Rabea Kramp führt in dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ durch die Wallfahrtslieder (Psalmen 120-124). Sie erklärt den historischen Kontext der Pilgerreisen nach Jerusalem zu den großen Festen und die Bedeutung dieser Lieder für die Gläubigen damals und heute. Die Sprecherin beleuchtet, wie die Psalmen Trost, Schutz und die Gewissheit von Gottes ständiger Gegenwart vermitteln, selbst in Zeiten der Bedrängnis. Eine inspirierende Betrachtung über Vertrauen und den Weg zum himmlischen Jerusalem.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 120:1-124:3
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute lesen wir zusammen die Seite 659 und beginnen einen neuen Abschnitt, nämlich die Wallfahrtslieder. Und ich erzähle euch nach dem Gebet noch ein bisschen mehr darüber. Herr Jesus, wir alle sind Pilger hier auf Erden. Wir haben hier kein Bürgerrecht, wir sind Fremdlinge, denn unser Bürgerrecht ist im Himmel. Wir wollen heute durch die Texte, die wir lesen, das besser verstehen und wollen dir näher kommen und dich bitten, dass du uns durch deinen Geist, durch dein Wort führst. Amen.
[1:11] Wir werden heute fünf Psalmen, fast fünf Psalmen lesen, weil diese Wallfahrtslieder nicht sehr lang sind. Sie wurden auf der Reise gesungen, die das Volk Gottes nach Jerusalem getan hat. Ihr wisst vielleicht, dass in den Büchern Mose bestimmte Feste vorgegeben sind und die Israeliten zu diesen Festen, an diesen Zeitpunkten, nach Jerusalem reisen sollten als Pilgerreise, als Pilgerfahrt. Und da gab es sieben verschiedene Feste und die kann man so zusammenfassen in drei Großereignisse. Und zu diesen drei Großereignissen sind die Gläubigen damals nach Jerusalem gepilgert. Das erste Großereignis war natürlich das Passah. Dem folgte das Fest der ungesäuerten Brote und dem wiederum das Fest der Erstlingsfrüchte. Und weil diese Feste alle drei sehr nahe aneinander lagen, hat man gleich mehrere Tage da in Jerusalem verbracht und diese Pilgerreise dann dort ja auf sich genommen. Das zweite Großereignis, das war das Fest der Wochen, das, was wir heute Pfingsten nennen. Und wieder sind die Menschen damals nach Jerusalem gepilgert. Und das dritte Großereignis, das war das Fest der Posaunen. Dem schloss sich der Große Versöhnungstag an und das kulminierte dann im Laubhüttenfest. Und das Laubhüttenfest ist ja ein Sinnbild für die Wiederkunft, auf die wir noch warten. Die anderen Feste haben sich weitestgehend erfüllt. Das Passah steht ja für das Kreuz und wir wissen, dass Jesus auch während des Passahfestes in Jerusalem gestorben ist.
[3:09] David hat zumeist diese Wallfahrtslieder verfasst, hat sie geschrieben. Er hat ja auch in Jerusalem den Tempel bauen lassen, beziehungsweise hat es in Auftrag gegeben und vorbereitet und sein Sohn Salomon hat es dann vollführt. Und daher wollen wir diese Wallfahrtslieder uns jetzt einmal anschauen.
[3:32] Psalm 120: "Ich rief zum Herrn in meiner Not und er hörte mich. Rette meine Seele von den Lügenzungen, von den falschen Zungen. Was wird er dir geben und was wird er dir hinzufügen, du falsche Zunge? Geschärfte Kriegerpfeile und glühendes Ginsterholz. Wehe mir, dass ich ein Fremdling bin, dass ich wohne bei den Zelten Kedars, das sind die Heiden, die Gottes Wort nicht befolgen. Lange genug hat meine Seele gewohnt bei denen, die den Frieden hassen. Ich bin für den Frieden, doch wenn ich rede, so sind sie für den Krieg."
[4:14] Ja, also die Stadt Jerusalem, das sagt das Wort selber: "Salem" bedeutet Frieden. Jerusalem ist der Friede. Und so ist auch die Wallfahrt nach Jerusalem immer eine Reise zum Frieden, eine Reise zu Gott hin. Und auf der Reise hat man diese Lieder gesungen und sich daran erinnert, was Gott für einen getan hat. Und das können wir ja so schön sehen, wenn es hier heißt: "Rette meine Seele."
[4:44] Wir lesen Psalm 121: "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?" Wenn die Menschen damals nach Jerusalem gepilgert sind, dann haben sie auch auf der Reise die Berge gesehen und konnten diesem Gedanken wirklich auch etwas abgewinnen und Gott fragen: "Herr, ich blicke auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe?" "Meine Hilfe kommt von dem Herrn", lautet die Antwort, "der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen, und der dich behütet, schläft nicht." Ganz berühmte Verse, die hier stehen in diesem Psalm.
