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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt über Hohelied 7:4-8:9 beleuchtet Roman Wiens die wiederhergestellte Liebe zwischen Salomo und Sulamith. Er zeigt, wie ihre Beziehung auf allen Ebenen wächst und die ursprüngliche Harmonie des Gartens Eden widerspiegelt. Die Predigt betont, dass wahre eheliche Liebe eine „Flamme des Herrn“ ist, die von Gott kommt und unbezwingbar ist, selbst angesichts großer Herausforderungen. Sie ermutigt dazu, diese göttliche Liebe im eigenen Leben zu suchen und zu schützen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Mit Gott auf meiner Seite". Wir sind im Buch Hohelied, Kapitel 7. Wir dürfen gemeinsam erleben, wie dort innerhalb der Ehe von Salomo und Sulamith in der Herausforderung gewachsen sind, Dinge wieder heilen dürfen. Und jetzt, wo wir in Kapitel 7 gemeinsam angefangen haben, haben wir gesehen, dass auch ihr Wunsch nach Nähe wieder gewachsen ist – Nähe ganzheitlich. Wir dürfen sehen, wie ihre Liebe wieder wächst.

[1:07] Möchte ich einladen, dass wir es Gott vorlegen, wenn wir die nächsten Verse lesen, um zu sehen, was diese Liebe beinhalten sollte, die jetzt wieder wachsen soll. Vielleicht auch so ein wenig als Gedankenanstoß, warum auch ihre Herausforderungen innerhalb dieser Beziehung so enorm geworden sind, weil sie etwas ganz Wichtiges über die Liebe übersehen hatten. Lasst uns Gott darum bitten, dass er uns das zeigt und das besonders segnet.

[1:40] Ein herrlicher, guter Gott, ich möchte danken, dass dein Wort uns mitgibt, wie Dinge heilen können und wie Liebe wirklich aussehen sollte. Und jetzt, vor allem in diesen letzten Versen, da sehen wir, dass diese Liebe so viel mehr ist als nur eine einfache Liebe, die uns aneinander anzieht, die uns vielleicht in diesen Verliebtheitszustand bringt, sondern eine Liebe, die so viel tiefer ist, eine Liebe, wie du sie uns vorlebst. Lasst uns darüber nicht nur staunen, sondern wirklich hier Gedankenanstöße aus deinem Wort mitnehmen, die in unserem Alltag für unsere Liebe einen Unterschied machen werden. So lasse jetzt dein Wort leuchten, wenn wir gemeinsam lesen. Amen.

[2:34] Möchte ich einladen, dass wir weiterlesen, wie Salomo wieder über seine Frau staunt, wie er auch das Äußerliche sehr direkt, das Thema anspricht. Er nimmt da kein Blatt vor dem Mund, er schämt sich nicht, dort, wo die Dinge am richtigen Platz sind, innerhalb der Ehe auch zu sagen, was einem Mann seiner Frau gefällt. Wir sind in Kapitel 7, wir wollen in Vers 4 weiterlesen.

[3:06] Da sagt er: „Deine beiden Brüste gleichen zwei jungen Gazellen, Gazellen-Zwillingen. Dein Hals gleicht einem Turm auf Elfenbein. Deine Augen den Teichen von Heschbon am Tor von Rabbim. Deine Nase ist wie der Libanon-Turm, der nach Damaskus schaut. Dein Haupt gleicht dem Karmel und dein herabhängendes Haupthaar dem Purpur. Der König ist gefesselt durch deine Locken. Wie schön bist du und wie lieblich, liebevoller Wonnen! Dieser dein Wuchs ist der Palme gleich und deine Brüste den Trauben. Ich sprach: Ich will die Palme besteigen und ihre Zweige erfassen. Dann werden deine Brüste mir sein wie Trauben des Weinstocks und der Duft in der Nase wie Äpfel und dein Gaumen wie der beste Wein.“

[3:58] Und jetzt scheint es fast, als würde sie ihn unterbrechen mitten im Satz und fortführen: „Der meinen Geliebten sanft hinuntergleitet über die Lippen der Schlafenden. Ich gehöre meinem Geliebten und sein Verlangen steht nach mir. Komm, mein Geliebter, wir wollen aufs Feld hinausgehen, in den Dörfern übernachten. Wir wollen früh zu den Weinbergen aufbrechen, nachsehen, ob der Weinstock ausgeschlagen hat, ob die Blüten sich geöffnet haben, ob die Granatapfelbäume blühen. Dort will ich dir meine Liebe schenken. Die Alraunen verbreiten Duft und über unseren Türen ist allerlei Früchte, neue und alte, habe ich dir, mein Liebster, aufbewahrt.“

