In dieser Predigt wird Offenbarung 12, Vers 3 im Detail analysiert, der den feuerroten Drachen mit sieben Köpfen und zehn Hörnern beschreibt. Der Sprecher erklärt die Symbolik des Drachens als den Teufel und Satan, der politische Mächte nutzt, um gegen Gottes Volk zu kämpfen. Es wird auch auf die Verbindung zu Leviathan im Alten Testament und die Bedeutung der sieben Köpfe als Berge und Königreiche eingegangen. Die Farbe feuerrot wird mit Krieg und Zerstörung in Verbindung gebracht, was die Natur des Drachens unterstreicht.
05.03.2013 – Offenbarung 12,3
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für VersWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:00] Ja, so, da sind wir wieder. Herzlich willkommen zum Offenbarungsseminar. Wir haben heute einen spannenden Vers vor uns: Offenbarung 12, Vers 3. Vorher wollen wir gemeinsam beten und dann geht es direkt hinein.
[0:19] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können. Bitte schenk uns deinen Heiligen Geist, dass wir begreifen, was du uns sagen möchtest und dass wir dich erkennen, wie du wirklich bist, dass wir auch die Strategie des Feindes erkennen und dass wir Nutzen ziehen können für unser praktisches Leben. Aus dem, was wir erkennen, was wir studieren, sei du mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig und führe uns in alle Wahrheit nach deiner Verheißung. Amen.
[0:46] So, Offenbarung 12, Vers 3. Ohne lange Wiederholungen. Wir haben uns ja die letzten drei Wochen beschäftigt mit Offenbarung 12, Vers 1 und 2. Mit der Frau, der Gemeinde, die bekleidet ist mit Sonne, Mond und Sternen, die sie um sich herum hat und die dann in Wehen waren, Schmerzen der Geburt. Und dann in Offenbarung 12, Vers 3 heißt es: „Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel und siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen.“ Ich glaube, der Vers ist gut bekannt, wie alle Verse in Offenbarung 12, aber meistens liest man es ein bisschen drüber, weil man ja sowieso schon da so eine generelle Auslegung hat. Wir wollen uns heute ein bisschen mal konkrete Gedanken machen, allein über diesen Vers.
[1:43] Jetzt, was können wir erstmal rein von der Beobachtung her feststellen? Wir haben jetzt mal ein anderes Zeichen. Was heißt das? Genau. Welches war das andere Zeichen, das erste Zeichen? Genau, ganz deutlich. Hier war es ein direkter Bezug zur Offenbarung 12, Vers 1. Und ich glaube, ist das eher eine Parallele oder eher ein Kontrast? Eine reine Frau und ein blutrünstiger Drache, das ist so der größtmögliche Kontrast. Das sind zwei Gegenpole, die hier beschrieben werden. Ein anderes Zeichen ist sozusagen das Gegengewicht jetzt hier im Vers 3. Okay, was wird noch beschrieben hier im Vers 3? Also wir haben einen Drachen und der hat Eigenschaften. Er ist nämlich groß und rot. Hat jemand noch eine genaue Beschreibung? Schlachter sagt glaube ich rot, oder? Feuerrot, genau. Es ist nämlich feuerrot. Das ist ganz interessant, weil es nicht nur im Deutschen, sondern auch im Griechischen verschiedene Arten von Rot gibt. Was gibt es noch für Arten von Rot? Blutrot, weinrot, schwarzrot gibt es wohl auch. Es gibt verschiedene Arten von Rot. Es gibt hellrot und hier, das ist feuerrot. Kann man sich glaube ich was darunter vorstellen. Und dieser Drache ist natürlich sehr merkwürdig. Nämlich warum? Sieben Köpfe oder Häupter und zehn Hörner und er hat sieben Kronen. Und wo hat er die? Auf den Köpfen, also sieben Köpfe mit Kronen. Okay, schauen wir uns das Ganze mal jetzt ein bisschen genauer an. Übrigens diese diese Kronen, ich glaube wir haben es schon mehrmals behandelt. Es gibt ja zwei Arten von Kronen. Weißt du noch, wie die beiden Arten von Kronen heißen in der Offenbarung oder überhaupt in der Bibel? Es gibt die Diadem und es gibt die Stephanos. Stephanos war noch mal was? Der Kranz, der Siegeskranz und Diadem ist die tatsächliche Königskrone. Also hier geht es tatsächlich um Königskronen. Nicht um irgendwelche Siegeskränze oder sonst was, sondern Königskronen. Ganz bewusst und speziell so beschrieben. Königskronen. Das ist nicht ganz unwichtig für die Interpretation.
