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In dieser Predigt wird die scheinbare Diskrepanz zwischen Jesu Aussage, drei Tage und drei Nächte im Grab zu sein, und der tatsächlichen Zeitspanne von Karfreitag bis Ostersonntag beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die hebräische Denkweise der inklusiven Zählweise, die erklärt, wie biblische Zeitangaben wie „drei Tage“ auch kürzere Zeiträume umfassen können. Anhand zahlreicher Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament wird diese kulturelle Besonderheit verdeutlicht, um das Verständnis biblischer Texte zu vertiefen.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar live auf www.joelmedia.tv.de. Schön, dass ihr euch eingeschaltet habt, schön, dass ihr dabei seid und natürlich herzlich willkommen uns allen, die wir hier auch jetzt unter dem Schein der Lampen und des Lichts gemeinsam die Bibel studieren wollen. Wir freuen uns, dass wir heute ein ganz spannendes Thema haben, aber vor allem eine ganz, ganz spannende Frage. Ich konnte es kaum erwarten, auf heute Abend, ich hoffe, ihr seid auch schon gespannt. Aber bevor wir das tun, lade ich euch ein, wie jeden Abend und auch euch, die ihr live zuschaut vor dem Computer, gemeinsam mit uns niederzuknien für ein Anfangsgebet.

[0:40] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können und dein Wort studieren können und dass wir Kraft gewinnen können dadurch. Wir möchten dich bitten, dass du alle Störende fernhältst, dass wir uns gut konzentrieren können und dein Wort in uns aufnehmen können, dass wir begreifen, was du uns heute zu sagen hast und dass wir dadurch noch mehr lernen. Und wir danken dir von ganzem Herzen, dass du jetzt bei uns sein möchtest und dass du uns durch deinen Heiligen Geist führen wirst. Amen.

[1:15] So, wir hatten eine sehr, sehr interessante Frage, die gestellt worden ist auf [email protected]. Ihr wisst ja, wenn ihr Fragen stellen wollt, dürft ihr das dort tun, auf [email protected]. Und die Frage, die kam schon vor über einer Woche und wir haben sie letzte Woche verschoben aus Zeitgründen, aber diese Woche werden wir sie behandeln. Und zwar, wenn ihr eure Bibeln aufschlagt, Matthäus 12, Vers 40. Kommt jetzt, denn die Frage bezieht sich auf diesen Vers. Wir wollen erst den Vers lesen und dann werden wir sehen, dass sich automatisch aus dem Vers eine Frage gibt und das ist dann auch die Frage des Fragenstellers.

[2:02] In Matthäus 12, und dort ist übrigens eine Frage, die öfter mal gestellt wird, also die man immer wieder auch gefragt bekommt. In Matthäus 12, Vers 40, da sagt Jesus in einer Diskussion mit den Schriftgelehrten und Pharisäern, er sagt dort: "Denn gleich wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein." Jesus sagt, Jona war drei Tage und drei Nächte im Fisch und er sagt, genau so werde ich drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Jetzt, wo ist der Schoß der Erde? Unter der Erde, oder? Das heißt, Jesus wird unter der Erde sein. Wie lange? Drei Tage und drei Nächte.

[2:55] Jetzt haben wir eine ganz einfache. Wer von euch sieht jetzt schon das Problem? Ein Problem. Also, wann ist Jesus gestorben? Freitagabend. Und dann, da ist er gestorben und dann haben wir der, dann ist er auferstanden? Sonntagmorgen. Und da ist er auferstanden und hat zwischendurch geruht. Das war der Sabbat. Also, wie viele Tage könnt ihr zählen? Ich werde nicht gleich die Antwort geben, jetzt müssen wir das Problem erkennen. Wir sehen einen ganzen Tag, so ein bisschen was von einem Tag und so ein bisschen was von dem Tag. Nicht wahr? Und wie viele Nächte könnt ihr sehen? Zwei. Könnt ihr durch irgendeine Möglichkeit zweieinhalb sehen oder so? Also, mit ganz viel Augen, Hühneraugen zudrücken, könnte man auf drei Tage und zwei Nächte kommen. Aber wie um alles in der Welt kommt man auf drei Tage und drei Nächte?

