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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Kapitel Jesaja 19:20-21:8. Sie erklärt Gottes umfassenden Heilsplan für Ägypten und die Völker, die symbolische Bedeutung der „geebneten Straße“ zwischen Ägypten und Assyrien durch Israel, und Jesajas prophetische Darstellung des Untergangs Babylons. Dabei wird Jesajas tiefes Mitgefühl für die von Gottes Gericht Betroffenen hervorgehoben und zur Reflexion über die eigene Haltung gegenüber Verlorenen angeregt.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[Musik]

Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute Jesaja 19, lesen Kapitel 20 und beginnen Kapitel 21. Und bevor wir das tun, beten wir wie immer gemeinsam.

Ihr Vater im Himmel, hab Dank, dass du die Weltgeschichte in deiner Hand hältst, dass du jeden König ein- und auch wieder absetzt, dass du mächtiger bist als alle mächtigsten Herrscher und alle mächtigsten Reiche auf dieser Welt. Danke, dass du auch in unserem Leben mächtig wirkst und dass wir das spüren dürfen und sehen dürfen. Wirke auch jetzt in unseren Herzen, wenn wir dein Wort lesen. Amen.

Wir starten in Vers 20 von Kapitel 19 und müssen uns noch ein bisschen erinnern an das, was wir gestern gelesen haben. Da ging es nämlich um Ägypten und was Gottes Plan mit dem Land Ägypten war. Er wollte, dass Ägypten ein Land wird, in dem der wahre Gott des Himmels angebetet wird. Es war Gottes Plan, dass dort Altäre stehen, dass dort die jüdische Kultur sich ja verbreitet.

Und genauso geht es nun weiter: "Und das wird ein Zeichen sein und ein Zeugnis sein für den Herrn der Heerscharen im Land Ägypten. Denn sie werden zum Herrn schreien wegen ihrer Bedrängnis, und er wird ihnen einen Retter senden, der wird kämpfen und sie erretten." Dieser Retter ist niemand anderes als der Messias, als Jesus. Allein Gott wollte auch alle Heiden retten. Das wird so deutlich in diesen Jesaja-Kapiteln und im ganzen Buch Jesaja kommt dieser Plan immer wieder zum Tragen.

In Jesaja 66 ab Vers 18, da lesen wir diesen großen Missionsbefehl, und da bekommen wir so einen kleinen Einblick in das Arbeitszimmer Gottes, wie Gott eigentlich sich die Mission durch sein Volk an Heidenvölkern vorgestellt hat, und zwar nicht erst nach Jesus, sondern schon zu Zeiten des Alten Testaments. Dass wir davon so wenig lesen, liegt daran, dass das Volk Gottes diesen Missionsbefehl nicht gut ausgeführt hat.

"Und der Herr wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tag den Herrn erkennen. Sie werden ihn mit Schlachtopfern und Speisopfern dienen. Sie werden dem Herrn Gelübde ablegen und sie auch erfüllen." Ja, die Opfer, von denen hier die Rede ist, das ist sozusagen das Evangelium der damaligen Zeit, denn es gab ja noch kein Opfer von Jesus. Aber der Heiligtumsdienst, der war ein Vorschatten auf Jesus, und indem sie die Opfer verstanden haben, die Schlachtopfer und die Speisopfer, haben sie eigentlich das Evangelium verstanden.

"So wird der Herr die Ägypter schlagen, wird sie schlagen und dann heilen. Und sie werden sich zum Herrn wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen." Also Gott sagt: Ich werde ein Gericht schicken, ich werde Ägypten schlagen, aber ich werde sie heilen. Er wird den Überrest heilen. Er wird diejenigen nach Hause holen, die an ihn glauben. Das Gericht trennt ja immer die Erlösten von denen, die Gott nicht folgen wollen.

"An jenem Tag wird von Ägypten eine geebnete Straße nach Assyrien gehen. Der Assyrer wird nach Ägypten und der Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter werden mit den Assyrern dem Herrn dienen." Was für eine tolle Aussicht, die hier steht, die ja aber so nie eingetroffen ist, nur punktuell. Israel liegt ja zwischen Ägypten und Assyrien. Assyrien im Norden, Ägypten im Süden. Und dazwischen, wenn man eine Straße bauen müsste von Ägypten nach Assyrien, dann würde die durch das Land Israel und Juda gehen.

Und diese geebnete Straße sollte nicht einfach nur eine Straße sein, sondern da ist natürlich ganz viel Symbolik darin verborgen, denn wenn man auf so einer Straße Handel treibt, dann hat man viel auch mit dem Volk zu tun, dann schwappt Kultur und Religion über. Und das genau war eigentlich der Plan, den Gott gemacht hat. Das kleine Israel hatte so mächtige Nachbarn. Assyrien war mal Weltmacht, Syrien war Weltmacht, und das kleine Juda sollte einen großen Einfluss auf diese Weltmächte ausüben.

