In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Roman Wiens Prediger 9:1-12. Er erörtert Salomos Erkenntnis, dass alle Menschen, ob gerecht oder ungerecht, demselben Schicksal unter Gottes Hand unterliegen. Der Sprecher betont die Dringlichkeit, das Leben bewusst zu nutzen und wichtige Entscheidungen für Gott zu treffen, da der Tod als ein Zustand des Ruhens bis zur Auferweckung beschrieben wird. Dies unterstreicht die Bedeutung, die uns gegebene Zeit für geistliches Wachstum und ein erfülltes Leben zu investieren.
Gott auf (m)einer Seite: Prediger 9:1-9:12
Roman Wiens · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: PredigerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zur Serie "Gott auf meiner Seite". Wir sind im Buch Prediger, inzwischen doch bei Seite 700 und möchten gemeinsam in Kapitel 9 weiterlesen. Und bevor wir das tun, möchten wir Gott kurz einladen, diese Zeit zu segnen.
[0:52] Unser herrlicher Herrscher, unser guter Freund, du bist der Gott des Lebens. Ich möchte diese Zeit, in der wir uns wieder die Gedanken von Salomo vor Augen führen wollen, besonders vorlegen. Ich möchte um deinen Segen und um deinen Geist bitten, dass du uns die Augen öffnest dafür, was du für uns möchtest. Du möchtest für uns echtes, wahres Leben. Für uns in diesen Zeilen, diese wichtigen Gedanken, die Salomo mitgibt. Wir danken dir dafür, dass du anwesend bist und dass du gerne gibst, wenn wir dich bitten. In deinem Namen, Amen.
[1:41] Salomo hat als letztes deutlich gemacht, dass es Grenzen gibt für das, was wir ergründen können. Wir werden die ganze Ewigkeit Zeit haben, um Gottes Werk, das er tut, seinen Erlösungsplan, sein Gericht, all das, was er für uns auf der Erde getan hat, zu ergründen und dem nachzugehen. Das heißt für ihn nicht, dass wir der Weisheit nicht nachjagen sollten. Im Gegenteil, für ihn bedeutet das umso mehr, dass wir nur vorsichtig sein sollten zu behaupten, dass wir es schon begriffen hätten. Das ist für ihn der springende Punkt.
[2:18] Und jetzt kommt er langsam in den Abschluss seines Buches, und man merkt, wozu er auffordern möchte. Lasst uns weiterlesen und dem weiter nachgehen in Kapitel 9 und dort ab Vers 1.
[2:32] „Denn das alles habe ich mir zu Herzen genommen, und zwar um dies alles zu prüfen, dass die Gerechten und die Weisen und ihre Taten in der Hand Gottes sind. Sei es Liebe, sei es Hass – nichts davon erkennt der Mensch. Alles beides liegt vor ihnen. Alles beides, wie bei allen Menschen. Ein Geschick ist für den Gerechten und auch für den Ungerechten bestimmt, für den Guten und den Reinen und den Unreinen, und für den, der opfert, und den, der nicht opfert. Wie der Gute, so der Sünder; der, der schwört, wie der, der den Eid scheut. Das ist ein Übel in allem, was unter der Sonne geschieht, dass einerlei Geschick allen zuteil wird. Auch ist das Herz der Menschenkinder voll Bosheit, und Irrsinn ist in ihrem Herzen während ihres Lebens.“
[3:31] Salomo fängt jetzt an, zusammenzufassen. Und er wiederholt fast so wie in einem Refrain, dass am Ende ja alle vom Gleichen betroffen sind. Hier wird aber deutlich, dass es für Salomo nicht etwas ist, dass das einfach so ist, dass sowohl Gerechter als auch Ungerechter, Reine wie Unreine, der, der opfert, wie der, der nicht opfert, dass sie alle dasselbe Schicksal, dasselbe Ende haben. Für ihn ist der Grund dafür, dass alle in der gleichen Hand Gottes sind. Und das ist etwas, das viele nicht zu verstehen scheinen, sagt Salomo. Und auf einmal ist das für ihn nicht mehr etwas Negatives, dass wir dem fast schon ausgeliefert sind. Für Salomo bedeutet es, dass wir tatsächlich in der Hand Gottes sind. Wir dürfen uns darauf verlassen. Ich darf meinen Teil tun, und am Ende bin ich genauso in der Hand Gottes wie alle anderen. Es ist nicht so, dass irgendjemand quasi Gott überlisten könnte, dass jemand klüger, weiser werden könnte und in der Ungerechtigkeit, die sie tun, vielleicht sogar noch Erfolg haben. Nein, für Salomo sind tatsächlich alle in der gleichen Hand Gottes. Und deshalb gibt es eine Folge, wenn wir so alle in der Hand Gottes sind.