[4:40] Hier haben wir diesen Wechsel zwischen den beiden und man merkt, sie wollen ihre Liebe wieder in allen Facetten ausleben. Sie machen kein Geheimnis daraus, dass in ihrer Ehe es bedeutet hat, dass auch die körperliche Nähe wieder zu kurz kam. Aber jetzt, wo ihre Liebe zueinander wieder wächst, wo sie sich auf allen Ebenen wieder näherkommen, können sie sich auch körperlich wieder näherkommen. Salomo macht kein Geheimnis daraus, dass er Freude an seiner Frau hat, auch körperlich, und umgekehrt ist es genauso. Und das gipfelt in etwas – ich weiß nicht, ob es dir geht wie mir, wieder etwas, das ich häufig überlesen habe.

[5:25] Als sie anfängt zu reden, da sagt sie in Vers 11: „Ich gehöre meinem Geliebten und sein Verlangen steht nach mir.“ Kommt dir diese Aussage bekannt vor? Diese Aussage kommt im Hebräischen nur an drei Stellen vor: hier und im Ersten Buch Mose, Kapitel 3 und Kapitel 4. Dort heißt es nämlich nach dem Sündenfall, als man gesehen hat, was Sünde alles kaputt gemacht hat, wie es nicht nur die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen kaputt gemacht hat, die Natur, in Kapitel 4 die Beziehung zwischen Geschwistern, wie es Stolz und Eigensucht gefördert hat. Wir sehen auch, dass es die Beziehung zwischen Mann und Frau, die Ehe, massiv gestört hat, so dass Gott sagt: Eine Veränderung, die jetzt reinkommt, ist, dass die Verantwortung verstärkt auf dem Mann liegen wird. Er sagt: „Nach ihm wird dein Verlangen sein.“ Und hier wird das umgedreht. Es klingt fast so, als wollte Sulamith sagen: In einer Ehe, wie Gott sie sich wünscht, in einer Ehe, in der Gott die Liebe fördert, in der Gott die Quelle der Liebe ist, in so einer Ehe kann auch das Ideal aus dem Garten Eden ein Stück weit wiederhergestellt werden.

[6:49] Und das wird umgedreht. Das, was Sünde hervorgerufen hat, jetzt ist nicht mehr nur ihr Verlangen nach ihm, auch sein Verlangen ist nach ihr. Sie übernehmen beide Verantwortung für ihre Bereiche. Sie begegnen sich gleichwertig, nicht identisch, nicht in allem gleich, aber gleichwertig. Sie dürfen einander auf Augenhöhe begegnen. Die Liebe stellt wieder etwas her und heilt etwas, diesen Riss, den Sünde innerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau gezogen hat.

[7:31] Sie haben beide wieder Verlangen nacheinander. Sie wollen Verantwortung übernehmen, sie wollen Liebe wachsen lassen.

[7:42] Und das gipfelt in Wünschen, die sie füreinander haben. Damit hat Kapitel 8 einen Wunsch, den wir vielleicht im ersten Moment als etwas seltsam betrachten würden, weil das etwas ist, das wir heute nicht so tun. Sie sagt, ich lese Vers 1: „Dass du mir wärst wie ein Bruder, der die Brüste meiner Mutter sog, dann dürfte ich dich doch küssen, wenn ich dich draußen treffe, ohne dass man mich deshalb verachtete. Ich wollte dich führen, dich bringen ins Haus meiner Mutter, du würdest mich lehren. Ich würde dich mit Würzwein tränken, mit meinem Granatapfelmost. Seine Linke sei unter meinem Haupt und seine Rechte umfange mich.“

[8:23] Sie drückt hier aus, sie würde gerne diese Zuneigung, die sie hat, öffentlich sichtbarer zeigen. Offensichtlich war es zu der Zeit nicht verpönt, wenn man sich innerhalb der Familie geküsst hat, wenn man öffentlich Zuneigung gezeigt hat. Ich glaube, das brauchen wir nicht verwechseln mit einer körperlichen Anziehung. Aber Geschwister, Eltern, Kinder haben sich in der Öffentlichkeit in den Arm genommen, haben sich geküsst und keiner hat es als seltsam empfunden. Aber offensichtlich durfte Liebe zwischen einem Ehemann und einer Ehefrau nicht so öffentlich ausgelebt werden. Sie sagt: „Ich wünschte, ich könnte das öffentlicher zeigen. Ich wünschte, ich müsste es nicht verstecken. Ich wünschte, alle könnten sehen, wie groß meine Liebe zu dir ist.“