[3:57] Jetzt gibt es einige Leute, also die Frage ist, wie kann man das erklären? Wie kann man sagen, Jesus war drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde, wenn er tatsächlich am Freitagabend gestorben ist und am Sonntagmorgen auferweckt ist? Wer von euch hat sich schon mal diese Frage gestellt? Schon mal gestellt? Also, ihr seht, es ist nicht nur eure Frage.

[4:17] Jetzt. Es gibt einige Leute, die haben gesagt, okay, wir müssen die Bibel buchstäblich nehmen. Das ist ja auch ein guter Ansatz. Drei Tage und drei Nächte sind wie viel Stunden? Wie viele Stunden sind das ungefähr? 72 Stunden. Das heißt, wenn ich also drei volle Tage, wenn ich also Sonntagmorgen drei volle Tage zurückrechne, werde ich dann Sabbatmorgen, Freitagmorgen und Donnerstagmorgen. Aber Jesus ist nicht an einem Morgen gekreuzigt worden, sondern im Abend. Also sagen sie, Jesus ist dann am Mittwochabend gekreuzigt worden. Schon mal gehört? Es gibt einige Bibelausleger, die das sagen. Jesus ist an einem Mittwochabend gekreuzigt worden, damit er dann mindestens drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde gewesen ist. Weil es steht ja drei Tage und drei Nächte.

[5:04] Jetzt wollen wir uns ein bisschen diesem Problem nähern. Wie kann man das erklären? Zunächst einmal wollen wir beobachten, was Jesus alles gesagt hat. Er sagt hier drei Tage und drei Nächte. Jetzt schlagt man auf in Markus 8. Markus 8, wollen wir mal ein paar Parallelstellen dazu im Neuen Testament lesen. Markus 8, Vers 31.

[5:43] Es geht um einen ähnlichen Kontext. Markus 8, Vers 31. Jesus sagt: "Und er fing an, sie zu lehren: Der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wieder auferstehen." Und hier steht nach drei Tagen. Matthäus haben wir gelesen, drei Tage und drei Nächte. Hier steht nach drei Tagen.

[6:04] Jetzt starten wir in Matthäus zurück. Verzeihung. Matthäus 16. Matthäus 16, Vers 21. Jetzt wird es richtig konfus. Herrlich. Möchtest du, wenn es in der Bibel ein bisschen konfus wird, zuerst am Anfang. Werdet sehen, es löst sich alles im Wohlgefallen auf. Matthäus 16, Vers 21. Das heißt, es ist eine direkte Parallelstelle. "Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse, von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse."

[6:40] Jetzt. Im ersten Bericht hieß es: "nach drei Tagen und drei Nächten muss er im Herzen der Erde sein." Im nächsten Bericht heißt es: "nach drei Tagen." Hier steht es: "am dritten Tag." Jetzt, wenn wir sagen "nach drei Tagen", wenn ich sage, ich muss drei Tage und drei Nächte begraben sein, wann werde ich dann frühestens auferstehen? Am vierten, oder? Auf keinen Fall am dritten. Wenn ich am dritten auferstehe, kann ich nicht drei Tage und drei Nächte im Grab sein. Das geht nicht. Also könnt ihr sehen, wie das.

[7:07] Aber es geht noch weiter. Schauen wir nur ein ein Kapitel weiter. Matthäus siebzehn. Vers 23 ganz genau. Matthäus siebzehn, Vers 23. Dort heißt es: "Und sie werden ihn töten und am dritten Tag wird er auferweckt werden." Sie werden sehr betrübt. Also hier steht wieder am dritten Tag. Und jetzt kommen wir noch zu Matthäus 20, Vers 19. Und auch da ist wieder das gleiche. Matthäus 20, Vers 19: "und werden ihn den Heiden ausliefern, damit diese ihn verspotten und geißeln und kreuzigen. Und am dritten Tag wird er auferstehen."

[7:51] Also, an welchem Tag ist er auferstanden? Am dritten. Aber in den anderen Versen hieß es nach drei Tagen. Also, wir uns erst mal diese Frage stellen. Was ist das mit den drei Tagen oder am dritten Tag? Wenn wir das beantwortet haben, gucken wir dann wegen den Nächten. Okay, also wollen wir erst mal die Frage stellen: nach drei Tagen oder am dritten Tag? Was würdet ihr sagen? Nach drei Tagen oder am dritten Tag? Und was ist mit dem Vers, wo steht nach drei Tagen? Es ist genau der gleiche Parallel. Wir haben jetzt nur einige Beispiele. Es kommt also x mal vor. Mal heißt es nach drei Tagen, mal heißt es am dritten Tag. Dann heißt es wieder nach drei Tagen.

