In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Verse 45 bis 77 aus Psalm 119. Sie spricht darüber, wie Gottes Gesetz nicht nur eine Last, sondern eine Quelle der Freude, des Trostes und der Freiheit ist. Die Predigt ermutigt dazu, Gottes Gebote als ein kostbares Erbe anzunehmen, sich nicht für den Glauben zu schämen und in Demut die Güte und Herrlichkeit Gottes zu erkennen.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 119:45-119:77
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf meiner Seite“. Heute lesen wir zusammen die Seite 655, wollen weiter den Psalm 119 und das Gesetz Gottes studieren und in vollem Umfang beten. Lieber Herr Jesus, ein Gesetz hast du in unsere Herzen gelegt. Du hast es nicht nur auf steinernen Tafeln geschrieben, sondern du möchtest, dass dein Gesetz in uns Raum gewinnt und dass es nach außen hin sichtbar wird, indem wir dir folgen. Wenn wir heute darüber lesen und darüber studieren, gib, dass wir diese Erfahrung machen dürfen und dass wir dein Gesetz liebhaben.
[1:13] Wir starten in Vers 45 und dort heißt es: „Ich werde wandeln in weitem Raum, denn ich suche deine Befehle. Ja, ich will vor Königen von deinen Zeugnissen reden und mich nicht schämen.“ Diesen Gedanken finden wir auch im Neuen Testament in Römer 1,16, wo es auch heißt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht“, sagt Paulus. Und wir werden vielleicht im Leben mal die Möglichkeit bekommen, von jemandem vom Gesetz Gottes zu reden, der viel höher steht als wir, der ein sehr bedeutender Mensch ist. Und dann sollen wir uns nicht dafür schämen, was wir glauben. „Und ich will mich freuen an deinen Geboten, die ich liebe.“ Da kommt der Vers auch in den Sinn, wo es heißt: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Und wenn ich Gottes Gebote liebe und im Herzen habe, dann will ich davon reden. „Ich will meine Hände ausstrecken nach deinen Geboten, die ich liebe, und will über deine Anweisungen nachsinnen.“ Wenn wir Gottes Wort lieben, dann denken wir auch darüber nach. Das ist genauso, wenn wir verliebt sind in einen Menschen, dann sind unsere Gedanken nur bei dieser Person. Und mit dem Gesetz Gottes machen wir genau dieselbe Erfahrung, wenn es denn so ist, dass wir seine Gebote lieben.
[2:34] Wir kommen zum nächsten Buchstaben: Zayin. „Gedenke an das Wort für deinen Knecht, auf dass du mich hast hoffen lassen. Das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich belebt. Die Frechen haben mich arg verspottet; dennoch bin ich von deinem Gesetz nicht abgewichen. Wenn ich an deine ewigen Bestimmungen denke, Herr, so werde ich getröstet. Zornglut hat mich ergriffen wegen der Gottlosen, die dein Gesetz verlassen. Deine Anweisungen sind meine Lieder geworden in dem Haus, in dem ich als Fremdling wohne. Bei Nacht denke ich an deinen Namen, Herr, und ich bewahre dein Gesetz. Das ist mir zuteil geworden, dass ich deine Befehle befolgen darf.“ Ja, wir haben vielleicht nicht so diesen Gedanken vor Augen, dass wir Gottes Gebote befolgen dürfen. Wir denken wahrscheinlich eher, dass wir Gottes Gebote befolgen müssen. Aber es ist tatsächlich ein Vorrecht, Gottes Gebote befolgen zu dürfen, weil wir seine Kinder sind. Das ist ein Vorrecht, ein Gotteskind zu sein. Und es spricht hier wieder davon, dass wir – ja, dass uns die Gebote zum Lied werden, dass sie in unserem Kopf sind, dass wir darüber nachdenken, nachsinnen, dass es uns ein Trost ist im Elend und dass es uns einfach auch guttut, das Gesetz Gottes.
[4:00] Der nächste Buchstabe: Chet. „Ich sage: Das ist mein Teil, Herr, dass ich deine Worte befolge.“ Und das Wort „Teil“ kann hier auch mit „Erbteil“ übersetzt werden. Sozusagen ist das Wort Gottes unser Erbe, das wir mitbekommen. Wir sind Kinder Gottes und das Wort Gottes ist das, was Gott uns mitgibt als Erbteil. „Ich flehe von ganzem Herzen um deine Gunst; sei mir gnädig nach deinem Wort. Als ich meine Wege bedachte, da wandten sich meine Füße zu deinen Zeugnissen.“ Vielleicht hat der eine oder andere von euch diese Erfahrung im Leben gemacht, gerade wenn wir nicht immer mit Gott gegangen sind, wenn wir andere Wege eingeschlagen haben im Leben und vielleicht zu dem Punkt gekommen sind, dass wir darüber nachgedacht haben, was unser Leben eigentlich bisher war. Und wenn wir dann an Gottes Gebote denken und an Gottes Wort und wie schön eigentlich Gott alles so gemacht hat für uns, dann wenden wir unseren Fuß, dann sagen wir: „Nein, ich mache eine 180-Grad-Drehung, ich gehe in die Richtung, ich möchte Gottes Wege befolgen.“