[4:34] Übrigens, wo kommt das Wort Drache im Neuen Testament zum ersten Mal vor? Hier, ganz genau. Das erste Mal im Neuen Testament das Wort Drache vorkommt. Kommt es noch mal später vor in der Offenbarung? Ja, noch elf Mal. Es kommt insgesamt zwölf Mal vor. Ich weiß nicht, ob das eine Bedeutung hat, aber rein statistisch ist es ja zumindest interessant. Natürlich wollen wir zuerst mal wissen, wer ist der Drache erstmal allgemein? Und da müssen wir nicht lange suchen. Kann mir jemand aus der Bibel erklären, wer der Drache primär ist? Genau. Vers 9 gibt uns erstmal eine ganz eindeutige Interpretation. Und was kann man Schöneres finden, als wenn im gleichen Kapitel das Symbol erklärt wird. Vers 9 sagt: „Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Er wurde auf die Erde hinabgeworfen und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.“ Also wir haben hier zwei Zeichen in Offenbarung 12. Zwei große Gegenpole. Einmal die Gemeinde Gottes und dann den Satan. Meistens, wenn wir über den großen Kampf reden, weil wir meistens in Offenbarung 12, Vers 7 anfangen, weil es ja chronologisch anfängt, ist unser Hauptschwerpunkt zwischen Christus und Satan. Und die Gemeinde hängt irgendwo dazwischen. Aber wenn wir Offenbarung 12 einfach mal von Beginn an sehen, dann sehen wir, dass der Kampf durchaus die beiden Gegenpole hier in diesem ersten Abschnitt sind: die Gemeinde Gottes und der Satan. Die reine Gemeinde wohlgemerkt. Wir wissen, dass der Satan durchaus auch seine Leute hat. Aber die reine Gemeinde ist der Gegenpol zu Satan und deswegen ist es wichtig, auch sein Wesen und seine Natur und alles, was mit ihm zusammenhängt, zu studieren.
[6:20] Frage. Und das ist jetzt alles noch sehr fundamental. Wir kommen gleich in den nächsten Minuten noch ein paar interessante Dinge zu sprechen. Wenn man an eine Frau, die schwanger ist, und einen Drachen denkt, woran denkt man natürlich sofort? Okay, ein Drachen vielleicht nicht sofort, das stimmt. Aber der Drache ist ja eine Schlange, nicht wahr? Okay. Wenn man an eine Frau und eine Schlange denkt, woran denkt man dann? Genau, man denkt dann an die Verführung, Adam und Eva. Und dann an 1. Mose 3,15. Kann jemand mal vorlesen, was in 1. Mose 3,15 steht?
[7:01] Genau. „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihm die Ferse stechen.“ Und ich glaube, wir haben das schon angedeutet, aber wir wollen es hier nochmal ganz deutlich sagen: Offenbarung 12 als ganzes Kapitel ist sozusagen eine detaillierte Auslegung und Beschreibung und Vertiefung von diesem einen Vers. Deswegen haben wir die gleichen Darsteller sozusagen: die Frau, den Drachen, die Schlange und das Kind.
[7:37] Aber schauen wir uns ein bisschen weiter noch etwas an zum Drachen. Es gibt noch mehr Texte in der Bibel, die uns helfen können, etwas über den Drachen zu erfahren. Und zwar im Alten Testament. Schaut mal mit mir in Jesaja 27, Vers 1. Ein ganz interessanter Vers.
[8:02] In Jesaja 27, Vers 1 heißt es: „An jenem Tag wird der Herr mit seinem harten, großen und starken Schwert den Wenheim suchen, Leviathan. Wie heißt es weiter? Die flüchtige Schlange, ja den Leviathan, die gewundene Schlange, und er wird das Ungeheuer töten, das im Meer ist.“ Hat jemand eine andere Übersetzung aus dem Ungeheuer? Ja, manche übersetzen auch Drache. Das heißt, im Alten Testament gibt es so eine interessante Gleichung oder so eine Entsprechung: Schlange entspricht Drache entspricht Ungeheuer. Das ist nicht immer ein und dasselbe. Nicht jede Schlange wird Drache genannt und nicht jedes Ungeheuer ist eine Schlange. Aber die sind manchmal fast wie austauschbar. Es gibt ganz enge Verbindungen zwischen den normalen Schlangen und dieser Vorstellung von einem Drachen und dann auch mit diesem Meeresungeheuer. Mit diesem Leviathan, der wird ganz oft in dieser Verbindung gesehen. Und deswegen, das ist glaube ich der Hintergrund für diese Identifikation: der Drache, der Drache, die alte Schlange.