[5:08] So folgt für ihn Folgendes. Es geht weiter in Vers 4.
[5:16] „Wer noch all den Lebenden zugesellt ist, für den gibt es Hoffnung. Denn selbst ein lebendiger Hund ist besser dran als ein toter Löwe. Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden; die Toten aber wissen gar nichts, und sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Name ist vergessen. Auch ihr Lieben, auch ihr Hassen, auch ihr Eifern ist längst verloren gegangen, und sie haben ewig keinen Anteil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht.“
[5:52] Diese Aussage klingt wie ein starker Kontrast zu dem, was Salomo im Prediger gerne vorgeworfen wird. Ihm wird gerne so ein Nihilismus vorgeworfen, seine Verzweiflung, dass das Leben sinnlos ist und nichts bringt. Und ja, an manchen Stellen klingt das fast so, aber hier macht er deutlich, dass Leben besser ist als der Tod. Wir werden gleich dazu kommen, warum. Gleich wird Salomo deutlich machen, warum das Leben besser ist als der Tod, vor allem im Kontrast zu dem, was wir vorher so ein wenig rausgehört haben.
[6:31] Man könnte sich die Frage stellen, widerspricht Salomo sich jetzt? Denn vorher hatte er gesagt, derjenige, der nicht geboren wird – und er hat den Vergleich gemacht, wie er es mit seinem ungeborenen Geschwisterchen hatte – er sei besser dran gewesen zu sein, weil er das Leben nicht gesehen hat. Salomo geht es dort aber vor allem um all die Wirrnisse in diesem Leben. Es geht darum, dass jemand, der all diese Verzweiflung, diese Verwirrung, dieses Durcheinander, das Sünde hervorgerufen hat, jemand, der das nicht erlebt, der ist besser dran als jemand, der es erlebt. Aber auch nur deshalb, weil wir ohne Gott dem einfach ausgeliefert sind.
[7:18] Aber über die letzten Kapitel, über die letzten Verse, hat Gott immer mehr ins Spiel gebracht. Während in den ersten Kapiteln Gott selten erwähnt wird, steht Gott jetzt zunehmend im Zentrum. Und wenn Gott so im Zentrum steht, dann wird deutlich: Das Leben ist besser.
[7:38] In diesen Versen wird aber noch etwas anderes Wichtiges deutlich. Salomo beschreibt hier, warum wir den Toten etwas voraushaben. Und ich greife jetzt die nächsten Verse ein wenig vor, bevor ich sie lese: Weil wir noch Entscheidungen treffen können, wir können die wichtigen Entscheidungen treffen, Gott zu folgen, gottesfürchtig zu sein, bei ihm zu sein. Hier macht er deutlich, dass es eine Möglichkeit ist, die die Toten nicht mehr haben.
[8:11] Die Lebenden wissen, dass sie sterben werden; die Toten aber wissen gar nichts. Sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Name ist vergessen. Auch ihr Lieben, ihr Hassen, auch ihr Eifern ist längst vorbei, und sie haben keinen Anteil mehr unter dem, was unter der Sonne geschieht.