Und wir haben ja nur eine kleine Erfüllung dieser Dinge. Assyrien hat ja einen Propheten bekommen, das war Jona, der nach Ninive gegangen ist, und dort hat sich die ganze Stadt bekehrt. Aber wie großartig wäre es gewesen, wenn sich ganz Assyrien bekehrt hätte, so wie Ninive es getan hat. Und auch in Ägypten haben wir so eine Erfüllung dieser Prophezeiung, denn in der frühen Christenheit, in den ersten Jahrhunderten nach Jesu Tod, gab es sehr verbreitet Christen in Ägypten, und der christliche Glaube hat sich dort sehr verankert und manifestiert. Ist natürlich wieder verschüttgegangen, aber so kann man sagen, gab es wenigstens eine Teilerfüllung dieser Prophezeiung.

Und Israel sollte in dieser Prophezeiung das Zentrum des Segens sein. Es heißt weiter: "An jenem Tag wird sich Israel als Drittes zu Ägypten und Assyrien gesellen und inmitten der Erde ein Segen sein. Denn der Herr der Heerscharen segnet es, indem er sagen wird: Gesegnet bist du, Ägypten, mein Volk, und du, Assyrien, das Werk meiner Hände, und du, Israel, mein Erbteil."

Sie kennen diese Voraussage in 2. Mose 19, wo Mose sagt: "Ihr seid ein Priestertum, ein heiliges Volk." Und Priester sind ja Vermittler zwischen Gott und Menschen. Und das sollten die Israeliten sein. Sie sollten Vermittler sein auf dieser geplanten Straße und den Menschen, die dort auf dieser Straße reisen, den Gott des Himmels näherbringen. Gott gehören alle Menschen, das lesen wir hier. Das ist ganz erstaunlich, dass da steht: "Ägypten, mein Volk, und Assyrien, das Werk meiner Hände." Das heißt, Gott betrachtet eigentlich jedes Volk als sein Volk, und es ist nicht ein Privileg für Israel gewesen, sondern ja, Gott sagt: Ich habe euch alle gemacht, und ihr alle solltet mir nachfolgen. Das ist im Endeffekt auch der Ausdruck des letzten Verses des Predigerbuches, dass die Gebote für alle Menschen gelten.

Wir beginnen mit Kapitel 20: "In dem Jahr, als der Tartan (das ist der General der Armee) nach Aschdod kam, als ihn Sargon, der König von Assyrien, sandte und er gegen Aschdod kämpfte und es einnahm. Zu jener Zeit hatte der Herr durch Jesaja, dem Sohn des Amoz, so gesprochen: Lege das Sacktuch ab von deinen Hüften und zieh die Sandalen aus von deinen Füßen. Und er machte es so, ging entblößt und barfuß."

"Da sprach der Herr: Gleichwie mein Knecht Jesaja drei Jahre lang entblößt und barfuß einhergegangen ist als Zeichen und Warnung für Ägypten und Kusch, so wird der König von Assyrien die gefangenen Ägypter und die zur Verbannung bestimmten Kuschiter-Knaben und Greise entblößt und barfuß und mit entblößtem Gesäß wegführen zur Schande Ägyptens."

Hier stecken ganz viele Dinge drin in diesem kleinen Abschnitt. Zuerst lesen wir ja vom König Sargon. Sargon war einer der großen Könige von Assyrien. Wir haben am Anfang des Buches Jesaja von Tiglath-Pileser dem Dritten gehört, dann kam der König Salmanassar, der dann das Nordreich eingenommen hat, Samaria. Und dann kam der Sargon, und das war der Bruder von Salmanassar. Der hatte seinen eigenen Bruder ermordet, einen Putsch gemacht. Und dieser Sargon, der ist der erste, der sich nicht nach einem alten König nannte. Die Assyrer hatten eine unglaublich lange Königsliste, die in die Vergangenheit reichte, sondern er hat sich einen neuen Namen gegeben. Deswegen hieß er nicht irgendwie der Dritte, der Fünfte oder der Vierte, sondern er ist einfach nur Sargon. Und er gründet dann die Hauptstadt von Assyrien, ein sehr bedeutender König.

Und diese Belagerung, die hier stattfindet, oder dieser Kampf, der war zehn Jahre, bevor Sanherib, der noch ganz prominent im Buch Jesaja auftauchen wird, bevor Sanherib die Stadt Jerusalem belagert hat. Also zehn Jahre zuvor. Wir sind ungefähr 30 Jahre jetzt nach der Berufung Jesajas. Nur, dass ihr eine kleine zeitliche Einordnung habt.

