In dieser Predigt geht Rabea Kramp auf die emotionalen Verse aus Jeremia 14 und 15 ein. Sie beleuchtet Gottes Herz und seine Gefühle angesichts des Unheils, das sein Volk trifft. Die Predigt thematisiert die Konsequenzen von Sünde, die Hoffnung auf Wiederherstellung und die tiefe Verzweiflung, die selbst Propheten wie Jeremia empfinden können. Gleichzeitig wird Gottes beständige Treue und sein Plan für die Zukunft betont.
Gott auf (m)einer Seite: Jeremia 14:17-15:13
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, JeremiaPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Gelesen heute zusammen Jeremia Kapitel 14 und beginnt Kapitel 15. Und wir werden heute einige sehr emotionale Verse lesen. Und bevor wir das tun, gemeinsam beten. Gott, wir können in der Bibel oft sehen, dass wir, wenn wir sündigen, dich auch wirklich so verletzen, dass du weißt, dass du sehr emotional bist und das dir wirklich weh tut, wenn wir in die Irre gehen. Herr, du liebst uns so sehr und du möchtest uns bei dir haben. Und wir bitten dich, dass uns das heute noch mal ganz neu und ganz besonders bewusst wird. Amen.
[1:16] Ab Vers 17 starten wir. Und du sollst dieses Wort zu ihnen sprechen: Meine Augen zerfließen in Tränen Tag und Nacht ohne Aufhören, denn schwer verwundet ist die Jungfrau, die Tochter meines Volkes. Durch einen sehr schmerzlichen Schlag. Dieser Vers gibt uns wieder einen Einblick in Gottes Herz und seine Emotionalität und wie er empfindet, wenn sein Volk in die Irre läuft. Gehe ich aufs Feld hinaus, siehe da, vom Schwertschlagende komme ich in die Stadt hinein. Siehe da, vor Hunger verschnarchte ja auch ihre Propheten und Priester ziehen im Land umher und wissen nicht weiter. Also die religiöse Elite ist ratlos, was zu tun ist. Sie wissen nicht, was sie noch machen sollen, bei dem Unheil, was geschieht. Hast du denn da ganz und gar verworfen oder es zu deiner Seele ein solcher Gräuel? Warum hast du uns so geschlagen, dass es keine Heilung mehr für uns gibt? Man hofft auf Frieden, aber es kommt nichts Gutes. Man hofft auf eine Zeit der Heilung, aber es schrecken. Wir kennen nur, Herr, unsere Gesetzlosigkeit und die Sünde unserer Väter, denn wir haben gegen dich gesündigt. Ja, die Bibel sagt auch an anderer Stelle im Neuen Testament: Die Sünde ist die Gesetzlosigkeit. Und sie sagen hier: Wir erkennen unsere Gesetzlosigkeit und fragen sicher, könnten wir aus uns überhaupt noch etwas machen?
[2:50] Und es gibt tatsächlich Hoffnung, denn auch in der Bibel gibt es dieses Bild, dass aus etwas Totem wieder Leben hervor sprießen kann. Bekenntnis beim Stab Aarons im Heiligtum, wo Aarons Stab, der eigentlich totes wieder spross. Wir kennen es auch aus dem Buch Hesekiel, wo tote Knochen wieder zu einer lebendigen Armee werden. Und Gott kann aus etwas Totem etwas Lebendiges machen. Gott kann auch aus Nichts etwas machen. Wir kennen nur, Herr, unsere Gesetzlosigkeit und Sünde unserer Väter, denn wir haben gegen dich gesündigt. Verwirf uns nicht um deines Namens willen. Lasst nicht den Thron deiner Herrlichkeit und ihre fallen. Gedenke deines Bundes mit uns und löse ihn nicht auf. Das seien ganz ähnliche Verse wie schon Vers 9 in Kapitel 14. Denn sind etwa unter den mächtigen Götzen der Heiden Regen Spender oder kann der Himmel Regenschauer geben, bis du es nicht, Herr, unser Gott. Und auf dich hoffen wir, denn du hast dies alles gemacht.
