In diesem Video der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ analysiert Rabea Kramp Jesaja 3 und 4,1. Sie beleuchtet die Prophezeiung über den Fall Jerusalems und Judas aufgrund von Stolz, Ungerechtigkeit und Abfall von Gott. Dabei diskutiert sie die sozialen und wirtschaftlichen Folgen, die Rolle von Frauen in Führungspositionen sowie die biblische Haltung zu Schmuck als Ausdruck von Hochmut.
Gott auf (m)einer Seite: Jesaja 3:1-4:1
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JesajaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute zusammen die Seite 721 und wollen das Kapitel Jesaja 3 zusammen studieren und danach gemeinsam beten. Lieber Herr Jesus, schenk uns heute ganz besonderes Verständnis für dein Wort, den Heiligen Geist, und dass wir das, was wir heute lesen, ja an uns ranlassen und dass es uns hilft, deinen Willen besser zu verstehen. Amen.
[1:01] Wir haben heute ein ganz besonderes Kapitel vor uns mit ein paar interessanten Aussagen, die uns herausfordern werden. Wir beginnen Kapitel 3, Vers 1: "Denn siehe, der Herrscher, der Herr der Heerscharen, nimmt von Jerusalem und Juda Stab und Stütze weg, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, den Helden und den Kriegsmann, dem Richter und dem Propheten, den Wahrsager und den Ältesten, dem Obersten über Fünfzig und den Hochangesehenen, den Ratgeber samt den Meistern der Künste und den Zauberkundigen. Und ich werde ihnen Knaben als Fürsten geben, und Mutwillige sollen über sie herrschen."
[1:47] Jesaja sagt hier eine Katastrophe voraus für das Volk Gottes. Alles wird in die Brüche gehen. Es wird Mangel geben, es wird an allem mangeln, an Brot, an Leitern, an allem, was man sich nur vorstellen kann. Die ganze Gesellschaftsordnung wird im Mark erschüttert werden, wird aus den Fugen geraten. Und Jesaja hat hier hauptsächlich zur Zeit Hiskias ausgewirkt. Hiskia, wissen wir, war einer der allerbesten Könige, die es gab in dieser immerwährenden Abwärtsspirale der Könige von Israel oder von Juda. Und hätte es Hiskia nicht gegeben, wäre wahrscheinlich diese Prophezeiung, die Jesaja gegeben hat, schon viel früher eingetreten. Und so kam es nicht, dass die Assyrer Israel eingenommen haben, sondern die Babylonier.
[2:41] Und hier heißt es, dass sie Knaben als Fürsten und Mutwillige als Herrscher bekommen werden. Das heißt, es wird völlig "upside down" geraten, das ganze Konstrukt. Es wird keinen echten König geben, es wird, wenn dann, Gewaltherrschaft geben und Ungerechtigkeit. Und die Leute werden sich gegenseitig bedrängen, einer den anderen, jeder seinen Nächsten. "Der Junge wird frech auftreten gegen den Alten und der Verachtete gegen den Vornehmen." Das heißt, auch die Hierarchie wird durcheinander geraten, es wird kein Respekt mehr geben zwischen den Generationen. "Wenn einer dann seinen Bruder im Haus seines Vaters festhalten wird und sagt: 'Du hast einen Mantel, sei unser Oberhaupt, und dieser Trümmerhaufen sei unter deiner Hand.' So wird er an jenem Tag schwören und sagen: 'Ich kann nicht Wundarzt sein, und in meinem Haus ist weder Brot noch Mantel. Macht mich nicht zum Oberhaupt des Volkes!'" Das bedeutet, keiner möchte eigentlich Verantwortung übernehmen für dieses Trauerspiel, was es geben wird, für dieses Volk, was runtergekommen ist, geistlich, aber auch rein wirtschaftlich.