Ja, diese Entblößung und dieses Barfußlaufen, das Jesaja hier tun soll, das ist ein Symbol. Wir haben das öfter mal in der Bibel, dass Propheten ihre Botschaft verkörpern. Wie hier haben wir dazu, Hesekiel muss sich mehrere Tage, viele Tage, viele Monate auf die Seite legen und auf der Seite essen und schlafen und alles. Und Jesaja muss entblößt und barfuß gehen, drei Jahre lang. Und das symbolisiert, wie es Ägypten und Kusch gehen wird, nämlich dass sie auch entblößt werden und barfuß sind und ja, zur Schande werden. Also ein immer wiederkehrendes Motiv. Auch Kusch hat das natürlich erlebt.

"Da werden dann diejenigen verzagen und zuschanden werden, die sich auf Kusch verließen und sich mit Ägypten brüsteten. Und die Bewohner dieses Küstenlandes werden an jenem Tag sagen: Siehe, so steht es mit unserer Zuflucht, zu der wir geflohen sind um Hilfe und Rettung vor dem König von Assyrien. Wie wollen wir nun entkommen?" Also die Ägypter sind hier verlassen, sie sind in einer sehr aussichtslosen Situation.

Wir gehen zu Kapitel 21. Und hier geht es über die Weissagung über den Fall von Babylon. Babylon ist zu diesem Zeitpunkt, wo Jesaja das schreibt, noch nicht auf dem Plan. Assyrien ist noch Weltherrschaft, Großmacht. Babylon ist noch eine kleinere Herrschaft im Osten. Aber schon bereits jetzt sagt Jesaja den Untergang Babylons voraus.

"Die Last über die Wüste des Meeres." Und die Wüste des Meeres meint einfach Südbabylon, weil das natürlich am Golfstrom liegt, deswegen Wüste des Meeres. "Die Stürme am Negev, wie Stürme am Negev daher brausen, so kommt es daher aus der Wüste, aus dem schrecklichen Land. Ein hartes Gesicht wurde mir gezeigt: Der Räuber raubt, der Zerstörer zerstört. Zieht heran, Elamiter, belagert sie, ihr Meder! Denn alles von ihr verursachte Seufzen will ich völlig stillen." Ja, die Meder, die sind ja schon mal in Jesaja aufgetaucht, auch als Zerstörer von Babylon, und hier auch wieder.

"Darum sind meine Lenden voll Schmerz. Wehen haben mich ergriffen, gleich den Wehen einer Gebärenden. Ich krümme mich vor dem, was ich hören muss, bin erschrocken von dem, was ich sehen muss." Wieder empfindet Jesaja eine schwere Last und hat sehr starkes Mitleid mit diesem Volk, das ein Gericht erfahren wird.

"Mein Herz schlägt wild, Schauder hat mich überfallen. Die Dämmerung, die mir lieb ist, hat er mir in Schrecken verwandelt. Deckt den Tisch und breitet die Polster aus! Man isst und trinkt! Auf, ihr Fürsten, salbt den Schild!" Dieser Vers 5 ist unglaublich, denn er sagt hier tatsächlich das Festmahl von Belsazar in Daniel 5 voraus, wo sich alle auf die Polster gesetzt haben, gegessen und getrunken haben und sich gefreut haben. Und das ist eine unglaublich konkrete Prophezeiung, die Jesaja hier gibt, denn in dieser Nacht ist ja Babylon gefallen. In der Nacht, in der Belsazar das Festmahl gemacht hat und die Geräte aus dem Haus Gottes genommen hat, um daraus zu trinken.

"Und sieht er damit? Weiter: Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Stelle einen Späher auf, er soll berichten, was er sieht. Und sieht er Reiter, Pferdegespanne, Reiter auf Eseln und Reiter auf Kamelen, so beobachtet er scharf mit größter Aufmerksamkeit. Und er schrie wie ein Löwe: Herr, ich stehe unablässig auf der Warte bei Tag und auf meinem Posten alle Nacht." Also der Späher, der Wächter, der guckte wirklich, der schläft nicht, der ist sehr wach und kontrolliert den Horizont. Und trotzdem wird alles ganz schnell gehen und Babylon eingenommen werden.

Ja, wir können uns ein großes Beispiel nehmen an Jesaja, der nicht schadenfroh war mit den Feinden Gottes, dass ein Gericht über sie hereinbrach. Der Mitleid gehabt hat um diese Seelen, die verloren gehen. Das sollten wir uns genauso zu eigen machen, dass wir mit dem Gericht auch mitleiden mit denen, die dabei zugrunde gehen.

Lasst uns dafür beten: Lieber Herr Jesus, das Gericht ist nichts, worüber wir uns freuen dürfen. Es ist dann ja ein ernster Tag, wenn das Gericht passiert, und es bedeutet auch den ewigen Tod für viele. Und so lass uns auch ein mitleidiges Herz haben mit all denen, die sich nicht bekehren, die dir nicht folgen wollen. Und lass uns traurig sein und ja, mit aufrichtigem Herzen traurig sein über sie. In deinem Namen bitte ich das, dass wir diese Einstellung bekommen. Amen.

[Musik]


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