[9:33] Übrigens, Leviathan, wo kommt der noch vor? Hiob, nicht wahr? Hiob hat eine ganz interessante Geschichte. Was ist die große Frage in Hiob? Die große Frage des Buches Hiob: Woher kommt das, nicht wahr? Ist das wegen der Sünde von Hiob oder nicht? Was sagt die Bibel? Ist es wegen der Sünde von Hiob, dass die Hiobsbotschaften kommen? Nein. Und ihr kennt alle die Geschichte, die ganzen Schwierigkeiten kommen und Hiob sitzt da im Staub mit den eiternden Wunden und versteht es nicht. Weiß nicht, woher es kommt. Und dann kommen seine Freunde, seine wohlmeinenden Freunde, sagen sieben Tage nichts, das war noch die beste Zeit. Und als sie den Mund aufmachen, sind sie weniger hilfreich. Und was sagen sie die ganze Zeit? Das ist deine Schuld. Bekenne deine Sünden. Gott würde niemals zulassen, dass ein Sündloser oder jemand, der keine Sünde getan hat, irgendein Unheil widerfährt.
[10:34] Übrigens, weil die Juden das Buch Hiob nicht verstanden haben, haben sie Jesus gekreuzigt, nicht wahr? Wenn sie das Buch Hiob verstanden hätten, hätten sie gewusst, dass jemand, der sündlos ist, trotzdem Unheil erlebt. Aber Jesaja sagt, wir hielten ihn von Gott geschlagen und bestraft. Wie kann jemand, der so am Kreuz hängt und so von Römern geschlagen wird, sündlos sein? Das muss ja aufgrund seiner eigenen Sünde passieren.
[10:55] Und dann, wie löst sich die Frage im Buch Hiob? Erkennt Hiob die Antwort, ja oder nein? Frage. Wie erkennt er sie? Hat jemand von euch die Stelle gefunden, wo Gott zu ihm kommt und sagt: „Du weißt was, wir hatten hier eine Verabredung mit Satan und so und so ist es eigentlich gewesen.“ Und Hiob sagt: „Ah, jetzt.“ Haben sie die Stelle gefunden?
[11:33] Er konfrontiert ihn mit der Größe der Schöpfung und er zeigt ihm die ganzen Dinge, das Meer, den Himmel, die ganzen biologischen, er gibt ihm eine richtige biologische Vorlesung. Er sagt: „Schau dir, guck dir die Steinböcke an, guck dir den Adler an, das und jenes und solches.“ Aber ganz ehrlich, wenn ihr euch fragen würdet: Gott, warum lässt du diese Sache zu? Und Gott würde zu euch sprechen und sagen: „Schau dir doch mal an, wie die Sperlinge da ihre Kinder füttern und schau dir mal an, wie das Wildpferd da durch die Wüste rennt und schau dir mal an, wie ja, so eine zoologische Vorlesung.“ Beantwortet das die Frage? Ganz ehrlich? Nee. Beantwortet nur nicht die Frage. Und ich habe mich lange gefragt: Meine Güte, was ist der Sinn dieser zoologischen Vorlesung? Ich meine, es ist natürlich weitaus mehr. Gott beschreibt seine Größe, seine Güte, aber die Frage ist ja nicht: Ist Gott groß oder nicht? Denn, dass Gott groß ist, wusste Hiob vorher auch. Die Frage ist: Wenn du so groß bist, warum lässt du das zu? Und wenn die Frage ist: Wenn du so groß bist, warum lässt du das zu? Und dann Gott nur sagt: „Schau hier, ich bin so groß, ich bin so groß, es gibt Dinge, die du nicht verstehst.“ Dann ist die Frage noch nicht ganz beantwortet, aber Hiob sagt ganz am Ende: „Jetzt erkenne ich.“ Es muss irgendetwas geben in dieser Rede, was ihm zum Nachdenken bringt.
[13:05] Ich weiß was. Er sagt: „Wo ich hinführe.“ Ja, das stimmt. Ich muss nur kurz wiederholen für das Internet. Also es ist eine Aufforderung zum Vertrauen. Ja, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Die Schöpfung ist eine Aufforderung zum Vertrauen. Gott hat alles in seiner Hand. Gott lässt nichts unversorgt. Ja, das ist sehr wahr. Er sagt auch hier ganz klar im 42. Kapitel, in Vers 5 sagt er: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen verloren, nun aber hat mein Auge dich gesehen.“ Also er hat Gott erlebt. Er hat ein Leben mit Gott gehabt. Ja, das ist auch sehr wichtig.