[3:52] "Denn Jerusalem ist gestürzt und Juda gefallen, weil ihre Zungen und ihre Taten gefangen gegen den Herrn gerichtet sind, um den Augen seiner Majestät zu trotzen." Sie haben Gottes Angesicht getrotzt, heißt es auch in der Bibel. Der Ausdruck ihres Angesichts konnte man schon quasi sehen, auf welcher Seite sie stehen. "Der Ausdruck ihres Angesichts zeugt gegen sie, und von ihren Sünden sprechen sie offen wie Sodom und verbergen sie nicht. Wehe ihrer Seele, denn sie fügen sich selbst Schaden zu." Die Israeliten, die das Volk Gottes, die das Volk Juda, hatte keine Scham, ihre Sünden offen anzusprechen. Sie haben sich nicht geschämt, sie haben offen gesündigt und haben auch noch darüber gesprochen, vielleicht sogar geprahlt. Und das war Gott wirklich wie ein Schlag ins Gesicht.
[4:45] "Sagt dem Gerechten, dass es ihm gut gehen wird, denn sie werden die Frucht ihrer Taten genießen." Dieser Vers ist wie ein Lichtblick in diesem Kapitel und gibt so einen Hinweis darauf, dass es treue Menschen im Volk Gottes gegeben hat, die auch zu diesen schrecklichen Zeiten an Gott festgehalten haben. "Wehe dem Gottlosen, ihm geht es schlecht, denn was er mit seinen Händen getan hat, das wird ihm angetan werden."
[5:12] "Mein Volk wird von Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen dich und haben den Weg verwüstet, den du wandeln sollst." Nicht nur das, das sei hier erwähnt, dass Knaben und Mutwillige das Volk beherrschen werden. Er nennt in diesem Zusammenhang auch Frauen.
[5:34] Das ist ein interessanter Vers, und dieser Vers fordert uns in unserer Zeit im 21. Jahrhundert sehr heraus. Einer Zeit, in der Gleichberechtigung von Mann und Frau, Diversität ein unglaublich wichtiges und großes Thema ist, das auch in unserer Gemeinde viel diskutiert wird. Aber wenn wir Jesaja und die Bibel ernst nehmen wollen, dann verstehe ich den Vers so, dass es nicht Gottes Vorstellung entspricht, dass Frauen das Volk Gottes anführen, dass sie die Leiter sind in Form von Pastoren, Pastorinnen oder Gemeindeleiterinnen. Was wir mit diesem Vers ganz persönlich anfangen, das muss der Heilige Geist uns sagen. Aber das ist das, wie ich Gottes Wort hier verstehe, dass es nicht Gottes Priorität war, dass Frauen die Rolle übernehmen, die Männer haben sollten. Und weil die Männer vielleicht nicht mehr da waren, vielleicht im Krieg oder schon umgekommen waren oder sich vielleicht nicht getraut haben, wie wir es vorher gelesen haben, wurden Frauen an ihrer Stelle gesetzt.
[6:46] "Der Herr tritt auf, um zu richten, und er steht da, um die Völker zu richten. Der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten seines Volkes und mit dessen Führern. 'Ihr habt den Weinberg kahl gefressen. Was ihr dem Elenden geraubt habt, ist in euren Häusern. Warum zertretet ihr mein Volk und unterdrückt die Person der Elenden?', spricht der Herr, der HERR der Heerscharen." Dies ist die Tatsache, dass das Volk Gottes, wenn es abgefallen ist, die Geringen unterdrückt. Das ist ein Merkmal, was wir immer wieder in der Bibel finden.
[7:20] Die Witwen, die Schwachen, die Waisen, die Witwen, die Armen, die Alten unterdrückt werden im Volk Gottes, dann kann man auch sagen, dass das Volk Gottes geistlich total ja am Boden liegt. Und auch an anderen Stellen in der Bibel finden wir dieses Konstrukt, dass im Heiligtum das Volk Gottes mit Füßen getreten wird, das kleine Horn tut dies in Daniel 7.
[7:51] "Und der Herr sprach: 'Weil die Töchter Zions stolz geworden sind und mit erhobenem Hals einhergehen und herausfordernde Blicke werfen, weil sie trippelnd einher stolzieren und mit ihren Fußspangen klimpern, deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der Herr wird ihre Scham entblößen.'" Hier wird uns ein sehr anschauliches Bild vor Augen geführt. Die Töchter Zions trippeln hier zurechtgemacht in schönen Kleidern und Schmuck. Ja, sie stolzieren, sie haben Fußspangen, sie haben Schmuck. Und Gott sagt, das wird alles wegkommen. "Ich werde das alles zunichtemachen, ich werde ihnen ihre ganze Schönheit nehmen, die sie ja eigentlich nur haben von mir, die ich ihnen gegeben habe." Und er möchte damit sagen, dass der Stolz weg muss, der ganze Stolz, die ganze Überheblichkeit muss weg, damit sie überhaupt erst wieder verstehen, dass sie Gott ins Angesicht trotzen.