[8:27] Hätten die Menschen damals zur Zeit des Alten Testaments tatsächlich die Vorstellung gehabt, dass nach dem Tod jemand direkt zu Gott kommt, in den Himmel oder in die Hölle, dann würde Salomo so nicht sprechen können. Denn dann hätten die Toten tatsächlich noch etwas zu tun. Meinen wir im Ernst, dass denjenigen, die bei Gott wären, nicht lieben würden? Meinen wir, dass diejenigen, die in der Hölle wären, nicht hassen würden? Wie kann Salomo sagen, dass sie nichts wissen und keinen Anteil mehr nehmen an dem, was auf der Erde, etwas unter der Sonne geschieht, wenn er davon ausgeht, dass man nach dem Tod direkt in den Himmel oder in die Hölle geht? Für Salomo ist klar, dass mit dem Tod erst mal der große Pause-Knopf gedrückt wird. Wenn man seinen letzten Atemzug gemacht hat, wie man so schön sagt, dann ruht man aus. Man nimmt keinen Anteil mehr, bis zu dem Tag, an dem Gott uns auferwecken wird. Passiert nichts mehr. Wir wissen nichts. Es gibt kein Hassen, kein Lieben, es gibt kein Eifern mehr. Es ist der große Pause-Knopf.
[9:47] Jesus macht das deutlich, indem er den Tod sogar einen Schlaf nennt an mehreren Stellen, aber vor allem, wenn er über Lazarus spricht. Ein Bild, das Paulus in seinen Briefen aufgreift.
[10:00] Hier wird deutlich, dass das für Salomo im Alten Testament klar ist: Das Leben ist wichtig, weil ich nur während meinem Leben die wichtigen Entscheidungen treffen kann, bei Gott zu sein, mit ihm Zeit zu verbringen, mich auf ihn einzulassen, gottesfürchtig zu werden, in die Beziehung mit dem lebendigen Gott zu investieren. Denn wenn die Zeit gekommen ist, wenn der Moment kommt, wie er hier sagt, den jeder teilen muss, egal ob gerecht oder ungerecht, dann wird der große Pause-Knopf gedrückt, der große Schlaf, bis zum Tag, an dem Gott uns auferwecken wird. Und er möchte deshalb hervorheben, wie wichtig es ist, dass wir das Leben nutzen, solange wir es haben.
[10:54] Wenn wir diese wichtigen Punkte verstehen, die Stationen, die er uns jetzt gezeigt hat, was nicht Sinn geben kann, was nicht erfüllen kann, was alles nur Haschen nach Wind ist; wenn ich sehe, dass Gott zunehmend im Zentrum steht und dass er diese wichtige Rolle spielt, um mir Sinn und Erfüllung zu geben, dann macht er jetzt folgende Aufforderung. Ich lese weiterhin Vers 7:
[11:17] „Geh hin, iss dein Brot mit Freuden und trink deinen Wein mit frohem Herzen! Hier benutzt er die Verheißungen, die für das Gelobte Land genutzt wurden: Dieser neue Wein, der frische Traubensaft, der erwähnt wird, das Brot, das sie direkt essen konnten, nachdem das Manna aufgehört hat. Er spricht hier von den Segnungen, die Gott uns gibt. Gehe hin, iss das Brot mit deinen Freuden, trink den Wein mit frohem Herzen! Nutze den Segen, den Gott gibt! Denn längst hat Gott Wohlgefallen an deinem Tun. Deine Kleider seien weiß zu jeder Zeit, das Salböl fehle nicht auf deinem Haupt! Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, alle Tage deines nichtigen Lebens, das er dir unter der Sonne gegeben hat, all deiner nichtigen Tage hindurch! Denn das ist dein Anteil am Leben und an deinen Mühen, womit du dich abmühst unter der Sonne. Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue in deiner Kraft! Denn es gibt weder Tun noch Berechnung noch Kenntnis noch Weisheit im Totenreich, in das du gehen willst.“
[12:20] In Kürze. Handle jetzt, verschiebe nicht auf morgen! Du weißt nicht, wann der Zeitpunkt kommen wird, und im Totenreich wird es die Möglichkeiten nicht mehr geben. Wenn dieser große Pause-Knopf gedrückt ist, wenn der letzte große Schlaf kommt, aus dem Gott uns eines Tages auferwecken möchte, dann wirst du nicht mehr deine Pläne umsetzen können, das, was Gott dir vorlegt, auch tun. Und deshalb sagt er: „Tu es! Nutze die Segnungen, die Verheißungen Gottes, all das, was er dir gibt, nutze es! Was deine Hand zu tun vorfindet, verschiebe nicht auf morgen! Tu es jetzt, denn du weißt nicht, was morgen sein wird.“