[9:15] Und dann kommt wieder der Wunsch nach körperlicher Nähe, den Wunsch, den sie ganz am Anfang schon hatte, als sie sich nur kennenlernte, als sie sich näher kam. Und sie sagt auch: „Wäre doch seine Hand unter meinem Kopf und sein anderer Arm, der mich umfangen würde.“ Und dann kommt diese Warnung: „Lasst es nicht wachsen, erregt nicht die Liebe, weckt sie nicht vor ihrer Zeit.“ Das Gute ist, jetzt ist diese Zeit gekommen. Vorher hat sie noch gesagt: „Lege doch seine Hand unter meinem Haupt und seinen Arm umfange mich.“ Jetzt sagt sie, es soll so sein: „Seine Linke sei unter meinem Haupt und seine Rechte umfange mich.“ Und dann kommt wieder als Refrain: „Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt.“

[10:14] Es ist ein Geschenk, das Gott gibt, und jetzt hat es endlich seinen Platz gefunden und sie sieht, was das machen kann. Sie sieht den Mehrwert, wenn es am richtigen Platz ist, und deshalb spricht sie von den Vorteilen. Sie spricht davon, dass sie diese Sehnsucht hat, aber sie sagt: Macht das am richtigen Platz, innerhalb der Ehe.

[10:44] „Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt, bis die Zeit gekommen ist.“ Kommt in Vers 5 wieder eine Stimme von außen: „Wer ist sie, die daher aufkommt von der Wüste, gestützt auf ihren Geliebten?“

[10:58] Und jetzt scheint Sulamith wieder zu antworten: „Unter dem Apfelbaum weckte ich dich auf. Dort litt deine Mutter Wehen für dich, dort litt sie Wehen, die dich gebar. Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm. Denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwingbar wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuersglut, eine Flamme des Herrn. Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken. Wenn einer all seinen Reichtum, das seines Hauses, um die Liebe gäbe, so würde man ihn doch nur verachten.“

[11:39] Manche schlagen vor, dass der letzte Gedanke auch sein könnte: „Würde man ihn dafür verachten?“ So nach dem Motto: Es ist verständlich, dass man alles geben würde, um so eine Liebe zu haben. Umgekehrt geht es aber genauso, dass man sagt: Selbst wenn man alles hergäbe, diese Liebe kann ich mir nicht kaufen.

[12:00] Und hier in diesen Versen, in der Aussage von Sulamith, wird deutlich, wie Liebe eigentlich aussehen sollte. Und hier wird die Parallele zu Gott und seiner Liebe zu uns am allerdeutlichsten. Das, was sich durch das ganze Buch gezogen hat, wird hier am sichtbarsten: Die Liebe, die tatsächlich wieder Heilung bringt, die Liebe, die uns tatsächlich zusammenführt, die Liebe, die in einer Ehe sein sollte, kommt von Gott. Sie nennt sie hier eine Feuersglut, eine Flamme des Herrn, ein Feuer, das Gott gibt.

[12:39] Diese Liebe können wir nicht als Menschen aufbringen. Als Sünder in unserem jetzigen Zustand werden wir nie so eine Liebe aufbringen können. Aber sie sagt, es ist eine Flamme des Herrn, etwas, das er uns gibt, und dadurch kann diese Liebe in unseren Ehen wachsen, deshalb kann diese Liebe bei uns sein.

[13:00] Ich mag diese Beschreibung, es ist eine Beschreibung, die gerne bei Hochzeiten gelesen wird: „Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm. Denn die Liebe ist stark wie der Tod.“ Und sie spricht von dieser Liebe, die Gott gibt: „Und ihr Eifer unbezwingbar wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuersglut, eine Flamme des Herrn. Und große Wasser können die Liebe nicht auslöschen und die Ströme sie nicht ertränken.“

[13:29] Wenn die Liebe in unserer Ehe tatsächlich von Gott gegeben ist, dann gibt es keine Herausforderungen, die diese Liebe auslöschen könnte. Egal wie groß die Ströme sind, die uns entgegengeworfen werden, selbst diese Ströme, die Satan uns nachschleudert, sie werden die Liebe nicht auslöschen können, wenn ich mir diese Liebe von Gott hole, wenn er sie in meiner Ehe, in mir entfachen darf.