[13:36] Schaut mal, womit endet die Rede von Gott? Er geht durch die ganze Tierwelt so förmlich durch und er endet mit einer Beschreibung des Leviathan. Also er beschreibt die ganzen Tiere, er beschreibt auch den Bechermort nicht mehr, wieder so friedlich, Gras da und so weiter. Und dann schaut man, was in Hiob 40, Vers 25. Wir lesen nicht alles, nur ein paar ausgewählte Verse, okay?
[14:04] Hiob 40, Vers 25. Stellt Gott eine interessante Frage: „Ziehst du etwa den Leviathan mit der Angel heraus und kannst du seine Zunge mit einer Fangschnur fassen?“ Vers 26: „Kannst du ein Binsenseil durch deine Nase ziehen und einen Haken durch deine Kinnbacken stoßen?“ „Wird er dich lange anflehen und dir freundliche Worte sagen?“ Und dann geht es immer so weiter. Schaut mal Vers 32: „Lege doch deine Hand einmal an ihn, du wirst den Kampf nicht vergessen, wirst es noch einmal tun.“
[14:31] Was ist die Grundidee in all diesen Worten? Was ist die Grundidee, die Gott ihm mitteilt? Was kannst du gegen meine Schöpfung ausrichten? Moment, das ist schon interpretiert. Was ist die Grundidee in den Worten? Die Grundidee ist: Schau dir den Leviathan an. Wenn du mit ihm kämpfst, wird es schwierig. Das ist die Idee, nicht wahr? Du kannst den Leviathan nicht schnell besiegen. Wenn etwas leicht zu fangen ist, wie ein Fisch, nicht wahr? Der Fisch ist nicht gefährlich. Ich nehme meine Angel, fange ihn, fertig, aus. Aber beim Leviathan ist es nicht so. Ich kann ja meine Angel nehmen, Haken in die Nase tun und ihn ziehen. Es ist schwierig. Er sagt: „Kämpfe mit ihm, du wirst es nicht noch einmal tun.“ Das ist eine schwierige Angelegenheit. Und es geht das ganze Kapitel so weiter. Er beschreibt, wie er das alles macht.
[15:14] Vers 2: „Niemand ist so tollkühn, dass er ihn reizen möchte. Wer kann vor mir bestehen?“ Und so weiter und so fort. Vers 5: „Wer kann sein Gewand aufdecken und wer greift ihm in die Doppelreihe seiner Zähne? Wer greift in den Mond?“ Während Gott vorher beschreibt, wie schön die Schöpfung ist und wie alles funktioniert, hat er hier den Leviathan, diesen seltsamen Geschöpf, von dem viele vermuten, dass es eine Art Dinosaurier gewesen ist, was durchaus möglich ist. Das ist nicht unser Thema. Aber die Frage, die Gott stellt, das ist so subtil zwischen den Zeilen: Schau dir mal den Leviathan an. Glaubst du, man kann den Leviathan schnell besiegen? Was die offensichtlich antwortet? Man kann den Leviathan schnell aus dem Gebüsch wegkicken oder aus dem Meer. Und dann sagt Gott am Ende etwas. Er beschreibt ihn jetzt noch mit allen möglichen poetischen Beschreibungen. Und dann schaut man, wie er ihn in Vers 25: „Auf Erden ist nicht seinesgleichen, er ist geschaffen, um ohne Furcht zu sein. Er schaut alle hohen, furchtlos an. Er ist ein König über alle.“ Was steht bei euch? Vorher war es nur über Tiere, aber wörtlich steht da nur über alle Stolzen. Er ist ein König über alle Stolzen. Da gibt es ein Tier, das Gott nennt: König über alle Stolzen. Du kannst nicht einfach schnell mit ihm kämpfen. Du kannst ihn nicht einfach schnell besiegen. Du kannst nicht einfach mal hingehen oder einen Reh wegscheuchen oder eine Katze mit dem Fuß abhauen. Man kann gegen einen Leviathan nicht einfach so schnell besiegen.