[13:05] „Und ferner sah ich unter der Sonne, dass nicht die Schnellen den Lauf gewinnen und nicht die Helden den Krieg und auch nicht die Weisen das Brot und auch nicht die Verständigen den Reichtum und auch nicht die Kenntnisreichen die Beliebtheit, sondern Zeit und Geschick trifft sie alle. Denn auch kennt der Mensch seine Zeit nicht, wie die Fische gefangen werden im verderblichen Netz und wie die Vögel, die in der Falle gefangen werden, so werden die Menschenkinder verstrickt zur Zeit des Unglücks, wenn es plötzlich über sie fällt.“
[13:39] Salomo möchte die Dringlichkeit deutlich machen: Es gibt eine große Komponente, die uns hier auf dem sündigen Planeten einfach alle betrifft: Wir wissen nicht, was morgen kommt. Sünde ist unberechenbar. Und deshalb nennt er es nicht, wie man es meinen würde: Wer gut ist, der wird das bekommen. Nicht die Schnellen werden den Lauf vollenden, nicht die Kenntnisreichen werden Beliebtheit bekommen, denn es gibt diese Komponente Zeit und Geschick, wörtlich so etwas wie das Glück, das Los, das auf alle trifft. Es kann plötzlich über jeden hereinbrechen. Wir wissen nicht, was morgen sein wird, und deshalb sollten wir das Leben nutzen. Das Leben, das Gott uns gibt, ist gut, und wir sollen es nutzen. Es ist kein Widerspruch zu dem, was Salomo vorher sagt: Ohne Gott ist es besser, nicht geboren zu sein. Ohne Gott ist der besser dran, der all das auf der Erde nicht erlebt. Aber mit Gott kann das Leben genutzt werden. Mit Gott sollen wir das Leben in Fülle ausnutzen und vor allem die Entscheidung treffen, mit ihm zu gehen. Denn ich weiß nicht, was morgen sein wird.
[15:01] Und deshalb möchte ich, dass uns dieser Gedanke heute besonders begleitet: Ich weiß nicht, was morgen sein wird. Ich weiß nicht, was in einer Stunde sein wird. Aber das Leben, das Gott mir gegeben hat, will ich nutzen. Denn wenn der Zeitpunkt kommt, dass mein großer Pause-Knopf gedrückt wird und dieser tiefe Schlaf auf mich gelegt wird, wie Jesus ihn nennt, bevor er mich auferweckt, dort werde ich diese Dinge nicht mehr tun können. Deshalb möchte ich es jetzt. Ich möchte jetzt die wichtigen Dinge tun: die Entscheidung für Gott. Ich will all das Gute tun, das Gott in meine Hände legt. Ich will die Möglichkeiten nutzen, die Gott mir gibt, und den Segen auskosten und vor allem den Segen fließen lassen, damit ich zu einem Segen für die Menschen um mich herum werden kann. Lasst uns das Gott vorlegen, damit uns das heute besonders begleitet.
[16:00] Vater im Himmel, Schöpfer von allem, Gott des Lebens, habe Dank dafür, dass Salomo uns hier darauf aufmerksam macht, was der Unterschied zwischen dem Leben und dem Tod ist und wie wichtig es ist, dass wir im Leben das nutzen, was du uns gibst. Dass wir den Segen nutzen, dass wir die Weisheit wachsen lassen, nach dir suchen und verstehen: Mit dir macht es einen Unterschied. Habe Dank dafür, dass trotz dieser großen Komponente, die Sünde mit reinbringt, die unberechenbar ist; trotz dessen, dass wir wissen, wir alle haben das gleiche Ende hier auf der Erde, auch wenn wir nicht wissen, wann wir... sind alle in deiner Hand. Und weil wir in deiner Hand sind, möchte ich dich bitten, dass du uns heute besonders darauf aufmerksam machst, wohin deine Hand uns hinführen will. Das, was du vor uns legst, lass uns nutzen in der Kraft, die du gibst. Lass uns den Segen nutzen, den du gibst. Lass uns das Leben auskosten, so wie du es uns wünschst. Und lass uns bei all dem nicht dich aus den Augen verlieren. Habe Dank dafür, dass du uns begleitest. Amen.
[17:23] [Musik]
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