[5:24] Und Gott schläft nicht. Das ist eine vielleicht ja eine Sache, die wir den Kindern beibringen, aber es ist genauso eine Gewissheit, die wir uns auch immer wieder vor Augen führen können, dass wir einen Gott haben, der keine Pause macht. Wir können eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit Gott anrufen im Gebet. Und auch wenn wir manchmal auf die Antwort länger warten, weil Gott unser Gebet vermeintlich nicht hört, dürfen wir wissen und uns immer wieder vor Augen führen, dass Gott unser Gebet nicht verschleppt, sondern dass er wartet auf den richtigen Zeitpunkt, dass er unser Gebet erhört und beantwortet. Vers 4: "Siehe, der Hüter Israels schläft noch, noch schlummert nicht. Der Herr behüte dich, der Herr ist ein Schatten zu deiner rechten Hand." Ein Schatten ist etwas, was nicht weicht von unserer Seite, genauso wie die Wolken- und Feuersäule in der Wüstenwanderung nicht gewichen ist vom Volk Gottes. "Dass dich am Tag die Sonne nicht steche, noch der Mond bei Nacht. Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behütet deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit."
[6:43] Der Schutz beziehungsweise das Behütetsein auf der Wallfahrt war tatsächlich ein wichtiges Anliegen, nicht nur für diejenigen, die auf der Reise waren, sondern auch für das Zuhause, was sie zurückgelassen hatten. Denn bedenkt, wenn die Israeliten alle zur gleichen Zeit nach Jerusalem gepilgert sind, ja, dann war der Rest des Landes leer. Dann standen die Gebäude, die Häuser, die Äcker, die Weinberge, alles stand leer und war eigentlich gefundenes Fressen für Feinde. Und es war ein großes Gottvertrauen, dass das Volk Gottes immer wieder dreimal im Jahr bewiesen hat, wenn sie alle nach Jerusalem gepilgert sind. Das ganze Land unbewacht war. Zurückgeblieben sind vielleicht nur alte Menschen, die nicht mehr laufen konnten, Frauen im Wochenbett waren oder Hochschwangere, die sich ja wirklich nicht wehren können. Dann war das immer wieder ein Beweis dafür, wie viel Gottvertrauen sie hatten. Und tatsächlich wurde das Volk Gottes nie angegriffen zu Zeiten der Feste.
[7:53] Wir lesen weiter in Psalm 122, ein Wallfahrtslied von David: "Ich freue mich an denen, die zu mir sagen: 'Lasst uns zum Herrn gehen!' Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem, du bist gebaut als eine festgefügte Stadt." Hier sind die Pilger sozusagen angekommen. "Jerusalem, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des Herrn, ein Zeugnis für Israel, um zu preisen den Namen des Herrn." Ja, sie sind zum Lob Gottes auch hin gepilgert zur Stadt Gottes. "Denn dort sind Throne zum Gericht aufgestellt, die Throne des Hauses Davids." Ja, das Haus Juda und Davids Geschlecht hat dort gelebt und gethront in der Stadt. "Bittet für den Frieden Jerusalems! Es soll denen wohl gehen, die dich lieben. Friede sei in deinen Mauern und sichere Ruhe in deinen Palästen. Um meiner Brüder und Freunde willen sage ich: 'Friede sei in dir!' Um des Hauses des Herrn, unseres Gottes, willen will ich dein Bestes suchen." Und ich habe schon erwähnt, dass Jerusalem nichts anderes als Frieden bedeutet. Und der Psalmenschreiber David wünscht hier hat wirklich den Frieden innerhalb der Mauern.
[9:11] Psalm 123: "Zu dir erhebe ich meine Augen, der du im Himmel thronst. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Gebieterin, so blicken unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott, bis er uns gnädig ist. Wir sind Knechte Gottes, wir blicken auf zu Gott, wie eine Magd auf ihre Herrin blickt. Wir sind untertänig. Sei uns gnädig, o Herr, sei uns gnädig, denn wir sind reichlich gesättigt mit Verachtung, reichlich gesättigt ist unsere Seele mit dem Spott der Sorglosen, mit der Verachtung der Hochmütigen." Ja, wenn die Menschen auf der Wallfahrt waren, auf der Pilgerreise, dann haben sie auch Hilfe gesucht, dann haben sie ja Gott auch angefleht. Denn bedenkt, wenn sie zum Passah gegangen sind, haben sie sich daran erinnert, dass eines Tages einer kommen wird, der ihre Sünden auf sich nehmen wird. Wenn sie gegangen sind, weil sie zum Großen Versöhnungstag sich aufgemacht haben nach Jerusalem, dann haben sie ihre Herzen wirklich erforscht, damit keine Sünde darin wohnt.
[10:18] Psalm 124, ein Wallfahrtslied von David: "Wenn der Herr nicht für uns gewesen wäre, so sage Israel: Wenn der Herr nicht für uns gewesen wäre, als die Menschen gegen uns auftraten, so hätten sie uns lebendig verschlungen, als ihr Zorn gegen uns entbrannte." Wenn du vielleicht keinen Ausweg siehst in deinem Leben, weil du bedrängt bist, weil du in Schwierigkeiten steckst, dann dürfen wir wissen: Gott kennt einen Ausweg. Daran wollen wir uns klammern und darauf hoffen.
[10:49] Lasst uns beten. Herr, lieber Gott, wir alle sind auch auf der Pilgerreise in das Jerusalem, nicht auf das hier auf der Erde, sondern auf dem Weg ins himmlische Jerusalem. Behüte uns auf dieser Reise und mach unseren Fuß und unseren Tritt fest, dass wir auch wirklich dort ankommen werden. Danach möchte ich dich bitten für uns alle.
[11:12] [Musik]
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