[17:04] Gott und Hiob kannten sich sehr gut. Wir lesen das Buch und verstehen es nicht mal, weil wir Gott gar nicht so gut kennen. Wenn wir jemanden ganz gut kennen, wenn ihr einen guten Freund habt, dann könnt ihr auch etwas sagen, ohne es auszudrücken. Wenn ihr jemanden ganz gut kennt, dann könnt ihr auch etwas sagen, ohne es auszudrücken. Man versteht sich. Und Gott zeigt ihm zwischen den Zeilen: Ich bin in einem Kampf. Ich selbst, Gott, bin in einem Kampf mit dem Leviathan. Mit dem Drachen. Genauso wenig wie du schnell den Leviathan besiegen kannst, genauso wenig kann ich den Satan besiegen. Aber das ist nicht der Kampf. Der Kampf war niemals, dass Gott nicht genügend Munition hatte, um den Satan zu besiegen. Es ging ja um eine Idee. Eine Idee kann man nicht einfach über Nacht besiegen. Die Frage war, die Gott gestellt bekommen hat vom Satan: Dient dir der Hiob eigennützig oder uneigennützig? Das kann man nicht einfach schnell beantworten. Das braucht Zeit, um es zu beweisen. Und Gott sagt: Ich werde angefeindet, ich werde bekämpft. Hiob heißt übersetzt: angefeindet. Im Krieg stehend. Hiob ist der Angefeindete vom Feind. Wenn ihr das Buch durchlest, werdet ihr feststellen, dass es nicht so einfach war, den Leviathan zu besiegen. Das ist nicht so einfach. Der König war stolz.
[18:57] Wird der Leviathan am Ende besiegt? Aber ist es Gott leicht gefallen oder schwer? Es hat alles gekostet. Es hat das größte Opfer gekostet, um ihn völlig zu besiegen. Hiob sagt: „Jetzt verstehe ich. Jetzt erkenne ich. Jetzt begreife ich, was da los ist.“ Zwischen den Zeilen. Aber Gott hat zwischen den Zeilen gesprochen. Da gibt es einen Kampf, der erfordert selbst von mir, dass ich geduldig bin und Zeit brauche.
[19:36] Noch einige Dinge zum Drachen. Zurück in Offenbarung 12, Vers 17. Da heißt es: „Und der Drache wurde zornig über die Frau. Er ging hin, um Krieg zu führen.“ Aber der entscheidende Punkt ist: Er führt Krieg gegen die Frau. Hier in Offenbarung 12 wird uns beschrieben, wie, warum, wann und wie lange der Satan Krieg gegen Gottes Gemeinde führt. Das ist der Hauptschwerpunkt dieses Kapitels. Wir werden in den nächsten Folgen die anderen Verse anschauen. Aber das zur Identifizierung des Drachen.
[20:35] Dann schauen wir mit mir in Offenbarung 13, Vers 2. Da lernen wir etwas über den Drachen, was uns noch zu einer zweiten Ebene bringt. In Offenbarung 13, Vers 2. Offenbarung 13, Vers 2.
[21:02] Was lernen wir über den Drachen? Er hat Kraft. Was hat er noch? Er hat einen Thron und Vollmacht. An wen gibt er die? An das Tier. Wofür stehen Tiere? Für politische Mächte. Hier geht es nicht um die metaphysische Kraft. Hier geht es um politische Kraft. Um politische Macht. Der Drache selbst hat politische Kraft, einen politischen Thron und politische Vollmacht. Obwohl die primäre Interpretation Satan ist, muss es eine weltliche, irdische, politische Interpretation geben, wodurch der Satan gewirkt hat. Allein aus diesem Vers heraus. Weil der Drache Kraft, Thron und Vollmacht an ein anderes Weltreich übergeben kann. Der Satan wirkt ja sowieso die ganze Zeit in der Bibel immer durch Menschen oder durch Systeme.
[22:16] Es gibt ein paar interessante Stellen, die das auch belegen. In Jesaja 51 zum Beispiel. Das sind nicht so bekannte Stellen, aber die zeigen, dass das auch in anderen Bibelstellen das gleiche Konzept vorhanden ist. Jesaja 51, Vers 9.
[22:40] Es heißt: „Wache auf, ziehe Stärke an, erwache wie in den Tagen der Vorzeit und bei den Geschlechtern der Urzeit. Bist du nicht der, welcher Rahab zerschmettert und den Drachen durchbohrt hat?“ Jetzt reicht es. Rahab war ein altertümlicher Name für Ägypten. Hier ist ein Bezug genommen auf den Auszug Israels aus Ägypten, als Gott Ägypten zerschmettert hat. Als er Rahab zerschmettert hat, als er den Drachen durchbohrt hat. Der Drache Satan war politisch gesehen zur Zeit Israels in Ägypten. Da hat der Drache seine Macht gehabt. Satan hat damals durch Ägypten versucht, das Volk Israel zu knechten und auszulöschen. Deswegen wird hier das Volk Ägypten symbolisch mit einem Drachen verglichen. Etwas, was von einem Volk auf das nächste übertragen werden kann, je nachdem, wie Satan sie gebraucht.
