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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt beleuchtet Roman Wiens Prediger 2:19-3:15 und führt Salomos Gedanken über die Vergänglichkeit menschlicher Mühen und die Unsicherheit des Erbes fort. Der Sprecher zeigt auf, wie Salomo trotz anfänglicher Verzweiflung zu der Erkenntnis gelangt, dass wahre Freude und Sinnhaftigkeit nur als Gabe aus Gottes Hand kommen. Das Gedicht über die „Zeit für alles“ wird als Ausdruck von Gottes souveräner Kontrolle und der Begrenzung von Leid interpretiert, wobei die Ewigkeit, die Gott in die Herzen der Menschen gelegt hat, als Quelle des Bestands hervorgehoben wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, und willkommen zu „Gott auf meiner Seite“. Wir sind inzwischen auf Seite 703. Wir gehen durch das Buch Prediger und werden heute in Kapitel 2 mit Vers 19 weitermachen. Bevor wir aber Gottes Wort anschauen wollen, möchte ich ein kurzes Gebet sprechen.

[0:51] Unser herrlicher Gott, du bist gut zu uns, gerade auch dann, wenn wir uns den Kopf kratzen, wenn wir Fragezeichen haben, wie wir Dinge einordnen sollen. Dann möchtest du uns deutlich machen, dass du es immer noch gut mit uns meinst. Ich möchte dich bitten, dass du jetzt besonders dein Wort leuchten lässt, wenn wir uns anschauen, was Salomo uns mitgeben will im Buch Prediger. Bitte ich dich um deinen Geist und dass du jetzt anwesend bist. In deinem guten Namen.

[1:25] Im Prediger Kapitel 2, Vers 19, da führt Salomo den Gedanken weiter, den er davor aufgebaut hat. Da ging es darum, dass er zwar mit all dem, was er mit seiner Weisheit ergründen konnte, auch nur an seine Grenzen stößt. Denn am Ende alles, was er aufgebaut hat, wird er jemand anderem überlassen müssen. Und jetzt, wenn er das ihm überlässt, er sagt in Vers 19: „Und wer weiß, ob der weise ist oder töricht? Und doch wird er Macht haben über alle meine Mühen, mit denen ich mich abgemüht habe und weise gewesen bin unter der Sonne. Auch das ist Nichtigkeit.“

[2:08] Er versucht hier den Gedanken abzuschließen: Nach all dem, was ich aufgebaut habe, nach all dem, was ich vielleicht auch an Weisheit angehäuft habe, wenn ich das hinterlasse und damit hoffe, Sinn und Bedeutung gefunden zu haben: Ich weiß nicht mal, was aus dem gemacht wird, wenn ich gehe. Wird derjenige weise oder töricht sein? Und doch hat er dann die Macht und die Autorität über alles, was ich aufgebaut habe. Also ist auch das Nichtigkeit.

[2:44] Fast schon mit dem, wie wir jetzt empfinden, sagt er dann in Vers 20: „Da wandte ich mich, mein Herz, der Verzweiflung zu, überlassen wegen all den Mühen, mit denen ich mich abgemüht hatte unter der Sonne. Denn da ist ein Mensch, dessen Mühen in Weisheit und Erkenntnis und Tüchtigkeit geschieht, und doch muss er sie einem Menschen als seinen Teil abgeben, der sich nicht darum bemüht hat. Auch das ist Nichtigkeit und ein großes Übel. Denn was bleibt dem Menschen von all seinen Mühen und vom Streben seines Herzens, womit er sich abgemüht hat unter der Sonne? Denn all seine Tage sind Leiden, und Verdruss ist sein Geschäft. Selbst nachts findet sein Herz keine Ruhe. Auch das ist Nichtigkeit.“

[3:33] Ein Empfinden, das wahrscheinlich auch viele von uns kennen: Man versucht etwas aufzubauen, und man setzt sich ein, sogar so sehr, dass man an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommt. Und wie er hier sagt, selbst nachts findet das Herz dann keine Ruhe mehr.

[3:54] Vielleicht denkt man da im Fall Salomos an sein großes Reich oder eine Firma, die man führt, oder verantwortungsvolle Bereiche, die man hat. Vielleicht ein Projekt, das man anstrebt, das man abschließen möchte. Und der Stress wächst. Der Stress lässt uns nicht mehr richtig schlafen, er macht uns unruhig. Und am Ende bleibt die Frage: Aber was hinterlasse ich wirklich?