[5:12] Und das sollte so geschehen. „Ich eile und säume nicht.“ Das erinnert uns auch an das Pauluswort, wo es sagt: „Jagt dem Frieden nach!“ Zögert nicht. Wir sollen uns beeilen, die Gebote zu befolgen. „Die Schlingen der Gottlosen umgeben mich, aber ich vergesse dein Gesetz nicht.“ „Mitten in der Nacht stehe ich auf, um dir zu danken für die Bestimmungen deiner Gerechtigkeit.“ Hat Gott dich schon mal geweckt mitten in der Nacht und du hattest den Eindruck: „Ich muss beten, ich muss über das Wort Gottes nachdenken“? Dann ist das diese Erfahrung aus diesem Vers. „Ich bin verbunden mit allen, die dich fürchten und die deine Befehle befolgen.“ Wir machen die Erfahrung, dass wir mit Christen, egal wo wir sind, auch wenn wir Christen treffen, die aus ganz anderen Teilen der Welt kommen, dass wir sofort eine Verbundenheit spüren aufgrund der gemeinsamen Liebe, die wir zum Wort Gottes haben. „Herr, die Erde ist erfüllt von deiner Güte; lehre mich deine Anweisungen.“
[6:14] Diese Aussage, dass die Erde erfüllt ist von Gottes Güte, die finden wir auch an anderen Stellen in der Bibel. Es gibt in Jesaja 6,3, wo es heißt: „Die Erde ist erfüllt von deiner Herrlichkeit.“ Und tatsächlich gibt es einen weiteren Vers in der Bibel, der beides zusammenbringt, dass die Erde erfüllt ist mit der Güte und mit der Herrlichkeit. Und diesen Vers würde ich gerne mit euch lesen. Wir finden den nämlich in 2. Mose 33,18 und 19, wo Mose die Herrlichkeit des Herrn schaut. Mose sagt da so: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“ Und der Herr sprach zu Mose: „Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen.“ Mose bittet darum, die Herrlichkeit zu sehen, und Gott sagt: „Ja, du wirst meine Güte sehen.“ Und da sehen wir, dass dies ein austauschbarer Begriff ist und dass in der Herrlichkeit Gottes die Güte Gottes liegt. Wir lesen weiter mit dem nächsten Buchstaben im hebräischen Alphabet.
[7:22] Tet. „Du tust an deinem Knecht wohl nach deinem Wort.“ „Lehre mich rechte Einsicht und Erkenntnis, denn ich habe deinen Geboten geglaubt. Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber befolge ich dein Wort.“ Ja, im christlichen Leben hat die Demut ihren Platz. Und auch die Demütigung geht ja der Vergebung oft auch voraus. Wenn wir etwas bereuen, dann demütigen wir uns vor Gott, weil wir merken, dass in uns nichts Gutes wohnt. Und danach folgt die Zeile, die da steht: „Nun aber befolge ich dein Wort.“ Wir sind gedemütigt und dann klammern wir uns an das Wort Gottes. „Du bist gut und tust Gutes.“ Das zeigt, dass Gott genau das auch praktiziert, was er ist. Er ist nicht einfach nur die Güte, sondern er praktiziert auch die Güte. „Lehre mich deine Anweisungen. Die Hochmütigen haben Lügen gegen mich erdichtet; ich aber befolge von ganzem Herzen deine Befehle. Ihr Herz ist stumpf wie von Fett, doch ich habe meine Wonne an deinem Gesetz.“ Als ich diesen Vers 70 gelesen habe, dass das Herz stumpf ist von Fett, da bin ich ein bisschen daran hängen geblieben. Ich weiß auch nicht ganz, warum mich dieser Gedanke gepackt hat, aber ich wollte verstehen, wie das gemeint ist. Und ich habe im Hebräischen gefunden, dass dieses Wort „stumpf“ auch heißt, dass wir unempfindlich geworden sind für das Wort Gottes. Und so ist es, ja, so geht es denen, die an Gott nicht glauben: Ihr Herz ist unempfindlich, unempfänglich können wir vielleicht sagen, für das Wort Gottes. Und dieses Wort „stumpf“ kommt tatsächlich nur einmal in der Bibel vor, nämlich an dieser Stelle. Und wir können dieses – ja, dieses Wort hier so verstehen als ein Unempfindlichsein für Gottes Heiligen Geist. „Doch ich habe meine Wonne an deinem Gesetz. Es ist gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Anweisungen lerne.“ Wenn wir Gott lieben, dann werden wir verstehen, warum wir diese Demut brauchen und dieses Gedemütigtwerden, weil dann kommen wir näher zu Gott. „Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold- und Silberstücken.“
[9:56] Jod. „Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne. Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, denn ich hoffe auf dein Wort. Herr, ich weiß, dass deine Bestimmungen gerecht sind und dass du mich in Treue gedemütigt hast.“ Wieder haben wir diesen Gedanken, dass Gedemütigtwerden irgendwie den Psalmisten bewegt. Dieser Umstand des Gedemütigtwerdens im Zusammenhang mit dem Gesetz. „Lass doch deine Gnade mein Trost sein nach deinem Wort an deinem Knecht. Lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe; denn dein Gesetz ist meine Freude.“ Wieder haben wir diese Verbindung von Gesetz, Freude und Barmherzigkeit und Gnade. Also Gottes Gesetz ist keine Last, es ist nichts, was uns bedrücken soll, sondern es ist das, was uns Gnade schenkt, Barmherzigkeit und Gottes Güte ausdrückt.
[10:54] Lasst uns gemeinsam beten. Herr, wir können den Psalm 119 sehen und lesen und verstehen, dass dein Gesetz etwas Positives ist, dass du mit deinem Gesetz deinen Charakter ausdrücken wolltest, wie du bist: dass du herrlich bist, dass du gütig bist, dass du die Barmherzigkeit bist, die Gnade. Herr, lass uns viel besser noch verstehen, dass deine Gebote keine Last, sondern eine Freude sind. Das bitte ich dich heute für uns an diesem Tag.
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