[23:52] Noch ein Beispiel in Hesekiel 29, Vers 3. Da wird es noch deutlicher. Es steht explizit drin, dass wir uns das nicht ausdenken. In Vers 3 heißt es: „Rede und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich komme über dich, Pharao, du König von Ägypten, du großes Seeungeheuer, das mitten in seinen Strömen liegt. Mein Strom gehört mir, ich habe ihn mir gemacht.“ Hat jemand eine andere Übersetzung als Seeungeheuer? Abschiebt euch allen Seeungeheuer? Das ist wieder diese gleiche Idee von einem Seeungeheuer, von einem Leviathan, von einem Drachen im Meer. Die Drachen in der Bibel sind meistens Seeungeheuer. Das habe ich gar nicht gewusst, das habe ich erst in China erfahren. Auch der chinesische Drache ist eigentlich ein Meerdrache. Da haben die Chinesen gesagt: Nein, der chinesische Drache hat niemals Flügel. Der chinesische Drache kommt auch aus dem Meer. Die Chinesen haben auch diese Vorstellung von einem Drachen im Meer ohne Flügel. Aber sie waren schnell zu sagen: Der chinesische Drache hat nichts mit der Prophetie zu tun. Natürlich steht das nicht für China. Aber ich denke schon, wir können sehen, dass der Drache schon im Alten Testament für Weltmächte benutzt wurde, um die Völker zu beschreiben, die das Volk Gottes bedrücken. Können wir das sehen? Zum Beispiel Ägypten.
[25:44] Die Frage ist jetzt im Kontext von Offenbarung 12: Welche Weltmacht bedrückt das Volk Gottes? Offenbarung 12, Vers 1, die Frau. Wir wissen, die Frau ist erst mal allgemein Israel. Aber dann in Vers 2 wird das Ganze zeitlich etwas eingegrenzt. Was war der Zustand der Frau in Offenbarung 12, Vers 2? Sie war schwanger und sie war schon wen? Das heißt, sie war kurz vor der Geburt. Wen wird sie gebären? Das Kind. Und das Kind ist Jesus. Das heißt, vom zeitlichen Aspekt können wir feststellen, dass die Gemeinde in den Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten, aber kurz vor der Geburt Jesu, nicht 2000 Jahre vor der Geburt Jesu, nicht 100 Jahre danach, so wie die Wehen kurz vor der Geburt sind. Das ist der Zeitpunkt für Offenbarung 12, Vers 2. Zu diesem Zeitpunkt sieht Johannes den Drachen, der Satan darstellt, aber der eine Weltmacht benutzt. Welche Weltmacht hat das Volk Israel unterdrückt, kurz vor der Geburt Jesu? Rom.
[26:54] Da sehen wir, dass es tatsächlich biblisch herzuleiten ist, dass das römische Reich sozusagen das irdische Bodenpersonal für den Satan gewesen ist.
[27:07] Jetzt kommen wir natürlich zu den sieben Köpfen. Sieben Köpfen. Was ist das Staatswappen Roms? Das eigentliche Staatswappen ist der Adler. Die Legionen haben immer den Adler vor sich her getragen. Der römische Adler. Wenn der verloren gewesen ist, war das noch schlimmer, als wenn die ganze Armee verloren gegangen ist. Als die Germanen im Teutoburger Wald waren, haben die so einen Adler mal erobert. Das war die größte Katastrophe, der Adler. Aber interessanterweise, ungefähr zur Zeit der Entstehung der Offenbarung, gab es einen Adler. Rot und Purpur. Jede Armee hatte einen Adler. Dann gibt es immer so Untereinheiten. Jede einzelne hatte so einen Drachen. Jede Armee hatte einen Adler, aber vielleicht 10 oder 20 Drachen. So dass mit der Zeit irgendwann der Drache den Adler überholt hat. Und man die Römer mehr an ihren Drachen erkannt hat, als an ihren ursprünglichen Adlern. Das ist ähnlich wie mit Babylon, mit dem geflügelten Löwen. Das ist nicht der biblische Beweis, aber es kommt mit hinzu. Der Drache.
[28:43] Drachen sind in der Antike auch ganz oft beschrieben worden. Der mehrköpfige Drache, die Hydra usw. kommt ja ständig vor. Das ist etwas, was den Leuten sehr bekannt war.