[4:20] Salomo kommt zu dem Punkt: Bei all den Mühen, die man einsetzt, kann auch wirklich diese Tüchtigkeit, dieser Fleiß, wenn ich Tag und Nacht hart arbeite, kann das vielleicht das sein, was uns Bestand geben wird, was uns Sinn und Erfüllung geben wird? Auch das ist Nichtigkeit. Auch das ist ein Fragezeichen, ist ein bisschen rätselhaft, wie ich das einordnen soll. Und ja, in gewissem Sinne ist auch das sinnlos, denn ich überlasse es jemandem, der nicht dafür gearbeitet hat.

[4:59] In Vers 24 bietet er jetzt aber eine Alternative. Jetzt fängt Salomo an, so ein bisschen den Blick in die Richtung zu richten, in die es gehen soll: „Es gibt nichts Besseres für den Menschen, als dass er isst und trinkt und seine Seele Gutes sehen lässt bei seinen Mühen. Auch das sah ich, dass dies alles aus der Hand Gottes kommt. Denn wer kann essen und wer kann fröhlich sein ohne mich? Denn dem Menschen, der vor ihm wohlgefällig ist, gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude. Dem Sünder aber gibt er das Geschäft, einzusammeln und aufzuhäufen, um es dann abzugeben demjenigen, der vor Gott wohlgefällig ist. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.“

[5:48] Hier haben wir den ersten Hinweis darauf, worauf es Salomo jetzt gehen wird. Der Gedankengang, den er versucht aufzubauen, nach all dem, wo er zeigt, was nicht zu tieferem Frieden, zur Erfüllung führt: Er sagt, es gibt Dinge, die wir genießen können. Bei all der Mühe, die wir erleben, bei all dem, was ich einsetze, da ist doch das Beste, zumindest was ich tun kann, dass ich die Früchte meiner Arbeit genieße. Und dann hebt er hervor: „Und ich habe gesehen, dass auch das aus der Hand Gottes kommt.“ Und das ist der Hinweis, den er mitgeben will: Das, was tatsächlich Bestand hat, das, was tatsächlich mir Gutes tun soll auf Dauer, ist das, was aus Gottes Hand kommt. Das ist das Beste, was ich tun kann: Das zu nehmen, was aus Gottes Hand kommt. Und diesen Gedanken möchte er jetzt auch vertiefen in Kapitel 3.

[6:49] Er hat am Anfang ein Gedicht, in dem er Gegensätze aufzeigt. Ein Gedicht, das wahrscheinlich am häufigsten bei Beerdigungen vorgelesen wird. Dabei möchte Salomo so viel mehr damit ausdrücken. Er fängt in Kapitel 3, Vers 1, an und sagt: „Es gibt für alles eine bestimmte Stunde und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit: Zeit fürs Geborenwerden und Zeit fürs Sterben; Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreißen des Gepflanzten; Zeit fürs Töten und Zeit fürs Heilen; Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen; Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen; Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen; Zeit fürs Steine werfen und Zeit fürs Steine einsammeln; Zeit fürs Umarmen und Zeit, sich fernzuhalten vom Umarmen; Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlieren; Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Wegwerfen; Zeit fürs Zerreißen und Zeit fürs Zusammennähen; Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden; Zeit für Liebe und Zeit fürs Hassen; Zeit für Krieg und Zeit für Frieden.“ „Welchen Gewinn hat also der Schaffende bei dem, womit er sich abmüht?“

[8:11] Wenn man an dieser Stelle stehen bleiben würde, dann würde man vielleicht zum Ergebnis kommen, dass einfach alles gewollt ist, alles hat seine Zeit. Und im ersten Moment das, was er in Vers 9 zum Abschluss bringen möchte, ist der Gedanke von vorher: Wenn ich so tüchtig bin, wenn ich mich so einsetze, ja, wenn alles seine Zeit hat, wo ist dann mein Gewinn, wenn ich mich so einsetze, wenn doch irgendwann eben die Zeit fürs Zerstreuen kommt, die Zeit für Krieg?

[8:53] Gleichzeitig ist aber der hoffnungsvolle Teil, weil er sagt: Wenn ich gerade in der Zeit des Krieges lebe, wenn ich gerade in der Zeit der Zerstreuung, des Hasses, der Verletzungen lebe, dann darf ich wissen: Es wird auch der andere Teil kommen. Es wird die Zeit des Friedens kommen, es wird die Zeit des Sammelns kommen.