[8:26] Aber ist nicht die Stunde gekehrt? Ja. Aber nach drei Tagen bedeutet für uns ganz klar am vierten Tag, oder? Nach drei Tagen. Drei Tage sind vorbei. Und dann kommt der vierte Tag. Das leibliche Töten hat begonnen, aber das geistige Töten hat schon vorher begonnen. Okay, das ist eine interessante Antwort, aber ich glaube, es trifft noch nicht den Punkt. Ja.

[9:00] Ja, du kommst ein bisschen in die Nähe. Man kann das nur verstehen, wenn man etwas versteht, was in der ganzen Bibel immer wieder vorkommt. Und das wollen wir jetzt kurz einmal beobachten. Schaut mal mit mir in 2. Könige 18. Das hat etwas zu tun mit der hebräischen Mentalität. 2. Könige 18. Vers 9 und 10. Verzeihung. 2. Könige 18, Vers 9 und 10. Vers 9, okay? 2. Könige 18, Vers 9. "Es geschah aber im vierten Jahr des Königs Hiskia. Das war das siebte Jahr Hoseas, des Sohnes Elas, des Königs von Israel." Also hier haben wir ein Jahr, okay? Irgendein Jahr. Das war das vierte Jahr und das siebte Jahr. Für den einen König war es das vierte, für den anderen das siebte, okay? Was auch immer das Datum war. Das war das vierte Jahr für den Südkönig, das siebte für den Nordkönig. Das siebte Regierungsjahr.

[10:12] Jetzt lesen wir weiter. "Das war das siebte Jahr Hoseas, des Sohnes Elas, des Königs von Israel. Da zog Salmanassar, der König von Assyrien, gegen Samaria herauf und belagerte es. Und er eroberte es nach wie vielen Jahren? Nach drei Jahren." Jetzt, drei Jahre später, welches Jahr müssten wir jetzt haben? Das siebte und das zehnte. Aber was sagt der Text? Drei Jahre. Er sagt das sechste und das neunte. Das heißt, wenn ich im vierten Jahr hier bin und drei Jahre später bin ich nach jüdischer Zählung im sechsten und neunten.

[10:52] Jetzt, woran liegt das? Das liegt an etwas, was wir inklusive Zählweise nennen. Mit anderen Worten. Zählt mal die Kästchen. Wie viele Kästchen sind hier drin? Wer sagt zwei? Und wer sagt drei? Seht ihr, dass hier noch ein kleines bisschen was vom dritten dabei ist? Könnt ihr das sehen? Wir sagen, das sind im Prinzip mehr oder weniger zwei. Für den Israeliten sind das drei ganze Kästchen. Ja?

[11:38] Vielleicht, aber ich habe mich bemüht, das nicht zu sagen. Das heißt, für einen Israeliten ist jeder angefangene Teil eines Jahres ein ganzes Jahr. Oder jeder angefangene Teil eines ganzen Tages ein ganzer Tag. Das heißt, wenn das jetzt das vierte Jahr war, aber es war ganz am Ende, dann zählt der Israelit ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre. Ja, genau. Und dann ist er eben, wenn das das vierte, fünfte, sechste, ist er immer noch im sechsten Jahr. Könnt ihr das sehen? Das heißt, diese inklusive Schreibweise ist uns ein bisschen nicht ganz so geläufig. Aber das ist, wie die biblischen Schreiber das verwendet haben.

[12:28] Schaut mal, es gibt noch viele Beispiele. Schaut mal in 1. Mose 7. 1. Mose 7, Vers 4. Das heißt es: "Denn es sind noch, wie viele Tage? Noch sieben Tage und dann will ich es regnen lassen." Das heißt, nach sieben Tagen, sieben Tage noch und dann lasse ich es regnen. Jetzt schaut mal in Vers 10. "Und es geschah, wann? Nach den sieben Tagen." Und jetzt schaut mal, wo habe ich den Vers? Wo habe ich den Vers? Wo ist er, wo ist er, wo ist er? Einen Moment. Gibt es ja gar nicht. Ich suche gerade einen Vers, den ich nicht finden kann. Tut mir leid. Einen Moment.