[28:55] Jetzt kommen wir zu den sieben Köpfen. Frage. Was sind diese sieben Köpfe? Und woher wissen wir das? Wo müssen wir nachschauen, um diese sieben Köpfe zu finden? Daniel gehört auch Köpfe an Tieren. Das stimmt. Gibt es irgendeine Stelle, die sagt, die sieben Köpfe sind? Gut. Haben wir das schon mal geklärt. Fangen wir so an. Kommt dieser Wesendrache mit diesen sieben Köpfen und zehn Hörnern noch mal vor in der Offenbarung? Wo? Er kommt danach noch mal vor, nämlich in ganz ähnlicher Stelle als das erste Tier aus Offenbarung 13. Das hat auch sieben Köpfe und zehn Hörner. Das heißt, es ist auch ein Tier. Es gibt nicht mehr sieben Kronen, sondern zehn Kronen. Das römische Reich hat eine Transformation durchgemacht. Das ist jetzt eine neue Macht. Dann kommt es noch mal vor in Offenbarung 17. Da kommt auch dieses Tier, wo die Hure drauf sitzt. Wie viele Hörner? Wieder sieben Köpfe und wieder zehn Hörner. Diesmal gar keine Kronen. Das heißt, es gibt immer eine leichte Transformation. Wir werden noch alles ausführlich studieren. Diese Macht macht ein paar Transformationen durch, die immer noch als bleibt erkennbar als eine durchgehende Linie. Innerhalb dieser drei Kapitel gibt es eine Erklärung für die sieben Köpfe.
[30:40] Schaut mal in Offenbarung 17, Vers 9. Bevor wir die Erklärung bekommen, bekommen wir einen Ratschlag. Das liebe ich an der Offenbarung. Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat. Die sieben Köpfe sind was? Sieben Berge, auf denen die Hure oder die Frau sitzt. Übrigens, das ganz Interessante ist, dass die Hure, die sieben Köpfe, die sieben Hörner, die sieben Hörner. Was bedeutet eigentlich Weisheit in der Bibel? Es geht nicht darum, dass wir uns nicht nur an Fakten verlieren. Um das zu verstehen, brauchen wir Weisheit, Verstand. „Die Verständigen werden leuchten wie die Himmelsfeste.“ Offenbarung Daniel 2, Vers 3. Sieben Köpfe sind sieben Berge. Frage für methodische Prophetie-Auslegung: Sind diese Berge symbolisch oder buchstäblich? Warum müssen sie? Warum müssen sie buchstäblich sein? Genau. Eine Erklärung von einem Symbol ist nicht wieder symbolisch. Das ist ganz wichtig für so gesunde Prophetie-Auslegung. Es sind sieben buchstäbliche Berge. Ich glaube, wir müssen nicht lange debattieren. Gibt es eine Stadt in der Welt, wo sieben Berge vorhanden sind? Frage: Gibt es noch andere Städte, wo sieben Berge vorhanden sind? Ja, es gibt schon. Zum Beispiel Rio de Janeiro. Rein moralisch gesehen, könnte man fast denken, das ist auch nicht so ein großer Unterschied. Aber die restlichen Prophezeiungen über diese Macht passen nicht zu Rio de Janeiro. Aber nur, dass ihr das wisst. Nicht, dass wir sagen, nur weil es die sieben Berge sind, muss es Rom sein. Waffelhorn selbst hat keine sieben Berge. Nein. Sieben Berge Rom.
[33:14] Aber dann heißt es, dass diese sieben Köpfe noch eine zweite Bedeutung haben. Schaut mal, was diese zweite Bedeutung ist. Da heißt es nämlich: „Und es sind was? Sieben Könige, fünf sind gefallen, der eine ist da, der andere noch nicht gekommen. Wenn er kommt, muss er für eine kurze Zeit bleiben.“ Aber was können wir daraus schlussfolgern? Es sind sieben Königreiche. Und was charakterisiert diese sieben Königreiche? Ja, das stimmt. Wir wissen aber noch nicht, wann jetzt ist. Eins können wir auf jeden Fall sagen: Sie kommen nacheinander. Sie kommen nacheinander. Fünf sind gefallen, eins ist jetzt, eins kommt später. Irgendwo ist man gerade in der Mitte. Aber auf jeden Fall sind sie nacheinander. Aufeinander folgende Reiche. Das heißt, es sind nicht sieben Teilaspekte von Rom, die gleichzeitig nebeneinander regieren. Oder sieben Nationen, die Rom unterscheiden. Es sind sieben aufeinander folgende Reiche in der Weltgeschichte. Das heißt, nicht jedes dieser Reiche ist unbedingt Rom. Das werden wir dann noch sehen. Das ist die zweite Bedeutung, die im Hintergrund schwingt, aber die ganz wichtig ist. Die primäre, die uns den Drachen identifizieren lässt, sind die sieben Berge, Rom. Aber es sind noch sieben aufeinander folgende Reiche. Dazu kommen wir später noch, wenn wir das genauer anschauen werden.