[9:16] Salomo möchte hier aber nicht nur Gegensätze aufzeigen und sagen: Ja, es hat halt alles seine Zeit. Dass er diese lange Auflistung macht, auch damit möchte er etwas Tieferes ausdrücken. Lasst uns weiterlesen in Vers 10: „Ich habe das Geschäft gesehen, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich darin abzumühen.“ Die Aussage sollte uns bekannt vorkommen, das hat er vorher schon einmal gesagt. Dort war es etwas ein übles Geschäft.

[9:47] Hier fängt er an, den Blickwinkel etwas zu wenden. „Ich habe das Geschäft gesehen, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich darin abzumühen. Alles hat er schön oder gut gemacht zu seiner Zeit. Auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk nicht ergründet, das Gott getan hat vom Anfang bis zum Ende.“

[10:11] Hier wird deutlich, was die Zielrichtung von all dem ist. Er versucht langsam deutlich zu machen: In allem, was passiert, ist immer noch Gottes Hand. Nicht in dem Sinne, dass Gott Krieg oder Hass und die Zerstreuung möchte oder Tod. Nein, er möchte deutlich machen: Gott hat alles gut gemacht. Gott ist derjenige, der immer noch alles in der Hand hält. Er hat die Kontrolle nicht verloren. Dass alles seine Zeit hat, ist ein Geschenk Gottes. Ansonsten wären wir unserer Verzweiflung überlassen, wenn wir nicht wüssten, dass Gott dem, was wir unter der Sonne auf der sündigen Welt erleben, mit all dem Leid, dem Tod, dem Hass, dem Weinen, dem Klagen, wenn das alles wäre, wenn es nicht seine bestimmte Zeit hätte, die irgendwann enden wird, dann hätten wir tatsächlich Grund zur Verzweiflung. Aber Salomo sagt: Gott hat alles gut gemacht. Und er hat es auch gut darin gemacht, dass er all diese negativen Dinge begrenzt hat. Sie werden nicht ewig gehen. Nein, Gott ist derjenige, der uns etwas Gutes ins Herz gelegt hat. Er hat uns die Ewigkeit, den Sinn für die Ewigkeit ins Herz gelegt. Und ja, es ist richtig, dass wir nicht alles ergründen, was Gott getan hat. Es gibt einiges, über das wir bis in alle Ewigkeit staunen werden und weiter erforschen werden. Aber Gott hat alles noch in der Hand, auch wenn ich mich abmühe, an meine Grenzen komme.

[12:02] Er sagt weiter: „Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun. Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich erkannte, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird; es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen. Und Gott hat es so gemacht, damit man sich vor ihm fürchtet. Was da ist, war längst, und was sein wird, ist längst gewesen. Und Gott sucht das Entschwundene wieder hervor.“

[12:37] Salomo möchte diesen Gedanken damit abschließen, dass er sagt: Alles, all das Gute, das Gott gibt, ist eine Gabe. Da, wo wir uns freuen können, da, wo wir sehen können in den negativen Aspekten: Gott hat dem eine Zeit gesetzt, es wird nicht ewig gehen. Aber er hat auch für das Gute eine Zeit bestimmt. Und all das ist eine Gabe Gottes. Hier haben wir so diesen Hinweis darauf, was Erfüllung, was Sinn geben soll: Wenn es aus der Hand Gottes kommt, wenn es eine Gabe Gottes ist, dann ist es etwas, das Bestand haben wird, das ewig sein wird. Was... Okay, langsam kommen wir dem auf die Spur, was tatsächlich Bestand haben wird. Bis dahin, bis Salomo das abgerundet hat, werden noch einige Stationen kommen, an denen wir nicht aussteigen sollen. Aber er möchte deutlich machen, in welche Richtung es geht: Das, was Gott tut, das hat Bestand. Lass uns das noch mit einem Gebet abschließen.

[13:41] Unser guter Herr, wir haben viele Gaben aus deiner Hand. Hab Dank dafür, dass du allem eine Zeit gesetzt hast, egal wie sehr wir uns abmühen, wie sehr wir schaffen. Wir sollen nicht darin die Beständigkeit suchen. Und selbst wenn das Leben für uns durcheinandergeworfen wirkt, weil wir viele von diesen negativen Momenten haben: das Klagen, das Weinen, Tod, Hass, Krieg. Du bist derjenige, der dem eine Zeit gesetzt hat. Du hast gesagt, nicht auf ewig soll das so gehen. Und du hast deine Zeit für das Gute bestimmt. Hab Dank dafür, dass das, was du tust, tatsächlich Bestand hat. Und lass uns das heute besonders mitnehmen: Das, was du tust, das ist das, was Bestand hat.


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