[3:52] Die Ironie in diesem Vers ist, dass Baal ja der Regengott war. Und wir sind ja immer noch in diesem Kapitel, das über die Dürre spricht. Und Baal kann hier nicht helfen. Die Dürre hört einfach nicht auf. Und Gott möchte deutlich machen, dass es nur einen Gott gibt, der den Regen und die Sonne beherrscht, und das ist er selber.
[4:17] Kapitel 15. Und der Herr sprach zu mir: Selbst wenn Mose und Samuel vor mich hintreten, so wollte ich doch mein Herz diesem Volk nicht zuwenden. Treibe sie hinweg vor meinen Augen, sie sollen fortgehen. Also wir wissen, dass Mose ja für das Volk eingetreten ist und gesagt hat: Bring doch lieber mich um, streich doch lieber meinen Namen aus dem Buch des Lebens, als dass dieses Volk verloren geht. Und Gott hat gesagt: Nein, nein, das machen wir nicht. Ein anderer muss für das Volk sterben. Aber Gott hat natürlich das Volk dann ja weitergeführt und auch mit ihm gearbeitet. Aber Gott sagt an dieser Stelle: Selbst wenn Mose und Samuel, das sind ja zwei große Propheten gewesen, wenn sie hintreten würden, um für euch einzutreten, ich würde nicht auf sie hören. Sehr fatal, sehr traurig.
[5:11] Und wenn sie zu dir sagen: Wo wollen wir hin gehen? So sage du: Dienen, so spricht der Herr: Wer für den Tod bestimmt ist, der gehe in den Tod. Wer für das Schwert, zum Schwert. Wer für den Hunger bestimmt ist, der gehe zum Hunger. Wer für die Gefangenschaft, in die Gefangenschaft. Und hier wird deutlich: Gott hat es beschlossen. Gott hat das Unheil beschlossen, ist nicht mehr abzuwenden. Denn ich will vielerlei über sie bringen, spricht der Herr. Das Schwert sei sie hinrichten, die Hunde sollen sie herumschleifen, die Vögel des Himmels und die Tiere des Feldes sollen sie fressen und vertilgen. Das ist ein dramatisches, schreckliches Bild, was mit dem Volk Gottes geschehen wird. Aber am Ende sind dies noch immer die Nachwirkungen der Könige, die davor waren.
[6:02] Und davon spricht jetzt Vers 4: Und ich will sie allen Königreichen der Erde zum Entsetzen machen, wegen Manasse, des Königs von Israel, des Sohnes des Hiskia, des Königs in Juda, wegen dessen, was er in Jerusalem getan hat. Also wir lernen, dass diese schlimmen Sünden und das, was jetzt daraus resultiert, das Gericht und das Unheil der Babylonier, eigentlich noch aus der Zeit vor Hiskia herrührt. Und auch die ganzen Reformen, die Josia, ein Enkel von Manasse, herbeigeführt hat, die haben alle nichts genützt, weil die Bekehrung eigentlich nicht im Herzen war, sondern ja nur so halbherzig ausgeführt wurde von vielen.
[6:43] Denn wer sollte sich über dich erbarmen, Jerusalem? Und wer sollte dir beide bezeugen oder wer sollte bei ihr einkehren, um dich nach deinem Wohlergehen zu erkundigen? Du hast mich zurückgestoßen, spricht der Herr. Du bist rückwärts gegangen, darum habe ich meine Hand gegen dich ausgestreckt, um dich zu verderben. Ich bin des Erbarmens müde geworden. Gott sagt hier: Ich habe so lange Geduld gehabt, jetzt ist es vorbei mit der Geduld. Ich habe kein Erbarmen mehr mit dir, Volk Gottes. Darum habe ich sie mit der Wolfschaufel geworfen in den Toren des Landes. Ein Bild für die Sichtung. Ich habe mein Volk der Kinder beraubt, ist umgebracht, denn von ihren eigenen Ligen kehrten sie nicht um. Ihre Witten sind mir zahlreicher geworden als der Sand am Meer. Ich habe am hellen Tag über die Mutter der auserwählten Krieger ein verwüsteter gebracht. Ich habe sie unversehens mit Angst und Schrecken erfüllt. Also es sind so viele Witwen im Land, weil eben die Männer alle umgekommen sind und die Frauen sind alle Männer los.
