht zu Kyrus, dass er die ehernen Türen und die eisernen Riegel zerschlagen und zerbrechen wird. Und Kyrus ist ein Typus auf Jesus. Und am Ende möchte Gott natürlich, dass Jesus die Riegel und die Türen in unserem Herzen, die geschlossen sind, aufbricht und dass er durchdringt zu uns, damit wir gerettet werden können.
[11:02] Was muss dafür beten? Lieber Vater im Himmel, danke, dass du beständig an unsere Herzentür klopfst, dass du uns nie aufgibst, dass du immer treu bist zu dem Bund, den du geschworen hast. Herr, vergib uns, wo wir dir widerstrebt sind, wo wir ja unsere Herzen dir nicht geöffnet haben. Verhilf uns heute, dass wir dies tun und dass wir mit dir leben. In deinem Namen, Amen.
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