[8:53] Ja, der Stolz der Frauen, der zeigt sich hier durch den Schmuck. "Deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der Herr wird ihre Scham entblößen. An jenem Tag wird der Herr die Zierde der Fußspangen und die Stirnbänder und Halbmonde wegnehmen, die Ohrgehänge, die Armspangen, die Schleier, die Kopfbinder, die Schrittefesseln und die Gürtel, die Riechfläschchen und die Amulette, die Fingerringe und die Nasenringe, die Festtagskleider, die Mäntel, die Überwürfe und die Täschchen, die Handspiegel und die Hemden, die Hüte und die Schleier."
[9:27] Eine wirklich lange Aufzählung, die ausdrückt, dass Gott alles, aber auch alles hinwegnehmen wird, was irgendwie den Stolz seines Volkes nährt. Gott will ihnen nicht etwas wegnehmen, sondern er will ihnen den Weg zum Himmel erleichtern, indem er ihnen diesen ganzen Schmuck wegnimmt.
[9:53] Und das gibt uns einen ganz praktischen Hinweis und eine Hilfe für unser eigenes Leben. Denn auch wir Frauen mögen oft Schmuck. Und wir wissen, dass auch Luzifer Schmuck getragen hat, auch die Priester im Heiligtum haben Edelsteine getragen. Und an Schmuck selber ist nichts Verwerfliches. Aber wir als sündige Menschen sollten Schmuck nicht tragen, denn so wie wir hier allein aus diesem Kapitel sehen können, ist Schmuck etwas, was unserer sündigen Seele nur noch mehr Stolz verleiht. Und ein stolzes Herz, ein Herz, was sich Gott nicht unterordnen möchte...
[10:38] "Und es wird geschehen: Statt wohlriechenden Geruchs gibt es Moder, statt des Gürtels einen Strick, statt der gekräuselten Haare eine Glatze, statt des Prunkgewandes ein Kittel aus Sacktuch und ein Brandmal statt der Schönheit." Das ist ein furchtbarer Kontrast, den Jesaja hier malt. Aber genau so ist es gekommen. Das Volk Gottes hat alles verloren, es wurde weggeschleppt nach Babylon. "Als Sklaven. Deine Männer werden durch das Schwert fallen und deine Helden im Krieg. Ja, Zion, deine Tore werden klagen und trauern, und sie wird ausgeplündert und auf der Erde sitzen."
[11:16] Und der erste Vers von Kapitel 4 gehört eigentlich noch zu Kapitel 3, deswegen nehmen wir ihn. "An jenem Tag werden sieben Frauen einen Mann ergreifen und sagen: 'Wir wollen selbst für unser Brot und für unsere Kleider sorgen. Lasst uns nur deinen Namen tragen, nimm unsere Schmach weg!'" Hier ist eine totale Schieflage im Volk Gottes. Die Männer sind umgekommen, es gibt nicht mehr genügend. Und sieben Frauen stürzen sich auf einen Mann und sagen: "Wir wollen auch gar nichts von dir, wollen nur deinen Namen, damit wir irgendwie Nachkommen haben, damit wir ein ehrenvolles Leben und ein versorgtes Leben führen können."
[11:55] Und das ist eine unglaubliche Bredouille, in der das Volk Gottes hier steckt. Aber es war selbst verschuldet. Sie haben einen stolzen Nacken gehabt, sie haben sich Gott nicht gebeugt. Mögen wir daraus lernen, was das Volk Gottes hier getan hat, und es besser machen. Lasst uns beten. Lieber Vater im Himmel, nimm uns unser stolzes Herz weg und gib uns ein weiches und gehorsames Herz, so wie du es verheißen hast im Buch Hesekiel. Darum bitten wir dich heute an diesem Tag. In deinem Namen. Amen.
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