[7:53] Und ja, fehlerlos die Kinder, die welche sieben Kinder geboren hat, ist verwelkt. Sie hauchte ihre Seele aus. Ihre Sonne ist noch bei Tag untergegangen. Sie ist zuschanden und schamrot geworden. Und die Überreste würde ich dem Schwert preisgeben angesichts ihrer Feinde, spricht der Herr. Sieben Kinder sind ja auch so ein Symbol dafür, dass eine Frau ausgesorgt hat für ihre Versorgung, alter ist gesorgt und sie hat ihr Soll erfüllt. Aber die Bibel sagt hier: Sie hauchte die Seele aus und die Sonne ist noch am Tag untergegangen. Ist ja, weil ihre Kinder umgekommen sind. Sie hat ihre Kinder noch zu ihren Lebzeiten verloren. Deswegen geht der Tag noch, ja, geht der Tag zu früh zu neige, indem die Sonne zu früh untergeht.
[8:46] Wer mir meine Mutter, dass du mich geboren hast? Und hier spricht jetzt Jeremia einen Mann, mit dem jedermann streitet und zankt im ganzen Land. Ich habe nichts ausgeliehen und sie haben mir nichts geliehen und doch fluchen sie mir alle. Ähnliche Worte haben schon Elia und auch Hiob gefunden, die sich auch gewünscht haben, nicht geboren worden zu sein. Und so geht es jetzt auch Jeremia, der ja so schlimme Zeiten erlebt und vor sich sieht, dass er eigentlich sagt: Es ist besser, wenn ich nicht geboren worden wäre.
[9:22] Der Herr antwortete: Wahrlich, ich will dich erhalten zum Besten. Also Gott gibt ihm hier die Zuversicht: Du wirst nicht sterben, weil ich, ich will machen, dass du zur Zeit der Not und der Angst der Find dich um fürbitte angeht. Und tatsächlich ist das geschehen, denn die Babylonier haben Jeremia anders behandelt als das Volk, denn Gott hat er ja eigentlich gesagt, er soll es mit den Babyloniern kooperieren, damit es euch nicht so sehr an den Kragen geht. Aber auch das haben sie in den Wind geschlagen. Aber Jeremia hat Gottes Rat befolgt.
[9:51] Und zur ja, die Folge davon war, dass die Babylonier Jeremia sehr gut behandelt haben und er ja eine gute Zeit hatte bei ihnen.
[10:03] Kann man auch Eisen verbrechen, Reisen vom Norden und Erz. Deine Habe und seine Schätze will ich zur Plünderung preisgeben, ohne Entschädigung und das in dem ganzen Gebiet. Und zwar liegen alle deine Sünden. Ja, Jeremia scheint auch alles verloren zu haben. Auch vor ihm hat das Gericht anscheinend kein Halt gemacht, auch wenn Gott ihm gesagt hat: Du wirst am Leben bleiben, du wirst ja nicht sterben. So lange hier diese Zerstörung vor sich geht.
[10:34] Gott hat Jeremia durch schwere Zeiten getragen, und wir können uns nur im Ansatz hineinversetzen, was es für Jeremia bedeutet haben muss, in Todesangst zu leben, immer davon ausgehen zu müssen, dass das Volk ihn eigentlich umbringen will. Was für eine schwierige Zeit. Aber was auch für eine schwierige Aufgabe für Gott, der von seinem Volk so überhaupt nicht verstanden wurde. Ein Volk, das gedacht hat, Gott will ihm nur Schlechtes. Dabei wollte Gott immer nur Gutes. Gott muss sich ständig missverstanden fühlen von uns Menschen, die wir ihn nicht richtig erforschen und nicht richtig verstehen, was Gott endlich in unserem Leben bewirken möchte. Lasst uns dafür beten, dass wir daran besser werden.
[11:18] Lieber Vater im Himmel, hilf uns, ein vollständiges und offenes Herz zu haben, damit wir deine Wege mit uns verstehen und wissen dürfen, wohin du mit uns gehst, damit wir noch mehr vertrauen und noch mehr anhängen. Amen.
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