[13:59] Und jetzt am Ende scheint sie sich noch einmal einzuklammern, zu erinnern, wie es bei ihr begonnen hat. Es hat bei ihr begonnen, indem jemand auf sie geachtet hat. Und Vers 8 heißt es: „Wir haben eine kleine Schwester, die noch keine Brüste hat. Was tun wir nur mit unserer Schwester an dem Tag, an dem man um sie wirbt?“ Das scheinen ihre Brüder zu sein, die so über sie sprechen, die sagen: „Wir müssen sie doch schützen. Wir wollen nicht, dass irgendjemand ein Missbrauch treibt, Nutzen aus ihr zieht, vielleicht aus ihrer Naivität, ihrer Jugend, ihrer Unerfahrenheit.“ Sie wollen sie schützen. „Ist sie eine Mauer, so bauen wir eine silberne Zinne darauf; ist sie aber eine Tür, so verschließen wir sie mit einem Zedernbrett.“

[14:52] Für Sulamith hat es damit begonnen, dass sie von Anfang an Menschen hatte, die auch von außen sich um sie gesorgt haben. Und das scheint fast so wie ein Aufruf zu sein, dass Sulamith sagt: Diese Ehe, die sie führt, die Liebe, die sie gerade erlebt, die trotz der Ströme und der reißenden Bäche, diese großen Wasser in ihrer Ehe sind, die Liebe, die dann trotzdem nicht untergeht und ausgelöscht wird, das ist eine Liebe, die jeder haben kann. Und es beginnt damit, dass ich auch auf andere achtgebe, dass ich anderen helfe, sie zu bewahren, damit die Liebe nicht erregt und erweckt wird vor ihrer Zeit, so wie es in dem Fall ihre Brüder für sie getan haben.

[15:45] Wir dürfen heute vor allem mitnehmen, dass Gott tatsächlich eine Liebe entfachen will, eine Flamme des Herrn, die durch nichts ausgelöscht werden kann. Das ist etwas, das ich täglich bei ihm holen muss. Das ist etwas, das nur aus der Beziehung mit ihm heraus leben kann. Unsere Ehen werden nicht gut werden, weil wir uns besonders anstrengen, weil wir besonders klug sind. Es wird nicht einmal zu einer guten Ehe, weil wir diese Verse gelesen haben. Unsere Ehen werden zu guten Ehen, weil Gott die Quelle unserer Liebe ist. Das ist etwas, das Sulamith und Salomo erkannt haben. Das ist der Grund, warum ihre Spannungen wieder heilen konnten, ihre Konflikte abklingen konnten. Das ist der Grund, warum sie sich wieder auf Augenhöhe begegnen konnten und ihre Liebe wieder wachsen konnte.

[16:47] Möchtest du das auch erleben? Bei Gott ist das möglich. Das ist nicht nur ein Traum, eine Illusion, es ist Realität, die bereits von mindestens Salomo und Sulamith erlebt wurde, aber es sind so viele mehr. Lasst uns das im Gebet vor Gott legen.

[17:14] Wunderbarer König, Herrscher von allem, obwohl du so groß bist und der König des gesamten Universums bist, hast du Interesse an unseren, an unseren Liebesbeziehungen. Du möchtest, dass es wachsen kann, dass es uns guttut, dass es im rechten Maß wächst. Und vor allem möchtest du, dass diese Liebesflamme von dir in uns entzündet wird, eine Liebesflamme, die nicht ausgelöscht werden kann. Ich möchte dich für jeden Einzelnen bitten, der gerade diese Verse gelesen hat und sagt: „Ja, das ist eine Liebe, die ich auch haben möchte.“ Vielleicht möchte ich, dass in meiner Ehe wieder aufflammt. Vielleicht möchte ich, dass, wenn ich irgendwann eine Ehe habe, dass ich so eine Feuersbrunst vom Herrn entzündet bekomme. Guter Herrscher, lass uns das erleben. Du bist allmächtig und du hast Freude daran, wenn wir solche Ehen haben. Das möchte ich in deine Hand legen. Habe Dank dafür, in deinem guten Namen. Amen.


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