[34:57] Vielleicht noch ganz kurz dazu, bevor wir Schluss machen. Warum feuerrot? Das ist der letzte Punkt für heute. Dann machen wir heute pünktlich Schluss. Warum feuerrot? Brennt, genau. Kommt das Wort feuerrot in der Bibel noch mal vor? Wenn ich schon so frage. Das Schöne ist, solche Worte liebe ich, wenn es nur noch einmal in der Bibel vorkommt. Es kommt noch einmal vor. Es kommt in der Offenbarung noch mal vor. Und zwar in Offenbarung 6, im zweiten Siegel. Offenbarung 6, Vers 3 und 4. Die sieben Siegel sind auch sieben Epochen, sieben Abschnitte der Kirchengeschichte.
[35:59] Offenbarung 6, Vers 3 und 4: „Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm und sieh. Und es zog ein anderes Pferd aus, das war feuerrot. Das weiße Pferd, das rote Pferd, das schwarze Pferd. Das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie einander hinschlachten sollten. Und es wurde ihm ein großes Pferd gegeben.“ Was war das Charakteristikum von diesem feuerroten Pferd nach diesem Vers? Krieg.
[36:38] Feuerrot steht für Krieg, für Unterdrückung, für Hinschlachten, Morden. Und das war also ein Kennzeichen des Drachens. Was macht der Drache? Er führt Krieg. Er führt Krieg gegen Christus, er führt Krieg gegen die Gemeinde. Und was sagt Jesus über den Satan? Er war ein Menschenmörder von Anfang an. Das ist sein Wesen. Er ist ein Menschenmörder. Er nimmt den Frieden. Gott ist ein Gott des Friedens. Aber er hier führt Krieg. Und er bringt um. Er ist ein Menschenmörder von 1. Mose 3, Vers 5, wo er sagt: „Ihr werdet keinesfalls des Todes sterben.“ Das war die erste Intention. Und dann auch durch die ganze Zeit hindurch ist er ein Menschenmörder. Er ist ein Menschenmörder. Er führt Krieg gegen die Gemeinde. Und auch beim Römischen Reich, wo er das Volk unterdrückt, durch das Römische Reich. Das ist sein Wesen.
[37:53] Wir werden gleich sehen, dass er auf ein Kind das Besondere abgesehen hat. Dazu kommen wir in den nächsten zwei Wochen. Wir werden sehen, wie Daniel 7 und Daniel 2 es ist. Dieses Eisen, das alles zertrampelt. Das schreckliche Tier. Die Verfolgung. Feuerrot. Das ist die Bedeutung.
[38:17] Gut, wir haben heute einiges gelernt. Nächste Woche geht es weiter. Dann müssen wir aufeinandertreffen, die beiden großen Gegenpolen-Offenbarungen. Und darauf freuen wir uns schon. Und für heute wollen wir vielleicht das lernen: Wenn wir die Prophetie richtig auslegen wollen, brauchen wir was? Weisheit. Und Weisheit bedeutet was? Jesus kennen. Nur wenn wir Jesus kennen, können wir diese Dinge gut verstehen und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Wenn wir Jesus gut kennen, werden wir verstehen, was der Satan vorhat und wie er die Weltmächte benutzt, um das Volk Gottes zu unterdrücken und möglichst auszulöschen. Deswegen brauchen wir Jesus, damit wir keine Angst haben. Dann können wir in die Zukunft blicken.
[39:20] Wollen wir gemeinsam beten? Wir beten.
[39:41] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dieses Studium machen konnten, dass wir einiges lernen konnten aus der Offenbarung. Wir sind in der Zukunft und wir werden uns immer weiter bei dir helfen und begreifen, wie du uns Stück für Stück führen möchtest. Hilf uns, es weiterzugeben. Führe uns bald wieder gesund zusammen. Sei du auf dem Weg bei uns und führe uns den Rest der Woche. Amen.
[40:17] Auf Wiedersehen. Bis bald.
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