[13:51] Am siebten Tag. Sofort, sofort. Okay, ich kann ihn jetzt nicht finden. Lasst den Gedanken kurz hier. Geht mit mir zu 1. Mose 17, Vers 12. Wir kommen gleich nochmal darauf zurück, okay? Verzeihung. 1. Mose 17, Vers 12. Da können wir den gleichen Gedanken nochmal sehen. Das ist ein anderes Beispiel. Ich verstehe nicht, ich habe den Vers nicht aufgeschrieben. Okay.

[14:25] 1. Mose 17, Vers 12. Da steht: "Jedes männliche von euren Nachkommen soll bei euch beschnitten werden, wenn er wie alt ist? Acht Tage alt." Jetzt schaut mal in Lukas 1, Vers 59. Lukas 1, Vers 59. Jetzt schaut mal in Lukas 1, Vers 59. Lukas 1, Vers 59. "Und es geschah am... Es geschah am... Am achten Tag, dass sie kamen, um das Kind zu beschneiden. Und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters, Zacharias." Also, es heißt nach acht Tagen. Und es heißt es am achten Tag.

[15:22] Und wenn ihr nach Lukas 2 geht, Vers 21, da steht sogar, Lukas 2, Vers 21, "und als acht Tage vollendet waren." Mit anderen Worten, für den Hebräer ist es das gleiche zu sagen, nach acht Tagen, oder wenn acht Tage vollendet sind, oder der achte Tag. Denn wenn ich sieben Tage gehe, denn wenn ich sieben Tage gehe, ich gehe eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben ganze Tage, und jetzt fange ich den achten an, und wenn ich nur zwei Stunden vom achten Tag habe, am achten Tag, ist der achte schon vollendet. Könnt ihr das verstehen? Der achte ist vollständig schon geschehen. Egal, ob ich da nur eine Stunde von habe, oder 23 Stunden, es ist der achte Tag.

[16:06] Noch ein Beispiel, sehr schönes Beispiel, in 1. Mose 42. 1. Mose 42, Vers 17-19. 1. Mose 42, Vers 17-19. Da heißt es: "Und er setzte sie alle zusammen in Gewahrsam, wie lange? Drei Tage lang. Am dritten Tag aber sprach Josef zu ihnen: Wenn ihr am Leben bleiben wollt, so tut nun dies, denn ich fürchte Gott." Und dann sagt er ihnen, was sie tun sollen. Also, er sagt eine Einstellung im Vers 17, drei Tage lang, und dann ist es, nachdem die drei Tage abgelaufen sind, der dritte Tag. Es ist immer inklusiv gerechnet.

[17:08] Und wenn ihr das nicht versteht, dann kommt ihr bei manchen Aussagen der Bibel in wirklich Schwierigkeiten. Das ist das, was man sagt, die Hebräer machen viele komische Sachen. Die Hebräer denken zum Beispiel auch von, jetzt muss ich überlegen, was ich sage, sie denken nicht von Ursache nach Wirkung, sondern von Wirkung nach Ursache. Habt ihr das gewusst? Die Hebräer denken nicht von Ursache nach Wirkung, so denken wir ja nicht. Das ist, das passiert, und deswegen passiert das, und deswegen passiert das, und deswegen passiert das.

[17:38] Die Hebräer denken: Okay, das ist passiert. Vorher muss also das passiert sein. Daniel 2 beschreibt Jesus als den kommenden König. Die Frage, die die Hebräer stellen, ist: Warum kommt Jesus als König? Ah, er ist vorher zum König gekrönt worden, Daniel 7. Warum wurde Jesus zum König gekrönt? Ah, er war vorher der Hohepriester, Daniel 8. Warum kann Jesus der Hohepriester sein? Ah, er war vorher unser Lamm, das geschlachtet wurde, Daniel 9. Als Europäer würden wir andersrum denken. Wir würden sagen: Jesus war das geschlachtete Lamm, Daniel 9, dann wird er Hohepriester, Daniel 8, dann wird er zum König gekrönt, Daniel 7, dann kommt er wieder, Daniel 2. So würden wir das logisch anordnen, aber die Hebräer haben eine andere Denkweise. Und wenn man das weiß, kann man sich da einen Reim drauf machen. Noch ein Beispiel, 2. Chronik 10.


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